Informationen zur Corona-Impfung

Das Coronavirus hat uns alle fest im Griff und unser soziales Leben fast weltweit nachhaltig verändert. Gerade jetzt (Stand: Dezember) haben viele Länder wieder mit steigenden, ja sogar hohen Erkrankungszahlen und den entsprechenden Problemen für Wirtschaft, Gesundheitssystem und Gesellschaft zu kämpfen.

Ein dauerhafter Ausweg aus dieser Pandemie ist wohl nur über einen entsprechenden Impfstoff zu erreichen, denn niemand kann sich in diesen Zeiten auf Dauer den vielfältigen Regelungen und Einschränkungen entziehen.

In diesen Tagen sollen nun die Impfungen nun auch in Deutschland beginnen.
Was für Impfstoffe gibt es? Wie können Sie sich impfen zu lassen? Wer wird zuerst geimpft?
Darüber soll diese Seite Informieren. Wir haben uns entschieden, ausschließlich Inhalte von seriösen, wissenschaftlich fundierten und gesellschaftlich anerkannten Quellen zu sammeln und Ihnen auf dieser Seite zugänglich zu machen.

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27.05.2021 - Kliniken Südostbayern AG

Neue Behandlungsmöglichkeit gegen COVID-19 an den Kliniken Südostbayern

Am Klinikum Trostberg gibt es eine neue Möglichkeit, eine Corona-Infektion zu behandeln: Durch eine Monoklonale Antikörper-Therapie können schwere Corona-Verläufe verhindert werden. Positiv Getestete können sich nach der Feststellung einer Covid-19 Infektion direkt mit ihrem Hausarzt in Verbindung setzen. Dieser klärt anhand eines Fragenkatalogs ab, ob das künstlich hergestellte Immunserum für die Behandlung des Patienten in Frage kommt. Denn die Behandlung ist derzeit nicht für jedermann geeignet sondern vorwiegend für Patienten, bei denen Vorerkrankungen vorliegen, die einen schweren Covid-19-Verlauf begünstigen. Dies sind etwa eine schwere Herz- oder Lungenerkrankung oder eine Immunsupression. Die Kosten für die Behandlung werden von den Krankenkassen übernommen. Aufgrund der noch nicht vollständig abgeschlossenen Zulassung wird das Medikament zentral über das Gesundheitsministerium beschafft und nur mit Zustimmung des Patienten vergeben. Die Behandlung ersetzt zwar nicht die Impfung gegen das Coronavirus. Sie stellt allerdings einen weiteren wichtigen Schritt zur Bewältigung der Pandemie dar. „Eine derartige Behandlung können nur wenige Kliniken zurzeit bieten. Es ist ein unglaublich wichtiger Fortschritt für die medizinische Versorgung. Es freut mich sehr, dass wir so engagierte Mitarbeiter in den Kliniken Südostbayern haben, die seit über einem Jahr für unsere Gesundheit beeindruckendes leisten“, so Landrat Siegfried Walch, stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der Kliniken Südostbayern. Prof. Dr. Thomas Glück hierzu: „Dies ist ein wirklich gutes Angebot für neu COVID-19 infizierte Menschen mit Risikofaktoren für einen schweren Verlauf. Es verbessert unsere Behandlungsmöglichkeiten vor allem in der Frühphase der Erkrankung deutlich. Einem schweren Verlauf vorzubeugen ist doch besser als einen schweren Verlauf zu behandeln.“

Informationen zur Corona-Impfung

Fragen zur Corona-Impfung an Prof. Thomas Glück, Infektiologe der Kliniken Südostbayern, Dr. Joachim Leske, Leiter Impfzentrum Berchtesgadener Land und Doroteé Springer, Kinderkrankenpflegerin für Intensivpflege. Ein Film der Landratsämter Traunstein und Berchtesgadener Land sowie der Kliniken Südostbayern AG

Impfen auch in der Schwangerschaft

Prof. Dr. Christian Schindlbeck, Chefarzt der Frauenklinik Traunstein und Bad Reichenhall, empfiehlt auch eine Covid-Impfung während und vor der Schwangerschaft.

