Großes Interesse an Gesundheitsaktionen der Kliniken Südostbayern
Weltpankreaskrebstag: Patientin berichtet von eigener Erfahrung
Zahlreiche Besucherinnen und Besucher nutzten anlässlich des Weltpankreaskrebstags am gestrigen Donnerstag die Gelegenheit, sich im Eingangsbereich des Klinikums Traunstein umfassend über Risiken, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten von Bauchspeicheldrüsenerkrankungen zu informieren. Die Kliniken Südostbayern (KSOB) hatten mit der Abteilung für Gastroenterologie, Hepatologie und Interventionelle Endoskopie, der Abteilung für Allgemein- und Viszeralchirurgie, der Diabetologie und der Ernährungsberatung ein vielseitiges Programm organisiert.
Als weithin sichtbares Zeichen der Solidarität und Aufklärungsarbeit wurde die Fassade des Klinikums Traunstein am Abend in kräftigem Lila – der internationalen Aktionsfarbe des Weltpankreaskrebstags – illuminiert.
Bereits ab 9 Uhr standen Expertinnen und Experten der beteiligten Fachbereiche für Gespräche bereit. Die Funktion der Bauchspeicheldrüse wurde anschaulich erklärt und Interessierte konnten individuell Fragen zu Erkrankungen des Organs, den diagnostischen Möglichkeiten und Therapieoptionen stellen. Der Arbeitskreis der Pankreatektomierten (AdP) als größte Pankreas-Selbsthilfeorganisation war mit vielen Infomaterialien vertreten.
Ein besonderer Moment für viele Besucher war das Gespräch mit Frau Blaschke, Patientin der KSOB. Bei ihr hatte zunächst der Verdacht auf eine bösartige Erkrankung der Bauchspeicheldrüse bestanden - ein Befund, der für Betroffene und Angehörige häufig eine enorme Belastung bedeutet. Nach erfolgter Pankreas-Operation im Klinikum Traunstein fand sich schließlich eine gutartige, chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung als ursächlich für die Beschwerden der Patientin. Offen berichtete Frau Blaschke über ihre Erfahrungen, Ängste und den Verlauf ihrer Erkrankung; ein Beitrag, den viele Besucherinnen und Besucher als sehr wertvoll empfanden.
Ein zentraler Bestandteil der Informationsaktion war das Aufzeigen der häufig unspezifischen Symptome, die auf ein Pankreaskarzinom hinweisen können, darunter ungeklärter Gewichtsverlust, Gelbsucht, neu auftretender Diabetes, Veränderungen im Stuhlgang oder Verdauungsprobleme. Da diese Krebsart im Frühstadium kaum eindeutige Anzeichen verursacht und häufig erst spät entdeckt wird, zählt sie nach wie vor zu den gefährlichsten Tumorarten.
Deutliche Fallzahlsteigerung im Pankreaskrebszentrum seit 2024
Seit der Implementierung eines überregionalen Viszeralzentrums in Südostbayern im Juni 2024 mit Zentralisierung der chirurgischen viszeralonkologischen Fälle am Klinikum Traunstein unter der Leitung von Prof. Dr. Christian Jurowich und Dr. André Prock konnten sowohl die Anzahl der Behandlungsfälle als auch die Operationszahlen deutlich gesteigert werden. Mit derzeit rund 45 Bauchspeicheldrüsen-Resektionen pro Jahr hat sich die Zahl der Eingriffe mehr als verdoppelt. Mit dieser Entwicklung wurde der Zentrumsgedanke innerhalb des von der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) zertifizierten Pankreaskrebszentrums konsequent gestärkt und weiterentwickelt. Inzwischen werden ausgewählte Fälle minimal-invasiv mit dem DaVinci-Operationssystem operiert – ein weiterer Schritt hin zu modernen, schonenden und zugleich hochpräzisen chirurgischen Verfahren.