Aktuelle Pressemeldungen

09.05.2022 - Klinikum Traunstein

Zugang zum Haupteingang am Klinikum Traunstein geändert

Ab 12. Mai beginnen die Vorarbeiten für den Bauabschnitt 2 am Klinikum Traunstein. Das bedeutet, dass erste Baustellenfahrzeuge über den jetzigen Zugang an der Bahnlinie fahren und deshalb dieser Zugang für Fußgänger gesperrt wird.
Patienten und Besucher bitten wir den ausgeschilderten Weg an der Wolkersdorfer Straße um das alte Parkhaus und den Bahnübergang zum temporären Haupteingang zu gehen. (siehe Abbildung)

Der neue Haupteingang wird im Sommer in Betrieb gehen, so dass vom Parkhaus dann wieder ein kurzer und unkomplizierter Zugang möglich ist.

Skizze der Wegeleitung
05.05.2022 - Kliniken Südostbayern

Mit richtiger Händedesinfektion Krankheitserreger vermeiden

Krankenhaushygiene der Kliniken Südostbayern zum Tag der Händehygiene

Die Hände gehören in den Krankenhäusern zu den wichtigsten „Arbeitsinstrumenten“. Zugleich sind sie aber auch der Hauptübertragungsweg für Krankheitserreger aller Art. Studien zufolge werden im Alltag 80 Prozent aller Erreger durch Hände übertragen. Mögliche Gegenstände, die als Erreger-Reservoir   gelten, begegnet man überall: das sind z.B. Türklinken, Haltegriffen oder Bettgestelle, überall finden sich Krankheitserreger in Form von Viren, Bakterien und Pilzen. mehr...

Der Internationale Tag der Händehygiene am 5. Mai hat vielen in Zeiten der Coronavirus-Pandemie die große Bedeutung von Händehygiene als Infektionsprophylaxe bewusst gemacht. Das Datum, der 5.5. symbolisiert dabei die zweimal fünf Finger des Menschen. „Diese Infektionsprophylaxe wird uns gemeinsam mit anderen Vorsichtsmaßnahmen nicht nur während der aktuellen Corona-Pandemie noch einige Zeit begleiten, sondern die neu gelernte Hygienekultur sollte auch darüber hinaus fixer Bestandteil des Alltags bleiben“, so Privatdozentin Dr. Andrea Kropec-Hübner, die Krankenhaushygienikerin der Kliniken Südostbayern. Inzwischen ist der Händedesinfektionsspender in Geschäften, Lokalen, Behörden, Kliniken usw. zu einem selbstverständlichen und nicht mehr wegzudenkendem Utensil geworden.
„Um, nicht nur im medizinischen Bereich, die Hände von Bakterien zu befreien, muss aber eine ausreichende Menge an Desinfektionsmitteln verwendet sowie eine ausreichende Einwirkzeit von 30 Sekunden beachtet werden, denn Wasser allein genügt nicht“, führt Dr. Kropec-Hübner weiter aus 

 

Auch wenn bereits niederschwellige Hygienemaßnahmen wie das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes und sorgfältiges Händewaschen mit Seife bei der Bekämpfung von Infektionskrankheiten im Alltag nachweislich positive Auswirkungen zeigen, müssen bei medizinischen Leistungen jedoch weiterreichende Maßnahmen ergriffen werden, um die Übertragung von infektiösen Mikroorganismen zu verhindern.

Eine richtig eingesetzte Händedesinfektion hilft, die Gesundheit von Patienten, Angehörigen und Mitarbeitern in Kliniken zu schützen.


Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat 2005 eine weltweite Initiative zur Verbesserung der Patientensicherheit gestartet, bei der die Bedeutung der Händedesinfektion bei der Vermeidung von Infektionen, die im Zuge eines Aufenthalts oder einer Behandlung in einem Krankenhaus oder einer Pflegeeinrichtung auftreten (krankenhauserworbene oder nosokomiale Infektionen), in den Vordergrund gerückt wurde.

Auch die Bundesrepublik Deutschland hat sich seit dem Start der „Clean Care is Safer Care“-Kampagne der WHO verpflichtet, auf nationaler Ebene eine Kampagne zur Verbesserung der Mitwirkungsbereitschaft (Compliance) bei der Händedesinfektion durchzuführen. Die bundesweite „Aktion Saubere Hände“, die 2008 mit Unterstützung des Bundesministeriums für Gesundheit, vom Nationalen Referenzzentrum für Erfassung nosokomialer Infektionen, dem Aktionsbündnis Patientensicherheit und der Gesellschaft für Qualitätsmanagement in der Gesundheitsversorgung ins Leben gerufen wurde, basiert auf dem Interventionskonzept der WHO.

30.04.2022 - Kliniken Südostbayern

Kliniken Südostbayern beweisen Krisenfestigkeit

Jahreshauptversammlung der Kliniken Südostbayern AG

Wie schon das erste Pandemiejahr 2020 hat das zurückliegende Jahr 2021 die Kliniken Südostbayern ebenfalls in besonderem Maße gefordert, allerdings konnte das Jahresergebnis erheblich verbessert werden. Statt eines Fehlbetrags von 3,8 Millionen Euro verzeichnet der Klinikverbund nur noch ein Defizit von 468.000 Euro. Gleichzeitig konnten Mitarbeiter gewonnen werden, es wurde konsequent am zukunftsweisenden medizinischen Versorgungs- und Standortkonzept weitergearbeitet und die Digitalisierungsoffensive vorangebracht. mehr...

„2021 hat gezeigt, dass wir auf wirtschaftlich konsolidierten Füßen stehen und wir handlungs- und zukunftsfähig sind. Unsere gute Arbeit aus den Vor-Coronajahren hat sich ausgezahlt“, zieht der Vorstandsvorsitzende der Kliniken Südostbayern, Dr. Uwe Gretscher, eine positive Bilanz - auch wenn das vergangene Geschäftsjahr weiterhin im Zeichen der Pandemie stand.

Während das erste Quartal des Jahres aufgrund von Lockdown und coronabedingten Personal­ausfällen noch deutlich belastet war, zeichnete sich um die Jahresmitte bis ins dritte Quartal eine gewisse Stabilisierung mit erkennbar positivem Trend ab. Diese Erholungsphase endete ab dem vierten Quartal mit dem Auftreten der Delta-Variante. Der gesamte Klinik­betrieb wurde wieder entsprechend der Pandemieverordnung auf Notfall- und Covid-Betrieb umgestellt. Alle verschiebbaren stationären und ambulanten Leistungen mussten erneut weitestgehend eingestellt werden, ebenso klinische Versorgungs­angebote wie Schmerztherapie, Akut­geriatrie oder geriatrische Rehabilitation. „Wenn wir Menschen, denen wir kompetente medizinische Versorgung vor Ort anbieten können, nicht zur Verfügung stehen können, schmerzt uns das sehr“, so Dr. Uwe Gretscher.

Unterm Strich konnte trotz Pandemie das Jahr 2021 mit einem deutlich geringeren Defizit von 468.000 Euro abgeschlossen werden bei einem gesteigerten Gesamtumsatz von 322 Millionen Euro. Zur Stabilisierung wesentlich beigetragen haben staatliche Unterstützungsmaßnahmen, in hohem Maße aber auch die Flexibilität und Anpassungsfähigkeit des Verbunds. Zum Vergleich: 2020 waren es pandemiebedingt knapp 3,8 Millionen Euro Defizit.

„Wir waren 365 Tage rund um die Uhr für Notfall- und Pandemieversorgung da. Unsere Kliniken haben in dieser schwierigen Zeit verlässlich ihren Versorgungsauftrag erfüllt. Auch wenn die Leistungs- und Fallzahlen der Jahresplanung 2019 krisenbedingt natürlich nicht erreicht wer­den konnten, an wichtigen Zukunftsthemen haben wir trotzdem weiterhin proaktiv gearbeitet und uns weiterentwickelt,“ fasst der Vorstandvorsitzende des Klinikverbundes zusammen.

Einhelliges Lob für die Mitarbeiter

„Gemeinsam mit unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben wir die über zwei Jahre herausfordernde Pandemiezeit gemeistert. Dies ist nur gelungen, da

wir enorm engagierte und hochqualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben, die uns auch in dieser Phase die Treue gehalten haben und immer das Wohl und die Genesung des einzelnen Patienten im Auge hatten, dafür gilt allen mein herzlicher Dank“, betont Vorständin Elisabeth Ulmer.  Dem Dank kann sich Dr. Gretscher nur anschließen. „Dass unser Klinikverbund trotz pandemiedominanter Rahmenbedingungen so gut dasteht, ist nur durch enorm moti­vierte Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen und ihren unermüdli­chen täglichen Einsatz möglich“, hebt der Vorstandsvorsitzende nochmals hervor. Für Traunsteins Landrat Siegfried Walch haben die Beschäf­tigten der Kliniken gerade die letzten beiden Jahre bewiesen, „dass sie jedem Patienten die weltbeste Behandlung zukommen las­sen - auch wenn sie selbst dafür oft zurückstecken müssen. Sie sind es, die mir Mut für die Zukunft machen“. Und seinen Landratskollege Bernhard Kern aus dem Berchtesgadener Land erfüllt es mit Stolz und Zuversicht, wie engagiert die Mitar­beiterschaft diese schweren und herausfordernden Zeiten gemeistert hat. „Jeder, der schon einmal im Krankenhaus lag weiß, wie unglaublich wichtig ihre Arbeit ist - nicht nur im medizinischen, auch im menschlichen Sinne“.

Personalsuche und Digitalisierung gehen Hand in Hand

Zwei dieser wichtigen Zukunftsaufgaben sind Personalmanagement und Digitalisierung. Besonders erfreulich: Die Kliniken Südostbayern haben 2021 bei den Mitarbeiterzahlen zugelegt. Ende des Jahres waren mit über 1000 Vollkräften so viele Pflegekräfte wie noch nie angestellt. Allerdings fielen viele aufgrund von eigener Erkrankung oder Quarantäne aus. Hinzu kommt, dass die Betreuung von Corona-Erkrankten ungleich höher ist und mehr Ressourcen fordert. „Medizin lebt von Zuwendung und ist personalintensiv. Es ist wichtig, dass wir jedem Patienten die entsprechende Betreuung anbieten, das können wir nur mit ausreichend und qualifiziertem Personal“, so Dr. Gretscher. 

In diesem Zusammenhang kommt der über die letzten Jahre begonnenen, digitalen Neuausrich­tung von Strukturen und Prozessen, insbesondere der patientenbezogenen, große Bedeutung zu. „Eine Pflegekraft soll so viel Zeit wie möglich am Patienten und im Dialog mit ihm verbringen können und nicht im Stationszimmer am Computer“, ergänzt der Vorstand. Ein wichtiges Instrument hierbei ist beispielsweise die digitale Fieberkurve, deren Einführung 2021 an allen Klinikstandorten abgeschlossen wurde.

Mehr ambulant statt stationär

Das medizinische Leistungsportfolio der Kliniken Südostbayern soll in den kom­menden Jahren weiterentwickelt werden. Grundlage dafür ist das 2021 erstellte und vom Aufsichtsrat der Kliniken verabschiedete medi­zinischen Versorgungs- und Standortkon­zept „KSOB 2.0“. Es gibt die Neuausrichtung und Profilschärfung aller Klinikstandorte vor. So wurde Ruhpolding bereits zum Schmerzzentrum umgewandelt und die Geriatrie ist nach Trostberg umgezogen.

Standorte werden auch durch baulich-infrastruk­turelle Maßnahmen weiterentwickelt, die medizinische Versorgungsstruktur differenziert nach Versorgungsbedarf ambulant und stationär ausgebaut und moderne Ar­beitsplätze geschaffen. Die Baumaßnahmen am Standort Traunstein laufen entsprechend planmäßig. Die konkreten Planun­gen für den Klinikneubau am Standort Bad Reichenhall sind auf den Weg gebracht. Der Trend zur Ambulantisierung bislang stationärer Leistungen wird eine immer größere Rolle spielen. „Die Pandemie hat bestätigt, es sind deutlich mehr Eingriffe ambulant möglich als bisher angenommen“, sagt Dr. Gretscher.

30.04.2022 - Klinikum Traunstein

Staffelstab in der Strahlentherapie weitergereicht

Dr. Thomas Auberger geht in den Ruhestand und übergibt an PD Dr. Matthias Hautmann

Dr. Thomas Auberger (re.) übergibt den Staffelstab an seinen Nachfolger PD Dr. Matthias Hautmann
Dr. Thomas Auberger (re.) übergibt den Staffelstab an seinen Nachfolger PD Dr. Matthias Hautmann

Dr. med. Thomas Auberger war 14 Jahre Chefarzt der Abteilung für Strahlentherapie und Radioonkologie am Klinikum Traunstein. Er hat den Aufbau und die Etablierung der Abteilung maßgeblich mitgeprägt. Jetzt hat er sich mit 67 Jahren in den Ruhestand verabschiedet. Seine Nachfolge tritt Privatdozent Dr. med. Matthias Hautmann an. Er war zuletzt geschäftsführender Oberarzt am Universitätsklinikum Regensburg. mehr...

„Bevor ich nach Traunstein kam, hatte ich die Einstellung, man solle nie länger als fünf Jahre am gleichen Arbeitsplatz bleiben und nicht länger als bis zum 65. Lebensjahr arbeiten. Beide Vorsätze habe ich gebrochen – und das ist gut so. Gerade die letzten Jahre, die intensive Arbeit mit der Kollegenschaft und den Patienten und Patientinnen haben mir besonders viel Freude bereitet“, sagt Dr. Thomas Auberger.

Während seiner Zeit am Klinikum Traunstein hat der Mediziner die Abteilung für Strahlentherapie und Radioonkologie aufgebaut und sukzessive weiterentwickelt. Sie zählt heute über 30 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen und ist – auch auf Dr. Thomas Aubergers Hinwirken hin – mit neuester, hochspezialisierter Behandlungstechnik ausgestattet. Meilensteine in den letzten eineinhalb Jahrzehnten stellen die Einführung der intensitätsmudierten Strahlentherapie (IMRT) sowie die Etablierung der stereotaktischen Bestrahlung, der Einbau zweier neuer TOP-Linearbeschleuniger sowie eines der modernsten Planungs-CT dar. Das neue CT macht die Bestrahlung von sich bewegenden Zielen und somit auch atemgetriggerte Behandlungsmethoden möglich.
Zum Abschied bedankt sich Dr. Thomas Auberger ausdrücklich bei seinem Team. „Unsere Fachdisziplin wird oft als überwiegend technisch wahrgenommen. Dies ist mitnichten so. Die Patienten und Patientinnen bestätigen uns immer wieder: Sie fühlen sich von uns ganzheitlich versorgt, ernst genommen, eingebunden und angenommen. Das wäre nicht möglich ohne die überaus engagierte Mitarbeit aller. Ich bin stolz auf die Abteilung. Zu wissen, dass jede Kollegin und jeder Kollege diesen Beruf auch als eine Berufung versteht, unterscheidet uns von anderen Strahlentherapiestandorten.“

Als Beauftragter für Patientensicherheit bleibt Dr. Thomas Auberger den Kliniken Südostbayern auch im Ruhestand weiterhin erhalten.

