Kreisklinik Trostberg

Schlaflabor

Hier im Schlaflabor beschäftigen sich Ärzte mit allen Arten von Schlafstörungen, die Auswirkungen auf Atmung und Kreislauf haben können.

Das Bild der Schlafstörungen hat sich in den letzten Jahren gewandelt: Während nach wie vor ein hoher Anteil der Bevölkerung unter Ein- und Durchschlafstörungen leidet (ca. 20%), kommen mehr und mehr Patienten und Patientinnen zur Untersuchung, bei denen nicht einmal die Schlaflosigkeit im Vordergrund steht, sondern eine scheinbar unerklärliche Schläfrigkeit am Tage. In den meisten Fällen sind die Ursachen dieser Tagesschläfrigkeit nächtlich Atmungsstörungen, sog. Schlafapnoen. Wegen der Auswirkungen dieser Erkrankungen auf das Herz-Kreislaufsystem sowie der Eigen- und Fremdgefährdung am Tage, Stichwort („Sekundenschlaf am Steuer“) erfahren Schlaflabore mit der Möglichkeit der Diagnostik und Therapie dieser Erkrankungen eine zunehmende Bedeutung.

Die Innere Abteilung des Kreiskrankenhauses Trostberg verfügt über ein modern ausgestattetes Schlaflabor, das von der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) akkreditiert ist.

Leistungsspektrum

In vier vollständig ausgerüsteten Poysomnographieplätzen und vier Schlafapnoescreeninggeräten (Schlafüberwachungsplätze zur Erhebung von schlafbezogenen Körperdaten) werden folgende Werte während des Schlafes gemessen und aufgezeichnet:

  • Gehirnströme (EEG) 
  • Augenbewegungen (EOG) 
  • Muskelaktivität (EMG) 
  • Nächtliche Extremitätenbewegungen (Bein-MG) 
  • Schnarchen 
  • Nasen- und Mundatmung 
  • Sauerstoffsättigung (Sauerstoffgehalt des Blutes 
  • Atemmuskulatur (Brust und Bauch) 
  • EKG 
  • Körperlage

Die Überwachung erfolgt außerdem visuell über eine Infrarotkamera mit sogenannter digitaler Videometrie: Damit können die jeweiligen Videobilder direkt den Daten aus der Aufzeichnung zugeordnet werden, was zur Diagnostik bestimmter Erkrankungen wichtig ist.

Zusätzlich zu den zwei Polysomnographieplätzen verfügen wir über zwei moderne Schlafapnoe-Monitoring-Recordcr (Poly-MESAM), die zur Erstuntersuchung bei V.a. Schlafapnoe (sog. Screening) und zur Therapiekontrolle verwendet werden. Damit werden folgende Werte erfaßt: 

  • Nasen- und Mundatmung 
  • Schnarchen 
  • Atemmuskulatur (Brust und Bauch) 
  • Sauerstoffsättigung 
  • Extremitätenbewegungen 
  • EKG 
  • Körperlage

Während der gesamten Nacht werden Sie von, speziell im Schlaflabor geschulten, Krankenschwestern und MTA's betreut, die die Ableitungen und Datenaufzeichnung überwachen.
Tagsüber werden die erhobenen Befunde und das weitere Vorgehen besprochen. Zusätzlich zu dem Gespräch mit dem Arzt besteht die Möglichkeit, sich mit Hilfe eines interaktiven Patienteninformationssystems umfassend über alle Aspekte der Erkrankung zu informieren.
Mithilfe eines Fahrsimulatortests kann die Daueraufmerksamkeit (Vigilanz) am Tage gemessen werden. Dieser Test ist zur Objektivierung des Symptoms „Tagesmüdigkeit“, zur Abschätzung der Fahrtauglichkeit und zur Beurteilung des Therapieerfolges hilfreich.
Bei speziellen Fragestellungen werden auch tagsüber Schlaflaborableitungen (Polysomnographien) durchgeführt (so z.B. bei V.a. Narkolepsie)
Erhebungen mittels standardisierter Fragebogen zum Schlafverhalten sowie allgemein internistische und pneumologische Untersuchungen ergänzen die Diagnostik am Tage.
Die beschriebenen diagnostischen Maßnahmen kommen v.a. bei nächtlichen Atmungsstörungen (Schlafapnoesyndromen) zur Anwendung, aber auch andere, neurologische Erkrankungen (z.B. restless legs Syndrome, nächtliche periodische Beinbewegungen, Narkolepsie .... ) können untersucht und ggf. behandelt werden.
Zur Therapie der Schlafapnoe steht das gesamte Spektrum nächtlicher Atemtherapiehilfen (CPAP, BiPAP, BiPAP-ST ... )zur Verfügung.
Das Schlaflabor befindet sich in, vom übrigen Krankenhausbetrieb abgekoppelten, ruhigen Räumlichkeiten.

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