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Kreisklinik Berchtesgaden

Chronik Klinikum Traunstein

Vom Leprosenhaus zum international anerkannten Klinikum und Lehrkrankenhaus

Die Geschichte der Traunsteiner Krankenhäuser geht bis in das Mittelalter zurück. Ein Leprosen- oder Siechenhaus wurde einst im Stadtteil Heiliggeist erbaut und ist schon 1431 urkundlich nachgewiesen. Wir wollen uns bei unserem kleinen geschichtlichen Rückblick jedoch im wesentlichen auf dieses Krankenhaus beschränken, das unterhalb des Guntramshügel gelegen ist.

1909   
Im Jahr 1909 beschloss der Stadtmagistrat von Traunstein die Festlegung eines Grundprogramms für den Bau eines neuen Städtischen Krankenhauses. Schon im Juli 1912 wurde das 5,73 Tagwerk große Grundstück am Guntramshügel für 18.000 Mark vom Schloßbesitzer Eugen Rosner gekauft. Der Neubau entstand in der Zeit vom 18. April 1912 bis Ende Juli 1914. Die Gesamtkosten beliefen sich auf 16.263,86 Mark. Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs verhinderte aber die Belegung mit zivilen Kranken und erst nach der Auflösung des einquartierten Lazaretts konnte der Neubau 1919 seiner zivilen Bestimmung zugeführt werden.  
 
Fast gleichzeitig mit dem Baubeginn des neuen Krankenhauses wurde ein weiterer repräsentativer Bau in Traunstein vollendet, der in der Zukunft auch als Krankenhaus eine wichtige Rolle spielen sollte und dem im Ersten und Zweiten Weltkrieg ein ähnliches Schicksal als Lazarett zuteil wurde, nämlich das Prinz-Ludwig-Heim. Die „Gesellschaft für Kaufmanns-Erholungs-Heime, Wiesbaden“ hatte sich Traunstein für das erste ihrer Erholungsheime ausgesucht und es an der äußeren Wasserburger Straße auf dem Gelände des heutigen Schulzentrums gebaut. 25 Jahre nach Beginn des Ersten Weltkriegs entbrannte 1939 der zweite weltweite Krieg und wieder wurden das Krankenhaus und das Prinz-Ludwig-Heim in Reservelazarette umgewandelt. In den Sommermonaten 1945 gab die amerikanische Militärregierung die Gebäude für die Zivilbevölkerung frei, aber erst im Jahr 1947 konnte eine gewisse Neugliederung der Traunsteiner Krankenhäuser erfolgen.
Das Krankenhaus an der Cuno-Niggl-Straße (benannt nach dem Stifter eines Krankenhaus-Beneficiums) beherbergte die Chirurgische Abteilung sowie die Gynäkologische und Geburtshilfliche Abteilung.
Als weitere Abteilungen wurden eine Fachabteilung für Hals-Nasen-Ohren-Kranke und eine Abteilung für Röntgendiagnose und Röntgentherapie angeschlossen. Das Prinz-Ludwig-Heim war der Inneren Medizin vorbehalten.

1963 
Schon in den 50er Jahren war ein Neu- und Umbau des Traunsteiner Stadtkrankenhauses im Gespräch, aber erst in der Stadtratssitzung vom 5. April 1963 erfolgte schließlich einstimmig der Startschuss. Am 15. August 1963 wurde zwischen dem Cuno-Niggl-Krankenhaus und der Bahnlinie Traunstein-Trostberg eine Großbaustelle eröffnet. Vorgesehen war die Schaffung von 420 Betten unter Einbeziehung des alten Krankenhauses. 
Anfang 1967 erfolgte dann der Zusammenschluß beider Häuser. Der 1967 begonnene Bau des neuen Funktionstraktes war 1970 soweit fertiggestellt, dass die OP-Räume, die Röntgenabteilung und die Säuglingsstation ihrer zukünftigen Verwendung zugeführt werden konnten. Die restlichen Umbauten erfolgten in den Jahren 1970/71. Das Prinz-Ludwig-Heim hatte damit seine Aufgabe erfüllt. Im Februar und März 1972 wurde das Gebäude abgerissen.

