Unser Gesundheitsthema

Atemnot

Wenn etwas mit der Lunge nicht stimmt

Auch wenn Atemnot im Alltag in vielen Situationen vollkommen natürlich sein kann, gilt das Gefühl als subjektives empfundenes Symptom für die unterschiedlichsten Krankheiten. Zum einen liegt es nahe, dass es sich um eine psychische Krankheit handeln kann, allerdings kann es sich auch um eine chronische Bronchitis handeln.

In diesem Interview erklärt Dr. Christian Gelter, Chefarzt in der Pneumologie der Kreisklinik Bad Reichenhall, verschiedene Lungenkrankheiten und wie sie zu behandeln sind.

Welche Gründe gibt es für Atemnot?

Dr. Geltner: Es gibt verschiedene Ursachen wie Herzprobleme oder psychische Erkrankungen, im Normalfall ist der Grund für chronische Atemnot aber eine Lungenerkrankung. Aber auch im Spitzensport kann es zu einer Beschränkung der Lunge kommen.

Mit welchen Krankheiten beschäftigen sie sich in der Pneumologie?

Dr. Geltner: Die Pneumologie beschäftigt sich mit Lungenerkrankungen wie chronischer Bronchitis, Lungenentzündungen, Lungenkrebsen und anderen seltene Krankheiten, welche zu Atemnot führen können. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit v.a. mit der Chirurgie ist besonderer Bedeutung.

Ab wann spricht man von chronischem Husten?

Dr. Geltner: Husten ist ein wichtiges Symptom vieler Lungenerkrankungen, wie Infekten oder Allergien. Normaler Husten hat die Funktion, die Bronchien von Schadstoffen oder Staubkörnchen zu reinigen. Von chronischem Husten spricht man, wenn man über Wochen hinweg starken, trockenen Husten hat, dessen Grund unbekannt ist. Dann sollte man einen Arzt aufsuchen, vor allem wenn man Raucher ist.

Was sind die Hauptgründe für chronischen Husten?

Dr. Geltner:  Gründe sind vor allem Infektionen, Lungenentzündungen oder Bronchitis. Husten ist im Prinzip immer ein Zeichen einer Entzündung, welche nicht in die Lunge oder in die Bronchien gehört.

Auslöser dafür können Infektionen wie normaler „Schnupfen und Husten“ oder eine Lungenentzündung sein, doch auch eine chronische Verunreinigung (z.B. durch Rauchen) kann zu chronischem Husten führen. Dieser Husten sorgt dann für eine Entzündung, die nicht mehr verschwindet.

Was versteht man unter einer Bronchitis?

Dr. Geltner: Das ist eine Entzündung, welche infektiös bedingt ist, aber auch durch das Rauchen ausgelöst werden kann. Sie ist durch die Länge der Erkrankung sehr gefährlich und kann auch zu Spätschäden führen.

Im Gegensatz zur Lungenentzündung, welche schon sehr tief im Körper ist, ist die Bronchitis eine Entzündung der Atemwege, welche weiter oben im Körper liegt.

Es gibt verschiedene Arten der Bronchitis - die chronische und die akute. Akut bedeutet hier, dass die Bronchitis seit einigen Stunden oder Tagen besteht und dauert ca. 14 Tage, meist durch Virusinfekte ausgelöst.

Die chronische Bronchitis dauert über 3 Monate. Sie hat immer einen Grund, wie chronisches Asthma bei Allergikern oder auch Krankheiten, welche mit Rheuma oder dem Herzen verbunden sind. Solche Krankheiten sorgen oft für Atemnot oder hartnäckigem Husten. Behandelt wird sie über Inhalation oder Sprays. Zusätzlich wird die Entzündung gehemmt und im fortgeschrittenen Stadium durch Krankengymnastik und Sauerstofftherapie unterstützt.  

Wie viele Leute leiden an einer COPD (Chronisch obstruktive Lungenerkrankung)?

