Klinikum Traunstein

Endoskopie- und Sonographiezentrum Gastroenterologie und Hepatologie, Interventionelle Endoskopie

Die Endoskopieabteilung verfügt über vier moderne und großzügige Eingriffsräume inklusive eines Untersuchungsraumes mit eigener Röntgenanlage. Alle Eingriffsräume in der Endoskopie sind mit Olympus-Endoskopen der neuesten Generation und HDTV-Monitoren ausgestattet. Im direkt benachbarten Sonographiezentrum können bis zu drei sonographische (und interventionelle) Untersuchungen gleichzeitig durchgeführt werden, zudem besteht dort eine eigene Funktionseinheit.

Im folgenden informieren wir Sie über die Untersuchungsmethoden, wann sie angewendet werden und wie diese ablaufen.

Endoskopie

Die Endoskopie ermöglicht die Inspektion, Probenentnahme aber auch die interventionelle, minimal invasive Therapie von Erkrankungen des Magendarmtraktes unter Sedierung (Schlafmedikation ohne Vollnarkose). Dabei können auf natürlichem Wege die Körperhöhlen (Speiseröhre, Magen, Dünndarm, Dickdarm, Gallen/Bauchspeicheldrüsenwege) erreicht werden, ein Großteil der Untersuchungen wird ambulant durchgeführt.

Magenspiegelung (Gastroskopie)

Magenspiegelung inklusive Behandlung von (Früh-)Karzinomen der Speiseröhre / des Magens mit speziellen endoskopischen Resektionstechniken (EMR, ESD) sowie Argonplasmakoagulation und Versorgung mit Ösophagus-/ enteralen Stents. 

Die Magenspiegelung umfasst die Darstellung von Speiseröhre, Magen und Zwölffingerdarm mit Hilfe eines Videogastroskops mit einem Durchmesser von 9 mm. Diese durch den Würgereiz, den das Gerät beim Einführen verursacht, unangenehme Untersuchung wird in einer Kurznarkose durchgeführt. Als Patient „verschlafen“ Sie die komplikationsarme Untersuchung, die ca. zehn Minuten dauert.

Indikationen zur Gastroskopie sind neben Schmerzen auch unklare Gewichtsabnahme, Schluckbeschwerden, Sodbrennen, Erbrechen , Blutarmut (Anämie) oder Teerstuhl.
Mit der Gastroskopie können u.a. Magen – und Zwölffingerdarmgeschwüre, Entzündungen der Speiseröhre und bösartige Tumoren in Magen und Speiseröhre erkannt werden. Der Untersucher kann dabei gleichzeitig Proben zur feingeweblichen Untersuchung sowie zum Nachweis spezieller Bakterien (Helicobacter pylori) entnehmen.

Mit interventionell-endoskopischen Techniken können auf minimal-invasivem Wege zudem im Rahmen der Gastroskopie Tumoren im Frühstadium (sog. Frühkarzinome) der Speiseröhre und des Magens behandelt werden. Dabei kommen spezielle auf das Endoskop aufgesetzte Kappen mit Schlingentechnik zum Einsatz (endoskopische Mukosakappenresektion - EMR) oder der Tumor kann nach Unterspritzung mit verschiedenen Mikromessern herausgeschält werden (endoskopische Submukosadissektion - ESD).

Darmspiegelung (Koloskopie)

Darmspiegelung (Koloskopie) einschließlich Behandlung von Polypen/Frühkarzinomen des Dickdarmes (Polypektomie, ESD)

Bei der Darmspiegelung handelt es sich um eine endoskopische Untersuchung des Dickdarms und eines kurzen Abschnitts des Dünndarms ( ca. 10 cm ). Der Darm muss für die Untersuchung am Vortag gereinigt werden, um die Schleimhaut beurteilen zu können (Koloskopievorbereitung). Um eine gute Entfaltung des Darms zu erreichen wird über das Koloskop Luft insuffliert - diese Prozedur kann für den Patienten unangenehm sein. Um die Untersuchung so schmerzlos wie möglich zu gestalten , wird die Koloskopie in Kurznarkose durchgeführt, d.h. der Patient „verschläft“ sie. Nach ca. 15-20 Minuten ist die Untersuchung für gewöhnlich beendet
Eine Koloskopie sollte u.a. bei folgenden Beschwerden durchgeführt werden: Bauchschmerzen, unklarer Gewichtsabnahme, sichtbares Blut im oder auf dem Stuhl, „verstecktes“ Blut im Stuhl (= positiver Hämoccult-Test), Stuhlunregelmäßigkeiten, Durchfall, bekannten Polypen sowie zur Krebsvorsorge! (Kosten werden ab dem 55. Lbensjahr von der Krankenkassen übernommen).

