Aktuelle Pressemeldungen

13.10.2018 - Kreisklinik Trostberg

Rund 30 Verletzte notfallmäßig versorgt

In der Kreisklinik Trostberg wurde der Umgang mit größerem Patientenanfall nach Busunfall geübt

Ein Busunfall mit rund 30 Verletzten war das simulierte Szenario einer Übung in der Kreisklinik Trostberg.
Ein Busunfall mit rund 30 Verletzten war das simulierte Szenario einer Übung in der Kreisklinik Trostberg.

Ein plötzlicher, größerer Patientenanfall durch einen Zusammenstoß zwischen einem Reisebus und einem LKW am Fuß der Siegerthöhe und somit in unmittelbarer Nähe des Krankenhauses war das angenommene Szenario einer Übung in der Kreisklinik Trostberg. Da es im Rettungsdienst nicht selten zu Paralleleinsätzen kommt, waren südliche Rettungsdienstkräfte anderweitig im Einsatz und nicht abrufbar. Deshalb entschied sich die Leitung des Rettungsdienstes für die sofortige Verbringung der 30 unterschiedlich Verletzten zur Kreisklinik Trostberg. mehr...

Die Übung begann mit der angenommenen Benachrichtigung durch die Leitstelle: „Verkehrsunfall mit ca. 30 Verletzten in Trostberg. Zur schnellen Klärung der Verletzungsschwere und der räumlichen Nähe wird vor der Klinik die Patientensammelstelle eingerichtet“. Durch Drücken zweier Knöpfe bekamen in den folgenden 15 Minuten rund 150 Mitarbeiter der Kreisklinik durch die Telefonanlage einen Anruf mit der Bitte um Anfahrt in die Klinik. Im weiteren Verlauf trafen rund 50 Mitarbeiter (Pflegekräfte der Ambulanz, Intensivstation, Anästhesiepflege, OP-Pflege, Aufnahmestation 0A und Ärzte) ein, die sich um die Patientenversorgung kümmerten. Zwischenzeitlich bauten die Mitarbeiter in der Tagesklinik einen Akutversorgungsbereich auf, in dessen Zentrum zwei Aufnahmeplätze mit Sonographiegeräten standen.
Da der erste Patientenkontakt realistischer Weise 20 Minuten brauchen würde, konnten die notwendigen Strukturen auch personell eingerichtet werden. Bereits zwölf Minuten nach Übungsbeginn begab sich ein Klinikarzt mit einem Funkgerät zur Patientensammelstelle, schätzte die ersten eintreffenden Patienten ein und versah sie mit einer klinikeigenen Patientenanhängekarte. Sinnvollerweise werden in solch einem Fall die Patienten bereits durch den Rettungsdienst bezüglich ihrer Verletzungsschwere vorselektiert (Triage) und vom Schadensort der Rangfolge nach abtransportiert. Die Haustechniker stellten alle Eingänge der Klinik auf Einbahnstraßenprinzip um (nur raus – nicht rein) und verringerten so den Personenzugang der Krankenwagenanfahrt auf Mitarbeiter und Patienten mit klinikeigener Patientenanhängekarte.


Der innerklinische Einsatzleiter forderte über ein Funkgerät nach und nach die Verletzten an und wies sie den jeweiligen frei werdenden Aufnahmeplätzen zu. Dieser kontrollierte Patientenzustrom (Zuführung zur Patientensammelstelle der Klinik mittels Rolltragen durch Feuerwehrleute) führte dazu, dass jedem Patienten eine Basisdiagnostik zuteil wurde und eine sofortige medizinische Notfallbehandlung stattfinden konnte. Insgesamt wurden fünf Schwerverletzte aufgenommen und zwei davon notfallmäßig operiert. Zur Therapie von lebensbedrohlicher Thoraxverletzungen (Spannungspneumothorax) wurden simuliert Drainagen gelegt etc. Für die Organisation der Weiterverlegungen von Patienten nach erfolgtem Ausschluss lebensbedrohlicher Verletzungen wurde ein Team gebildet. Ebenso wurden auch die Patienten mit mittelschweren und leichten Verletzten untersucht und simuliert behandelt. Dafür unterstützte ein Mitarbeiter des zentralen Belegungsmanagements durch Aufzeigen von freien Kapazitäten die Aufnahme der Patienten. Durch die Mobilisierung von medizinischen Fachangestellten wurde eine Basisdokumentation mit Patientendaten in die klinikeigene Datenverarbeitung erreicht.


„Das Ergebnis der Übung zeigte, dass die Kreisklinik Trostberg mit ihrer Grund- und Regelversorgungskapazität sehr wohl eine Verletztenversorgung ermöglichen kann, insbesondere die entscheidende Abklärung von schweren Verletzungen“, erklärte Dr. Michael Plank von der Abteilung für Anästhesie und Intensivmedizin der Kreisklinik Trostberg. Gerade blutungsrelevante Verletzungen der Brust- und Bauchhöhle erforderten eine klinische Diagnostik, die präklinisch nicht zu leisten sei. Sollten sich dabei interventionspflichtige Blutungen finden, bestünden operative Möglichkeiten der Lebensrettung. Dies setze allerdings voraus, dass frühzeitig alarmiert und im Vorfeld eine Struktur „ungewohnt viele Verletzte“ etabliert werde. „An der Bereitschaft der Mitarbeiter, in dieser Ausnahmesituation aus der Freizeit heraus in die Klinik zu eilen, mangelt es aufgrund der Solidarität und Hilfsbereitschaft nicht“, stellte Dr. Plank abschließend fest.

10.10.2018 - Kreisklinik Berchtesgaden

Übung für den Ernstfall

Brandschutzübung in den Kreiskliniken Berchtesgaden

Brandbekämpfung, Rettung, Evakuierung - Brände in Krankenhäusern stellen für die Einsatzkräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst sowie für das Klinikpersonal eine Herausforderung dar. Vor diesem Hintergrund wurde Anfang Oktober eine realistische Einsatzübung in der Kreisklinik in Berchtesgaden durchgeführt. In dieser Übung sollte die unterschiedlichen Kenntnisse und Bedürfnisse aller Beteiligten erkannt und umgesetzt werden. Unter Anderem sollten die Ortskenntnis der Einsatzkräfte vertieft und die Zusammenarbeit an den Schnittstellen von Klinikpersonal, Rettungsdienst und Feuerwehr optimiert werden. mehr...

Bei Bränden kann es leider innerhalb kürzester Zeit zu größeren Personenschäden kommen. Gerade das Verhalten des Personales in den ersten Minuten beeinflusst die Zahl der geretteten Patienten. Der Brandrauch ist die größte Gefahr und entwickelt sich schneller als man allgemein annimmt. In den ersten 10-15 Minuten nach Alarmierung ist das Personal des Krankenhauses auf sich alleine gestellt, da externe Rettungskräfte anderweitig gebunden sind oder eine Vorlaufzeit haben. Komplexer wird es auch dadurch, dass die zu Rettenden Patienten sind und meist auf Hilfe angewiesen sind. Das Krankenhaus ist zudem für die Feuerwehr kein alltäglicher Einsatzort.

Die Führungskräfte der Einsatzorganisationen und der Kreisklinik verfolgten den Übungsverlauf und zogen im Anschluss ein positives Resümee. Man war sich darin einig, ähnliche Übungen auch in Zukunft in regelmäßigen Abständen zu wiederholen.

An der Übung nahmen die Feuerwehen aus Berchtesgaden, Bischofswiesen, Maria Gern und Königsee teil, sowie das BRK Berchtesgadener Land

08.10.2018 - Kliniken Südostbayern

Aufsichtsrat der Kliniken Südostbayern AG verlängert Vorstandsverträge vorzeitig

Dr. Uwe Gretscher und Elisabeth Ulmer bilden weitere fünf Jahre das Vorstandsteam

Für weitere fünf Jahre hat der Aufsichtsrat der Kliniken Südostbayern AG Dr. Uwe Gretscher erneut zum Vorstandsvorsitzenden und Elisabeth Ulmer zum Vorstand bestellt. Damit setzt er weiter auf das erfolgreiche Team, auf die bewährte Zusammenarbeit und auf Kontinuität. mehr...

Georg Grabner, Landrat des Landkreises Berchtesgadener Land, der in diesem Jahr den Vorsitz im Aufsichtsrat führt, begründet die Wiederbestellung der beiden Vorstände mit den Worten „Die Vorstandschaft hat in den vergangenen Jahren hervorragende Arbeit geleistet und die Kliniken Südostbayern AG auf einen zukunftsfähigen Weg geführt“.

Der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Siegfried Walch, Landrat des Landkreises Traunstein, betont: „Wir wollen auch in Zukunft eine wohnortnahe, hochwertige und bezahlbare Gesundheitsversorgung für alle Menschen in unserer Region und die Kliniken in kommunaler Trägerschaft erhalten. Dr. Uwe Gretscher und Elisabeth Ulmer leisten dazu mit ihrem Wirken an der Spitze der Kliniken einen entscheidenden Beitrag. Deshalb freut es mich, dass wir unsere erfolgreiche Zusammenarbeit fortsetzen.“ 

Mit der Wiederbestellung bekräftigt der Aufsichtsrat das Vertrauen in die Leistungen des Leitungsteams, unter deren Führung der Klinikverbund nicht nur finanziell auf sichere Beine gestellt worden ist, sondern mit neuen Strategien langfristig auf einen zukunftweisenden Weg gebracht wurde.

Die Kliniken Südostbayern AG ist das größte Unternehmen der Wirtschaftsregion Chiemgau und Berchtesgadener Land und gleichzeitig der leistungsstärkste Gesundheitsdienstleister in Südostbayern. Die Gesellschaft versorgt an ihren sechs Standorten Bad Reichenhall, Berchtesgaden, Freilassing, Ruhpolding, Traunstein und Trostberg jährlich über 160.000 stationäre und ambulante Patienten und ist Arbeitgeber für 3.800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Wichtigste Ziele der Unternehmensstrategie sind der Erhalt und Ausbau der flächendeckenden medizinischen Qualitätsversorgung, die Beibehaltung der kommunalen Trägerschaft sowie Bereitstellung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen. Besonders im Bereich Aus- und Fortbildung machen sich die Kliniken Südostbayern AG stark und tragen mit innovativen Projekten beispielhaft dazu bei, dass in Südostbayern auch auf dem Land eine medizinische Versorgung auf Spitzenniveau erhalten bleibt.

Von links: stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender und Landrat Traunstein Siegfried Walch, Vorstand Elisabeth Ulmer, Vorstandsvorsitzender Dr. Uwe Gretscher, Aufsichtsratsvorsitzender und Landrat Berchtesgadener Land Georg Grabner.
Von links: stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender und Landrat Traunstein Siegfried Walch, Vorstand Elisabeth Ulmer, Vorstandsvorsitzender Dr. Uwe Gretscher, Aufsichtsratsvorsitzender und Landrat Berchtesgadener Land Georg Grabner.
28.09.2018 - Kreisklinik Bad Reichenhall

Psyche: unterschätztes Begleitphänomen bei COPD

Viele Interessierte besuchten den „Lungentag“ an der Kreisklinik Bad Reichenhall

„Pneuma kommt aus dem Griechischen und steht einerseits für die Seele und andererseits für den Atem“, erklärte Dr. Christian Geltner, Chefarzt der Pneumologie an der Kreisklinik Bad Reichenhall, bei der Eröffnung des diesjährigen „Lungentages“. Damit stimmte der Pneumologe die zahlreichen Besucher auf den nicht zu unterschätzenden Zusammenhang zwischen Lunge und Seele ein. Das interessierte Publikum konnte sich einen Nachmittag lang in Fachvorträge vertiefen, seine Gesundheit überprüfen lassen und nicht zuletzt im begehbaren Lungenmodell anschaulich über das lebensnotwendige Organ Lunge und seine Erkrankungen informieren. mehr...

„Ich habe das Gefühl, den anderen beim Leben zuzuschauen und selbst gar nicht mehr daran teilzunehmen“, habe ihr eine Patientin ihr Leid geschildert, berichtete Sportphysiotherapeutin Tessa Schneeberger  von der Schön-Klinik Berchtesgadener Land in ihrem Vortrag zum Thema „Lunge und Psyche – Auswirkungen auf Alltag und Lebensqualität“. Wie die Patientin mit der chronischen Bronchitis COPD (chronic obstructive pulmonary disease) würden viele Menschen mit dieser Lungenerkrankung in einen Teufelskreis aus Angst vor Atemnot bei Bewegung und damit verbunden dann der Angst vor Bewegung geraten. „Die Psyche ist ein unterschätztes Begleitphänomen bei COPD“, sagte Schneeberger. Psychische Komorbiditäten, also Begleiterkrankungen, von COPD seien – unabhängig vom Stadium der Erkrankung - Angst- oder Panikstörungen so wie Depressionen. Darunter litten nicht nur die Patienten. „Angst und Depression sind nicht nur die Probleme der Patienten, auch ihre Partner haben Ängste“, betonte die Referentin. Es habe sich gezeigt, dass Patienten weit weniger Angst hätten, wenn sie mit aktiven Lebensgefährten zusammenlebten.

Sich Schritt für Schritt wieder an Bewegung zu gewöhnen, so den Alltag besser zu meistern und ihn sich angstfreier zuzutrauen, empfahl Tessa Schneeberger COPD-Patienten. Sie sprach vom „positiven Effekt einer Rehabilitationsmaßnahme auf Depression und Angst.“ Denn während der Reha würden die Patienten nicht nur ihr Wissen um die Erkrankung vertiefen und mit anderen Betroffenen ihre Gefühle thematisieren. Nach einem individuell auf sie zugeschnittenen Behandlungs- und Trainingsplan könnten sie auch ihre Leistungsfähigkeit und damit Lebensqualität steigern und alltagstaugliche Bewältigungsstrategien lernen. Dass die Schön-Klinik bei ihrer Reha „einen ganzheitlichen Ansatz“ verfolgt, erklärte Prof. Andreas Rembert Koczulla, Pneumologie-Chefarzt der Schön-Klinik Berchtesgadener Land in seinem Vortrag „Der lungenkranke Patient und Bewegung“. Wie Tessa Schneeberger brach der Pneumologe eine Lanze für ein bewegtes Leben. Denn wer sich schone, verlöre binnen kurzer Zeit wertvolle Muskelkraft, die nicht zuletzt auch für die Lunge und das Atmen nötig sei.
„Machen Sie das, woran Sie Spaß haben, ob es nun Rad- oder Gehtraining oder Tai Chi ist“, riet Prof. Koczulla. „Genauso wichtig ist aber auch Krafttraining“, betonte er. „Eines allein reicht nicht.“ Motivation für Ausdauer- und Kraft-Training könne zum Beispiel schon sein, sich wieder allein anziehen zu können oder selbst zum Einkaufen zu gehen. Wer sich wieder mehr bewegt, schläft höchstwahrscheinlich auch wieder besser und erhöht auch so seine Lebensqualität. Die Miseren der „Schlaflosen Gesellschaft“ führte Dr. Ulrich Gropper, Leitender Oberarzt in der Pneumologie an der Kreisklinik Bad Reichenhall, den Hörern seines Vortrags vor Augen. Er riet zu Ritualen rund um das Zubettgehen und betonte: „Wir alle schlafen zu wenig. Wir haben ein bisschen verlernt, auf unsere innere Uhr und unsere Bedürfnisse zu schauen.“ Letzteres sollte insbesondere für Menschen mit einem geschwächten Immunsystem in akuten Infektionsphasen gelten. In der kalten Jahreszeit hätten Influenza-Viren ein leichtes Spiel, erklärte Dr. Michaela Ritz, Oberärztin in der Pneumologie an der Kreisklinik Bad Reichenhall. Der Verzicht auf das Händeschütteln zur Begrüßung sei daher ratsam.


Viele Hände und Arme sahen die Krankenpflegeschüler Kira Heuer, Lorenz Schneider und Tobias Sedlmeier beim Lungentag. Sie maßen bei den Besuchern fleißig Blutdruck, prüften den Sauerstoffgehalt im Blut und bestimmten den Blutzucker. Dass es durchaus Zusammenhänge zwischen den Blutzuckerwerten und Lungenerkrankungen gibt, konnte Diabetesberaterin Gabriele Illig aus dem Diabetesteam der Kreisklinik unter der Leitung von Dr. Jörg Weiland, Chefarzt der Inneren Medizin, erklären. Anhaltend gefragt war am Lungentag natürlich auch der Lungenfunktionstest. Während sich am Verfassen einer Patientenverfügung Interessierte am Ende eines langen Tages noch von Dr. Birgit Krause-Michel aufklären ließen, standen andere noch in der Warteschlange des Lungenfunktionstests. Gleich am Infostand nebenan klärten derweil Udo Grimm und Walter Kluser vom gemeinnützigen Selbsthilfeverein „pulmonale hypertonie“, also Lungenhochdruck, über die Hilfsmöglichkeiten ihrer Organisation auf. Ob mit Wissen rund um das Thema Lunge bereicherte Besucher, engagierte Klinik-Mitarbeiter oder Gastreferenten: Am Ende eines langen Lungentages mit jeder Menge langem Atem gab es in der Kreisklinik nur zufriedene Gesichter.


Ina Berwanger

29.09.2018 - Klinikum Traunstein

Versorgung von Polytraumen deutlich optimiert

Überregionales Traumzentrum der Unfallchirurgie im Klinikum Traunstein erfolgreich rezertifiziert

Die Abteilung für Unfallchirurgie und Orthopädische Chirurgie des Klinikums Traunstein von Chefarzt Prof. Dr. Rupert Ketterl wurde als Überregionales Traumazentrum der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) erfolgreich rezertifiziert. Sinn der Begehung durch den Auditor der CERT iQ Zertifizierungsdienstleistungen GmbH in Fürth war nachzuschauen, wie die Abläufe in der Unfallchirurgie organisiert sind, und Hinweise zu geben, wie sie womöglich noch verbessert werden können. Die Rezertifizierung ist für die kommenden drei Jahre gültig. mehr...

Die DGU hat in Deutschland ein flächendeckendes Traumanetzwerk aufgebaut, das aus Lokalen, Regionalen und Überregionalen Traumazentren besteht, um die Versorgung von Schwer- und Schwerstverletzten zu optimieren. Die Traunsteiner Unfallchirurgie ist seit sechs Jahren als Überregionales Traumazentrum zertifiziert. Mit der Zertifizierung bzw. Rezertifizierung müssen die Traumazentren alle drei Jahre ihre Qualität unter Beweis stellen.

Voraussetzung für ein Überregionales Traumazentrum ist, dass die Unfallchirurgie in der Lage ist, gleichzeitig zwei Polytraumen, das heißt mehrfach Schwer- und Schwerstverletzte, behandeln zu können. Dies bedeutet für die Abteilung einen besonders hohen Personalaufwand. Außerdem müssen im Klinikum alle Disziplinen, wie zum Beispiel Bauch-, Gefäß- und Neurochirurgie, HNO usw. vorhanden sein. Dies ist in Traunstein außer der Augenheilkunde – hier besteht ein Kooperationsvertrag mit der Augenklinik Salzburg - der Fall. Mit den Vorgaben an ein Traumazentrum werde die Versorgung verbessert und die Sterblichkeit verringert, erklärt Prof. Dr. Ketterl.

Ein Überregionales Traumazentrum ist verpflichtet, jederzeit Schwer- und Schwerstverletzte, die angemeldet werden, aufzunehmen. Dies gilt auch für Schwer- und Schwerstverletzte, die in einem Lokalen Traumazentrum aufgenommen wurden, dort jedoch nicht angemessen behandelt werden können. Dies alles sei mit einem großen Aufwand und nicht unerheblichen Kosten verbunden, so Prof. Dr. Ketterl. Mit der Einrichtung der Traumazentren sei andererseits die Qualität der Traumaversorgung besonders in strukturschwachen Regionen Deutschlands deutlich verbessert worden.

Im Überregionalen Traumazentrum Traunstein wurden im vergangenen Jahr 311 Patienten über den Schockraum aufgenommen. Damit liegt es bei den Fallzahlen unter den TOP 15 in Deutschland. Auch bezüglich der Schnelligkeit bei der Diagnostik ist das Traunsteiner Traumazentrum ganz vorne mit dabei. Weiterhin konnte in Traunstein bei den behandelten Polytraumapatienten die aufgrund des Schweregrades der Verletzung mit über neun Prozent errechnete Sterblichkeit mit einem Wert von 7,9 Prozent unterschritten werden.

13.09.2018 - Bildungszentrum

Abschluss Krankenpflegeschule: „Wir brauchen Sie“

Reichenhaller Krankenpflegeschüler bekommen bei Examensfeier viel Lob und Zuspruch

Aus gutem Grund glücklich und stolz: Die Absolventen der Klasse 15/18 an der Berufsfachschule für Krankenpflege Bad Reichenhall mit Klassenleiterin Karin Daxenberger (vorne links).
Gratulierten Verena Niederstraßer (Mitte) zum Staatspreis für den 1er-Abschluss (v.l.): Steffen Köhler (Personalleiter KSOB), Manuela Großauer (Pflegedirektorin KSOB), Rudolf Schaupp (Stellv. Landrat), Elisabeth Ulmer (Vorstand KSOB) und Helmut Weiß (Schulleiter der Berufsfachschule für Krankenpflege Bad Reichenhall)

„Wir brauchen Sie.“ Diese auf den Punkt gebrachte Bestätigung konnten die Absolventen der Berufsfachschule für Krankenpflege Bad Reichenhall bei ihrer Abschlussfeier im Landratsamt fast ebenso häufig entgegennehmen wie die zahlreichen Glückwünsche zum Examen. Dieses haben die jungen Frauen und Männer mit einem so guten Notendurchschnitt „wie schon lange nicht mehr“ bestanden, sagte Schulleiter Helmut Weiß. „Achten Sie auch auf die kleinen Dinge in der Pflege, wir brauchen aufmerksame Kümmerer“, gab er den frisch gebackenen Gesundheits- und Krankenpflegern mit auf ihren beruflichen Weg. mehr...

