Behandlungsansatz

Philosophie und Werte

Unser integratives Behandlungskonzept orientiert sich an einem ganzheitlichen Menschenbild. Wir achten und respektieren die Persönlichkeit des Patienten unter Berücksichtigung seiner individuellen Geschichte und Lebenssituation. Der Patient ist unabhängig von seinem Krankheitszustand, seiner sozialen Herkunft, Sprache, Kultur und Religion für uns ein mündiger und wichtiger Partner. Wir achten auf einen wertschätzenden und respektvollen Umgang und pflegen die therapeutische Beziehung als zentrale Voraussetzung für eine gute Zusammenarbeit.

Unser gemeinsames Ziel ist es, auf der Grundlage eines ganzheitlichen Menschen- und Krankheitsverständnisses unter Berücksichtigung medizinischer, psychologischer und physiotherapeutischer Aspekte die Beziehung des Patienten zu sich selbst, zu seinem Körper und seiner sozialen Umwelt zu verbessern.

Die multimodale Behandlung verstehen wir als gemeinsame Arbeit, in der wir zusammen mit dem Patienten die körperlichen, seelischen und sozialen Bedingungen erkunden, unter denen der Schmerz entstanden ist und neue Bedingungen und Wege zu finden, die Entwicklung wieder ermöglichen, und so Bewältigung und Linderung, manchmal sogar Heilung stattfinden kann.

Behandlungskonzept

Die schmerztherapeutische Behandlung in der Schmerztagesklinik erfolgt grundsätzlich multimodal und interdisziplinär. Unter dem multimodalen Therapieansatz versteht man die gleichzeitige, inhaltlich eng aufeinander abgestimmte, allgemeine und individuelle Behandlung Schmerzkranker durch unterschiedliche therapeutische Disziplinen: Medizinische Behandlung, Psychotherapie, Sport und Bewegungstherapie, Physiotherapie, Entspannungstechniken sowie meditative Verfahren, die Körper und Geist wirksam beeinflussen können.

Wesentliches Charakteristikum dieses ganzheitlichen Ansatzes ist die Vernetzung und Integration unterschiedlicher therapeutischer Schulen, Erfahrungsansätze und Konzepte. So gewährleisten wir in der Schmerztagesklinik eine enge Verzahnung von medizinischer und psychotherapeutischer Beurteilung und Behandlung des Schmerzgeschehens, die einen ständigen Austausch zwischen Ärzten, Physiotherapeuten und Psychologen verlangt.

Im Unterschied zur vorwiegend medikamentös ausgerichteten Schmerztherapie einerseits und zur psychotherapeutischen Behandlung in psychosomatischen Kliniken andererseits, versteht sich eine ganzheitlich ausgerichtete Schmerztherapie sowohl psychosomatisch wie auch somatopsychisch. Medizin und Psychotherapie stehen einander gleichwertig gegenüber und beeinflussen sich in der Diagnose, Therapie und Prognose wechselseitig. Auf der Ebene klinischer Erfahrung hat sich das uralte Leib-Seele-Problem der Philosophie im praktischen Umgang mit dem Patienten gelöst: Körperliche und seelische Symptome erscheinen als zwei Seiten einer Medaille. Es gibt nichts Körperliches ohne begleitende seelische Prozesse und umgekehrt nichts Seelisches ohne körperliche Auswirkungen. Die Vernetzung und ständige Rückkopplung zwischen medizinischer und psychologischer Beobachtung und Intervention gehört daher zu den Errungenschaften einer ganzheitlichen Schmerztherapie. Charakteristisch für die psychologische Begleitung in unserer Schmerztagesklinik ist auch die Integration verschiedener psychotherapeutischer Ansätze: Neben einem psychodynamischen Verständnis für die Entwicklung der Schmerzen, den biografischen Kontext und die therapeuti¬sche Beziehung steht die Beachtung der individuellen Lerngeschichte des Patienten, der Einsatz übender, körperorientierter und meditativer Verfahren - und maßgeblich eine ressourcenorientierte Sichtweise.

Mit dem multimodalen Konzept folgen wir seit der Gründung der Schmerztagesklinik einer wissenschaftlich anerkannten Behandlungsmethode, die zwischenzeitlich auch in vielen weiteren bayerischen Schmerzkliniken sowie europäischen und amerikanischen Schmerzzentren verfolgt wird.