18.06.2026 - Kreisklinik Trostberg

Kleine Helfer ganz groß

Die Kinder lernen auf der Rettungswache, was ein Notfallteam dabeihat, wenn was passiert.
Die Kinder lernen auf der Rettungswache, was ein Notfallteam dabeihat, wenn was passiert.

Notfalltraining mit den Kindern des Trostberger Kindergartens „Tatütata“

Ein nicht ganz typisches Publikum versammelte sich am 10. und 11. Juni 2026 im Turnraum des AWO-Kindergartens Tatütata in Trostberg: Die Kinder der Bären- und der Löwengruppe nahmen an einer ganz besonderen Fortbildung rund um das Thema Rettungsdienst und Notfallversorgung teil.

Durchgeführt wurde die Veranstaltung von Dr. Martin Schwibach, Oberarzt an der Kreisklinik Trostberg sowie Fortbildungsbeauftragter der Notarztgemeinschaft Trostberg. Ziel der Aktion war es, bereits den Jüngsten die Angst vor Rettungsdienst, Notarzt und Krankenhaus zu nehmen und gleichzeitig altersgerecht zu vermitteln, wie Hilfe in einer Notfallsituation organisiert wird.

Was ist ein Notfall und was muss ich tun?

Zu Beginn erfuhren die Kinder, welche Aufgaben ein Notarzt übernimmt und welche Einsatzfahrzeuge im Rettungsdienst unterwegs sind. Dabei wurden das Notarzteinsatzfahrzeug (NEF), der Rettungswagen (RTW), Krankentransportwagen (KTW) sowie der Rettungshubschrauber vorgestellt. Anschließend wurde gemeinsam besprochen, welche Situationen echte Notfälle darstellen und wann unbedingt Hilfe geholt werden sollte.

Ein besonderer Höhepunkt war die praktische Alarmierung über die Notrufnummer 112. Dank der Unterstützung der Integrierten Leitstelle Traunstein konnten die Kinder selbst einen Probe-Notruf absetzen. Mit viel Geduld, Einfühlungsvermögen und Professionalität führten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Leitstelle die Kinder durch das Gespräch und erklärten die wichtigsten Fragen, die bei einem Notruf beantwortet werden müssen.

Neben der Theorie stand vor allem das Mitmachen im Vordergrund. Die Kinder konnten ihren Puls tasten, die Atmung kontrollieren und mit einem Stethoskop Herz- und Atemgeräusche abhören. Außerdem wurde gemeinsam eine kindgerechte, vereinfachte Form der stabilen Seitenlage geübt.

Nach dem theoretischen Teil im Kindergarten ging es zu Fuß zur Rettungswache Trostberg. Dort konnten die Kinder verschiedene Einsatzfahrzeuge aus nächster Nähe besichtigen. Für besondere Begeisterung sorgte am ersten Veranstaltungstag der zufällig anwesende Rettungshubschrauber Christoph 14, der von den Kindern aus nächster Nähe bestaunt werden konnte.

Ziel: Keine Angst vor medizinischen Notfallsituationen

Den Abschluss bildete ein Besuch in der Zentralen Notaufnahme des Krankenhauses Trostberg. Claudia Wimmer und Klaus Mayer aus dem Team von Hubert Pilgram, Chefarzt der Zentralen Notaufnahme der Kreisklinik Trostberg, zeigten den Kindern, wie die Versorgung im Krankenhaus abläuft. Dabei wurde unter anderem einer Erzieherin ein Gips angelegt und anschließend wieder entfernt – ein Programmpunkt, der für großes Staunen sorgte.

Die Aktion verfolgte ein klares Ziel: Kindern frühzeitig die Angst vor medizinischen Notfallsituationen zu nehmen und ihnen zu zeigen, dass Rettungsdienst, Leitstelle und Krankenhaus Helfer sind, die jederzeit Unterstützung leisten. Gleichzeitig sollten die Grundlagen der Rettungskette nicht nur erklärt, sondern für die Kinder unmittelbar erlebbar gemacht werden.

Am Ende waren sich alle Beteiligten einig: Die beiden Aktionstage waren ein voller Erfolg. Besonders die Begeisterung, Neugier und Offenheit der Kinder zeigten, wie wichtig es ist, bereits im Kindergartenalter spielerisch an das Thema Erste Hilfe und Notfallversorgung heranzuführen.