Mehr Raum für Vertrauen und neue Perspektiven
Die beiden Vorstände der Kliniken Südostbayern AG, Dr. Uwe Gretscher und Philipp Hämmerle, informierten sich über die erweiterten Behandlungsmöglichkeiten für die noch bessere Umsetzung des besonderen Therapiekonzepts der Abteilung.
Dieser Besuch stand unter dem Motto: Mehr Platz für Gespräche, Bewegung, Kreativität und gemeinsames Erleben, denn mit dem Umzug in den Neubau des Klinikums Traunstein beginnt für die Kinder- und Jugendpsychosomatik (KJPSO) ein neues Kapitel. Erstmals seit Bestehen der Abteilung stehen für die psychosomatische Behandlung junger Patientinnen und Patienten eigene Räume für das gesamte therapeutische Angebot zur Verfügung. Dazu gehören unter anderem Küchen, Spielzimmer und ein Ruheraum.
„Mit diesen neuen Räumlichkeiten schaffen wir hervorragende Voraussetzungen für die Behandlung der Kinder und Jugendlichen“, betont Dr. Uwe Gretscher, Vorstandsvorsitzender der KSOB AG. „Besonders freut mich, dass wir damit die hohe medizinische und therapeutische Kompetenz, die hier seit vielen Jahren gelebt wird, auch räumlich auf ein neues Niveau heben konnten. Das ist ein wichtiger Schritt für die Versorgung junger Menschen in unserer Region.“
Die Umgebung ist für die Kinder und Jugendlichen immens wichtig
Denn was auf den ersten Blick „nur“ wie eine räumliche Verbesserung erscheint, bedeutet für die Kinder und Jugendlichen weit mehr. Gerade in der psychosomatischen Medizin braucht erfolgreiche Behandlung eine Umgebung, die Sicherheit vermittelt, Vertrauen fördert und Raum für persönliche Entwicklung bietet.
Die Kinder- und Jugendpsychosomatik am Klinikum Traunstein verfügt über eine lange erfolgreiche Tradition. Bereits seit 2002 werden hier junge Menschen mit psychosomatischen Erkrankungen behandelt. Damit zählt die Abteilung zu den Pionieren der pädiatrischen Psychosomatik. Entscheidend ist nicht allein die Behandlung einzelner Beschwerden, sondern der gesamte Blick auf den jungen Menschen, seine Lebenssituation und seine Beziehungen. „Wir behandeln Kinder und Jugendliche nach einem Konzept, bei dem Bindung und Beziehung im Mittelpunkt stehen“, erklärt der Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin Dr. Florian Gapp, Leitender Arzt der Abteilung. „Mit den neuen Räumen können wir unsere vielfältigen therapeutischen Angebote erstmals vollständig in einer eigenen räumlichen Umgebung verwirklichen. Das ist für uns ein großer Fortschritt. Denn erfolgreiche Therapie braucht nicht nur Fachwissen und Erfahrung, sondern auch Orte, an denen sich junge Menschen wohlfühlen, Vertrauen entwickeln und neue Fähigkeiten für ihren Alltag erlernen können.“
Eine besondere Stärke der Abteilung ist das umfangreiche psychotherapeutische Angebot: Einzel- und Gruppengespräche bilden dabei wichtige Säulen. Zur ärztlichen Behandlung kommen Kunst-, Tanz- und Bewegungstherapie, Physiotherapie, Logopädie und Ergotherapie. Alle Mitarbeitenden arbeiten eng zusammen, um die Kinder und Jugendlichen individuell zu unterstützen. Und die neuen Räume schaffen dafür nun die passenden Voraussetzungen.
„Beeindruckend ist vor allem, mit wie viel Engagement und Einfühlungsvermögen die unterschiedlichen Berufsgruppen hier zusammenarbeiten“, sagte KSOB-Vorstand Philipp Hämmerle. „Die Kinder und Jugendlichen brauchen neben einer fachlich ausgezeichneten Therapie vor allem Vertrauen, Sicherheit und Menschen, die sie auf ihrem Weg begleiten. Die neuen Räume bieten diesem hervorragenden Team jetzt noch bessere Möglichkeiten, diesen besonderen Behandlungsansatz im Alltag umzusetzen.“
Die jungen Patientinnen und Patienten werden wieder auf das Leben vorbereitet
Doch Therapie findet nicht nur innerhalb der Klinik statt. Der Pflege- und Erziehungsdienst gestaltet mit den Jugendlichen zahlreiche Aktivitäten, bei denen therapeutische Ziele mit Alltagserfahrungen verbunden werden. Mit einem eigenen Bus geht es beispielsweise in die Natur, in Museen, in den Bayern-Park oder in einen Trampolinpark. Auch begleitete Besuche in Einkaufszentren gehören dazu. Solche Unternehmungen helfen, schwierige Situationen schrittweise zu bewältigen und Sicherheit im Alltag zurückzugewinnen.
Auch die Klinikschule erhält bessere Bedingungen. Bis zum Bau des endgültigen Schulgebäudes stehen neu errichtete Unterrichtscontainer zur Verfügung. Dort können die Lehrkräfte ihren Unterricht gezielt an den besonderen therapeutischen Bedürfnissen der jungen Patienten ausrichten: Denn der Schulbesuch während der gesamten Dauer der Therapie in der KJPSO stellt einen wichtigen Pfeiler des Konzepts dar. Wenn Kinder und Jugendliche nach längerer Erkrankung wieder am Unterricht in ihrer alten Schule teilnehmen sollen, werden sie von der Station aus intensiv begleitet. Behutsame Schulversuche erleichtern den Wiedereinstieg.
Der Rundgang der Vorstände macht damit deutlich: Mit dem Neubau gewinnt die Kinder- und Jugendpsychosomatik nicht nur zusätzliche Räume. Sie erhält neue Möglichkeiten, ihr seit mehr als zwei Jahrzehnten bewährtes Behandlungskonzept weiterzuentwickeln – zum Wohl der Kinder und Jugendlichen.