03.01.2025 - Kreisklinik Bad Reichenhall

Husten, Schnupfen, Heiserkeit: gesund durch den Winter

Vortrag im Rahmen der Reihe Gesundheit AKTIV

Saisontypisch breitet sich in Deutschland eine Welle von Erkältungskrankheiten aus. Während Rhinoviren und Influenza zunehmen, sind Corona-Infektionen derzeit leicht rückläufig. Prof. Dr. Tobias Lange, Pneumologe und Chefarzt der Kreisklinik Bad Reichenhall, erklärt, wie sich Infektionen vermeiden lassen, warum die Influenza keine Lappalie ist und welche Maßnahmen bei ersten Krankheitsanzeichen helfen.

Die Erkältungslage in Deutschland ist nicht ungewöhnlich für die Jahreszeit, erklärt Prof. Dr. Tobias Lange, Chefarzt der Abteilung für Innere Medizin, Pneumologie und Beatmungsmedizin an der Kreisklinik Bad Reichenhall. „Im Moment ist knapp jeder zehnte Bundesbürger erkrankt, die Zahl steigt weiter an, bewegt sich aber im normalen Bereich“, so der Experte. Rhinoviren, die meistens einen „banalen grippalen Infekt“ auslösen, dominieren noch, jedoch nehmen auch die Fälle von Influenza – der „echten“ Grippe - langsam zu. RSV-Viren, die Säuglinge und Kleinkinder, aber auch Erwachsene betreffen können, sind ebenfalls auf dem Vormarsch. Dagegen scheinen Corona-Infektionen derzeit „eher auf dem Rückzug“ zu sein.

Grippale Infekte nehmen alljährlich bis kurz vor Weihnachten zu und erreichen ihren Höhepunkt erfahrungsgemäß in der 51. Kalenderwoche. „Ein zweiter Peak lässt sich dann meist in den ersten fünf, sechs Wochen des neuen Jahres erkennen“, sagt Dr. Lange. Dieser Verlauf könnte mit dem Verhalten der Menschen und der Anzahl der Kontakte zusammenhängen: „Viele haben über Weihnachten und den Jahreswechsel Urlaub und Anfang Januar steigen die Begegnungen auch im Berufsleben wieder an und Viren können in einem größeren Kreis weitergegeben werden.“ In der Vergangenheit habe die Covid-Pandemie jedoch diesen typischen Verlauf verändert: „Im Winter 2020/2021 gab es viel weniger grippale Infekte, weil die Menschen zu Hause geblieben sind oder Masken getragen haben.“ Auffällig sei auch, dass sich die Influenza-Saison stetig weiter nach hinten verschoben hat: „Mittlerweile treten die meisten Fälle in der Zeit nach Weihnachten bis Ostern auf, früher waren November und Dezember die Hauptmonate“, so der Pneumologe.

Prävention, Impfungen und ärztliche Abklärung

Um Erkältungen vorzubeugen oder erste Anzeichen abzumildern, empfiehlt Prof. Dr. Lange gesunde Lebensgewohnheiten. „Zur Vorbeugung und wenn man merkt, es ist was im Busch, der Hals kratzt und man muss ständig niesen, sollte man sich gesundheitsbewusst verhalten: einfach mal früher ins Bett gehen, warmen Tee trinken, Gemüse und Obst essen, auf Alkohol verzichten, Bewegung an der frischen Luft – und sich häufiger die Hände waschen.“ Bei schwereren Erkrankungen wie Influenza oder Corona stehen mittlerweile Medikamente zur Verfügung. Eine Impfung gegen Influenza wird ab 60 Jahren empfohlen, da die Grippe schwerwiegende Verläufe nehmen kann. „Eine Influenza ist keine Lappalie, das ist eine ernsthafte Erkrankung, bei der auch junge, gesunde Menschen ins Krankenhaus und sogar auf die Intensivstation und ans Beatmungsgerät kommen können.“ Er betont die Wichtigkeit der regelmäßigen Auffrischung: „Es gibt keine dauerhafte Immunisierung. Der Impfstoff wird jedes Jahr angepasst, weil sich die Viren ständig verändern.“

Wer an einer schweren Virusinfektion erkrankt, sollte unbedingt den Arzt aufsuchen. „Bei einer Influenza hat man hohes Fieber, und zwar über Tage, das kann bis 39, 40 Grad hochgehen. Da sollte man medizinisch abklären lassen, worum es sich handelt.“ Dies sei auch deshalb wichtig, da im Zuge einer Virusinfektion oft bakterielle Sekundärinfektionen auftreten können.

Erkältungen im Alltag

Die Frage, ob man mit einer Erkältung arbeiten oder Sport treiben sollte, beantwortet Prof. Lange differenziert. „Grundsätzlich ist es möglich, zur Arbeit zu gehen, wenn man sich nicht schlecht fühlt, allerdings besteht das Risiko, andere anzustecken. Wir bitten unsere Mitarbeiter im Krankenhaus, einen Mundschutz zu tragen, bis die Erkältungssymptome weg sind.“ Bei sportlicher Aktivität gelte: „Definitiv keinen Sport machen, wenn man Fieber hat und sich abgeschlagen fühlt – das sollte einem eigentlich schon der gesunde Menschenverstand sagen.“ Andernfalls könne eine Herzmuskelentzündung drohen, die schwerwiegende Folgen haben kann.

Mit diesen Hinweisen betont Prof. Lange die Bedeutung von Prävention, verantwortungsbewusstem Verhalten, der rechtzeitigen Abklärung schwerer Symptome sowie der Impfung. „Wer mal eine echte Influenza gehabt hat, der weiß, dass sie um ein Vielfaches schwerer ist als ein grippaler Infekt.“

 


In dem Vortrag „Husten, Schnupfen, Heiserkeit – was kann ich tun“, informiert Pneumologe Prof. Dr. Tobias Lange über verschiedene virale Atemwegserkrankungen, wie man ihnen vorbeugen und wie man sie behandeln kann. Im Anschluss besteht die Möglichkeit für Fragen.

Die Veranstaltung findet im Rahmen der Reihe „GesundheitAktiv“ der Kliniken Südostbayern am 9. Januar von 16 bis 17.30 Uhr im Großen Seminarraum der Kreisklinik Bad Reichenhall statt. Der Eintritt ist frei.