15.10.2025 - Kliniken Südostbayern

Früher erkennen, gezielter behandeln

Das internationale Symbol für Brustkrebs, das „Pink Ribbon“
Das internationale Symbol für Brustkrebs, das „Pink Ribbon“

Brustkrebs muss heutzutage kein Todesurteil mehr sein

Die rosa Schleife, international genannt „Pink Ribbon“ ist das Symbol für Brustkrebs. Sie soll im Brustkrebsmonat Oktober daran erinnern, dass Brustkrebs die häufigste Krebserkrankung bei Frauen in Deutschland ist. Jedes Jahr trifft es rund 70.000 Patientinnen. Doch je früher die Diagnose, desto größer die Chancen auf Heilung.

Zum Brustkrebsmonat 2025 möchte Prof. Dr. Christian Schindlbeck, Chefarzt der Frauenklinik der Kliniken Südostbayern, allen Frauen die Vorsorge ans Herz legen: „Früherkennung rettet Leben, denn Brustkrebs ist heute kein Todesurteil mehr, dem man wehrlos ausgeliefert ist. Wir haben hervorragende Möglichkeiten der Vorsorge, Früherkennung und Therapie. Aber sie müssen genutzt werden.“

Vorsorge: Verantwortung in eigener Hand

Der erste Schritt beginnt im Alltag. Frauen, so betont Prof. Dr. Schindlbeck, sollten ihre Brust regelmäßig selbst abtasten: „Niemand kennt den eigenen Körper so gut wie man selbst. Veränderungen fallen oft zuerst der Frau selbst auf.“ Ab dem 30. Lebensjahr übernehmen Krankenkassen jährliche Vorsorgeuntersuchungen in der frauenärztlichen Praxis: „Die erste Anlaufstation sollte auf jeden Fall immer die eigene Frauenärztin oder der eigene Frauenarzt sein, denn dort ist die Geschichte der Patientin bekannt und es können die geeigneten Schritte eingeleitet werden.“ Ab 50 bis 75 Jahren können Frauen auch am bundesweiten Mammographie-Screening teilnehmen. „Die Mammographie ist definitiv die sensitivste und wichtigste Vorsorge-Maßnahme.“ ergänzt er.

Zertifiziertes Brustkrebszentrum am Klinikum Traunstein

Wenn Frauen eine Brustkrebsdiagnose erhalten haben, können sie im zertifizierten Brustkrebszentrum der Frauenklinik im Klinikum Traunstein Gewissheit finden. Hier wird moderne Diagnostik mit schonender Therapie verbunden.

Dazu zählen unter anderem:

  • Brustsprechstunde mit spezialisiertem Ultraschall
  • Stanzbiopsien unter örtlicher Betäubung
  • Ggf. Mammographie und Kernspintomographie durch die Radiologie
  • Operative Therapie unter Anwendung immer schonenderer Verfahren
  • Besprechung und Planung der Therapie einschließlich genetischer Untersuchungen

Der Ablauf ist streng nach den neuesten wissenschaftlichen Standards organisiert – und interdisziplinär abgestimmt. „Wir arbeiten dabei unter dem Dach unseres zertifizierten Onkologischen Zentrums am Klinikum Traunstein Hand in Hand mit anderen Fachbereichen – Gynäkologie, Radiologie, Pathologie, Onkologie und plastische Chirurgie. Jede Frau profitiert von unserem gesamten Fachwissen, denn für jede Patientin wird in der wöchentlichen interdisziplinären Tumorkonferenz die optimale Behandlungsstrategie festgelegt.“, erklärt Prof. Dr. Schindlbeck.

Therapie: Möglichst schonend, höchst wirksam

Die Zeiten radikaler Brustamputationen sind weitgehend vorbei. Heute werden bei über 70 Prozent der Patientinnen brusterhaltende Operationen (BET) durchgeführt. „Unser Ziel ist Heilung, ohne die Brust abzunehmen. Dank neuer Techniken können wir die Brustform oft bewahren oder rekonstruieren“, so Prof. Dr. Schindlbeck. Das Spektrum reicht von minimalinvasiven Eingriffen bis zu komplexen plastisch-rekonstruktiven Verfahren in Zusammenarbeit mit der Plastischen Chirurgie im Hause – einschließlich Eigengewebs- oder Implantat-Rekonstruktionen. Auch Narbenkorrekturen und Korrekturen bei Schlupfwarzen gehören dazu.

Ein Zentrum, das begleitet

Aber medizinische Exzellenz allein reicht nicht. Brustkrebs bedeutet auch Angst, Unsicherheit, Einschnitte ins Leben. Deshalb legt das Klinikum Traunstein Wert auf persönliche Begleitung: Psychoonkologen, spezialisierte Pflegekräfte und Sozialdienste stehen an der Seite der Patientinnen. „Es geht nicht nur darum, den Krebs zu bekämpfen. Es geht darum, den Menschen zu sehen“, sagt Prof. Dr. Schindlbeck „Wir wollen unseren Patientinnen Hoffnung geben – und die Zuversicht, dass sie nicht allein sind.“ Aber er mahnt auch eindringlich: „Jede Frau hat die Chance, durch Vorsorge ihr Risiko zu senken. Nutzen Sie sie. Ein paar Minuten Aufmerksamkeit können Ihr Leben retten.“