http://www.kliniken-suedostbayern.de
Kreisklinik Berchtesgaden

Gepulste Radiofrequenztherapie von Nervenwurzeln

Nervenwurzeln treten seitlich aus der Wirbelsäule aus und können durch chronische Bandscheibenvorfälle oder postoperativ durch Bildung von Narbengewebe sich in einem ständigen schmerzhaften Reizzustand befinden, was als Neuropathie bezeichnet wird. Durch die Einwirkung von gepulsten elektrischen Strömen von 500000 Hz können der permanente Reizzustand der Nervenwurzeln für eine gewisse Zeit beruhigt werden. Die gepulste Radiofrequenz wird unter CT-Kontrolle durchgeführt, da die Nadelelektrode in die unmittelbare Nähe die Nervenwurzel gestochen werden muss. zurück...
 

Intravenöse regionale Sympathikusblockade (IVRSB)

Die intravenöse regionale Sympathikusblockade (IVRSB) mit Clonidin wird bei chronisch regionalem Schmerzsyndrom (CRPS) der Extremitäten, (früher auch Morbus Sudeck oder sympathische Reflexdystrophie genannt) durchgeführt. Häufig werden die chronischen Schmerzen durch eine „Kurzschlussverbindung“ des sympathischen Nervensystems mit Schmerznerven unterhalten. Bei der IVRSB wird die Hand oder der Fuß mit einer Luftdruckmanschette abgebunden, d.h. vom Kreislauf getrennt und die Venen mit Clonidin infiltriert, das zu den Nerven der abgebundenen Extremität über 20 bis 30 Min. einwirkt. Sofern es durch eine diagnostische regionale Blockade der sympathischen Nerven mit Clonidin zu einer Schmerzlinderung kommt, liegt die krankhafte Kurzschlussverbindung zwischen sympathischen und schmerzleitenden Nervenfasern vor, die zeitweilig unterbrochen worden ist. Die Blockaden können durch Wiederholung therapeutisch genutzt werden, da während der mehrstündigen schmerzfreien Intervalle die Extremität beübt werden kann. Außerdem kommt es häufig zu einer Abschwellung und einem Treppeneffekt, d.h. die Wirkung der Blockaden hält zunehmend länger an, was schließlich zu einer vollständigen Genesung führen kann. zurück...
 

Ganglionäre Sympathikusblockaden und GLOA

Die ganglionäre Sympathikusblockade ist hilfreich, wenn durch Betäubung des sympathischen Nervenganglions mittels Lokalanästhetikum oder einem langwirksamen Opioids (GLOA= Ganglionäre Opioid Analgesie mit Buprenorphin/Temgesic®) die Schmerzen in einem umschriebenen Areal zeitweilig gelindert oder beseitigt werden können. Dies muss durch ein diagnostische Infiltration mittels Spritze unter Röntgenkontrolle (z. B. unter CT oder Bildwandler) des Ganglions zuerst festgestellt werden. Die Wirkung ist allerdings grundsätzlich zeitlich begrenzt: Bei der Infiltration des Ganglions mit einem Lokalanästhetikum auf wenige Stunden (Diagnostik), bei Infiltration von Buprenorphin (s.g. Ganglionäre Opioid Analgesie) kann die Wirkung zwischen 1 bis 3 Monate anhalten. Eine Wiederholung ist daher immer wieder notwendig, wenn nicht eine Spontanheilung eintritt.Am häufigsten wird eine Infiltration der Nervenganglien im Halsbereich durchgeführt, die für den oberen Teil der zugehörigen Gesichtshälfte (Ganglion cervicale superior) und den unteren Teil der Gesichtshälfte und den Arm (Ganglion stellatum) zuständig sind. Für die oberen Extremitäten werden auch das obere thorakale Ganglion und für die unteren Extremitäten die lumbalen Ganglien behandelt. Über das s.g. sympathische Nervensystem wird die vegetative Regulation der Gefäßweite und Schweißdrüsensekretion gesteuert. Ähnlich wie bei der IVRSB (s.o.) kann eine schmerzunterhaltende ganglionäre Kurzschlussverbindung zwischen Schmerznerven und den vegetativen Nervenfasern unterbrochen werden. In ausgewählten Fällen kann ein Ganglion der unteren Extremität auch durch Thermokoagulation gezielt zerstört werden, wodurch längerfristige Wirkungen erzielt werden, z.B. bei schmerzhaften Durchblutungsstörungen einer Extremität, die durch die erreichte permanente Gefäßerweiterung etwas gebessert werden kann. zurück...
 

