Stuhlinkontinenz
Unter Stuhlinkontinenz versteht man den unkontrollierten Abgang von Winden, flüssigem oder festem Stuhl (Stuhlinkontinenz Grad I, II oder III). Wenn der ungewollte Stuhlabgang überhaupt nicht wahrgenommen wird, so spricht man von einer passiven Stuhlinkontinenz, während bei der Drang-Stuhlinkontinenz der Darminhalt nicht lange genug zurückgehalten werden kann, bis eine Toilette erreicht wird.
Bei den erkrankten Patienten handelt es sich entgegen weitläufiger Meinung keineswegs nur um alte, multimorbide Menschen. Auch Patienten, die noch mitten im Leben stehen, können von einer Schließmuskelschwäche betroffen sein.
Die Ursachen können sein: Geburtsverletzungen, neurologische Störungen (wie z.B. Bandscheibenvorfall, Multiple Sklerose, Diabetes, Rückenmarksverletzungen) oder Operationen am Enddarm (z.B. bei Darmkrebs oder Vorfall des Mastdarms, Hämorrhoiden, Analfisteln). Nicht selten ist bei Frauen auch eine Beckenbodenschwäche für eine mangelnde Kontinenzfunktion verantwortlich. Permanentes verstärktes Pressen bei der Stuhlentleerung ist ebenfalls ein Risikofaktor für eine Schließmuskelschwäche.