Nachfolger kommt vom Universitätsklinikum Regensburg

Den Staffelstab der Abteilung für Strahlentherapie hat Dr. Auberger an seinen Nachfolger PD Dr. Matthias Hautmann weitergereicht. Der zuletzt als geschäftsführende Oberarzt tätige Mediziner wechselt vom Universitätsklinikum Regensburg (UKR) ans Klinikum Traunstein. Das UKR ist mit 15 Organkrebszentren unter den deutschen Universitätskliniken vorne dabei. Als eines der ersten deutschen Zentren verfügte es über ein interdisziplinäres Zentrum für medikamentöse Tumortherapie mit interdisziplinärer Tagesklinik, an deren Aufbau Herr PD Dr. Hautmann von strahlentherapeutischer Seite maßgeblich beteiligt war.

Die Hochpräzisionsstrahlentherapie und die Kombination von Strahlentherapie und Systemtherapie gehören unter anderem zu den Schwerpunkten von PD Dr. Matthias Hautmann.

Als neuer Chefarzt der Strahlentherapie und Radioonkologie am Klinikum Traunstein wird er sich der klinischen und technischen Weiterentwicklung der Abteilung sowie der interdisziplinären Vernetzung und Anpassung an zukünftige Herausforderungen im Gesundheitswesen widmen.

„Wir freuen uns mit Herrn PD Dr. Matthias Hautmann einen neuen Chefarzt gewonnen zu haben, der nicht nur den medizinischen und technischen Bereich der Strahlentherapie auf einem hohen Niveau weiter betreibt, sondern auch von seiner Persönlichkeit her gut zu den KSOB passt und durch seine gute nationale Vernetzung und seine administrative Erfahrung die Abteilung den zukünftigen Gegebenheiten und Herausforderungen anpassen kann“, so der Vorstandsvorsitzende Dr. Uwe Gretscher bei der Begrüßung des neuen Chefarztes.

Mit seiner Familie hat PD Dr. Hautmann schon einige Winterurlaube in Reit im Winkl verbracht, seine künftige Chiemgauer Heimat kennt er also bereits. Auch die Übergabe des „Staffelstabs“ ist passend für den leidenschaftlichen Leichtathleten. „Ich habe mich bewusst für die Stelle in Traunstein entschieden. Ich war und bin beeindruckt über die hohe Qualität der onkologischen Behandlungsstandards, freue mich sehr auf die neuen Herausforderungen. In den Bereichen, die ich bisher kennenlernen durfte, brauchen wir uns hier in Traunstein nicht hinter universitären Zentren verstecken“, so der Mediziner.

Strahlentherapie am Klinikum Traunstein

Die Strahlentherapie ist eine lange etablierte Behandlungsmethode gegen Tumore. Zudem können auch viele nicht-maligne Erkrankungen erfolgreich strahlentherapeutisch behandelt werden. Die Strahlentherpiegehört zu den innovativsten Gebieten der Medizin. Durch Verbesserung der bildgebenden Diagnostik und insbesondere die enorme technische Entwicklung mit immer präziseren Therapiegeräten und Behandlungstechniken ist es heute möglich, sowohl das Tumorvolumen genauer einzugrenzen als auch den Tumor noch exakter zu bestrahlen. Die Heilungsraten nach einer Strahlentherapie haben sich dadurch in den letzten Jahren ständig verbessert und das bei deutlicherer Schonung des umliegenden Normalgewebes. Nebenwirkungen sind fortwährend geringer geworden. 

Die Strahlentherapie kommt heute bei der Mehrzahl der an Krebs erkrankten Patienten zum Einsatz und trägt oft zur Heilung bei. Am Klinikum Traunstein stehen eine Reihe hochspezialisierter Behandlungstechniken und medizinische Expertise zur Verfügung.

27.04.2022 - Ruhpolding

Neues Kompetenzzentrum für Schmerztherapie

Multimodales Behandlungskonzept im Ruhpoldinger Schmerzzentrum macht Patienten mit chronischen Schmerzen Mut

„Nach umfassenden Bau- und Sanierungsarbeiten zur Modernisierung ist vor einigen Wochen das neuformierte Kompetenzzentrum für Schmerztherapie in Ruhpolding in Betrieb gegangen. Für die Neuausrichtung und Zukunftssicherung des Standorts haben wir rund 4,5 Millionen Euro investiert. Durch das erweiterte Angebot und die Schwerpunktbildung ist die Klinik damit auch überregional gerade für Patienten mit chronischen Schmerzen ein zentraler Anlaufpunkt“, so Elisabeth Ulmer, Vorständin der Kliniken Südostbayern. mehr...

Es vereinigt das Versorgungsteam der bisher am Klinikum Traunstein angesiedelten teilstationären Schmerztagesklinik mit der bisher bereits erfolgreich in Ruhpolding etablierten vollstationären Schmerztherapie. Integriert ist zusätzlich die Praxis für Schmerztherapie des Fachärztezentrums der Kliniken Südostbayern zur ambulanten Versorgung der Patienten. Kennzeichnend für den Erfolg des neuen Kompetenzzentrums ist der multimodale Behandlungsansatz mit einem interdisziplinären Team verschiedener Fachrichtungen.

Unter der Leitung von Chefarzt Marc-Oliver Stückrath und seinem Stellvertreter Richard Strauss, beide Fachärzte für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Spezielle Schmerztherapie, wirken dabei Ärzte, Psychologen, Physiotherapeuten, Co-Therapeuten und weitere Fachtherapeuten eng zusammen. Ziel ist ein ganzheitliches Behandlungskonzept mit Betrachtung der unterschiedlichen Schmerzfaktoren aus medizinischer, psychologischer und sozialer Sicht.

Chronische Schmerzen führen zu deutlichen Einschränkungen in allen Lebensbereichen. Deshalb stellen sie eine starke Belastung für die betroffenen Patienten dar. Untersuchungen zufolge leidet jeder 10. Mensch darunter. Bereits nach sechs Wochen kann es zu einer Chronifizierung von Schmerzen kommen. Allgemein spricht man von chronischem Schmerz, wenn Schmerzreize wiederkehrend oder anhaltend über einen Zeitraum von mindestens drei bis sechs Monaten auftreten.

Die Gründe für das Auftreten chronischer Schmerzen können vielfältig sein.  Neben Krankheiten wie Rheuma, Arthrose, Gürtelrose, Diabetes, Fibromyalgie oder Tumorerkrankungen kann auch wiederkehrender körperlicher, psychischer oder sozialer Stress ein Auslöser sein (siehe Kasten). Der Grund liegt unter anderem in der mit dem Stress einhergehenden muskulären Anspannung und einer Veränderung der Nervensensibilität. Ebenso können Medikamentenfehlgebrauch oder weit zurückliegende Lebensereignisse wie Krankheiten, Unfälle, Konflikte oder Gewalterfahrungen die Schmerzempfindlichkeit erhöhen.

Patienten mit chronischen Schmerzen haben oft bereits viele Untersuchungen, medizinische Behandlungen und zum Teil Operationen hinter sich – ohne einen Erfolg zu verspüren. Resignation und Rückzug können die Folge sein. Hier setzt das Konzept der multimodalen Schmerztherapie im Kompetenzzentrum Ruhpolding an. „Wir schauen uns jeden Einzelfall mit seiner individuellen Biographie und Schmerzgeschichte genau an“, sagt Chefarzt Marc-Oliver Stückrath. Wichtig sei der Aufbau von Vertrauen zwischen Therapeuten und Patienten, um aus dem Teufelskreis der Schmerzen mit Angst und Vermeidungsstrategien aussteigen zu können. „Es geht darum, Spannungen abzubauen, Bewältigungsstrategien zu entwickeln für ein Leben mit den Schmerzen und so letztendlich wieder mehr Lebensqualität und Selbstwirksamkeit zu gewinnen“, sagt der Schmerzexperte.

Mit einem vielfältigen Instrumentarium und gemeinsamen Falldiskussionen stimmt sich das interdisziplinäre Team aus Ärzten, Psychologen und Therapeuten über das individuelle Behandlungskonzept ab. Dazu gehören unter anderem die Optimierung der Medikation, Physiotherapie und funktionelles Bewegungstraining, Ernährungsberatung sowie Schulungen und psychologische Behandlungen. Dazu kommen Ergo-, Kunst- und Entspannungstherapien, Akupunktur und komplementärmedizinische Verfahren.

Nach einem ausführlichen interdisziplinären Erstgespräch, das auch überregional als Online-Sprechstunde angeboten wird, legen die Experten die passende Strategie für die Schmerzbehandlung fest. Neben der ambulanten Versorgung besteht die Möglichkeit zu einer teilstationären Behandlung mit sechs Stunden Klinikaufenthalt pro Tag über einen Zeitraum von fünf bis acht Wochen. Die vollstationäre Schmerzbehandlung umfasst ein 16-Tages-Programm.

Nach den Worten von Dr. Uwe Gretscher, Vorstandsvorsitzender der Kliniken Südostbayern AG, ist die Nachfrage nach professioneller Schmerztherapie groß. Durch die Spezialisierung und Schwerpunktbildung in Ruhpolding trage man den weiter steigenden Anforderungen durch die demographische und medizinische Entwicklung Rechnung. Mehreren hundert Patienten kann so in Ruhpolding geholfen werden.

31.03.2022 - Klinikum Traunstein

Notfallversorgung auf allerhöchstem Niveau

Mit einem eigenen Einsatzfahrzeug bei Herz- und Lungenversagen blitzschnell mit einer mobilen Herz-Lungen-Maschine vor Ort - dank einer Förderung der Eva Mayr-Stihl Stiftung

Das Notfall-Team am Klinikum Traunstein nimmt das neue Reanimationsfahrzeug mit mobiler Herz-Lungen-Maschine in Betrieb. (v.l.) Mathias Volz, Oberarzt medizinische Intensivstation, Dr. med. Markus Barth, Oberarzt Kardiologie u. medizinische Intensivstation sowie Ltd. Hubschrauberarzt Christoph 14, Dr. med. Caroline Rupprecht, Oberärztin medizinische Intensivstation, Verena Mayr, Fachärztin Innere Medizin, Notfallmedizin und internistische Intensivmedizin.
Das Notfall-Team am Klinikum Traunstein nimmt das neue Reanimationsfahrzeug mit mobiler Herz-Lungen-Maschine in Betrieb. (v.l.) Mathias Volz, Oberarzt medizinische Intensivstation, Dr. med. Markus Barth, Oberarzt Kardiologie u. medizinische Intensivstation sowie Ltd. Hubschrauberarzt Christoph 14, Dr. med. Caroline Rupprecht, Oberärztin medizinische Intensivstation, Verena Mayr, Fachärztin Innere Medizin, Notfallmedizin und internistische Intensivmedizin.

Im gesamten südostbayerischen Raum hat nur das Klinikum Traunstein ein ECMO Zentrum mit einem mobilem Einsatz-Team. ECMO steht für Extrakorporale Membranoxygenierung und fungiert als künstlicher Herz-Lungen Ersatz. Bei einem anhaltenden Herz-Kreislauf-Stillstand oder einem schweren Lungenversagen ist die schnelle Verfügbarkeit einer ECMO Therapie oft die einzige Überlebenschance. mehr...

Mit dieser Investition in die stationären und mobilen Kapazitäten des ECMO Zentrums kann das Klinikum Traustein jetzt in diesem Bereich eine Notfallversorgung auf dem Niveau einer Universitätsklinik leisten. Möglich gemacht hat das eine Förderung über 320.000 Euro von der Eva Mayr-Stihl Stiftung.

Das Projekt hatte bereits Mitte letzten Jahres mit der Auswahl und der Bestellung des Equipments begonnen. Lange Lieferzeiten für medizinische Geräte sowie auch für Fahrzeuge stellten eine kleine Herausforderung dar. Trotzdem konnten die beiden zusätzlichen Herz-Lungen-Maschinen rechtzeitig mit Beginn der vierten Pandemiewelle in Betrieb genommen werden. Die zusätzlichen Geräte waren durch das Covidgeschehen notwendig geworden, um ausreichend ECMO Plätze für die kurze Überbrückung von Herz- und Lungenfunktion bei Kreislaufstillstand sowie auch für die längeren Einsätze bei schweren Covidverläufen anbieten zu können. 

Seit dem 25. März steht nun auch ein eigenes Reanimationseinsatzfahrzeug zur Verfügung. Damit kann das Notfall-Team am Klinikum Traunstein in wenigen Minuten ausrücken und mit einer mobilen Herz-Lungen-Maschine an den Ort des Notfalls fahren, um im Fall eines auf die üblichen Wiederbelebungsmaßnahmen nicht ansprechenden Herzstillstandes, den Patienten zu stabilisieren. „Es werden so wertvolle Minuten gewonnen und das schützt den Patienten nicht nur vor dem Versterben, sondern auch vor schweren neurologischen Folgeschäden“, so Dr. Markus Barth, Oberarzt in der Kardiologie sowie leitender Hubschrauberarzt Christoph 14.  

„Der Ausbau unseres stationären und mobilen ECMO Zentrums ist ein echter Gewinn für unseren Klinikverbund und für die gesamte Region. Wir sind der Eva Mayr-Stihl Stiftung sehr dankbar für diese besondere Ausstattung, die sonst nur an Universitätskliniken und Herzzentren zur Verfügung steht. Dank der Förderung können wir jetzt eine Notfallversorgung auf allerhöchstem Niveau anbieten.“ fügt Dr. Uwe Gretscher, Vorstandsvorsitzender der Kliniken Südostbayern hinzu.      

28.03.2022 - Kliniken Südostbayern

1.000 Tage Ausbildung liegen hinter ihnen

15 junge Pflegefachkräfte beenden Ausbildung – Zwei Staatspreise

Die erfolgreichen Absolventen des Staatsexamens
Die erfolgreichen Absolventen des Staatsexamens

Drei aufregende Jahre in Theorie und Praxis in der Pflegeschule der Kliniken Südostbayern AG sind vorbei. Für die Auszubildenden geht nun eine bewegte und lehrreiche Zeit zu Ende, glücklich und erleichtert konnten sie heute ihre Zeugnisse entgegennehmen. Traditionell fand dazu eine kleine, mit Reden und musikalischer Begleitung geschmückte Abschlussfeier in coronabedingt kleinem Rahmen statt. mehr...

