Kliniken Südostbayern AG

Klinische Ethikberatung

Die klinischen Ethikkomitees des Klinikums Traunsteins und der Kreisklinik Trostberg sowie der Kreiskliniken des Berchtesgadener Landes bieten durch zeitnahe Beratung von Patienten, Angehörigen, Pflegenden und Ärzten eine Hilfestellung für die ethische Reflexion und die jeweilige individuelle Entscheidungsfindung.

Aufgabe des Ethikkomitees

Hauptaufgabe der Ethikkomitees ist die Beratung und Begleitung bei
schwierigen moralischen/ethischen Entscheidungen in der Patientenversorgung und die Moderation von Einzelfallberatungen auf den Stationen (mobile, dezentrale Ethikberatung vor Ort).

Das Klinische Ethikkomitee bietet Hilfestellungen in ganz konkreten
Entscheidungssituationen, in denen sich die Betroffenen häufig
in einem Konflikt befinden, welches Vorgehen für den Patienten
am besten ist.

Vorgehen

Die Ethikberatung kann vom medizinischen Personal, den Patienten,
Angehörigen und allen anderen Mitarbeitern angefordert werden. Innerhalb von 2-3 Tagen findet in der Regel eine fallbezogene Besprechung mit dem jeweiligen Team statt. Hierbei übernimmt ein Mitglied die Moderation der ethischen Fallbesprechung, andere Mitglieder sind Ko-Moderatoren und für das Protokoll zuständig.

Aus der Ethikberatung resultiert entweder eine einvernehmliche
Vereinbarung (Konsens) oder eine Empfehlung für das ethisch am
besten begründbare weitere Vorgehen. Der Beratungs- und Entscheidungsfindungsprozess wird schriftlich dokumentiert.

Häufigste Fragen im Rahmen der klinischen Ethikberatung

  • Fragen der Therapiebegrenzung oder Therapieeinstellung entsprechend dem Patientenwillen
  • Klärung des Patientenwillens bzw. des mutmaßlichen Patientenwillens, 
    insbesondere bei Demenzkranken
  • Unsicherheiten im Umgang mit Patientenverfügungen oder Vorsorgevollmachten
  • Indikationen zu invasiven lebensverlängernden Maßnahmen,
    wie Anlagen von PEG-Sonden oder Tracheostomata
  • Beginn, Fortführung oder Abbruch von Organersatztherapie (z. B. Dialyse) bei vorübergehend oder dauerhaft nicht einwilligungsfähigen Patienten
  • Ernährung und Flüssigkeitstherapie am Ende des Lebens
  • Umgang mit Verstorbenen
  • Ablehnung von lebenserhaltenden Maßnahmen durch Patienten (z. B. Ablehnung von Fremdblut-Transfusionen aus religiöser Überzeugung)
  • Fragen um das Thema Schwangerschaftsabbruch
  • Fragen zum Themenkomplex Hirntod, Organspende, Organtransplantation
  • Fragen der Schweigepflicht
  • Trennung von Heilauftrag für und Gutachtenauftrag über einen Patienten
  • Spannungsfeld zwischen und Zusammenhang von Wirtschaftlichkeit und Qualität in der Medizin

Ziele der Klinischen Ethikberatung

  • Ethische Fragestellungen und Konflikte in einem interdisziplinären Team ethisch systematisch reflektieren und mögliche Lösungswege im ethischen Entscheidungsprozess anbieten, ohne
    in die Therapiehoheit der behandelnden Ärzte einzugreifen.
    Dabei stehen vor allem die medizin-ethischen Grundprinzipien
    wie Autonomie/Patientenwille, Fürsorge/Patientenwohl, Menschenwürde und Gerechtigkeit im Mittelpunkt.
  • Sensibilität der Mitarbeiter für ethische und wertbezogene Fragestellungen steigern.
  • Erhöhung der Entscheidungskompetenz von Mitarbeitern im
    Umgang mit ethischen Problemen und Konflikten und Stärkung
    der ethischen Kompetenz vor Ort.
  • Verbesserung ethischer Qualität in der Patientenversorgung.

Rechtliche Aspekte

  • Die klinische Ethikberatung erfolgt immer innerhalb eines rechtlichen
    Rahmens. 
  • Die Entscheidungsbefugnis und auch die Verantwortung des Behandlungsteams und insbesondere des behandelnden Arztes soll
    und kann durch eine ethische Fallberatung nicht aufgehoben werden.
  • Die Anonymität des Patienten wird von allen Beteiligten einer ethischen Fallberatung sichergestellt, eine Entbindung von der ärztlichen Schweigepflicht muss vorliegen.

Vorsitzender Traunstein und Trostberg

Chefarzt Anästhesie, Intensivmedizin und Schmerztherapie

Fachgebiete
Anästhesiologie, Intensivmedizin, Spezielle Schmerztherapie, Notfallmedizin und Suchtmedizinische Grundversorgung

