Informationen zur Corona-Impfung

Das Coronavirus hat uns alle fest im Griff und unser soziales Leben fast weltweit nachhaltig verändert. Gerade jetzt (Stand: Dezember) haben viele Länder wieder mit steigenden, ja sogar hohen Erkrankungszahlen und den entsprechenden Problemen für Wirtschaft, Gesundheitssystem und Gesellschaft zu kämpfen.

Ein dauerhafter Ausweg aus dieser Pandemie ist wohl nur über einen entsprechenden Impfstoff zu erreichen, denn niemand kann sich in diesen Zeiten auf Dauer den vielfältigen Regelungen und Einschränkungen entziehen.

In diesen Tagen sollen nun die Impfungen nun auch in Deutschland beginnen.
Was für Impfstoffe gibt es? Wie können Sie sich impfen zu lassen? Wer wird zuerst geimpft?
Darüber soll diese Seite Informieren. Wir haben uns entschieden, ausschließlich Inhalte von seriösen, wissenschaftlich fundierten und gesellschaftlich anerkannten Quellen zu sammeln und Ihnen auf dieser Seite zugänglich zu machen.

Wir können Sie zur Zeit noch nicht mit telefonischen Auskünften versorgen. Sobald eine Telefonhotline eingerichtet ist, finden Sie diese auf unsere Website.

Video mit Prof. Glück

Wie funktioniert der neue Impfstoff

verwendete Grafiken Abb. 1: Infektion einer menschlichen Zelle mit dem Coronavirus und Immunantwort Abb. 2: Wirkprinzip der RNA- und DNA-Vakzine [beide nach: Callaway E. The race for coronavirus vaccines: a graphical guide. Nature 2020; 580:576-577] In: Stefan Oetzel, Lichtblick mRNA-Impfstoffe? Mit Erbinformationen gegen Corona Deutsche Apotheker Zeitung, Nr. 22 (28.05.2020), S. 30 © der Abbildungen: DAZ / Hammelehle

Prof. Dr. Thomas Glück, Chefarzt und Infektiologe, klärt zum Thema Corona-Impfung auf

Prof. Glück, wir würden Ihnen gerne einige Fragen zur bald startenden Coronavirus-Impfung stellen:

Wie werden die Impfzentren in unseren Landkreisen organisiert?

Für die Organisation und den Betrieb der Impfzentren in unseren Landkreisen haben sich die Kliniken Südostbayern engagiert. Das ist gut so, bleibt damit doch die Gesundheitsversorgung in unseren Landkreisen in einer Hand. Die ärztliche Versorgung der Impfzentren liegt dagegen in den Händen der Kassenärztlichen Vereinigung. Es dürfen nur Fachärzte impfen.

Auf welchen Impfstoff können wir als erstes zugreifen?

Auf den Impfstoff der Firma Biontech, vorerst als einzigen.

Wie funktioniert der Impfstoff?

Bei dem von Biontech entwickelten Impfstoff handelt es sich um einen sogenannten messenger RNA (mRNA)-Impfstoff. Mit diesem neuen Impfstoff-Prinzip wird nicht ein abgetötetes komplettes Viruspartikel oder ein (Teil-)Protein (Bruchstück) des Virus geimpft, wie sonst bisher bei Impfstoffen, z.B. bei Influenza oder Hepatitis B, sondern die genetische "Übermittler (messenger)"-Information für ein nichtinfektiöses Bruchstück des Virus. Diese sogenannte m-RNA ist bei dem Biontech-Impfstoff in kleinste Fett-Kügelchen verpackt, die nach der Injektion mit Zellen des Körpers verschmelzen und so die mRNA, also die genetische Information für das nichtinfektiöse Bruchstück des Virus  an der Injektionsstelle in die menschlichen Zellen entlassen. Dort dockt diese mRNA an die Protein-Produktions-"Maschinchen" (Ribosomen) im Zellinneren an und lässt diese das nichtinfektiöse Virusbruchstück produzieren, das diese Zellen dann nach außen abgeben.

Gleiches geschieht übrigens tagein, tagaus mit den Körperzell-eigenen mRNAs, die unsere Zellen im Körper je nach aktuellem Stoffwechsel-Anspruch von der im Zellkern lokalisierten Erbinformation beziehen, um körpereigene Proteine zu bilden, z.B. Gerinnungsfaktoren, Hormone, etc.– so werden unsere Stoffwechselvorgänge gesteuert!

Viren, allgemein gesprochen, "kapern" dieses grundlegende biologische Zellprinzip, indem sie anstelle der körpereigenen mRNAs ihre Erbinformation in die Körperzellen einschleusen und damit die Protein-Produktionsmaschinchen im Zellinneren zwingen, anstelle von für die Zelle/den Körper notwendige oder nützliche Produkte (auch) Viruspartikel zu produzieren, welche dann die Zellen verlassen um weitere Zellen zu befallen, u.s.w. ...

