Allgemein- und Viszeralchirurgie
Bauchwand- / Hernienchirurgie
Bei Leistenhernien und Schenkelhernien werden anhand des Alters, der beruflichen Situation des Patienten und der Ausprägung des Befundes drei Verfahren angeboten. Operation nach Shouldice (konventionell, kein Netz), Operation nach Lichtenstein oder Rutkow (konventionell, mit Netz) oder die TAPP (=Transabdominelle peritoneale Plastik; minimal-invasiv, mit Netz). Die Verfahren werden in einem Gespräch mit dem Patienten besprochen und festgelegt.
Nabelhernien und Narbenhernien werden mit einer Netzplastik oder einer Doppelungsplastik nach Mayo versorgt, Anus-praeter-Hernien (Brüche im Bereich eines künstlichen Ausganges) gleichermaßen. Bei der Auswahl von Netzen wird auf gute Körperverträglichkeit, Geschmeidigkeit und Festigkeit geachtet. Die Netze sind in der Regel teilresorbierbar.
Vor der Versorgung von Leistenbrüchen bei Patienten ab 50 Jahren legen wir in Kooperation mit dem Hausarzt Wert auf die präoperative Durchführung von Vorsorgemaßnahmen (Rektal-digitale Untersuchung, Haemoccult, Koloskopie) zum Ausschluss eines raumfordernen Prozesses im Dickdarm, der auch das Auftreten von Hernien bedingen kann. Ein Bruch ist eine krankhafte Vorwölbung von Baucheingeweiden über eine Öffnung im Bereich der Leiste, im Bereich des Nabels oder im Bereich einer Operationsnarbe. Man spricht von einem Bruchsack, in dem sich manchmal ein Bruchsackinhalt befindet, (z. B. Darm) und von einer Bruchpforte. Wesentlich ist, ob der Bruchsackinhalt eingeklemmt ist. Dann muss unverzüglich eine Operation erfolgen.
Ein Leistenbruch kann angeboren sein, vor allem bei Frühgeborenen, oder im Laufe des Lebens unter äußeren Faktoren (Verstopfung, Lungenerkrankung, Bauchwassersucht) oder bei Bindegewebsschwäche entstehen. Typischerweise zeigt sich eine Schwellung im Bereich der Leistenregion, vor allem bei körperlicher Belastung, mit oder ohne Schmerzen. Durch Druck auf den Bruch kann dieser manchmal wieder zurückverlagert werden (Reposition). Gelingt die Rückverlagerung durch einen Arzt nicht, so spricht man von einer Einklemmung. Hier sollte unverzüglich eine chirurgische Vorstellung erfolgen. Das Risiko der Einklemmung besteht in der bleibenden Schädigung des Bruchsackinhaltes.
Generell sollte jeder Leistenbruch operiert werden. Eine nicht operative Versorgung, z. B. durch ein Bruchband, wird heute nicht mehr empfohlen. Die Operation kann in unterschiedlichen Betäubungsverfahren erfolgen: Inhalationsnarkose, Rückenmarksnarkose oder Lokalanästhesie. Nach Versorgung eines Leistenbruches wird eine unterschiedlich lange Phase körperlicher Schonung empfohlen, die bei einem minimal-invasiven Operationsverfahren ein bis zwei Wochen und nach einem konventionellen Operationsverfahren ca. drei bis vier Wochen beträgt.
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