Wie funktioniert der neue Impfstoff

Erklärung von Prof. Thomas Glück

verwendete Grafiken Abb. 1: Infektion einer menschlichen Zelle mit dem Coronavirus und Immunantwort Abb. 2: Wirkprinzip der RNA- und DNA-Vakzine [beide nach: Callaway E. The race for coronavirus vaccines: a graphical guide. Nature 2020; 580:576-577] In: Stefan Oetzel, Lichtblick mRNA-Impfstoffe? Mit Erbinformationen gegen Corona Deutsche Apotheker Zeitung, Nr. 22 (28.05.2020), S. 30 © der Abbildungen: DAZ / Hammelehle

FAQ rund ums Impfen gegen COVID-19

Prof. Glück, beantwortet häufig gestellte Fragen:

Ich habe COVID durchgemacht und möchte mich impfen lassen. Eine oder zwei Impfdosen?

Die STIKO empfiehlt eine Impfung auf der Basis mehrerer Untersuchungen, die zeigen, dass eine zweite Booster-Impfung bei Menschen, die COVID-19 durchgemacht haben, keinen Zugewinn an Immunität bringt. Auch wir haben dies in unserer Mitarbeiterstudie bestätigen können. Daher reicht eine Booster-Impfdosis aus, um optimalen Impfschutz zu erreichen und in den Genuss der angekündigten Kontakt-Erleichterungen zu kommen. Diese eine Booster-Impfdosis soll frühestens 6 Monate nach der Infektion erfolgen, der Zeitabstand zur Infektion darf aber auch länger sein. Auch dann ist keine zweite Impfdosis erforderlich. Die Erfahrung hat gezeigt, dass die zweite Impfdosis bei Personen, die COVID-19 durchgemacht haben, wohl wegen der bereits nach der ersten Booster-Impfung stark aktivierten Immunität eher schlecht vertragen wird.
In BAYIMCO kann seit Anfang Mai die Konstellation "genesen + 1 Impfdosis= vollständig immun" nun endlich auch registriert werden. Für diejenigen, die bereits zuvor geimpft wurden, ist es ratsam, vorerst für ggf. Kontrollen z.B. das Quarantäne-Schreiben des Gesundheitsamtes und die Bescheinigung über die eine erfolgte Impfung mitzuführen.

 

Ich möchte schwanger werden oder bin schwanger oder stille, kann/soll ich mich trotzdem impfen lassen?

Die Behauptungen, dass eine Impfung einen ungünstigen Einfluss auf die Möglichkeit hat, dass Frauen schwanger werden können, ist rein aus der Luft gegriffen und entbehrt jeglicher Datengrundlage. Im Gegenteil, es ist eher so, dass COVID-19 in der Schwangerschaft schwerer verläuft und z.T. ungünstige Verläufe auch bei jungen Frauen auftreten, was sonst ja eher ungewöhnlich wäre (aktueller Fall mit ECMO-Pflicht in Traunstein !). Daher ist es sehr empfehlenswert, dass auch Schwangere/Stillende sich gegen COVID-19 impfen lassen. Die STIKO hat dazu noch keine Empfehlung abgegeben, die Impfkommissionen in anderen Ländern (Frankreich, USA) haben dagegen eine klare Empfehlung für die Impfung von Schwangeren ausgegeben. Es gibt jüngst hochrangig publizierte Beobachtungsstudien, die zumindest für das zweite und dritte Trimenon und erst recht für Stillende keinerlei Risiko bei der Impfung erkennen lassen.

 

Ich habe die erste Impfung mit Astra Zeneca erhalten, bin unter 60, kann ich mich nun mit Biontech impfen lassen?

Auch zu dieser Konstellation hat sich die STIKO positioniert und sieht keinerlei Bedenken gegen eine Immunisierung in dieser Konstellation. Für die in Aussicht gestellten Erleichterungen ist es lediglich relevant, dass zwei Impfungen mit in der EU zugelassenen Impfstoffen erfolgten, die Kombination ist für das Erreichen eines vollen Impfschutzes sowohl bzgl. der Immunität als auch bezgl. der formalen Gegebenheiten (Impfausweis) unerheblich (dagegen würde eine 2. Impfung mit z. B. „Sputnik“ oder einem chinesischen Impfstoff nicht gelten). Letztlich würde aber in der o.g. Konstellation auch nichts wirklich gegen eine 2. Impfdosis mit Astra-Zeneca sprechen, da die Impfnebenwirkungen bei Astra-Zeneca vorwiegend bei der ersten Impfdosis aufgetreten sind.