Ketamin-Infusionen

Ketamin ist ein Anästhetikum, das üblicherweise zur Einleitung von Narkosen intravenös oder intramuskulär verabreicht wird, insbesondere in Notsituationen außerhalb des Krankenhauses oder bei kreislauflabilen Verhältnissen. Da die Pat. nach Narkoseeinleitung spontan weiteratmen und kreislaufstabil bleiben, ist eine Ausrüstung zur Beatmung des Pat. und Blutdrucküberwachung wie nach Gabe anderer Narkotika nicht zwingend notwendig. Hierdurch ist Ketamin ein sehr sicheres Anästhetikum, das in subanästhetischer Dosierung bei chronischen Schmerzpatienten (hauptsächlich therapieresistentem komplexem regionalem Schmerzsyndrom der Extremitäten, s.g. CRPS) angewendet wird. Der Patient bleibt also wach und fühlt sich unter der Dauerinfusion, die bis zu 10 Tage, 24 h täglich, durchgeführt wird, mehr oder weniger benommen, teils begleitet von Übelkeit. Die Schmerzlinderung setzt nicht schlagartig, sondern mit wechselnder Besserung über die Tage allmählich ein. Gravierende Nachteile dieser Therapie sind jedoch unerfreuliche Halluzinationen, die unter Ketamin auftreten können, jedoch durch Zusatzmedikation von niedrig dosiertem Haloperidol i.d.R. unterdrückt werden. Weiterhin ist die Dauer der Schmerzlinderung nicht absehbar. Es kommt grundsätzlich zu einem Rückfall, der bisher medikamentös nicht verhindert kann, wobei der Zeitpunkt des Rückfalls möglicherweise u.a. durch Stressbelastung induziert wird und nicht abschätzbar innerhalb von Tagen, Wochen oder Monaten auftreten kann. Eine Wiederholung der Ketamintherapie ist i.d.R. möglich. Es besteht jedoch während der Ketamininfusion grundsätzlich die Gefahr einer plötzlichen Leberenzymerhöhung, die zwar beim Absetzen der Infusion i.d.R. spontan rückläufig ist, eine Wiederholung der Ketamintherapie jedoch wegen sofortiger erneuter Enzymerhöhung verbieten auf Grund einer Art „Sensibilisierung der Leber“ auf Ketamin. zurück...
 

Radiale Stoßwellentherapie von Tenderpunkten

Bei der radialen Stoßwellentherapie werden muskuläre Tender- und Triggerpunkte bei muskulären (myofaszialen) Schmerzen behandelt. Tenderpunkte sind umschriebene Areale der Muskulatur, die auf Druck mit einem lokalen Schmerz reagieren. Triggerpunkte lösen neben dem lokalen Druckschmerz auch übertragene Schmerzen (s.g. referred pain) in entfernten Muskelpartien aus. Den Trigger- bzw. Tenderpunkten liegen umschriebene Muskelverhärtungen (Myogelosen) zugrunde, bei denen sich die Muskelfasern ähnlich einer lokalen Verkrampfung nach einer Kontraktion nicht mehr auseinanderdehnen lassen. Es kommt zu einer schmerzhaften Minderdurchblutung. Oft ist die umgebene Muskelpartie ebenfalls verspannt und druckempfindlich.Im Prinzip sind radiale Stoßwellen energiereiche Schallwellen, die physikalisch den Stoßwellen bei der Nierensteinzertrümmerung entsprechen (zu diesem Zweck allerdings energiereicher sind und durch Bündelung tiefer bis in das Nierenbecken reichen). Die Trigger- und Tenderpunkte werden mittels Stoßwellentherapie mehrmals wöchentlich behandelt. Durch die einwirkenden Stoßwellen werden die Muskelverhärtungen allmählich gelockert und aufgelöst.Weitere Anwendungsbereiche sind schmerzhafte Sehnenansätze und Sehnenverkalkungen wie z.B. ein Fersensporn oder Tennisellbogen etc. zurück...
 

Kryoanalgesie von peripheren sensiblen Nerven

Bei der Kryotherapie werden sensible Nerven mittels Kälte (– 50 ° C) durchtrennt, wodurch eine Dauerbetäubung des schmerzhaften Bereichs erreicht wird, der dem Nerven zugeordnet ist. Durch die Kältedurchtrennung ist ein gesundes Nachwachsen des Nerven möglich, da das Nervenleitgewebe, die Myelinscheide, intakt bleibt, so dass mit dem Wiederauftreten des Gefühls die Schmerzen nicht mehr unbedingt auftreten müssen. Die Kältedurchtrennung der Nerven wird in der Regel an den Zwischenrippennerven (Interkostalnerven), insbesondere bei Schmerzen nach Thoraxeingriffen (Lungen-Operationen), aber auch gelegentlich bei Zosterneuralgien durchgeführt. Eine weitere Indikation sind chronische Leistenschmerzen nach Leistenhernien-Operation. zurück...
 

