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Kreisklinik Bad Reichenhall

Chronik Kreisklinik Trostberg

Vom Leprosen- und Siechenhauses zur modernen Kreisklinik

In einer Beschreibung über Trostberg aus dem 17. Jahrhundert heißt es: „Dieser Orth ist über alle massen gesund, von best temperiter Luft, wozu das frische Alltswasser vil contributiert. Dessentwegen ihn die Herren Leib-Medici Maximiliano dem Ersten vor allen Orten zu Pestzeiten zu bewohnen vorgeschlagen haben“.
Bereits in einer Urkunde aus dem Jahr 1476 wird erstmals die Existenz eines Leprosen- und Siechenhauses erwähnt. Dort fand wohl keine medizinische oder pflegerische Versorgung im heutigen Sinn statt. Vielmehr war es eher eine Verwahr- und Isolationsanstalt für an Lepra erkrankte und andere damals unheilbar erkrankte oder auch sterbende Menschen ohne Angehörige.

Berichtet wird ebenfalls über Jahrhunderte hinweg von einem Bruderhaus. Im Jahr 1826 begann der Markt Trostberg eine Krankenstube für ortsfremde Handwerksburschen und Dienstboten einzurichten. Das erste Krankenhaus in Trostberg wurde am 17. Oktober 1865 in Schedling eröffnet. Damals wurde es als Distrikt- oder Bezirkskrankenhaus bezeichnet.

Man kann es aus heutiger Sicht als erstes Kreiskrankenhaus sehen. Die sanitären Einrichtungen waren mehr als mangelhaft. Bis zur allgemeinen Verbesserung der städtischen Wasserversorgung 1890 konnten die oberen Stockwerke nicht an die Wasserleitungen angeschlossen werden. Eigentlich war es schon ein Schildbürgerstreich, dass man die Latrinen vergessenhatte. Erst 1882 wurden sie angebaut, nachdem sich der königliche Regierungspräsident „sehr ungnädig über diesen Missstand geäußert hatte“. Schon zu Beginn hatte man Platzsorgen. 1870 baute der Distrikt das notwendige Ökonomiegebäude.
1913 schien ein Anbau unumgänglich, aber nach dem Krieg war vom Vermögen der Krankenhausstiftung nichts mehr übrig.

Erst 1926 konnte der Erweiterungsbau eingeweiht werden. 13 Jahre später verkaufte die Stadt Trostberg das Bruderhaus an die Krankenhausverwaltung. Dort wurde die Interne Abteilung untergebracht. Obwohl das Krankenhaus 1958 nochmals erweitert wurde, war es durch die steigende Zahl der Unfallverletzten und Kranken in baulicher, medizintechnischer und hygienischer Hinsicht unzureichend.  1961 beschäftigte sich der Kreisausschuss deshalb mit der Lösung dieses Problems. Im Mai 1963 beschloss der Traunsteiner Kreistag den Bau eines neuen Krankenhauses.

In der Zeit von 1964 bis 1967, also fast genau 100 Jahre nach dem Bau des ersten, wurde mit einem Gesamtaufwand von 22,5 Millionen Mark ein neues Kreiskrankenhaus auf der Siegerthöhe errichtet. Der Krankenhausbau ging im Oktober 1967 in Betrieb.

Im Dezember 1991 erfolgte der erste Spatenstich zum Bau eines neuen Funktionstraktes, der mit einem Aufwand von rund 15 Millionen Mark errichtet wurde.

Mit dem Abschluss dieses 1. Bauabschnitts der Gesamtsanierung des Trostberger Kreiskrankenhauses und die Inbetriebnahme dieses neuen Operations- und Intensivtraktes mit drei OP-Sälen, einer Intensivstation und einer Zentralsterilisation im März 1994 konnten die Behandlungsbedingungen deutlich verbessert werden. Im September 1997 wurde mit der Erweiterung des Bettenhauses durch zwei Kopfbauten auf der Ost- und der Westseite begonnen. Nach einer Bauzeit von rund 16 Monaten konnte der 2. Bauabschnitt der Sanierungs- und Erweiterungsmaßnahmen des Kreiskrankenhauses Trostberg, dessen Gesamtkosten ca. 14 Millionen Mark betrugen, zum Beginn des Jahres 1999 vollendet werden.
Die Baumaßnahme beinhaltete neben der Erweiterung bzw. der Modernisierung des bestehenden Bettenhauses die Sanierung der Heizzentrale mit der Installation eines Blockheizkraftwerks. Ebenso wurde die Situation im Eingangsbereich durch die neu geschaffene Patientenaufnahme und die Neugestaltung der Pforte wesentlich verbessert. Die vorhandene Aufzugsgruppe wurde um einen rollstuhlgerechten Personenaufzug für Patienten und Besucher ergänzt.

In den folgenden Jahren wurde mit den Bauabschnitten 3 und 4 die Gesamtsanierung der Kreisklinik Trostberg in den Bettenhäusern fortgeführt. Nach deren Abschluss sind nun alle Pflegebereiche auf dem neuesten stand. Die Einweihung erfolgte 2004 durch die Staatsministerin für Arbeit und Sozialordnung, Christa Stewens. Unser Geschäftsführer Stefan Nowack verglich die Bauarbeiten bei laufendem Betrieb mit einer „Operation am offenen Herzen“, denn während die Handwerker im Krankenhaus mit großem Aufwand, aber auch dem unvermeidlichen Lärm und Dreck arbeiteten, mussten gleichzeitig Patienten behandelt und gepflegt werden.
In einer „rekordverdächtigen“ Bauzeit wurde das neue Gebäude für die Geriatrische Rehabilitationsabteilung und das Facharztzentrum mit fünf Arztpraxen (Radiologie, Orthopädie, Neurologie, HNO und Urologie), einer Logopädiepraxis sowie der Cafeteria „Café Harmony“ mit Kiosk errichtet. Die Grundsteinlegung erfolgte im März 2004 und bereits Ende Dezember 2005 – nach nur neun Monaten Bauzeit – war die Geriatrie im ersten Obergeschoss fertig. Da der geriatrischen Rehabilitation wegen der demoskopischen Entwicklung eine wachsende Bedeutung zukommt, ist die Abteilung ein weiterer Eckpfeiler für die Standortsicherung der Kreisklinik Trostberg. Der Neubau hat ca. 6,5 Millionen Euro gekostet.

 
Trostbergs erstes "Distriktkrankenhaus" in Schedling
Trostbergs erstes "Distriktkrankenhaus" in Schedling
 
Das neue Trostberger Krankenhaus auf der Siegerthöhe im Jahr 1967
Das neue Trostberger Krankenhaus auf der Siegerthöhe im Jahr 1967
 
Blick von der Nordseite zur Notaufnahme (1967)
Blick von der Nordseite zur Notaufnahme (1967)
 
Die heutige Kreisklinik Trostberg
Die heutige Kreisklinik Trostberg

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