Zur Entwicklung der Strahlentherapie
Mit der Entdeckung der Röntgenstrahlung und der Radioaktivität zum Ende des 19. Jahrhunderts waren nicht nur die Grundlagen für eine neue, bahnbrechende Diagnostik geschaffen. Gleichzeitig wurde die Behandlung von Karzinomen und gutartigen Erkrankungen mit Hilfe von ionisierender Strahlung möglich.
Die Strahlentherapie als Krebstherapie basiert auf der strahlenbiologischen Erkenntnis, dass sich schnell teilende Zellen, also auch Krebszellen, im Vergleich zu Normalgewebe als sehr strahlensensibel erweisen. Nach 100 Jahren Strahlentherapie ist man heute in der Lage, die Dosisverteilung sehr genau dem zu bestrahlenden Bereich anzupassen bei gleichzeitiger, optimaler Schonung des umgebenden gesunden Gewebes. Die Angst, verbrannt oder anderen extremen Nebenwirkungen ausgesetzt zu werden, ist heute unbegründet. Weniger bekannt, jedoch eindrucksvoll ist die schmerzlindernde Wirkung durch eine niedrig dosierte Strahlentherapie, z. B. bei Fersensporn, Tennis-Ellenbogen, Schulter-Arm-Syndrom, Altersveränderungen an Hals-, Brust-, und Lendenwirbelsäule, bei Arthrosen und rheumatischen Veränderungen der Knie-, Hüft-, Hand- und Fußgelenke, sowie bei Morbus Dupuytren und zur Obliteration von Lymphfisteln.
Ein weiteres Einsatzgebiet ist die Verhinderung überschießender Narbenbildungen (Keloide) nach Operationen, sowie überschießender Verkalkungen nach Hüftgelenksersatz. Kommt es bei Schilddrüsenüberfunktion (Morbus Basedow) zum Hervortreten der Augen, kann sich dies durch eine kleinräumige Bestrahlung zurückbilden.
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