„Der heutige Tag sei wohl der beste Tag ihrer gesamten Ausbildung“, beginnt Schulleiterin Mandy Heinrich-Pötz mit einem Augenzwinkern ihre Ansprache. 1000 Tage Ausbildung lägen hinter den Auszubildenden. „In dieser Zeit gab es viele besondere Patienten und es gab Corona, Corona, Corona“, so Heinrich-Pötz weiter. Tatkräftigte Unterstützung bekamen die Auszubildenden während dieser schwierigen Zeit von den Klinken Südostbayern an allen Standorten.

In ihren Videobotschaften betonten Landrat Siegfried Walch und der Oberbürgermeister der Stadt Traunstein, Dr. Christian Hümmer, das besonders große Engagement der Auszubildenden während der Pandemie. Landrat Walch bemerkte in seiner Rede, „dass die Bedeutung des Pflegeberufes in der Gesellschaft erst in den letzten Jahren bewusst geworden sei. Die Basis für ein glückliches Leben seien nicht Wohlstand oder Reichtum, sondern Gesundheit“. „Es gehöre nicht nur Professionalität zu diesem Beruf, sondern vor allem auch Empathie“, betonte Walch weiter. „Der Einsatz der Auszubildenden, besonders während der Pandemie, sei deutlich höher zu bewerten, als der in all den anderen Jahren zuvor“, so Oberbürgermeister Dr. Hümmer.

Für die Unternehmensleitung stellvertretend rief Bereichsleitung Yvonne Behrendt positive Erlebnisse während der Ausbildung mit Patienten, Kollegen und Mitschülern in Erinnerung. „Diese sollen in anspruchsvollen Zeiten Kraft geben und zeigen, wie schön der Pflegeberuf sei“, gibt sie den Auszubildenden mit.

Nach drei Jahren, 1000 Tagen, Wechsel zwischen Online- und Distanz-Unterricht und täglichen Schnelltests beginnt nun ein neuer Lebensabschnitt für die frisch gebackenen Gesundheits- und KrankenpflegerInnen. Helmut Weiß als Klassenleitung lobte noch einmal die hohe Motivation seiner Klasse. Für außergewöhnlich gute Schulleistungen erhielten Barbara Neumann und Luca Randelshofer einen Staatspreis der Regierung von Oberbayern. Zum Abschluss der Feierstunde bedankten sich die beiden Klassensprecherinnen Fiona Seiwald und Marta Respondek bei allen Lehrer und Lehrerinnen sowie Praxisanleiter für die große Bereitschaft, in der schwierigen Zeit den Auszubildenden das notwendige Wissen beizubringen. Sie betonten, dass sie sehr wohl wahrgenommen haben, dass das für alle in dieser Zeit - nicht nur für sie als Auszubildende - eine enorme Herausforderung war.

Das gesamte Team der Pflegeschulen der Kliniken SOB wünscht den neuen Gesundheits- und KrankenpflegerInnen alles Gute für den weiteren Lebensweg, den 11 von ihnen diesen erfreulicherweise in den Kliniken Südostbayern fortführen.

11.02.2022 - Kliniken Südostbayern

Kliniken Südostbayern gewinnen Preis für Patientendialog

Die Kliniken Südostbayern belegen Platz 1 in der Kategorie „Häuser der Schwerpunktversorgung und Zentralversorgung“

Dr. Uwe Gretscher, Vorstandsvorsitzender (von links), Elisabeth Ulmer, Vorständin, Dr. Stefan Paech, Medizinischer Direktor, Georg Reichl, ehemalige Leitung Patientenrückmeldungen (jetzt in Rente), Doris Klement, neue Leitung Patientenrückmeldung und Reinhold Frank, Leiter Qualität. Dr. Uwe Gretscher, Vorstandsvorsitzender (von links), Elisabeth Ulmer, Vorständin, Dr. Stefan Paech, Medizinischer Direktor, Georg Reichl, ehemalige Leitung Patientenrückmeldungen (jetzt in Rente), Doris Klement, neue Leitung Patientenrückmeldung und Reinhold Frank, Leiter Qualität.
Dr. Uwe Gretscher, Vorstandsvorsitzender (von links), Elisabeth Ulmer, Vorständin, Dr. Stefan Paech, Medizinischer Direktor, Georg Reichl, ehemalige Leitung Patientenrückmeldungen (jetzt in Rente), Doris Klement, neue Leitung Patientenrückmeldung und Reinhold Frank, Leiter Qualität. Dr. Uwe Gretscher, Vorstandsvorsitzender (von links), Elisabeth Ulmer, Vorständin, Dr. Stefan Paech, Medizinischer Direktor, Georg Reichl, ehemalige Leitung Patientenrückmeldungen (jetzt in Rente), Doris Klement, neue Leitung Patientenrückmeldung und Reinhold Frank, Leiter Qualität.

Patientenrückmeldungen sind gerade in Krisenzeiten wie der Pandemie wertvoller denn je, um die Versorgungsqualität von Kliniken zu verbessern. Schließlich sollen sich Patienten auch in herausfordernden Zeiten wohlfühlen und mit den Leistungen zufrieden sein. Für ein solches eingespieltes und verlässliches Kommunikationssystem wurden jüngst die Kliniken Südostbayern (www.kliniken-suedostbayern.de) mit dem Award „Patientendialog“ ausgezeichnet: Der Klinikenverbund belegt Platz 1 in der Kategorie „Häuser der Schwerpunktversorgung und Zentralversorgung.
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Der Patientendialog ist ein deutschlandweiter, ideeller Zusammenschluss von Verbänden und Akteuren der Gesundheitsbranche und trägt dazu bei, die Situation und Rolle der Patienten im Gesundheitswesen durch Information, Mitwirkung und Mitentscheidung zu stärken und zu verbessern. In die Bewertung der Jury fließen auch Aspekte wie ein funktionierendes Beschwerdemanagement und eine gelebte, aktive Patientenfürsprache ein.

„Sagen Sie´s Schorsch“ – zentraler Ansprechpartner für Patienten und Angehörige

Gute Patientenkommunikation gelingt nur, wenn Arbeitsabläufe und Qualitätsstandards stetig überprüft und angepasst werden, um Menschen medizinisch bestmöglich betreuen zu können. Rückmeldungen können so gezielt zur Verbesserung der Dienstleistungs- und Versorgungsqualität genutzt werden.

Daher wurde bereits 2015 bei den Kliniken Südostbayern das Konzept für ein einheitliches, persönliches und zentral geführtes Rückmeldemanagement entwickelt und noch im selben Jahr eingeführt. Der Mitarbeiter, der als zentraler Ansprechpartner für Patientinnen und Patienten ausgewählt wurde, hieß mit Vornamen Georg („Schorsch“). So ist für das Projekt der Slogan „Sagen Sie’s Schorsch“ entstanden.

Während der Umsetzung von „Sagen Sie’s Schorsch“ etablierten die Kliniken Südostbayern an allen Standorten so genannte Patientenfürsprecher, deren Aufgabe es ist, im ständigen Dialog mit „Schorsch“ zu stehen. Patientenführsprecher und „Schorsch“ dienen wiederum als primäre Ansprechpartner für Patienten und Angehörige, sind aber auch Vermittler zwischen Klinikpersonal und Rückmeldern sowie Moderatoren - etwa zur Entschärfung von Konflikten. Eine permanente Zusammenarbeit zwischen Patientenführsprechern und „Schorsch“ ist gelebte Praxis.

Das Rückmeldesystem „Sagen Sie`s Schorsch“ ist deutlich mehr als ein gängiges Beschwerdemanagement. Es beschreitet einen neuartigen Weg, indem es Patienten transparent und bevölkerungsnah eine Plattform für Ideen, Kritik oder Verbesserungsvorschläge bietet. Passend dazu wurde ein Logo mit dem Konterfei von Mitarbeiter Schorsch gestaltet, das an vielen Stellen in den Kliniken als Plakat oder Aufkleber zu finden ist. Es steht nicht nur für das allzeit offene Ohr des Klinik-Personals, sondern vermittelt durch einen real existierenden Mitarbeiter des Klinikverbundes sofortige Nahbarkeit. Die selbstbewusste Aussage der Kliniken Südostbayern ist dabei: «Wir kennen unsere Stärken. Aber wir hören auch gerne zu und wollen stetig besser werden. Mit Ihrer Hilfe». Neben den direkten Patientenrückmeldungen via „Hotline“ oder Post sind sukzessive weitere Zugangswege geschaffen worden: Etwa eine eigene Internetseite. Zukünftig soll auch eine Bewertung über fest installierte Zugänge möglich sein, wie etwa über eigens installierte Terminals oder eine App.

Über die Vergabe des Awards entschied in diesem Jahr eine hochkarätig besetzte, unabhängige Jury, der u.a. Maria Klein-Schmeink (MdB), Sprecherin für Gesundheitspolitik und Stellvertretende Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, angehörte,  der Arzt und Medizinethiker Prof. Giovanni Maio der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Dr. Gerald Gaß, der Vorstand des Deutschen Krankenhausinstituts, Prof. Heinz Lohmann, Dr. Karl Blum, sowie die Vorstände des Bundesverbandes Patientenfürsprecher in Krankenhäusern (BPiK) und des Bundesverbandes Beschwerdemanagement für Gesundheitseinrichtungen.

03.02.2022 - Kliniken Südostbayern

Täglich frisch auf den Tisch

Kliniken Südostbayern servieren jetzt auch ein Regional-Menü

Essen und Trinken halten bekanntlich Leib und Seele zusammen. Dies gilt umso mehr bei einem Krankenhausaufenthalt. Aus diesem Grund bieten die Küchen der Kliniken Südostbayern ihren Patientinnen und Patienten ab Februar eine weitere Produktlinie an: Sie zaubern täglich ein neues Regional-Menü aus frischen, saisonalen Zutaten aus Bayern. Dafür, dass die heimischen Gerichte den Geschmack von Patienten, Mitarbeitenden und sicher auch Urlaubern treffen, sorgen Gesamtküchenleiter Andreas Rupp und seine Mitarbeitenden, in den Küchen am Klinikum Traunstein und in der Kreisklinik Bad Reichenhall. Köche und Küchenhilfen sind hochmotiviert, mit kulinarischer Abwechslung Gaumenfreuden und Gesundheit zugleich zu servieren. mehr...

Mit jährlich knapp einer Million -  aus Frühstück, Mittag- und Abendessen bestehenden - Mahlzeiten versorgen die Küchen der Kliniken Südostbayern (KSOB) ihre sechs Standorte in Traunstein, Bad Reichenhall, Berchtesgaden, Freilassing, Ruhpolding und Trostberg. „Wir haben schon immer auf Regionalität gesetzt, wollten diesen Bereich aber noch weiter ausbauen, weil wir die Patientenzufriedenheit noch weiter steigern möchten“, sagt Gesamtküchenleiter Andreas Rupp.

Der Einkauf unter dem Motto „je näher, desto besser“ diene nicht nur Qualität und Geschmack, sondern stärke auch die heimische Wirtschaft. „Saisonale Produkte mit kurzen Transportwege stehen für mehr Frische, Nährstoffe und Nachhaltigkeit“, erklärt der Küchenchef. Damit diese Qualität auch bei einer Großküche auf soliden Füßen steht, hat er professionelle Unterstützung mit ins Boot holen können: ABConcepts, das Beratungs- und Dienstleistungsunternehmen für Einrichtungen in der  Gemeinschaftsverpflegung, erarbeitete gemeinsam mit ihm die neue Produktlinie und die für sie notwendigen optimalen Abläufe. Für die qualifizierte Beratung und fachgerechte Auswahl der Rezepturen für die regionale gesunde Küche stand Ernährungsberaterin/DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V.) Catrin Schulze mit Rat und Tat zur Verfügung.

Nach intensiver Vorarbeit von Beratungsunternehmen und Klinikenküchen bereichert nun das neue Regional-Menü den mittäglichen Speiseplan der KSOB. „Wir haben einen Drei-Wochen-Speisenplan, der sich in jetzt vier Kategorien wiederspiegelt“, erklärt Andreas Rupp. Zu Vollkost, angepasster Vollkost für Patienten mit besonderen Versorgungsansprüchen und vegetarischer Kost wird nun mittags auch das Regional-Menü angeboten. Auch die vegane Kost wird zweimal die Woche  innerhalb der vegetarischen Menüline mit angeboten.  Auf Anhieb auf der Speisekarte zu erkennen ist die neue Menülinie an ihrem eigenen Logo: „Produkte aus der Region“ ist auf der typischen blauen KSOB-Silhouette zu lesen, drei goldene Ähren daneben verdeutlichen anschaulich das Bild für das geschmackige Regional-Menü. Dies zeigt beeindruckend die breite Palette der guten bayerischen Küche auf: Patienten und Mitarbeitende können sich künftig zum Beispiel als Tagessuppe eine Gemüsesuppe mit Kräutern oder eine Zucchinicremesuppe auf der Zunge zergehen lassen und anschließend etwa Kaspressknödl auf Bayrisch Kraut, Schweinebraten mit Blaukraut oder gefüllte Zucchini mit Hackfleischfüllung genießen. Dass die die mit viel Sorgfalt, Einfühlungsvermögen in den einheimischen Geschmack und wie allen anderen Mahlzeiten mit dem Fokus auf eine ausgewogene, gesunde Ernährung entwickelte neue Linie durchaus ein lebendiges Produkt ist, betont Andreas Rupp aber ausdrücklich.

„Wer noch ein altes Familienrezept aus der bayerischen Küche zuhause hat, darf uns das gerne zeigen, vielleicht ist es interessant für unsere neue Linie, wir sind ja noch am Ausprobieren“, sagt der Gesamtküchenleiter. Er und seine Teams garantieren nicht zuletzt aufgrund ihrer hohen fachlichen Kompetenz auf alle Fälle eine konstant gute Verpflegungsqualität für alle Gäste.

