Klinikum Traunstein

Schmerztagesklinik

Anästhesie, Intensivmedizin und Schmerztherapie

Die Schmerztagesklinik (STK) ist eine spezialisierte Einrichtung im Klinikum Traunstein zur Behandlung von Menschen mit chronischen Schmerzen. Sie ist der Abteilung für Anästhesie, Intensivmedizin und Schmerztherapie zugeordnet und steht unter oberärztlicher Leitung.

Für wen sind wir die richtige Anlaufstelle?

Wir behandeln Menschen mit chronischen Schmerzen. Diese können dann als chronisch angesehen werden, wenn sie anhalten oder regelmäßig wiederkehren, länger als 12 Wochen auftreten, sich durch bisherige, konservative Behandlungsansätze nicht verbessern und zunehmend die Lebensqualität und Arbeitsfähigkeit beeinträchtigen.

Die häufigsten Beschwerdebilder sind:

  • Chronische Rückenschmerzen
  • Chronische Schmerzen des Bewegungssystems, myofasziale Schmerzen
  • Migräne und chronische Kopf- und Gesichtsschmerzen
  • Chronische viszerale Schmerzen
  • Wechselnde Ganzkörperschmerzen- Fibromyalgie
  • Neuropathische Schmerzen
  • Komplexe regionale Schmerzsyndrome (CRPS, früher: „Morbus Sudeck“)

Voraussetzung für die Teilnahme an den Behandlungsmodulen ist neben den chronischen Schmerzen eine für unser tagesklinisches Setting ausreichende körperliche und psychische Belastbarkeit. Um den Inhalten oder Anleitungen, insbesondere in den Gruppentherapien, ausreichend folgen und sich beteiligen zu können, müssen wir außerdem gute Kenntnisse der deutschen Sprache voraussetzen.

Eine multimodale Schmerztherapie in unserem Setting ist darüber hinaus nicht angezeigt bei

  • Patient/innen mit primärer Indikation für operative Eingriffe
  • Patient/innen mit akuten Krebserkrankungen, die eine aktuelle onkologische Therapie erfordern
  • akuter Suizidgefährdung
  • primärer Alkohol-, Schmerzmittel-, und Drogenabhängigkeit
  • akut produktiven Psychosen
  • schweren Persönlichkeitsstörungen
  • Patienten mit ausstehenden, gutachterlichen Untersuchungen im Rahmen eines laufendem Rentenverfahrens.

Wie arbeiten wir?

Bereits in der Eingangsuntersuchung und natürlich in der späteren Behandlung arbeiten Ärzte, Psychotherapeutinnen, Physio-/ Mototherapeutinnen sowie Co-Therapeuten/innen zusammen, um mit dem/der Patient/in ein Verständnis für die persönliche Schmerzsymptomatik zu entwickeln, sinnvolle Behandlungsstrategien auszuwählen und umzusetzen. 

Mit diesem interdisziplinär-multimodalen Konzept folgen wir seit der Gründung der Schmerztagesklinik 2001 einer wissenschaftlich anerkannten und wirksamen Behandlungsmethode, die sich als Standard sowohl in Deutschland als auch weltweit durchgesetzt hat.

Was passiert als Erstes?

Der/ die Patient/in kann sich bei Überweisung durch einen behandelnden  Haus- oder Facharzt telefonisch im Sekretariat melden und einen Termin zur Eingangsuntersuchung (Screening) vereinbaren.

Der/ die Patient/in erhält ein detailliertes Anschreiben über das weitere Vorgehen sowie den Deutschen Schmerzfragebogen, den wir bitten eine Woche vor dem Termin zusammen mit den wichtigsten Vorbefunden an uns zurückzuschicken.

Ziele des Screenings sind:

  • die vorbestehenden Diagnosen, vorangegangenen Therapien und das aktuelle Beschwerdebild möglichst ganzheitlich zu erfassen und zu bewerten
  • dem/der Patient/in ein auf seine/ihre Möglichkeiten angepasstes Therapieangebot zu machen

Im Screening wird der/die Patient/in ärztlich (eine Stunde), psychotherapeutisch (eine Stunde) und physiotherapeutisch (30 Minuten) aufgenommen. Im ärztlichen Bereich wird bei Bedarf noch ergänzende Diagnostik (radiologische Abklärung, fachärztliche Vorstellungen zur Abklärung) eingeleitet oder empfohlen. Zusätzlich erfolgt bei Notwendigkeit und Schweigepflichtsentbindung eine Kontaktaufnahme mit dem Hausarzt, dem/ der überweisenden Kollegen /in oder ambulanten Psychotherapeuten/in.

