Onkologisches Zentrum Traunstein

Aktuelles

Prostatakrebszentrum

Januar 2019

Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V. begrüßt neue Nutzenbewertung für PSA-Test

Presseinformation

Berlin. Das Ringen um den PSA-Test in der Früherkennung des Prostatakarzinoms geht in eine neue Runde: Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat die Einleitung eines Beratungsverfahrens zur Bewertung eines Prostatakrebs-Screenings mittels Bestimmung des prostataspezifischen Antigens (PSA) auf seiner Sitzung am 20. Dezember 2018 beschlossen. Damit wurde der entsprechende Antrag der Patientenvertretung im G-BA vom Oktober 2018 angenommen. Die Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU) begrüßt den Beschluss des G-BA wie auch die Initiative der Patientenvertretung, insbesondere des Bundesverbandes Prostatakrebs Selbsthilfe e.V. (BPS), die den Antrag eingebracht hat.

Hintergrund ist, dass zur Früherkennung eines frühen Prostatakarzinoms alle wissenschaftlichen urologischen Fachgesellschaften national und international neben der rektalen Tastuntersuchung die Durchführung eines PSA-Testes empfehlen. Trotz dieser eindeutigen Positionierung der Fachexperten gilt in Deutschland der PSA-Test nicht als Teil der sogenannten "gesetzlichen Vorsorge" (Früherkennung) und muss deshalb von Patienten gegebenenfalls selbst bezahlt werden. Da eine unkritische Anwendung des PSA-Testes zur "Überdiagnose" von Prostatakrebs führen kann und damit auch zur "Übertherapie", haben sich in der Vergangenheit Experten anderer Fachgesellschaften, insbesondere Epidemiologen und Gesundheitsökonomen, gegen den PSA-Test als Früherkennungsmaßnahme ausgesprochen.

In diesem jahrelangen Streit wurde als Argument immer angeführt, dass die internationale Datenlage bislang keine Senkung der Mortalität am Prostatakarzinom durch PSA-basierte Früherkennung habe nachweisen können. Die DGU hat dabei stets kritisiert, dass eine Senkung der Mortalität zwar ein statistisch wichtiger, aber nicht der entscheidende Parameter bei einer Krebserkrankung mit jahrelanger Laufzeit auch bei Progression der Erkrankung sein dürfe. Entscheidend sei die Betrachtung des Parameters der Entwicklung einer metastasierten Erkrankung, denn diese bedeute Therapie, Nebenwirkungen sowie menschliches Leid und ist mit immensen Kosten für Bildgebung und medikamentöse Therapie verbunden. Diese Argumente wurden bislang von den Kritikern der PSA-basierten Früherkennung in den Wind geschlagen.

Neuere Daten aus Langzeitstudien haben nun aber auch eine deutliche Senkung der Mortalität am Prostatakarzinom durch Therapie nachweisen können. Dies ist beim Prostatakrebs tatsächlich nur in Studien mit sehr langer Laufzeit möglich. Dass diese Nachweise jetzt vorliegen, sollte dazu führen, dass eine Neubewertung erfolgt. Dazu ist der G-BA durch den Antrag des BPS aufgefordert worden. "Aufgrund der neuen Datenlage sollte man ein positives Votum der Gremien erwarten dürfen", sagt DGU-Präsident Prof. Dr. Oliver Hakenberg.

Bei einer positiven Bewertung durch den G-BA würde der PSA-Test im Rahmen der Früherkennung wohl als GKV-Leistung anerkannt werden müssen. Die federführend von der DGU erstellte "S3-Leitlinie zur Früherkennung, Diagnose und Therapie der verschiedenen Stadien des Prostatakarzinoms" empfiehlt schon jetzt, dass Männer über 45 Jahre und einer Lebenserwartung von mehr als zehn Jahren über die Früherkennung zum Prostatakrebs informiert werden und ihnen, wenn sie diese wünschen, auch der PSA-Test empfohlen wird.

Es ist auch kein Zufall, dass die Notwendigkeit des PSA-Testes von den medizinischen Praktikern bezüglich des Prostatakarzinoms, den Urologen, und den betroffenen Patienten, den Vertretern der Prostatakrebskranken, sehr deutlich gesehen wird, während Theoretiker der Medizin wie Statistiker und Epidemiologen Vorbehalte sehen. Die DGU begrüßt es daher ausdrücklich, dass eine neue wissenschaftliche Evaluation der aktuellen Datenlage vorgenommen werden wird. "Die DGU wird diesen Prozess begleiten und sich spätestens im Stellungnahmeverfahren aktiv einbringen", sagt DGU-Generalsekretär Prof. Dr. Maurice Stephan Michel.