Durch die Darmspiegelung können u.a. erkannt werden: Polypen (= Krebsvorstufen), die in gleicher Sitzung entfernt werden (= Polypektomie), Entzündungen der Darmschleimhaut, Divertikel (Ausbuchtungen der Darmschleimhaut) und bösartige Tumoren . Das Komplikationsrisiko dieser Untersuchung ist niedrig und steigt bei therapeutischen Eingriffen (z.B. Polypenentfernung) gering an.

Ablauf der Untersuchung:

Koloskopievorbereitung
Am Vortag der Untersuchung ein leichtes Frühstück, mittags nur klare Suppe. Um 12 Uhr zwei Tabletten Laxans einnehmen, anschließend viel Flüssigkeit trinken (Tee oder Wasser). Ab 15 Uhr drei Liter Klean-Prep zügig trinken (jeweils 1 Beutel in 1 Liter lauwarmem Wasser auflösen), Tee oder Wasser kann dazu getrunken werden. Um 18 Uhr zwei Tabletten Laxans einnehmen mit Flüssigkeit (Tee oder Wasser). Am Untersuchungstag um 6 Uhr den 4. Liter Kleanprep trinken. Nüchtern zur Untersuchung kommen.

Kurznarkose
In unserer Abteilung wird die Kurznarkose mit Propofol® durchgeführt. Obwohl dieses Medikament nur kurz wirksam ist, dürfen Sie danach 24 Stunden nicht selbst aktiv am Straßenverkehr teilnehmen, keine Maschinen bedienen und keine Verträge abschließen.

Endoskopischen Mucosaresektion und endoskopische
Submucosadissektion

Sollte sich bei einer Darmspiegelung herausstellen, dass eine konventionellen Polypektomie nicht durchgeführt werden kann, z.B. aufgrund von Ausdehnung oder Vernarbungen, so stehen uns erweiterte endoskopische Abtragungsmöglichkeiten zur Verfügung. Mit der endoskopischen Mucosaresektion und der endoskopischen Submucosadissektion können größerflächige Abtragung von Schleimhautarealen durchgeführt werden.

Bei Polypen auf narbigem Untergrund, tiefergehende Polypen oder kleineren tumorösen Veränderungen können mit speziellen Vorrichtungen, die auf konventionelle Endoskope montiert werden, über die Schleimhaut hinaus auch die gesamte Wand des Darms mit entfernt werden. Dies geschieht in kurz hintereinander geschalteten Arbeitsgängen auf sichere Art und Weise mit Schnitt und gleichzeitigem Klammerverschluss der Wand des Darms. Ein operativer Eingriff ist daher zunächst nicht notwendig.

Ballondilatation, Bougierung und Stenteinlage

Es gibt Erkrankungssituationen in Speiseröhre, Magenausgang, Dünndarm oder Dickdarm, bei denen sich eine Engstelle bilden kann. Diese Engstellen verursachen Passagestörungen. Um dem entgegenzuwirken können die Engstellungen mit verschiedenen Verfahren mit geringem Risiko geweitet werden. Der Therapieerfolg kann darüber hinaus mit der Einlage einer Prothese, d.h. einem Stent, unterstützt werden.

Endosonographie

Endoskopische Ultraschalluntersuchungen

Endoskopische Ultraschalluntersuchungen (Endosonographie) mit Punktionsverfahren und endosonographisch gesteuerten Drainagenanlagen (zystogastrale Drainage etc.).

Die Endosonographie kombiniert zwei wesentliche Untersuchungsverfahren in der Gastroenterologie: die Endoskopie und die Sonographie. In einem Endoskop sind die Optik und der Ultraschall vereint und läßt so eine sehr nahe Ultraschalluntersuchung der Organe ‚von innen‘ zu. Insbesondere Erkrankungen der Gallenwege und der Bauchspeicheldrüse, aber auch des Enddarms können auf diese Weise genau eingeordnet werden.

