Frühen Darm- und Magenkrebs minimal-invasiv behandeln
Ärztinnen und Ärzte aus Mittel- und Süddeutschland lernen am Klinikum Traunstein die Technik der endoskopischen Submukosadissektion (ESD)
Die Submukosadissektion (ESD) ist ein endoskopisches Verfahren zur Abtragung von Krebserkrankungen des Magen-Darm-Trakts, die nicht in tiefere Wandschichten eingewachsen sind. Dieses Verfahren ermöglicht Heilung unter Erhalt des betroffenen Organs. Es ist in geübter Hand schonend und mit einem wesentlich kürzeren Krankenhausaufenthalt und geringerer Komplikationsrate verbunden im Vergleich zu einem chirurgischen Eingriff.
Die Durchführung des endoskopischen Verfahrens erfordert jedoch eine hohe Expertise des Untersuchers und seines Teams und wird nur in wenigen, darauf spezialisierten Zentren in Deutschland angeboten.
Ende Oktober führten standortübergreifend Teams aus Traunstein und Bad Reichenhall den 1. Traunsteiner ESD-Kurs durch. Zehn Teilnehmer aus Kliniken in Mittel- und Süddeutschland nahmen an dem Kurs teil. Am ersten Tag wurden theoretische Grundlagen und Techniken vermittelt. Ein Highlight stellt dabei die Live-Demonstration am Modell auf einer Großleinwand dar. Vollkommen eigenständig, unter enger Anleitung der Tutoren Dr. Björn Lewerenz, Chefarzt der Gastroenterologie am Klinikum Traunstein, Priv.-Doz. Dr. Andrej Wagner, Chefarzt der Gastroenterologie und Diabetologie an der Kreisklinik Bad Reichenhall und Dr. Daniel Fitting, Oberarzt der Gastroenterologie am Klinikum Traunstein, konnten die Teilnehmer dann am Schweinemodell ganze Prozeduren durchführen.
Die sicher einzigartige 2:1 Betreuung von Tutor und Teilnehmer ermöglichte umfangreiche Zeit beim selbstständigen Arbeiten am Modell. Als besonderes Kurskonzept wurde die Möglichkeit angeboten, eine eigene Endoskopie-Assistenz für die Kursteilnahme mitzubringen, um als Team gemeinsam ESD-Kompetenz zu entwickeln. Nicole Seehuber, Barbara Hartje, Stefan Kraller und Frank Blechschmid aus dem Traunsteiner Pflegeteam standen mit ihrer Erfahrung sowohl den Ärzten als auch den Assistenzkräften tatkräftig zur Seite.
Die Rückmeldungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer zur ersten Durchführung des qualitativ hochwertigen Kurses waren entsprechend positiv: Von „rundum perfekter Kurs“ über „sehr gut organisiert“ und „weiter so, bitte 2:1 Betreuung am Modell beibehalten“ bis hin zu „viele Tipps und Tricks erhalten“.