Nach dem G-BA-Beschluss ist zunächst die Beauftragung des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit (IQWiG) zur Nutzenbewertung des PSA-Tests als Früherkennungsmaßnahme vorgesehen. Der Abschlussbericht des IQWiG soll im September 2020 vorliegen. Dem folgt ein weiterer Bewertungs- und Abwägungsprozess einschließlich Stellungnahmeverfahren. Die Beschlussfassung ist laut Zeitplan des G-BA zum PSA-Screening für Januar 2022 geplant.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V. 


September 2017

Herausragende Auszeichnung für das Prostatakrebszentrum Traunstein

Urologische Krebstherapie auf höchstem Niveau

(von links): Prof. Dr. T. Kälble, Präsident der Dt. Gesellschaft für Urologie, Dr. T. Hofmann, Prostatakrebszentrum Traunstein
(von links): Prof. Dr. T. Kälble, Präsident der Dt. Gesellschaft für Urologie, Dr. T. Hofmann, Prostatakrebszentrum Traunstein

Auf dem diesjährigen Kongress der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU) in Dresden Ende September, mit 7000 Teilnehmern immerhin der drittgrößte urologische Fachkongress weltweit, wurde das „Prostatakrebszentrum Traunstein“ mit dem renommierten Alexander-von-Lichtenberg-Preis ausgezeichnet. Der Preis wird jährlich von einer Fachjury an niedergelassene urologische Projekte vergeben, die einer verantwortungsbewussten und qualitätsorientierten sektorenübergreifenden, regionalen fachmedizinischen Versorgung in vorbildlicher Weise gerecht werden.

Das prämierte Traunsteiner Projekt
Untersuchungen aus den U.S.A. lassen den Rückschluss zu, dass durch die Behandlung in Krebszentren bei Patienten mit fortgeschrittenem Prostatakarzinom (Pca), eine Verbesserung des Überlebens erzielt werden kann. Vor diesem Hintergrund ist die Anzahl der von der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) zertifizierten Prostatakrebszentren in Deutschland kontinuierlich auf 97 angestiegen. Grundsätzlich zeichnet sich bei der „Therapiekaskade“ von Patienten mit PCa ein Trend zur ambulanten Behandlung ab. Dies könnte insbesondere in ländlichen Räumen mit unzureichender Vernetzung mit den, meist nur in Kliniken etablierten Organkrebszentren zu Defiziten in der fachübergreifenden Interaktionen (u.a. Nichterfassung klinischer Daten, unnötige Doppeluntersuchungen, fehlende Prüfung der Therapieeffizienz etc.) und damit potentiell zu schlechteren Behandlungsergebnissen führen.

Eine gewachsene Infrastruktur aus der Urologischen Gemeinschaftspraxis Traunstein und der Abteilung für Urologie am Klinikum Traunstein initiierte bereits 2008 regelmäßige interdisziplinäre uro-onkologische Fallkonferenzen. Diese personelle und infrastrukturelle Vernetzung von Niederlassung und Hauptabteilung führte Ende 2012 unter dem Dach des Onkologischen Zentrums zur Gründung des DKG-zertifizierten Prostatakrebszentrums Traunstein. Im Übrigen das erste Zentrum Deutschlands in dieser Kombination. Das Zentrum hat den Anspruch, in die ländliche Region Südostbayerns eine uro-onkologische Versorgung aus einer Hand zu implementieren, die den nationalen und internationalen Versorgungsrichtlinien entspricht.
Zusätzlich wurde im Jahr 2013 ein Kooperationsmodell etabliert, das fast alle urologischen Facharztpraxen im Raum Südostbayern als zertifizierte Kooperationspartner in das Prostatakrebszentrum Traunstein einbindet. 

Mittlerweile werden jährlich ca. 200 Neuerkrankungen im Zentrum diagnostiziert und leitliniengerecht behandelt. Die regelmäßigen Überprüfungen durch die Deutsche Krebsgesellschaft verliefen stets ohne Beanstandungen und auch die Qualitätsvergleiche mit den anderen deutschen Prostatakrebszentren bestätigen mit Spitzenplätzen den eigenen hohen Anspruch des Traunsteiner Teams.

Das Traunsteiner Projekt wurde, so Prof. Kälble für den Alexander-von-Lichtenberg-Preis 2017 ausgewählt, weil es exemplarisch für die praktische Umsetzung eines Modells zur optimierten Versorgung uro-onkologischer Patienten stehe und weil es die Rolle der niedergelassenen Urologie qualitativ und in der öffentlichen Wahrnehmung neu definiert hat.


13. Mai 2014

Urologische Praxen auf hohem Niveau

Urologische Praxen als Kooperationspartner des Prostatakrebszentrums Traunstein zertifiziert. Ein besonders Merkmal zeitgemäßer Krebsbehandlung ist die Etablierung gezielter interdisziplinärer Kooperationen zwischen Kliniken und niedergelassenen Fachärzten. mehr...

