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Kreisklinik Berchtesgaden

PEG (Percutane Endoskopische Gastrostomie)

Eine PEG ist eine durch die Bauchdecke angelegte Ernährungssonde deren Ende im Magen liegt. Diese ist durch eine sog. innere und äußere Halteplatte gegen herausrutschen gesichert.

Wenn Patienten wegen einer Schluckstörung nicht mehr ausreichend Nahrung über den natürlichen Weg aufnehmen können, so kann zur Vermeidung von bedrohlichen Gewichtsverlusten eine PEG eingesetzt werden. Die PEG gewährleistet die grundlegende Energie- und Flüssigkeitszufuhr um eine Gewichtsabnahme zu verhindern, einem Wundliegen vorzubeugen und um das körpereigene Abwehrsystem aufrecht zu erhalten.  
Sofern es die Erkrankung ermöglicht, können die Patienten trotz der PEG weiterhin essen. Das Alltagleben ist durch eine PEG kaum beeinträchtigt da eine PEG unter der Kleidung nicht zu erkennen ist und den Patienten in seinen Tätigkeiten nicht behindert. Sofern die Erkrankung, die das Einsetzen einer PEG erforderlich machte, wieder ausgeheilt ist und die Patienten ihre Nahrung komplett über den natürlichen Weg aufnehmen können, so kann die PEG problemlos und einfach wieder entfernt
werden.

 
 
 

Die ersten Tage

  • Anfangs können leichtere Schmerzen „normal“ sein – Schmerzmittel (z.B. Novamin©) helfen dagegen.
  • Starke Schmerzen, Blutungen, harter Bauch  Arzt verständigen!
  • nach 24 Stunden (wenn nicht anders angeordnet) Halteplatte lockern

Verband

  • Anfangs täglicher Verbandswechsel, später nach Bedarf 2-3 mal wöchentlich (bei reizlosen Wundverhältnissen evtl. ganz auf den Verband verzichten)
  • Halteplatte lösen und saubermachen
  • Sonde drehend bewegen, 2 – 3 cm hin und herschieben, um ein Einwachsen der inneren Halteplatte zu verhindern
  • säubern der Sonde mit Wasser und Seife oder mit nicht reizenden Desinfektionsmitteln.
  • Eintrittsstelle und - Umgebung reinigen – anschließend die Halteplatte bis ca. 5 mm über das Hautniveau anziehen
  • lockerer Verband mit Schlitzkompresse.
  • bei leichten Entzündungen oder Hautirritationen evtl. Sanalindlösung© anwenden

Körperpflege

In der Regel ist nach einer Woche Duschen oder Baden wieder erlaubt.
Spülen - Verstopfungsgefahr
Vor und nach jeder Nahrung mit mind. 50 ml Flüssigkeit spülen (Lauwarmes, abgekochtes Leitungswasser, warmer Tee, z. B. Kamillen- oder Fencheltee.). In keinem Fall Obstsäfte und Früchtetees, da die Fruchtsäure zum Ausflocken führt. Die Sonde ist täglich neu zu spülen, auch wenn sie sonst nicht benutzt wird.
Verabreichung von Medikamenten
Gibt es keine Alternative zu Tabletten, müssen sie einzeln gemörsert und in Wasser gelöst über die Sonde appliziert werden. Für jedes Medikament ist zu prüfen, ob es für eine Verabreichung über Sonde geeignet ist (Apotheker oder Arzt befragen)
Medikamente dürfen nicht in direkten Kontakt mit der Nahrung kommen. Daher empfiehlt es sich, vor und nach jedem Zuspritzen von Medikamenten das System mit 30 ml Wasser oder Tee als Flüssigkeit zu spülen, da durch eventuelles Ausflocken der Nahrung durch Kontakt mit dem Medikament die Sonde verstopfen kann.

Vorbereitung für die Nahrungsaufnahme

  • am Tag der PEG-Anlage nur Teegabe
  • am folgenden Tag langsamer Beginn eines Kostaufbaus nach ärztlicher Angabe
  • Nahrung temperiert verabreichen
  • während der Ernährung den Oberkörper etwas erhöht lagern.
  • auf ausreichende zusätzliche Flüssigkeitszufuhr achten!

Was tun bei ...?

  • Ablösung des Sonden-Ansatzes?
    - Sollte sich das Ansatzstück von der Sonde lösen, wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt/Pflegekraft/Außendienstmitarbeiter, der dann ein neues Ansatzstück anbringt. Auch der Sondenverschluss kann nachbestellt werden.
  • Sondenverstopfung?
    - Spülversuch mit sanfter Kraft und 5ml -Spritze
  • Entzündungen und Schmerzen?
  • Auftreten einer stärkeren Rötung oder Schwellung an der Sondenaustrittstelle?
  • Austritt von Flüssigkeit oder eitrigem Sekret?
  • Bauchschmerzen?
  • Fieber?
  • Herausrutschen der Sonde?

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Dr. Anton Kreuzmayr

Chefarzt

Dr. Anton Kreuzmayr 
Internist - Gastroenterologie
 
 

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