Bei so viel Engagement der bei ihren neuen Aufgaben mit dem Regional-Menü noch mehr für ihren Beruf brennenden Köche kann schon ein netter Gruß in die Küche auf den Tablett-Karten viel Freude entfachen. „Für einen Koch gibt es nichts Schöneres, als wenn den Menschen sein Essen schmeckt“, sagt Andreas Rupp. Umgekehrt drücke das neue Regional-Menü gegenüber Patienten, Mitarbeitenden und auch den Küchenkräften in einem besonderen Maße Wertschätzung aus. Schließlich wusste ja auch schon kein Geringerer als Goethe: Kein Genuss ist vorübergehend, denn der Eindruck, den er zurücklässt, ist bleibend.

Ina Berwanger

01.02.2022 - Klinikum Traunstein

An zwei Standorten Medizin auf höchstem Niveau

Reichenhaller Chirurgie-Chefarzt Dr. med. Thomas E. Langwieler übernimmt auch Traunstein

Dr. Thomas E. Langwieler
Dr. Thomas E. Langwieler

Seit Februar leitet Dr. med. Thomas E. Langwieler, Chefarzt der Abteilung für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie an der Kreisklinik Bad Reichenhall, auch die Traunsteiner Allgemein-, Viszeral- und Minimalinvasive Chirurgie. Der engagierte Mediziner freut sich nun darauf, „an zwei Standorten Medizin auf höchstem Niveau zu betreiben und dabei Synergieeffekte optimal zu nutzen.“ mehr...

Als Privatdozent Dr. med. Dr. h.c. mult. Rolf J. Schauer, langjähriger Chefarzt der Abteilung für Allgemein-, Viszeral- und Minimalinvasive Chirurgie am Klinikum Traunstein, am 31. Januar dieses Jahres seinen Arztkittel buchstäblich für immer an den Nagel hing, wusste er seine bisherige Wirkungsstätte in besten Händen. Der neue Chefarzt in Traunstein ist im Verbund der Kliniken Südostbayern (KSOB) eine bewährte Größe. Er hat im Dezember 2015 an der Kreisklinik Bad Reichenhall, deren Stellvertretender Ärztlicher Leiter er heute auch ist, die Nachfolge von Prof. Ekkehard Pratschke als Chefarzt der Chirurgie angetreten. Der gebürtige Nordrheinwestfale und dreifache Vater ist ein erfahrener Chirurg mit diversen Weiterbildungen, unter anderem als Viszeralchirurg, hat Auslandserfahrungen, schätzt minimalinvasive Operationstechniken, interdisziplinäres sowie häuserübergreifendes Zusammenarbeiten und ist ein Freund „offener, gradliniger Kommunikation“. Ideale Voraussetzungen also, um die breit aufgestellte Abteilung für Allgemein-, Viszeral- und Minimalinvasive Chirurgie am Klinikum Traunstein zu übernehmen. „Dafür wünsche ich ihm allerbestes Gelingen und eine gute Hand“, sagt der aus gesundheitlichen Gründen einige Zeit vor seinem Altersruhestand aus dem aktiven Dienst scheidende Dr. Schauer. „Ich selbst bin dankbar für die schönen und interessanten fast 18 Jahre als Chefarzt der Viszeralchirurgie im Klinikum Traunstein“, erklärt er. Er bliebe „der KSOB natürlich auch in Zukunft immer verbunden und wünsche den Kliniken einen weiterhin erfolgreichen Weg.“

Umgekehrt geht natürlich auch ein ganz großes Dankeschön - im Namen des gesamten Klinikverbundes und der Unternehmensleitung - von Dr. Langwieler an Dr. Schauer. Auf die Frage, was ihn an der neuen Aufgabe gereizt habe, antwortet er, dass dies die Größe des Hauses, dessen überregionaler Anspruch und Versorgung, die Interdisziplinarität und der Zentrumsgedanke sowie die Bündelung verschiedener Fachbereiche“ sei. „Fachbereiche, die eine ganzheitliche Betreuung des Patienten ermöglichen – von der Diagnose über die Therapie bis zur Nachbetreuung“, erklärt Dr. Langwieler. Bei seiner Arbeit ist ihm sehr wichtig, die Lebensqualität seiner Patienten zu erhalten, dazu gehört auch, sich um nachsorgende Strukturen zu kümmern.

Ebenso wichtig ist für den Arzt aus Leidenschaft neben der „bestmöglichen Medizin für jeden einzelnen Patienten auch eine klare Kommunikation in der Behandlung“. Mit einer gelungenen Arzt-Patienten-Kommunikation möchte der Chefarzt den Patienten ihre Ängste vor den chirurgischen Eingriffen durch Aufklärung und Transparenz nehmen. In einem guten Kontakt ist er auch mit den Teams vor Ort, die ihn „mit Verlässlichkeit, Engagement und Freude an Neuem gepaart mit Beständigkeit“ unterstützen würden. Hinzu käme dank der in den Kliniken Südostbayern stetig ausgebauten Digitalisierung die auch einem erfolgreichen Zeitmanagement dienende standortübergreifende Nutzung von Kommunikationsstrukturen wie die elektronische Patientenakte. Grundsätzlich, so Dr. Langwieler, berge die zwei Häuser übergreifende neue Aufgabe die unbestreitbaren Vorteile „bekannter Strukturen und bestehender wertschätzender Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen an beiden Standorten.“ Dies ist eine solide Basis für Dr. Langwielers Intention, „durch Fortbildungen und Beachtung der international gültigen Leitlinien die Versorgung der Patienten auf höchstem Niveau sicherzustellen.“

Auf diesem Wege könne der medizinische Fortschritt an beiden Standorten zum Wohle der Patientinnen und Patienten in den Landkreisen Traunstein und Berchtesgadener Land erfolgreich weiter vorangetrieben werden.

Aus diesem Grunde liegt dem Chefarzt wie schon jeher  in seiner beruflichen Laufbahn die Etablierung von neuen innovativen, den Patienten zugutekommenden OP-Methoden im Bereich der minimalinvasiven Chirurgie am Herzen. Er kann sich zum Beispiel auch gut den Einsatz von Medizinrobotern im OP vorstellen, deren Unterstützung dem Operateur eine noch sichere, präzisere und effizientere Behandlung der Patienten ermöglichen. Außerdem auf der Agenda: Eine Veränderung der Ausbildung der Assistentinnen. So sollen zwischen den unterschiedlichen chirurgischen Fachabteilungen in den KSOB-Kliniken Ausbildungsallianzen entstehen, die für noch mehr interdisziplinäre Inhalte stehen. Abgerundet werden Dr. Thomas E Langwielers Ideen zuguterletzt noch einmal von den Themen Kommunikation und Kooperation: Er hat sich auch eine engere Zusammenarbeit mit den Hausärzten vorgenommen und will dies unter anderem durch Praxisbesuche und gemeinsame Fortbildungen in die Tat umsetzen. Unterstützt wird er hierbei durch seinen klinischen Partner, den Chefarzt der Gastroenterologie und Hepatologie am Klinikum Traunstein, Dr. Björn Lewerenz. Keine Frage: Bei so viel Einsatz trifft es sich ausgesprochen gut, dass der sportliche Mediziner in der knappen Freizeit die schönen Flecken der seit sieben Jahren nicht mehr ganz so neuen Heimat zum Kraftschöpfen zu nutzen und schätzen weiß.

07.01.2022 - Kreisklinik Trostberg

Neues Hernienzentrum erfolgreich angelaufen

Spezialisten mit geballter Kompetenz für Leisten- und andere Weichteilbrüche

v.l. Dr. Joachim Deuble und Dr. Andreas König verantworten das zertifizierte Kompetenzzentrum Hernienchirurgie
v.l. Dr. Joachim Deuble und Dr. Andreas König verantworten das zertifizierte Kompetenzzentrum Hernienchirurgie

Mit rund 250.000 Operationen ist die Leistenhernie, umgangssprachlich Leistenbruch genannt, bei Männern in Deutschland der häufigste Grund für einen Eingriff. „Am Klinikum Traunstein werden pro Jahr rund 300 Hernien operiert, an der Kreisklinik Trostberg führen wir jährlich bis zu 450 Hernien-Operationen durch“, so Dr. Joachim Deuble, Chefarzt der Abteilung Allgemein- und Viszeralchirurgie an der Kreisklinik Trostberg. Um diese Kompetenzen im Verbund der Kliniken Südostbayern zu bündeln und den Patienten noch mehr Behandlungsqualität zu bieten, haben er und Dr. Andreas König, Oberarzt in der Allgemeinchirurgie und Viszeral- und Minimalinvasiven Chirurgie am Klinikum Traunstein, das Hernienzentrum an der Kreisklinik Trostberg gegründet. mehr...

Denn Hernien generell und Leistenbrüche insbesondere sollten nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Diese Weichteilbrüche, bei denen hauptsächlich aus dem Innenraum des Bauches Gewebe nach außen drückt, müssen operativ versorgt werden, bevor es zu Komplikationen kommen kann. Leistenbrüche sind die weitaus häufigste Form von Hernien, es gibt aber auch Narbenhernien, Nabelhernien, Schenkelhernien, Zwerchfellhernien oder auch Bauchwandbrüche.

„Wir sind mit unserem Hernienzentrum im Sommer vergangenen Jahres gestartet und haben bis zum operativen Shutdown, also dem Einstellen verschiebbarer Eingriffe wegen der vierten Coronawelle, bis Mitte November schon rund 250 Patienten mit einer Hernie behandelt“, erklärt Dr. Deuble. Der Chirurg und Viszeral-Chirurg erinnert sich noch gut, dass er und Dr. Andreas König fast zeitgleich die Idee zur Gründung eines Hernienzentrums hatten. Die beiden erfahrenen Hernien-Operateure waren sich schnell einig, dass die vom Verbund der Kliniken Südostbayern im Interesse einer exzellenten medizinischen Versorgung der Menschen in den Landkreisen Traunstein und Berchtesgadener Land erfolgreiche Etablierung von fachspezifischen Zentren mit ihrer gebündelten Expertise künftig um ein Hernienzentrum in der Kreisklinik Trostberg - mit dem Angebot von Spezialsprechstunden sowohl in Traunstein als auch in Trostberg - bereichert werden sollte.

So vielfältig wie das Spektrum erworbener oder auch angeborener Hernien, ihrer Lage, Größe oder Ausprägung und deren Behandlung sind nämlich auch die qualitativen Vorteile eines Hernienzentrums für die Patienten. Denn um das „DHG-Siegels Qualitätsgesicherte Hernienchirurgie“ zu erwerben, müssen interessierte Kliniken oder Praxen bestimmte Vorgaben erfüllen. Zu diesen zählt naturgemäß die Anzahl der Eingriffe, denn mit jeder Operation steigen Erfahrung und damit Wissen, wächst der routinierte Umgang mit den Krankheitsbildern.

Um den Blick auch für die Operationsergebnisse über den sonst üblichen Zeitraum eines Jahres hinaus zu schärfen, müssen die Hernienzentren zudem an der bundesweiten Qualitätssicherungsstudie der gemeinnützigen Gesellschaft Herniamed unter dem Dach der Deutschen Gesellschaft für Allgemein.-und Viszeralchirurgie teilnehmen. In dieser seit 2009 aktiven Registerstudie werden mit dem Einverständnis der wegen Hernien operierten Patienten - unter Beachtung strengster Datenschutzrichtlinien - alle relevanten Zahlen und Fakten dokumentiert. „Ziel der Studie ist es, den üblichen Beobachtungszeitraum nach einem Eingriff zu vergrößern und so die Nachbehandlung besser zu durchleuchten, etwa um zum Beispiel einen gründlichen Aufschluss über Rückfälle zu bekommen“, sagt Dr. Joachim Deuble. Darüber hinaus ermögliche die Registerstudie den Teilnehmenden dank langer Laufzeit und hoher Fallzahlen einen objektiven Qualitätsvergleich mit anderen Einrichtungen und liefere so eine Fülle wertvolle Erkenntnisse zur eigenen Arbeit.

Hilfreich seien zudem aus der Registerstudie ersichtliche praktische Erfahrungen der Teilnehmenden zu operativen Verfahren oder Hilfsmitteln wie beispielsweise den sowohl bei konventionellen wie minimalinvasiven Eingriffen verwendeten Kunststoffnetzen. Von der praxisnahen Transparenz der Versorgungsrealität in einem Register profitieren die Patientinnen und Patienten, denn die Registerteilnehmer können sich dank ihrer Vernetzung nicht  nur vergleichen, sondern auch austauschen und voneinander lernen. Lernen, Wissensweitergabe und Weiterbildung sind nicht nur im Zusammenhang mit der vom Trostberger Hernienzentrum angestrebten Zertifizierung wichtige Themen. „Im nächsten Jahr werden wir im Rahmen der Hernientage der Universität Salzburg Hospitationsklinik sein“, freut sich Dr. Deuble, der auch Ärztlicher Leiter der Kreisklinik Trostberg ist. „In zwei Operationssälen werden Kongressteilnehmer bei jeweils fünf Hernieneingriffen zuschauen, wie wir es machen.“ Wer sich so öffnet, muss natürlich auch mit konstruktiver Kritik rechnen, dessen ist sich der engagierte Mediziner bewusst. Er schätzt diesen kollegialen Austausch. Denn dieser trägt ebenso zur Verbesserung der medizinischen Arbeit und damit dem Wohl der Patienten bei wie das Erfüllen der vielfältigen Kriterien für das begehrte Qualitätssiegel „Zertifiziertes Kompetenzzentrum Hernienchirurgie“.

Text: Ina Berwanger

03.01.2022 - Kreisklinik Bad Reichenhall

Das Neujahrsbaby kommt aus Teisendorf

Am Neujahrstag um 10:12 Uhr kam die kleine Helena Leticia im Reichenhaller Krankenhaus zur Welt

Über ihr 3060 Gramm schweres und ist 49 Zentimeter langes Neujahrsbaby freuten sich Daniela und Armin Cismar aus Teisendorf. Inzwischen warten zuhause schon gespannt Leticias Geschwister, der vierjährige Bruder David und die eineinhalb Jahre junge Schwester Lea.

"Die kleine Helena hat es spannend gemacht und wollte wohl nur durch Kaiserschnitt geboren werden", berichtet die Geburtshilfestation des Reichenhaller Krankenhauses und fügt noch hinzu: "Mutter und Kind sind wohlauf."

01.01.2022 - Klinikum Traunstein

Der kleine Andreas kam als erstes Baby im neuen Jahr zur Welt

 Ganz schön eilig hatte es das Neujahrsbaby im Klinikum Traunstein: Bereits um 0.41 Uhr erblickte der kleine Andreas am Neujahrstag in der Geburtshilfestation der Frauenklinik von Chefarzt Prof. Dr. Christian Schindlbeck das Licht der Welt. Bei der Geburt wog der neue Erdenbürger 3840 Gramm und erfreut sich bester Gesundheit. Sehr zur Freude der Eltern, Manuela und Konrad Öllerer aus Surheim, die sich sehr über ihr erstes Kind freuen.