Die mRNA-Impfstoffe ahmen damit grob gesprochen einen Virus-Vermehrungszyklus in der Zelle nach, nur mit dem entscheidenden (!) Unterschied, dass in der mRNA des Impfstoffes nicht die komplette Information für das infektiöse Virus, sondern nur für ein Bruchstück des Virus vorhanden ist. Dieses ist dann, im Gegensatz zu einem wirklichen Virus, für andere Zellen nicht infektiös, wird aber vom Immunsystem erkannt und dieses produziert dann gezielt Abwehrstoffe gegen diesen Teil des Virus, die dann auch infektiöse Viren inaktivieren. Die durch die Impf-mRNA induzierte Produktion des Virus-Bruchstücks in den Körperzellen lässt übrigens alsbald nach, denn alle mRNAs, gleich ob aus dem Zellkern stammende mRNAs zur Steuerung der natürlichen Stoffwechselvorgänge oder die mRNA aus dem Impfstoff werden rasch vollständig abgebaut. Dem biologischen Prinzip entsprechend wird nie mRNA in DNA, also die dauerhafte Erbinformation umgeschrieben, dies ist also eine absolute Einbahnstrasse. Damit ist ausgeschlossen, dass durch die Impf-mRNA das Erbgut verändert werden könnte. Nur HIV benutzt den DNA à RNA -Weg verkehrt herum, aber das ist ein ganz anderes Virus, und hat mit Coronaviren und dem Impfstoff absolut nichts (!) zu tun)..

 
Welche Vorteile haben mRNA Impfstoffe?
mRNA-Impfstoffe haben Vorteile in zweierlei Hinsicht. Zum einen werden die Proteine vollständig rein von den körpereigenen Zellen gebildet und müssen, im Gegensatz zu herkömmlichen Protein-Impfstoffen, bei der Herstellung nicht erst sehr aufwändig aus einer "Suppe" mit vielen anderen Bestandteilen und einer Menge ebenfalls für unser Immunsystem fremden Eiweißen (z.B. Hühnereiweiß bei den Grippe-Impfstoffen) herausisoliert werden. Weiterhin kann man mRNA-Impfstoffe rasch in großer Menge produzieren. Auch wirken die mRNA-Impfstoffe nach den vorläufigen Ergebnissen mindestens so gut wie die Protein-Impfstoffe. Der Nachteil der mRNA-Impfstoffe ist die relativ schlechte Stabilität der kleinsten Fett-Kügelchen und der RNA, so dass die Impfstoffe bei mindestens minus 70 Grad gelagert und nach dem Auftauen rasch verimpft werden müssen, was die Verteilung aufwändig macht.

Welche Ergebnisse erreicht der Biontech-Impfstoff?
Nach der am 10.12. im New England Journal of Medicine veröffentlichten Studie zum Biontech-mRNA-Impfstoff, in die über 43.000 Personen eingeschlossen wurden, schützt der Impfstoff mindestens 95% der 2 x (im Abstand von 3 Wochen) Geimpften. Der Impfschutz beginnt ca. 2 Wochen nach der ersten Impfung. Die Verträglichkeit der Impfung ist allgemein gut, aber wie bei jeder Impfung können Schmerzen an der Injektionsstelle, leichtes Fieber und Müdigkeit auftreten.

Wann starten bei uns die Impfungen?
Über die genauen Modalitäten, wie wir an die Impfung kommen werden, informieren wir Sie an dieser Stelle demnächst– nach allem, was man bisher weiß, sind die Mitarbeiter des Gesundheitssystems unter den ersten, die diese Impfung erhalten können. Voraussichtlich starten die Impfungen früh im neuen Jahr – es wird höchste Zeit dafür!

Wie ist Ihr persönlicher Blick auf die Impfung?
Man darf in diesen Impfstoff und allgemein in die Impfung gegen das SARS-CoV-2 Virus große Hoffnung setzen, dass damit endlich die Infektions- und damit die Todeszahlen zurückgehen, für uns alle die Lockdowns ein Ende haben und das Leben wieder normal werden kann. Die Chancen, die damit für uns alle, für unsere Gesellschaft und für unser Wohlergehen verbunden sind, überwiegen bei weitem die von manchen gehegten, theoretischen Bedenken gegen das relativ neue, aber keinesfalls unerprobte Prinzip der mRNA-Impftechnologie. Lassen auch Sie sich impfen – ich tue es auf jeden Fall!

Es gab da aber Gerüchte, sie würden von der Impfung abraten …
Vielleicht hat mich da jemand falsch verstanden – die Sache ist ja auch etwas komplex. Jedenfalls habe ich nie (!) von der Impfung abgeraten, gerade im Gegenteil. Das ist unsere einzige (und große!) Hoffnung,  die aktuelle, für alle sehr beeinträchtigende Situation zu überstehen, ohne dass es viel Leid und viele Todesopfer gibt. An die Möglichkeit, dass mich jemand gezielt denunziert, will in jetzt mal nicht denken.

Impfzentrum Landkreis Traunstein

Das Impfzentrum liegt an der B 304 zwischen Altenmarkt und Trostberg links vor dem Kreisverkehr

Impfzentrum Landkreis Berchtesgadener Land

Das Impfzentrum befindet sich in Mitterfelden, Industriestraße 9