Dieser führt rund zwei Drittel der Absolventen auch nach ihrer Ausbildung weiterhin in die sechs Häuser der Kliniken Südostbayern AG (KSOB). „Alle zwanzig Prüflinge haben die praktischen und schriftlichen Prüfungen bestanden, lediglich zwei von ihnen müssen einen kleinen Teilbereich der mündlichen Prüfung wiederholen“, erklärte Schulleiter Helmut Weiß. Er konnte im bis auf den letzten Platz belegten Sitzungssaal des Landratsamts zu der musikalisch eindrucksvoll vom Duo Maximilian Schmid und Patrick Schichtler umrahmten Feier viele stolze Eltern, zufriedene Lehrkräfte, Praxisanleiter, externe Ausbilder und auch Prof. Ekkehard Pratschke, Beauftragter für Patientensicherheit in der KSOB, begrüßen. Hinter den 18 jungen Frauen und zwei jungen Männern läge „eine anstrengenden Zeit des Lernens, Hoffens und Bangens“, so Weiß. Dass sich die drei Ausbildungsjahre gelohnt und sie nun „durch unsere Schule bestens gerüstet für die Zukunft“ seien, versicherte den Absolventen stellvertretender Landrat Schaupp in seinem Grußwort. „Sie dürfen in einem der schönsten und wichtigsten Arbeitsfelder wirken, die es gibt, nämlich Menschen zu helfen“, sagte er. Wenn die medizinischen Grenzen erreicht seien, zähle nur noch die Menschlichkeit, betonte Schaupp. Er dankte den Absolventen abschließend dafür, dass „Sie Ihrem Beruf in Zukunft treu bleiben, denn wir brauchen Sie.“

Dass dieser Beruf „nicht nur schön, sondern auch zukunftssicher“ sei, betonte KSOB-Vorstand Elisabeth Ulmer in ihrer Ansprache. Sie beglückwünschte die jungen Leute im Namen der Unternehmensleitung zu ihrem Abschluss und sagte: „Wir sind sehr froh, dass sich viele von Ihnen entschieden haben, weiterhin bei uns tätig zu sein.“ Ulmers Dank betraf auch die Flexibilität der Schüler von gestern während des Umbaus ihrer Schule. Die Klasse 15/18 – so ihr offizieller Name – hatte ihre Ausbildung noch in Reichenhall begonnen, war dann zweieinhalb Jahre an die Traunsteiner Schule gependelt und konnte gerade noch rechtzeitig zur mündlichen Prüfung am 5. September in die komplett sanierte und nun mit modernster, auch digitaler Technik ausgestattete Reichenhaller Berufsfachschule für Krankenpflege zurückkehren. „Die Pflege wird in Zukunft immer wichtiger“, so Elisabeth Ulmer. Sie versäumte nicht, auch Schulleitung, Lehrkräften, Dozenten und Praxisanleitern für das Rüstzeug zu danken, welches sie den Schülerinnen und Schülern während der umfangreichen theoretischen und praktischen Ausbildung vermittelt haben. Dass die Klasse wiederum während ihres dreiwöchigen Ausbildungsprojektes „Schüler leiten eine Station im Krankenhaus Berchtesgaden“ geradezu „überwältigende Rückmeldungen von Patienten, Fachkräften und Lehrern“ bekommen hätten, berichtete voller Stolz ihre Klassenleiterin Karin Daxenberger.

„Auf Sie kann man sich verlassen“, sagte die Lehrerin für Pflegeberufe zu ihren ehemaligen Schülern. Diese gehören nun zu den „über 4.000 examinierten Pflegekräften, die seit den 60er Jahren aus unseren Berufsfachschulen für Krankenpflege in Bad Reichenhall und Traunstein in die Praxis – überwiegend in der Region - entlassen worden sind“, sagte Rupert Übelherr, Leiter des Bildungszentrums für Gesundheitsberufe der KSOB. Auch, wenn der Abschluss natürlich in erster Linie der Erfolg der Absolventen sei, gelte er doch auch für alle Abteilungen des Bildungszentrums, „vor allem aber für die Lehrkräfte.“ In Zeiten von Fachkräftemangel und unbesetzter Lehrstellen in fast allen Berufen sei es „eine Herausforderung, die Klassen vollzubekommen“, so Übelherr. An den Krankenpflegeschulen gebe es bereits viel Positives, das sie von anderen abhebe. Dennoch gelte: „Wir müssen besser sein als andere, damit die Schüler zu uns kommen.“ Sein Appell laute: „Ärmel hoch und los.“ Eine „Ermutigung, sich weiterhin einzubringen“, sprach Pflegedirektorin Manuela Großauer an die Absolventen gerichtet aus. Diese habe sie schon „bei der Schulung zum Thema demenziell erkrankte Patienten interessiert, empathisch und aktiv“ erlebt, lobte Großauer. „Freundlich, aber bestimmt und konstruktiv“ sollten sie bei ihrer Arbeit sein, so ihr Rat. „Diese Eigenschaften und ein hochprofessionelles Wissen brauchen die Patienten“, sagte sie. „Leben Sie Pflege“, empfahl Manuela Großauer dem Nachwuchs.

Dieser erinnerte sich in seinem Grußwort „vor allem an das Schöne“ während der Ausbildung wie etwa zusammenschweißende Seminare. „Wir waren stets kritisch und doch offen für Neues“, sagten Nicole Kalb, Angelique Möller und Jakob Schmid im Namen ihrer Mitschülerinnen und Mitschüler. Eine von ihnen wurde bei der Feier noch besonders geehrt: Verena Niederstraßer aus Saaldorf-Surheim hat sowohl im Abschlusszeugnis des 3. Ausbildungsjahres mit 1,0 abgeschlossen als auch alle drei Teile der Abschlussprüfung (praktisch, mündliche und schriftlich) mit 1,0 bewältigt und erhielt hierfür den Staatspreis der Regierung von Oberbayern. Die gelernte Chemielaborantin hat ganz bewusst diese zweite Ausbildung gewählt. „Das war die absolut richtige Entscheidung“, stellte sie vor dem Beginn der Examensfeier fest. Sie ginge gern mit Menschen um und die Krankenpflege sei eine sinnvolle Arbeit. Dass sie ihre zugewandte Tatkraft und ihren optimistischen Elan behalten werden, machten die Krankenpflegeschüler mit einem Sprichwort aus Uganda deutlich: „Wende Dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter Dich.“

Ina Berwanger

31.08.2018 - Klinikum Traunstein

Kommandowechsel im Traunsteiner „U-Boot“

Dr. Manal Heiden übergibt das Druckkammerzentrum Traunstein an Stefan Pahler

Ab September hat Dr. Manal Heiden, Ärztin für Tauch- und Überdruckmedizin, nach 23 Jahren die Leitung des Druckkammerzentrums für hyperbare Sauerstofftherapie (HBO) im Klinikum Traunstein an Stefan Pahler übergeben. Wegen ihrer Röhrenform wird die Druckkammer mit zwölf Behandlungsplätzen von den Patienten oft scherzhaft auch als „U-Boot“ bezeichnet. Seit 1995 war das Druckkammerzentrum in einem eigenen Gebäude auf dem Klinikgelände untergebracht. 2006 erfolgte der Umzug in das Untergeschoss des neuen Südflügels des Klinikums Traunstein. mehr...

Bei der offiziellen Übergabe freute sich Dr. Heiden darüber, dass mit Pahler ein sehr guter und kompetenter Nachfolger gefunden worden sei. Mit ihm wisse sie ihre Patienten in guten Händen, so Heiden. Sie wies dabei auf die überregionale Bedeutung des Druckkammerzentrums Traunstein hin, da die nächstgelegenen Zentren in München, Murnau und Graz stünden.
Mit der Übertragung auf Pahler sei die Kontinuität der hyperbaren Sauerstoffbehandlung am Standort Traunstein für die Zukunft gesichert, erklärte der Vorstandsvorsitzende der Kliniken Südostbayern AG, Dr. Uwe Gretscher. Durch die enge Anbindung an das Klinikum Traunstein würden auch weiterhin hochspezialisierte Behandlungsmöglichkeiten für die Patienten vor Ort und die gesamten Region bereitgestellt.

Pahler ist Facharzt für Anästhesie, Intensiv- und Notfallmedizin und Taucherarzt. Durch seine Tätigkeit in verschiedenen Krankenhäusern der Kliniken Südostbayern AG ist er mit den Gegebenheiten im südostbayerischen Raum bestens vertraut. Er studierte Humanmedizin in Regensburg und München. Die Weiterbildung zum Facharzt für Anästhesie erfolgte im Behandlungszentrum Vogtareuth und am Klinikum Traunstein. Anschließend folgte ebenfalls im Klinikum Traunstein die Weiterbildung für die Intensivmedizin. Im Rahmen der etablierten Facharztrotation war er auch regelmäßig in der Kreisklinik Trostberg tätig. Danach war Pahler Oberarzt der Abteilung für Anästhesie und Intensivmedizin in der Kreisklinik Bad Reichenhall. Hier hatte er auch zeitweise die oberärztliche Leitung der dortigen interdisziplinären Intensivstation inne.

Seit 2000 beteiligte sich Pahler regelmäßig am Notarztdienst der Standorte Kiefersfelden, Bad Reichenhall und Traunstein, hier auch als Notarzt auf dem Rettungshubschrauber Christoph 14. 2015 wechselte er als Leitender Arzt der Anästhesie ans Regionalspital Surselva in Ilanz/Schweiz. Dort erfolgte die Bestellung zum Leitenden Notarzt für den Kanton Graubünden.
Bei der HBO-Therapie atmet der Patient in der Druckkammer durch eine Gesichtsmaske unter erhöhtem Luftdruck medizinisch reinen Sauerstoff, wodurch der Sauerstoffgehalt im Blut und auch in schlecht durchbluteten Geweben erhöht wird. Atmet ein Mensch in der Druckkammer reinen Sauerstoff bei einem Druck von zum Beispiel 2,5 bar ein, gelangt ungefähr die 20-fache Menge an Sauerstoff ins Blut.

Die hyperbare Sauerstofftherapie wird weltweit bei Erkrankungen eingesetzt, bei denen ein Sauerstoffmangel ursächlich für ungenügende Heilung ist und der Mangel durch den HBO-Einsatz ausgeglichen werden kann. Hinzu kommen einige Notfall-Erkrankungen, bei denen Sauerstoff lebensrettend ist. Zu nennen sind beispielsweise der diabetische Fuß, Knochennekrosen, Bestrahlungsfolgen, Hörstürze mit und ohne Tinnitus, Schwerverletzte, Tauchunfälle sowie Kohlenmonoxid- und Rauchgasvergiftungen.


Dr. Manal Heiden übergab zum 1. September die Leitung des Druckkammerzentrums Traunstein an Stefan Pahler. Unser Foto zeigt sie mit dem Vorstandsvorsitzenden der Kliniken Südostbayern AG, Dr. Uwe Gretscher (links) und Dr. Christian Heiden (rechts).
Dr. Manal Heiden übergab zum 1. September die Leitung des Druckkammerzentrums Traunstein an Stefan Pahler. Unser Foto zeigt sie mit dem Vorstandsvorsitzenden der Kliniken Südostbayern AG, Dr. Uwe Gretscher (links) und Dr. Christian Heiden (rechts).
24. Oktober 2018 - Bildungszentrum

Alle Teilnehmer schafften das Staatsexamen in der Krankenpflegeschule Traunstein mit Bravour

15 von 22 Gesundheits- und Krankenpfleger werden von der Kliniken Südostbayern AG übernommen

Ihre Anerkennung als staatlich geprüfte Gesundheits- und Krankenpfleger haben 22 Schüler der Berufsfachschule für Krankenpflege Traunstein erfolgreich geschafft. Bei einer Feier im Poststall wurden ihnen die Zeugnisse überreicht. „Sie erfüllen nun alle Voraussetzungen, um diesen gesetzlich geschützten Titel tragen zu dürfen“, stellte Schulleiter Alexander Hoh fest. Staatspreisurkunden der Regierung von Oberbayern für einen Notendurchschnitt bis 1,5 übergaben der stellvertretende Landrat Sepp Konhäuser und Schulleiter Hoh an Viktoria Lamminger aus Teisendorf (1,14), Chantal Nies aus Ruhpolding (1,29) und Stefanie Heinrich aus Siegsdorf (1,43). mehr...

Der Klasse bescheinigte Hoh eine positiv kritische Haltung, eine ausgeprägte Diskussionsfreudigkeit sowie eine motivierte Aufgeschlossenheit für Neues. „Passend dazu setzten wir mit dieser Klasse erstmals unser Theorie-Praxis-Projekt „Schüler leiten eine Station“ um“, so der Schulleiter. Die Schüler übernahmen dabei für drei Wochen im Dreischichtsystem die Leitung und pflegerische Versorgung einer orthopädischen Station in der Kreisklinik Trostberg. Jede Schicht wurde von examinierten Pflegekräften begleitet. Auf diese Weise konnten die Schüler im geschützten Rahmen den „Echtbetrieb“ erleben, berufliche Handlungskompetenz erwerben und sich auf den Berufsalltag vorbereiten.
„Die pflegerische Arbeit ist eine hochprofessionelle Tätigkeit mit einer sehr großen Eigen- und Fremdverantwortung, die Pflegefachkräfte arbeiten mit anderen Berufsgruppen am Patienten unter hochkomplexen, ökonomischen, rechtlichen und ethischen Rahmenbedingungen“, stellte Hoh fest. Mit der Pflegewissenschaft und -forschung habe man eine eigenständige Wissenschaft. In den meisten europäischen Ländern finde bereits die Grundausbildung generell in akademisierter Form statt. Die frisch examinierten Pflegefachkräfte forderte er auf, sich kritisch einzubringen, kompetent zu pflegen, mit Ärzten und anderen Berufsgruppen auf gleicher Augenhöhe zu kommunizieren sowie eine Haltung und ein pflegerisches Selbstverständnis zu zeigen, mit dem sie entsprechend wahrgenommen würden.

Vielleicht bekomme die Pflege irgendwann eine bundeseinheitliche Pflegekammer mit politischem Mitspracherecht. Vielleicht seien irgendwann Pflegeexperten bei pflegespezifischen Gesetzentwürfen mit dabei. Im Rahmen der „Konzertierten Aktion Pflege“ präsentiere Bundesgesundheitsminister Jens Spahn verschiedene Maßnahmen zum Entgegenwirken des Pflegenotstands. Viel altbekanntes neu verpackt und viele „Reförmchen“ statt grundlegender echter Reformen. „Im Zeugnis würde ich ihm schreiben: „er war stets bemüht““, sagte Hoh.

Der Leiter des Bildungszentrums für Gesundheitsberufe der Kliniken Südostbayern AG, Rupert Übelherr, erklärte, das Bildungszentrum entlasse in diesem Jahr insgesamt rund 100 Pflegefachkräfte, Pflegefachhelfer, Operationstechnische Assistenten, Medizinische Fachangestellte und Teilnehmer an Fachweiterbildungen in den heiß umkämpften Markt für Pflegefachkräfte. Die Krankenpflegeschulen Bad Reichenhall und Traunstein hätten seit Anfang der 1960er Jahre an die 4000 Krankenpflegekräfte überwiegend für den regionalen Markt ausgebildet. Der Großteil davon sei in die eigenen Kliniken übernommen worden. Auch in wirtschaftlich schwierigen Jahren seien nie Ausbildungsplätze abgebaut worden. „Der Beitrag, der hier im Bereich Pflegeausbildung und damit Sicherung einer qualifizierten Versorgung von kranken und alten, hilfsbedürftigen Menschen geleistet wurde und wird, ist unschätzbar wertvoll“, unterstrich Übelherr.
Das Bildungszentrum für Gesundheitsberufe sei eine Bildungseinrichtung für alle Kliniken des Klinikverbunds, sagte der Medizinische Direktor der Kliniken Südostbayern AG, Dr. Stefan Paech. Die Aus- und Weiterbildung habe bei der Kliniken Südostbayern AG stets einen großen Stellen. Auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten sei in die Ausbildung der Mitarbeiter investiert worden. Sie stelle derzeit rund 300 Ausbildungsplätze der verschiedensten Art zur Verfügung.

Die Berufsbilder im Gesundheitswesen und die Interaktion mit anderen Berufsgruppen würden deutlich zunehmen. Die von den Ärzten dominierte Zeit sei vorbei, denn die Prozesse würden nicht mehr von jeder einzelnen Berufsgruppe, sondern von allen gemeinsam gestaltet. Neuerungen, wie zum Beispiel die Digitalisierung, sollen erreichen, dass wertvolle Arbeitszeit für den Patienten erhalten bleibe, denn „Dokumentationen mit Papier und Bleistift“ würden die Pflegekräfte viele Stunden kosten. Paech bedauerte, dass die Politik dazu keine Finanzmittel zur Verfügung stelle. Dennoch habe die Gesundheitspolitik verstanden, dass es ein „Weiter-so“ nicht länger geben könne.

Von den 22 Absolventen würden 15 bei der Kliniken Südbayern AG und auf die Klinikstandorte Traunstein, Trostberg, Ruhpolding und Berchtesgaden verteilt, sagte die Pflegedirektorin der Kliniken Südostbayern, Susanne Güll. Dies belege den wachsenden Verbundgedanken. „Wir brauchen diese Aufgeschlossenheit und Offenheit, über die Standorte hinweg zu arbeiten. Diese Wendigkeit wird entscheiden, wie wir unseren Verbund in die Zukunft führen“, so Güll. Sie forderten die neuen Pflegefachkräfte auf, sich diese Offenheit und Aufgeschlossenheit für Neues gerade in einer Zeit des Wandels und der Veränderungen zu bewahren. Beruflichen Erfolg würden diejenigen unter ihnen haben, die sich in Teams integrieren, sich konstruktiv und positiv mit den Anforderungen der Berufswelt auseinandersetzen und nach Lösungen suchen.
Auch das Gesundheitswesen sei von der Digitalisierung und Globalisierung nicht ausgeschlossen, sagte der stellvertretende Landrat Konhäuser. Etliche Patienten würden schon vor einem Krankenhausaufenthalt oder Arztbesuch ihre Symptome im Internet eingeben. Aber Maschinen würden den Dienst am Menschen nicht ersetzen können, war er sich sicher. „Sie werden niemals diejenigen ersetzen, die Zuneigung geben, Horizonte eröffnen und bei wichtigen Erfahrungen zur Seite stehen“, meinte Konhäuser.
Der Krankenpflegeberuf sei ein Beruf mit Zukunft, die man nach den eigenen Vorstellungen gestalten müsse. Dazu brauch es Vertrauen in die, die Verantwortung trügen und die Bereitschaft, selbst Verantwortung zu übernehmen. „Denn wir haben ein gemeinsames Anliegen: In der Gesundheitsversorgung das Beste für die Menschen in unserer Region zu leisten“, stellte er fest. Mit klugen Köpfen wie sie seien unsere Krankenhäuser hervorragend und schon heute auf die Zukunft von morgen vorbereitet. „Unsere Patienten könne sich auf eine hochwertige medizinische Versorgung verlassen“, erklärte der stellvertretende Landrat.
Anhand von eindrucksvollen Bilder ließ die Klassenleiterin Manuela Nann die dreijährige Ausbildungszeit, bei der auch vier Dual Studierende im Bachelorstudiengang Pflege dabei waren, Revue passieren. Allerdings höre nun das Lernen mit dem Ende ihrer Ausbildung nicht auf. „Und hoffentlich auch nicht Ihre Neugierde, Ihr Drang, sich neues und vertieftes Wissen anzueignen.“ Mit einigen Anekdoten blickte zum Schluss Schülersprecherin Helena Schweidler auf die spannende Schulzeit zurück.

Einen Staatspreis der Regierung von Oberbayern bekamen drei Schülerinnen der Krankenpflegeschule. Unser Foto zeigt von links Schulleiter Alexander Hoh, die Preisträgerinnen Viktoria Lamminger, Stefanie Heinrich und Chantal Nies sowie Klassenleiterin Manuela Nann und den stellvertretenden Landrat Sepp Konhäuser
Einen Staatspreis der Regierung von Oberbayern bekamen drei Schülerinnen der Krankenpflegeschule. Unser Foto zeigt von links Schulleiter Alexander Hoh, die Preisträgerinnen Viktoria Lamminger, Stefanie Heinrich und Chantal Nies sowie Klassenleiterin Manuela Nann und den stellvertretenden Landrat Sepp Konhäuser
01.08.2018 - Bildungszentrum für Gesundheitsberufe

Gelungenen Beitrag zur Integration geleistet

14 Menschen mit Migrationshintergrund bestanden Ausbildung zum Pflegefachhelfer

Die Prüfungsbesten der Berufsfachschule für Krankenpflegehilfe waren (von rechts) Yousef Afandi, Michael Stitzl und Okubamichael Kesete. Ihnen gratulierten Klassenlehrer Wolfgang
Die Prüfungsbesten der Berufsfachschule für Krankenpflegehilfe waren (von rechts) Yousef Afandi, Michael Stitzl und Okubamichael Kesete. Ihnen gratulierten Klassenlehrer Wolfgang

Mit einer Feier im Bildungszentrum für Gesundheitsberufe wurden nach einjähriger Ausbildung 22 staatliche geprüfte Pflegefachhelfer aus der Berufsfachschule für Krankenpflegehilfe verabschiedet. Das Erfreuliche: 14 von ihnen waren Menschen mit Migrationshintergrund aus Afghanistan, Eritrea, Senegal, Somalia und Syrien. Das Beachtliche: Zwei von ihnen, nämlich Yousef Afandi aus Bischofswiesen mit einem Notendurchschnitt von 1,6 und Okubamichael Kesete aus Traunreut mit einem Notendurchschnitt von 1,8, gehörten zu den drei Prüfungsbesten. Dritter im Bunde war Michael Stitzl aus Trostberg mit einem Notendurchschnitt von 1,6. mehr...

„Die Kliniken Südostbayern AG redet nicht über Bildung, sie macht Bildung“, stellte der Leiter des Bildungszentrums, Rupert Überherr, fest. Und das über viele Jahrzehnte und Trägerschaften hinweg. Stets habe er Unterstützung erfahren, wenn es um den Weiterbestand des Ausbildungsangebots und Initiativen zum Ausbau des Angebots gegangen sei.
Zu den Absolventen aus den anderen Ländern sagte Übelherr, Deutschland, Bayern, die Schulleitung und die Klassengemeinschaft habe ihnen im Miteinander und gegenseitigen Respekt ein kleines Stück neue Heimat geschenkt. Die Migranten hätten bewiesen, dass Integration gelingen könne.
Auch wenn die Ausbildungsinhalte nicht so sehr in die Tiefe wie in der dreijährigen Ausbildung gingen, hätten die Schüler innerhalb eines Jahres umfassende Kenntnisse in vielerlei medizinischen und pflegerischen Bereichen erworben, sagte Schulleiter Alexander Hoh. Die Pflegefachhelferausbildung sei nicht zuletzt wegen des bestehenden und weiter zunehmenden Personalmangels in der Pflege von enormer Bedeutung. Sie verschaffte nämlich den Zugang zur dreijährigen Fachkraftausbildung.

