Psychologische Versorgung über Klinikgrenzen hinweg
Mitte 2025 hatten das InnKlinikum und die Kliniken Südostbayern (KSOB) die psychologische Versorgung an ihren Klinikstandorten mit einem gemeinsamen Fachbereich enger verzahnt. Jetzt fand in der, ziemlich genau mittig gelegenen, Kreisklinik Trostberg die erste Leitungskonferenz der beiden Klinikverbünde statt. Der Psychotherapeut und Psychoonkologe Dr. Stefan Rieger ist der Leiter dieser Abteilung für Medizinischen Psychologie. Im Gespräch erklärt er die Struktur der Abteilung und berichtet über die Ziele des letzten Jahres, die dort besprochen wurden.
Herr Dr. Rieger, was hat sich durch den gemeinsamen Fachbereich verändert?
Unser Ziel war und ist die psychologische Versorgung in der Region Südostbayern stärker zu bündeln. Am InnKlinikum mit seinen beiden Standorten Altötting und Mühldorf besteht bereits seit Längerem eine eigene Abteilung. Eine solche Struktur haben wir während des letzten Jahres auch bei den KSOB geschaffen. Gleichzeitig führen wir damit Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die bislang in den einzelnen Häusern eher nebeneinander gearbeitet haben, zu Teams zusammen.
Wie ist die Leitung organisiert?
Die standortübergreifende Verantwortung für alle Klinikstandorte liegt bei mir. Zugleich setzen wir mein Konzept einer örtlich zuständigen Leitung um. Entscheidungen sollen damit weiterhin auf kurzem und direktem Weg in den Häusern getroffen werden. Gleichzeitig können wir Synergieeffekte besser nutzen.
Was bedeutet die Zusammenarbeit konkret?
Bei dieser ersten Regionalkonferenz mit den leitenden Psychologinnen und Psychologen der Häuser haben wir begonnen, Prozesse zu vereinheitlichen, voneinander zu lernen und Strukturen zum Wohl der Patienten zu verbessern. Angestoßen wurde beispielsweise ein einheitliches Vorgehen für eine Verfahrensanweisung im Umgang mit suizidalen Patienten. Auch das Verfahren für Weiterbildungsassistenten wird unternehmensübergreifend vereinheitlicht. Zudem haben wir Projekte und Veranstaltungen für 2027 geplant.
Welche Aufgaben übernehmen die Psychologen in den Kliniken?
Die Schwerpunkte unterscheiden sich je nach Standort: In Altötting und Traunstein liegt unser Tätigkeitsschwerpunkt vor allem in Psychoonkologie und Palliativmedizin, in Trostberg und Berchtesgaden in Akutgeriatrie und Schmerztherapie, in Mühldorf in Akutgeriatrie, Pneumologie und rehabilitativen Konzepten.
Und was verbindet alle Standorte?
Überall unterstützen wir die Fachabteilungen als Konsildienst. Wir betreuen Patientinnen und Patienten, die aufgrund einer körperlichen Erkrankung mit psychischen Problemen in die Klinik kommen oder gerade wegen der körperlichen Betroffenheit auch eine psychische Erkrankung entwickeln. Außerdem arbeiten wir an allen Standorten diagnostisch in der Neuropsychologie sowie bei der Differenzialdiagnostik psychosomatischer Erkrankungen. Uns eint das gemeinsame Ziel, psychisch belastete Patientinnen und Patienten in allen Häusern immer besser zu versorgen.