30.12.2011 Kliniken Südostbayern - Kreisklinik Vinzentinum RuhpoldingEin stabiles neues Dach für das Vinzentinum RuhpoldingDie Kongregation der Barmherzigen Schwestern übergibt ihr Krankenhaus an die Kliniken Südostbayern AGMit der symbolischen Übergabe eines Schlüssels aus Brezenteig an den Aufsichtsratsvorsitzenden, Landrat Hermann Steinmaßl, den stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden, Landrat Georg Grabner und Klinik-Vorstand Stefan Nowack legte die Generaloberin der Kongregation der Barmherzigen Schwestern vom heiligen Vinzenz von Paul, Sr. M. Theodolinde Mehltretter, die Verantwortung für das Vinzentinum Ruhpolding in die Hände der Kliniken Südostbayern AG. Am 1. Januar geht das Vinzentinum offiziell als sechstes Krankenhaus in den südostbayerischen Klinik-Verbund über.Mit der Übergabe des Vinzentinums Ruhpolding an die Kliniken Südostbayern AG geht die 46-jährige Epoche der Ordensschwestern im Ruhpoldinger Krankenhaus zu Ende. Bei der Feierstunde am Donnerstag im Katholischen Pfarrzentrum St. Georg, die von der Harfenspielerin Steffi Geierstanger musikalisch umrahmt wurde, sprach Sr. M. Theodolinde von einem „Meilenstein“. Sie sei davon überzeugt, dass das Werk des heiligen Vinzenz von Paul weitergeführt und das Vinzentinum in gute Hände gelangen werde. Dies bestätigte ihr Vorstand Nowack: „Die Kliniken Südostbayern AG bietet dem Krankenhaus Vinzentinum mit über 3400 Beschäftigten ein stabiles neues Dach. Wir freuen uns auf das Vinzentinum Ruhpolding und seine Mitarbeiter.“ Das Vinzentinum, das seinen Namen behält, werde mit Sicherheit eine Bereicherung für den Klinikverbund. Die Generaloberin erinnerte daran, dass 1965 auf Initiative des damaligen Gemeindebeamten und späteren Landrats Leonhart Schmucker mit der Gemeinde Ruhpolding für das Krankenhausgelände und das Kurheim Dr. Barth ein Überlassungsvertrag abgeschlossen und es am 1. Januar 1966 übergeben wurde. 1968 erfolgte der Abbruch des alten Krankenhauses. Vor 40 Jahren, am 21. Januar 1971, wurde das Vinzentinum feierlich eingeweiht. „Ein großer Tag für Ruhpolding“, wie sie sagte. Mit der Kliniken Südostbayern AG habe man einen kompetenten Partner gefunden, der sowohl für hohe medizinische Qualität als auch für menschliche Zuwendung stehe. „Der Mensch wird, ganz im Sinn des Werks des heiligen Vinzenz von Paul, als Ganzes gesehen“, betonte sie. Menschlichkeit, Zuwendung, Zeit und Wertschätzung seien unbezahlbar. Zurückblickend schaue sie dankbar auf viele fruchtbare Jahre im Dienst der Kranken und Hilfsbedürftigen. Nun habe man verantwortungsbewusst auf die gesellschaftlichen und ordensinternen Gegebenheiten reagieren müssen. Das Vinzentinum brauche Unterstützung und Vernetzung. Das Erbe, erarbeitet durch den Dienst der Schwestern, sei ein ergänzender Baustein in den Kliniken Südostbayern. Für das Ruhpoldinger Krankenhaus werde der heilige Vinzenz von Paul der Patron bleiben. Die Übergabe sei für die Kongregation eine traurige, aber gleichermaßen auch eine erfreuliche Stunde. Landrat Steinmaßl erklärte, mit der Weiterführung des Vinzentinums durch die Kliniken Südostbayern AG hätten alle Mitarbeiter eine Zukunft. „Außerdem bleibt unserer Region eine wichtige Einrichtung für die Klinikversorgung erhalten.“ Er würdigte den jahrzehntelangen Einsatz der Ordensschwestern. „Sie waren in den vergangenen 46 Jahren gemäß ihres Ordens Missionarinnen der Nächstenliebe und Barmherzigkeit.