Lebenslauf
Priv.-Doz. Dr. med. Dr. med. habil. Tom-Philipp Zucker wurde 1961 in München geboren, absolvierte seine Schulzeit in Mödling bei Wien (Österreich) und in München. Das Abitur legte er 1981 in München ab. Den Grundwehrdienst in Calw und Nagold unterbrach er 1981 zur Aufnahme des Humanmedizinstudiums an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München. Er famulierte u.a. in Transkei (Südafrika) und war Co-Assistent am Institut für Anatomie der LMU. Nach dem Medizinischen Staatsexamen und Erhalt der Approbation 1987 leistete er den Rest seines Wehrdienstes als Stabsarzt ab. Er erhielt eine Ausbildung in hyperbarer Medizin am Schiffahrtsmedizinischen Institut der Bundesmarine in Kiel-Kronshagen und fuhr als Schiffsarzt einer Fregatte der Bundesmarine (Heimathafen Wilhelmshaven) 12 Monate zur See. 1988 promovierte er mit der am Institut für Rechtsmedizin der LMU München erstellten Dissertation „Serotonin im Liquor cerebrospinalis von Suizidopfern“. Seit 1989 war Dr. Zucker wissenschaftlicher Mitarbeiter der Klinik für Anästhesiologie (Direktor: Prof. Dr. J. Tarnow) am Universitätsklinikum der Heinrich-Heine-Universität (HHU) Düsseldorf. Seine klinische Weiterbildung unterbrach Dr. Zucker u.a. zu Forschungsaufenthalten an der Medical University of South Carolina in Charleston, USA, Division of Clinical Pharmacology (mit einem Stipendium des Boehringer Ingelheim Fonds) und am Smith College, Northampton, MA, USA, sowie als Oberstabsarzt d. R. an Bord von Schiffen der Bundesmarine. 1996 erfolgte die Anerkennung als Facharzt für Anästhesiologie durch die Ärztekammer Nordrhein, im Jahr 2000 die Anerkennung der Fakultativen Weiterbildung „Spezielle Anästhesiologische Intensivmedizin“ und 2003 die Anerkennung der Zusatzbezeichnung „Spezielle Schmerztherapie“, 2004 die Anerkennung der Zusatzbezeichnung „Notfallmedizin“ und 2005 die Übernahme der Zusatzbezeichnung „Suchtmedizinische Grundversorgung“.  2011 bis 2015 hat er die berufsbegleitende qualifizierte Fortbildung „Spezielle Kinderanästhesie“ und „Anästhesie Fokussierte Sonographie (I-V)“ (DGAI) absolviert und sich als Peer Reviewer Intensivmedizin (Bayerische Landesärztekammer) qualifiziert.

Stationen als Oberarzt waren seit 1996 neben dem anästhesiologischen Bereitschafts- und Hintergrunddienst für das Universitätsklinikum Düsseldorf (inkl. z. B. der Bereiche Herz-Thoraxchirurgie, Gefäß-, Neuro- und Kinderchirurgie) die interdisziplinäre Schmerzambulanz und die chirurgische Intensivstation, sowie die Leitung der Anästhesiebereiche in den Kliniken für HNO, Urologie, Gynäkologie und Geburtshilfe. Zuletzt vertrat Dr. Zucker die Anästhesie oberärztlich in der Chirurgie und war für die OP-Organisation seiner Abteilung mit fast 80 Ärztinnen und Ärzten verantwortlich.
Seit 1.4.2003 leitet Dr. Zucker die Abteilung für Anästhesie, Intensivmedizin und Schmerztherapie am Klinikum Traunstein. 2004 erhielt er die volle Weiterbildungsbefugnis für das Fach Anästhesiologie und für die Spezielle Anästhesiologische Intensivmedizin (WO 1993 u. 2004).
Neben den Forschungsschwerpunkten klinische Schmerztherapie und präklinische Notfallmedizin war Dr. Zucker von 1995 bis 1998 Projektleiter eines Sonderforschungsbereiches der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) am Institut für Pharmakologie und klinische Pharmakologie der HHU und habilitierte sich im Jahr 2000 für das Fach Anästhesiologie mit der Habilitationsschrift: „Über den Einfluß des Eicosanoidsystems auf die Mitogenese koronarer Myozyten“. Er erhielt die Lehrbefugnis und prüft als Hochschuldozent im Medizinischen Staatsexamen an der HHU Düsseldorf, seit der Umhabilitation im Jahr 2006 an der LMU München, zudem ist er seit 2008 als Facharztprüfer bei der Bayerischen Landesärztekammer bestellt.

Dr. Zucker beteiligte sich seit 1991 an den Notarztdiensten des Kreises Mettmann / Nordrhein-Westfalen, dann der Stadt Düsseldorf und zur Zeit – auch als Mitglied der Leitenden Notarztgruppe - des Kreises Traunstein. Neben der Qualifikation zum Leitenden Notarzt und dem Kurs Intensivtransport, hat er die Fachkunde Strahlenschutz erworben, die Qualifikation zum Transfusionsverantwortlichen und als Qualitätsbeauftragter Hämotherapie. Er ist ATLS (DGU)-, EBLS und NLS (ERC)-Provider. Als Gutachter war er u. a. für die Schiedsstelle für ärztliche Behandlungsfehler bei der Ärztekammer Nordrhein tätig. Seit 2006 ist er Vorsitzender des Ethikkomitees des Klinikum Traunstein und der Kreiskliniken Trostberg, 2007 wurde er zum 2. stellvertretenden Ärztlichen Direktor ernannt.

Vorsitzender Berchtesgadener Land

Chefarzt Anästhesie

Klinische Ethikberatung

Vorsitzender Klinikum Traunstein u. Kreisklinik Trostberg
PD Dr. Tom-Philipp Zucker
Chefarzt Anästhesie, Operat. Intensivmedizin u. Schmerztherapie Klinikum Traunstein
T 0049 861 705-1251

Stv. Vorsitzender Klinikum Traunstein u. Kreisklinik Trostberg
Dr. Andreas Zellner
Dipl.-Psych., Oberarzt Sozialpädiatrisches Zentrum, zertif. Ethikberater Klinikum Traunstein
T 0049 861 705-1560

Vorsitzender Kliniken Berchtesgadener Land
Dr. Andreas Klein
Chefarzt Anästhesie Kreisklinik Berchtesgaden
T 0049 8652 570

1. Stv. Vorsitzender
Hubert Rausch
Stationsleitung Intensivstation Bad Reichenhall
T 0049 8651 772-700