23.03.2026 - Kreisklinik Bad Reichenhall

Und plötzlich ist wieder Ruhe im Bauch

v. l. Alexandra Wolf, MFA, Anna Graz, GKP, Dr. Thomas E. Langwieler, Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie, Wolfgang Grösch und Phanita Tooksoon, GKP
v. l. Alexandra Wolf, MFA, Anna Graz, GKP, Dr. Thomas E. Langwieler, Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie, Wolfgang Grösch und Phanita Tooksoon, GKP

Nach 25 Jahren Refluxbeschwerden endlich beschwerdefrei: Wie eine Operation an der Zwerchfellhernie einem Patienten neue Lebensqualität schenkt.

Wolfgang Grösch lebt rund 25 Jahre lang mit Beschwerden, die sein Leben zunehmend einschränken. „Ich hatte immer Probleme mit Sodbrennen“, erzählt er rückblickend. „Dazu ständige Schmerzen in der Magengegend, eine belegte Stimme am Morgen und auffällige Blutwerte, etwa beim Eisen. Auch Schnarchen gehörte zu den Begleiterscheinungen.“

Die Symptome verschlechtern sich deutlich. „Sie sind von Jahr zu Jahr schlimmer geworden“, sagt der 58-Jährige. Viele alltägliche Dinge werden zunehmend schwierig: Fettige oder süße Speisen sind kaum noch denkbar, immer wieder treten Darmentzündungen auf. Gegen die Symptome nimmt er während all der Zeit einen Säureblocker ein.

Ein früherer Befund aus einer Magenspiegelung aus dem Jahr 2021 zeigt bereits einen kleinen Zwerchfellbruch, bei dem der Mageneingang über dem Zwerchfell liegt, sowie Schleimhautveränderungen im unteren Teil der Speiseröhre. Dennoch blieb die Ursache der Beschwerden lange unklar, auch eine Operation ist damals nicht angezeigt.

Ein Vortrag bringt die Wendung

Erst als sich Wolfgang Grösch Mitte 2025 einen Vortrag von Dr. Thomas E. Langwieler, Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie und Leiter des zertifizierten Hernienzentrums an der Kreisklinik Bad Reichenhall, über Zwerchfellhernie im Rahmen der Reihe „Gesundheit aktiv“ anhört, beginnt sich für ihn das Bild zu klären. Ihm wird deutlich, dass seine Symptome möglicherweise eine konkrete Ursache haben und wird von seinem Hausarzt in das einzige zertifizierte Hernienzentrum der Region überwiesen, das in der Kreisklinik Bad Reichenhall beheimatet ist.

Chefarzt Dr. Langwieler erinnert sich: „Der Patient klagte über langjährige Schmerzen im Oberbauch und Druckschmerzen hinter dem Brustbein sowie über rezidivierendes Sodbrennen.“ Um eine sichere Diagnose zu stellen, werden nach der Sprechstunde noch weitere eingehende Untersuchungen geplant. „Aus meiner Sicht musste zwingend eine erneute Magenspiegelung mit gleichzeitiger Manometrie, einem medizinischen Diagnoseverfahren zur Messung von Druckverhältnissen und Muskelbewegungen im Magen-Darm-Trakt, erfolgen“, erklärt Dr. Langwieler. „Diese Untersuchungen werden bei uns gemeinsam mit den Kollegen der Gastroenterologie durchgeführt.“

Die Ergebnisse bestätigen Dr. Langwielers Verdacht: Es zeigt sich eine mittelgroße Hiatushernie – also eine Verlagerung von Teilen des Magens durch eine Öffnung im Zwerchfell. Zusätzlich lag eine nicht-erosive Refluxkrankheit (NERD) vor.

Gleich nach der Operation ist es besser

„Die Indikation zur Operation ergab sich aus der ausgeprägten retrosternalen Drucksymptomatik“, so der Chefarzt. „Gemeinsam mit dem Patienten haben wir das operative Vorgehen ausführlich besprochen.“ Grösch weiß noch: „Die Entscheidung fiel mir relativ leicht. Ich vertraute Dr. Langwieler und seinem Team absolut.“ Geplant wird eine minimalinvasive Operation. Dabei soll der verrutschte Anteil von Speiseröhre und Magen wieder in seine ursprüngliche Position gebracht und die Zwerchfelllücke verschlossen werden. Zusätzlich wird dabei der sogenannte His-Winkel rekonstruiert werden – eine wichtige anatomische Struktur, die normalerweise verhindert, dass Magensäure in die Speiseröhre zurückfließt. Im September 2025 wird der Eingriff durchgeführt.

Und schon kurz danach spürt Wolfgang Grösch deutliche Veränderungen. Zwar braucht der Körper zunächst Zeit, um sich an die neue Situation anzupassen – insbesondere beim Essen. Doch Schritt für Schritt wird es leichter. Und schon nach fünf Tagen kann er die Klinik wieder verlassen.

„Daheim wurde dann das Problem mit den Mahlzeiten von Woche zu Woche besser“, erzählt er. Heute meidet er lediglich kohlensäurehaltige Getränke. Die Liste der positiven Veränderungen hingegen ist für ihn beeindruckend. „Den Säureblocker brauche ich nicht mehr, die Magenschmerzen sind nahezu verschwunden. Auch mein Schnarchen ist zu 95 Prozent besser geworden – das bestätigt auch meine Frau.“ sagt er augenzwinkernd.  Besonders auffällig sind die Veränderungen bei seinen Blutwerten. „Meine Blutwerte sind um Welten besser geworden“, berichtet der leidenschaftliche Fagottist, der regelmäßig Blut spendet und deshalb seine Eisenwerte gut kennt. Weitere Beschwerden, die ihn früher belasteten, gehören inzwischen der Vergangenheit an. „Die Darmentzündungen sind verschwunden, die belegte Stimme am Morgen ist weg und auch das Sodbrennen ist komplett verschwunden.“ Selbst kleine Alltagsfreuden sind wieder möglich geworden. „Auch einen Faschingskrapfen kann ich mir mal wieder gönnen“, sagt der Werkleiter mit einem Lächeln.

Überrascht hat ihn eine weitere Veränderung: „Meine ausgeprägte Allergie gegen Mehl und Hausstaub ist fast ganz verschwunden.“ Früher habe er häufig ein Antihistaminikum benötigt, heute kaum noch. Für den Hobbybäcker steht fest, dass die Operation die einzig richtige Entscheidung war. „Von Woche zu Woche werde ich fitter und ich fühle mich wieder rundum wohl.“