“ Das Krankenhaus an die Kongregation zu übergeben, sei damals ein sehr kluger und zukunftsweisender Schritt gewesen. Die Gemeinde Ruhpolding habe einerseits keine finanziellen Verpflichtungen mehr gehabt, andererseits sei die Krankenversorgung in Ruhpoldung und Umgebung weiter sicher gestellt gewesen. „So klug es vor 46 Jahren gewesen ist, diese Entscheidung zu treffen, so klug ist es auch heute“, so der Landrat. Auch wenn es für den Klinikverbund nach der erst kurz zuvor vollzogenen Fusion ein schwieriger Prozess gewesen sei. Letztlich sei die Entscheidung zur Übernahme im Aufsichtsrat und in den Kreistagen Berchtesgadener Land und Traunstein einstimmig ausgefallen. Aus den Worten von Sr. M. Theodolinde habe man die Wehmut gespürt, aber auch das Vertrauen und die Zuversicht, die sie in die Zukunft und in die Verantwortung der Kliniken Südostbayern AG habe. Dies sei Herausforderung und Ansporn, den Auftrag des heiligen Vinzent von Paul fortzuführen. Die Kongregation habe 46 Jahre den Versorgungsauftrag in eigener Verantwortung erfüllt, den gewünschten Neubau errichtet und ihn mit Unterstützung des Freistaats erweitert und modernisiert. Die Krankenhauslandschaft verändere sich rasant und zwinge zur Kooperation und Zentralisierung. „Der Landkreis Traunstein hat frühzeitig damit begonnen, auf diese Entwicklung Rücksicht zu nehmen und über 100 Millionen Euro in die Kliniken Traunstein und Trostberg investiert“, so Steinmaßl. Auch sein Kollege Grabner habe auf die Entwicklungen reagiert. „Beide Landkreise bekennen sich uneingeschränkt zur kommunalen Sicherung der Krankenhausversorgung.“ Die Folge sei die Fusion der fünf Krankenhäuser beider Landkreise 2009 gewesen. Insofern sei die Übernahme des Vinzentinums durch die Kliniken Südostbayern AG als sechsten Standort die logische Konsequenz. Das Vinzentinum genieße einen sehr guten Ruf und dies werde auch so bleiben. Den Mitarbeitern bescheinigte er eine hervorragend geleistete Arbeit und war überzeugt, dass sie unter dem Dach der Kliniken Südostbayern AG ihrer Verpflichtung weiterhin nachkommen werden. Vorstand Nowack wies auf die Chancen hin, die das Vinzentinum nach dem „Stabwechsel“ im gemeinsamen Verbund biete. Insbesondere die kurze Entfernung zum Klinikum Traunstein als größten Standort und gleichzeitig als Haus mit den größten Kapazitätsengpässen biete viele Möglichkeiten. „Dabei gilt es jedoch, neben der Entlastungsfunktion für Traunstein auch ein neues medizinisches Profil für Ruhpolding zu erstellen und umzusetzen“, betonte er. Zunächst gehe es aber darum, dass der nun vollzogene Übergang des Vinzentinums möglichst reibungslos funktioniere. „Damit meine ich, dass alle Systeme funktionieren und Patienten sowie Mitarbeiter den Trägerwechsel möglichst nicht merken.“ Die geplanten und notwendigen Veränderungen in Ruhpolding würden nach und nach eingeführt und umgesetzt. Nowack bat um Verständnis, wenn nicht alles so schnell gehe, wie es sich manch Ungeduldiger erhoffe. „Das medizinische Konzept kann nur schrittweise umgesetzt werden, wobei das Krankenhaus aufgrund seines guten Zustands und seiner Größe Entwicklungsmöglichkeiten bietet“, machte er deutlich. Der Stabwechsel scheine sich sehr harmonisch zu vollziehen, stellte Ruhpoldings Bürgermeister Claus Pichler fest. Es sei sehr klug, zurück zu schauen. Schmucker und Sr. Ephigenia hätten seinerzeit den Übergang mit Tatkraft umgesetzt. „Es ist ein großer Segen, dass das Krankenhaus im Dorf ist“, sagte er. Ruhpolding sei kein Tal mit einer einstirnigen und „eignahten“ Bevölkerung, sondern ein weites Tal, das viel Platz habe für alle Landkreisbewohner. Es sei sehr schön, dass es nach dem Wechsel weiter gehe und das Vinzentinum für alle Leute da sei, die der Hilfe bedürften.
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