Netzwerk Beckenboden Südostbayern

Typische Krankheitsbilder

im Beckenboden

Harninkontinenz

(Blasenschwäche)

Harninkontinenz oder Blasenschwäche bedeutet unbeabsichtigter Abgang von Urin aus der Blase. Im Wesentlichen werden zwei Formen der Harninkontinenz unterschieden: Die Belastungs- oder Stressharninkontinenz und die Drang- oder Urge-Inkontinenz. Bei der Belastungsinkontinenz ist die Harnröhre nicht in der Lage, erhöhten Druck vom Bauchraum – wie er bei Husten, Treppen- steigen o.ä. auftritt – zu kompensieren mit der Folge von unkontrolliertem Urinabgang. ­Ursache hierfür ist häufig eine Schädigung der Beckenbodenmuskulatur, z.B. nach Entbindungen oder eine angeborene Bindegewebsschwäche. Die Dranginkontinenz ist dadurch gekennzeichnet, dass der oder die Betroffene einen plötzlich auftretenden Harndrang verspürt mit dem Zwang, die Blase sofort zu entleeren. Ist das nicht möglich, kommt es zu unkontrolliertem Urinabgang. Die Ursachen hierfür sind vielfältig. Zu nennen wären in erster Linie Alterserscheinungen, lokale Entzündungen, Nebenwirkungen von Medikamenten oder auch zentrale Störungen wie Schlaganfall. Eine sorgfältige diagnostische Abklärung ist erforderlich, um erfolgreich Therapiemaßnahmen einleiten zu können.

Deszensus genitalis

(Gebärmutter- und/oder Scheidensenkung)

Bei einer Gebärmuttersenkung (Deszensus uteri) verschiebt  sich die Gebärmutter im kleinen Becken nach unten. Wird dabei der Scheideneingang überschritten und wölbt sich die Gebärmutter nach außen vor, so spricht man von einem Vorfall (Prolaps uteri). Das gleiche Problem kann die Scheide betreffen, in diesem Fall liegt ein Deszensus oder Prolaps vaginae vor. Natürlich gibt es auch Kombinationen. Die Betroffene bemerkt Druckgefühl im Unterbauch oder dass sich „unten etwas hervorwölbt“. Häufig ist die Blasenfunktion gestört, entweder durch unkontrollierten Urinabgang oder auch erschwerte bis unmögliche Blasenentleerung. Auch eine Behinderung des Stuhlgangs ist möglich. Ursache für diese Verlagerung von Gebärmutter und Scheide ist eine Schwäche des Halteapparates, bestehend aus Bändern, Faszien und Muskulatur des Beckenbodens. Vor allem durch Schwangerschaften und Geburten werden diese Strukturen geschädigt mit den entsprechenden Folgen meist in späteren Lebensjahren. Keine Therapie ist erforderlich, wenn die Symptomatik nur gering ausgeprägt ist und kein Leidensdruck herrscht. Sind die Beschwerden jedoch größer, so dass die Betroffene sie nicht mehr hinnehmen kann oder will, sollte therapiert werden. Eine subtile Diagnostik gewährleistet dabei eine auf die individuellen Bedürfnisse der Patientin ausgerichtete Therapie.

Stuhlinkontinenz

(Stuhlhalteschwäche)

Unter Stuhlinkontinenz versteht man den unkontrollierten Abgang von Winden, flüssigem oder festem Stuhl (Stuhlinkontinenz Grad I, II oder III). Wenn der ungewollte Stuhlabgang überhaupt nicht wahrgenommen wird, so spricht man von einer passiven Stuhlinkontinenz, während bei der Drang-Stuhlinkontinenz der Darminhalt nicht lange genug zurückgehalten werden kann, bis eine Toilette erreicht wird. Bei den erkrankten Patienten handelt es sich entgegen weitläufiger Meinung keineswegs nur um alte, multimorbide Menschen. Auch Patienten, die noch mitten im Leben stehen, können von einer Schließmuskelschwäche betroffen sein. Die Ursachen können sein: Geburtsverletzungen, neurologische Störungen (wie z.B. Bandscheibenvorfall, Multiple Sklerose, Diabetes, Rückenmarksverletzungen) oder Operationen am Enddarm (z.B. bei Darmkrebs oder Vorfall des Mastdarms, Hämorrhoiden, Analfisteln). Nicht selten ist bei Frauen auch eine Beckenbodenschwäche für eine mangelnde Kontinenzfunktion verantwortlich. Permanentes verstärktes Pressen bei der Stuhlentleerung ist ebenfalls ein Risikofaktor für eine Schließmuskelschwäche.

Chronische Obstipation

(Verstopfung)

Etwa 30 Prozent der Bevölkerung in Industrienationen leiden zumindest zeitweilig unter Verstopfung. Weniger als drei Stuhlgänge pro Woche, harter Stuhlgang, häufiges Pressen, die Notwendigkeit von Einläufen etc und das Gefühl der unvollständigen Entleerung über einen Zeitraum von über drei Monaten wird als Chronische Verstopfung bezeichnet. Unterteilt wird in Darmträgheit (“slow transit”) und Entleerungsstörung. Bei letzterer führt in der Regel eine Beckenbodensenkung mit innerem Darmvorfall zu einer Verlegung des Stuhlpassageweges. Abzugrenzen ist die Verlegung durch einen Tumor. Andere viel häufigere Ursachen sind unzureichende Flüssigkeits- und Ballaststoffaufnahme und die Nebenwirkung von Medikamenten.

Darmprolaps

(Darmvorfall)

Ein Vorfall (Prolaps) liegt vor, wenn sich der Darm in oder aus dem After herausstülpt. Letzterer wird als äußerer Darmvorfall bezeichnet. In der Regel geht der Vorfall einher mit einer ­Becken­bodensenkung, bzw. –schwäche. Die genaue Ursache für einen Vorfall kennen wir nicht, diskutiert wird eine angeborene Bindegewebsschäche oder eine erworbene Beckenbodennervenschädigung. Patienten bemerken den nach außen vorfallenden Darm meistens und beklagen beim innen liegenden Vorfall eine Entleerungsbehinderung oder ein Druckgefühl. Der Darmvorfall selber schwächt den Beckenboden und damit den Schließmuskel und sollte deswegen nicht unbehandelt bleiben.

Hämorrhoiden

Zwei Drittel aller Blutungen aus dem Enddarm sind auf Störungen der Hämorrhoidal-Gefäße zurückzuführen. Meistens ist eine konservative Therapie erfolgreich, z. B. Ernährungsumstellung. Nur bei etwa 20 Prozent der Patienten, die unter vergrößerten Hämorrhoiden leiden, ist eine Operation erforderlich. Ziel der Operation sollte die Verkleinerung, in selten Fällen die Entfernung der vergrößerten Hämorrhoiden und die Behandlung des vorfallenden Gewebes. Je weniger Gewebe der Analhaut entfernt wird, desto besser wird die Funktion des Afters nach der Operation sein. Im Vordergrund stehen moderne, schmerzarme Therapiemethoden wie die Klammernahtmethode (“Longo-OP”) und die Hämorrhoidalarterienligatur.
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