Radiologische Praxis im Fachärztezentrum Traunstein

Knochendichtemessung

Knochendichtemessung mittels DXA

Das in den Leitlinien empfohlene Standardverfahren zur Bestimmung der Knochendichte ist die Osteodensitometrie mittels Dual-X-Ray Absorptiometry (DXA).

In den meisten großen wissenschaftlichen Studien zur Diagnostik und Therapie der Osteoporose wird die DXA zur Bestimmung der Knochendichte eingesetzt.

In der Regel wird die Knochendichte an der Lendenwirbelsäule und an der Hüfte bestimmt. Dies ist deshalb wichtig, weil hier die meisten relevanten osteoporotischen Knochenbrüche auftreten.

Alternativ kann auch das vordere Drittel der Speiche gemessen werden (z.B. bei Patienten mit künstlichen Hüftgelenken oder nach operativen Eingriffen an der Lendenwirbelsäule).

Das Messergebnis des Patienten wird mit den Knochendichtewerten der Bevölkerung im Alter zwischen 20 und 29 Jahren verglichen. In dieser Altersgruppe besitzt der Mensch die höchste Knochendichte.

Die Abweichung der gemessenen Knochendichte von diesem Vergleichskollektiv wird als T-Wert ausgegeben. In Zusammenschau mit den sonstigen Risikofaktoren des Patienten lässt sich abschätzen, ob der Patient von einer medikamentösen Therapie gegen Osteoporose profitieren kann.

Osteoporose und Frakturrisiko

Die Osteoporose (Knochenschwund) ist eine systemische Skeletterkrankung, bei der es zu einer Abnahme der Knochenmasse und zu einer Veränderung der Knochenstruktur kommt. In der Folge können bereits kleinere Belastungen oder Traumen zu Knochenbrüchen führen.

Betroffen sind v.a. die Wirbelsäule, die Hüfte, das Handgelenk, der Oberarm sowie das Becken.

Nach der Definition der WHO aus dem Jahr 1994 liegt eine Osteoporose vor, wenn der Knochenmineralgehalt an der Lendenwirbelsäule und/oder am Schenkelhals gemessen mit der DXA um -2,5 Standardabweichungen vom Mittelwert einer 20-29-jährigen Frau abweicht. Bevor die Diagnose einer Osteoporose gestellt werden kann, müssen andere Ursachen für einer Verminderung der Knochendichte ausgeschlossen werden.

Weltweit sind ca. 200 Millionen Menschen, betroffen, 80 Prozent davon sind Frauen. V.a. nach den Wechseljahren entwickeln ca. 30 Prozent der Frauen eine Osteoporose.

Liegt eine verminderte Knochendichte vor, so lässt sich in Zusammenschau mit den Vorerkrankungen sowie der Medikamenteneinnahme des Patienten das 10-Jahres-Risiko für das Auftreten eines Knochenbruches abschätzen.

Eine spezifische medikamentöse Therapie wird unabhängig von Lebensalter und Geschlecht nach der DVO-Richtlinie empfohlen, wenn das geschätzte 10-Jahresrisiko für Knochenbrüche > 30 Prozent ist und die T-Werte erniedrigt sind.

Anhand der Knochendichtemessung kann Ihr behandelnder Arzt abschätzen, ob Sie von einer medikamentösen Therapie gegen Osteoporose profitieren können.

Strahlenbelastung und alternative Messverfahren

Die Strahlenbelastung einer DXA-Untersuchung entspricht in etwa der täglichen Dosis der natürlichen Strahlenbelastung in Deutschland und liegt ca. zwischen 5 und 10 μSv. Dieser Wert ist extrem niedrig.
Im Vergleich dazu treten akute Strahlenschäden wie z.B. Hautrötung oder Haarausfall in der Regel erst nach einer Strahlenexposition mit hohen Dosen über 500 mSv auf (Quelle: Bundesamt für Strahlenschutz). Die Strahlenbelastung der DXA liegt also um ein ca. 50000-faches unter diesem Wert.