Neben der reinen visuellen Darstellung lassen sich mit dem Verfahren auch Gewebsproben gewinnen, die bei fraglichen Tumorerkrankungen weitere diagnostische Bausteine liefern können.

Das Spektrum wird ergänzt durch therapeutische Möglichkeiten. Beschwerden, Schmerzen oder entzündliche Zustände, die z.B. durch größere Zysten der Bauchspeicheldrüse ausgelöst werden, können mit einer unter sonographischer Sicht angelegten Drainage gebessert bzw. behoben werden.

Endoskopische Färbeverfahren

Chromoendoskopie

Zur weiteren Differenzierung verschiedenster Erkrankungen von Speiseröhre, Magen oder Darm können die Oberflächereliefe der Schleimhäute mit Färbeverfahren deutlicher dargestellt werden. In der Speiseröhre werden z.B. im Rahmen der Diagnostik von Tumorerkrankungen verdünnte Jod- oder Essigsäure eingesetzt, um gesunde von kranker Schleimhaut besser unterscheiden zu können. Darüber hinaus kann im Dickdarm Indigokarmin eingesetzt werden, um die Oberflächenbeschaffenheit von Polypen genauer darzustellen.

Neben der tatsächlichen Verabreichung von Farbstoffen auf die Schleimhautoberfläche kann eine Einschätzung der Oberflächenbeschaffenheit auch über elektronische Bildfilterverfahren der endoskopisch gewonnen Bilder erfolgen.

Endoskopie des Dünndarms

Bei entsprechender Notwendigkeit kann auch der Dünndarm endoskopisch untersuchtwerden. Dazu kann mit einem langen konventionellen Endoskop der ersten Abschnitt des Dünndarms eingesehen werden.

Eine unserer Spezialuntersuchungen ist die sogenannte Spiralenteroskopie mit der der komplette Dünndarm untersucht und bei Notwendigkeit auch therapiert werden kann. Das dafür zur Verfügung stehende Spezialendoskop besitzt einen kleinen Motor, mit dem eine dem Endoskop aufgesetzte, sehr elastische und flexible Spirale gedreht werden kann und so das Endoskop quasi von selbst den Dünndarm durchwandert. Verschiedenste Sicherheitsmechanismen halten die Belastung für den Dünndarm dabei sehr gering.

Kapselendoskopie

Dünndarmuntersuchung mit Videokapsel

Bisher konnte in der Gastroenterologie der Magen-Darmtrakt ausgezeichnet untersucht und auch bei Veränderungen therapiert werden, der größte Teil des Dünndarms war jedoch ein ziemlich weißer Fleck auf der Landkarte. Hier standen nur indirekte Untersuchungsmethoden (wie die Röntgenkontrastmitteldarstellung und CT) zur Verfügung. 2001 wurde in den USA die Kapselendoskopie (M2A der Firma Given) von der FDA zugelassen, ein neue und innovative Methode um den Dünndarm zu untersuchen. Mittlerweile ist diese Methode in Deutschland in mehreren Zentren verfügbar und im Klinikum Traunstein seit Anfang Oktober 2003 in der gastroenterologischen Abteilung möglich. 

Prinzip ist hierbei eine Miniaturkamera, welche in eine Kapsel (11 mm x 26 mm) integriert ist, die wie eine herkömmliche Tablette geschluckt werden kann und während ihrer Reise durch den Magen-Darmtrakt kontinuierlich Bilder aufnimmt (57.000 Bilder bei einer Rate von zwei Bildern pro Sekunde über acht Stunden) und an ein außen angebrachtes Empfangssystem am Körper sendet. Die Indikationen für die Kapselendoskopie sind in erster Linie okkulte Blutungen aus dem Magen-Darmtrakt, welche anders nicht erfasst werden konnten sowie Veränderungen des Dünndarms, vor allem beim Morbus Crohn. Die Untersuchung ist kontraindiziert bei bekannten Engstellen/Darmverschlüssen.
Betont werden muss allerdings: Die Kapselendoskopie ersetzt nicht die Magen- und (Dick-) Darmspiegelung. Diese beiden Methoden sind bezüglich der Auflösung und der genauen Betrachtung deutlich besser, insbesondere kann mit der Kapselendoskopie keinerlei Intervention unternommen werden.  Die Kosten der Kapselendoskopie (ca. 1.300 Euro) werden nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Ein gesonderter Antrag sollte jedoch trotzdem immer gestellt werden. 