In einem Team mit verschiedenen Qualifikationen arbeiteten sie in einem klar definierten Aufgabenbereich. Sie seien insbesondere für die grundpflegerische Versorgung, eine aktivierende Pflege, Prophylaxen und in Teilbereichen für behandlungspflegerische Maßnahmen qualifiziert und erbrächten einen Teil der originären Aufgaben der Pflege.
Auch Hoh wies auf den integrativen Charakter der Ausbildung hin. Die 14 geflüchtete Männer seien allesamt motiviert und engagiert gewesen. Der Einstieg in die Ausbildung sei jedoch nur der erste Schritt gewesen. Im zweiten Schritt sei es nun die Aufgabe, jeden Einzelnen ins Berufsleben zu integrieren und zu fördern. Die Berufsfachschule biete daher zusätzlichen Deutschförderunterricht an.

Der Fachbereichsleiter Krankenpflegehilfe und Klassenlehrer, Wolfgang Raufeisen, sprach von zwei Premieren: erstmalig waren mit 19 Männern mehr Männer als Frauen in einer Klasse. Von diesen 19 Männern hätten 14 einen Migrationshintergrund. „Umso mehr ist hervorzuheben, wie positiv die Klassengemeinschaft von allen Lehrkräften empfunden wurde“, sagte er. Er habe die Klasse als sehr liebenswert erlebt. Jeder habe sich wertschätzend, diszipliniert und engagiert eingebracht und verhalten.
Erstmals habe eine Klasse der Berufsfachschule an einem offiziellen Wettbewerb, dem Sozialpreis der Stiftung Passauer Neue Presse, teilgenommen und den vierten Platz belegt. Bei dem Projekt „Anders anders = einzigartig“ ging es um inhaltliche Themen wie „Wie kann Integration gelingen?“, „Schüler unterrichten Schüler“, „Sport integriert und verbindet“, „Angekommen in Traunstein“ sowie "Kultursensible Pflege“.
„Gesundheit ist das Kostbarste, was wir besitzen können. Darum sind ein humanes Gesundheitswesen und Ihre Arbeit so wertvoll“, erklärte der stellvertretende Landrat Sepp Konhäuser. Eine der wichtigsten Aufgaben des Landkreises sei, für eine bestmögliche gesundheitliche Versorgung der Bürger und den Erhalt der Kliniken in kommunaler Trägerschaft zu sorgen.
„Dass sich unsere Patienten auf eine hochwertige medizinische Betreuung verlassen können, ist vor allen der Verdienst der Mitarbeiter“, fuhr er fort. Sie seien die „Helden des Alltags“. Denn sie hülfen mit, Krankheiten und Schmerzen zu lindern und das mit viel körperlichem und persönlichem Einsatz, mit Mitgefühl und Empathie.

Der Medizinische Direktor der Kliniken Südostbayern AG wies ebenfalls auf die Integrationsleistung der Berufsfachschule für Krankenpflegehilfe hin. Aufgrund der demografischen Entwicklung würden die zu behandelnden Patienten immer älter, sodass Fachkräfte in der Pflege gebraucht seien. Zugleich gebe es einen eklatanten Fachkräftemangel in der Pflege. Heute wisse niemand, wie sich die Pflege in Zukunft entwickeln werde. In Garmisch-Partenkirchen werde bereits ein Pflegeroboter getestet.
Damit sie Patienten angemessen betreuen und begleiten könnten, hätten sie sich viel Wissen angeeignet und schon eine Menge an Erfahrungen gesammelt, unterstrich die Pflegedirektorin der Kliniken Südostbayern AG, Manuela Großauer. „Ich habe die Schüler von Beginn an sehr lebendig, fragend, hinterfragend und kommunikativ erlebt. Ich möchte sie daher ermutigen, dass weiter aktiv zu tun, sich einzubringen und gemeinsam mit den ihnen anvertrauten Patienten Perspektiven zu verfolgen und zu gestalten“, meinte die Pflegedirektorin.

06.07.2018 - Klinikum Traunstein

Thema Demenz durch Aufklärung entstigmatisieren

Wanderausstellung „Was geht.Was bleibt – Leben mit Demenz“

Unser Foto zeigt von links die stellvertretende Landrätin Resi Schmidhuber, Dr. Winfried Teschauer von der Bayerischen Alzheimergesellschaft, Pflegedirektorin Manuela Großauer, Sabine Daum, Projektleitung „Demenzsensibles Krankenhaus“, und den Medizinischen Direktor Dr. Stefan Paech. Foto: Buthke
Unser Foto zeigt von links die stellvertretende Landrätin Resi Schmidhuber, Dr. Winfried Teschauer von der Bayerischen Alzheimergesellschaft, Pflegedirektorin Manuela Großauer, Sabine Daum, Projektleitung „Demenzsensibles Krankenhaus“, und den Medizinischen Direktor Dr. Stefan Paech. Foto: Buthke

Mit einer kleinen Feierstunde wurde im Klinikum Traunstein die Wanderausstellung „Was geht. Was bleibt. - Leben mit Demenz“ des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege eröffnet. In einem kopfförmigen Regal bietet die Wanderausstellung zum einen alle wichtigen Informationen über Demenz und zum anderen wertvolle Tipps im Umgang mit Demenzpatienten. Die Wanderausstellung ist noch bis zum Donnerstag (12. Juli) in der Eingangshalle des Klinikums Traunstein zu sehen. mehr...

„Die Ausstellung möchte als Teil der Bayerischen Demenzstrategie auf das Thema Demenz aufmerksam machen, Verständnis für Menschen mit Demenz schaffen und Ängste abbauen, um langfristig einen Bewusstseinswandel der Gesellschaft im Umgang mit Demenz weiter voranzutreiben“, erklärte der wissenschaftliche Begleiter Dr. Winfried Teschauer vom Landesverband Bayern der Deutschen Alzheimergesellschaft. Er wies dabei auf den Aufklärungsauftrag im Rahmen der Bayerischen Demenzstrategie hin, bei der es auch um die Entstigmatisierung dieser Erkrankung gehe.

Die Wanderausstellung werde bewusst in einer kleineren Form präsentiert, um sie an Orte bringen zu können, an die möglichst viele Leute hinkämen. Sie solle die Last von den Angehörigen nehmen und die Menschen ermutigen, über die Demenz sprechen, denn viele Menschen, die als Patient oder pflegender Angehöriger von Demenz betroffen seien, zögen sich zurück. Ihr Freundeskreis breche zusammen.

Ein Viertel aller Bundesbürger seien über 65 Jahre alt, stellte die stellvertretende Landrätin Resi Schmidhuber fest. In Bayern würden 2025 mehr als 900 000 Menschen über 80 Jahre alt sein. Das Altwerden biete durch die Lebenserfahrung eine große Chance, sei durch Krankheit jedoch oft eine große Herausforderung. Das Thema Demenz brauche daher die Aufmerksamkeit aller. Deshalb freute sie sich, dass die Projektgruppe „Demenzsensibles Krankenhaus“ der Kliniken Südostbayern AG dieses Thema aufgegriffen hat.

Die Krankenhäuser erlebten an erster Stelle die Bedeutung von Demenzerkrankungen, denn rund die Hälfte der Patienten seien über 75 Jahre alt mit einem zunehmenden Anteil an kognitiven Einschränkungen, sagte der Medizinische Direktor der Kliniken Südostbayern AG, Dr. Stefan Paech. Zu den medizinischen kämen die Herausforderungen der Demenz noch hinzu. Darauf seien Krankenhäuser oft nicht eingestellt. 

Die Kliniken Südostbayern AG habe das Thema mit der Projektgruppe „Demenzsensibles Krankenhaus“ aufgegriffen, um demenziell Erkrankte durch Schulung und Vernetzung in den Akutkrankenhäusern noch besser versorgen zu können, ergänzte Pflegedirektorin Manuela Großauer. Das große Ziel sei, deren Wertschätzung und die Achtung ihrer Menschenwürde zu wahren. Bjr

30.06.2018 - Kreisklinik Bad Reichenhall

Ehrenamt verbindet Menschen

Ehrenamtstag zum „Demenzsensiblen Krankenhaus“

Engagiert für Menschen mit Demenz und für das Ehrenamt (v.l.): Sabine Daum und Manuela Großauer von den Kliniken Südostbayern, die Ehrenamtlichen Traudl Stähnle-Trautmann und Vera Wurmer sowie Roswitha Moderegger und Ralf Glück von der Alzheimer Gesellschaft. Foto: Ina Berwanger
Engagiert für Menschen mit Demenz und für das Ehrenamt (v.l.): Sabine Daum und Manuela Großauer von den Kliniken Südostbayern, die Ehrenamtlichen Traudl Stähnle-Trautmann und Vera Wurmer sowie Roswitha Moderegger und Ralf Glück von der Alzheimer Gesellschaft. Foto: Ina Berwanger

Mit dem „Tag des Ehrenamtes“ endete die Aktionswoche zum Auftakt des Projektes „Demenzsensibles Krankenhaus“. Dieses führt der Klinikverbund in Kooperation mit den Landkreisen Berchtesgadener Land und Traustein, dem Landesverband Bayern der Deutschen Alzheimer Gesellschaft sowie der Gesundheitsregion Plus des Berchtesgadener Landes durch. mehr...

Pflegedirektorin Manuela Großauer, Projektverantwortliche der KSOB , und Sabine Daum, zuständig für die organisatorische Projektleitung, konnten am Samstag im Großen Seminarraum neben Traudl Stähnle-Trautmann und Elisabeth Homberg, stets rührige Ansprechpartnerin der Freiwilligenagentur Berchtesgadener Land, auch Vera Wurmer begrüßen. Die Freiwillige aus Berchtesgaden besucht im Rahmen des Projekts „Immer wieder sonntags“ der Freiwilligenagentur Berchtesgadener Land Geriatrie-Patienten in der Kreisklinik Berchtesgaden. Das Ehrenamt in den Kliniken Südostbayern (KSOB) zu stärken, ist auch Teil des zweijährigen Projektes „Demenzsensibles Krankenhaus“ zur Entwicklung eines Demenzkonzeptes für alle sechs Häuser. 

Die Bad Reichenhallerin Vera Wurmer leitet eine Selbsthilfegruppe für Angehörige Demenzkranker. „Mein Mann hatte Alzheimer, er ist vor acht Jahren gestorben“, berichtete sie. „Man muss erst mal lernen, die Krankheit zu akzeptieren und Hilfe anzunehmen“, so Vera Wurmers Erfahrung. Sie empfahl, Kurse zu besuchen, wie sie die Alzheimer Gesellschaften anbieten, um sich hilfreiches Wissen um dementielle Erkrankungen anzueignen. So könne der Angehörige besser mit dem erkrankten Angehörigen umgehen und ihn leichter verstehen.

„Ein großes Thema ist auch, ganz gut auf sich aufzupassen“, betonte Vera Wurmer. Ihre Schwägerin habe sie bei Anrufen immer gefragt, wie es ihr gehe, zumeist stünde aber das Befinden des Betroffenen im Zentrum des Interesses. Dies weiß auch Roswitha Moderegger, 1. Vorstand der „Alzheimer Gesellschaft Berchtesgadener Land – Traunstein e.V. und Regionalgruppe Rosenheim“ und Mitglied der Projektgruppe „Demenzsensible Krankenhaus“. Nicht nur das Umfeld, sondern auch die pflegenden Angehörigen selbst verlören sich oft aus dem Blick. „Wenn man sich nicht um sich selbst kümmert, keine Hilfe holt, sich keine Auszeit gönnt, holt es einen irgendwann ein“, warnte Moderegger. „Was kann ich also für mich tun“, fragte sie und legte dem Publikum „Achtsamkeit“ ans Herz. „Achtsamkeit ist Aufmerksamkeit mir selbst gegenüber und auch demjenigen gegenüber, den ich versorge.“ Dazu gehöre, mit wachen Sinnen durchs Leben zu gehen, entspannt den Augenblick zu genießen und mit Stress umgehen zu können. Dass das nur ein wenig Übung, aber nicht viel Zeit im Alltag braucht, zeigte eine kleine Übung. Eine gute Minute lang verfolgte jeder Zuhörer seinen Atem, konzentriert nur darauf und nicht auf Gedanken und Sorgen.

Diese vertrieb auch Ralf Glück aus Grabenstätt. Mit Auszügen aus seinem Programm „Musik bewegt“ lockerte der frühere Leiter der Sozialen Betreuung in einer Pflegeeinrichtung Muskeln und Herzen des aktiv im Sitzen zur Musik übenden Publikums. Glück, 2. Vorstand der Alzheimer Gesellschaft und Musiker, hat gemeinsam mit einem Sportwissenschaftler ein Bewegungskonzept für Menschen mit Demenz entwickelt. Sein Beitrag inspirierte Traudl Stähnle-Trautmann, die Ehrenamtliche feilt mit ihrer Gruppe und Elisabeth Homberg immer an auf die betagten Patienten zugeschnittenen Sonntagsprogrammen. „Das ist eine schöne Arbeit“, sagte sie voller Überzeugung. Infos zum bürgerschaftlichen Engagement im Rahmen des „Demenzsensible Krankenhauses“ über oder

Ina Berwanger

26.06.2018 - Kreisklinik Bad Reichenhall

Wanderausstellung zur Demenz in Kreisklinik Reichenhall eröffnet

Auftaktveranstaltung für Projekt„Demenzsensibles Krankenhaus“ der Kliniken Südostbayern AG

Ein interessiertes, zahlreich erschienenes Publikum konnte Landrat Georg Grabner am Montagabend zur Eröffnung der Wanderausstellung „Was geht. Was bleibt. Leben mit Demenz“ im Foyer der Kreisklinik Bad Reichenhall begrüßen. Die Ausstellung ist Teil des zweijährigen Projektes „Demenzsensibles Krankenhaus“ zur Entwicklung eines Demenzkonzeptes an den Kliniken Südostbayern. „Ich danke allen am Projekt Beteiligten“, so der Landrat. Sie würden bereits mit der Eröffnungsausstellung einen wertvollen Beitrag zur Aufklärung über das Thema Demenz und zur Sensibilisierung der Gesellschaft über den Umgang mit an Demenz erkrankten Menschen leisten. mehr...

„Aufgrund des demographischen Wandels nimmt die Zahl der Erkrankten zu, 40 Prozent aller über 65-jährigen Patienten in Krankenhäusern haben kognitive Störungen, jeder fünfte von ihnen leidet laut Robert-Koch-Institut an einer Demenz“, erklärte Georg Grabner. Nicht nur die Gesellschaft, sondern auch das Personal in Krankenhäusern sehe sich daher mit den Anforderungen konfrontiert, die der Umgang mit den besonderen Bedürfnissen der Menschen mit Demenz verlange. Dem wolle das Projekt „Demenzsensibles Krankenhaus“ an den Kliniken Südostbayern (KSOB), das in Kooperation mit den Landkreisen Berchtesgadener Land und Traustein, dem Landesverband Bayern der Deutschen Alzheimer Gesellschaft sowie der Gesundheitsregion Plus des Berchtesgadener Landes stattfinde, Rechnung tragen.

Dass die Wanderausstellung „Was geht. Was bleibt. Leben mit Demenz“ des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege „nicht nur die Auftaktveranstaltung für das Projekt ist, sondern auch an die Wichtigkeit des Themas erinnert“, betonte Manuela Großauer, Pflegedirektorin und Projektverantwortliche der KSOB, in ihrem Grußwort. Ihr Dank ging in diesem Zusammenhang auch an den Vorstand der KSOB: „Dass wir uns diesem Thema widmen dürfen, ist keine Selbstverständlichkeit.“ Dass dem Thema Demenz in den Kliniken künftig auf vielerlei Ebenen bis hin zu räumlichen Anpassungen begegnet werde, erklärte Vorstandsvorsitzender Dr. Uwe Gretscher in seinem Grußwort. Entscheidend sei dabei „eine persönliche, zugewandte“ Haltung gegenüber den Patienten. Diese wird dem Klinikpersonal durch Wissen um die Erkrankung Demenz und die Besonderheiten der besonders sensiblen Patientengruppe der Demenzkranken erleichtert.

„Ich freue mich sehr, dass die Ausstellung direkt neben dem Hinweisschild zur Notaufnahme steht“, sagte Dr. rer. nat. Winfried Teschauer vom Landesverband Bayern der Deutschen Alzheimer Gesellschaft in seinem Grußwort. Er begleitet das Projekt wissenschaftlich und schult als erstes die Mitarbeiter der Notaufnahme. „Ich möchte Sie zu diesem Weg beglückwünschen, Sie beginnen ihn genau an der richtigen Stelle“, sagte Teschauer. Denn der Erstkontakt in der Notaufnahme sei sehr bedeutsam für den empathischen und professionellen Umgang mit den Demenzkranken und ihren Angehörigen. Wie diese den Alltag miteinander leben und erleben, zeigte dem sichtlich bewegten Publikum der Dokumentarfilm „Apfelsinen in Omas Kleiderschrank“. Er schildert Erfahrungen und Gefühle eines Jugendlichen beim Leben mit seiner Alzheimerkranken Großmutter. So wenig, wie die bereits mit 63 Jahren erkrankte Frau typisch für an Demenz erkrankte Menschen ist, gibt es auch das eine Geheimrezept für den Umgang mit ihnen. Dies wurde im Verlauf der anschließenden Podiumsdiskussion deutlich.

Unter der Moderation von Verena Fuchs von der Bayernwelle Südost waren sich die neun Teilnehmer einig, dass das Wissen um die Erkrankung und über den Umgang mit den von ihr Betroffenen das Leben aber für alle Seiten leichter macht. Erste Hinweise dazu gibt ein Besuch der noch bis Dienstag, 3. Juli, geöffneten Wanderausstellung. Das überdimensionale Regal in Form eines Kopfes präsentiert unterschiedlichste Aspekte des Themas Demenz, angefangen bei deren verschiedenen Formen bis hin zur Palette der Hilfsangebote. Die Ausstellung solle auch dazu beitragen, Demenz weiterhin von ihrem Stigma zu befreien, betonte Winfried Teschauer. Wichtig sei, dass sich Betroffene und Angehörige dazu bekennen würden. Wer einer Alzheimererkrankung vorbeugen wolle, dem empfahl Dr. Klaus Esch, Chefarzt der Geriatrischen Rehabilitation an der Kreisklinik Berchtesgaden, eine Uminterpretation des Ausstellungstitels in „Wer geht, der bleibt“ im Sinne eines aktiven, bewegten Lebens. Zu diesem gehören maßgeblich auch soziale Kontakte wie sie das bürgerschaftliche Engagement bietet. Eine gute Gelegenheit zur Information hierzu bietet der Tag des Ehrenamtes am Samstag, 30. Juni, in der Kreisklinik Bad Reichenhall. Von 11 bis 13 Uhr machen ehrenamtlich Bewegte Lust zum Mitmachen beim freiwilligen Einsatz für Menschen mit Demenz. Der übrigens beiden Seiten - Betroffenen wie Ehrenamtlichen - Wärme und Anerkennung gibt.

Ina Berwanger

25.06.2018 - Klinikum Traunstein

Anwendung der AO-Grundprinzipien gewürdigt

Prof. Dr. Rupert Ketterl vom Klinikum Traunstein als „Leitender AOTrauma Chirurg“ ausgezeichnet

Der Präsident von AOTrauma Deutschland, Michael Raschke, ernannte Prof. Dr. Rupert Ketterl bei der Mitgliederversammlung in Erfurt zum „Leitenden AOTrauma Chirurg““.
Der Präsident von AOTrauma Deutschland, Michael Raschke, ernannte Prof. Dr. Rupert Ketterl bei der Mitgliederversammlung in Erfurt zum „Leitenden AOTrauma Chirurg““.

Bei der Mitgliederversammlung der AOTrauma Deutschland (AOTD) in Erfurt wurde Prof. Dr. Rupert Ketterl, Chefarzt der Unfallchirurgie und Orthopädischen Chirurgie, Zentrum Hand- und Wirbelsäulenchirurgie im Klinikum Traunstein, von Präsident Michael Raschke als „Leitender AOTrauma Chirurg“ ausgezeichnet. Das Klinikum Traunstein ist damit eine von nur sieben Kliniken in Deutschland, die diese Auszeichnung führt. Als „Leitender AOTrauma Chirurg“ werden besonders qualifizierte Mitglieder der AOTD ausgezeichnet. Die AOTD möchte damit die ausgezeichnete Person sowie die Qualität und Attraktivität der Einrichtung sichtbar erhöhen, in der sie tätig ist. Weiterhin soll ein Anreiz für die Weiterbildung der Mitarbeiter geschaffen werden, um die AO-Prinzipien zu lernen, zu vertiefen und zu verbreiten. mehr...

Die Arbeitsgemeinschaft Osteosynthese (AO) ist eine 1958 durch Schweizer Ärzte gegründete medizinische Stiftung, die sich inzwischen weltweit um eine standardisierte Behandlung von Knochenbrüchen und Verletzungen, die Verwendung von einheitlichen Implantaten und biomechanischen Verfahren sowie die Anwendung von minimalinvasiven und Weichteile schonenden Operationstechniken in der Traumatologie (Unfallchirurgie) bemüht. Dafür finden Weiterbildungen für Ärzte und OP-Personal statt, bei denen Tipps und Tricks weitergegeben und auch Fallstricke dargestellt werden. Im Klinikum Traunstein führt Prof. Ketterl einmal im Jahr einen Wirbelsäulenkurs durch.

Für den Titel „Leitender AOTrauma Chirurg“ maßgeblich ist, ob bei der Traumaversorgung das chirurgische Spektrum, das in der betreffenden Klinik angeboten wird, sowie die internen und externen Schulungen der Mitarbeiter nach den AO-Prinzipien durchgeführt und diese auch in anderen Gremien weitergetragen werden. Die Anwendung der modernen AO-Grundprinzipien mache das Klinikum Traunstein auch für Ärzten und Pflegepersonal in der Ausbildung attraktiv, so Prof. Ketterl. Diese sei immer auch mit der Weiterentwicklung des eigenen Personals verbunden.

