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Kreisklinik Berchtesgaden

Die Kapselendoskopie

Bisher konnte in der Gastroenterologie der Magen-Darmtrakt mit Ösophagogastroduodenoskopie sowie Koloskopie ausgezeichnet untersucht und auch bei Veränderungen therapiert werden, der größte Teil des Dünndarms war jedoch bisher ein ziemlich weißer Fleck auf der Landkarte. Hier standen bisher nur indirekte Untersuchungsmethoden (wie die Röntgenkontrastmitteldarstellung und CT) zur Verfügung.
2001 wurde in den USA die Kapselendoskopie (M2A der Firma Given) von der FDA zugelassen, ein neue und innovative Methode um den Dünndarm zu untersuchen. Mittlerweile ist diese Methode in Deutschland in mehreren Zentren verfügbar und im Klinikum Traunstein seit Anfang Oktober 2003 in der gastroenterologischen Abteilung möglich.
 
 
 Prinzip ist hierbei eine Miniaturkamera, welche in eine Kapsel (11 mm x 26 mm) integriert ist, die wie eine herkömmliche Tablette geschluckt werden kann und während ihrer Reise durch den Magen-Darmtrakt kontinuierlich Bilder aufnimmt (57.000 Bilder bei einer Rate von zwei Bildern pro Sekunde über acht Stunden) und an ein außen angebrachtes Empfangssystem am Körper sendet. 

 

Die Indikationen für die Kapselendoskopie sind in erster Linie okkulte Blutungen aus dem Magen- Darmtrakt, welche in der ÖGD/Koloskopie nicht erfasst werden konnten sowie Veränderungen des Dünndarms vor allem beim Morbus Crohn. Die Untersuchung ist kontraindiziert bei bekannten Engstellen/Darmverschlüssen und momentan noch bei Patienten mit elektromedizinischen Implantaten (Schrittmacher, ICD).

Eine besondere Vorbereitung des Patienten ist nicht notwendig, am Mittag vor dem Untersuchungstag ist nur noch leichte, flüssige Kost erlaubt, ab dem Abend muss der Patient dann nüchtern bleiben. Am Untersuchungstag wird die Kapselkamera dann wie eine Tablette vom Patienten geschluckt und sendet über acht Stunden (max. Batterielebensdauer) Bildmaterial ans Empfangsgerät. Die Kapsel geht anschließend per viam naturalem ab (Einmalartikel).
Am Abend des Untersuchungstages gibt der Patient die Ortungselektroden und den Empfangsdecoder beim untersuchenden Arzt wieder ab (der Patient muss also nicht stationär im Hause bleiben ) und dieser wertet daraufhin das Bildmaterial am Computer mittels spezieller Software aus.
Wermutstropfen ist momentan, dass die Kosten der Kapselendoskopie nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden, ein gesonderter Antrag sollte jedoch immer gestellt werden (Kosten einer Untersuchung aktuell ca. 1300 Euro).

Betont werden muss allerdings folgendes: Die Kapselendoskopie ersetzt nicht die Magen- und (Dick-) Darmspiegelung; diese beide Methoden sind bezüglich der Auflösung und der genauen Betrachtung deutlich besser, insbesondere kann auch mit der Kapselendoskopie keinerlei Intervention unternommen werden. zurück...

 
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