Vorgehen bei der Untersuchung
Eine besondere Vorbereitung des Patienten ist eigentlich nicht notwendig, es hat sich aber eine Vorbereitung mit abführenden Maßnahmen wie zur Koloskopie bewährt (bessere Sichtverhältnisse). Am Untersuchungstag wird die Kapselkamera dann wie eine Tablette vom Patienten geschluckt und sendet über acht Stunden (max. Batterielebensdauer) Bildmaterial ans Empfangsgerät. Die Kapsel geht anschließend mit dem Stuhlgang ab (Einmalartikel). 

Am Abend des Untersuchungstages gibt der Patient die Ortungselektroden und den Empfangsdekoder beim untersuchenden Arzt wieder ab (der Patient muss also nicht stationär im Hause bleiben) und dieser wertet daraufhin das Bildmaterial am Computer mittels spezieller Software aus.

ERCP

Untersuchung der Gallen- und Bauchspeicheldrüsenwege

Untersuchung der Gallen- und Bauchspeicheldrüsenwege (ERCP) mit Stenteinlage, Gallengangsteinentfernung (mechanische und intrakorporale Stoßwellenlithotripsie-ISWL) inklusive Spiegelung der Gallen- und Bauchspeicheldrüsenwege (Cholangioskopie und Pancreaticoskopie)

ERCP ist die Abkürzung für endoskopische retrograde Cholangio-Pancreaticographie. Es handelt sich dabei um eine Röntgendarstellung der ableitenden Gallenwege sowie des Bauchspeicheldrüsengangs mittels eines endoskopisch in diese Gänge eingebrachten Kontrastmittels. Die ERCP wird durchgeführt bei Verdacht auf Gallengangsteine oder Tumoren im Gallengang, unklarer, durch Galleaufstau bedingter Gelbsucht und Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse. Mit dieser Methode ist es auch möglich, Steine aus dem Gallengang zu entfernen, Drainagen zur Galleableitung einzubringen und Gewebe aus Tumoren zu entnehmen. 

Risiken der ERCP
Wie jede Untersuchung hat auch die ERCP Risiken. In seltenen Fällen (je nach Literatur und Schweregrad 1-10%) kann es zu einer durch die Untersuchung bzw. durch das Kontrastmittel bedingten vorübergehenden Entzündung der Bauchspeicheldrüse mit Oberbauchschmerzen, entsprechenden Laborwertveränderungen und gelegentlich Fieber kommen. Das Blutungsrisiko nach dieser Untersuchung nach Papillotomie (Durchtrennung des Gallengangsschließmuskels) beträgt 2-3%, die in der Regel durch lokale Blutstillungsmaßnahmen zu behandeln sind. Selten kommt es zur Entzündung der Gallenwege, ggf. erfolgt eine Antibiotikatherapie. Nur sehr selten kann eine Verletzung des Zwölffingerdarmes oder der Gallenwege durch Instrumentarium oder Drainagen auftreten, dann ist ggf. eine OP erforderlich.

Zur Qualitätskontrolle finden in der gastroenterologischen Abteilung interne und externe Qualitätskontrollen statt. Die ERCP Komplikationen werden im Rahmen des deutschen Papillotomieregisters erfaßt (Externe deutschlandweite Erfassung der Komplikationen bei therapeutischen Gallenwegs- und Bauchspeicheldrüsengangspiegelungen, Gesamtkomplikationsrate inkl. leichter Komplikationen bis 2006 deutschlandweit im Mittel 10,5 Prozent, Klinikum Traunstein neun Prozent).

Eingriffe am Gallengang

Sollte eine Darstellung und Behandlung der Gallenwege über den Zwölffingerdarm nicht möglich sein, kann eine direkte Darstellung der Gallenwege über einen dünnen Nadelzugang durch die Haut über die Leber erfolgen. Nach Etablierung eines stabilen Zugangswegs ist auch über diese Art eine Behandlung von Steinleiden oder Tumoren sehr gut möglich.

