Notarztgemeinschaft

am Klinikum Traunstein

Die Notarztgemeinschaft Traunstein besteht aus einer Gruppe notfallmedizinisch ausgebildeter Ärztinnen und Ärzten am Klinikum Traunstein. Die Notarztgemeinschaft gewährleistet zusammen mit den Abteilungen des Klinikum Traunstein eine effektive und auf hohem Niveau stattfindende Notfallversorgung für den Landkreis Traunstein und über die Landkreisgrenzen hinaus. Die Notärzte rekrutieren sich aus den akutmedizinischen Fächern der Inneren Medizin, der Chirurgie und der Anästhesie und verwalten sich unabhängig vom Klinikum. Die Einsätze werden als Nebentätigkeit aus der Freizeit heraus bestritten. mehr...
Die Notarztgemeinschaft ist für die ärztliche Besetzung des am Krankenhaus stationierten Notarzteinsatzfahrzeugs (NEF, RK Traunstein 76/1), des Rettungstransporthubschraubers (RTH) „Christoph 14“ und des Verlegungsarzt-Einsatzfahrzeuges (VEF, Johannes Traunstein 78/1) verantwortlich. Über die Rettungsleitstelle Traunstein wird das jeweilige Rettungsmittel alarmiert und disponiert. Betreiber des NEF und des RTH ist das Bayerische Rote Kreuz, Betreiber des VEF ist der Malteser Hilfsdienst.

Notarzteinsatzfahrzeug (NEF)

Das NEF Traunstein („Mitsubishi Outlander 4x4“) deckt rund um die Uhr die Notfallmedizinische Versorgung der Stadt Traunstein und die der umliegenden Gemeinden im Umkreis von ca. 10 km ab. Unsere Notärzte bestreiten hier ca. 1.300 Einsätze pro Jahr. Neben der üblichen Ausstattung stehen dem Notarzt (ebenso wie im RTH) ein 12-Kanal-EKG zur Diagnose von Herzerkrankungen mit Telemetrie-Option (direkte Verbindung zur Kardiologie am Klinikum Traunstein), ein Lysekit zur schnelle Herzinfarkttherapie, eine Kapnometrie zur Intubations- und Reanimationskontrolle, eine intraossäre Nadel zur Volumentherapie beim Kind oder bei Reanimation und verschiedene Atemwegshilfsmittel zum Management des „schwierigen Atemweges“ zur Verfügung.

Christoph 14

Rettungstransporthubschrauber (RTH)

Die RTH-Station „Christoph 14“ ist mit einem Einsatzaufkommen von inzwischen ca. 1.500 Einsätzen pro Jahr einer der größeren Luftrettungsstationen in Deutschland. Die Einsatzzeiten beschränken sich auf die Tagstunden zwischen 7:00 und Sonnenuntergang. Neben den Aufgaben als schneller Notarztzubringer in einer ländlichen Gegend im Umkreis von 50 km, wird „Christoph 14“ als ergänzendes Rettungsmittel bei größeren Schadensereignissen auch über die Landkreis- und Rettungszweckverbandsgrenzen hinaus eingesetzt.
Des Weiteren ist er Rettungsmittel für die Wasserrettung und für die Bergrettung in den Chiemgauer Alpen. Dazu ist „Christoph 14“ mit einem Bergetau-System ausgestattet.
Betreiber der Station ist die Landesgeschäftsstelle des Bayerischen Roten Kreuzes, die Notärzte stellt die Notarztgemeinschaft Traunstein und geflogen wird der RTH vom Typ EC 135 T2i - dem modernsten Rettungshubschraubermuster in Europa- von einem Piloten der Fliegerstaffel Süd der Bundespolizei in Oberschleißheim.
Die Traunsteiner Station ist eine von 12 Zivilschutzhubschrauberstationen in Deutschland. Die Hubschrauber, deren Farbe Orange ist, werden von der Bundesrepublik Deutschland angeschafft und den Ländern für die Luftrettung zur Verfügung gestellt. Im Zivilschutz- und Katastrophenfall sind diese dann zusätzlich für besondere Aufgaben vorgesehen.