17.12.2021

Erfreuliche Fortschritte auf gemeinsamem Weg

Verein „Aimes Afrique-Allemagne“ war erneut in Togo

Dr. Joachim Deuble gemeinsam mit Aimes-Afrique-Gründer Dr. Michel Kodom im togolesischen Fernsehen
Dr. Joachim Deuble gemeinsam mit Aimes-Afrique-Gründer Dr. Michel Kodom im togolesischen Fernsehen

„Vor Ort wieder zu erleben, dass wir uns entwickeln können, dass es vorangeht, war sensationell“, sagt Dr. Joachim Deuble. Der Chefarzt der Allgemein- und  Viszeralchirurgie an der Kreisklinik Trostberg und Initiator des 2016 ins Leben gerufenen Verein Aimes Afrique-Allemagne e.V. ist gerade von seinem fünften Einsatz in Togo zurück – und noch immer begeistert vom dortigen Einsatz des fünfköpfigen bayerischen Teams. Eine Woche arbeiteten Togolesen und Deutsche Seite an Seite. Ob bei Operationen oder einer Live-Gesundheitssendung: Sie konnten sich einmal mehr über das kontinuierliche Wachstum ihrer Zusammenarbeit freuen. mehr...

Dass diese auf Augenhöhe stattfindet und mehr als Hilfe zur Selbsthilfe ist, liegt Aimes Afrique-Allemagne seit seiner Gründung am Herzen. Und so sind seit 2016 nicht nur mehrmals im Jahr interdisziplinäre Teams aus Medizin, Pflege und anderen Berufen für unterschiedliche Operationen in von Togos Hauptstadt Lomé weit entfernte ländliche Regionen geflogen, sondern unter anderem auch togolesische Ärzte und Pflegekräfte für Hospitationen bei Dr. Deuble und seinem Team in die Kreisklinik Trostberg gekommen. Über die Jahre sind so Wissen, Vertrauen und eine freundschaftliche Verbundenheit gewachsen. Zugenommen hat auch die Zahl derer, die sich bei Aimes Afrique-Allemagne engagieren. Das zur Zeit seiner Gründung zehnte Mitglied von Aimes Afrique - der „Intenationalen ärztlichen Vereinigung zur Förderung von Bildung und Gesundheit in Afrika“ - kann sich immer wieder über höchst kompetenten medizinischen und pflegerischen Zuwachs freuen.

Auch Aimes-Afrique-Gründer Dr. Michel Kodom baut sein 2005 begonnenes Engagement für die Gesundheit seiner Landsleute immer stärker aus und setzt dafür auch erfolgreiche moderne und Soziale Medien ein. So informierte der Mediziner aus Togos Hauptstadt die an Gesundheitsthemen sehr interessierte togolesischen Zuschauer gemeinsam in seiner über Facebook und den Onlinekanal SOS-Docteurs-TV zu verfolgenden „sehr professionell gemachten“ Fernsehsendung gemeinsam mit Dr. Joachim Deuble nicht nur über den jüngsten Einsatz von Aimes Afrique Allemagne, sondern erklärte ihnen auch die gemeinsame Zusammenarbeit an dem Projekt „Gesundheit und Hoffnung für alle“. Dieses konnten die beiden Ärzte sehr anschaulich am Operationsschwerpunkt Schilddrüsen-Operationen erklären, der im Zentrum des Anfang November erfolgten Einsatzes von Aimes Afrique Allemande stand.

Dass das Team um den Trostberger Schilddrüsenspezialisten Dr. Deuble diesmal direkt in Dr. Kodoms Clinique International in Lomé operierte, hatte einen guten Grund. Von Februar dieses Jahres bis Februar 2022 nehmen Aimes Afrique und Aimes Afrique Allemande an der 2016 vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gemeinsam mit der Else Kröner-Fresenius-Stiftung ins Leben gerufenen Initiative „Klinikpartnerschaften – Partner stärken Gesundheit“ teil. Sie gehören damit zu den über 300 Klinikpartnerschaften in 58 Ländern weltweit. Inhalt dieser einjährigen Partnerschaft ist die Ausbildung in der Sterilisation in der Clinique International in Lomé. Eingriffe waren bislang mit langen Wartezeiten verbunden, weil die Sterilisationsmöglichkeiten in der togolesischen Hauptstadt sehr begrenzt sind.

Dank der finanziellen  Unterstützung der Bayerischen Staatskanzlei konnte nun  in der Clinique International eine moderne Sterilisationseinheit der auf Sterilisationsanlagen spezialisierten MMM Group aus München in Lomé errichtet werden. „Wir hatten bei unserer Mission mit dem Ingenieur Michael Allekotte einen technisch versierten Ehrenamtlichen dabei, der uns tatkräftig unterstützt hat“, freut sich Dr. Deuble über die Hilfe des Ehemannes seiner ebenfalls bei dieser Mission in Togo mitarbeitenden Kollegin aus der Trostberger Unfallchirurgie Daniela Allekotte, Fachärztin für Orthopädie. Hüftoperationen gehören wie Schilddrüsenoperationen zu den regelmäßigen Einsätzen von Aimes Afriques Allemande. Diesmal standen die Schilddrüseneingriffe in Lomé zugleich unter dem Zeichen der Einarbeitung der dortigen Mitarbeitenden in die Arbeitsschritte an der hochmodernen neuen Sterilisationsanlage.

Was sie über die Aufbereitung der Instrumente gelernt haben, kommt nicht nur den vielen Patientinnen und Patienten sowie den Operierenden und Assistierenden, sondern in der ersten Jahreshälfte 2022 auch schon dem nächsten, dann in Sachen Hüft-Endoprothetik nach Togo reisenden Team von Aimes Afrique-Allemagne zugute. Wie immer in der Freizeit und auf eigene Kosten zum Helfen und Unterstützen unterwegs, dreifach gegen Covid-19 geimpft und negativ getestet. So war es auch diesmal, als die gemischten Teams aus Togolesen und Deutschen gemeinsam insgesamt 46 Operationen an der Schilddrüse und zugleich praxisnahe Weiterbildung für die neue Sterilisationsanlage durchführen konnten. „Dass Ihr das tut und kommt, macht uns Hoffnung“, so die Afrikanerinnen und Afrikaner, erzählt Dr. Deuble. Und die Deutschen würden durch die sicht-  und erlebbaren Weiterentwicklungen vor Ort „noch mehr motiviert“, freut er sich schon auf die nächsten Einsätze.  

17.12.2021 - Kliniken Südostbayern

Mit System zu Sauberkeit und Hygiene

Reinigungskräfte der KGT/KS versehen in den Kliniken Südostbayern eine wichtige Arbeit

Mariana Cornea (rechts) , unterwegs mit Ihrer Chefin Gabriele Hentschlofsky (li.)
Mariana Cornea (rechts) , unterwegs mit Ihrer Chefin Gabriele Hentschlofsky (li.)

Blütenweiße Hose, makelloses blaues Oberteil: Die Arbeitskleidung von Mariana Cornea - mit ihren straff am Hinterkopf zusammengefassten Haaren - spiegelt wider, was der Reinigungskraft tagtäglich am Herzen liegt: blitzsaubere, hygienisch einwandfreie Patientenzimmer im Klinikum Traunstein. Für die Gebäudereinigung und weitere Bereiche der sechs Häuser der Kliniken Südostbayern AG sind deren Tochtergesellschaften, die Klinik-Gebäudeservice Traunstein GmbH (KGT) und die Klinik Service der Kliniken des Berchtesgadener Land GmbH (KS) zuständig. Prokuristin Gabriele Hentschlofsky überlässt beim Qualitätsmanagement nichts dem Zufall. Sie und ihre Teams arbeiten mit System. mehr...

Die KGT/KS hat rund 420 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Diese decken neben der Gebäudereinigung der sechs Kliniken die dortigen Hol- und Bringdienste, die Bettenaufbereitung, die Patiententransportdienste und die Serviceassistenzen und einiges mehr ab. Ein gutes Beispiel für die strukturierte, professionelle Arbeitsweise der KGT/KS ist deren breites Feld der Gebäudereinigung: Ein einzigartiges Reinigungsprozessmanagement sorgt für optimale Arbeitsabläufe und -ergebnisse. Dahinter steht ein das Hygiene- und Reinigungssystem HYSYST HealthCare mit einem speziell für Krankenhäuser entwickeltem System zur Reinigung und Desinfektion von Flächen. Umgesetzt wird dieses System jeden Tag ab fünf Uhr. Dann beginnt die Frühschicht ihren Dienst, um 12 Uhr folgt die Spätschicht, darüber hinaus gibt es einen 24-Stunden-Reinigungsdienst. Frauen und Männer stehen bereit, mit Sorgfalt und Gewissenhaftigkeit für Sauberkeit und Hygiene zu arbeiten. Sollten sie kurzfristig wegen Krankheit ausfallen, muss eine Mitarbeiterin von Gabriele Hentschlofsky in Windeseile für Ersatz sorgen. Wenn sie sagt: „Ohne diese Mannschaft würden die Häuser nicht funktionieren“, ist das keineswegs übertrieben.

Die fachgerechte Arbeit der Reinigungskräfte ist eine solide Basis für das Wohlergehen und die Gesundheit der Patienten. Sie sollen sich wohl und sicher fühlen während ihres Krankenhausaufenthaltes, der von Medizin und Pflege für ihre Heilung geprägt ist. Ordentlich gereinigte Zimmer mit hygienisch sauberen Flächen verstärken das beruhigende Gefühl, gut und sicher aufgehoben zu sein. Damit die Patienten sehen, dass auch in ihrer Abwesenheit gründlich gereinigt wird, werden zum Beispiel die Deckel der Toiletten nach der fachgerechten Reinigung mit einem Hygienekennzeichen versehen, wie man dies aus guten Hotels kennt. Blau-grüne Kennzeichen auf allen relevanten Haut- und Händekontaktstellen in den Zimmern und Bädern, wie zum Beispiel Lichtschaltern und Türgriffen, signalisieren den Reinigungskräften, dass hier täglich desinfiziert werden muss. Farbige Reinigungstücher ermöglichen ihnen einen nach Einsatzzweck differenzierten Gebrauch. Die Reinigung nach System ist auch für neues Personal leicht nachvollziehbar. „An jedem Reinigungswagen hängt eine visuelle Standardarbeitsanweisung, in dem jeder Arbeitsschritt leicht verständlich mit Bildern erklärt ist“, so Hentschlofsky.

Gabriele Hentschlofsky verfügt über drei Jahrzehnte Erfahrung in der Gebäudereinigung, unter anderem in der Berliner Charité, und weiß bis ins Detail, worauf es bei der verantwortungsvollen Arbeit in Kliniken ankommt. Qualität zu steigern und zu halten, ist ihr immer ein großes Anliegen. Das System HYSYST Healthcare beinhaltet ebenso Schulungen für die Reinigungsfachkräfte und die halbjährige Überwachung und Dokumentation aller Reinigungsprozesse. So konnte das auf lückenloses Hygienemanagement in Kliniken spezialisierte Unternehmen zum Beispiel erst jüngst der Klinik-Gebäudeservice Traunstein GmbH und der Klinik Service der Kliniken des Landkreises des Berchtesgadener Land GmbH im Rahmen der Qualitätskontrolle bei den sogenannten halbjährlichen Leistungsqualifikationen bescheinigen, dass die standardisierten Abläufe der Reinigung und Desinfektion von den Mitarbeitenden im Reinigungsdienst sorgsam eingehalten und damit erfolgreich durchgeführt werden. Auf diesem Wege wird regelmäßig anhand definierter Messpunkte der Nachweis der Wirksamkeit des eingeführten Hygienestandards überwacht. So können Patienten, Pflegende und Ärzten nicht nur auf Sauberkeit, sondern auch auf Sicherheit vertrauen. „Das ist auch ein Ansporn für meine Führungskräfte, die Vorarbeiter“, sagt die Prokuristin. Zum System gehören Kommunikation und Dokumentation. In jedem Patientenzimmer sorgt zum Beispiel eine bebilderte Infotafel für Transparenz in Sachen Reinigungsarbeiten. Und im besonders sensiblen Bereich der Operationssäle wird unter Einsatz des Systems HYSYST CleanGuide OP zum Beispiel die Schlussreinigung auf eigens dafür entwickelten Formularen dokumentiert. So viel System und Ordnung sind nun auch von amtlicher Seite bescheinigt worden: Die KGT ist nach der von Unternehmen begehrten Normen im Qualitätsmanagement, der EN ISO 9001:2015/ISO EN 14001:2015, zertifiziert. „Eine große und gelungene Qualitätsstrategie der KSOB und aller beteiligten Teams der Servicegesellschaften, die die Reinigungsdienstleistungen qualitativ und organisatorisch auf ein neues Level gebracht haben. So sind in gemeinsamer erfolgreicher Arbeit sechs Leuchttürme der Patientensicherheit und des Patientenschutz in Südostbayern entstanden“, fasste Thomas Meyer, Geschäftsführer von HYSYST, zusammen.

Mitarbeiter wie Mariana Cornea setzen deren Anforderungen Tag für Tag bei ihrer nicht nur körperlich herausfordernden und verantwortungsvollen Tätigkeit in die Praxis um. „Unsere Arbeit steht und fällt mit Menschen wie Dir“, lobt Gabriele Hentschlofsky die 41-Jährige. Ob Patientenzimmer, Operationssäle, Büros oder Ambulanzen: „Ich liebe meine Arbeit“, sagt Mariana Cornea. Sie ist immer zur Stelle, wenn ihre Chefin sie braucht, hat während des Pandemiehöhepunktes Bereitschaften gemacht, strahlt bei alledem eine unaufdringliche Freundlichkeit aus – und macht sich flugs wieder an ihre wichtige Arbeit.

Text: Ina Berwanger

Testmöglichkeit vor dem Klinikum Traunstein

Vor dem Haupteingang des Klinikums Traunstein besteht für Patienten und Besucher die Möglichkeit für einen qualifizierten Antigen-Schnelltest.

Diese Teststelle ist Mo - Fr von 6 bis 17 Uhr geöffnet und am Wochenende von 13 bis 17 Uhr.