In einer internen Besprechung der beteiligten Untersucher/innen werden die Ergebnisse der Screenings zusammengetragen und es wird eine gemeinsame Entscheidung getroffen, ob und - wenn ja - welches Behandlungsangebot dem/ der Patient/in gemacht werden kann. Ist eine tagesklinische, multimodale Schmerztherapie nicht angezeigt oder umsetzbar empfehlen wir Alternativen und geben individuell angepasste Vorschläge weiter, die eine fachlich sinnvolle Behandlung ermöglichen. Die Besprechungsergebnisse werden dem/ der Patienten/in zeitnah, telefonisch erläutert. Das dann mit dem/der Patienten/in vereinbarte Vorgehen wird abschließend in einem Bericht festgehalten.

Wie setzt sich das Team der STK zusammen?

  • Leitender Oberarzt Marc Oliver Stückrath
    Facharzt für Anästhesie, Intensivmedizin,  Spezielle Schmerztherapie und Akupunktur
  • Stellvertretende Leitung STK Oberarzt Richard Strauß
    Facharzt für Anästhesie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Spezielle Schmerztherapie
  • Facharzt/ärztin für Anästhesie in Weiterbildung zur Speziellen Schmerztherapie
  • Psychologische Psychotherapeutinnen mit verhaltenstherapeutischem Schwerpunkt und u. a. mit Zusatzqualifikation für Spezielle Schmerzpsychotherapie
  • Physiotherapeuten/innen
  • Motopädin
  • Co-Therapeuten/innen, u. a. mit Ausbildung zum MBSR Trainer
  • Sekretärin

Chefarzt

Facharzt für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Spezielle Schmerztherapie, Notfallmedizin und Suchtmedizinische Grundversorgung

Fachgebiete
Anästhesiologie, Intensivmedizin, Spezielle Schmerztherapie, Notfallmedizin und Suchtmedizinische Grundversorgung

Lebenslauf
Priv.-Doz. Dr. med. Dr. med. habil. Tom-Philipp Zucker wurde 1961 in München geboren, absolvierte seine Schulzeit in Mödling bei Wien (Österreich) und in München. Das Abitur legte er 1981 in München ab. Den Grundwehrdienst in Calw und Nagold unterbrach er 1981 zur Aufnahme des Humanmedizinstudiums an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München. Er famulierte u.a. in Transkei (Südafrika) und war Co-Assistent am Institut für Anatomie der LMU. Nach dem Medizinischen Staatsexamen und Erhalt der Approbation 1987 leistete er den Rest seines Wehrdienstes als Stabsarzt ab. Er erhielt eine Ausbildung in hyperbarer Medizin am Schiffahrtsmedizinischen Institut der Bundesmarine in Kiel-Kronshagen und fuhr als Schiffsarzt einer Fregatte der Bundesmarine (Heimathafen Wilhelmshaven) 12 Monate zur See. 1988 promovierte er mit der am Institut für Rechtsmedizin der LMU München erstellten Dissertation „Serotonin im Liquor cerebrospinalis von Suizidopfern“. Seit 1989 war Dr. Zucker wissenschaftlicher Mitarbeiter der Klinik für Anästhesiologie (Direktor: Prof. Dr. J. Tarnow) am Universitätsklinikum der Heinrich-Heine-Universität (HHU) Düsseldorf. Seine klinische Weiterbildung unterbrach Dr. Zucker u.a. zu Forschungsaufenthalten an der Medical University of South Carolina in Charleston, USA, Division of Clinical Pharmacology (mit einem Stipendium des Boehringer Ingelheim Fonds) und am Smith College, Northampton, MA, USA, sowie als Oberstabsarzt d. R. an Bord von Schiffen der Bundesmarine. 1996 erfolgte die Anerkennung als Facharzt für Anästhesiologie durch die Ärztekammer Nordrhein, im Jahr 2000 die Anerkennung der Fakultativen Weiterbildung „Spezielle Anästhesiologische Intensivmedizin“ und 2003 die Anerkennung der Zusatzbezeichnung „Spezielle Schmerztherapie“, 2004 die Anerkennung der Zusatzbezeichnung „Notfallmedizin“ und 2005 die Übernahme der Zusatzbezeichnung „Suchtmedizinische Grundversorgung“.  2011 bis 2015 hat er die berufsbegleitende qualifizierte Fortbildung „Spezielle Kinderanästhesie“ und „Anästhesie Fokussierte Sonographie (I-V)“ (DGAI) absolviert und sich als Peer Reviewer Intensivmedizin (Bayerische Landesärztekammer, seit 2018 auch IQM) qualifiziert.