Drainagenanlage

Zysten, die Beschwerden verursachen, oder auch Abszesse sollten einer Ableitung zugeführt werden, damit der Krankheitsprozess abheilen kann. Sollte eine endoskopische Zugänglichkeit nicht gegeben sein, führen unter sonographischer oder radiologischer Sicht eine Drainageneinlage ein.

PEG (Ernährungssonde)

Eine PEG ist eine durch die Bauchdecke angelegte Ernährungssonde deren Ende im Magen liegt. Diese ist durch eine sog. innere und äußere Halteplatte gegen herausrutschen gesichert.

Wenn Patienten wegen einer Schluckstörung nicht mehr ausreichend Nahrung über den natürlichen Weg aufnehmen können, so kann zur Vermeidung von bedrohlichen Gewichtsverlusten eine PEG eingesetzt werden. Die PEG gewährleistet die grundlegende Energie- und Flüssigkeitszufuhr um eine Gewichtsabnahme zu verhindern, einem Wundliegen vorzubeugen und um das körpereigene Abwehrsystem aufrecht zu erhalten.  

Sofern es die Erkrankung ermöglicht, können die Patienten trotz der PEG weiterhin essen. Das Alltagleben ist durch eine PEG kaum beeinträchtigt da eine PEG unter der Kleidung nicht zu erkennen ist und den Patienten in seinen Tätigkeiten nicht behindert. Sofern die Erkrankung, die das Einsetzen einer PEG erforderlich machte, wieder ausgeheilt ist und die Patienten ihre Nahrung komplett über den natürlichen Weg aufnehmen können, so kann die PEG problemlos und einfach wieder entfernt werden.

In den ersten Tagen nach dem Anlegen

    • Anfangs können leichtere Schmerzen „normal“ sein – Schmerzmittel (z.B. Novamin®) helfen dagegen. Bei Starken Schmerzen, Blutungen, harter Bauch den Arzt verständigen! 
    • Nach 24 Stunden (wenn nicht anders angeordnet) Halteplatte lockern.
    • Anfangs täglicher Verbandswechsel, später nach Bedarf 2-3 mal wöchentlich (bei reizlosen Wundverhältnissen evtl. ganz auf den Verband verzichten).
    • Halteplatte lösen und saubermachen
      Sonde drehend bewegen, 2 – 3 cm hin und herschieben, um ein Einwachsen der inneren Halteplatte zu verhindern - sehr wichtig! Säubern der Sonde mit Wasser und Seife oder mit nicht reizenden Desinfektionsmitteln. Eintrittsstelle und - Umgebung reinigen – anschließend die Halteplatte bis ca. 5 mm über das Hautniveau anziehen.
    • Lockerer Verband mit Schlitzkompresse. Bei leichten Entzündungen oder Hautirritationen evtl. Sanalindlösung© anwenden.
    • In der Regel ist nach einer Woche Duschen oder Baden wieder erlaubt.
    • Vor und nach jeder Nahrung mit mind. 50 ml Flüssigkeit spülen (Lauwarmes, abgekochtes Leitungswasser, warmer Tee, z. B. Kamillen- oder Fencheltee.). In keinem Fall Obstsäfte und Früchtetees, da die Fruchtsäure zum Ausflocken führt. Die Sonde ist täglich neu zu spülen, auch wenn sie sonst nicht benutzt wird.

Verabreichung von Medikamenten

Gibt es keine Alternative zu Tabletten, müssen sie einzeln gemörsert und in Wasser gelöst über die Sonde appliziert werden. Für jedes Medikament ist zu prüfen, ob es für eine Verabreichung über Sonde geeignet ist (Apotheker oder Arzt befragen).
Medikamente dürfen nicht in direkten Kontakt mit der Nahrung kommen. Daher empfiehlt es sich, vor und nach jedem Zuspritzen von Medikamenten das System mit 30 ml Wasser oder Tee als Flüssigkeit zu spülen, da durch eventuelles Ausflocken der Nahrung durch Kontakt mit dem Medikament die Sonde verstopfen kann.