Registrieren Sie sich per QR-Code
10.12.2021 - Klinikum Traunstein

Großer Einsatz für kleine Menschen

Multiprofessionelles Team der Kinderklinik am Klinikum Traunstein freut sich auf Neubau

Chefarzt PD Dr. Gerhard Wolf
Chefarzt PD Dr. Gerhard Wolf

Rund um die Uhr für seine jungen Patientinnen und Patienten im Einsatz und sogar in der Freizeit für einen spontan benötigten Einsatz auf der Station oder im Operationssaal erreichbar ist das Team der Kinderklinik am Klinikum Traunstein. Nun freuen sich die mit nicht nachlassendem Herzblut für Früh- und Neugeborene, Kinder und Jugendliche arbeitenden Kräfte aus Pflege, Medizin und Therapie auf den Neubau der Kinderklinik. Das moderne Gebäude wird sowohl die räumlichen Anforderungen moderner Spitzenmedizin als auch jenen der Patienten und Eltern an eine der nicht zuletzt der Genesung dienende kindgerechte Wohlfühlatmosphäre erfüllen. mehr...

„Wir werden mit künftig zwei Stockwerken statt einem über mehr Platz verfügen und können so die Geburtshilfe und die Kinderintensivstation auf derselben Ebene situieren“, erklärt Chefarzt Priv.-Doz. Dr. med. habil. Gerhard Wolf, Chefarzt der Kinder- und Jugendmedizin am Klinikum Traunstein. Von kurzen Wegen zwischen Kreißsaal und Neonatologie, also Versorgung von Früh- und Neugeborenen, würden die Sensibelsten der kleinen Patientinnen und Patienten sehr profitieren. Eine „entscheidende Verbesserung“ für sie und ihre Eltern wären die für die Kinderintensivstation geplanten neuen Zimmer, so Dr. Wolf. Diese sollen künftig nämlich nur noch ein oder zwei Betten umfassen und so mehr Ruhe und Rückzugsmöglichkeiten für die Familien bieten. Weiß das Team der Kinderklinik doch nur zu gut um die besonderen Bedürfnisse derer, die bei ihm Hilfe und auch Trost und Beistand suchen und auch jederzeit finden. Mit der richtigen Mischung aus Fachverstand, Fingerspitzengefühl, Empathie und Besonnenheit behandelt und betreut das multiprofessionelle, interdisziplinäre Team Kinder und Jugendliche auf drei Stationen mit insgesamt 60 Betten, davon allein 17 in der Kinderintensivstation. Diese wohnortnahe Versorgung zählt in der Kinder- und Jugendmedizin doppelt, denn hier kann im Notfall der Faktor Zeit eine besonders gravierende Rolle spielen.

Die Eltern in der Region wissen dieses nicht selbstverständliche Versorgungsangebot zum Wohle ihrer Kinder zu schätzen, der Zulauf in die Kinderklinik nimmt beständig zu. „Die Qualitätsansprüche steigen“, so Dr. Wolf. Eltern würden zunehmend Wert darauf legen, dass ihre Kinder von Ärztinnen und Ärzten behandelt würden, die auf die jeweiligen Erkrankungsgebiete spezialisiert seien. Dem ist die Kinderklinik immer umfassender gerecht geworden: Ihr Versorgungsspektrum reicht von Allgemeinpädiatrie und Kinderintensivstation über zum Beispiel Kindergastroenterologie in der Kindertagesklinik, Kinderkardiologie, Kinderdiabetologie, Kindernephrologie und Neuropädiatrie bis zu psychologischer Betreuung, Kinderschlaflabor und Zertifiziertem Kinderschmerzzentrum und Kinderchirurgie. Schon lange hat sie sich mit der höchstmöglichen Versorgungsstufe des Level 1 sowie ihrer mit dem Schwerpunkt Neonatologie auf die typischen Erkrankungen von Neugeborenen und die Behandlung von Frühgeborenen spezialisierten Kinderintensivstation und dem beständig wachsenden Versorgungsangebot auf hohem medizinischem und pflegerischem Niveau einen exzellenten Ruf aber auch über die Grenzen der Landkreise Traunstein und Berchtesgadener Land hinaus erworben.

Aufgrund ihres breiten Behandlungsspektrums und hochspezialisierten Wissens ist die Kinderklinik zum Beispiel rund um die Uhr bei Notfällen wie Hirnhautentzündungen oder Schädel-Hirn-Traumen aus verschiedenen Landkreisen die Anlaufstelle ihrer Wahl. Immer häufiger kommt es auch vor, dass Kinderkliniken oder –stationen aus München anfragten, ob sie ihre kleinen Patientinnen und Patienten in die Kinderklinik Traunstein verlegen könnten. „Jede Kinderklinik hat mit Personalknappheit und hohen Kosten zu kämpfen“, sagt Dr. Gerhard Wolf. „Kindermedizin funktioniert anders als Medizin bei Erwachsenen, sie ist Zeit- und Personalaufwendiger“, dies beginne bei den besonderen körperlichen und seelischen Anforderungen der Kleinsten bei Pflege und Behandlung und reiche bis zu den ausführlichen Gesprächen mit den Eltern zum immer aktuellen Stand des Befindens ihres Nachwuchses. „Deswegen sollten Kinderkliniken aufwandsgerechter vergütet werden, das ist über das bestehende Fallpauschalensystem größtenteils nicht abgebildet,“, plädiert der Chefarzt für eine Neubewertung der Finanzierung von Kinderkliniken in Deutschland.

Er ist froh und dankbar, dass er sowohl in Medizin wie in Pflege immer wieder hochkompetente, engagierte und „über den Dienstplan“ hinaus einsatzbereite Mitarbeitende im Team willkommen heißen kann. „Unser Team macht fantastische Arbeit auf hohem Niveau, darauf kann man stolz sein und darauf kann auch das Team stolz sein.“ Gleichwohl gelte es, „das Team nicht zu überlasten“, betont Dr. Wolf. Eine bauliche Weiterentwicklung vor Ort haben er und sein Team mit dem Neubau vor Augen. Lange müssen sie auch nicht mehr warten, wie Alfred Gehmacher, Leitung der Liegenschaftsentwicklung und Bauverwaltung der Kliniken zu berichten weiß: „Die Vorabmaßnahmen für den Neubau haben schon begonnen. Es werden schon Leitungen umverlegt und es wird alles vorbereitet, damit zum Ende nächsten Jahres dann mit dem Aushub der Baugrube begonnen werden kann.“

Ina Berwanger

08.12.2021 - Kliniken Südostbayern

Gut gerüstet für den Wandel im Gesundheitsmarkt

Die erste Gruppen-Zertifizierung bestätigte den Kliniken Südostbayern viele Stärken in den Bereichen Qualität und Prozesse

Auch die fortlaufende Digitalisierung inklusive der Weiterführung der elektronischen Patientenakte über alle Standorte spielte für die erfolgreiche Zertifizierung  eine wichtige Rolle.
Auch die fortlaufende Digitalisierung inklusive der Weiterführung der elektronischen Patientenakte über alle Standorte spielte für die erfolgreiche Zertifizierung eine wichtige Rolle.

Die maximalen Belastungsproben infolge der Corona-Pandemie stellen die meisten Kliniken aktuell vor ungeahnte Herausforderungen. Unter Druck stehen dabei nicht nur das medizinische Personal und die Pflegekräfte. Höchste Effizienz verlangt die Bewältigung der Krise auch dem Klinikmanagement ab. Zumindest diesbezüglich herrscht Zuversicht im Verbund der Kliniken Südostbayern (KSOB) zwischen Trostberg und Berchtesgaden. Mit der im August abgeschlossenen Gruppen-Zertifizierung nach DIN ISO 9001 wurde jetzt erstmals das Managementsystem des gesamten Verbunds einschließlich aller sechs zugehörigen Kliniken auf Herz und Nieren geprüft. mehr...

Die Bedeutung erklärt Reinhold Frank, Diplom-Pflegewirt und Leiter des Bereichs Qualitätsmanagement: „Ein besonderer Fokus lag auf unserem Kernprozess, also der bestmöglichen medizinischen Versorgung unserer Patienten im ambulanten und stationären Bereich trotz der Rahmenbedingungen im Gesundheitswesen. Weiter wurden unsere Prozesse für ein flexibles und gut funktionierendes Qualitätsmanagementsystem durchleuchtet, um gezielter auf neue Herausforderungen reagieren zu können.“

Und die sind aktuell groß. Neben der ortsübergreifenden Organisation in der Versorgung von Covid-19-Patienten erfordern auch die Digitalisierung und der starke Wandel im Gesundheitssystem sowie der bundesweite Fachkräftemangel neue Bewältigungsstrategien. Wie Frank erläutert, orientierte sich die Zertifizierung an international einheitlichen Normen. Nach dem Grundsatz des PDCA-Zyklus ging es um die Prüfung, ob das Unternehmen einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess etabliert hat und in allen Bereichen seine Handlungen plant (Plan), das Geplante umsetzt (Do), die Umsetzung überprüft (Check) und mit den Erkenntnissen daraus weiterarbeitet (Act).

Mit Blick auf das Qualitätsmanagement, die Prozessorientierung, die Risikobewertung und Verbesserungsmöglichkeiten wurden in den einzelnen Bereichen unter anderem folgende Parameter bewertet: die internen und äußeren Anforderungen an die Abteilung, Führungsverantwortung, Umgang mit erforderlichen Ressourcen, Betriebs- und Organisationsplanung sowie Leistungsbewertung und Optimierungsmaßnahmen.

Die Anspannung bei den Mitarbeitern und das Arbeitspensum war groß, gesteht Frank. Obwohl bereits viele Steuerungsinstrumente etabliert sind, waren allein für die externen Audits der Zertifizierung drei Mitarbeiter einen Monat lang in Vollzeit beschäftigt. Dazu kamen die inhaltliche Vorbereitung und Terminierung. Das Besondere bei der Gruppen-Zertifizierung war, dass alle sechs Standorte auf einen Schlag zertifiziert wurden. Das spezielle Format ermöglichte es, sowohl das Management am jeweiligen Standort zu würdigen wie auch das Managementsystem der KSOB insgesamt für eine ganzheitliche Betrachtung miteinzubeziehen.

„Grundsätzlich haben wir bestätigt bekommen, dass wir für eine Erstzertifizierung ein sehr gut entwickeltes Managementsystem haben, das viele Stärken aufweist“, erklärt der Leiter des Qualitätsmanagements. Auf die Mitarbeiter habe das Ergebnis sehr motivierend gewirkt. Zu den Stärken zählen etwa der neue Imagefilm, die fortlaufende Digitalisierung inklusive der Weiterführung der elektronischen Patientenakte, die Mitarbeiter-App als interne Kommunikationsplattform und das betriebliche Gesundheitsmanagement für die Beschäftigten. Die Produktivität und Patientenzufriedenheit erhöht hat die bereits vor einigen Jahren erfolgte Einführung von Teamboards als zentrales Steuerungsinstrument auf jeder Station. Dank digitaler Formate wie Orgavision oder MS Teams soll ebenfalls der Workflow im Projektmanagement weiter verbessert werden. Bereits anvisiert, aber coronabedingt noch nicht umgesetzt, ist der Plan, eine Online-Akademie für Pflichtfortbildungen einzurichten. Nach der erfolgreichen Zertifizierung zieht Frank folgendes Resümee: „Für uns war wichtig, ein Feedback zu bekommen, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Der Gesundheitsmarkt ist dynamisch und die einzige Konstante ist der Wandel. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, braucht es agile Systeme, die auf die vielfältigen Anforderungen schnell reagieren können. Das haben wir jetzt.“ Dies sei speziell auch mit Blick auf das Krankenhausstrukturgesetz und künftige Investitionsvorhaben der KSOB wichtig.

Die Zertifizierung in den KSOB

Zur beständigen Verbesserung des Qualitäts-, Prozess- und Projektmanagements sind Zertifizierung an den Krankenhäusern der Kliniken Südbayern (KSOB) AG nichts Neues. Noch vor dem Zusammenschluss zum Klinikverbund wurden die im Brustzentrum Traunstein – Bad Reichenhall zusammengeschlossenen Frauenkliniken beider Häuser 2006 erstmals nach DIN ISO zertifiziert. Die Überprüfung durch die Deutsche Krebsgesellschaft stellte auch die erste Zertifizierung durch eine Fachgesellschaft dar. Dieser Rahmen hat sich inzwischen auf 25 Zertifizierungen durch Fachgesellschaften im Verbund der KSOB erweitert. Besonders im Fokus steht dabei die Überprüfung der Systematik, die sicherstellen soll, dass die jeweils aktuellen medizinischen Leitlinien umgesetzt werden.  Zusätzlich sind inzwischen neun Zentren beziehungsweise Abteilungen der KSOB zusätzlich nach DIN ISO überprüft. Neben der Optimierung der Managementprozesse und der Produktivität ist dabei vor allem die Verbesserung der Patientenzufriedenheit, der ambulanten und stationären Versorgung sowie der Arbeitsplatzgestaltung für die Beschäftigten ein wichtiges Anliegen.

17.11.2021 - Klinikum Traunstein

Damit der vorzeitige Start ins Leben gelingt

Kinderintensivstation der Kinderklinik am Klinikum Traunstein versorgt Frühchen wohnortnah

Familie Pöschl nach gut drei Monaten „Hoffen und Bangen“ überglücklich zuhause mit dem kleinen Moritz, der mit nur 490 Gramm in der 26. Schwangerschaftswoche das Licht der Welt erblickte.
Familie Pöschl nach gut drei Monaten „Hoffen und Bangen“ überglücklich zuhause mit dem kleinen Moritz, der mit nur 490 Gramm in der 26. Schwangerschaftswoche das Licht der Welt erblickte.

Eines von zehn neugeborenen Babys weltweit ist ein Frühchen, in Deutschland werden jährlich rund 65.000 Kinder vor Vollendung der 37. Schwangerschaftswoche geboren. Als Frühgeborene gelten alle Neugeborenen, die vor der 37. Schwangerschaftswoche und beziehungsweise oder mit einem Geburtsgewicht von weniger als 2.500 Gramm zur Welt kommen. Dass sich hinter diesen Zahlen viele Wochen voller Ängsten und Hoffnungen, voller menschlicher Zuwendung bis in liebevolle Details und kompetenter Versorgung durch Pflege und Medizin verbergen, wissen Eltern, Pflegende und ärztliches Personal der Kinderintensivstation der Kinderklinik am Klinikum Traunstein. mehr...

Und darauf macht jedes Jahr am 17. November auch der Welt-Frühgeborenen-Tag aufmerksam. Das Klinikum Traunstein ist wieder mit einer Aktion dabei und strahlt zu Ehren aller Frühcheneltern dieses Jahr zu Beginn der Dämmerung das Parkhaus am Klinikum lila an. 

