28.10.2026 - Kliniken Südostbayern

Warnung vor betrügerischen Schockanrufen

Das Polizeipräsidium Oberbayern Süd und die Kliniken Südostbayern (KSOB) appellieren an die Bevölkerung zur erhöhten Wachsamkeit

Die Polizei und die KSOB warnen vor sogenannten „Schockanrufen“, einer derzeit vermehrt auch in Bayern auftretenden Betrugsmasche, bei der sich Kriminelle am Telefon als Klinikbeschäftigte ausgeben. In unseren Nachbarlandkreisen sind bereits über 50 solcher Anrufe bekannt geworden.

Bei diesen sogenannten „Schockanrufen“ behaupten die Anrufer, ein naher Angehöriger sei nach einem schweren Unfall oder aufgrund einer lebensbedrohlichen Erkrankung im Krankenhaus aufgenommen worden. Im weiteren Gespräch setzen die Betrüger die Angerufenen gezielt unter emotionalen Druck und fordern hohe Geldsummen. Angeblich sei die sofortige Zahlung notwendig, um eine dringend benötigte Behandlung, eine Operation oder die weitere medizinische Versorgung des Familienmitglieds sicherzustellen.

„Diese Anrufe sind perfide und zielen darauf ab, Menschen in einer emotionalen Ausnahmesituation zu schnellen Entscheidungen zu bewegen“, erklärt Stefan Sonntag, Leiter der Pressestelle des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd in Rosenheim. Und Alexander Schlaak, Leiter Kommunikation und Marketing der KSOB, ergänzt: „Krankenhäuser fordern niemals telefonisch Geldzahlungen von Angehörigen, um medizinische Behandlungen durchzuführen oder fortzusetzen.“

Die Kliniken Südostbayern weisen ausdrücklich darauf hin:

  • Krankenhäuser verlangen keine Barzahlungen am Telefon.
  • Medizinische Notfallbehandlungen werden nicht von einer vorherigen Zahlung abhängig gemacht.
  • Krankenhausbeschäftigte holen kein Bargeld, keinen Schmuck oder Wertsachen bei Angehörigen ab.
  • Persönliche oder finanzielle Daten sollten niemals an unbekannte Anrufer weitergegeben werden.

Wer einen entsprechenden Anruf erhält, sollte das Gespräch umgehend beenden und sich nicht auf Diskussionen mit dem Anrufer einlassen. Betroffene sollten anschließend die angeblich betroffene Person oder andere Familienangehörige direkt kontaktieren und den Vorfall sofort bei der örtlichen Polizeidienststelle melden.

Betrüger setzen ihre Opfer ganz bewusst unter emotionalen und zeitlichen Druck, sodass diese oft nicht mehr im Stande sind, rationale Entscheidungen zu treffen.

Potenzielle Opfer sind daher in jeder Alters- und Gesellschaftsschicht zu finden. Unter Verwendung von Künstlicher Intelligenz ist es möglich, Betrugsmaschen noch glaubhafter zu gestalten. „Wer sich unsicher ist, ob ein Anruf tatsächlich aus einem unserer Häuser in Trostberg, Traunstein, Bad Reichenhall oder Berchtesgaden kommt, sollte sofort auflegen, die offizielle Telefonnummer des jeweiligen Standorts wählen und sich direkt mit der entsprechenden Station, die der Anrufer genannt hat, verbinden lassen“, so die Empfehlung der Kliniken Südostbayern.

Grafik KI generiert