Qualitätszahlen - Transparenz für Patientinnen und Patienten
Wie gut ist die medizinische Versorgung in der Region
Eine belastbare Antwort auf die Frage nach der Qualität einer Klinik geben die jetzt veröffentlichten Zahlen für 2025 aus Krankenhäusern und Spitälern, die Mitglied in der Initiative Qualitätsmedizin e.V. (IQM) sind. Mit dabei sind die Kliniken Südostbayern (KSOB). In der Initiative Qualitätsmedizin engagieren sich länder- und trägerübergreifend derzeit knapp 450 Krankenhäuser und Spitäler für mehr Qualität in der Medizin. In Deutschland und der Schweiz versorgen die IQM-Mitglieder jährlich 6,8 Mio. Patientinnen und Patienten stationär, was einem Anteil von gut 40 % in Deutschland und rund 35 % in der Schweiz entspricht.
Sämtliche Behandlungsergebnisse aller KSOB-Standorte sind auf der Website der KSOB (Qualitätsmanagent) veröffentlicht und das schon seit 2016 – freiwillig, eigenverantwortlich und ohne gesetzliche Verpflichtung. Mit der Veröffentlichung der Ergebnisse entsteht ein transparentes Bild der medizinischen Versorgungsqualität in den Kliniken Südostbayern. Und damit ein Maßstab, der über den eigenen Klinikverbund hinaus Wirkung entfaltet.
Um für alle Behandlungen einen validen Vergleich zu anderen Kliniken zu bekommen, gibt es in der Liste, neben der Information über die Gesamtzahl aller Eingriffe, auch einen Durchschnittswert pro Klinik, der über alle IQM-Mitgliedskliniken gerechnet wird. Dazu wird der in den Kliniken Südostbayern erzielte Wert in Relation gesetzt, um festzustellen, ob an den Standorten der KSOB im Durchschnitts-Vergleich viele oder wenige Behandlungen durchgeführt wurden und wie Behandlungsergebnisse zu bewerten sind. Um das extrem umfangreiche Zahlenwerk greifbar zu machen, wurden exemplarisch einige Behandlungen an den Standorten der KSOB herausgegriffen.
Standort Klinikum Traunstein
Seit 2023 wird mit dem Roboter daVinci Xi die roboterassistierte Chirurgie im Klinikum Traunstein genutzt. Für viszeralchirurgische und urologische Eingriffe (Darm-, Nieren-, Blasen- oder Prostataeingriffe) wurde insgesamt in Deutschland und der Schweiz 20.359 Mal eine robotisch assistierte Art der Behandlung vorgenommen. Der Durchschnittswert 2025 an einer deutschen Klinik liegt bei 165,5 Behandlungen. Im Klinikum Traunstein wurden 181 Eingriffe vorgenommen, also zeigt das Ergebnis, dass hier überdurchschnittlich große Erfahrungswerte für diese äußerst schonende Operationsweise vorliegen.
Die Hauptdiagnose Lungenkrebs bekamen in 2025 68.189 Menschen im Vergleichsgebiet der IQM. Durchschnittlich wurden 201,7 Fälle pro Klinik verzeichnet. Im Klinikum Traunstein wurden 254 Menschen mit dieser Diagnose versorgt. Bei Dick- und Enddarmkrebs betrugen die Fallzahlen gesamt 44.769, was in einer durchschnittlichen Behandlungszahl von 130,9 Fällen pro Klinik resultierte. Das Klinikum Traunstein behandelte in 2025 insgesamt 282 Patientinnen und Patienten mit dieser Diagnose, also mehr als doppelt so viele wie andere Kliniken. Das Zertifizierte Onkologische Zentrum am Klinikum Traunstein kann sich also hohe Fallzahlen auf die Fahne schreiben, was wiederum für eine große Expertise spricht.
Standort Kreisklinik Bad Reichenhall
Am Standort Bad Reichenhall stand das Thema Sepsis im Fokus der Qualitätsbetrachtung. Eine Sepsis, umgangssprachlich „Blutvergiftung“, ist die lebensbedrohliche, fehlgesteuerte Reaktion des Körpers auf eine Infektion. Anstatt den Erreger (wie Bakterien, Viren oder Pilze) lokal zu bekämpfen, greift dabei das eigene Immunsystem die gesunden Zellen und Organe an, daher ist eine Sepsis immer ein akuter medizinischer Notfall. Die Kreisklinik Bad Reichenhall wies bei der Hauptdiagnose Sepsis eine signifikant bessere Überlebensquote auf als der Durchschnitt der IQM-Mitglieds-Kliniken, auch bei einhergehendem Schock oder Organkomplikation. Nur 60 Todesfälle bei insgesamt 241 Fällen mit Komplikation wurden verzeichnet. Bei Fällen ohne Schock kann die Kreisklinik sogar darauf verweisen, dass absolut alle Patientinnen und Patienten die Sepsis überlebt haben, wohingegen der Durchschnittswert bei anderen Kliniken hier bei einer 14,5 %-igen Sterblichkeit lag.
Standort Fachklinik Berchtesgaden
Die Fachklinik Berchtesgaden wurde im Bereich der geriatrischen Frührehabilitation untersucht und glänzte in 2025 mit einem Ist-Wert von 1.147 Fällen mit einem nahezu doppelt so hohen Wert wie die durchschnittliche Fallzahl anderer Kliniken, der bei 564 lag. Das untermauert die tiefgreifende Erfahrung der Akutgeriatrie der Fachklinik Berchtesgaden.
Ein weiterer untersuchter Bereich war die Operations-Qualität bei Hüftgelenks- oder Kniegelenksersatz – beides sehr häufig durchgeführte Eingriffe und erst kürzlich bundesweit in den Medien. In der Fachklinik Berchtesgaden wurden die möglichen Komplikationen beleuchtet. Und bei 269 Fällen konnte ein sehr gutes Ergebnis von nur 2 Fällen mit Komplikationen erzielt werden, was einen Prozentsatz von lediglich 0,7 % bedeutet. Beim Kniegelenksersatz wurden komplett alle 290 durchgeführten Operationen völlig komplikationslos durchgeführt.
Standort Kreisklinik Trostberg
Gerade so groß wie ein Schmetterling, leistet die Schilddrüse enorm viel, sie steuert zum Beispiel fast alle Körperfunktionen. Erkrankt das kleine Hochleistungsorgan, braucht es für Untersuchung und Behandlung oft Ärzte unterschiedlicher Disziplinen. Das Schilddrüsenzentrum der Kreisklinik Trostberg wurde durch die IQM zum Thema Eingriffe an der Schilddrüse überprüft. Hier stand die operative Entfernung der Schilddrüse im Mittelpunkt der Bewertungen: Insgesamt wurden 155 operative Behandlungen durchgeführt, was weit mehr als doppelt so viele sind, wie im Durchschnittswert der anderen Kliniken im Vergleich. Davon entfielen 13 auf Schilddrüsenkrebs und 140 auf eine gutartige Erkrankung. Allein diese beeindruckenden Zahlen sprechen für die umfassende Expertise des Schilddrüsenzentrums an der Kreisklinik Trostberg.