Anlass für die Gründung der AO war die Tatsache, dass seinerzeit Knochenbrüche meist geschlossen eingerichtet und teilweise wochenlang durch Streckverband (Traktion) oder im Gips behandelt wurden. Eine chirurgische Frakturversorgung existierte nur in einigen Zentren, ohne dass eine systematische Forschung (zum Beispiel die innere Fixierung durch Markraumnagelung) stattgefunden hat. Daraus resultierten oft Fehlstellungen, Bewegungseinschränkungen und Verringerung der Muskelmasse (Atrophie), sodass die anschließende Rehabilitation oft Monate dauerte und mit langfristigen Arbeitsunfähigkeiten einherging.

Der zugrundeliegende Gedanke der AO war deshalb, durch eine feste Fixierung des Knochenbruchs eine frühe und funktionelle Rehabilitation zu erreichen. In den Jahren 1960 bis 1980 wurde durch das Wirken der AO die moderne Methode der Versorgung von Knochenbrüchen (Osteosynthese) zum weltweiten Standard. Unter anderem resultierte daraus auch die AO-Klassifikation für Knochenbrüche. Die Stiftung unterhält in Davos und Dübendorf ein eigenes Forschungszentrum mit mehreren Instituten.

21.06.2018 - Kreisklinik Trostberg

Kliniken Südostbayern begrüßen neuen Chefarzt Neurochirurgie

PD Dr. Jens Rachinger leitet ab Mitte Juni die Abteilung Neurochirurgie am Klinikum Traunstein

Am 18. Juni hat Privatdozent Dr. Jens Rachinger die Leitung der Abteilung für Neurochirurgie im Klinikum Traunstein übernommen. Vom Vorstandsvorsitzenden der Kliniken Südostbayern AG, Dr. Uwe Gretscher und dem Medizinischen Direktor Dr. Stefan Paech wurde er in seinem neuen Arbeitsumfeld begrüßt.  mehr...

„Wir freuen uns, dass wir mit ihm einen sehr erfahrenen Neurochirurgen als Chefarzt für den Verbund gewinnen konnten, der alle Voraussetzungen für die Leitung und Weiterentwicklung dieser anspruchsvollen Abteilung mitbringt“, so Dr. Gretscher.

Der gebürtige Nürnberger verbrachte die Zeit nach dem Studium in Erlangen als Arzt im Praktikum in der Neurochirurgischen Klinik der Universität Tübingen, bevor ihn sein Weg 2000 wieder nach Erlangen in die Neurochirurgische Universitätsklinik zurückführte. Die Facharztweiterbildung schloss PD Dr. Rachinger 2005 ab. Ebenfalls in diesen Zeitraum fällt seine Promotion.
2006 nahm er das Angebot von Prof. Dr. Christian Strauss, damals Leitender Oberarzt der Erlanger Neurochirurgie, an, ihm an die Martin-Luther-Universität Halle zu folgen, wo Prof. Strauss den Lehrstuhl für Neurochirurgie und die Leitung der Neurochirurgischen Universitätsklinik übernommen hatte. 2008 wurde PD Dr. Rachinger Stellvertretender Direktor der Neurochirurgischen Klinik. Seine Habilitation schloss er 2014 erfolgreich ab. 2015 wechselte er aus familiären Gründen an die Neurochirurgische Klinik des Klinikums Stuttgart, wo er ebenfalls das Amt des Stellvertretenden Klinikdirektors innehatte.

Seine klinischen Schwerpunkte liegen in der Schädelbasis- und neurovaskulären Chirurgie, aber auch in der Wirbelsäulenchirurgie. Seine nunmehr zehnjährige Erfahrung als Stellvertretender Direktor renommierter, neurochirurgischer Maximalversorger möchte er einsetzen, um die Neurochirurgische Abteilung im Klinikum Traunstein für alle Patienten und Ärzte des südostbayerischen Raums zum bevorzugten, kompetenten Ansprechpartner für jegliche neurochirurgische Fragestellung zu machen.

„Mein bisheriger Eindruck von der Klinik und ihrem Umfeld sowie vom Personal und der Geschäftsführung hat mich davon überzeugt, dass dies mit einer qualitativ hochwertigen, patientenorientierten Arbeit möglich ist. Dass auch die Zufriedenheit der Mitarbeiter dabei einen hohen Stellenwert genießt, ist für mich eine Selbstverständlichkeit“, so PD Dr. Rachinger. An seiner neuen Position reize ihn vor allem die breite therapeutische Aufstellung des Klinikverbundes und die Möglichkeit zur fachübergreifenden Weiterentwicklung des Angebotsspektrums, um Patienten noch individueller und zielgerichteter versorgen zu können. Maßgeblich dafür sei eine enge und intensive Zusammenarbeit mit den Kollegen im Klinikum Traunstein und den Verbundkliniken sowie mit den niedergelassenen Ärzten in den Landkreisen Traunstein und Berchtesgadener Land. In der Kreisklinik Freilassing soll die Möglichkeit der regelmäßigen Neurochirurgischen Sprechstunde wieder aufgenommen werden.

Der 47-jährige fährt in seiner Freizeit gerne Motorrad, geht wandern und mag Skilaufen. „Da wir in Stuttgart grundsätzlich sehr zufrieden waren, war für meine Frau und mich klar, dass es etwas Besonderes sein muss, wo wir auch unseren kleinen Sohn gerne aufwachsen sehen wollen, wenn wir uns nochmal verändern sollten – und das ist hier im Chiemgau für uns was Besonders“, freut sich PD Dr. Rachinger.

21.06.2018 - Kreisklinik Trostberg

„WohnLichTzimmer“ in Trostberger Geriatrie ins Leben gerufen

Krankenhausarchitektur alters- und demenzsensibel gestalten

Krankenhäuser und geriatrische Rehabilitationen müssen sich der Tatsache stellen, dass die Zahl der Patienten mit einer Demenzerkrankung in Zukunft stark ansteigen wird. Ihre Versorgung und Betreuung stellt an die Verantwortlichen besondere Anforderungen. „Dieser Herausforderung nimmt sich die Kliniken Südostbayern AG an. Dank der Unterstützung der Dr. Johannes-Heidenhain-Stiftung wurde in der Trostberger Geriatrie das Projekt „WohnLichTzimmer“ ins Leben gerufen.  mehr...

Dieses Wortspiel umfasst die Begriffe „wohnlich“, „Lichtzimmer“ und „Zimmer zum Wohnen“, so Vorstand Elisabeth Ulmer. „Es handelt sich dabei keineswegs nur um ein Projekt „Schöner wohnen““, unterstreicht Dr. Aumüller-Nguyen. Das „WohnLichTzimmer“ diene vielmehr der Verbesserung des Wohlgefühls und dem Abbau von Stressfaktoren. Sie verweist auf die von der Deutschen Alzheimer Gesellschaft (DAlzG) aufgeführten Studien von Dr. Birgit Dietz, Lehrbeauftragte an der TU München im Bereich Krankenhausbau und Gebäude, sowie von Dr. Winfried Teschauer. Diese sind in ihrem Leitfaden für alterssensible und demenzsensible Architektur aufgeführt.

Jeder Ortswechsel und jeder Verlust vertrauter Betreuungspersonen kann sich negativ auf den Krankheitsverlauf auswirken und zum Beispiel vermehrte Unruhe und Weglauftendenzen zur Folge haben. „Der Krankenhausaufenthalt entwickelt sich für den Patienten häufig zu einer Krisensituation, die zu einer gravierenden Verschlimmerung der demenziellen Symptome führt“, so die Geschäftsführende Oberärztin der Geriatrischen Rehabilitation in der Kreisklinik Trostberg, Dr. Mai Aumüller-Nguyen. Ursache dafür sei neben dem Fehlen vertrauter Personen vor allem die unüberschaubare Umgebung, wie zum Beispiel die schlechte Beleuchtung, die ungewohnte Geräuschkulisse und die fremden Gerüche. In der Trostberger Geriatrie betrug 2016 der Anteil Patienten mit kognitiven Einschränkungen im Sinne einer Demenz rund 40 Prozent.

Die Tagesstrukturierung bei Menschen mit Demenz ist durch gezielte Lichttherapie möglich. Die Beleuchtung mit mindestens 500 Lux muss deshalb drei Hauptaufgaben erfüllen, die im Trostberger „WohnLichTzimmer“ gegeben sind. Um die Sturzprävention und Barrierefreiheit zu gewährleisten, muss die Grundbeleuchtung ausreichend und schattenarm sein. Biologisch wirksames Licht hilft durch die Taktung der inneren Uhr bei der Strukturierung des Tagesablaufs, damit die Patienten rechtzeitig zu den Mahlzeiten und Behandlungen kommen. So ist die Lichtfarbe morgens aktivierend warm-weiß, tagsüber blau-weiß für mehr Aktivität und Wohlbefinden und schließlich abends rot zur Beruhigung. „Die Patienten können sich so besser in das Stationsgeschehen eingewöhnen. Es fällt ihnen leichter sich an den Rhythmus der Pflege und Therapien anzugleichen, was auch zu einem positiven Reha-Ergebnis führt“ berichtet Frau Wondra, Bereichsleitung Pflege Kreisklinik Trostberg.

Unter der Gesamtprojektleitung von Verwaltungsdirektorin Eva Müller-Braunschweig wurden basierend auf dem Farbkonzept von Dr. Dietz in der Trostberger Geriatrie inzwischen das „Rosenzimmer“ und das „Kirschzimmer“ eingerichtet. Weitere wichtige Hinweise bei der räumlichen Gestaltung erhielt die Geriatrische Rehabilitation Trostberg durch Wohnberater Bernhard Lerner von der Wohnberatung für Senioren und Menschen mit Bewegungseinschränkung des BRK-Kreisverbands Traunstein, mit dem eine weitere Zusammenarbeit vorgesehen ist. 

Um festzustellen, ob und wie sich die räumliche Gestaltung des „WohnLichTzimmers“ in der Geriatrischen Rehabilitation Trostberg positiv auf Menschen mit Demenz auswirkt, wurde zur Evaluierung eine Studie nach Konsultierung der Ethikkommission der Bayerischen Landesärztekammer begonnen. „Ein wertschätzender kompetenter Umgang bleibt weiterhin wichtig, eine räumliche Gestaltung kann aber unterstützend sein und die Lebens-und Arbeitsqualität verbessern.“ betont Frau Dr. Aumüller-Nguyen

15.06.2018 - Kliniken Südostbayern

Für ein würdevolles Leben mit Demenz

Roswitha Moderegger, 1. Vorsitzende der Alzheimer Gesellschaft, berät Kliniken Südostbayern

Bis zu 1,7 Millionen Menschen waren laut Bundesministerium für Gesundheit 2017 an einer Demenz erkrankt. Mit steigendem Alter nimmt die Häufigkeit von Demenzerkrankungen zu. Dies stellt die Gesellschaft in Anbetracht des demographischen Wandels vor viele Herausforderungen. Denn egal, ob daheim, im Heim oder im Krankenhaus: „Es geht immer zuerst um die Menschen“, sagt Roswitha Moderegger. Die 1. Vorsitzende der „Alzheimer Gesellschaft Berchtesgadener Land – Traunstein e.V. und Regionalgruppe Rosenheim“ plädiert „für eine würdevolle Behandlung“ von Demenzkranken. Sie bringt ihr breites Fachwissen und ihre jahrzehntelange Erfahrung rund um das Thema Demenz nun auch in eine Projektgruppe der Kliniken Südostbayern ein. mehr...

Die „Alzheimer Gesellschaft Berchtesgadener Land – Traunstein e.V. und Regionalgruppe Rosenheim“ ist Mitglied der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e.V. – Selbsthilfe Demenz. Was 1986 in München mit der Gründung der ersten regionalen Alzheimer Gesellschaft Deutschlands als Selbsthilfeorganisation von Angehörigen Demenzkranker begann, ist über die Jahrzehnte zu einem auf Bundes-, Landes- und regionaler Ebene vielfältig engagierten Netzwerk gewachsen. Die gebürtige Fränkin Roswitha Moderegger war schon lange vor ihrer Idee, eine Alzheimer Gesellschaft im Berchtesgadener Land ins Leben zu rufen, Mitglied der Münchner Alzheimer Gesellschaft. Denn das Thema Demenz treibt die heute 64-Jährige schon sehr lange und ebenso intensiv um. „Ich habe als junges Mädchen meine Oma erlebt“, so die Schönauerin. „Damals hat noch niemand Demenz gesagt, sondern: Sie ist verwirrt.“ Die Großmutter wurde daheim von der Familie umsorgt und versorgt, doch Roswitha Moderegger ließ das Thema nie mehr los. „Ich habe meine Oma ja geliebt und habe mich auch später immer für Menschen interessiert, die waren wie sie. Ich wollte mehr wissen über sie und ihre Situation.“ Deswegen wechselt sie die Ausbildung von der Kinderkrankenschwester zur Altenpflegerin. Der Wissensdurst von Roswitha Moderegger versiegt ebenso wenig wie ihr Engagement für Demenzkranke. Es folgen Ausbildungen zur Altentherapeutin und Gerontopsychiatrischen Fachkraft sowie unter anderem der Aufbau von Tagespflegen im Berchtesgadener Land.

Umfangreiches theoretisches Fachwissen und jahrzehntelange praktische Berufserfahrung im Umgang mit an Demenz erkrankten Menschen und auch ihren pflegenden Angehörigen sind eine außerordentlich solide Basis für die Gründung einer regionalen Alzheimer Gesellschaft. Sie startet 2001 mit ihrer Arbeit. Aufklärung und Unterstützung stehen seitdem ganz oben auf der Agenda von Roswitha Moderegger und ihren Unterstützern. Unterdessen rund 80 Mitglieder stark, hat die die Alzheimer Gesellschaft einen Helferkreis aufgebaut, der Familien mit Alzheimerpatienten unterstützt. Dafür schult sie regelmäßig ehrenamtliche Helferinnen. Diese werden nach den Richtlinien des Pflegeleistungsergänzungsgesetzes für die Arbeit mit Menschen mit Demenz und deren Angehörigen qualifiziert. Für die pflegenden Angehörigen und ihre Fragen und Nöte hat die rein ehrenamtlich arbeitende Roswitha Moderegger jederzeit ein offenes Ohr. „Ich mache gern Hausbesuche, um mir einen Eindruck von der Lebenssituation des Demenzkranken und seiner Familie vor Ort zu machen“, erklärt sie ihren umfassenden Einsatz nah an den Menschen. Ob Kurse für Angehörige unter dem Motto „Hilfe beim Helfen“, Vorträge, Schülerprojekt oder das jährliche „Forum Demenz“ mit einem aktuellen Schwerpunktthema: Das Thema Demenz in die Öffentlichkeit zu tragen, zu infomieren und so Ängste abzubauen und die Gesellschaft für den wertschätzenden Umgang mit Demenzkranken zu sensibilisieren, ist der Alzheimer Gesellschaft ein Anliegen aus tiefster Überzeugung.

Nun bringt die in Sachen Demenz mit nicht nachlassender Einsatzbereitschaft ausgerüstete 1. Vorsitzende Fachwissen und Erfahrung in das neue Projekt „Demenzsensibles Krankenhaus“ der Kliniken Südostbayern ein. Das Projekt will der steigenden Zahl demenzkranker Patienten durch die Entwicklung eines Demenzkonzeptes Rechnung tragen. Es sieht beispielsweise fundierte Schulungen der Mitarbeiter in Medizin und Pflege vor. Sie sollen so auf die besonderen Bedürfnisse von Menschen mit Demenz bei der Aufnahme und dem Aufenthalt in einem Krankenhaus vorbereitet werden. Die Öffentlichkeit lädt die Kliniken Südostbayern AG zu den Auftaktveranstaltungen für „Das demenzsensible Krankenhaus“ am Montag, 25. Juni, in die Kreisklinik Bad Reichenhall und am Donnerstag, 5. Juli, in das Klinikum Traunstein ein. Dort wird die Wanderausstellung „Was geht. Was bleibt. Leben mit Demenz“ des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege spannende Sichten auf das Thema Demenz eröffnen. Der Film „Apfelsinen im Kopf“ bildet jeweils um 18 den Auftakt zu einer kompetent besetzten Podiumsdiskussion und am Tag des Ehrenamtes (30. Juni Kreisklinik Bad Reichenhall, 7. Juli Klinikum Traunstein) brechen Roswitha Moderegger und andere eine Lanze für das Ehrenamt. Denn ohne bürgerschaftliches Engagement lässt sich ein würdevolles Leben mit Demenz nicht meistern.

12.06.2016

„Bunter Kreis Traunstein“ begleitet Eltern kranker Neugeborener oder Frühgeborener

Kliniken Südostbayern unterstützen Familien

Wenn Katharina Stephl sagt, sie sei „froh und dankbar, dass es den Bunten Kreis gibt“, dann spricht die Mutter eines schwer herzkrank auf die Welt gekommenen Buben für viele Eltern kranker Neugeborener oder Frühgeborener. Diese unterstützt die Nachsorgeeinrichtung „Bunter Kreis“ in der Kinderklinik des Klinikums Traunstein in der Zeit nach der Krankenhausentlassung mit Rat und Tat – und Zuspruch. mehr...

„Wenn ein Frühgeborenes oder ein krankes Neugeborenes nach einer meist längeren Zeit intensiver Behandlung und Pflege in der Kinderklinik nach Hause entlassen wird, ist das für die Eltern ein sehr großer Schritt in eine neue, unbekannte und meist Unsicherheiten erzeugende Situation“, so Anita Wimmer, Pflegerische Leiterin des Bunten Kreises Traunstein. Er wurde vor neun Jahren auf Initiative von Dr. Tobias Trips, Oberarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin und Gesamtleiter des Bunten Kreises, an der Kinderklinik ins Leben gerufen. Der Bunte Kreis Traunstein basiert auf dem 1991 in Augsburg entwickelten Konzept der Sozialmedizinischen Nachsorge. Unterdessen arbeiten interdisziplinäre Teams in über 80 im Bundesverband Bunter Kreis e.V. zusammengeschlossene Einrichtungen nach den gleichen Prinzipien und Qualitätsstandards.

Anita Wimmer ist in Traunstein von der ersten Stunde an dabei und hat dafür gleich zu Beginn gemeinsam mit einer Kollegin eine Ausbildung zur Case-Managerin absolviert. Die Regelleistung einer Nachsorge bei der Krankenkasse zu beantragen, gehört ebenso zu den Angeboten und Aufgaben des Bunten Kreises wie eine Fülle praktischer Begleitungen und Tipps. Denn auch, wenn die Eltern schon während des Klinikaufenthaltes ihres Kindes und vor dessen Entlassung umfassend betreut und geschult werden, stürzt im Alltag daheim dann unendlich viel an neuen organisatorischen Notwendigkeiten und Unsicherheit bei der Versorgung ihres Kindes auf sie ein. Nachsorge- und Kontrolltermine vereinbaren, die Eltern dorthin begleiten, bei der Pflege beraten und so Schritt für Schritt den Weg zurück in einen selbständigen Alltag bereiten, all das gehört zur Arbeit der Nachsorgeschwestern.

Sie werden den Eltern Wegbegleiterinnen und Vertraute zugleich. So war das auch bei Katharina Stephl. Als ihr mit vier Herzfehlern geborener Sohn Marinus nach dem ersten Eingriff kurz nach der Geburt im Erlanger Herzzentrum nicht genug trank, um genügend Gewicht für eine weitere nötige Operation zu entwickeln, bat die Siegsdorferin den Bunten Kreis Traunstein um Hilfe. „Die Nachsorgeschwester Tina ist gleich am nächsten Tag vorbeigekommen und hat sich alle Zeit genommen“, erinnert sich Stephl. Seit ihr jüngster Sohn auf der Welt war, habe sie Angst um das kranke Kind gehabt, so die vierfache Mutter. Dass ihr in dieser schlimmen Krise die Nachsorgeschwester zur Seite gestanden habe, sei eine große Beruhigung und Unterstützung gewesen, sagt die 38-Jährige. „Sie hat mir gesagt, dass ich es gut mache.“ Bei dieser Hilfe zur Selbsthilfe sei ihr Tina „wie ein kleiner Engel“ erschienen, „der zu einer Zeit da war, als ich ganz unten war.“ Heute, sagt Katharina Stephl, „sind wir eine ganz normale Familie.“ Nicht nur sie, sondern auch fremde Menschen auf der Straße verzaubert deren Jüngster mit seinem offenen, glücklichen Lächeln.

Als Geschenk betrachten es auch Anita Wimmer und ihre Kolleginnen, dass sie dank ihres Engagements im Bunten Kreis bei den von ihm begleiteten kleinen Patienten „wissen, wie es nach der Zeit auf der Intensivstation weitergeht.“ Für sie sei es bereichernd zu sehen, mit welchen Problemen die Eltern dann konfrontiert würden, was sie bräuchten, um ihr Leben mit einem schwerkranken Kind zu meistern. Und auch, zu hören, was die Eltern an der intensiven Zeit in der Kinderklinik geschätzt hätten und wo sie eventuell Verbesserungswünsche hätten. Das interdisziplinäre Team des Bunten Kreises aus Pflege, Medizin, Sozialdienst, Psychologen und Seelsorge ist in Traunstein breit vernetzt. Davon profitieren die Eltern ebenso wie davon, dass immer dieselbe, von morgens bis abends auf dem Diensthandy erreichbare Nachsorgeschwester für sie zuständig ist. Doch die Hilfe des Bunten Kreises endet nicht bei den über die Krankenkassen abrechenbaren Leistungen.

„Oft sehen wir bei den Familien vor Ort, dass die Mittel zur Bewältigung dieser ganz besonderen Situation nicht ausreichen, dann helfen wir nach einer Besprechung im Team aus unserem Sozialfonds“, erklärt Anita Wimmer. Dieser speist sich aus Zuwendungen der Kliniken Südostbayern AG und aus Spenden. Wer die Arbeit des Bunten Kreises unterstützen möchte, findet hier weitere Infos.