Vor diesem Hintergrund konnten der Leiter des Prostatakrebszentrums Traunstein, Prof. Dr. Dirk Zaak und der Koordinator des Onkologischen Zentrums Reinhold Frank, im Rahmen einer Feierstunde, die niedergelassenen Urologen Dr. Peter Stanislaus (Berchtesgaden), Dr. Markus Turba (Freilassing), Dr. Armin Will und das MVZ Bad Reichenhall (vertreten durch Dr. Thomas Hofmann) zur Zertifizierung ihrer Praxen als Kooperationspartner des Prostatakrebszentrums Traunstein beglückwünschen.

Im Rahmen eines aufwendigen Zertifizierungsprozesses durch die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) konnten die Praxen einen hohen Qualitätsstandard in der Diagnostik und Therapie von Prostatakrebspatienten nachweisen und unterziehen sich auch zukünftig regelmäßigen Qualitätskontrollen.

Hierfür wurden die Praxen mit einer Urkunde von der DKG ausgezeichnet.

26. November 2013

Neue Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten bei Prostatakrebs

Wissenschaftliche Veranstaltung des Prostatakrebszentrums zeigt neue Wege auf - Der Prostatakrebs ist die häufigste Krebserkrankung des Mannes in Deutschland. Ca. 70.000 Männer werden auch in diesem Jahr wieder mit der Diagnose konfrontiert. mehr...

Beschwerden treten bei Betroffenen allerdings sehr spät auf. Je früher der Prostatakrebs erkannt wird, umso besser sind die Heilungschancen. Trotzdem versterben jedes Jahr ungefähr 12.000 Männer an dieser Erkrankung.

Vor diesem Hintergrund haben sich Experten verschiedener Fachrichtungen des Prostatakrebszentrums Traunstein getroffen um über den Einsatz neuer Diagnoseverfahren und Medikamente bei Patienten mit einer fortgeschrittenen Prostatakrebserkrankung zu diskutieren.

Privatdozent Dr. A. Beer, Oberarzt im Klinikum r. d. Isar der Technischen Universität München berichtet über aktuelle Fortschritte in der Bildgebung mittels der Positronen Emissions Tomographie (PET). Bei diesem Verfahren wir die Anreicherung von nuklearmedizinischen Substanzen in Krebszellen mit den klassischen konventionellen Röntgenverfahren der Computertomographie (CT) oder der Magnetresonanztomographie (MRT) kombiniert. Die daraus resultierenden Bilder ermöglichen eine frühzeitige farbkodierte Erkennung von kleinen Krebsherden. Mit der Einführung neuer nuklearmedizinischer Substanzen im Jahr 2014 soll insbesondere bei Patienten mit einer fortgeschrittenen Erkrankung der Therapieverlauf frühzeitig beurteilt werden können.

Prof. Dr. Dirk Zaak, Leiter des Prostatakrebszentrums Traunstein, konnte in seinem Beitrag zeigen, dass mittlerweile - auch in einem fortgeschrittenen Stadium der Krebserkrankung - neue Medikamente zur Verfügung stehen. War die Therapie hier bislang häufig nur mit einer Chemotherapie möglich, so stehen den Fachleuten derzeit mehrere Medikamente – u.a. in Tablettenform – zur Verfügung um den Krankheitsverlauf vorübergehend zu stoppen. Die Zukunft, so Prof. Zaak, wird die Kombination dieser Medikamente, abgestimmt auf das individuelle Krankheitsbild des Patienten, sein. Die hohen Kosten dieser Therapieformen werden von den Krankenkassen übernommen, müssen jedoch individuell immer sehr genau abgewogen werden. Von daher sei die Überprüfung dieser neuen medikamentösen Behandlungsformen mit neuesten Diagnoseverfahren eine unabdingbare Voraussetzung für eine gute Krebsbehandlung.

25. Oktober 2013

Neues aus dem Fachbereich: Prostatakarzinom und Komorbidität

Patienten mit Hoch-Risiko-Erkrankung werden, wenn sie multiple Begleiterkrankungen aufweisen, offenbar häufiger untertherapiert.

Mehr erfahren auf www.krebsgesellschaft.de

Mai 2013

PSA gestützte Prostatakrebs Früherkennung

Die Bestimmung des PSA-Wertes für die Früherkennung des Prostatakarzinoms wird derzeit kritisch diskutiert. Ein rbb-Fernsehbeitrag der Sendung 'Kontraste' hat hier Mitte Mai 2013 eine kritische Betrachtung versucht, hat aber einige wichtige Punkte außer Acht gelassen.

Lesen Sie die Stellungnahme auf die Sendung vom Berufsverband der Deutschen Urologen (BDU) und des Präsidenten der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU), sowie die Stellungnahme des Bundesverbands Prostatakrebs Selbsthilfe e.V.


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Urologische Gemeinschaftspraxis
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