Alterstraumatologisches Zentrum
Ein Sturz im höheren Alter kann auch bei größter Vorsicht passieren. Die häufigste Verletzungen ist hierbei ein Bruch in der Nähe des Hüftgelenks. Dass Patienten trotz dieser gefürchteten Situation optimistisch in die Zukunft schauen können, dafür sorgt das Alterstraumatologische Zentrum Traunstein-Trostberg mit seiner ganzheitlich orientierten, häuserübergreifenden Zusammenarbeit.
Schritt für Schritt ins selbständige Leben zurück
Das Alterstraumatologische Zentrum Traunstein-Trostberg hilft betagten unfallverletzten Patienten.
Ein Sturz im höheren Alter kann auch bei größter Vorsicht passieren. Die häufigste Verletzungen ist hierbei ein Bruch in der Nähe des Hüftgelenks. Dass Patienten trotz dieser gefürchteten Situation optimistisch in die Zukunft schauen können, dafür sorgt das interdisziplinäre Team des Alterstraumatologischen Zentrums Traunstein-Trostberg mit seiner ganzheitlich orientierten, häuserübergreifenden Zusammenarbeit.
Das Alterstraumatologische Zentrum Traunstein-Trostberg steht unter der unfallchirurgischen Leitung von Prof. Dr. Kolja Gelse, Chefarzt der Unfallchirurgie und Orthopädische Chirurgie Traunstein, und der Geriatrischen Leitung von Dr. Herbert Bruckmayer, Leitender Arzt der Akutgeriatrie Trostberg. Koordiniert wird es von Dr. Marianne Gerusel-Bleck, Leitende Ärztin der Akutgeriatrie Trostberg und Dr. Tobias Lewens, Oberarzt der Unfallchirurgie und Orthopädische Chirurgie Traunstein.
2017 wurde das Alterstraumatologische Zentrum Traunstein-Trostberg von der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie zertifiziert und ist mittlerweile erfolgreich rezertifiziert. Dieser Zertifizierung ging eine genaue Überprüfung anhand eines klar definierten Kriterienkatalogs voraus. In ihrem Bericht zur Überprüfung hoben die Sachverständigen hervor, dass Aufbau und Weiterentwicklung des Alterstraumazentrums von Geschäftsleitung und zentralem Qualitätsmanagement der Kliniken Südostbayern AG (KSOB) „maßgeblich unterstützt“ würden und „der Fokus auf geriatrischen Themen als Teil der Gesamtstrategie“ der KSOB zu sehen sei. Ausgesprochen positiv gesehen wurde von den Prüfern auch die „Sensibilisierung aller Professionen für geriatrische Themen sowie Engagement und Fortbildungsbereitschaft aller beteiligten Berufsgruppen.“
Wie die Alterstraumatologie mit ihrem Fachwissen aus Chirurgie und Geriatrie der ganz spezifischen Situation des Unfallverletzten alten Menschen Rechnung trägt, durften mittlerweile mehrere hundert Patienten erfahren. Die Patienten werden beispielsweise nach einem Bruch des Oberschenkelhalses in der Unfallchirurgie und Orthopädischen Chirurgie des Klinikums Traunstein operiert und dann in der Akutgeriatrie Trostberg vom interdisziplinären Team der Geriaterin und Internistin Dr. Gerusel-Bleck weiterversorgt. Mehrere Pflegekräfte verfügen hier über eine spezifisch geriatrische Zusatzausbildung.
Die meisten betagten Patienten leiden an mehreren Vorerkrankungen. Dies berücksichtigt die Alterstraumatologie ebenso wie die Tatsache, dass der Organismus eines älteren Menschen anders funktioniert und reagiert als der eines jungen. Und so beginnt das für den optimalen Behandlungserfolg nötige ganzheitliche Therapiekonzept des Alterstraumatologischen Zentrums schon bei der Notaufnahme. Ab diesem Zeitpunkt arbeiten Chirurgen und Geriater Hand in Hand. Visiten der Geriater in Traunstein sind vor oder nach der Operation im Klinikum ebenso selbstverständlich wie die Visiten der Traunsteiner Chirurgen bei den mit stabilen Wundverhältnissen in die Alterstraumatologie Trostberg verlegten Patienten.
Hier hilft ein interdisziplinäres Team aus Geriatern, Internisten, speziell ausgebildeteten Pflegekräften, Ergotherapeuten, Physiotherapeuten, Musiktherapeutin, Psychologin, Gerontologen, Ernährungsberaterin und Sozialdienst den Patienten - im wahrsten Sinne des Wortes - wieder rasch auf die Beine zu kommen. Dabei kann es durchaus passieren, dass ein Patient nach einem Sturz-Unfall Angst vor dem erneuten Hinfallen hat. Dem so genannten „Post-Fall-Syndrom“ begegnen die Therapeuten behutsam und mit Einfühlungsvermögen. Mit ihren Mobilisationsübungen vermitteln sie ihren betagten Patienten wieder ein Gefühl der Sicherheit. „Die interdisziplinäre Zusammenarbeit und die Zeit sind das eigentliche Geheimnis“, sagt Dr. Gerusel-Bleck. Aber auch, wenn die Geriatrie als entschleunigte Medizin bezeichnet werden könne, hätte das Team seine Patienten immer mit geschulten Augen im Blick. So könnten die von den klassischen Symptomen abweichenden altersspezifischen Symptome schnell erkannt und die Therapie immer wieder aktuell angepasst werden. Dass Dr. Gerusel-Bleck sich auf gut vorstellen kann, in welche jeweilige Wohn- und Lebenssituation ihre Patienten nach der Behandlung zurückkehren, liegt an ihren Berufserfahrungen in der ambulanten Pflege. Dort hat die gelernte Krankenschwester vor ihrem Medizinstudium wertvolle Erfahrungen gesammelt.
Dass die Patienten so eigenständig wie möglich in ein selbstbestimmtes Leben zurückkehren können, ist das Ziel der Arbeit des Alterstraumatologische Zentrum Traunstein-Trostberg“. Viele Patienten verabschieden sich sogar mit ein bisschen Wehmut von dem Team, „das so nett war und mir so gut geholfen hat“ wie ein Patient zum Abschied sagte.