http://www.kliniken-suedostbayern.de
Kreisklinik Berchtesgaden

Magenspiegelung (Gastroskopie)

 
 
Die Magenspiegelung umfasst die Darstellung von Speiseröhre, Magen und Zwölffingerdarm mit Hilfe eines Videogastroskops mit einem Durchmesser von 9 mm. Diese durch den Würgereiz, den das Gerät beim Einführen verursacht, unangenehme Untersuchung wird in einer Kurznarkose durchgeführt. Als Patient „verschlafen“ Sie die komplikationsarme Untersuchung, die ca. zehn Minuten dauert.
Indikationen zur Gastroskopie sind neben Schmerzen auch unklare Gewichtsabnahme, Schluckbeschwerden, Sodbrennen, Erbrechen , Blutarmut (Anämie) oder Teerstuhl.
Mit der Gastroskopie können u.a. Magen – und Zwölffingerdarmgeschwüre, Entzündungen der Speiseröhre und bösartige Tumoren in Magen und Speiseröhre erkannt werden.
Der Untersucher kann dabei gleichzeitig Proben zur feingeweblichen Untersuchung sowie zum Nachweis spezieller Bakterien (Helicobacter pylori) entnehmen.
Mit interventionell-endoskopischen Techniken können auf minimal-invasivem Wege zudem im Rahmen der Gastroskopie Tumoren im Frühstadium (sog. Frühkarzinome) der Speiseröhre und des Magens behandelt werden. Dabei kommen spezielle auf das Endoskop aufgesetzte Kappen mit Schlingentechnik zum Einsatz (endoskopische Mukosakappenresektion - EMR) oder der Tumor kann nach Unterspritzung mit verschiedenen Mikromessern herausgeschält werden (endoskopische Submukosadissektion - ESD)
zurück
 
 

Die Kapselendoskopie

Die Videokapsel wird wie eine herkömmliche Tablette geschluckt
 
 
Miniaturkapsel und die "Reise" durch den Dünndarm
Bisher konnte in der Gastroenterologie der Magen-Darmtrakt mit Ösophagogastroduodenoskopie sowie Koloskopie ausgezeichnet untersucht und auch bei Veränderungen therapiert werden, der größte Teil des Dünndarms war jedoch bisher ein ziemlich weißer Fleck auf der Landkarte. Hier standen bisher nur indirekte Untersuchungsmethoden (wie die Röntgenkontrastmitteldarstellung und CT) zur Verfügung.
2001 wurde in den USA die Kapselendoskopie (M2A der Firma Given) von der FDA zugelassen, ein neue und innovative Methode um den Dünndarm zu untersuchen. Mittlerweile ist diese Methode in Deutschland in mehreren Zentren verfügbar und im Klinikum Traunstein seit Anfang Oktober 2003 in der gastroenterologischen Abteilung möglich. 
 
Prinzip ist hierbei eine Miniaturkamera, welche in eine Kapsel (11 mm x 26 mm) integriert ist, die wie eine herkömmliche Tablette geschluckt werden kann und während ihrer Reise durch den Magen-Darmtrakt kontinuierlich Bilder aufnimmt (57.000 Bilder bei einer Rate von zwei Bildern pro Sekunde über acht Stunden) und an ein außen angebrachtes Empfangssystem am Körper sendet. 

Die Indikationen für die Kapselendoskopie sind in erster Linie okkulte Blutungen aus dem Magen- Darmtrakt, welche in der ÖGD/Koloskopie nicht erfasst werden konnten sowie Veränderungen des Dünndarms vor allem beim Morbus Crohn. Die Untersuchung ist kontraindiziert bei bekannten Engstellen/Darmverschlüssen.
 