30.05.2018 - Kliniken Südostbayern

Organspende schenkt Leben

Ärzte der Kliniken Südostbayern AG wünschen sich zum „Tag der Organspende“ mehr Spender

„Eine positive Einstellung zur Organspende“ – das wünschen sich Prof. Carsten Böger, Dr. Christian Geltner und Dr. Martin Glaser anlässlich des alljährlichen „Tages der Organspende“ am ersten Samstag im Juni. Die Ärzte der Kliniken Südostbayern AG haben allen Grund für ihr Anliegen im Sinne der Patienten: „Täglich sterben Patienten, die nur durch eine Organspende gerettet werden können. Viele Bürger lehnen die Organspende ab, obwohl sie fast alle ein Spenderorgan annehmen würden. Was die Spende eines Organs für das Leben des Empfängers bedeutet, weiß Lisa Camen-Weller. Für sie ist ihre transplantierte Lunge „ein Geschenk“. mehr...

„Deutschland bildet im Vergleich der europäischen Länder bei den Organspende-Zahlen nahezu das Schlusslicht“, so die Deutsche Stiftung Organtransplantation in einer Presseinformation zum diesjährigen Organspende-Tag. „In 2017 ist die Anzahl der Organspender sogar auf einen Tiefstand der vergangenen 20 Jahre gesunken“, heißt es weiter. Dass es hierzulande nicht wie in anderen Ländern eine Kultur der Organspende gäbe, könne zum Teil auf Angst durch Unwissenheit zurückzuführen sein, so eine Vermutung für die geringe Spendenbereitschaft in Deutschland. Befürchtungen, dass für den Besitzer eines Organspende-Ausweises auf der Intensivstation nicht mehr alles medizinisch Mögliche getan werde, seien unbegründet, so Prof. Böger, Chefarzt der Nephrologie am Klinikum Traunstein. Ob ein Patient einen Spenderausweis besitzt, erfahren er und seine Kollegen ohnehin erst dann, wenn sie bei ihren Patienten auf der Intensivstation einen irreversiblen Hirnfunktionsausfall erkennen und damit das Thema Organspende erstmals im Raum steht.

Der Hirntod ist eine Voraussetzung für eine Organspende, die andere ist die Einwilligung zu dieser. „Wenn die Ärzte einen Hirntod erkennen, leiten sie die Hirntod-Diagnostik ein, hierfür gibt es einen genau vorgeschriebenen Prozess mit Experten und Spezialisten“, sagt Dr. Martin Glaser, leitender Oberarzt der operativen Intensivstation am Klinikum Traunstein sowie Transplantationsbeauftragter. Ein wesentlicher Bestandteil zum Nachweis des Hirntods sei heute auch das bildgebende Verfahren der Angio-Computertomograhie. Wenn hierbei die Blutgefäße im Gehirn dargestellt würden, sei „gut zu sehen, dass das Gehirn nicht mehr durchblutet wird, also abgestorben ist.“ „ Den Angehörigen werden die einzelnen Schritte der Hirntodfeststellung gut erklärt“ sagt Dr. Glaser. „Für sie ist es natürlich schwer zu verstehen, dass ein Patient hirntot ist, wenn er im Bett liegt, das Beatmungsgerät läuft und das Herz noch schlägt.“ Eine solide Vertrauensbasis zwischen Ärzten und Angehörigen sei neben einem ausreichenden Zeitfenster zum Verarbeiten wichtig in dieser Ausnahmesituation.

Wenn ein potentieller Spender seine Bereitschaft nicht per Organspender-Ausweis oder Patientenverfügung dargelegt hat, sind die nächsten Angehörigen zu einer Entscheidung in seinem Sinne angehalten. Ist dieser ihnen nicht bekannt, so entscheiden sie nach dem mutmaßlichen Patientenwillen über eine Organspende. Wer seinen Angehörigen die Last einer Entscheidung nicht aufbürden will, tut dies selbst mittels eines Organspende-Ausweises. Erhältlich ist dieser beim Hausarzt, den Krankenkassen, aber auch in öffentlichen Einrichtungen und Behörden. Der Organspende ermöglicht er verschiedene Optionen. „Man kann ankreuzen, ob man einer Organentnahme widerspricht oder ihr zustimmt und auch bestimmte Organe oder Gewebe wie zum Beispiel Hornhaut oder Herzklappen ein- oder ausschließen“, erklärt Prof. Böger. Organe, die gespendet werden können, sind Herz, Lunge, Niere, Leber, Bauchspeicheldrüse und Teile des Darms. „Entscheidend ist, dass man sich entscheidet“, sagen er und seine Kollegen mit Nachdruck. „Rund ein Drittel aller Patienten auf den Wartelisten für ein Spender-Organ sterben “, betont Dr. Christian Geltner, Chefarzt der Pneumologie an der Kreisklinik Bad Reichenhall.

Allein auf die Spende einer Lunge würden aktuell in Deutschland rund 600 Menschen warten, so der Lungenfacharzt. Eine seiner Patientinnen steht nicht mehr auf dieser Liste, weil sie vor zwei Jahren eine Spenderlunge empfangen hat: Lisa Camen-Weller ist im Alter von 33 Jahren transplantiert worden. Was so nüchtern klingt, ist „eine große Entscheidung“, so Carmen-Weller. Sie leidet unter der angeborenen Stoffwechselerkrankung Mukoviszidose, in deren Folge ein zäher Schleim eine Reihe lebenswichtiger Organe wie die Lunge verstopft. Die junge Frau war zum Schluss sauerstoffpflichtig. Nach vielen schweren Atemwegsinfekten hätte sie „den nächsten größeren Infekt nicht überstanden“, blickt sie heute zurück. Anderthalb Jahre nach der Aufnahme in die Warteliste – eine Zeit, in der sie rund um die Uhr für die Nachricht über ein für sie passendes Spender-Organ erreichbar sein musste – ging dann alles ganz schnell. „Der Anruf ist wie ein Lottogewinn“, so Lisa Camen-Weller. Sie ist der unbekannten Familie des Spenders zutiefst dankbar. „Die neue Lunge ist fantastisch“, sagt sie. „Ich bin jetzt frei und muss mir nicht mehr jeden Schritt überlegen.“

 

Ina Berwanger

18.05.2018 - Bildungszentrum für Gesundheitsberufe

Hochgradig qualifizierte Kräfte in der Notfallpflege wichtig

Elf Teilnehmer absolvierten ersten Anerkennungskurs für die Notfallpflege

Insgesamt elf Teilnehmer aus der Kreisklinik Bad Reichenhall, dem Klinikum Traunstein und der Kreisklinik Trostberg schlossen erfolgreiche eine Weiterbildung für die Notfallpflege im Bildungszentrum für Gesundheitsberufe der Kliniken Südostbayern AG in Traunstein ab
Für die Weiterbildung in der Notfallpflege wurde eigens eine Ambulanz mit Behandlungsraum aufgebaut. Die praktischen Übungen wurden dort teils audiovisuell aufgezeichnet und anschließend intensiv nachbesprochen.

Mit einem sehr guten Notendurchschnitt von 1,4, der das extrem hohe Niveau des Kurses widerspiegelt, schlossen insgesamt elf Teilnehmer aus der Kreisklinik Bad Reichenhall, dem Klinikum Traunstein und der Kreisklinik Trostberg eine halbjährige Weiterbildung für die Notfallpflege im Bildungszentrum für Gesundheitsberufe der Kliniken Südostbayern AG in Traunstein ab. Seit dem 1. Januar 2017 wird diese Weiterbildung durch Beschluss der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) ermöglicht. Für sehr erfahrene Pflegekräfte mit mehr als fünfjähriger Berufserfahrung hat die DKG die Möglichkeit geschaffen, innerhalb eines halben Jahres die Qualifizierung zur Notfallpflege zu erlangen. Somit gehören die Teilnehmer zu den ersten Pflegefachkräften, die diese Qualifikation erlangt haben. mehr...

Bei der Abschlussfeier im Bildungszentrum für Gesundheitsberufe betonten der Vorstandsvorsitzende des Kliniken Südostbayern AG, Dr. Uwe Gretscher, der stellvertretende Landrat Andreas Danzer, sowie die Pflegedirektorin Susanne Güll, dass mit dieser Fortbildung die Wertschätzung, die Aufmerksamkeit und die Notwendigkeit der Weiterbildung für den Bereich Notfallpflege ausgedrückt werde. Es sei ein hochspezialisierter Bereich, bei dem es besonders auf die erste Einschätzung des Patientenzustands, entsprechenden Erstmaßnahmen, aber auch auf die Kommunikation mit Patienten und Angehörigen ankomme. Deshalb seien hochgradig qualifizierte Mitarbeiter besonders wichtig.

Von den Rednern wurde weiterhin dargestellt, wie wichtig die Notfallaufnahmen in den Kliniken seien. Deshalb seien sie auch ihre „Aushängeschilder“. Kathrin Hofreiter, die Bereichsleitung der Zentralen Notfallaufnahme (ZNA) im Klinikum Traunstein, erklärte, ein weiterer positiver Effekt durch die Weiterbildung sei, dass sich die Notaufnahmen gegenseitig unterstützten, da sich ein Team über die einzelnen Kliniken hinweg gebildet habe.
Um eine hohe Praxisnähe zu erreichen, wurde der gesamte Kurs im Trainings- und Simulationszentrum der Kliniken Südostbayern durchgeführt. Dafür wurde während der Weiterbildung eigens eine Ambulanz mit Wartebereich und Behandlungsraum aufgebaut. Die praktischen Übungen wurden dort teils audiovisuell aufgezeichnet und anschließend intensiv nachbesprochen.

Dr. Maximilian Wiedemann, kommissarischer Chefarzt der Zentralen Notaufnahme im Klinikum Traunstein und Ärztlicher Leiter der Weiterbildung, sowie Tobias Kronawitter, Leiter der Weiterbildung, versuchten einen Kurs zu gestalten, der auch für sehr erfahrene Teilnehmer anspruchsvoll und gewinnbringend war. Neben Routineabläufen wurden deshalb auch seltene Notfallsituationen erlernt und trainiert.
Am Ende der Fortbildung wurde das Erlernte bei jedem Teilnehmer in einer mündlichen Prüfung abgefragt und benotet, wobei hervorragende Ergebnisse erzielt wurden. Derzeit läuft bereits ein zweiter halbjähriger Kurs für weitere erfahrene Pflegekräfte der Notaufnahmen.

14.05.2018 - Klinikum Traunstein

„Blutdruck messen, aber richtig“

Praktische Tipps zum Welthypertonietag am Donnerstag, 17. Mai, 14 bis 16 Uhr im Eingangsbereich des Klinikums

„Blutdruck messen, aber richtig“ lautet das Motto des diesjährigen Welt-Hypertonie-Tages. Denn die Hypertonie, also der Bluthochdruck, ist sowohl hierzulande als auch weltweit der größte Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Blutdruckwerte im Blick zu behalten, ist also nicht nur für bereits vom Bluthochdruck Betroffene wichtig, sondern dient auch der Prävention. Ein Blutdruckmessgerät ist eine wertvolle Hilfe – wenn es richtig gehandhabt wird. Worauf hierbei zu achten ist, erklären Mitarbeiter des Klinikums Traunstein am Donnerstag, 17. Mai. Zwischen 14 und 16 Uhr kann man sich von ihnen in der Eingangshalle den Blutdruck messen lassen oder auch sein eigenes Gerät mitbringen. mehr...

Der Welt-Hypertonie-Tag wurde 2005 von der Deutschen Hochdruckliga (DHL) ins Leben gerufen, um auf die Gefahren eines zu hohen Blutdrucks – an dem in Deutschland laut Liga rund 20 bis 30 Millionen Menschen leiden - hinzuweisen. Am Klinikum Traunstein wird der Welt-Hypertonie-Tag in diesem Jahr von Prof. Dr. Carsten Böger, Chefarzt der Nephrologie und Rheumatologie am Klinikum Traunstein, und Prof. Dr. Dr. med. habil. Werner Moshage, Chefarzt der Kardiologie am Klinikum Traunstein und der Kreisklinik Bad Reichenhall, begleitet. Die gefährliche Erkrankung Bluthochdruck begegnet den beiden erfahrenen Medizinern bei ihrer täglichen Arbeit in vielerlei unterschiedlichen Zusammenhängen.

„Ein dauerhafter Bluthochdruck ist für rund die Hälfte aller Todesfälle durch Herzinfarkt und Schlaganfall verantwortlich“, sagt Kardiologe Prof. Moshage. Begünstigt werde auch schon leichter Bluthochdruck durch das Zusammenwirken mehrerer Risikofaktoren wie Übergewicht, Bewegungsmangel, Rauchen und zu hohen Alkoholkonsum, aber auch ungesunde Ernährung und negativen Stress. Dass mit erhöhten Blutdruckwerten nicht nur das Risiko für Gefäßverkalkungen sowie Augenschäden, sondern auch „das Risiko für Schäden an den Nieren steigt“, weiß Prof. Carsten Böger. Der Nephrologe erklärt, dass umgekehrt zur Fülle der lebenswichtigen Aufgaben „gesunder Nieren neben der Blutbildung und der Entgiftung des Körpers auch die Regulierung des Blutdrucks gehört.“

Um die langfristige Schädigung so wichtiger Organe wie Nieren, Herz, Herzkranzgefäße, Gehirn und Blutgefäße durch einen zu hohen Blutdruck und die daraus resultierenden lebensbedrohlichen Erkrankungen wie Niereninsuffizienz, Herzinfarkt oder Schlaganfall zu vermeiden, müsse der Bluthochdruck unbedingt dauerhaft auf einen normalen Wert abgesenkt werden, so Prof. Böger und Prof. Moshage. Ein zu hoher Blutdruck tue nicht weh und genau dies mache ihn so gefährlich. Häufig werde der Bluthochdruck erst spät erkannt oder nicht angemessen behandelt. Daher spiele die Eigenverantwortung der Menschen durch das korrekte Blutdruckmessen eine große Rolle. „Beim Messen zuhause sollten Blutdruckwerte von 130/80 nicht überschritten werden, bei älteren Menschen sind höhere Werte auch akzeptabel“, so Prof. Moshage. Nach neuesten Erkenntnissen ist aber bei guter Verträglichkeit auch bei Menschen älter als 75 Jahren ein Blutdruckziel kleiner als 130/80 anzustreben. Allerdings sollte bei diesen Patienten und bei Patienten mit zahlreichen Begleiterkrankungen die Festsetzung des Blutdruckziels individuell auf den Patienten abgestimmt werden, idealerweise durch einen in der Blutdruckbehandlung erfahrenen Arzt, so Prof. Böger.

Um den Blutdruck korrekt zu messen, empfehlen die Mediziner, frühestens 30 Minuten nach körperlichen Aktivitäten regelmäßig mit einer passenden Manschettengröße auf der Höhe des Herzens mit einem geprüften Gerät zu messen. Beim Messen sollte man sich nicht bewegen und auch nicht sprechen sowie den Messarm nicht durch Kleidung oder Schmuck abschnüren. Zum Messen sollte man sich entspannt auf einen Stuhl mit Rückenlehne setzen und beide Beine auf den Boden stellen. Erst nach einer Pause von fünf Minuten kann mit der ersten von zwei Messungen im Minutenabstand begonnen werden. Notiert wird dann in einer Art Blutdrucktagebuch der zweite, meist niedrigere Wert. „Bei unregelmäßigen Herzschlägen dreimal im Minutenabstand messen und den Durchschnitt notieren“, rät die DHL. Die gute Nachricht für alle, die sich beim Hypertonie-Tag am Klinikum Traunstein das korrekte Bedienen des Blutdruckmessgerätes zeigen lassen: Zuverlässige Messwerte sind die Voraussetzung überhaupt für eine erfolgreiche Behandlung des gut einstellbaren Bluthochdrucks.

Ina Berwanger

03.05.2018 - Kliniken Südostbayern

Mit Händedesinfektion gegen Krankheitserreger vorgehen

Krankenhaushygiene informiert im Rahmen der Aktion "Saubere Hände" über das Thema Händehygiene

Eine gute und konsequente Händehygiene ist die wichtigste Maßnahme zur Vorbeugung von Infektionen. Während das normale Händewaschen im Alltag meistens ausreicht, muss das Personal in medizinischen Einrichtungen bei bestimmten Tätigkeiten die Hände desinfizieren. Dies gilt auch für Patienten während des Krankenhausaufenthalts. Über die Notwendigkeit der Händedesinfektion werden die Krankenhäuser der Kliniken Südostbayern AG in den kommenden Wochen alle Mitarbeiter und Patienten informieren.
Neben allgemeinen Informationen zur Händehygiene erhalten Besucher und Patienten aktuelle Informationen über die „Aktion Saubere Hände“ in den Krankenhäusern der Klinik-AG. mehr...

Ein Informationsstand befindet sich jeweils im Foyer der Klinik.
Die Termine sind wie folgt festgelegt:

FR, 04.05.2018 Klinikum Traunstein 11:00 – 15:30 Uhr
MI, 09.05.2018 Kreisklinik Bad Reichenhall 11:00 – 15:30 Uhr
DO, 17.05.2018 Kreisklinik Trostberg 11:00 – 15:30 Uhr
DO, 07.06.2018 Kreisklinik Freilassing 11:00 – 15:30 Uhr
MI, 13.06.2018 Kreisklinik Ruhpolding 11:00 – 15:30 Uhr
DO, 21.06.2018 Kreisklinik Berchtesgaden 11:00 – 15:30 Uhr


Die „Aktion Saubere Hände“ ist eine 2008 ins Leben gerufene nationale Kampagne für das kooperative Verhalten des Klinikpersonals zur Verbesserung der Händedesinfektion in deutschen Gesundheitseinrichtungen. Die „Aktion Saubere Hände“ wurde mit Unterstützung des Bundesministeriums für Gesundheit vom Nationalen Referenzzentrum für die Erfassung nosokomialer Infektionen (NRZ), dem Aktionsbündnis Patientensicherheit (APS) und der Gesellschaft für Qualitätsmanagement im Gesundheitswesen (GQMG) ins Leben gerufen. Sie basiert auf der Aktion „Clean Care is Safer Care“ der Weltgesundheitsorganisation WHO.


Im WHO-Modell wird die Vielzahl der Einzelindikationen der Händedesinfektion in fünf Indikationsgruppen zusammengefasst, die in die „Aktion Saubere Hände“ übernommen wurden und von den Mitarbeitern beachtet werden sollen: vor Patientenkontakt und aseptischer Tätigkeit sowie nach Patientenkontakt, Kontakt mit der unmittelbaren Patientenumgebung und Kontakt mit potenziell infektiösem Material.
Außerdem ist die direkte Verfügbarkeit von Händedesinfektionsmitteln ein wesentlicher Ansatzpunkt zur Verbesserung der Händedesinfektion. Die „Aktion Saubere Hände“ gibt deshalb einen Mindeststandard zur Ausstattung von Kliniken mit Händedesinfektionsspendern vor. Pflicht ist es dann im Rahmen der „Aktion Saubere Hände“, die Kooperationsbereitschaft des Personals indirekt durch Messen des Verbrauchs von Händedesinfektionsmitteln und direkt durch Beobachtung des Personals in den stationären Bereichen und der Dialyse zu dokumentieren.

Der Vergleich der hauseigenen Daten über einen bestimmten Zeitraum mit vorhandenen Referenzdaten ermöglicht es der Klinik, das Händedesinfektionsverhalten ihrer Mitarbeiter einzuschätzen. Die Ergebnisse lassen Rückschlüsse darauf zu, in wie weit Erkenntnisse aus Fortbildungen umgesetzt werden bzw. wo noch Bedarf und Möglichkeiten einer Verbesserung bestehen.

Schließlich bietet die „Aktion Saubere Hände“ mehrere Standardfortbildungen einschließlich Hintergrundinformationen und Arbeitsmaterialien. Seit 2011 besteht zudem die Möglichkeit, als Krankenhaus oder Rehabilitationsklinik ein Zertifikat über die Teilnahme an der „Aktion Saubere Hände“ zu erhalten, um die Teilnahme und Qualität der Umsetzung sowie das Niveau der erreichten Veränderungen zu dokumentieren.

03.05.2018 - Kreisklinik Bad Reichenhall

Möglichst schnell wieder auf die Füße

Vortrag der GesundheitAktiv-Reihe: Schonende Hüft-Operationen an Reichenhaller Kreisklinik auch für betagte Patienten

Referierten über die Hüfte (v.l.): Dr. Clemens von Zerssen und Dr. Reiner Hente. Foto: Ina Berwanger
Referierten über die Hüfte (v.l.): Dr. Clemens von Zerssen und Dr. Reiner Hente. Foto: Ina Berwanger

Ob sie akut verletzt ist oder unter fortschreitendem Verschleiß leidet, für die Hüfte und ihre Erkrankungen gibt es vielfältige Behandlungsmöglichkeiten, zu denen heutzutage bei Bedarf auch schonende Operationsverfahren zählen. Dies verdeutlichten Privatdozent Dr. Reiner Hente, Chefarzt der Abteilung Unfallchirurgie und Sporttraumatologie, an der Kreisklinik Bad Reichenhall, und sein Oberarzt Dr. Clemens von Zerssen in ihrem Vortrag „Die Hüfte - Moderne Therapie der Fraktur und Arthrose“ im Großen Seminarraum des Krankenhauses. mehr...

Dort hatten sich auch zu dieser Infoveranstaltung der stets sehr gut besuchten Reihe „Gesundheit AKTIV“ rund 80 Interessierte und Betroffene eingefunden, die den Ausführungen der beiden Ärzte abschließend sogar spontanen Applaus zollten. Im ersten Teil des Abends beleuchtete Dr. Reiner Hente die Fraktur der Hüfte. Die Wahrscheinlichkeit, eine Hüftgelenksfraktur zu erleiden, liege in Deutschland ab einem Alter von 50 Jahren bei 17,5 Prozent, erklärte der Unfallchirurg. „Das ist jeder Sechste von uns“, sagte er. Das Verhältnis von Männern und Frauen betrage bei dieser Verletzung 1:2,5. Die Hauptursache für einen Bruch der Hüfte sei die Osteoporose, also „die Verkümmerung der Knochenstruktur.“ Hinzu komme eine hohe Rate an Nebenerkrankungen wie jene des Kreislaufs oder der Atmung sowie häufig auch Schwindel, die dann zu Stürzen und infolgedessen zum Bruch des Hüftgelenkes führten. Dieser müsse so schnell wie möglich, am besten binnen 24 Stunden, im Krankenhaus versorgt werden, betonte Dr. Hente, denn dadurch steige die Chance für eine rasche Mobilisierung des Patienten. Sie verhindere mögliche schwere Komplikationen durch längere Bettlägerigkeit.