Vorbereitung für die Nahrungsaufnahme

    • am Tag der PEG-Anlage nur Teegabe
    • am folgenden Tag langsamer Beginn eines Kostaufbaus nach ärztlicher Angabe
      Nahrung temperiert verabreichen
      während der Ernährung den Oberkörper etwas erhöht lagern
      auf ausreichende zusätzliche Flüssigkeitszufuhr achten!

Was tun bei ...?

    • Ablösung des Sonden-Ansatzes?
      Sollte sich das Ansatzstück von der Sonde lösen, wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt/Pflegekraft/Außendienstmitarbeiter, der dann ein neues Ansatzstück anbringt. Auch der
    • Sondenverschluss kann nachbestellt werden.
      Sondenverstopfung? Spülversuch mit sanfter Kraft und 5ml –Spritze
    • Entzündungen und Schmerzen?
      Auftreten einer stärkeren Rötung oder Schwellung an der Sondenaustrittstelle? Austritt von Flüssigkeit oder eitrigem Sekret? Bauchschmerzen? Fieber? Herausrutschen der Sonde?
      Informieren Sie Ihren Arzt!

Sonographie

Eine Sonographie (auch Ultraschalluntersuchung) ist ein schmerzfreies bildgebendes Verfahren in der Medizin. Dabei werden hochfrequente Schallwellen genutzt, um das Innere des Körpers sichtbar zu machen.

Sonographie des Bauchraums und der Schilddrüse

Die Sonographie, d.h. die Ultraschalluntersuchung, eines Organs ist eine grundlegende Untersuchungsmethode in der Medizin geworden. In unserer Abteilung untersuchen wir v.a. die Organe des Bauchraums aus diagnostischen Gründen, aber auch zur Planung vieler weiter medizinischer Interventionen und Therapien. Dabei stehen v.a. die parenchymatösen Organe und der Darm im Vordergrund. Weitere angrenzende Organsysteme, wie z.B. Niere, Blase und Blutgefäße sind der Untersuchung zugänglich.

Aus internistischer Sicht und im Rahmen umfassender Abklärung führen wir über den Ultraschall der Bauchorgane hinaus auch den Ultraschall für Lungen- und Rippfellerkrankungen durch. Auch Auffälligkeiten der Schilddrüse klären wir mit Ultraschall weiter ab.

In unserem Ultraschallzentrum führen wir die Untersuchungen für alle anfordernden Fachabteilung durch.

Kontrastmittelsonographie und
farbkodierte Dopplersonographie

Mittels eines spezielle Ultraschallkontrastmittels können Veränderungen insbesondere der Leber weiter charakterisiert werden. Dabei ist wichtig einschätzen zu können, ob eine Veränderung gutartig ist oder einer weiteren Gewebsuntersuchung zuzuführen ist. Unter sonographischer Sicht kann das Anfluten und die Verteilung des Kontrastmittels beobachtet werden. Gutartige Veränderung, wie z.B. Blutschwämmchen (Hämangiome) zeigen ein charakteristisches Muster im Kontrastmittelverhalten und müssen somit nicht einer feingewebliche Untersuchung unterzogen werden.

Auch andere Organe, wie die Milz oder die Nieren sind einer Kontrastmittel-gestützten Untersuchung zugänglich. Hierbei sind Fragestellung nach umschriebenen Durchblutungsstörungen oder entzündliche Veränderungen oftmals beantwortbar.

Elastographie

Nicht invasives Verfahren zur Beurteilung des Elastizität von Organen und des Zirrhosegrades der Leber

Unser wichtiges Stoffwechselorgan Leber kann durch chronische Entzündungsprozesse langfristig geschädigt werden. Dies äußert sich in einer Veränderung der Gewebszusammensetzung. Eine Eigenschaft dieser Veränderung ist die Einlagerung von Bindegewebe. Durch diese Einlagerung verändert sich die Elastizität der Leber. Um nicht erst in einem fortgeschritteneren Stadium diese Veränderung wahrzunehmen, hilft die Elastographie bereits in früheren Stadien Anhaltspunkte für eine Bindegewebseinlagerung zu finden.

Sollte aber bereits eine fortschrittenere Bindegewebseinlagerung vorliegen, ist die Elastographie auch im Verlauf wichtig, um den Einfluss von Therapien bzw. das Therapiemonitoring zu unterstützen.