Eine besondere Vorbereitung des Patienten ist eigentlich nicht notwendig, es hat sich aber eine Vorbereitung mit abführenden Maßnahmen wie zur Koloskopie bewährt (bessere Sichtverhältnisse). Am Untersuchungstag wird die Kapselkamera dann wie eine Tablette vom Patienten geschluckt und sendet über acht Stunden (max. Batterielebensdauer) Bildmaterial ans Empfangsgerät. Die Kapsel geht anschließend mit dem Stuhlgang ab (Einmalartikel).
Am Abend des Untersuchungstages gibt der Patient die Ortungselektroden und den Empfangsdekoder beim untersuchenden Arzt wieder ab (der Patient muss also nicht stationär im Hause bleiben) und dieser wertet daraufhin das Bildmaterial am Computer mittels spezieller Software aus.
Wermutstropfen ist momentan, dass die Kosten der Kapselendoskopie nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden, ein gesonderter Antrag sollte jedoch immer gestellt werden (Kosten einer Untersuchung aktuell ca. 1300 Euro).
Betont werden muss allerdings folgendes: Die Kapselendoskopie ersetzt nicht die Magen- und (Dick-) Darmspiegelung; diese beide Methoden sind bezüglich der Auflösung und der genauen Betrachtung deutlich besser, insbesondere kann auch mit der Kapselendoskopie keinerlei Intervention unternommen werden.
zurück

 
 

Darmspiegelung (Koloskopie)

 
 
Bei der Darmspiegelung handelt es sich um eine endoskopische Untersuchung des Dickdarms und eines kurzen Abschnitts des Dünndarms ( ca. 10 cm ) . Der Darm muss für die Untersuchung am Vortag gereinigt werden, um die Schleimhaut beurteilen zu können (Koloskopievorbereitung). Um eine gute Entfaltung des Darms zu erreichen wird über das Koloskop Luft insuffliert- diese Prozedur kann für den Patienten unangenehm sein. Um die Untersuchung so schmerzlos wie möglich zu gestalten , wird die Koloskopie in Kurznarkose durchgeführt, d.h. der Patient „verschläft“ sie. Nach ca. 15-20 Minuten ist die Untersuchung für gewöhnlich beendet
Eine Koloskopie sollte u.a. bei folgenden Beschwerden durchgeführt werden: Bauchschmerzen, unklare Gewichtsabnahme, sichtbares Blut im oder auf dem Stuhl, „verstecktes“ Blut im Stuhl (= positiver Hämoccult-Test), Stuhlunregelmäßigkeiten, Durchfall, bekannten Polypen sowie zur Krebsvorsorge! (Kosten werden ab dem 55. Lbensjahr von der Krankenkassen übernommen).
Durch die Darmspiegelung können u.a. erkannt werden: Polypen (= Krebsvorstufen), die in gleicher Sitzung entfernt werden (= Polypektomie), Entzündungen der Darmschleimhaut, Divertikel (Ausbuchtungen der Darmschleimhaut) und bösartige Tumoren .
Das Komplikationsrisiko dieser Untersuchung ist niedrig und steigt bei therapeutischen Eingriffen (z.B. Polypenentfernung) gering an.
 
Koloskopievorbereitung 

Am Vortag der Untersuchung Leichtes Frühstück, mittags nur klare Suppe
Um 12 Uhr 2 Tabletten Laxans einnehmen, anschließend viel Flüssigkeit (Tee oder Wasser)
Ab 15 Uhr 3 Liter Klean-Prep zügig trinken (jeweils 1 Beutel mit 1 Liter lauwarmem Wasser auflösen), Tee oder Wasser kann dazu getrunken werden.
Um 18 Uhr 2 Tabletten  Laxans einnehmen mit Flüssigkeit (Tee oder Wasser)
Am Untersuchungstag um 6 Uhr den 4. Liter Kleanprep trinken
Nüchtern zur Untersuchung kommen

Kurznarkose

In unserer Abteilung wird die Kurznarkose mit Propofol® durchgeführt. Obwohl dieses Medikament nur kurz wirksam ist, dürfen Sie danach 24 Stunden nicht selbst aktiv am Straßenverkehr teilnehmen, keine Maschinen bedienen und keine Verträge abschließen.

Krebsvorsorge

Die Darmspiegelung wird von der Krankenkasse ab dem 55 Lebensjahr bezahlt, der Test auf occultes Blut im Stuhl jährlich ab dem 50. Lebensjahr. Bei erhöhtem Risiko (Verwandte mit Darmkrebs, Krebserkrankungen vor dem 50. Lebensjahr in der Familie, Polypen bei Mitgliedern der Familie) sollte die Darmspiegelung früher erfolgen .