„Wir hören immer wieder die Frage, ob in einem sehr hohen Alter überhaupt noch operiert werden soll“, berichtete Dr. Hente. Diese Frage könne er positiv beantworten, da es heute für hochbetagte Menschen geeignete, schonende Narkoseverfahren gebe. In Anbetracht des demografischen Wandels werde die Zahl der über 100 Jahre alten Patienten, die ein Kunstgelenk bekämen, in den nächsten Jahren weiter steigen. Ein typischer Bruch des Alters sei die Oberschenkelhalsfraktur, so der Mediziner. Ob sie mit Schrauben und Schienen oder mit einem künstlichen Gelenk versorgt werde, hänge von verschiedenen Faktoren ab. Dazu zählten etwa, wie das Bruchbild ausschaue, wie alt der Patient sei und wie viel seine Knochen noch aushalten würden. Das weitere Vorgehen werde mit dem Patienten natürlich ausführlich besprochen. „Fast 80 Prozent aller Schenkelhalsbrüche werden mit einem künstlichen Hüftgelenk versorgt, weil es sofort belastbar ist“, sagte Dr. Clemens von Zerssen. Der Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie sowie spezielle Unfallchirurgie kann betagten, auch mehrfach vorerkrankten Patienten das besonders für sie geeignete gewerbeschonende und sie damit im Regelfall schon am ersten Tag nach dem Einsatz des künstlichen Hüftgelenkes wieder auf die Füße bringende Verfahren der minimalinvasiven Hüft-Endoprothetik (kurz: MIHEP) anbieten.

Ob und wann eine Arthrose im Hüftgelenk operiert werde, entscheide allein der Patient, betonten Dr. von Zerssen und sein Chefarzt. Eine schwere Arthrose, also ein durch die Abnutzung des Knorpels bedingter Gelenkverschleiß, könne starke Beschwerden bereiten, aber auch gar nicht schmerzen, so Dr. Hente. Umgekehrt habe er auch Patienten, denen schon eine leichte Arthrose schwer zu schaffen mache. Ausschlaggebend für die Frage nach einer Operation sei, wie der Patient seine Schmerzen erlebe, ob sie aus seiner Sicht zu einer Verminderung der Lebensqualität führen würden und er daher einen hohen Leidensdruck habe, betonte Dr. von Zerssen. Eine ausführliche Beratung führen die Ärzte in der wöchentlichen Hüftsprechstunde der Kreisklinik Bad Reichenhall durch - immer montags von 10 bis 12 Uhr. Termine gibt es unter der Telefonnummer 08651/772-701.

Ina Berwanger

27.04.2018 - Kliniken Südostbayern

Seit zehn Jahren erstmals ein positives Jahresergebnis

Erfolgreiche Konsolidierung - hervorragende Basis für die Zukunftsfähigkeit des Verbundes

Nach zehn Jahren schreibt die Kliniken Südostbayern AG zum ersten Mal wieder schwarze Zahlen. Gleichzeitig verzeichnet die Gesellschaft weiterhin zunehmende Patientenzahlen. Auch die Zahl der Mitarbeiter ist gestiegen. Diese erfreulichen Fakten präsentierten Aufsichtsrat und Vorstand der AG im Jahresbericht 2017 in der Hauptversammlung. mehr...

Vorstandsvorsitzender Dr. Uwe Gretscher: „Wir haben drei anstrengende und in Teilen schmerzhafte Jahre hinter uns. Die harte Arbeit alle Beteiligten hat sich gelohnt; wir haben gemeinsam die Wende bemerkenswert schnell bewerkstelligt und schreiben wieder schwarze Zahlen.“ Aufsichtsratsvorsitzender Siegfried Walch und sein Stellvertreter Georg Grabner betonten, dass sie weiterhin konsequent zur kommunalen Trägerschaft der KSOB stünden. Großes Lob zollten sie den Beschäftigten, die wieder hervorragende und engagierte Arbeit geleistet hätten. „Ihnen ist es zu verdanken, dass die Menschen in unserer Region den Kliniken vertrauen.“ Dass sie dies auch weiterhin könnten, erklärte Dr. Gretscher: „Der Klinikverbund wächst immer mehr zusammen, gleichzeitig ist es uns wichtig, dass jedes Haus bei der stationären Vorort-Versorgung sein Gesicht behält.“

Die erfolgreiche Konsolidierung sei im Gegensatz zum Handeln aus der Not die bessere Voraussetzung für eine höhere Zufriedenheit von Mitarbeitern und Patienten, so Vorstand Elisabeth Ulmer. „Überall da, wo Menschen für und am Menschen arbeiten, geht es nicht nur um Rendite und Wirtschaftlichkeit, sondern darum, Menschen medizinisch und pflegerisch auf höchstem Niveau zu versorgen“, sagte sie. Rund 80 Mitarbeiter mehr konnten die Kliniken im letzten Jahr gewinnen, vor allem in der Pflege. „Wir haben bewusst in unser Personal investiert und bilden auch immer mehr Berufsgruppen aus“, sagte Ulmer.
„Hinter all dem steht die stetige medizinische Ausweitung unseres modernen, den Bedürfnissen unserer Patienten und Anforderungen des Gesundheitswesens anzupassenden Leistungsspektrums“, erklärte dazu der Medizinische Direktor der Kliniken Dr. Stefan Paech. Als Beispiele neben vielen anderen nannte er den um zehn auf nun 30 Betten erfolgten Ausbau der Akutgeriatrie in der Kreisklinik Berchtesgaden, die seit fünf Jahren währende Erfolgsgeschichte des Onkologischen Zentrums am Klinikum Traunstein oder das ebenfalls dort beheimatete neue Mutter-Kind-Zentrum.

„Neben der medizinischen Weiterentwicklung, der Qualifikation unserer Mitarbeiter sowie notwendigen Neubau-, Erweiterungs- und Umbaumaßnahmen an den Standorten Traunstein, Bad Reichenhall und Ruhpolding gehört auch eine umfassende Digitalisierungsoffensive zu unseren großen strategischen Themen für die nächsten Jahre“, so Dr. Gretscher. Umgesetzt würden diese und viele weitere Maßnahmen konsequent in dem auf fünf Jahre angelegten Strategieprogramm „Perspektive 2022.“
Alle seien sich bewusst, wie herausfordernd Veränderungen wahrgenommen werden. „Umso mehr danken wir unseren Mitarbeitern, die im Vertrauen auf sich und unsere Stärke auch in dieser schwierigen Zeit an Bord geblieben sind und die Kliniken getragen haben.“, so abschließend der Klinikenchef.

Konnten ein gutes Jahresergebnis vermelden; von links: Dr. Uwe Gretscher, Vorstandsvorsitzender, Siegfried Walch, Landrat Traunstein und stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender, Elisabeth Ulmer, Vorstand, Georg Grabner, Landrat Berchtesgadener Land und Aufsichtsratsvorsitzender, Dr. Stefan Paech, Medizinischer Direktor.
Konnten ein gutes Jahresergebnis vermelden; von links: Dr. Uwe Gretscher, Vorstandsvorsitzender, Siegfried Walch, Landrat Traunstein und stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender, Elisabeth Ulmer, Vorstand, Georg Grabner, Landrat Berchtesgadener Land und Aufsichtsratsvorsitzender, Dr. Stefan Paech, Medizinischer Direktor.
12. April 2018 - Bildungszentrum

Schüler leiten eine Kreisklinik-Station

Auszubildende der Krankenpflegeschule ernten Lob von Patienten und Personal

In regelmäßigen kurzen Besprechungen mit der Stationsleitung konnten die angehenden Pflegerinnen und Pfleger Rückmeldungen geben und Erfahrungen austauschen.
In regelmäßigen kurzen Besprechungen mit der Stationsleitung konnten die angehenden Pflegerinnen und Pfleger Rückmeldungen geben und Erfahrungen austauschen.

„Man merkt, dass sie ihren Beruf lieben – ich fühle mich sehr gut betreut“, lautete das Fazit vieler Patienten auf der Akut-Geriatrie der Kreisklinik Bad Berchtesgaden nach drei Wochen Stationsleitung durch engagierte Krankenpflegeschüler. Im Rahmen eines besonderen Ausbildungsprojektes hatten zwanzig Auszubildende des dritten Ausbildungsjahres der Krankenpflegeschule Bad Reichenhall unter permanenter Aufsicht durch erfahrene Pflegekräfte die komplette pflegerische Versorgung der Akut-Geriatrie in Berchtesgaden übernommen. mehr...

„Wir möchten so die angehenden Gesundheits- und Krankenpflegerinnen auf ihre verantwortungsvolle Aufgabe nach der staatlichen Abschlussprüfung vorbereiten“, sagte Schulleiter Helmut Weiß. „Denn es geht nicht nur darum, theoretisches Wissen zu vermitteln, sondern auch darum, die Auszubildenden auf die Herausforderungen moderner und professioneller Pflegepraxis vorzubereiten.“ Sowohl die Patienten als auch das Personal zeigten sich begeistert von dem Engagement und der freundlichen und zuvorkommenden Art der Auszubildenden sowie von der bereits enormen Fachkenntnis der angehenden Gesundheits- und Krankenpfleger/innen.
„Es war eine Herausforderung, die uns auch unsere Grenzen aufgezeigt hat“ – zogen die für dieses Projekt gewählten Stationsleitungen, die Schülerinnen Verena Niederstraßer und Julia Dörfel, abschließend Bilanz. Ohne die Unterstützung der Pflegefachkräfte, Arzte, Physiotherapeuten und der Pflegedirektion wäre das Projekt so nicht möglich gewesen, meinten sie. Die zwanzig künftigen Pflegekräfte konnten sich über viele positive Rückmeldung erfahrener Kolleginnen und Kollegen freuen. „Ich bin begeistert und sehr beeindruckt vor der Einsatzbereitschaft, der pflegerische Qualität und dem liebevollen Umgang der jungen Leute mit unseren betagten Patienten“, sagte zum Beispiel Sabine Stecher, Stationsleitung der Akut-Geriatrie.

Stefanie Albrecht, Projektleiterin der Krankenpflegeschule, begleitete die Schülerinnen und Schüler kontinuierliche durch regelmäßige Praxisbesuche und Reflexionsgespräche, in denen Bereiche wie Organisation und Struktur, Pflegemanagement oder Kommunikation sowie Gruppendynamik analysiert wurden. „Wir freuen uns, das dieses Ausbildungsprojekt ‚Schüler leiten eine Station‘ bei allen Beteiligten so ein hervorragendes Echo gefunden hat“, so Albrecht. „Wir werden das Projekt auch in den nächsten Jahren weiter verfolgen und ausbauen. Sie freute sich auch sehr, „dass die Krankenpflegeschule Bad Reichenhall ab Sommer wieder nach Bad Reichenhall zurückkehrt.“ Nachdem diese wegen Umbaumaßnahmen zweieinhalb Jahre nach Traunstein ausgelagert war, kehrt sie zu Beginn des nächsten Schuljahres wieder in die Kurfürstenstraße nach Bad Reichenhall zurück.

29.03.2018 - Klinikum Traunstein

Schwerpunkt war Behandlung von Lebererkrankungen

Im Klinikum Traunstein fand das 22. Symposium „Praktische Gastroenterologie“ statt

Im Klinikum Traunstein fand zum 22. Mal das Symposium „Praktische Gastroenterologie“ statt, das wiederum gastroenterologische Krankheitsbilder, Neuerungen in der Gastroenterologie und interessante Fälle praxisnah vermittelte. Das Symposium wurde vom Chefarzt der Gastroenterologie, Dr. Anton Kreuzmayr, und dem Chefarzt der Viszeralchirurgie, Privatdozent (PD) Dr. Rolf Schauer, geleitet. Dr. Klaus Heiler, leitender Oberarzt der Traunsteiner Gastroenterologie, hatte das Programm zusammengestellt. mehr...

PD Dr. Christian Steib, Gastroenterologe im Universitätsklinikum Großhadern in München, ist Experte für Erkrankungen der Leber. In der klinischen Praxis stellen nach seiner Aussage Raumforderungen in der Leber eine große diagnostische Herausforderung dar. Ob ein Tumor in der Leber gut- oder bösartig ist, lässt sich häufig mit einfachen Mitteln nicht einwandfrei unterscheiden. Ist ein Tumor zunächst gutartig, so gilt es herauszufinden, ob er sich potenziell zu einem bösartigen Tumor entwickeln kann, um das therapeutische Vorgehen festzulegen. PD Dr. Steib beschäftigte sich in seinem Vortrag mit den gutartigen Lebertumoren und stellte die erforderliche Diagnostik und Therapie dar.

Der Vortrag von PD Dr. Steib war der Beginn einer kurzen Serie von Vorträgen über Lebertumore, die direkt im Anschluss von Dr. Amelie Barth, Gastroenterologin im Klinikum Traunstein, fortgesetzt wurde. Sie erläuterte ein Fallbeispiel, bei dem sich ein primär gutartiger Lebertumor zu einem bösartigen Tumor entwickelte und die Erkrankung einen fatalen Verlauf nahm. Der Vortrag stimmte sowohl die anderen Referenten als auch das Publikum nachdenklich und leitete zum nächsten Vortrag über Lebertumoren über.
PD Dr. Schauer, ein ausgewiesener Experte für Leberoperationen, berichtete über die chirurgischen Optionen beim hepatozellulären Karzinom (HCC), dem klassischen Leberkrebs. Das HCC entsteht in den allermeisten Fällen bei Patienten, die unter einer Vernarbung der Leber, der sogenannten Leberzirrhose leiden. Diese Patienten sind auch ohne den Leberkrebs bereits relevant erkrankt.

Die eingeschränkte Leberfunktion macht die Therapie des HCC kompliziert. Je nach Gesamtsituation und Tumorausbreitung unterscheiden sich die Therapieoptionen deutlich und reichen über eine Operation bis hin zu einer Lebertransplantation. In fortgeschrittenen Stadien kommt teilweise nur noch eine rein symptomorientierte Therapie in Frage. PD Dr. Schauer machte deutlich, wann für welchen Patienten welche Therapie in Frage kommt.

Dr. Heiler leitete mit einem Fallbeispiel zum weiteren Programm über. Er präsentierte den Fall eines Patienten mit neuroendokrinen Tumoren (Tumore, die Hormone produzieren können) des Magens und deren endoskopischer Entfernung.
Die endoskopische Therapie von gut– und bösartigen Tumoren des gesamten Magen-Darm-Trakts stand auch im Mittelpunkt des Vortrags von Dr. Andreas Probst, leitender Oberarzt der III. Medizinischen Klinik des Klinikums Augsburg. Dr. Probst ist ein Experte auf dem Gebiet der endoskopischen Submukosadissektion (ESD). Hiermit können Frühformen von Magen- und Darmkrebs, aber auch gutartige Tumore wie zum Beispiel große Darmpolypen endoskopisch, also vom Magen bzw. Darm aus, entfernt werden.

Diese Technik ist bei ausgewählten Krankheitsbildern sinnvoll, erfordert aber eine große Erfahrung. Daher wird diese Technik vor allem in großen Zentren durchgeführt, die sich auf diese endoskopische Therapie spezialisiert haben. So wurden Patienten aus der Region, bei denen in der Gastroenterologischen Abteilung im Klinikum Traunstein die Indikation für eine ESD gestellt wurde, bereits von Dr. Probst in Augsburg behandelt. Er zeigte in seinem Vortrag die Möglichkeiten und Grenzen der endoskopischen Submukosadissektion auf.

Nach diesem spannenden endoskopischen Thema hatte Prof. Dr. Christoph Auernhammer, Leiter des interdisziplinären Zentrums für Neuroendokrine Tumore des GastroEnteroPankreatischen Systems (GEPNET-KUM) im Klinikum Großhadern, die schwierige Aufgabe, dem Fachpublikum einen wirklich komplizierten Stoff aus dem Grenzgebiet zwischen Gastroenterologie und Onkologie zu vermitteln. Erneut ging es um die neuroendokrinen Neoplasien (Neubildungen) des Gastrointestinaltrakts. Er präsentierte ein Update über alle Neuerungen in Nomenklatur, Diagnostik und Therapie dieser relativ seltenen Tumore.

Nach diesem interessanten, theoretischen Thema präsentierte Dr. Markus Dollhopf, Chefarzt der Klinik für Gastroenterologie und Hepatologie im Klinikum München-Neuperlach, wieder ein praktisches Thema. Bei Entzündungen der Bauchspeicheldrüse kommt es regelhaft zu Flüssigkeitsansammlungen in der Bauchhöhle. Diese können abgekapselt sein oder frei auslaufen, steril oder infiziert sein. Dr. Dollhopf zeigte mit vielen Bildern und Videos eindrucksvoll, wann und wie diese Flüssigkeitsansammlungen therapiert werden können.

Den Abschluss des Symposiums bildete erneut ein Fallbeispiel aus der Gastroenterologischen Abteilung des Klinikums Traunstein. Dr. Matthias Buchhorn, Oberarzt der Abteilung für Gastroenterologie am Klinikum Traunstein, sprach über sexuell übertragbare Erkrankungen, die zu einer Infektion des Enddarms führen können, und über die Möglichkeiten, diese zu diagnostizieren und zu therapieren.

Einem großen Fachpublikum wurden dem Symposium „Praktische Gastroenterologie“ im Klinikum Traunstein wiederum gastroenterologische Krankheitsbilder, Neuerungen in der Gastroenterologie und interessante Fälle praxisnah vermittelt. Unser Foto zeigt links den medizinischen Leiter, Chefarzt Dr. Anton Kreumayr, und rechts den Referent Dr. Andreas Probst vom Klinikum Augsburg.
Einem großen Fachpublikum wurden dem Symposium „Praktische Gastroenterologie“ im Klinikum Traunstein wiederum gastroenterologische Krankheitsbilder, Neuerungen in der Gastroenterologie und interessante Fälle praxisnah vermittelt. Unser Foto zeigt links den medizinischen Leiter, Chefarzt Dr. Anton Kreumayr, und rechts den Referent Dr. Andreas Probst vom Klinikum Augsburg.
24.03.2018 - Kreisklinik Berchtesgaden

Wieder am vertrauten Platz für die Menschen da:

Schutzmantel-Madonna in der Kapelle der Kreisklinik erhielt feierlichen Segen

Ihr Anblick ist so berührend wie tröstlich: Die Schutzmantel-Madonna bereichert nun wieder die Kapelle der Kreisklinik Berchtesgaden. Nach einer Pause von vier Jahren ist das Kunstwerk des verstorbenen Berchtesgadener Künstlers Hans Richter an den ursprünglichen Ort seiner Bestimmung zurückgekehrt. Ins rechte Licht gesetzt hat es der Grafinger Bildhauer Robert M. Weber. Bei der jüngsten Freitagsmesse wurde die Madonna feierlich gesegnet. mehr...

Monsignore Dr. Thomas Frauenlob und Krankenhaus-Seelsorger Pater Benno Skwara konnten dazu rund 60 Gäste in der bis auf den letzten Platz besetzten Klinikkapelle begrüßen. Patienten, Angehörige, Klinikärzte, interessierte Bürger, der Verein „Freunde der Kreisklinik Berchtesgaden“ und mit Vorstandsvorsitzenden Dr. Uwe Gretscher und Vorstand Elisabeth Ulmer auch die Spitze der Kliniken Südostbayern AG hatten es sich an diesem Freitagnachmittag nicht nehmen lassen, dem feierlichen Akt beizuwohnen. „Ich begrüße Sie alle zur kleinen Einweihung der Madonna, die hier wieder ihren Platz gefunden hat“, sagte Pfarrer Dr. Frauenlob. Die Madonna habe ihr Mann 1962 eigens zur Eröffnung der Kreisklinik Berchtesgaden geschaffen, so Antonie Richter vor Beginn der von Katharina Holzner an der Harfe und Christian Holzner an der Gitarre musikalisch umrahmten Feier. Vor vier Jahren starb Hans Richter und im selben Jahr wurde auch die umgestaltete Klinikkapelle eingeweiht. Der Madonna nahm sich der einstige Schüler von Hans Richter, Schnitzschulleiter Norbert Däuber, an. Er konnte ihr in der Schnitzschule eine sichere und gute Unterkunft bieten.

Doch den Berchtesgadenern fehlte etwas in ihrer Klinikkapelle. Was, das wussten dann die „Freunde der Kreisklinik Berchtesgaden“: eine marianische Darstellung. „Maria ist besonders wichtig für ein Haus wie dieses, in dem viele Menschen leiden, wo Lebensentwürfe durchkreuzt werden“, stellte Mosignore Frauenlob fest. „Maria hat all das durchlebt, sie kann Menschen, die leiden, trösten.“ Als klar war, dass die Schutzmantel-Madonna in die Klinikapelle zurückkehren solle, habe ein von den „Freunden der Kreisklinik Berchtesgaden“ veranstaltetes Gespräch bald Klarheit gebracht. „Jeder hatte eine etwas andere Vorstellung von dem Ganzen, denn der Gesamteindruck des Raumes sollte nicht verändert werden“, erinnerte sich der Geistliche. „Nach zwei Stunden hatten wir einen Konsens, keinen Kompromiss.“ Das Ergebnis kann nun in der Klinikkapelle bewundert werden. Der Bildhauer Robert M. Weber aus Grafing im Landkreis Ebersberg schuf für die Madonna eine bronzegerahmte Nische in der Innenwand der Kapelle rechts neben ihrem Eingang. Dafür musste er nur eines der auch von Richter stammenden, in alle Wände eingelassenen Kreuzwegbilder versetzen.