 

Ich nehme ein Medikament zur Blutgerinnungshemmung (ASS, Clopidogrel, NOAK (Eliquis, Xarelto, Pradaxa, Lixiana) oder Marcumar) ein - kann ich mich trotzdem impfen lassen oder muss ich das pausieren?

Es ist lediglich erforderlich, die Impfstelle über 10-15 Minuten gut zu komprimieren (ohne zu reiben), dann kann auch ohne Absetzen der Antikoagulation geimpft werden.

 

Ist es erforderlich, den Antikörper-Titer vor oder nach der Impfung zu bestimmen, damit ich sicher sein kann, ausreichende Immunität zu haben?

Die Empfehlungen zur Impfung sehen ausdrücklich keine Antikörper-Bestimmungen vor, weder für Menschen, die COVID-19 durchgemacht haben, noch für solche, die bisher nicht infiziert waren und 2x geimpft  werden müssen. Nach unserer Erfahrung und den Berichten in der Literatur erreichen alle, die COVID-19 durchgemacht haben und eine Booster-Impfung erhalten haben, durchwegs maximale Antikörperspiegel. Spiegel in ähnlicher Höhe werden auch von Personen erreicht, die zuvor kein COVID-19 durchgemacht, aber die vollständige Impfserie aus 2 Impfdosen erhalten haben. Die Bestimmung von Antikörperspiegeln zur Kontrolle des Impferfolges ist lediglich für Personen mit Immundefekt (unbehandelte HIV-Infektion, Einnahme von Cortison, Behandlung mit Antirheumatika, Z. n. Immuntherapie mit z.B. Rituximab oder Impfung während einer Chemotherapie-Serie, etc.) erforderlich.

 

Ich konnte aufgrund einer anderen Erkrankung den empfohlenen Impfabstand nicht einhalten, muss die Impfserie von vorne begonnen werden?

Nein, bei den Impfungen zählt allgemein jede Dosis, der Abstand der Impfungen ist – in vernünftigem Zeitrahmen (keine jahrelange Pause!) – unerheblich.

 

Ich habe bereits einmal eine Thrombose oder Lungenembolie erlitten, muss ich bei den Impfungen etwas Besonderes beachten?

Die Thrombosen, die bei Astra-Zeneca aufgetreten sind, erfolgen über einen besonderen Mechanismus, der wohl sehr selten und noch nicht vollständig geklärt ist, aber nichts mit einer sonstigen Bereitschaft zu Thrombosen zu tun hat. Insofern können Menschen mit einer Thrombose in der Vorgeschichte ohne spezielle Vorkehrungen geimpft werden.

 

Ich habe eine ganze Reihe von Impfungen aufzufrischen, welche Abstände sind jeweils zur Impfung gegen COVID-19 einzuhalten und bestehen Bedenken gegen mehrere Impfungen innerhalb von wenigen Wochen?

Um die Impfung gegen COVID-19 soll ein Zeitabstand von +/- 14 Tagen eingehalten werden. Es bestehen keine Bedenken gegen andere Impfungen innerhalb weniger Wochen. Mit vermehrten Nebenwirkungen ist dabei nicht zu rechnen.

 

Ich habe bisher COVID-19 nicht durchgemacht, bin nicht geimpft und hatte eine Risiko-Exposition gegenüber einer Person, die an COVID-19 akut erkrankt ist. Kann ich mich noch „schnell“ impfen lassen?

Da COVID-19 eine sehr kurze Inkubationszeit von ca. 5 Tagen hat, käme die Entwicklung einer Immunität durch die Impfung, welche frühestens nach 7-14 Tagen eintritt, deutlich zu spät. Daher wird von einem solchen Vorgehen abgeraten. Sollte die betreffende, exponierte Person ein Risiko für schweren Verlauf (höheres Alter, Immundefekt, Chemotherapie, Lungen- und Herzerkrankung, Adipositas, etc.) aufweisen, käme ggf. – vorbehaltlich einer Prüfung der Indikation  und sollte sich tatsächlich eine Infektion entwickeln – eine früh-therapeutische Gabe von monoklonalen Antikörpern gegen das SARS-CoV-2 Virus in Frage. Diese Gabe müsste aber optimalerweise in den ersten 3-5 Tagen der Infektion erfolgen.

 

Ich habe viele Allergien, kann ich mich trotzdem gegen COVID-19 impfen lassen?