1984 
Aber schon 1984 rollten wieder die Bagger auf das Krankenhausgelände, denn am 8. Oktober begann der Abbruch des alten Cuno-Niggl-Krankenhauses. Es musste einem modernen Erweiterungsbau mit einem Betten- und einem Funktionstrakt weichen. Bereits am 29. März 1985 war Richtfest des 1. Bauabschnitts. Im Oktober 1988 konnte der Funktionsbereich in Betrieb genommen werden. Er enthält die Technikzentrale, das Zentrallager, die Bettenzentrale, den OP-Bereich, die Anästhesie, die Endoskopie, die Ambulanz mit der Liegendkrankenvorfahrt, die Röntgenabteilung, die urologische Ambulanz und den Hangar für den Rettungshubschrauber „Christoph 14“. Der neue Funktionstrakt hat auf dem Dach eine einzigartige Besonderheit, nämlich ein Hubschrauberhangar mit beheizbarem Dachlandeplatz und automatischer Ein- und Ausfahrt für den Hubschrauber.
Im Laufe des Jahres 1989 konnte der Bauabschnitt 2 fertiggestellt werden. In ihm befinden sich ein Bettenhaus sowie die Physikalische Therapie und ein Speisesaal für die Mitarbeiter, der inzwischen auch als Patienten- und Besuchercafeteria genutzt wird.
So entstand ein Krankenhaus der zweiten Versorgungsstufe mit insgesamt 490 Betten. Damit war auch die Errichtung einer Kinderstation (Pädiatrie) möglich geworden, die 1987 ihre Arbeit aufnahm. 

1991 
Von 1991 bis 1994 wurde in einem 3. Bauabschnitt ein neuer Funktionsbereich für die Intensivtherapie, die Nuklearmedizin, die Kardiologie und das EKG geschaffen. In ihm befinden sich auch eine den neuen Anforderungen gerechte Küche und ein neues, größeres Archiv. Im Zuge dieser Baumaßnahme wurde auch der Eingangs- und Aufnahmebereich neu gestaltet. Im Rahmen eines Kooperationsvertrages zwischen dem Kreiskrankenhaus und der Traunsteiner Radiologischen Gemeinschaftspraxis von Dr. Christoph Bartsch, Dr. Michael Viermetz und Dr. Jürgen zur Nieden wurde im Juni 1995 am Krankenhaus ein Magnetresonanzgerät (Kernspintomograph) aufgestellt.

Im Frühjahr 1997 stimmte der Krankenhausplanungsausschuss des Freistaates Bayern dem Antrag der Kreiskliniken Traunstein-Trostberg zu, eine Neurologischen Station einzurichten und die Planbettenzahl von 490 auf 506 zu erhöhen.  

2000 
Im Jahr 2000 wurde ein zweiter Linearbeschleuniger eingebaut. Mit den nun vorhandenen Therapiegeräten in der Strahlenabteilung, werden täglich rund 150 Patienten behandelt. Im selben Jahr wurde in der Kardiologie ein zweiter Herzkathetermessplatz eingerichtet. Der Umzug der Dialyseabteilung in die neuen und modernst ausgestatteten Räume, erweitert die Dialyseplätze 1999 auf 8 Behandlungsplätze. Mit der Einrichtung der Kindertagesklinik 1994 , der Operativen Tagesklinik 1998, der Schmerzambulanz und der Strahlen Tagesklinik im Jahr 2001, wurden die Möglichkeiten der ambulanten Patientenversorgung erweitert.

Mit der Fertigstellung des Bauabschnittes 4/Ostflügel im Jahr 2002, stehen 69 Betten in modernem, hellem und mit dem heute erwarteten Standard zur Verfügung. Dieser Bauabschnitt ist u.a. Anlass, in weiteren Bauabschnitten an die Sanierung der Bettenhäuser aus den 60iger Jahren heranzugehen. Ziel der Sanierung ist es, Stationsgrößen von rund 28-29 Betten mit einer heute von den Patientinnen und Patienten erwarteten Zimmerausstattung zu schaffen.
 
(weitere Text wird noch ergänzt!)

 
Der "Krankenhausneubau" nach seiner Fertigstellung im ersten Weltkrieg
Der "Krankenhausneubau" nach seiner Fertigstellung im ersten Weltkrieg
 
Das Städtische Krankenhaus Traunstein um 1930
Das Städtische Krankenhaus Traunstein um 1930
 
 
Wer war Cuno Niggl?
Cuno Niggl von Rott war Exbenediktiner, ehemaliger Pfarrer von Truchtlaching und der Stifter des Krankenhaus-Beneficiums der 1866 als Comorant starb.
Die Zinsen seines Stiftungsvermögen von 14 650 Gulden war zum Unterhalt des jeweiligen Krankenhaus-Beneficianten bestimmt. Dieser hatte täglich in der Krankenhaus-Kapelle eine stille Messe zu lesen und die Kranken seelsorgerisch zu betreuen.
Nach Cuno Niggl ist die Straße benannt, in der sich das Klinikum Traunstein befindet.
 
Ein Krankensaal um 1930
Ein Krankensaal um 1930
 
Operationssaal 1930
Operationssaal 1930
 
Das Städtische Krankenhaus nach seiner Neueröffnung 1967
Das Städtische Krankenhaus nach seiner Neueröffnung 1967
 
Der "Neubau" 1967
Der "Neubau" 1967
 
Das Klinikum Traunstein 2003
Das Klinikum Traunstein 2003
 
Das Klinikum in seiner heutigen Größe
Das Klinikum in seiner heutigen Größe

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