Kreisklinik Vinzentinum Ruhpolding

Stationäre Schmerztherapie

mit multimodaler Schmerztherapie

Chronischer Schmerz stellt inzwischen ein eigenes Krankheitsbild dar und ist eine sehr ernst zu nehmende Krankheit. Eine chronische Schmerzerkrankung kann bestehen, sobald der Patient über sechs Wochen unter Schmerzen leidet. Aktuellen Studien zufolge ist jeder fünfte Deutsche ein chronischer Schmerzpatient! mehr...

Der Schmerz dominiert das tägliche Leben jener Menschen, welche unter chronischen Schmerzen leiden und mindert ihre Lebensqualität – da der Schmerz die Schlafqualität, die Arbeitsfähigkeit sowie familiäre und soziale Aktivitäten beeinflusst.

Meist haben Patienten viele Untersuchungen, medizinische Behandlungen
und Operationen durchführen lassen, ohne einen Erfolg zu haben. Auch Schmerzmedikamente konnten nur teilweise Erleichterung bewirken. Dadurch können sich Patienten hilflos, verzweifelt oder allein gelassen fühlen.

Welche chronischen Schmerzen werden behandelt?

Alle chronischen Schmerzen werden behandelt, im besonderen:

  • Rückenschmerzen
  • Gelenk-, Muskel- und Weichteilschmerzen
  • Fibromyalgie
  • Nervenschmerzen (z.B. akute Schmerzen bei oder chronische Schmerzen nach Gürtelrose (Herpes zoster)
  • Komplexes regionales Schmerzsyndrom (CRPS, früher Morbus Sudeck) 
  • Phantomschmerzen
  • Tumorschmerzen. 
  • u.a.

Ab wann ist meine Schmerzkrankheit chronisch?

Von einer chronischen Schmerzkrankheit geht man in der Regel aus, wenn ein Patient mehr als ein halbes Jahr über Schmerzen klagt.

Was versteht man unter Multimodaler Schmerztherapie?

Multimodale Schmerztherapie beschreibt einen mehrtägigen, auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basierenden Behandlungsansatz von Patienten mit chronischen Schmerzzuständen durch ein interdisziplinäres Personal verschiedener Fachdisziplinen.

Das Team der Schmerztherapie besteht aus Ärzten, Psychologen, Physiotherapeuten und Sportwissenschaftlern. Der Blick richtet sich nach den Ursachen genauso wie nach dem Menschen als Ganzes.

Die Therapie beinhaltet

  • medikamentöse Schmerztherapien
  • invasive Verfahren
  • Physiotherapie
  • Ergotherapie
  • Sozialberatung
  • Ernährungsberatung
  • medizinisches Gerätetraining (MTT)
  • Akupunktur
  • Homöopathie
  • Naturheilverfahren
  • sowie der Erlernen von Schmerzbewältigungsstrategien.

Das Therapieprogramm basiert auf so wenig Medikamente wie nötig und so viel körperliche aktivierende Therapie wie möglich. Der Patient lernt, seinen Schmerz zu verstehen, ihn zu begrenzen und seine persönliche Fitness und Belastungsgrenze zu steigern.

Ziel der stationären multimodalen Schmerztherapie

Wir helfen Ihnen ihre Schmerzen zu lindern und unterstützen Sie dabei wieder ein aktives, selbstbestimmtes Leben zu führen.

Gemeinsam mit dem Patienten wird an folgenden Zielen
gearbeitet:

  • Verminderung der Schmerzen
  • Veränderung des Schmerzerlebens
  • Verbesserung des Umgangs mit Schmerzen
  • Verbesserung der Lebensqualität
  • Förderung von Eigenaktivität und Eigenverantwortung
  • Verbesserung der sozialen Lebensumstände
  • Wiedereingliederung in das Arbeits- und Berufsleben.

Dies geschieht vor allem durch eine Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit und der Körperwahrnehmung, Verbesserung einer Entspannungsfähigkeit und das Üben, mit dem eigenen Körper achtsam umzugehen. Dadurch soll ihm ermöglicht werden, die Alltagstätigkeiten wieder aufzunehmen, seine Arbeitsfähigkeit wieder herzustellen bzw. zu fördern und wieder mehr Lebensfreude zu haben.

Kriterien für eine stationäre Aufnahme

Zur Aufnahme braucht der Patient drei der folgenden Kriterien:

  • bestehende oder drohende Beeinträchtigung der Lebensqualität und/oder der Arbeitsfähigkeit
  • bisher erfolglose Schmerztherapien  
  • weitere körperliche Erkrankungen
  • bestehen eines problematischen Medikamentengebrauchs 
  • schmerzerhaltende psychische Begleiterkrankung. 

Wie sind die Rahmenbedingungen?

Unser Therapieangebot beinhaltet einen ca. 16tägigen stationären
Aufenthalt, die Therapien werden einzeln und in Gruppentherapie durchgeführt mit einer maximalen Gruppengröße von jeweils acht Patienten mit chronischen Schmerzen.

Das Therapiespektrum umfasst

  • tägliche Anwendungen in Einzel- und Gruppentherapien,
  • tägliche ärztliche Visiten, gemeinsame Informationseinheiten,
  • physoptherapeutische Bewegungseinheiten,
  • Bewegungstherapie wie z.B. Nordicwalking, Schwimmen bzw. Wassergynastik bis hin zu kleinen Bergwanderungen.

Chefärztin

Präsidentin der Interdisziplinären Gesellschaft für Schmerzforschung und Schmerzbehandlung (IGSS)

1961 in München geboren, studierte Dr. Schuckall dort auch Medizin. Das Studium beendete sie in Berchtesgaden als Internistische Assistentin. Ihren beruflichen Einstieg fand sie im Bereich der Chirurgie. Nach einer Zwischenstation als Notärztin in München baute sie am Landeskrankenhaus Salzburg eine interdisziplinäre Schmerzambulanz auf. Die universitäre Ausbildung der Medizinstudenten und die ärztliche Fortbildung in Sachen Schmerztherapie hat Dr. Schuckall maßgeblich vorangetrieben.

Kontakt
Stationäre Schmerztherapie
Sekretariat
T 0049 8663 52-203
F 0049 8663 52-207

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