Gut drei Monate sind Stefanie und Johannes Pöschl auf der Kinderintensivstation der Traunsteiner Kinderklinik ein- und ausgegangen. Die Geburt ihres Sohnes Moritz war für 7. November dieses Jahres erwartet worden, doch der bei einer gynäkologischen Routineuntersuchung festgestellten Schwangerschaftskomplikation wegen musste das Ungeborene schon am 2. August so schnell wie möglich per Kaiserschnitt auf die Welt geholt werden. Moritz wurde sofort nach seiner Geburt – und bis zu seiner Entlassung am 6. November – auf der Kinder-Intensivstation betreut, nun ist er gesund und munter daheim. Was dies für die Eltern bedeutet, fasst seine Mutter Stefanie Pöschl einen Tag, nachdem sie endlich gemeinsam mit ihrem Sohn zuhause ist, in einem Satz zusammen: „Wir sind überglücklich“, sagt die Nußdorferin. Nachdem ihr Sohn in der Schwangerschaftswoche 26+1 als Frühchen auf die Welt kam, waren sie und ihr Mann Tag für Tag auf der Kinderintensivstation. Jeder Besuch im Klinikum Traunstein war von Ängsten und Hoffnungen begleitet. „Die Schwestern, Ärztinnen und Ärzte haben Moritz nicht nur pflegerisch und medizinisch sehr kompetent betreut, sondern waren auch so lieb zu uns und immer für unsere Fragen da“, schaut Stefanie Pöschl auf die hinter ihr und ihrem Mann liegende wechselvolle Zeit zurück.

 

„Unser Glück war auch, dass die Kinderklinik mit ihrer Intensivstation so nah ist“, so die 30-Jährige. Dass dies generell und insbesondere in der Fläche, also auf dem Land, nicht selbstverständlich ist, erklären Dorothee Springer, pflegerische Leiterin der Kinderintensivstation, und Dr. Virginia Toth, Oberärztin der Neonatologie, also der Versorgung von Früh- und Neugeborenen, in der Kinderklinik. „Wir können den Eltern in der Region sogar die höchstmögliche Versorgungsstufe des Level 1 bieten und unsere Kinderintensivstation mit dem Schwerpunkt Neonatologie ist spezialisiert auf die typischen Erkrankungen von Neugeborenen und die Behandlung von Frühgeborenen.“ Das wohnortnahe geballte Fachwissen in Medizin und Pflege bei der Versorgung von Früh- und Neugeborenen bedeutet für die Frühchen und ihre Eltern Sicherheit bei all dem, was sie in ihrer speziellen und herausfordernden Situation brauchen. „Wir können auf der Kinderintensivstation Frühchen ab der Lebensfähigkeit, also ab der 23. Schwangerschaftswoche, versorgen“, so Dr. Toth. Bis die zu früh Geborenen - wenn alles gut geht, etwa am Tag ihrer ursprünglich errechneten Geburt -die Kinderklinik mit ihren Eltern verlassen können, liegt also immer ein sehr langer Zeitraum. „In diesen Monaten baut sich eine Bindung zwischen den Eltern mit ihrem Kind und uns auf“, sagt sie.

 

„Die Eltern verbringen die meiste Zeit bei uns und wir möchten ihnen in dieser herausfordernden Zeit natürlich eine warme Wohlfühlatmosphäre bieten“, betont Dorothee Springer. Kinder und Eltern könnten in einem schönen, geschützten Raum am besten als Familie zueinander finden, erklärt Dr. Toth. Beide Frauen freuen sich auch aus diesem Grund auf den Neubau der Kinderklinik. Denn was zum Beispiel Stefanie Pöschl etwas gefehlt hat in den vielen Stunden bei und mit ihrem Frühchen, nämlich eine bequeme Sitzmöglichkeit im Patientenzimmer, soll es dort dann geben. „Im Neubau werden wir nur noch Ein- oder Zweibettzimmer mit ausreichend Platz haben“, sagt Springer. Da über die Grundausstattung der Kinderklinik hinausgehende Anschaffungen wie eine bequeme Sitzmöglichkeit zwar so wünschenswert wie hilfreich, aber nur über Spenden finanzierbar sind, hoffen Dorothee Springer und Dr. Virginia Toth auf offene Herzen und kleine wie große Spendenmittel. Auf ihrer Wunschliste stehen nämlich neben der gemütlichen Einrichtung der Patientenzimmer auch weitere Hightech-Inkubatoren für die Erstversorgung der Frühchen. „Wir haben zwei dieser teuren, aber enorm effizient Wärme und Feuchtigkeit haltenden Brutkästen, bräuchten im Interesse der Frühchen aber dringend sechs weitere“, sagt Dr. Toth.

 

Und noch einen frühen, aber umso dringlicheren Weihnachtswunsch hat die engagierte Medizinerin: „Dass sich alle Angehörigen und Freundeskreise im Umfeld eines Frühchens gegen Covid-19 und Grippe impfen lassen, um die Kleinsten zu schützen.“ Generell gelte, so Dorothee Springer und Dr. Virginia Toth: „Je mehr Menschen sich impfen lassen, desto geringer wird die Gefahr, dass auch auf der Kinderintensivstation die Betten knapp werden.“ Diese Situation möchte sich wohl niemand ausmalen, dessen Kind in eine lebensbedrohliche Situation gerät oder unerwartet ein hochempfindliches Frühchen das Licht der Welt erblickt. Moritz hat seine fragilste Zeit hinter sich, aus dem Frühchen mit 490 Gramm bei einer Länge von 30,5 Zentimetern ist ein 2222 Gramm schwerer und 42 Zentimetern großer und gesunder Säugling geworden. Ihn und seine Eltern begleiten in den nächsten Wochen die Kinderkrankenschwestern der Nachsorgeeinrichtung „Bunter Kreis Traunstein“. Moritz wird rundum wohlbehütet wachsen und gedeihen. Was ihm und seinen Eltern aber immer bleiben wird, ist sein Tagebuch von der Kinderintensivstation. Obwohl arbeitstechnisch immer enorm eingespannt, halten die Pflegenden darin im Namen ihrer kleinsten Schützlinge deren Zeit auf der Kinderintensivstation in Bild und Wort für immer fest.

04.10.2021 - Klinikum Traunstein

Anspruchsvolle Kriterien wurden erfüllt

Überregionales Traumazentrum im Klinikum Traunstein wurde erfolgreich rezertifiziert

Mit dem Rettungshubschrauber „Christoph 14“ verfügt das rezertifizierte Überregionale Traumzentrum im Klinikum Traunstein über ein schnelles Rettungsmittel. Unser Foto zeigt von links Dr. Maximilian Wiedemann, Chefarzt Zentrale Notaufnahme, Kristina Dehm, Oberärztin Unfallchirurgie, Prof. Dr. Kolja Gelse, Chefarzt Unfallchirurgie, und Daniel Werner, Pflegerische Leitung Chirurgische Notaufnahme.
Mit dem Rettungshubschrauber „Christoph 14“ verfügt das rezertifizierte Überregionale Traumzentrum im Klinikum Traunstein über ein schnelles Rettungsmittel. Unser Foto zeigt von links Dr. Maximilian Wiedemann, Chefarzt Zentrale Notaufnahme, Kristina Dehm, Oberärztin Unfallchirurgie, Prof. Dr. Kolja Gelse, Chefarzt Unfallchirurgie, und Daniel Werner, Pflegerische Leitung Chirurgische Notaufnahme.

Zur optimalen Versorgung von schwerverletzten Patienten werden in Deutschland geeignete Kliniken hinsichtlich ihrer Versorgungsmöglichkeiten als lokale, regionale und überregionale Traumazentren eingestuft. Das Klinikum Traunstein erfüllte bei der Rezertifizierung erneut die anspruchsvollen Kriterien des Weißbuchs zur Schwerverletztenversorgung der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie und wurde erneut als Überregionales Traumazentrum ausgezeichnet. Dies entspricht der höchsten Zertifizierungsstufe, womit Traunstein weiterhin eines von vier Überregionalen Traumazentren im Traumanetzwerk „München – Oberbayern Süd“ ist. mehr...

Die Anerkennung als Überregionales Traumazentrum bedeutet, dass die personellen, strukturellen und räumlichen Voraussetzungen für eine schnelle und leistungsstarke Diagnostik, operative Therapie sowie Nachbetreuung von Schwerverletzten in Traunstein durchweg gegeben sind. Durch den am Klinikum stationierten Rettungshubschrauber „Christoph 14“ ist ein rascher Patiententransport auch über größere Distanzen und bei Bergungen in schwierigem Gelände stets möglich. Jährlich erfolgen in der Region bis zu 1200 Einsätze mit dem Rettungshubschrauber.

„Das Merkmal von Überregionalen Traumazentren besteht darin, dass rund um die Uhr alle Arten von Verletzungen versorgt werden können. Um die Aufgaben eines überregionalen Traumazentrums erfüllen zu können, bedarf es neben der Bereitstellung des qualifizierten ärztlichen und pflegerischen Personals auch ausreichender Kapazitäten in der Notfallaufnahme“, so Prof. Dr. Kolja Gelse, Chefarzt der Abteilung für Unfallchirurgie und Orthopädische Chirurgie im Klinikum Traunstein. Jährlich werden im Klinikum Traunstein knapp 20.000 Notfallpatienten versorgt. Darunter befanden sich im vergangenen Jahr weit über 200 Schwerstverletzte, womit Traunstein deutschlandweit zu den zehn Kliniken mit der höchsten Fallzahl an solchen Patienten gehört. Für diese sehr anspruchsvollen Fälle müssen stets ausreichende Kapazitäten für eine sofortige Notfallversorgung im Operationssaal und zur Weiterbehandlung in der Intensivstation bereitgehalten werden.

„Die regelmäßigen Zertifizierungsintervalle dienen neben der Etablierung und Aufrechterhaltung der Infrastruktur auch der ständigen Überprüfung der Versorgungsqualität unter anderem durch Registerdokumentation. All diese Prozesse und Maßnahmen dienen letztlich im Sinne eines gelebten Qualitätsmanagements dem Ziel, die bestmögliche Behandlung des Patienten stets zu sichern“, betonte Prof. Dr. Gelse.

27.09.2021 Klinikum Traunstein

Mobiles OP-Schulungscenter am Klinikum Traunstein

Orthopäden und Unfallchirurgen trainieren in einem mobilen Schulungscenter arthroskopische Operationstechniken

Der Schulungstruck auf dem Gelände des Klinikums in Traunstein
Prof. Dr. Kolja Gelse (Mitte) im Schulungstruck mit seinem Team, das in den zwei Tagen abwechselnd die Schulungsmöglichkeit nutzte.

Die arthroskopische, minimalinvasive Gelenkchirurgie ist ein Schwerpunkt der Abteilung für Unfallchirurgie und Orthopädischen Chirurgie am Klinikum Traunstein. In Zusammenarbeit mit einem Hersteller von Medizinprodukten organisierte Chefarzt Prof. Dr. Kolja Gelse ein zweitägiges intensives Fortbildungsprogramm auf dem Klinikgelände in einem hochmodernen mobilen Schulungstruck. mehr...

Orthopäden und Unfallchirurgen aus allen Standorten des Klinikumverbundes der Kliniken Südostbayern konnten unter Anleitung von Chefarzt Prof. Dr. Gelse und Gelenkspezialist Dr. Stefan Wegener unter besten Schulungsbedingungen innovative OP-Techniken an Humanpräparaten auf höchsten Niveau trainieren. Im Fokus standen insbesondere Rekonstruktionen an Knie-, Schulter-, Ellenbogen- und Sprunggelenk.

Durch den Schulungstruck direkt vor Ort auf dem Klinikgelände und dem gestaffelten Übungsprogramm konnte der normale Klinikbetrieb in vollem Umfang aufrechterhalten werden und dennoch konnte das Team durch dieses Training den COVID-bedingten Ausfall vieler Fortbildungsveranstaltungen der letzten Zeit hervorragend kompensieren. Die kontinuierliche Fort- und Weiterbildung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des KSOB ist ein wichtiges Qualitätskriterium und dient letztlich der optimalen und modernen Patientenversorgung der Region.

27.09.2021 - Kreisklinik Vinzentinum Ruhpolding

Ein besonderes Plus für die Patienten

Neuer Komfortbereich an der Kreisklinik Vinzentinum Ruhpolding eröffnet

Es gibt Situationen im Leben, in denen es gut tut, sich für das gewisse Quäntchen mehr entscheiden zu können. Wie im Urlaub auch zum Beispiel während eines Krankenhausaufenthalts. Aus diesem Grund richten die Kliniken Südostbayern jetzt in ihren Kliniken neue Komfortbereiche ein. Der erste wurde jüngst in der frischsanierten Kreisklinik Vinzentinum Ruhpolding eröffnet. „Wir konnten hier schon etliche sehr zufriedene Patientinnen und Patienten begrüßen“, freut sich Standortdirektorin Petra Kalina. mehr...

Gemeinsam mit dem Projektteam, Innenarchitekten, Raumgestaltern und in engster Abstimmung mit dem Verband der privaten Krankenversicherungen wurde die Entwicklung des neuen Komfortangebots Schritt für Schritt entwickelt. Andreas Pertl, Referent der Unternehmensleitung und Projektverantwortlicher für das Wahlleistungskonzept an den Kliniken Südostbayern, und die Standortdirektorin für die Kreiskliniken in Ruhpolding und Trostberg haben gemeinsam mit ihren Kollegen viel Herzblut in die patientengerechte Ausgestaltung der sechs Zimmer im neuen Komfortbereich der Kreisklinik Vinzentinum Ruhpolding gelegt. Sind schon die ganz normalen Stationszimmer des in neuem Glanz erstrahlenden Krankenhauses einladend und angenehm eingerichtet, so bieten die Zimmer im Komfortbereich darüber hinaus die besondere Portion kleiner, feiner Ausstattungsdetails, die dem Gast das Wohlfühl-Ambiente eines Hotels vermitteln. Ihn empfangen geschmackvoll eingerichtete Räume, in denen es an nichts fehlt. Wenn diese den Patienten und ihren Angehörigen den Eindruck vermitteln, dass hier nichts dem Zufall überlassen wurde, stimmt das tatsächlich. Das Projektteam hat sich mit Einfühlungsvermögen und Feingefühl in die Patientinnen und Patienten versetzt und ganz genau hingeschaut und überlegt, was diesen gut tun könnte. Zu viele blitzende Chrom-Elemente im schmucken Bad mit seiner wertigen Ausstattung und dem flauschigen Bademantel? Lieber nicht, denn das könnte im Spiegel unangenehm blendend reflektieren.