Verlegungsarzt-Einsatzfahrzeug (VEF)

Die Aufgabe des Verlegungsarztdienstes ist der Transport von Patienten, die während der Verlegung von Krankenhaus zu Krankenhaus einer ärztlichen Betreuung bedürfen und mit der Ausstattung eines Rettungswagens transportiert werden können, die jedoch keine Intensivpatienten sind.
Der Betrieb des Verlegungsarzt-Systems erfolgt auf Grundlage des Bayerischen Rettungsdienstgesetzes (BayRDG). Es ist Bestandteil des öffentlichen Rettungsdienstes und basiert auf einer öffentlichrechtlichen Beauftragung durch den Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung.
Das Verlegungsarzt-Einsatzfahrzeug (VEF) ist seit 1. März 2011 in Traunstein an der Rettungswache des Malteser Hilfsdienstes stationiert. Die Vorhaltung erfolgt 365 Tage im Jahr und rund um die Uhr.
Das Einsatzgebiet ist nicht bestimmt, umfasst aber vor allem den Zuständigkeitsbereich des Zweckverbandes für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung mit den Landkreisen Altötting, Berchtesgadener Land, Mühldorf und Traunstein sowie die angrenzenden Rettungsdienstbereiche.
Der Verlegungsarzt wird von der Notarztgemeinschaft am Klinikum Traunstein gestellt.

Qualitätsanforderungen an Notärzte

Über die in Bayern gültigen Ausbildungsanforderungen an Notärzte hinaus, sind in der Dienstordnung der Notarztgemeinschaft zusätzliche Voraussetzungen für die Teilnahme am Notarztdienst festgelegt. Diese betreffen in erster Linie die Berufserfahrung im notfallmedizinischen Umfeld. Unter anderem müssen unsere Notärzte über Intensivmedizinische Erfahrung verfügen. Dem Notarzt steht in Traunstein ein durch erfahrene Kollegen betreutes Notfallpraktikum zur intensiven Einarbeitung und Weiterbildung zur Verfügung. Regelmäßig werden vom Ärztlichen Leiter Rettungsdienst und dem Ärztlichen Leiter des Notarztstandorts Fortbildungen angeboten, die teilweise zusammen mit dem Rettungsdienst durchgeführt werden. Der Notarztstandort Traunstein hat zusammen mit dem BRK Kreisverband Traunstein einen Reanimationsalgorithmus standardisiert, der regelmäßig mit Notärzten und Rettungsdienstpersonal (Megacodetraining) geübt wird. Projekte wie das Abarbeiten von Großschadensereignissen, präklinische Sonographiediagnostik, spezielle medizinische Fragestellungen oder die Intensivierung der Zusammenarbeit mit der Feuerwehr am Unfallort sind weitere Schwerpunkte. Im Rahmen von Studien bringt sich die Notarztgemeinschaft in die neuesten medizinischen Entwicklungen ein.
Der Notarzt auf dem RTH ist entweder Facharzt oder in seiner Ausbildung weit fortgeschritten. Er verfügt über eine mindestens einjährige Notarzttätigkeit im bodengebundenen Notarztdienst und eine 12-stündige Ausbildung am Bergetau.

In Anlehnung an das Qualitätsmanagement der ADAC Luftrettung wird am Standort Traunstein ein medizinisches Qualitätsmanagement betrieben. Dazu werden in regelmäßigen Abständen die medizinischen Daten von besonders schwerwiegenden Krankheitsbildern erfasst und deren Behandlung durch unsere Notärzte analysiert. Durch den Vergleich unseres Vorgehens mit Behandlungsleitlinien der Fachgesellschaften, gewährleisten wir eine kontinuierliche Überwachung unserer Struktur- und Prozessqualität.

Der Leitende Notarzt (LNA) leitet den medizinischen Einsatz eines Großschadensereignisses mit einer Vielzahl an verletzten oder erkrankten Personen. Der LNA hat dazu eine spezielle Ausbildung erhalten. Zusammen mit Kollegen der Kreisklinik Trostberg stellt die Notarztgemeinschaft Traunstein den Großteil der Leitenden Notärzte im Landkreis Traunstein und sichert damit eine ständige Einsatzbereitschaft.

Notärzte der Notarztgemeinschaft Traunstein sind an der Ausbildung und Überwachung des Frühdefibrilation Projektes im Landkreis Traunstein federführend beteiligt. Mit diesem durch die Bayerische Staatsregierung gefördertem Projekt soll dem plötzlichen Herztod der Kampf angesagt werden. Ein besonders eingeübtes Verfahren ermöglicht Rettungsdienstpersonal, aber auch medizinischen Laien bei Kammerflimmern die Sterblichkeit deutlich zu reduzieren.

Leitung

Dr. med. Axel Müll

Ärztlicher Leiter Notarztstandort, Stv. Leitender Hubschrauberarzt

Kontakt
Notarztgemeinschaft
Sekretariat
T 0049 861 705-1251

BRK-Rettungsleitstelle
112