Alternative Messverfahren sind der quantitative Ultraschall und die quantitative Computertomographie (QCT). Beim QCT ist die Strahlenbelastung ca. um den Faktor 10 höher als bei der DXA. Der quantitative Ultraschall weist keine Strahlenbelastung auf, kann jedoch nur an peripheren Knochenabschnitten die Knochendichte bestimmen (z.B. an der Ferse oder am Unterarm). Aussagen zur Knochendichte im Stammskelett sind nur bedingt möglich.

Während die DXA Aussagen zum absoluten Frakturrisiko und zur Beurteilung der medikamentösen Risikoreduktion macht, ist letzteres für den quantitativen Ultraschall und das QCT nicht untersucht worden. Vor Beginn einer medikamentösen Therapie ist daher nach den Leitlinien bis auf Ausnahmen die DXA nicht ersetzbar.

Kostenübernahme der DXA-Messung durch die gesetzliche Krankenkasse

Die Kosten für die Knochendichtemessung werden für Frauen über 70 Jahre und für Männer über 80 Jahre von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen.
Sollten Sie aufgrund einer bestehenden Vorerkrankung bzw. aufgrund der Einnahme bestimmter Medikamente ein erhöhtes Risikoprofil für Knochenbrüche aufweisen, werden die Kosten auch bereits im jüngeren Alter von ihrer Krankenkasse übernommen.

Um Ihren Anspruch auf Kostenübernahme durch Ihre Krankenkasse bzw. Ihr Risikoprofil für Knochenbrüche abklären zu können, benötigen wir einige Angaben von Ihnen.

Sie können sich den Fragebogen auf dieser Seite herunterladen und ausgefüllt zur Untersuchung mitzubringen.

Sollten Sie aufgrund Ihres Risikoprofils keinen Anspruch auf Kostenübernahme durch Ihre Krankenkasse haben, können wir Ihnen die Knochendichtemessung als individuelle Gesundheitsleistung zu einem Preis von 46,16 Euro gemäß GOÄ anbieten.

Untersuchung

Die Untersuchung dauert ca. 10 Minuten. Sie liegen auf einem gepolsterten Untersuchungstisch in Rückenlage mit angewinkelten Beinen bei der Messung der Lendenwirbelsäule und ausgestreckten, leicht nach innen gedrehten Beinen bei der Messung in der Hüftregion. Zur Lagerung stehen Polster und Lagerungshilfen zur Verfügung. Sie können so ganz entspannt während der Untersuchung liegen.

Folgeuntersuchungen und Verlaufskontrollen

Patienten, die keine medikamentöse Therapie erhalten:

  • Der Zeitabstand von DXA-Wiederholungsmessungen ist davon abhängig, welche Änderung des T-Scores therapierelevant wäre:
  • Änderung von 0,5 SD relevant: Verlaufskontrolle nach 12 Monaten
  • Änderung von 1,0 SD relevant: Verlaufskontrolle nicht vor Ablauf von 2 Jahren
  • Bei T-Score > -1,0: in der Regel sind Messintervalle > 5 Jahre ausreichend
    Im Falle von zu erwartenden Knochendichteverlusten bei veränderten Lebensumständen (z.B. Cortisontherapie) kann hier individuell entschieden werden.

Patienten unter einer medikamentösen Therapie:

Hier gibt es keine generellen Empfehlungen.
Wenn ein Therapieversagen vermutet wird (Abfall der Knochendichte > 5 Prozent), sollte eine Knochendichtemessung durchgeführt werden.
Durch den Wegfall von Risikofaktoren (z.B. Beendigung einer Cortisontherapie) könnte das Frakturrisiko gesenkt werden und damit die Indikation zur medikamentösen Therapie möglicherweise nicht mehr gegeben sein. In diesen Fällen sollte nach 12-24 Monaten eine erneute Knochendichtemessung durchgeführt werden.

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