Sonographisch gesteuerte Leber-
und Organpunktionen

In einigen Fällen reicht als bildgebende Untersuchung die Sonographie zur Diagostik alleine nicht aus. Um einen Krankheitsprozess weiter einordnen zu können ist es dann erforderlich eine Gewebsprobe zu entnehmen. Hierfür gibt es Vorrichtungen für die Ultraschalluntersuchung, die es erlaubt eine Nadel und unter Sicht direkt in den Krankheitsprozess einzuführen Gewebe zu entnehmen. Das entnommene Gewebe wird anschließend zur feingeweblichen Untersuchung geschickt. Auf diese Art lassen sich alle zugänglichen Organe weiter untersuchen.

Auf Flüssigkeitsansammlungen im Bauchraum oder im Rippfellraum können mittels Punktion unter sonographischer Sicht entlastet werden.

Außerdem ist durch eine Injektion von therapeutischen Flüssigkeiten (z.B. Alkohol) eine Behandlung und Verkleinerung von Leberzysten möglich. Leberabszesse können mit Punktion entlastet und lokaler Antibiotika-Einbringung zur Abheilung gebracht werden.

Bestimmte Tumorerkrankungen der Leber können mit einer sog. Mikrowellenablation zur Verkleinerung, im Optimalfall zum Verschwinden gebracht werden.

Funktionsuntersuchengen

Druckmessung in Speiseröhre und Enddarm

Mit speziellen Messeinheiten können Druckverhältnisse in unterschiedlichen Abschnitten des Darms gemessen werden. Damit lassen sich Rückschlüsse auf bestimmte Bewegungsabläufe ziehen. Insbesondere z.B. wiederkehrenden Beschwerden im Brustkorb, die nicht durch Herz- oder Lungenerkrankungen ausgelöst sind, können auf diese Weise Störungen im Bereich der Speise gefunden.

So ist eine spezifische Therapie, z.B. medikamentös, möglich. Es gibt dabei auch Störungen, die interventionell-endoskopisch behandelt werden, was wir in unserer Abteilung durchführen können.

Säuremessung in der Speiseröhre

Ein häufiges Problem ist sogenannter Reflux. Dabei strömt Magensäure überproprotional häufig in die Speiseröhre zurück und verursacht Aufstoßen und Sodbrennen. Zur Diagnostik und zum Erfassen des Ausmaßes von Reflux, aber auch zur Verlaufsdiagnose und Unterscheidung von anderen Erkankungssituationen, dient die pH-Metrie, die wir unserer Abteilung durchführen können. In ausgewählten Fällen kann auch eine endoskopisch angelegte Messung durchgeführt werden.

Milchzucker- und Fruchtzuckerunverträglichkeit

Häufig spielen Unverträglichkeiten eine Rolle als Ursache von Bauchschmerzen. Um z.B. eine Lactose- oder Fructoseunverträglichkeit zu diagnostizieren können wir verschiedene H2-Atemtests anbieten. Hierbei wird über einen bestimmten Zeitraum mehrfach H2 in der Ausatemluft gemessen. Dabei wird H2 (Wasserstoff) bei Vorliegen einer Unverträglichkeit vermehrt von der Darmflora produziert und lässt sich schließlich in den Ausatemluft vermehrt finden.

Sekretariat

T +49 861 705-1261
F +49 861 705-1770

Terminvereinbarung
für endoskopische Untersuchungen

T +49 861 705-1271

Ambulante Patienten
und Privatsprechstunde

T +49 861 705-1261

für einweisende Haus-
und Fachärzte

Hotline
T +49 861 705-34288

Unsere Ärzte

Chefarzt
Dr. med. Björn Lewerenz
Gastroenterologie, Hepatologie und interventionelle Endoskopie
Leitender Oberarzt
Dr. med. Klaus Heiler
Oberärztin
Dr. Helen Bauer
Oberarzt
Dr. med. Daniel Fitting
Oberarzt
Dr. med. Gerhard Füchsl
Oberärztin
Sabine Spielberger
Oberarzt
Dr. med. Nikolas Ostrowitzki
Funktionsoberärztin
Dr. med. Felicitas Schulte-Vorwick