FÜR PATIENTEN
Ablauf einer Anästhesie
- Nehmen Sie am OP‑Tag beziehungsweise in der Woche vor der Operation Ihre Medikamente wie zuvor mit der Anästhesistin oder dem Anästhesisten abgesprochen ein. Halten Sie die Ihnen genannte Nüchternheitsphase strikt ein, um unnötige Risiken zu vermeiden. Bitte verzichten Sie mindestens sechs Stunden vor dem Eingriff auf feste Nahrung. Klare Flüssigkeiten dürfen in kleinen Mengen bis zwei Stunden vor der Operation eingenommen werden. Vermeiden Sie Milch und Fruchtsäfte mit Fruchtfleisch. Nach der Operation dürfen Sie wieder normal essen und trinken. Entfernbare Zahnprothesen, Hörgeräte und Schmuck sollten im Patientenzimmer abgelegt und sicher weggeschlossen werden.
- Vor dem Eingriff trifft die Anästhesistin oder der Anästhesist zusammen mit einer speziell ausgebildeten Pflegekraft alle Maßnahmen zur Vorbereitung und Einleitung der gewählten Anästhesieform. Dazu gehören die richtige Lagerung, das Legen eines Venenzugangs mit Infusion und das Anbringen des Monitorings für Herz, Kreislauf, Atmung sowie des Flüssigkeitshaushalts. Falls abhängig vom Umfang der Operation, Ihrem Alter oder Gesundheitszustand weitere Maßnahmen erforderlich sind, wurden diese im Vorfeld mit Ihnen besprochen.
- Bei geplanter Allgemeinanästhesie wird das Einschlafen durch intravenöse Gabe entsprechender Medikamente herbeigeführt. Bei einer Regionalanästhesie wird unter dem Schutz einer örtlichen Betäubung die Injektion des Lokalanästhetikums vorgenommen.
- Während der Operation überwacht die Anästhesistin oder der Anästhesist kontinuierlich alle wichtigen Parameter für Herz‑, Kreislauf‑ und Atemfunktion sowie den Flüssigkeits- und Wärmehaushalt und nimmt gegebenenfalls Korrekturen vor. Dazu gehören das Einstellen von Geräten, die Gabe von Medikamenten und Infusionen sowie, falls erforderlich, Bluttransfusionen.
- Nach Ende des operativen Eingriffs werden Sie in der Regel im Aufwachraum weiter überwacht, bis die wichtigsten körperlichen Funktionen sich normalisiert haben. Dazu zählt vor allem die Einleitung oder Fortführung einer angemessenen Schmerztherapie. Nach größeren Eingriffen oder bei erhöhtem körperlichem Risiko erfolgt die Weiterverlegung zur intensivmedizinischen Überwachung.
- Kleinere Eingriffe werden häufig ambulant durchgeführt. Voraussetzungen sind ein unauffälliger Allgemeinzustand und eine häusliche Versorgung nach dem Eingriff. Es ist erforderlich, dass Sie von einer mündigen erwachsenen Person abgeholt werden und für mindestens 24 Stunden zu Hause betreut werden. In den ersten 24 Stunden nach der Operation dürfen Sie nicht aktiv am Straßenverkehr teilnehmen und sind in diesem Zeitraum nicht geschäftsfähig. Alle organisatorischen Details werden im Vorgespräch mit der Anästhesistin oder dem Anästhesisten geklärt.