Auch für Personen mit vielen Allergien wird eindeutig zur Impfung gegen COVID19 geraten. Es gibt keine Hinweise, dass bei diesem Personenkreis häufiger schwere allergische Reaktionen auf die Impfung auftreten, abgesehen von dokumentierter Allergie gegen Polyethylenglykol, einem Bestandteil zumindest der mRNA-Impfstoffe.

 

Wenn ich mich gegen COVID-19 impfen lasse, fällt dann ein Schnelltest oder ein PCR-Test positiv aus?

Nein, weder der Schnelltest noch eine COVID-19-PCR können durch die Impfung positiv werden, egal mit welchem Impfstoff geimpft wird.

 

Bin ich mit einer Impfung 100% gegen eine COVID19-Infektion geschützt?

Man geht nach einer Impfung von einem bis zu 100%igen Schutz gegen schwere COVID-19 Erkrankungen (Krankenhausaufenthalt, Beatmungspflichtigkeit, Tod) aus, allerdings liegt die Schutzwirkung vor jeglicher Form einer Infektion (in der Regel dann leichte oder asymptomatische Verläufe) lediglich bei +/- 90%. Daher sind weiterhin Maßnahmen zur Kontaktreduzierung, Hygiene, v. a. Händehygiene und das Tragen einer Maske auch für die Geimpften insbesondere im vulnerablen Bereich eines Krankenhauses erforderlich.

 

Schützt die COVID19-Impfung auch vor Infektionen durch Virusvarianten?

Nach derzeitigem Kenntnisstand schützt die Impfung mit den mRNA-Impfstoffen und auch die Impfung mit Astra-Zeneca zuverlässig vor Infektionen mit dem Wildtyp und vor der Infektion mit der aktuell bei uns am meisten verbreiteten britischen Variante. Bei Varianten, die eine Mutation an der Position 484 aufweisen (hierzu zählen neben der südafrikanischen auch mehrere amerikanische Varianten), scheinen die Impfstoffe nur eingeschränkten Schutz zu verleihen, wobei dieser wahrscheinlich für die mRNA-Impfstoffe (Biontech, Moderna) etwas besser ausgeprägt ist, wobei klare Daten hierzu noch fehlen.

 

Muss ich nach einer COVID-19-Impfung Langzeitnebenwirkungen befürchten?

Nebenwirkungen nach einer Impfung treten in aller Regel innerhalb von wenigen Tagen auf, da sie durch die Immunreaktion bedingt sind. Da alle Impfstoffe gegen COVID-19 sich nicht an die Erbinformation anlagern und nicht langfristig im Körper bleiben, sondern innerhalb von wenigen Tagen vollständig abgebaut werden, sind langfristige Nebenwirkungen nicht zu befürchten. Mittlerweile sind weltweit deutlich über 1 Milliarde Menschen mit den verschiedensten Impfstoffen geimpft, in Deutschland ca. 30 Mio. und etliche, bei denen die Impfung bereits Wochen bis Monate zurückliegt. Wenn hier irgendwelche ungünstigen Konsequenzen aufgetreten wären, hätte man dies sicher beobachtet. Jedenfalls ist das Risiko – auch als ansonsten gesunde Person – an COVID-19 schwer zu erkranken und zu versterben wesentlich höher als eine Impfnebenwirkung zu entwickeln.

 

Abschließend ist zum Thema Impfen und Nebenwirkungen zu sagen, dass COVID-19 keine „gutartige“ Infektion darstellt. Viele Infizierte haben über lange Zeit irgendwelche Einschränkungen oder Nachwirkungen der Infektion. Diese sind jedenfalls deutlich unangenehmer als das, was man an „Nebenwirkungen“ nach einer Impfung beobachtet, und diese Beschwerden verschwinden durchgängig nach 1-3 Tagen. Wir können die Impfung gegen COVID-19 auch vom Aspekt der Impfsicherheit nur maximal empfehlen.

Impfzentrum Landkreis Traunstein

Das Impfzentrum liegt an der B 304 zwischen Altenmarkt und Trostberg links vor dem Kreisverkehr
Hotline: +49 8621 50 800

Zweigstelle:
Jahnstr. 38
83278  Traunstein

Impfzentrum Landkreis Berchtesgadener Land

Das Impfzentrum befindet sich in Mitterfelden, Industriestraße 9