01.10.2026 - Kreisklinik Bad Reichenhall

Gute Endoskopie braucht medizinisches Wissen

An der Kreisklinik Bad Reichenhall werden Medizinische Fachangestellte (MFA) für die Arbeit in der Endoskopie weitergebildet. Im Mittelpunkt stehen medizinisches Fachwissen, Hygiene, Medikamente und Instrumente – aber auch der sensible Umgang mit Patientinnen und Patienten. Priv.-Doz. Dr. Andrej Wagner M.Sc., Chefarzt Innere Medizin I, Gastroenterologie und Diabetologie, erklärt, was die Teilnehmerinnen lernen und warum die Fortbildung so wichtig ist.

Herr Dr. Wagner, an wen richtet sich der Endoskopie-Kurs?

Der Kurs richtet sich an Medizinisch-technische Fachangestellte (MFA), die in der Endoskopie, also im gastroenterologischen Bereich, arbeiten. Für diesen Bereich gibt es eine gesetzliche Vorgabe, wonach ein hoher Anteil der dort tätigen MFA diese Ausbildung haben muss. Entsprechend groß ist der Bedarf. Gleichzeitig wird die Weiterbildung überhaupt nur an wenigen Orten in Deutschland angeboten: Die nächste Ausbildungsmöglichkeit befindet sich in München oder sogar in Bamberg, wir sind also in ganz Südostbayern die einzige Ausbildungsstätte.

Welche medizinischen Inhalte lernen die Teilnehmerinnen?

Die Themen spiegeln die ganze Vielfalt der Endoskopie wider. Wir beschäftigen uns mit der Anatomie und den Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes, der Bauchspeicheldrüse und der Leber sowie mit deren Behandlung. Ein besonderer Fokus liegt auf der endoskopischen Diagnostik und Therapie. Konkret geht es beispielsweise darum, wann eine Magenspiegelung bei Sodbrennen oder Magengeschwüren eingesetzt wird und wie Blutungen bei einem Magengeschwür behandelt werden. Weitere Themen sind die endoskopische Behandlung von Gallensteinen bei Gallenkoliken, die Erkennung von Darmkrebs und die Entfernung von Polypen bei einer Vorsorgedarmspiegelung.

Was gehört neben dem medizinischen Wissen zur Weiterbildung?

Behandelt werden auch die Hygiene am Arbeitsplatz, arbeitsrechtliche Themen sowie die zahlreichen Instrumente und Medikamente, die in einer Endoskopie zum Einsatz kommen. Allein das ist schon sehr umfangreich. Deshalb unterrichten bei uns erfahrene Gesundheits- und Krankenpfleger, aber auch Ärztinnen und Ärzte, beispielsweise Anästhesisten, aber auch Apotheker und Hygienefachkräfte.

Wie profitieren Patientinnen und Patienten von diesem Wissen?

Neben den fachlichen Kenntnissen sind die Arbeitsabläufe und die Kommunikation entscheidend. Die MFA lernen, wie die Zusammenarbeit mit dem Arzt und – besonders wichtig – die Kommunikation mit den Patientinnen und Patienten ablaufen. Gerade in der Endoskopie haben wir viel mit Intimsphäre und mit Sorgen der Menschen zu tun. Deshalb sind eine gute Schulung in Kommunikation, die Zuwendung zu den Patienten und die Nachsorge nach Untersuchungen von großer Bedeutung.

Wie ist der Kurs organisiert?

Gestartet sind wir Ende Februar 2026 im großen Seminarraum in der Kreisklinik Bad Reichenhall. Begleitende Praktika finden in unserer Endoskopie sowie in den Endoskopien der jeweiligen Praxen statt. Am Grundkurs nahmen 16 Teilnehmerinnen teil, davon 12 Mitarbeiterinnen der KSOB sowie vier externe. Der Aufbaukurs für die Teilnehmerinnen startet dann im September und endet mit der Prüfung am 9. Januar 2027. Damit sind die MFA sehr gut gerüstet für die Herausforderungen in einer Endoskopie und verfügen über großes Wissen.