Dr. Geltner: Die Zahlen in Deutschland schwanken zwischen sechs bis zehn Millionen, jeder dritte Raucher ist davon betroffen. Allerdings erkranken auch Leute mit Berufen in der Schweißerei, Landwirtschaft oder Bergarbeit daran. Dennoch sinkt die Anzahl dieser Betroffen aufgrund besserer Arbeitsbedingungen. Hingegen steigt die Anzahl der Betroffenen bei Rauchern sowie Betroffenen, welche seit dem Kindesalter an Allergien leiden. Sie haben einen erhöhten Risikofaktor.

COPD bleibt in drei Viertel der Fälle unentdeckt, weil man sich an die über die Jahre sinkende Leistung der Lunge gewöhnt.  

Ist COPD heilbar?

Dr. Geltner: Nein – es ist nur behandelbar, je früher, desto besser. Zum Beispiel durch gesunde Ernährung und Gewichtskontrolle oder auch medikamentös. Bei Schädigungen, welche mehr als die Hälfte der Lunge betreffen, geht es darum die Funktion der Lunge zu erhalten.

Was ist eine Lungenentzündung?

Dr. Geltner: Es ist eine sehr schwere Infektion, für die das Risiko, daran zu erkranken, mit dem Alter steigt. In der Regel ist diese durch Bakterien verursacht und muss mit Antibiotika behandelt werden, da sonst Lebensgefahr besteht.

Bei Behandlung dauert es es bis zu 3 Wochen, bis diese geheilt ist. Sie entsteht, wenn sich Bakterien durch ein geschwächtes Immunsystem in der Lunge absetzen und es dann zu einer Infektion kommt. Wenn man bereits an einer chronischen Erkrankung leitet, ist es sinnvoll, wenn man sich gegen einige Arten der Lungenentzündung und gegen Grippe impfen lässt.

Durch vitaminreiche Kost, genügend Bewegung und den Verzicht auf Rauchen und Alkohol kann man das Risiko, an Lungenentzündung zu erkranken, erheblich senken. Durch die Entdeckung des Penizillin ist die Pneumonie heute – im Gegensatz zu früher, bei weitem nicht mehr so lebendbedrohlich. Durch Krankheiten wie Rheuma oder auch die Chemotherapie bei Krebspatienten, welche das Immunsystem zusätzlich schwächen, wird die Lungenentzündung umso gefährlicher.

Durch das steigende Durchschnittsalter der Leute steigt auch die Anzahl an Betroffenen.

Wie entsteht Asthma?

Dr. Geltner: Einerseits gibt es verschiedene Auslöser, andererseits gibt es auch eine gemeinsame Krankheitsbeschreibung. Die Schleimhaut schwillt an, es lagert sich Flüssigkeit ein und dadurch werden die Atemwege verkleinert. Zusätzlich können die Muskeln die Atemwege verschließen.

Beim Asthma bekommt man somit weniger Luft. Oftmals wird das durch eine Entzündung ausgelöst. Bei einer Hausstauballergie zum Beispiel gelangen die Milben in die Lunge, welche zu dieser Entzündung führen.

Wie wird Asthma diagnostiziert und behandelt?

Dr. Geltner: Diagnostiziert wird es durch die Beschwerden, die der Patient aufweist und die Lungenfunktion wird überprüft. Behandelt wird es mit dem Asthmaspray, welches feines Pulver und geringe Mengen an Cortison enthält. Bei einem Asthmaanfall ist es notwendig, den Betroffenen zu beruhigen und auch den Notarzt zu rufen

Was kann man machen, um die Beschwerden bei einer Asthmaerkrankung zu reduzieren?

Dr. Geltner: Man kann sich mit Medikamenten, welche inhaliert werden behandeln lassen. Bei berufsbedingtem Asthma, wie bei Friseuren oder Bäckern, welche kontinuierlich Schadstoffe einatmen, ist es notwendig, die Auslöser vollständig einzuschränken.

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