Unsere Therapiehunde
Unsere vierbeinigen Mitarbeiter in der Akutgeriatrie heißen Oskar und Carlo. Die beiden Flat Coated Retriever sind ausgebildete Therapiehunde. Einmal wöchentlich besuchen sie dort mit ihrem Frauchen Dr. Tanja Weidlich die Station - und zaubern nicht nur Patienten und Patientinnen ein Lächeln ins Gesicht.
Oskar und Carlo sind Herzensbrecher. Wo sie auftauchen, ändert sich die Atmosphäre schlagartig, selbst schwerkranke Menschen lächeln, Freude ist spürbar. „Die Patienten und Patientinnen sind so glücklich, wenn sie die Hunde nur sehen und wenn sie sie dann auch noch streicheln dürfen, ist das für sie ein wunderschönes Erlebnis“, weiß Dr. Tanja Weidlich, Betriebsärztin bei der Kliniken Südostbayern AG. Einmal wöchentlich besuchen sie mit ihren Hunden die Station. Oskar und Carlo sind ihre Hunde und es war ihre Idee, sie zu Therapiehunden ausbilden zu lassen. Mit ihrem Vorhaben lief sie bei der leitenden Ärztin der Akutgeriatrie, Dr. Marianne Gerusel-Bleck, offene Türen ein.
In enger Absprache mit den medizinischen Kollegen vor Ort bekommt Dr. Tanja Weidlich vor den Besuchen mit ihren Hunden eine Liste der Patienten, die besucht werden können. Die warten dann entweder im Aufenthaltsraum oder, wenn sie nicht mobil sind, in ihren Zimmern. „Es ist wundervoll zu erleben, wieviel die Hunde den Patienten geben. Sie wirken beruhigend oder belebend, sie schenken ihnen innere Ruhe oder nehmen die Schwere. Es ist unglaublich, welches Gespür die Tiere haben, die wissen genau, für was jemand empfänglich ist. Es gibt Patienten, die wollen erst nicht so richtig, aber die Hunde gehen grad zu denen immer wieder hin, sie setzen sich dazu, sie bleiben hartnäckig. Und dann beginnen diese Menschen plötzlich doch, den Hund zu streicheln und man kann sehen, wie unglaublich gut es ihnen tut“, erzählt Dr. Weidlich.
Auch die leitende Ärztin der Akutgeriatrie Trostberg, Dr. Marianne Gerusel-Bleck kann bestätigen: „Wir haben erlebt, dass sich verschlossene Patienten, die mit den Tieren in Kontakt waren, endlich geöffnet haben und wir dadurch an Informationen gelangen konnten, die uns in Diagnostik und Behandlung ein ganzes Stück weitergebracht haben.“
Dass bei den Krankenhausbesuchen von Oskar und Carlos auf Hygiene geachtet wird, ist selbstverständlich, das ist nicht nur für die Patienten, sondern auch für die Hunde wichtig, die sich schnell mit Keimen infizieren können. Und weil die Tiere einen empfindlichen Magen haben, dürfen die Patienten nur Leckerlis verfüttern, die sie vorher von Dr. Weidlich bekommen haben.
Bereicherung fürs Team
Die Tiere geben nicht nur den Patienten viel, sondern auch dem Team, da herrscht gleich ein ganz anderes Arbeitsklima, wenn sie da sind. Und es haben sich auch sofort Paten gefunden, die die Besuche der Hunde bei den Patienten vorbereiten.
Was von außen nach Spaß und Kuscheln ausschaut, ist für Oskar und Carlo trotzdem Arbeit. Sich von Fremden anfassen lassen, aufmerksam zu sein, alle Kommandos zu hören und die vielen fremden Gerüche sind für die Tiere anstrengend. Deswegen bleibt Dr. Tanja Weidlich meist nicht länger als eine halbe bis eine dreiviertel Stunde. „Danach sind die beiden fix und fertig und schlafen im Auto sofort ein“, sagt sie. Neben der Akutgeriatrie besucht die Ärztin mit ihren Hunden auch die anderen Häuser der Kliniken Südostbayern, wenn sie dort gebraucht wird, etwa die Kinderklinik in Traunstein oder die Palliativstation in Bad Reichenhall und Traunstein. Sie macht das ehrenamtlich. Und Oskar und Carlo erhalten ihren Lohn in Form von gesunden Leckerlis.