Weber, zum Zeitpunkt der Segnung aus familiären Gründen verhindert, erklärt dazu auf Nachfrage: „Der Hintergrund war ein Experiment, Schlagmetall, in diesem Fall Kupfer, oxidiert, nimmt das Rot der Fassung der Figur auf und verändert sich durch die metallische Oberfläche und die Reflektion - je nach Sonneneinfall und Lichtstimmung, die durch die Buntverglasung der Kapelle entsteht.“ Durch die Nischenlösung sei die Madonna auch, „ohne dass, man das so wahrnimmt, mit dem Gebäude verbunden.“ In diesem werde sie nun jederzeit Patienten und Personal beistehen, waren sich nicht nur die beiden Geistlichen nach der Segnung dieser besonderen „Maria guter Hoffnung“ sicher. „Allen, die dies überhaupt möglich gemacht haben“, dankte Dr. Ursula Deppisch-Roth, 1. Vorsitzende der „Freunde der Kreisklinik Berchtesgaden“. Landrat Georg Grabner habe ebenso zu den ersten Unterstützern des Projektes gehört wie der Frauenbund Berchtesgaden. Neben Sponsoren, Förderern und Vereinsmitgliedern hätten auch das Erzbischöfliche Ordinariat München-Freising und der Vorstand der Kliniken Südostbayern zum Gelingen des Vorhabens beigetragen. Dr. Deppisch-Roths Dank ging nicht zuletzt an Robert M. Weber. Der Bildhauer, der nicht nur die Klinikkapellen in Berchtesgaden, sondern auch die in Bad Reichenhall, Traunstein und Trostberg gestaltet oder umgestaltet hat, habe nämlich die Idee gehabt: „Warum nicht etwas Vertrautes nehmen?“
Ina Berwanger

Freuten sich über die Rückkehr der Schutzmantel-Madonna in die Kapelle der Kreisklinik Berchtesgaden (v.l.): Dr. Uwe Gretscher, Dr, Ursula Deppisch-Roth, Dr. Thomas Frauenlob, Pater Benno, Elisabeth Ulmer, Rudolf Schaupp und Bartl Mittner.
Freuten sich über die Rückkehr der Schutzmantel-Madonna in die Kapelle der Kreisklinik Berchtesgaden (v.l.): Dr. Uwe Gretscher, Dr, Ursula Deppisch-Roth, Dr. Thomas Frauenlob, Pater Benno, Elisabeth Ulmer, Rudolf Schaupp und Bartl Mittner.
19.03.2018 - Kliniken Südostbayern

Einen Beruf mit vielfacher Verantwortung gewählt

23 frisch examinierte Gesundheits- und Krankenpfleger wurden in das Berufsleben entlassen

Einen Staatspreis für herausragende schulische Leistungen erhielten (von links) Patrick Winkler, Veronika Zimmermann und Laura Herzinger. In der hinteren Reihe (von links) Klassenleiterin Marika Köppl, Medizinischer Direktor Dr. Stefan Paech, stellvertretender Landrat Sepp Konhäuser und Schulleiter Alexander Hoh.

Bei einer Feier im Traunsteiner Landratsamt bekamen 16 Damen und sieben Herren der Traunsteiner Krankenpflegeschule nach ihrer dreijährige Ausbildung und drei erfolgreichen staatlichen Abschlussprüfungen zum/zur Gesundheits- und Krankenpfleger/in ihre Abschlusszeugnisse. Mit einem Notendurchschnitt von 1,29 schnitten Laura Herzinger aus Traunstein, Patrick Winkler aus Siegsdorf und Veronika Zimmermann aus Traunreut am besten ab. Für diese hervorragende schulische Leistung übergab ihnen der stellvertretende Landrat Sepp Konhäuser einen Staatspreis der Regierung von Oberbayern. mehr...

„Als qualifizierte Pflegefachkräfte übernehmen Sie in vielfacher Weise Verantwortung“, betonte der Leiter der Pflegeschulen im Bildungszentrum für Gesundheitsberufe der Kliniken Südostbayern AG, Alexander Hoh. Er zählte unter anderem die Pflege und Betreuung der Patienten, die Anleitung und Begleitung der Krankenpflegeschüler sowie die Organisation und Koordination pflegerischer Abläufe auf. Sie sollten die Aufgaben verantwortungsbewusst wahrnehmen, mit Freude und dem nötigen Ernst erfüllen sowie fachliche Professionalität und ein gesundes Selbstbewusstsein zeigen. Hoh wies in diesem Zusammenhang auf das Spannungsfeld zwischen hohen Ansprüchen und zunehmender Ökonomisierung in einem konkurrierenden Markt hin. „In Zeiten des Pflegekräftemangels und sich wandelnden strukturellen und gesellschaftlichen Bedingungen müssen wir selbstbewusst auftreten und unsere Stimme laut für die Pflege erheben.“ Als qualifizierte Pflegefachkraft führten sie nämlich eine hochprofessionelle Tätigkeit mit einer sehr großen Eigen- und Fremdverantwortung aus.
Von der Politik forderte Hoh, mit ihren Belangen gehört und als gleichwertiger Gesprächspartner akzeptiert zu werden. In diesem Zusammenhang kritisierte er das neue Pflegeberufereformgesetz, das vielfältige Fragen, zum Beispiel hinsichtlich der vielfältigen Abschlüsse, der praktischen Ausbildungsstruktur, der Kooperationen oder der Finanzierung, aufwerfe.

Für die Altenpflege habe die neue Bundesregierung zusätzlich 8000 Fachkraftstellen für mehr als 13 000 Pflegeeinrichtungen angekündigt, in denen jetzt schon 17 000 Stellen nicht besetzt werden könnten. Ferner stimme es ihn sehr bedenklich, dass seit 1995 im Krankenhausbereich rund 25 000 Stellen abgebaut worden seien. Und das bei rund vier Millionen zu versorgenden Patienten pro Jahr mehr.

Der Medizinische Direktor der Kliniken Südostbayern AG, Dr. Stefan Paech, erklärte, die Ausbildung sei bei den Kliniken Südostbayern stets ein wichtiges Thema. Sie betreibe mit 204 Plätzen in der Krankenpflege, 25 Plätzen in der Krankenpflegehilfe, 60 Plätzen in der Operationstechnischen Assistenz, zusätzlichen Fachweiterbildungen und einer Kooperation mit der FH Rosenheim eine der größten Bildungseinrichtungen für Pflegeberufe in Oberbayern.
„Nun gilt es, das erworbene Wissen anzuwenden, wobei nicht nur die unmittelbare pflegerische Tätigkeit am Patienten im Mittelpunkt steht, sondern auch die Mitverantwortung für gute Prozessqualität und Organisation zu übernehmen“, betonte Paech. Die zunehmend arbeitsteiliger werdende Patientenversorgung erfordere eine gute Abstimmung und Verzahnung und somit eine weitere Professionalisierung der verschiedenen Berufsgruppen.
Die Kliniken Südostbayern AG habe sich in den vergangenen Jahren auf den Weg gemacht, die Prozesse in der Patientenversorgung zu optimieren und zu verschlanken. Diese Digitalisierung in der Medizin mit komplett papierloser Dokumentation und elektronischer Patientenakte werde gerade die Pflege von aufwändiger Dokumentationstätigkeit entlasten und mehr Zeit für die unmittelbare Patientenversorgung freisetzen.
„In Ihrem beruflichen Umfeld werden Sie vielen neuen Herausforderungen begegnen. Die Veränderung und Weiterentwicklung des Arbeitsumfelds und Tätigkeitsspektrums werden Ihr ständiger Begleiter sein“, sagte Paech. Als Beispiele nannte er den demographischen Wandel mit einer deutlichen Zunahme von hochbetagten Patienten und einer entsprechenden Pflegebedürftigkeit, den Fachkräftemangel, der die bereits begonnene Digitalisierung in den Krankenhäusern, die Nutzung von IT und technischen Hilfsmitteln in der Patientenversorgung weiter vorantreiben wird.
Auch die Gesundheitspolitik habe inzwischen verstanden, dass es ein „Weiter so“ in der Pflege nicht geben dürfe. Sie habe erste Schritte zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen und der Ausbildung in der Pflege eingeleitet, um die Attraktivität des Pflegeberufs zu stärken, zum einen durch die in Umsetzung befindliche Ausbildungsreform der Pflegeberufe und zum anderen durch die angekündigte „Pflegeoffensive“. Die zugesagten zusätzlichen 8000 Pflegestellen bundesweit seien jedoch nur der berühmte „Tropfen auf den heißen Stein“ bei einem tatsächlichen Bedarf an 100 000 zusätzlichen Pflegestellen, so Paech.

Sie hätten sich bestimmt schon neue Ziele gesetzt, meinte die Pflegedirektorin der Kliniken Südostbayern AG, Manuela Großauer: Start ins Berufsleben, Fort- und Weiterbildung, Studium oder private Ziele. Die Patientenversorgung in den Kliniken, aber auch in den Nachsorgeeinrichtungen sei eine vielseitige und anspruchsvolle Aufgabe.
Sie würden auch mit den Patienten zusammen in einem fachübergreifenden Team Ziele setzen und die oft sehr kranken und auch hochbetagten Patienten auf ihrem Weg zum Ziel unterstützen und begleiten. „Ich möchte Sie ermutigen, das auch weiter aktiv zu tun, sich einzubringen und gemeinsam mit uns die Perspektiven der Patienten und der Unternehmen zu verfolgen und zu gestalten.
Sie hätten einen Beruf gewählt, bei dem im besten Sinne der Mensch im Mittelpunkt stehe, sagte der stellvertretende Landrat Konhäuser. Pflegefachkräfte würden dringend gebraucht. Sie seien die Grundlage dafür, dass die hohe Qualität der Pflege in den Kliniken, Altenheimen und ambulanten Pflegediensten im Landkreis Traunstein nachhaltig gesichert werden könne. Eines der wichtigsten Ziele des Landkreises sei, dass sich die Menschen auf ein starkes gesellschaftliches Netz verlassen könnten, damit sie bei Krankheit und Pflegebedürftigkeit den Folgen nicht schutzlos ausgeliefert seien. „Deshalb brauchen wir genügend gut ausgebildete, engagierte und hochmotivierte Pflegekräfte. Die Pflegekräfte ihrerseits brauchen gute Arbeitsbedingungen, eine leistungsgerechte Entlohnung und gesellschaftliche Anerkennung“, unterstrich Konhäuser.
Er betonte das Interesse, die Kliniken dauerhaft in kommunaler Trägerschaft zu halten, damit hier über sie entschieden werde und nicht in fernen, profitorientierten Konzernzentralen. Auf dem dafür notwendigen Weg der wirtschaftlichen Erholung habe man viel geschafft und den Mitarbeitern viel abverlangt. Der Weg sei erfolgreich, sodass sich die Patienten auf eine hochwertige medizinische Versorgung verlassen könnten.

Traunstein sei das Gesundheitszentrum der Region, von dem die Absolventen durch gute Arbeitsplätze profitierten, meinte Oberbürgermeister Christian Kegel. Das Klinikum sei der größte Arbeitgeber in der Stadt. Außerdem gebe es zahlreiche Fach- und Hausarztpraxen, Apotheken, Sanitätshäuser und vieles mehr. „Die Berufsfachschule für Krankenpflege ist also in unserer Stadt bestens aufgehoben und ergänzt das Ausbildungsangebot entscheidend“, sagte Kegel.
Die moderne Berufs- und Arbeitswelt befinde sich in einem raschen Wandel. Deshalb erlange die Bereitschaft und die Fähigkeit zu lebenslangem Lernen eine immer größere Bedeutung. Der Abschuss zum examinierten Gesundheits- und Krankenpfleger sei der Schlüssel für eine erfolgreiche Zukunft. „Aber ruhen Sie sich auf dem Erreichten nicht aus. Bleiben Sie neugierig, zeigen Sie sich aufgeschlossen und vertrauen Sie vor allem auf Ihr Können“, ermahnte sie Kegel.

19.03.2018 - Klinikum Traunstein

Große Spende für die Kleinsten

Erfolgreiche Crowdfunding-Aktion der VR-Bank mit der Kliniken Südostbayern AG für das neue, hochspezialisierte Ultraschallgerät zur Frühchenversorgung in der Kinderklinik Traunstein.

Über die große Spende für die kleinsten Patienten freuten sich (v.l.) Dr. Uwe Gretscher , Vorstandsvorsitzender der Kliniken Südostbayern AG, Privatdozent Dr. Gerhard Wolf, Chefarzt der Kinderklinik, Direktor Josef Frauenlob, Vorstandsvorsitzender von der Volksbank Raiffeisenbank Oberbayern Südost eG Bad Reichenhall sowie Franz Gsinn, Vorstandsreferent der VR-Bank.
Über die große Spende für die kleinsten Patienten freuten sich (v.l.) Dr. Uwe Gretscher , Vorstandsvorsitzender der Kliniken Südostbayern AG, Privatdozent Dr. Gerhard Wolf, Chefarzt der Kinderklinik, Direktor Josef Frauenlob, Vorstandsvorsitzender von der Volksbank Raiffeisenbank Oberbayern Südost eG Bad Reichenhall sowie Franz Gsinn, Vorstandsreferent der VR-Bank.

Einen ganz großen Scheck über 52.487 Euro hatten Direktor Josef Frauenlob, Vorstandsvorsitzender von der Volksbank Raiffeisenbank Oberbayern Südost eG Bad Reichenhall sowie Vorstandsreferent Franz Gsinn bei ihrem Besuch in der Kinderklinik im Klinikum Traunstein dabei. Innerhalb von drei Monaten wurde über das Crowdfunding-Portal „Viele schaffen mehr“ der VR-Bank mit 297 engagierten und großzügigen Menschen 52.487 Euro gesammelt. mehr...

Ziel war, die Kinderklinik um ein neues, ganz spezielles und notfalltaugliches Ultraschallgerät zu erweitern mit dem das Team der Kinderintensivstation die medizinische Versorgung der Frühgeborenen noch weiter verbessern möchte. „Ein sehr anspruchsvolles und bei uns bisher größtes Projekt bei dem wir uns für die kleinsten Patienten gerne mit engagiert haben“ sagte Josef Frauenlob bei der Scheckübergabe. „Mit dem „Viele-schaffen-mehr-Portal“ wird der Genossenschaftsgedanke der VR-Bank noch mehr gelebt und wir erreichen mit unserer Plattform viel mehr mögliche Unterstützer in einem weitaus größeren Gebiet“, erklärte der Chef der VR-Bank. „Außerdem bieten wir als VR Bank eine zusätzliche Unterstützung, indem wir jede eingehende Spende um 25 Prozent erhöhen.“

„Wir legen bei der medizinischen Versorgung unserer kleinen Patienten größten Wert auf die bestmögliche, über den klassischen Versorgungsauftrag hinausgehende Diagnostik. Diese wollen wir daher um das neue, notfalltaugliche Ultraschallgerät erweitern“, sagte der Chefarzt der Kinderklinik Privatdozent Dr. Gerhard Wolf. „Für die hochspezialisierten Anforderungen der Kinder-Intensivmedizin ausgestattet, können wir mit diesem Gerät auch am Patientenbett binnen kürzester Zeit eine Untersuchung durchführen. Kleinste Spezialschallknöpfe ermöglichen uns zudem sonographisch gesteuerte Gefäßpunktionen bei Früh- und Neugeborenen, das vor allem in der Intensivmedizin bei Frühgeburten sehr wichtig ist. Wir sind einfach überwältigt von der großen Resonanz und Mithilfe. Im Namen unserer kleinsten Patientinnen und Patienten und deren Eltern bedanke ich mich aus tiefstem Herzen für die finanzielle Unterstützung“ so der pädiatrische Chefarzt.

Viele Unterstützer aus unserer Region haben gemeinsam mit jeder ihrer einzelnen Spende einen bedeutenden Beitrag zum Gelingen dieses Projektes geleistet. Das erfüllt uns mit großer Dankbarkeit und Freude. An dieser Stelle danke ich nochmal herzlich jedem einzelnen Spender sowie der VR-Bank, die uns mit dem Crowdfunding-Projekt großzügig geholfen haben“, so Dr. Uwe Gretscher, der Vorstandsvorsitzende der Kliniken Südostbayern.

26.02.2018 - Kreisklinik Bad Reichenhall

Damit die Straßen des Körpers frei bleiben

„Gefäßtag“ in Reichenhaller Kreisklinik lockte viele Besucher in Vorträge und Live-Talkrunde

Die Zahl der Gefäßerkrankungen steigt in Industrienationen wie Deutschland. Wie eng dies mit dem west-lichen Lebensstil zusammenhängt, erfuhren die Besucher des „Gefäßtages“ an der Kreisklinik Bad Rei-chenhall in informativen Vorträgen und im direkten Dialog mit den Ärzten. Diese kamen bei einer Live-Talkrunde auch mit drei Betroffenen ins Gespräch. Deren Botschaft lautete, dass man sich nicht erst im Alter um die Gesundheit der Straßen unseres Körpers, also der Gefäße, kümmern sollte. Dass Vorsorge und Früherkennung weder schwierig noch schmerzhaft sind, vermittelten Dr. Volker Kiechle, Chefarzt der Gefäßchirurgie und Endovaskulären Chirurgie an der Kreisklinik Bad Reichenhall und am Klinikum Traun-stein, und seine Kollegen gut nachvollziehbar. mehr...

Das Bedürfnis nach Aufklärung und Information rund um das Thema Gefäße spülte die wissenshungrigen Besucher des „Gefäßtages“ schon gegen Mittag in das Foyer der Kreisklinik. Dort lud ein 8 Meter langes begehbares Arterien-Modell eindrucksvoll zum ersten anschaulichen Kontakt mit den Arterien und ihren Erkrankungen ein. Eine von ihnen ist - mit zunehmender Häufigkeit - die periphere Arterielle Verschluss-krankheit (pAVK). Hier kommt es aufgrund einer Arteriosklerose, also Verkalkung der Gefäßwände, zu einem Durchblutungsmangel in den Bein-Schlagadern. Dies kann unbehandelt zu Geschwüren oder gar einem akuten Gefäßverschluss führen. Da Rauchen, Diabetes, Bluthochdruck und Fettstoffwechselstö-rungen zu den Ursachen einer pAVK gehören, empfahl Dr. Thomas Greim, Leitender Oberarzt der Gefäß-chirurgie und Endovaskulären Chirurgie an der Kreisklinik Bad Reichenhall: „ Gesunde, ausgewogene Er-nährung, den Blutdruck einstellen lassen, ausreichend trinken, viel Bewegung, den Cholesterinwert be-achten, einen Rauch-Stopp und regelmäßige Gesundheitsuntersuchungen beim Hausarzt.“

Die auch Schaufensterkrankheit genannte pAVK äußert sich mit Schmerzen, wer unter der Volkskrankheit Krampfadern leidet, hat hingegen oft „dicke Beine“, so der Oberarzt der Gefäßchirurgie Bad Reichenhall Dr. Ernst Mrohs. Die dauerhaft erweiterten oberflächlichen Venen könnten schon bei kleinen Verletzun-gen aufplatzen und stark bluten, sich schmerzhaft entzünden und unbehandelt zu Venenthrombosen oder gar gefährlichen Lungenembolien führen, warnte der Venenspezialist. Neben einer erblichen Kom-ponente würden auch Schwangerschaft sowie langes Stehen oder Sitzen im Beruf die Entstehung von Krampfadern begünstigen, erklärte er seinen Hörern im bis auf den letzten der 100 Plätze besetzten Gro-ßen Seminarraum der Kreisklinik. Das Mittel der strahlungs- und schmerzfreien Ultraschall-Untersuchung kommt bei der Diagnostik von Krampfadern ebenso zum Einsatz wie bei der eines Bauchaortenaneurys-mas (BAA). Diese „harmlose Untersuchung“ steht gesetzlich krankenversicherten Männern ab 65 Jahren seit dem 1. Januar dieses Jahres im Rahmen der Vorsorge zu, informierte Dr. Volker Kiechle die Zuhörer. Denn fünf Prozent der Männer über 65 Jahren würden an dieser krankhaften Erweiterung der Bauch-schlagader leiden. „In den Landkreisen Berchtesgadener Land und Traunstein sind rund 160 Männer the-rapiebedürftig“, sagte Dr. Kiechle. Nur rund ein Viertel aller therapiebedürftigen Männer aber würde be-handelt oder operiert.

„Das BAA ist ein leiser Killer“, betonte der Chefarzt. Es entwickle sich fast immer symptomlos, könne aber reißen und durch die inneren Blutungen binnen kurzer Zeit lebensbedrohlich werden. Rechtzeitig er-kannt, könne das Bauchaortenaneurysma beobachtet und gegebenenfalls operiert werden. Die Entwick-lung eines BBA „ist ein Zusammenspiel aus zwei Faktoren, nämlich einer erblichen Komponente sowie dem Hauptrisiko Rauchen neben Bluthochdruck, Cholesterinwerterhöhung oder Übergewicht“, so Dr. Kiechle. Dass Vorsorge und Früherkennung bedeutsam sind, zeigen nicht nur die aktuellen Zahlen, son-dern auch die Schicksale dreier so intelligenter wie berühmter Männer: „Thomas Mann, Charles de Gaulle und Albert Einstein sind an einem geplatzten Bauchaortenaneurysma gestorben“, gab der Referent nicht nur den aufmerksam zuhörenden Männern im Publikum mit auf den Weg. Nicht minder zu unterschätzen als das BAA ist die Verengung der Halsschlagader, verdeutlichte Oberarzt Dr. Torsten Kühn. „Die Carotis-Stenose ist nie schmerzhaft und oft gefährlich“, sagte er. Ursache für die in Abhängigkeit ihres Grades der Engstelle zu einem Schlaganfall führen könnende Erkrankung sei die Arteriosklerose. Deren Ursachen wiederum lägen auch wieder bei den bekannten Lebensstilfaktoren vom Rauchen über Bluthochdruck bis aber auch hin zum zunehmenden Alter ab etwa 65 Jahren.

Bereits zu 80 Prozent verengt waren die Halsschlagadern von Vera Wendl, als sie wegen Schwindels in die Kreisklinik Bad Reichenhall kam. „Ich habe 50 Jahre geraucht und dann von einem Tag auf den anderen aufgehört“, so die Reichenhallerin. Sie nahm mit Dr. Kiechle, Dr. Jörg Weiland, Chefarzt der Inneren Medi-zin und Diabetologe, Sebastian Gruhne und Werner Voss an der abschließenden Live-Talkrunde mit Mo-deratorin Verena Fuchs von der Bayernwelle Südost teil. Vera Wendl geht es heute wieder gut, auch Dia-betiker Werner Voss kann mit Spezialschuhen wieder laufen. Er hat wegen Durchblutungsstörungen ebenso Zehen eingebüßt wie Sebastian Gruhne. Der 38-Jährige kann jetzt wieder allen sportlichen Hob-bys nachgehen. Auch er raucht nicht mehr. Mit seiner Teilnahme an der Talkrunde wolle er jüngere Men-schen darauf aufmerksam machen, „dass es einem auch schon mit Mitte 30 passieren kann“, so der Rei-chenhaller.

Ina Berwanger

01.02.2018 - Klinikum Traunstein

Von Atemmeditation bis Promille-Parcours

Angebote und Information kamen beim Mitarbeitergesundheitstag im Klinikum gut an

Sonst steht die Gesundheit ihrer Patienten im Mittelpunkt ihrer Arbeit- jetzt konnten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Klinikum Traunsteins auch einmal ihr eigenes Wohlbefinden in den Fokus rücken: Ein Mitarbeitergesundheitstag im Haus bot ihnen eine Fülle an interessanten Aktionen und wissenswerten Informationen rund um die körperliche und seelische Gesundheit mehr...