Stationen als Oberarzt waren seit 1996 neben dem anästhesiologischen Bereitschafts- und Hintergrunddienst für das Universitätsklinikum Düsseldorf (inkl. z. B. der Bereiche Herz-Thoraxchirurgie, Gefäß-, Neuro- und Kinderchirurgie) die interdisziplinäre Schmerzambulanz und die chirurgische Intensivstation, sowie die Leitung der Anästhesiebereiche in den Kliniken für HNO, Urologie, Gynäkologie und Geburtshilfe. Zuletzt vertrat Dr. Zucker die Anästhesie oberärztlich in der Chirurgie und war für die OP-Organisation seiner Abteilung mit fast 80 Ärztinnen und Ärzten verantwortlich.
Seit 1.4.2003 leitet Dr. Zucker die Abteilung für Anästhesie, Intensivmedizin und Schmerztherapie am Klinikum Traunstein. 2004 erhielt er die volle Weiterbildungsbefugnis für das Fach Anästhesiologie und für die Spezielle Anästhesiologische Intensivmedizin (WO 1993 u. 2004).
Neben den Forschungsschwerpunkten klinische Schmerztherapie und präklinische Notfallmedizin war Dr. Zucker von 1995 bis 1998 Projektleiter eines Sonderforschungsbereiches der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) am Institut für Pharmakologie und klinische Pharmakologie der HHU und habilitierte sich im Jahr 2000 für das Fach Anästhesiologie mit der Habilitationsschrift: „Über den Einfluß des Eicosanoidsystems auf die Mitogenese koronarer Myozyten“. Er erhielt die Lehrbefugnis und prüft als Hochschuldozent im Medizinischen Staatsexamen an der HHU Düsseldorf, seit der Umhabilitation im Jahr 2006 an der LMU München, zudem ist er seit 2008 als Facharztprüfer bei der Bayerischen Landesärztekammer bestellt.

Dr. Zucker beteiligte sich seit 1991 an den Notarztdiensten des Kreises Mettmann / Nordrhein-Westfalen, dann der Stadt Düsseldorf und zur Zeit – auch als Mitglied der Leitenden Notarztgruppe - des Kreises Traunstein. Neben der Qualifikation zum Leitenden Notarzt und dem Kurs Intensivtransport, hat er die Fachkunde Strahlenschutz erworben, die Qualifikation zum Transfusionsverantwortlichen und als Qualitätsbeauftragter Hämotherapie, zudem das Curriculum Medizinethik der Bayerischen Landesärztekammer (BLÄK) absolviert. Er ist ATLS (DGU)-, EPALSund NLS (ERC)-Provider. Als Gutachter ist er u. a. für die Gutachterstelle für Ärztliche Behandlungsfehler der BLÄK tätig. Seit 2006 ist er Vorsitzender des Ethikkomitees des Klinikum Traunstein und der Kreiskliniken Trostberg, 2007 wurde er zum 2. stellvertretenden und 2017 zum Ärztlichen Direktor ernannt.

Leitender Oberarzt, Leiter der Schmerztagesklinik

Facharzt für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Spezielle Schmerztherapie

Oberarzt

Facharzt für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Spezielle Schmerztherapie, Notfallmedizin

Kontakt Information für Ärzte
Kontakt

Klinikum Traunstein
Schmerztagesklinik
Sekretariat
T 0049 861 705-1381
F 0049 861 705-1389

Telefonische Erreichbarkeit
Montag bis Donnerstag
8:00 bis 16:00 Uhr
Freitag
8:00 bis 15:00 Uhr

Information für Ärzte

Klassische Indikationen:

  • Chronische Rückenschmerzen
  • Chronische Schmerzen des Bewegungssystems
  • Somatoforme Schmerzen
  • Myofasziale Schmerzen
  • Migräne und chronische Kopf- und Gesichtsschmerzen
  • Chronische viszerale Schmerzen
  • Wechselnde Ganzkörperschmerzen- Fibromyalgie
  • Neuropathische Schmerzen
  • Komplexe regionale Schmerzsyndrome (CRPS, früher: „Morbus Sudeck“)

Kontraindikation für eine multimodale Behandlung in unserer Einrichtung:

  • Patient/innen mit primärer Indikation für operative Eingriffe
  • Patient/innen mit akuten Krebserkrankungen, die eine aktuelle onkologische Therapie erfordern
  • akuter Suizidgefährdung
  • primärer Alkohol-, Schmerzmittel-, und Drogenabhängigkeit
  • akut produktiven Psychosen
  • schweren Persönlichkeitsstörungen
  • Patienten mit ungenügenden Deutschkenntnissen
  • Patienten mit unzureichender körperlicher Belastungsfähigkeit

Für weitere Informationen schicken Sie uns bitte eine  mit Ihrem Namen, Praxis oder Klinik sowie Ihre telefonische Erreichbarkeit. Wir rufen Sie zeitnah zurück.

Akuelles
Akuelles

Aktuell wird coronabedingt ein Hygienekonzept umgesetzt, das zu einer Reduktion der Gruppengröße auf vier bis max. fünf Personen führt. Wir bitten um Ihr Verständnis.

Literaturhinweise