Wirbelsäulenmedizin im Fokus
28. Traunsteiner Unfallchirurgisch-Orthopädisches Symposium - Neue Abteilung für Skoliosenchirurgie und Wirbelsäulendeformitäten am Klinikum Traunstein vorgestellt – Fachlicher Austausch über moderne Behandlungsmöglichkeiten
Von angeborenen Fehlstellungen der Wirbelsäule über verschleißbedingte Erkrankungen bis hin zu modernen Verfahren der Schmerztherapie: Das 28. Traunsteiner Unfallchirurgisch-Orthopädische Symposium widmete sich am 10. Oktober 2026 den vielfältigen Möglichkeiten der Behandlung von Wirbelsäulenerkrankungen und -verletzungen. Unter dem Motto „Die Wirbelsäule: Probleme richtig erkennen – differenziert behandeln“ kamen zahlreiche Ärztinnen und Ärzte im Bildungszentrum des Klinikums Traunstein zusammen. Die traditionsreiche Veranstaltung zählt seit vielen Jahren zu den etablierten medizinischen Fortbildungen in der Region.
Neue Abteilung erweitert medizinisches Leistungsspektrum
Ein besonderer Schwerpunkt des Symposiums war die Vorstellung der neu gegründeten Abteilung für Skoliosenchirurgie und Wirbelsäulendeformitätenam Klinikum Traunstein. Organisator des Symposiums war Prof. Dr. Kolja Gelse, Chefarzt der Abteilung für Unfallchirurgie und Orthopädische Chirurgie. Die neue Abteilung wird von Chefarzt Dr. Mostafa Mosafer geleitet, der seine weit überregionale Expertise in der Behandlung komplexer Wirbelsäulenfehlstellungen nach Traunstein einbringt.
Mit der neuen Abteilung wird das bestehende zertifizierte Wirbelsäulenspezialzentrum, in dem die Unfallchirurgie und Orthopädische Chirurgie sowie die Neurochirurgie eng zusammenarbeiten, gezielt gestärkt. Insbesondere auch für Kinder und Jugendliche mit angeborenen oder im Wachstum entstandenen Fehlstellungen der Wirbelsäule erweitert sich damit das spezialisierte Behandlungsangebot am Klinikum Traunstein.
Von bewährten Therapien bis zu innovativen Verfahren
Das wissenschaftliche Programm beleuchtete ein breites Spektrum konservativer und operativer Behandlungsmöglichkeiten. Dr. Peter Moravec, niedergelassener Orthopäde in Rosenheim und zugleich in der Skoliosenchirurgie am Klinikum Traunstein tätig, erläuterte die nicht-operativen Therapieansätze bei verschleißbedingten Veränderungen der Wirbelsäule. Dr. Florian Wittmann, Leitender Oberarzt der Skoliosenchirurgie am Klinikum Traunstein, stellte die entsprechenden operativen Behandlungsmöglichkeiten vor.
Chefarzt Dr. Mostafa Mosafer gab Einblicke in die moderne Behandlung angeborener Wirbelsäulenfehlstellungen und zeigte anhand komplexer Krankheitsbilder die Möglichkeiten innovativer chirurgischer Korrekturverfahren auf. Prof. Dr. Kolja Gelse widmete sich den Chancen und Grenzen minimalinvasiver Eingriffe bei Wirbelsäulenverletzungen, insbesondere auch bei älteren Patientinnen und Patienten nach Stürzen.
Den Abschluss bildete ein Vortrag von Moritz Faß über moderne Verfahren der Schmerztherapie. Neben der etablierten Thermokoagulation stellte er innovative Möglichkeiten der Neuromodulation vor, bei der Schmerzsignale durch gezielte elektrische Stimulation beeinflusst werden können.
Fachlicher Austausch in kollegialer Atmosphäre
Neben den praxisnahen Vorträgen bot das Symposium viel Raum für Diskussionen und den Erfahrungsaustausch zwischen Klinik und niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten. Die positive Resonanz unterstrich einmal mehr die Bedeutung der Veranstaltung als regionales Fortbildungsforum. Zugleich machte die Vorstellung der neuen Abteilung für Skoliosenchirurgie und Wirbelsäulendeformitäten deutlich, wie das Klinikum Traunstein sein hochspezialisiertes medizinisches Leistungsspektrum kontinuierlich weiterentwickelt.