Die Diskussionen an den Ständen zeigten erneut auch, dass die Bedeutung eines „betrieblichen Gesundheitsmanagements“ – das für die nächsten Jahre geplant ist - gar nicht hoch genug eingeschätzt werden kann. In Gesundheitsförderung zu investieren und damit die Gesundheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aller Abteilungen und Berufsgruppen an ihrem Arbeitsplatz zu erhalten und zu fördern, diene sowohl dem Wohlbefinden des Personals als auch der Wirtschaftskraft des Unternehmen, so der Betriebsärztliche Dienst – Initiator der Aktion.

Die Angebote präsentierten sich bunt, vielfältig und buchstäblich ansprechend: Das Personal des Klinikums konnte in der so informativen wie entspannten Atmosphäre des Gesundheitstages nicht nur mit den beratenden Kolleginnen und Kollegen hinter den Informationsständen im Großen Seminarraum schnell und gut ins Gespräch kommen. Manch Mitarbeiter nutzte auch die Gelegenheit zum lockeren Gedankenaustausch bei einem Espresso mit Vorstandsvorsitzenden Dr. Uwe Gretscher.

Ob gezielte Fragen oder allgemeine Hintergrundinformationen: Der Betriebsärztliche Dienst konnte sich über eine reges Interesse an seinem Angebot auf dem Gesundheitstag freuen. Das Team gab Auskünfte zum Hautschutz oder Impfungen, führte Sehtests durch; maß den Kollegen Blutdruck und Blutzucker und frischte auf Wunsch auch gleich den Grippe-Impfschutz auf. Therapeuten der Schmerztherapie zeigten Wege zur Selbstfindung auf, Mitarbeiter stellten ihre Erfahrungen in energetischen Techniken, andere in Diätetik zur Verfügung. Dass Aufklärung immer eine gute Sache ist und durch Simulation praktisch nachvollziehbar wird, erlebten Interessierte im Rahmen der Suchtprävention auf dem Promille-Parcours. Mit einer so genannten Promille-Brille vor den Augen fühlte sich das Gehen plötzlich wie mit 1,5 Promille im Blut an. Wesentlich besser ging es den nicht nur wissenshungrigen Klinikmitarbeitern dann beim Probieren gesunder Snackideen für Zwischendurch.

Derart gestärkt nahmen die Besucher des Gesundheitstages gerne die Gruppenangebote im Kleinen Seminarraum wahr. Von Atemmeditation bis Wirbelsäulengymnastik konnten sie ganzheitliche Entspannungstechniken kennenlernen und ausprobieren. Wer noch mehr für sein seelisches Wohl tun wollte, konnte bei Mittagsmeditation und Orgelmeditation in der Klinik-Kapelle eine stille Auszeit genießen oder ein ruhiges Gespräch mit den Klinik-Seelsorgern führen. Für eine ausführliche sozialmedizinische Beratung der Kolleginnen und Kollegen stand natürlich auch an diesem Tag das Team der Schwerbehindertenvertretung zur Verfügung.

(Ina Berwanger)

27.01.2018 - Klinikum Traunstein

Traunsteiner Rhythmologe lehrt an der Medizinischen Fakultät der Universität des Saarlandes

Professur für Dr. Dr. Hans-Ruprecht Neuberger

Die Universität des Saarlandes in Saarbrücken hat dem Privatdozenten Dr. Dr. Hans-Ruprecht Neuberger, Leitender Arzt der Sektion Rhythmologie/Elektrophysiologie der Kardiologischen Abteilung im Klinikum Traunstein, die Bezeichnung „Professor“ verliehen. Seine Vorlesungen hält Prof. Neuberger allerdings in Homburg/Saar, wo sich die Medizinische Fakultät der Universität des Saarlandes befindet. Um die Bezeichnung „Professor“ führen zu dürfen, hat nach Auskunft von Prof. Neuberger jede Universität ihre eigenen Richtlinien, die in den vergangenen Jahren deutlich strenger geworden sind. So musste er mindestens fünf Jahre habilitiert sein sowie sich in Forschung und Lehre bewährt haben. mehr...

Seit 2014 ist Prof. Neuberger im Klinikum Traunstein tätig und leitet seitdem die Sektion Rhythmologie/Elektrophysiologie. Sein Fachbereich befasst sich mit der Diagnose und Behandlung von Herzrhythmusstörungen, das heißt mit einem zu schnellen, unregelmäßigen oder zu langsamen Herzschlag. Dabei kommt die Gerätetherapie bzw. Katheterablation zum Einsatz. Zu langsamer Herzschlag wird mit implantierbaren Herzschrittmachern und Kammerrhythmusstörungen mit implantierbaren Defibrillatoren behandelt. Eine wichtige Behandlungsoption bei Herzrasen oder Vorhofflimmern ist die Katheterablation, die bei bestimmten Formen des Herzrasens eine Heilung ermöglicht. Außerdem bietet die Sektion in speziellen Fälle auch die Möglichkeit einer Nachsorge. In Rhythmusprechstunden berät die Sektion ambulant über die Gerätetherapie und die Katheterablation bei Herzrhythmusstörungen, die auch eine anschließende stationäre Behandlung mit einschließen.

Der gebürtige Ulmer hat an den Universitäten Würzburg und Bern Humanmedizin studiert. An der Universität Tübingen hat er sich dann 1998 erstmals mit der Elektrophysiologie befasst. Es folgte ein dreijähriger Forschungsaufenthalt an der Universität in Maastricht. Im Anschluss daran wurde Dr. Neuberger Oberarzt und Leiter des Bereichs Rhythmologie/Elektrophysiologie am Universitätsklinikum in Homburg/Saar. 2011 erhielt er seine Habilitation. 2014 wechselte er an das Klinikum Traunstein. Seit 2017 ist seine Abteilung als Ausbildungsstätte für Rhythmologie zertifiziert und damit das einige Zentrum dieser Art in einem Umkreis von rund 100 Kilometern.

20.01.2018 - Klinikum Traunstein

Onkologisches Zentrum erneut erfolgreich zertifiziert

Überprüfung durch die Deutsche Krebsgesellschaft ohne Beanstandungen

Der Aufwand ist hoch. Vor und während der Tage der Prüfung, dem sogenannten Audit, durch die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) und die Zertifizierungsstelle Diocert herrscht zwar keine hektische, aber doch konzentrierte Betriebsamkeit bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Onkologischen Zentrums Traunstein. Arbeitsabläufe und Behandlungsergebnisse werden nochmals kontrolliert und reflektiert. mehr...

Die jährlichen Überprüfungen durch die DKG bilden den Höhepunkt und sind gleichzeitig Abschluss eines Arbeitsjahres im Zentrum. Zudem stand in diesem Jahr die Umstellung auf die neue Norm im Qualitätsmanagementsystem des Zentrums, der DIN EN ISO 9001:2015, an. Das bedeutet, dass, neben den rein medizinischen Themen die Strukturen und die Umsetzung des Managementsystems sprich aller Leitungs- und Lenkungsfunktionen tiefgehend überprüft werden. Für das Zentrum in dieser Tiefe neue Anforderungen sind dabei unter anderem die Strategie und Zielplanung, das Risikomanagementsystem und der Umgang mit Wissen.

Mehr als 750 Patienten wurden 2017 neu mit der Diagnose Krebs im Onkologischen Zentrum Traunstein konfrontiert. Nicht zu vergessen, die vielen Patienten, die bereits seit Jahren durch das Netzwerk von Klinik und niedergelassenen Partnern betreut werden. Alle Therapieentscheidungen und -veränderungen müssen in der Tumorkonferenz gemeinsam durch die Ärzte der verschiedenen Fachrichtungen (u.a. Chirurgen, Gynäkologen, Urologen, Pathologen, Radiologen, Strahlentherapeuten, Hämatoonkologen) in enger Absprache mit den Hausärzten und den externen Kooperationspartnern abgesegnet werden. Dies ermögliche eine differenziertere Betrachtungsweise der oftmals komplexen Erkrankungen mit dem Ziel, den Betroffenen stets, die für sie beste Therapie zukommen zu lassen, betont Prof. Zaak, Sprecher des Onkologischen Zentrums und Leiter des Prostatakrebszentrums. Unterstützt werden die Ärzte im Krebszentrum hierbei durch Psychoonkologen, Sozialdienste und speziell geschultes Pflegepersonal.

An zwei Tagen wurden nun sämtliche Behandlungsergebnisse der letzten 12 Monate durch mehrere Fachexperten der DKG und einer QM-Auditorin gesichtet, kritisch beäugt und bewertet. Im Falle von Abweichungen von den international akzeptierten Behandlungsstandards drohen Auflagen oder sogar die Aberkennung der Zentrumsbezeichnung.
Doch der Aufwand hat sich gelohnt. Ohne jegliche Abweichungen wurde das Zentrum erneut von der Deutschen Krebsgesellschaft und auf der Grundlage der DIN ISO 9001:2015 zertifiziert und zählt auch weiterhin zu den Spitzenzentren in der Republik, wenn es um das Thema Krebs geht.

Dass das kein Selbstläufer ist, verdeutlich der Sachverhalt, dass im vergangenen Jahr einigen Zentren in Deutschland die erneute Anerkennung verwehrt wurde, da sie bestimmte Kriterien nicht erfüllen konnten. Mehr als 100 Personen waren an der erneuten Zertifizierung in Traunstein beteiligt. Auch eine Reihe niedergelassener Ärzte aus verschiedenen Praxen der Landkreise Traunstein und Berchtesgadener Land konnte ihre hohe Kompetenz in der Behandlung von Krebserkrankten im Netzwerk des Onkologischen Zentrums erfolgreich nachweisen.
„Das sei durchaus nicht selbstverständlich“, so Reinhold Frank, Koordinator des Onkologischen Zentrums. Seit Jahren läge man im Streit mit den Kostenträgern die hohen Qualitätsanforderungen, die jährlich vorbildlich erfüllt werden auch vergütet zu bekommen. Aktuell haben sich diese jedoch letztinstanzlich vor dem Bayer. Verwaltungsgerichtshof durchgesetzt, in dem Sie gegen die Zuschläge für spezialisierte Zentren klagen, obwohl diese bereits grundsätzlich durch die Regierung von Oberbayern genehmigt waren.
De facto heißt dies, dass das Onkologische Zentrum Traunstein sich derzeit auf Ministerialebene um eine Lösung bemüht, die eine Kostenerstattung der hohen Qualitätsanforderungen, auch von Seiten der Kostenträger gewährleistet. Denn der Aufwand onkologische Spitzenmedizin in der Region weiterhin auf diesem Niveau vorzuhalten ist hoch. Personelle und infrastrukturelle Ressourcen müssen bereitgestellt werden und lassen den Vergleich mit universitären Einrichtungen durchaus zu. „Es ist keine Selbstverständlichkeit die Finanzierung zu bewerkstelligen und ohne die eigentlich zu erwartende Unterstützung der Kassen nur mit Mühe zu stemmen“, so auch der Vorstandvorsitzende der Kliniken AG Dr. Uwe Gretscher, „wir sehen was sich hier Herausragendes für die Patientenversorgung entwickelt hat und geleistet wird. Und das ist „regionale Spitzenmedizin“.

Doch ungeachtet dieser kassenrechtlichen Scharmützel und unzureichend geregelten Finanzierungsbedingungen sind die Motivation und des Engagement aller Beteiligten extrem hoch. Dies spiegelt sich auch im aktuellen Auditbericht wider, der vor allem den Teamgedanken, die hohe interdisziplinäre Kompetenz und das Leistungsangebot im Zentrum lobt. Ein Hinweis dafür ist auch die ständig steigende Zahl von externen Praxen und Instituten, die als Kooperationspartner in das Netzwerk integriert werden. Sehr erfreulich ist vor allem die steigende Zahl von zertifizierten Kooperationspartnern, d.h. Praxen, die sich ebenfalls einer Überprüfung durch die Deutsche Krebsgesellschaft unterziehen. Nachdem bereits eine Reihe von fachurologischen Praxen in Berchtesgaden, Freilassing und Trostberg zertifiziert wurden und die hämatoonkologischen Schwerpunktpraxen in Traunstein und Bad Reichenhall Hauptkooperationspartner sind, konnte mit Frau Dr. Ina Boeters eine dritte hämatoonkologische Schwerpunktpraxis als Hauptkooperationspartner in Trostberg integriert werden. Für die Patientinen und Patienten sei dies eine tolle Entwicklung, so Dr. Thomas Kubin, Chefarzt der Abteilung für Hämatoonkologie am Klinikum Traunstein, denn nun sei flächendeckend eine einheitliche Versorgung, gerade bei Chemotherapien und komplexen medikamentösen Behandlungen möglich. „Das sei schließlich auch das Ziel“, so Prof. Zaak, „nämlich unseren Patienten hier in der Region in ihrem Umfeld eine Behandlung auf hohem Niveau für die meisten Krebserkrankungen anzubieten“. Gemeinsam gegen den Krebs lautet das Motto des Traunsteiner Zentrums und das hat sich auch 2017 wieder erfolgreich bewahrheitet.

Erfolgreiche Zertifizierung  auch der niedergelassenen Hauptkooperationspartner.  Mit Dr. Ina Boeters (li.), Praxis für Onkologie aus Trostberg konnte eine weitere Praxis als  Hauptkooperationspartner für das Onkologische Zentrum zertifiziert werden. Neben dem Leitungsgremiums des Zentrums, Prof. Dr. Dirk Zaak, Dr. Thomas Kubin und Reinhold Frank freuten sich auch Dr. Christoph Jung und Dr. Ursula Kronawitter, Onkologische Gemeinschaftspraxis Traunstein, die seit Jahren bereits Hauptkooperationspartner des Zentrums sind.
Erfolgreiche Zertifizierung auch der niedergelassenen Hauptkooperationspartner. Mit Dr. Ina Boeters (li.), Praxis für Onkologie aus Trostberg konnte eine weitere Praxis als Hauptkooperationspartner für das Onkologische Zentrum zertifiziert werden. Neben dem Leitungsgremiums des Zentrums, Prof. Dr. Dirk Zaak, Dr. Thomas Kubin und Reinhold Frank freuten sich auch Dr. Christoph Jung und Dr. Ursula Kronawitter, Onkologische Gemeinschaftspraxis Traunstein, die seit Jahren bereits Hauptkooperationspartner des Zentrums sind.
17.01.2018 - Kliniken Südostbayern

Zuversichtlich für die Zukunft der Kliniken Südostbayern

Vorstandsvorsitzender Dr. Uwe Gretscher blickt optimistisch voraus

Ob Krankenhausstrukturgesetz oder die von der Politik als dringend nötig angesehene Zentralisierung spezieller und komplexer Behandlungen nur noch in großen Häusern: Die deutsche Kliniklandschaft sieht sich mit gewaltigen Veränderungen konfrontiert. Wie begegnet diesen die Kliniken Südostbayern AG (KSOB)? „Wir sind mitten in einem vielfältigen, anspruchsvollen Prozess, uns zukunftsfähig auszurichten“, erklärt deren Vorstandsvorsitzender Dr. Uwe Gretscher. „Unsere Mitarbeiter leisten ganz hervorragende Arbeit und wir kommen gut voran.“ Oberste Priorität habe dabei weiterhin die bestmögliche pflegerische und medizinische Versorgung der Patienten in der Region. mehr...

Diese vor Ort trotz aller bundesweiten Umbrüche im Gesundheitswesen zu sichern, sei selbstverständlich das Anliegen aller Beteiligten, so Dr. Gretscher. Dem Klinikverbund komme zugute, dass kommunale Krankenhäuser deutlich andere Unternehmensziele hätten als freigemeinnützige und besonders private Klinikenträger: „Das Gute ist, dass unsere Träger, also die Landkreise Traunstein und Berchtesgadener Land, keine Rendite von uns wollen, sondern uns bei Investitionen auch unterstützen. Sie erkennen die Gesundheitsversorgung nach wie vor als besonders hohes Gut für die Region an.“

Dennoch sei natürlich auch ein kommunales Unternehmen zur Wirtschaftlichkeit angehalten. „In 2017 haben wir ganz klar den nächsten Schritt getan, der Weg zur schwarzen Null ist deutlich erkennbar“, so der Vorstandsvorsitzende. Er freut sich über „ein unglaubliches Engagement aller Mitarbeiter, die daran teilnehmen.“ Nicht nur das: „Die Patienten vertrauen uns nach wie vor, auch in 2017 hatten wir wieder deutliche steigende Zahlen.“ Die Rückmeldungen der Patienten würden zwar zeigen, dass „nicht immer alles gut ist, aber größtenteils gibt es eine positive Resonanz .“

Uwe Gretscher betont, dass die Mitarbeiter aller sechs Häuser in den letzten drei Jahren in einem gehörigen „Galopp, einer Art Rosskur“ dringend notwendige Umstrukturierungsprozesse zur Optimierungen der Arbeitsabläufe absolviert hätten. Diese verliefen nicht immer ohne „Unwuchten“, in diesem Punkt verhalte es sich in einem Krankenhaus ähnlich wie bei Krankheiten. „Mitarbeiter sind keine Maschinen und es menschelt, das ist normal und das muss man akzeptieren.“ Um „die Mitarbeiter verstärkt an die Patienten zu bringen“ und von berufsfremden Tätigkeiten zu entlasten, werde der Klinikverbund neben der Verlagerung von Tätigkeiten die kosten- und zunächst einarbeitungsintensive Digitalisierung vorantreiben.

Wie vielfältig die effizientere Gestaltung der Arbeit im Klinikverbund in der nahen Zukunft sein wird, bringt das Fünfjahresprogramm „Perspektive 2022“ auf den Punkt. Es wurden ausgerichtet auf die Umbrüche im Gesundheitswesen in den vier Handlungsfeldern Kunden und Partner, Prozesse und Leistungen, Mitarbeiter und Potentiale sowie Finanzielle Leistung verbindliche strategische Ziele und Maßnahmen formuliert.
Dazu zählen zum Beispiel bei der „Überdurchschnittlichen Patientenzufriedenheit“ das Rückmeldesystem und die verstärkte Qualitätsüberwachung. Zum Punkt „Attraktiver Arbeitgeber“ gehören etwa Karriereplanung, Kinderbetreuung und Demographie-Management. „Wir haben hervorragende junge Mitarbeiter in Pflege, Medizin und Therapie, die sich sehr engagieren“, so Dr. Gretscher. „Sie erkennen die Prozessnotwendigkeiten, weil sie mehr Struktur und geordnete Arbeit auch im Sinne eines üblichen Feierabends erwarten.“ Dies sei auch im Sinne der jungen Medizinerinnen, welche in steigender Zahl die Universitäten verließen. Zur Attraktivität eines Arbeitsplatzes gehöre heute mehr denn je eine breite, aktuelle Palette an Aus-, Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten, meint der Vorstandsvorsitzende. „Hier werden wir noch mehr Geld investieren.“ Investitionen mit Blick auf die nächsten Jahrzehnte würden auch die geplanten Um- und Neubaumaßnahmen an den Standorten Traunstein, Reichenhall und Ruhpolding sein.

Dass die Klinikreform mehr Qualität für die Patienten in Deutschland bringen solle, sei zu befürworten, so Uwe Gretscher. Nicht aber, dass dies möglicherweise zu Lasten der flächendeckenden Versorgung in den Landkreisen geschehe und mit den von der Gesellschaft zur Verfügung gestellten Geldern nicht zu stemmen ist. Mit Blick auf die Kliniken Südostbayern AG sagt er: „Wenn es uns weiterhin gelingt, mit den Mitarbeitern und den Patienten in unserer Region so konsequent an unseren Abläufen zu arbeiten wie schon begonnen, bin ich zuversichtlich für viele Arbeitsplätze in der Region und die Zukunft unserer Kliniken.“

03.01.2018 - Kliniken Südostbayern

Wieder reicher Kindersegen in den Kliniken Traunstein und Bad Reichenhall

Mit 2268 Babys im Jahr 2017 erneuter Geburtenrekord in der Frauenklinik der Kliniken Südostbayern AG

Über ein echtes Rekordjahr freuen sich Prof. Dr. Christian Schindlbeck, Chefarzt der Frauenklinik der Kliniken Südostbayern und sein Team. Wieder hat sich der positive Trend der vergangenen Jahre bei der Geburtenentwicklung fortgesetzt. Insgesamt 2224 Mal begleiteten Hebammen und Ärzte der Geburtshilfen im vergangenen Jahr die werdenden Eltern bei der Geburt (2016: 2113).1611 Geburten fanden im Klinikum Traunstein statt. Die 600er Marke hat die Kreisklinik Bad Reichenhall mit 613 Geburten geknackt. In Traunstein kamen 42 Mal Zwillinge und einmal Drillinge zur Welt. Somit erblickten im vergangenen Jahr 2268 Babys das Licht der Welt. mehr...

„Jede Geburt ist auch für uns ein besonderer Moment und wir freuen uns gemeinsam mit den Eltern ", so Prof Schindlbeck. „Der Anstieg der Geburten bei uns um fünf Prozent erfüllt uns natürlich mit besonderem Stolz und Dank für das entgegengebrachte Vertrauen“, freut sich der Chefarzt. Die Zahl der Geburten sei auch eine Bestätigung für das Engagement der Mitarbeiter in den beiden Standorten der Frauenklinik. Prof. Schindlbeck sieht den Grund für den positiven Trend in der fürsorglichen Begleitung durch die Hebammen und in der hervorragenden medizinischen Qualität.
Die Verbindung von harmonischer Geburt mit einer maximalen medizinischen Sicherheit stehe heute für viele Eltern bei der Auswahl ihrer Geburtsklinik im Vordergrund. „Und diese Voraussetzungen bieten wir an beiden Standorten sowie mit unserem Mutter-Kind-Zentrum, der Verbindung von Geburtshilfe und Kinderklinik, im Klinikum Traunstein", erklärt der Chefarzt.

Interessierte werdende Eltern können sich im Rahmen der regelmäßig stattfindenden Informationsabende ein Bild von der Geburt in den Abteilungen der Frauenklinik in Traunstein (jeweils am zweiten und vierten Montag) und Bad Reichenhall (an jedem ersten Dienstag im Monat) machen.

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