Pflege-Azubis einen Tag auf den Intensivstationen des Klinikums Traunstein
Theorie trifft auf Praxis – 15 Auszubildende erleben den Highcare-Bereich aus nächster Nähe
Wer den Beruf der Pflege ergreift, merkt schnell: Zwischen Lehrbuch und Patientenbett liegen Welten. Diese Kluft durften nun 15 Schülerinnen und Schüler der Klasse 23a der Berufsfachschule für Pflegeberufe Traunstein überbrücken – beim Besuch der Intensivstationen des Klinikums Traunstein. In Begleitung ihrer Lehrkraft Tanja Hinrichs erlebten sie einen Tag, der nicht nur informativ, sondern bei einigen vielleicht sogar prägend war.
Einblick in die Welt der Intensivpflege
Zur Begrüßung hießen Bereichsleiterin Lisa Pichler und Angelika Walcher, Stationsleiterin der OP-Intensivstation, die angehenden Pflegefachkräfte willkommen. Anschließend übernahmen Nadja Weih (Fach-Gesundheits- und Krankenpflegerin für Intensivpflege und Praxisanleiterin der Medizinischen Intensivstation) und Florian Heindl (Fach-Gesundheits- und Krankenpfleger für Intensivpflege und Praxisanleiter Operative Intensivstation Nord) die Betreuung der Gruppe. Sie führten die Auszubildenden durch die drei Intensivstationen, erklärten den Schichtablauf, die Arbeitsweise im Team und die Vielfalt der Krankheitsbilder.
Besonderes Augenmerk lag auf der Verbindung von Theorie und Praxis: Passend zum Unterrichtsthema „Schädel-Hirn-Trauma“ konnten die Schülerinnen und Schüler einen entsprechenden Patientenfall kennenlernen. Eine erfahrene Intensivpflegekraft schilderte die Versorgung – selbstverständlich unter strenger Wahrung des Datenschutzes. So wurde aus abstrakter Theorie anschauliche Realität.
Medizinische Technik zum Anfassen
Wie Technik und Teamarbeit Hand in Hand gehen, zeigte Dr. Markus Barth, Oberarzt der Medizinischen Intensivstation. Er zeigte den Azubis die, neben den Fahrzeugen der Rettungsdienste für die Notfallrettung, weiteren zentralen Säulen der Notfallmedizin am Klinikum Traunstein: Zum einen ist dies der Rettungshubschrauber Christoph 14, der seinen Stützpunkt auf dem Dach des Klinikums Traunstein hat. Robert Portenkirchner ist der Leiter der medizinisch-technischen Rettungshubschrauber-Besatzungen (HEMS TC = Helicopter Emergency Medical Service - Technical Crew). Die ausgebildeten Notfallsanitäter des Bayerischen Roten Kreuzes bilden dabei zusammen mit dem Piloten (von der Bundespolizei) die „Flight Crew“ (fliegerische Besatzung). Den Notarzt oder die Notärztin an Bord stellt dabei die Notarztgemeinschaft, eine Gruppe notfallmedizinisch ausgebildeter Ärztinnen und Ärzten am Klinikum Traunstein. Außerdem konnten die Schülerinnen und Schüler das in der Zentralen Notaufnahme abfahrbereite ECMO-Fahrzeug (ECMO = Extrakorporale Membranoxygenierung) besichtigen, das bei Notfällen mit einer im Auto installierten Herz-Lungen-Maschine Leben rettet. Damit bekamen die jungen Besucherinnen und Besucher einen Eindruck davon, wie mobil und vernetzt die Notfallmedizin heute ist.
Auch selbst durften die Auszubildenden aktiv werden: Unter Anleitung der Praxisanleiter übten sie die Reanimation mit CPRmeter und Lucas-System, moderne Hilfsmittel zur Wiederbelebung. Ebenso konnten sie eine NIV-Beatmung ausprobieren – eine Erfahrung, die nicht nur technisches Geschick, sondern auch Verantwortungsbewusstsein verlangt.
Begeisterung und Motivation
Am Ende des Tages war die Resonanz eindeutig: Ein gelungener Besuch, der Theorie und Praxis eindrucksvoll verband. „Eine tolle Erfahrung“, lautete der Tenor der Auszubildenden. Der umfängliche Einblick in den Alltag der Intensivstationen und der Notfallmedizin hinterließ bleibenden Eindruck – und vielleicht auch die Motivation, eines Tages selbst Teil der dortigen Teams zu werden.