Vom Wirkstoff zum Arzneimittel
Arzneimittel bestehen aus Wirkstoffen („Arzneistoffen“) und Hilfsstoffen. Gemeinsam bilden diese die verschiedenen Darreichungsformen eines Medikaments wie Tabletten oder Zäpfchen. Die Wirkstoffe müssen erst verarbeitet werden, damit sie dem Körper auf verschiedene Weise zugeführt werden können. Hierzu wird der Wirkstoff mit Hilfs- oder Trägerstoffen vermischt oder verarbeitet (z.B. Milchzucker, Vaseline, Hartfett, Pflaster usw.). Die Verarbeitung eines Wirkstoffes, die Galenik, ist eine Wissenschaft und eine Kunst, in der Apotheker speziell ausgebildet sind.
Die Entwicklung eines neuen Arzneimittels dauert oft viele Jahre: In der pharmazeutischen Industrie und den Universitäten wird nach neuen Arzneimitteln geforscht; nur etwa eine von 10.000 neuen Substanzen entspricht den Forderungen, die an Wirksamkeit und Unbedenklichkeit gestellt werden müssen. Nach erfolgreicher Forschung beantragen die pharmazeutischen Firmen für den neuen Arzneistoff einen Patentschutz, der dem Patent-Inhaber für eine befristete Zeit das Recht gibt, anderen Firmen die Nutzung seiner Erfindung zu untersagen. Nach Ablauf der Schutzfrist dürfen auch andere pharmazeutische Firmen diesen Arzneistoff als Generika („Nachahmerpräparate“) unter einem eigenen Namen in den Handel bringen. Man kann also durchaus, ohne Qualitätseinbußen in der Therapie befürchten zu müssen, die mitunter bestehenden Preisvorteile der sogenannten Generika nutzen, wenn sichergestellt ist, dass bestimmte Qualitätskriterien erfüllt sind.
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