Das Klinikum Traunstein ist Ansprechpartner der Stiftung LebensBlicke in Südostbayern sowie Initiator und Mitglied des Darmzentrum Chiemgau
zurück

 
 

Untersuchung der Gallen- und Bauchspeicheldrüsenwege (ERCP)

 
 
ERCP ist die Abkürzung für endoskopische retrograde Cholangio- Pancreaticographie. Es handelt sich dabei um eine Röntgendarstellung der ableitenden Gallenwege sowie des Bauchspeicheldrüsengangs mittels eines endoskopisch in diese Gänge eingebrachten Kontrastmittels. Die ERCP wird durchgeführt bei Verdacht auf Gallengangsteine oder Tumoren im Gallengang, unklarer, durch Galleaufstau bedingter Gelbsucht und Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse.

Neben der Röntgendarstellung ist es mit dieser Methode auch möglich Steine aus dem Gallengang zu entfernen, Drainagen zur Galleableitung einzubringen und Gewebe aus Tumoren zu entnehmen.

Wie jede Maßnahme /Untersuchung hat auch die ERCP Risiken.
In seltenen Fällen (je nach Literatur und Schweregrad 1-10%) kann es zu einer durch die Untersuchung bzw. durch das Kontrastmittel bedingten vorübergehenden Entzündung der Bauchspeicheldrüse mit Oberbauchschmerzen, entsprechenden Laborwertveränderungen und gelegentlich Fieber kommen.
Das Blutungsrisiko nach dieser Untersuchung nach Papillotomie (Durchtrennung des Gallengangsschließmuskels) beträgt 2-3%, die in der Regel durch lokale Blutstillungsmaßnahmen zu behandeln sind. Selten kommt es zur Entzündung der Gallenwege, ggf. erfolgt eine Antibiotikatherapie.
Nur sehr selten kann eine Verletzung des Zwölffingerdarmes oder der Gallenwege durch Instrumentarium oder Drainagen auftreten, dann ist ggf. eine OP erforderlich

Zur Qualitätskontrolle finden in der gastroenterologischen Abteilung interne und externe Qualitätskontrollen statt. Die ERCP Komplikationen werden im Rahmen des deutschen Papillotomieregisters erfaßt (Externe deutschlandweite Erfassung der Komplikationen bei therapeutischen Gallenwegs- und Bauchspeicheldrüsengang-spiegelungen, Gesamtkomplikationsrate inkl. leichter Komplikationen bis 2006 deutschlandweit im Mittel 10,5 Prozent, Klinikum Traunstein 9 Prozent).
zurück

 
Wie jede Maßnahme /Untersuchung hat auch die ERCP Risiken.
In seltenen Fällen (je nach Literatur und Schweregrad 1-10%) kann es zu einer durch die Untersuchung bzw. durch das Kontrastmittel bedingten vorübergehenden Entzündung der Bauchspeicheldrüse mit Oberbauchschmerzen, entsprechenden Laborwertveränderungen und gelegentlich Fieber kommen.
Das Blutungsrisiko nach dieser Untersuchung nach Papillotomie (Durchtrennung des Gallengangsschließmuskels) beträgt 2-3%, die in der Regel durch lokale Blutstillungsmaßnahmen zu behandeln sind. Selten kommt es zur Entzündung der Gallenwege, ggf. erfolgt eine Antibiotikatherapie.
Nur sehr selten kann eine Verletzung des Zwölffingerdarmes oder der Gallenwege durch Instrumentarium oder Drainagen auftreten, dann ist ggf. eine OP erforderlich

Zur Qualitätskontrolle finden in der gastroenterologischen Abteilung interne und externe Qualitätskontrollen statt. Die ERCP Komplikationen werden im Rahmen des deutschen Papillotomieregisters erfaßt (Externe deutschlandweite Erfassung der Komplikationen bei therapeutischen Gallenwegs- und Bauchspeicheldrüsengang-spiegelungen, Gesamtkomplikationsrate inkl. leichter Komplikationen bis 2006 deutschlandweit im Mittel 10,5 Prozent, Klinikum Traunstein 9 Prozent).
zurück

 

PEG (Percutane Endoskopische Gastrostomie)