CT-gesteuerte Facettendenervation mittels Radiofrequenz

Die Facettengelenke der Halswirbelsäule, seltener auch der lumbalen Wirbelsäule, können ein Grund für chronische Schmerzen in diesen Bereichen sein. Mit Hilfe einer Radiofrequenzkanüle lassen sich unter Röntgenkontrolle die Nerven zu den Facettengelenken mit Hitze (80 °C) durchtrennen. Vor einer Denervierung von Facettengelenken ist eine lokale Betäubung der Nerven zu den Facettengelenken notwendig, um nachzuweisen, dass bei Ausschaltung dieser Nerven eine Schmerzlinderung eintritt. zurück...
 

Elektrische Rückenmarksstimulation (spinal chord stimulator)

Bei chronischen Ischialgien, die durch Vernarbungen der Nervenwurzel insbesondere nach Bandscheibenoperationen bedingt sein können, ist eine elektrische Rückenmarksstimulation (spinal chord stimulation) manchmal die einzige Möglichkeit, die Schmerzen noch zu lindern. Bei diesem Verfahren wird eine 8-polige Elektrode in den s.g. Epiduralraum (Fettgewebsraum) des Wirbelkanals vorgeschoben und so über dem Rückenmark in der Höhe des Austritts der betroffenen Nervenwurzel platziert, dass bei elektrischer Stimulation des Rückenmarks ein Kribbelgefühl gespürt wird, das deckungsgleich mit dem Schmerzareal im Bein sein muss. Während einer Probestimulation über einige Tage kann der Patient testen, ob die Schmerzlinderung ausreichend ist, um die Implantation einer Batterie unter der Haut, was mit sehr hohen Kosten verbunden ist, zu rechtfertigen. Diese Therapie bedarf der vorherigen Zusage einer Kostenübernahme durch die Krankenkasse. zurück...
 

Betreuung von intravenösen, epiduralen und intrathekalen Morphinpumpen

Patienten, die mit einer Schmerzpumpe versorgt worden sind, müssen diese regelmäßig mit einem Opioid oder auch Baclofen nachfüllen lassen. Dies kann in der Schmerztagesklinik durchgeführt werden. Bei Tumorpatienten werden im Klinikum Traunstein auch Epiduralkatheter zur chronischen Schmerztherapie neu gelegt, wobei die Implantation der Pumpe unter die Haut nur selten in ausgewählten Einzelfällen indiziert erscheint. zurück...
 

Hyperbare Sauerstofftherapie

Die hyperbare Sauerstofftherapie (HBO2 - Therapie) hat sowohl bei dem komplexen regionalen Schmerzsyndrom (CRPS) der Extremitäten als auch seltener bei einem Teil der Patienten mit Fibromyalgie eine Indikation. Möglicherweise kommt es auch bei schmerzhaft verspannter Muskulatur (Myofasziales Schmerzsyndrom) zu einer Symptombesserung. Die HBO2 - Therapie wird in der Druckkammer im Klinikum Traustein durchgeführt, wobei der Patient unter einer Luftdruckerhöhung von 1,5 bar über eine Maske Sauerstoff einatmet. Ein einzelne Behandlung dauert zwischen 1 - 1 ½ Stunden und wird täglich wiederholt, wobei eine erste spürbare Schmerzlinderung etwa ab der 6 Behandlung eintritt. Es werden bis zu 25 HBO2 – Behandlungen durchgeführt. Die Wirkung der der HBO2 - Therapie beruht auf einer vermehrten Sauerstoffzufuhr im schmerzhaften Gewebe, was zu einer Zirkulationsverbesserung, aber auch zu einer Minderung der regional ausgeschütteten Entzündungsbotenstoffe führt, wodurch eine allmähliche Heilung einsetzen kann. Durch Einatmen von reinem Sauerstoff kann der Sauerstoffgehalt im Blut bei Menschen mit gesundem Herz-Lungen-Kreislauf kaum erhöht werden. Wird reiner Sauerstoff jedoch in einer Druckkammer eingeatmet löst sich zusätzlich Sauerstoff im Serum und kann so vermehrt zu den Geweben transportiert werden. zurück...
 
Kontakt
PD Dr. Tom-Philip Zucker

Chefarzt

PD Dr. Tom-Philipp Zucker
mehr...
 
 
Dr. Dieter Göhmann

Oberärztliche Leitung

LOA Dr. med. Dieter Göhmann
 
 

Sekretariat

T  0861 705-1381
F  0861 705-1389

© Kliniken Südostbayern AG  |  Impressum