Eine PEG ist eine durch die Bauchdecke angelegte Ernährungssonde deren Ende im Magen liegt. Diese ist durch eine sog. innere und äußere Halteplatte gegen herausrutschen gesichert.
Wenn Patienten wegen einer Schluckstörung nicht mehr ausreichend Nahrung über den natürlichen Weg aufnehmen können, so kann zur Vermeidung von bedrohlichen Gewichtsverlusten eine PEG eingesetzt werden. Die PEG gewährleistet die grundlegende Energie- und Flüssigkeitszufuhr um eine Gewichtsabnahme zu verhindern, einem Wundliegen vorzubeugen und um das körpereigene Abwehrsystem aufrecht zu erhalten.  
Sofern es die Erkrankung ermöglicht, können die Patienten trotz der PEG weiterhin essen. Das Alltagleben ist durch eine PEG kaum beeinträchtigt da eine PEG unter der Kleidung nicht zu erkennen ist und den Patienten in seinen Tätigkeiten nicht behindert. Sofern die Erkrankung, die das Einsetzen einer PEG erforderlich machte, wieder ausgeheilt ist und die Patienten ihre Nahrung komplett über den natürlichen Weg aufnehmen können, so kann die PEG problemlos und einfach wieder entfernt
werden.

In den ersten Tagen

  • Anfangs können leichtere Schmerzen „normal“ sein – Schmerzmittel (z.B. Novamin®) helfen dagegen.
  • Bei Starken Schmerzen, Blutungen, harter Bauch Arzt verständigen!
  • Nach 24 Stunden (wenn nicht anders angeordnet) Halteplatte lockern
  • Verband
  • Anfangs täglicher Verbandswechsel, später nach Bedarf 2-3 mal wöchentlich (bei reizlosen Wundverhältnissen evtl. ganz auf den Verband verzichten)
  • Halteplatte lösen und saubermachen
  • Sonde drehend bewegen, 2 – 3 cm hin und herschieben, um ein Einwachsen der inneren Halteplatte zu verhindern - sehr wichtig!
  • Säubern der Sonde mit Wasser und Seife oder mit nicht reizenden Desinfektionsmitteln.
  • Eintrittsstelle und - Umgebung reinigen – anschließend die Halteplatte bis ca. 5 mm über das Hautniveau anziehen
  • Lockerer Verband mit Schlitzkompresse.
  • Bei leichten Entzündungen oder Hautirritationen evtl. Sanalindlösung© anwenden

In der Regel ist nach einer Woche Duschen oder Baden wieder erlaubt. Vor und nach jeder Nahrung mit mind. 50 ml Flüssigkeit spülen (Lauwarmes, abgekochtes Leitungswasser, warmer Tee, z. B. Kamillen- oder Fencheltee.). In keinem Fall Obstsäfte und Früchtetees, da die Fruchtsäure zum Ausflocken führt. Die Sonde ist täglich neu zu spülen, auch wenn sie sonst nicht benutzt wird.

Verabreichung von Medikamenten: 

  • Gibt es keine Alternative zu Tabletten, müssen sie einzeln gemörsert und in Wasser gelöst über die Sonde appliziert werden.
  • Für jedes Medikament ist zu prüfen, ob es für eine Verabreichung über Sonde geeignet ist (Apotheker oder Arzt befragen)
  • Medikamente dürfen nicht in direkten Kontakt mit der Nahrung kommen. Daher empfiehlt es sich, vor und nach jedem Zuspritzen von Medikamenten das System mit 30 ml Wasser oder Tee als Flüssigkeit zu spülen, da durch eventuelles Ausflocken der Nahrung durch Kontakt mit dem Medikament die Sonde verstopfen kann.

Vorbereitung für die Nahrungsaufnahme:

  • am Tag der PEG-Anlage nur Teegabe
  • am folgenden Tag langsamer Beginn eines Kostaufbaus nach ärztlicher Angabe
  • Nahrung temperiert verabreichen
  • während der Ernährung den Oberkörper etwas erhöht lagern.
  • auf ausreichende zusätzliche Flüssigkeitszufuhr achten!

Was tun bei ...?

  • Ablösung des Sonden-Ansatzes?
    - Sollte sich das Ansatzstück von der Sonde lösen, wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt/Pflegekraft/Außendienstmitarbeiter, der dann ein neues Ansatzstück anbringt. Auch der Sondenverschluss kann nachbestellt werden.
  • Sondenverstopfung?
    - Spülversuch mit sanfter Kraft und 5ml –Spritze
  • Entzündungen und Schmerzen?
  • Auftreten einer stärkeren Rötung oder Schwellung an der Sondenaustrittstelle?
  • Austritt von Flüssigkeit oder eitrigem Sekret?
  • Bauchschmerzen?
  • Fieber?
  • Herausrutschen der Sonde?
    Informieren Sie Ihren Arzt
zurück

 

© Kliniken Südostbayern AG  |  Impressum