Mit geschicktem Händchen und einem sicheren Gefühl für das sichere Maß konnte für die Komfortzimmer die perfekte Mischung aus Gemütlichkeit und Anforderungen an die Hygiene gefunden werden. So lässt sich der in warmem Terrakotta-Ton gehaltene und zum Entspannen einladende Ledersessel natürlich mit einem Desinfektionsmittel abwischen und auch sonst wurden bei den Themen Hygiene und Patientensicherheit keine Abstriche gemacht. Der Charme der lichten Zimmer liegt im Detail ihrer Ausstattung: Im Schrank verbergen sich ein Safe für Wertgegenstände und eine –natürlich nur mit gesunden Säften ausgestattete – Mini-Bar. Direkt am bequemen Bett lädt ein Multimedia-Bildschirm per Berührung zur Auswahl zwischen Fernsehen per Fernbedienung auf dem großem Flachbildschirm direkt gegenüber dem Bett, Radio, Internet, Telefon und falls gewünscht auch Spielen ein. Im weiteren sollen die Patienten hier auch informative Inhalte aus Medizin und Pflege abrufen können, ebenso Informationen zum eigenen Aufenthalt bekommen, Essen bestellen können und vieles mehr, was im digitalen Erleben möglich ist. „Wir haben bei der Ausstattung der Zimmer die Anforderungen aller Patienten im Auge behalten“, erklärt Petra Kalina. So sollten zum Beispiel die Stühle eine entsprechende Höhe haben, um auch nicht so mobilen Menschen ein unangestrengtes, sicheres Aufstehen zu ermöglichen. Wer genau hinschaut, entdeckt die Liebe bis ins Detail sogar an überraschenden Stellen. Schräg hinter dem Bett eines Komfortzimmers in Ruhpolding taucht eine Bergkulisse im zarten Pinselstrich auf.

Sanfte Farben greift auch der Rest des Komfortbereichs auf. Sie korrespondieren ausgewogen mit denen in den anderen Bereichen des Stockwerks und auch mit jenen in der zum Rückzug mit Besuch einladenden Lounge des Komfortbereichs mit Kaffeeautomat und Tee aus der heimischen Manufaktur. Die Merkmale jedes der sechs Häuser der Kliniken Südostbayern auch optisch aufzugreifen, gehört zum neuen gestalterischen Gesamtkonzept des Verbundes. Dieses schließt in seiner Klarheit eine farbliche Komponente ein, die nicht nur gut aussieht, sondern auch der Orientierung von Patienten und Mitarbeitenden dient. Das lässt sich in Ruhpolding schon erleben und soll nach und nach, ebenso wie die Komfortbereiche, auch in allen anderen Häusern umgesetzt werden. „Es ist Teil unserer zukünftigen Ausrichtung, unseren Patientinnen und Patienten in der Region dieses Plus in Form eines besonders ansprechenden und anspruchsvollen Komfort- und Servicepaketes anbieten können. Es passt auch wunderbar, dass wir mit diesem Angebot in der Kreisklinik Vinzentinum Ruhpolding, die ab Jahresende unser neues ‚Kompetenzzentrum Schmerztherapie‘ wird, starten“, sagt Dr. Uwe Gretscher, Vorstandsvorsitzender der Kliniken Südostbayern.

Wesentlicher Elemente der Komfortbereiche sind eine persönliche Menükarte der Klinikküche, die in Sachen Vielfalt, Frische und Regionalität keine Wünsche offen lassen sollte. Vom Frühstück à la carte über Mittags-Menüs bis zu Abendbrot-Arrangements soll der Gaumen verwöhnt werden und so abwechslungsreich und schmackhaft auch Leib und Seele zusammen halten. Die Mahlzeitenwünsche der Patienten aufzunehmen, gehört zu den Aufgaben der Servicekräfte in den Komfortbereichen. Sie haben immer ein offenes Ohr für ihre Gäste und sind kümmern sich um deren Wohlbefinden. In ansprechendem Ambiente derart umsorgt zu werden, dient einer rascheren Genesung  und hilft eine notwendigen stationären Aufenthalt für Patienten und deren Angehörige angenehmer zu gestalten.

Ina Berwanger

01.09.2021 - Bildungszentrum

16 zukünftige Medizinische Fachangestellten beginnen ihre Ausbildung, 22 Bundesfreiwilligendienstleistende (Bufdis) beginnen ihren Dienst

Herzlich Willkommen bei den Kliniken

Das Team der Stabsstelle mit den neuen Bufdis, Bild rechts: Das Team der Stabsstelle mit den neuen MFA-Azubis
Das Team der Stabsstelle mit den neuen Bufdis

Den zukünftigen Medizinischen Fachangestellten und den Bundesfreiwilligendienstleistenden stehen abwechslungsreiche und spannende Monate bzw. Ausbildungsjahre bevor. Während die Bufdis bei ihrem Dienst auf Station erste Einblicke in die Pflege erhalten, werden die Medizinischen Fachangestellten ihren praktischen Teil an ihrem Einsatzort bei den Kliniken Südostbayern ableisten und den theoretischen Teil an der Berufsschule 2 in Traunstein.

Das Team der Stabsstelle BIG, die die Auszubildenden und Bundesfreiwilligendienstleistenden mit einem kleinen Geschenk empfangen haben, betreut als zentrale Stelle beide Berufsgruppen während des kompletten Einsatzes und wünscht einen guten Start und viel Erfolg.

31.08.2021 - Bildungzentrum

22 angehende Gesundheits- und Krankenpfleger in der Krankenpflegeschule Bad Reichenhall verabschiedet

Elisa Stocker erreichte dreimal die Traumnote 1,0 im Staatsexamen

Bei Abschlussfeier in der Berufsfachschule für Krankenpflege erhielten Fanny Riviere-Sun (vorne rechts) und Sofia Gkampogiani (Mitte) einen Staatspreis. Elisa Stocker (links) wurde für dreimal 1,0 im Staatsexamen geehrt. Auf dem Foto zu sehen sind (hintere Reihe von links die Klassenleiterinnen Bettina Weickert und Lisa Lanzinger, Medizinischer Direktor Dr. Stefan Paech, Landrat Bernhard Kern, Pflegedirektorin Manuela Großauer und Schulleiterin Manuela Püttner-Nann.
Bei Abschlussfeier in der Berufsfachschule für Krankenpflege erhielten Fanny Riviere-Sun (vorne rechts) und Sofia Gkampogiani (Mitte) einen Staatspreis. Elisa Stocker (links) wurde für dreimal 1,0 im Staatsexamen geehrt. Auf dem Foto zu sehen sind (hintere Reihe von links die Klassenleiterinnen Bettina Weickert und Lisa Lanzinger, Medizinischer Direktor Dr. Stefan Paech, Landrat Bernhard Kern, Pflegedirektorin Manuela Großauer und Schulleiterin Manuela Püttner-Nann.

Bei einer coronabedingt kleinen, aber schönen Feier in der Berufsfachschule für Krankenpflege Bad Reichenhall erhielten 22 frisch examinierte Gesundheits- und Krankenpfleger ihre Abschlusszeugnisse. Für ihren hervorragenden Schulabschluss bekamen Fanny Riviere-Sun  aus Freilassing (Notenschnitt 1,28) und Sofia Gkampogiani aus Bad Reichenhall (1,42) einen Staatspreis der Regierung von Oberbayern. Ebenfalls geehrt wurde Elisa Stocker aus Schönau am Königssee, die in allen Prüfungsteilen (schriftlich, mündlich und praktisch) des Staatsexamens die Traumnote 1,0 erreichte. mehr...

Schulleiterin Manuela Püttner-Nann wies auf den neuen Status, eine neue Aufgabe und eine neue Verantwortung hin, die der neue Lebensabschnitt mitbringe und zitierte Hermann Hesse mit den Worten: „Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“. So ein Neubeginn habe immer etwas Besonderes und Kraftvolles, meinte sie. Der römische Philosoph Marcus Tullius Cicero habe einmal gesagt: „Fange nie an aufzuhören, höre nie auf anzufangen“. Ausbildungsziel ihres Berufes sei, dass sie das lebenslange Lernen als festen Teil ihrer beruflichen Biographie sehen und die fortlaufende persönliche und fachliche Weiterentwicklung als notwendig anerkennen würden. Mit dem jetzigen Wissen und Kompetenzen in der professionellen Pflege hätten sie sich eine gute Grundlage erworben. Ohne weiteres Lernen würden sie jedoch den Anschluss verlieren und den zu pflegenden Menschen irgendwann nicht mehr gerecht. Die Pflege bleibe eine Herausforderung und bringe immer wieder Neues.

Sie rief die Absolventen deshalb dazu auf, nie aufzuhören, sich neue Ziele zu stecken, sich für die Patienten einzusetzen. Sie sollten nicht aufhören bzw. anfangen, Dinge verändern und verbessern zu wollen und Verantwortung für zu pflegende Menschen und Patienten sowie für die Qualität und Professionalität der Pflege zu übernehmen. Sie sollten dabei nicht vergessen, ihre Erfahrungen zu teilen, ihr Wissen weiterzugeben und andere profitieren zu lassen.

Von bewegten Zeiten der Corona-Pandemie sprach Landrat Bernhard Kern. Diese Krise habe ein enormes Pensum und große Flexibilität von ihnen gefordert. Sie seien sowohl im Schul- als auch im Pflegealltag vor großen Herausforderungen gestellt worden. „Doch gerade angesichts der Corona-Pandemie hat sich gezeigt, welchen Stellenwert die Pflege in unserer Gesellschaft hat“, betonte Kern. Ihre Ausbildung sei deshalb zukunftsorientiert und systemrelevant. Sie seien es nämlich, die die Menschen bei der Krankheitsbewältigung professionell Begleiteten.

Dem Landkreis sei es daher ein großes Anliegen, Pflegekräfte in der Region auszubilden, um dem steigenden Pflegebedarf gerecht zu werden. Gemeinsam mit dem Landkreis Traunstein habe er sich für die Umsetzung der Generalistik in der Pflege eingesetzt und die Gründung des gemeinsamen Ausbildungsverbunds unterstützt, dessen Ziel es sei, die Ausbildungsplätze im besten Fall zu erhöhen, um für den Pflegebedarf jetzt und in der Zukunft gewappnet zu sein.

Gerade die vergangenen Monate hätten verdeutlicht, wie wichtig ein gut funktionierendes Gesundheitssystem mit motivierten, hochqualifizierten Fachkräften sei, meinte der Medizinische Direktor der Kliniken Südostbayern AG, Dr. Stefan Paech. Insbesondere der Einsatz der Pflegekräfte sei seitens der Gesellschaft in hohem Maße wahrgenommen worden und habe große Anerkennung gefunden.

Er rief die Absolventen dazu auf, sich das in der Ausbildung gezeigte große Engagement für den Beruf zu bewahren und nach neuen Erfahrungen und Zielen begierig zu sein. In ihrem beruflichen Umfeld würden sie vielen neuen Herausforderungen begegnen. Veränderungen und Weiterentwicklungen des Arbeitsumfeld und Tätigkeitsspektrums würden ihr ständiger Begleiter sein. Sie sollten diese Veränderungen als Chancen zur Verbesserung der Versorgungsqualität zum Wohle der anvertrauten Patienten wahrnehmen und aktiv begleiten.

Die Kliniken Südostbayern AG werde weiterhin investieren, um junge Menschen für die Pflege zu gewinnen und zu begeistern, so Paech. Die pflegerische Tätigkeit erfordere die zunehmend arbeitsteiliger werdende Patientenversorgung mit verschiedenen Professionen, in der viele Berufsgruppen zusammenarbeiteten.

In den vergangenen Jahre habe die Kliniken Südostbayern AG begonnen Prozesse in der Patientenversorgung weiter zu optimieren und zu verschlanken, um Freiräume für die unmittelbare Tätigkeit am Patienten zu schaffen. „Wir haben bereits viel erreicht, sind aber noch nicht am Ende des Wegs und wollen dies mit Ihnen gemeinsam gestalten“, sagte Paech. Er nannte dabei das Stichwort „Digitalisierung“. Gerade die Corona-Pandemie habe gezeigt, wie wichtig die digitale Kommunikation in der Patientenversorgung, aber auch in der beruflichen Ausbildung sei.

Aufbauend auf das Wissen und die Erfahrungen in der dreijährigen Ausbildung müssten sie sich nun fachlich vertiefen und spezialisieren, meinte die Pflegedirektorin der Kliniken Südostbayern AG, Manuela Großauer. In keinem anderen Beruf sei so viel an Weiterentwicklung und Veränderung möglich wie im Pflegeberuf. Inzwischen gebe es fast 150 verschiedene Studiengänge, um sich fachlich weiterzuentwickeln. Pflege sei Wissenschaft und Kunst, aber auch Heilberuf und Profession. Das Berufsbild der Pflege entwickele dynamisch wie nie zuvor. Es gebe inzwischen intelligente Technologien mit Softwarelösungen zur Arbeitserleichterung.

Einen Rückblick auf die vergangenen drei Schul- und Ausbildungsjahre mit ihren besonderen Herausforderungen aus ihrer jeweiligen Sichtweise gaben schließlich die Klassenleiterinnen Andrea Insinger und Bettina Weickert sowie die Schülersprecherinnen Lisa Lanzinger und Destny Philips

30.08.2021

Traunsteiner Nephrologie und Dialysezentrum bekommt Bestnoten

Zertifizierung durch die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie mit Bestnoten

Dr. Betina Jung, leitende Oberärztin, Dr. Myriam Rheinberger, Oberärztin, Rainer Greimel, pflegerische Leitung der Dialyse im Klinikum, Prof. Dr. Carsten Böger, Chefarzt der Nephrologie im Klinikum und des KFH Traunstein, Dr. Laetitia Tréguer stellv. ärztl. Leitung KFH, Hansi Walcher, pflegerische Leitung KFH, Maximilian Heinrich Stationsleitung der Nephrologie im Klinikum.
Dr. Betina Jung, leitende Oberärztin, Dr. Myriam Rheinberger, Oberärztin, Rainer Greimel, pflegerische Leitung der Dialyse im Klinikum, Prof. Dr. Carsten Böger, Chefarzt der Nephrologie im Klinikum und des KFH Traunstein, Dr. Laetitia Tréguer stellv. ärztl. Leitung KFH, Hansi Walcher, pflegerische Leitung KFH, Maximilian Heinrich Stationsleitung der Nephrologie im Klinikum.

Die Abteilung für Nephrologie am Klinikum Traunstein und das KfH Nierenzentrum Traunstein erhielten offiziell die Urkunde zur erfolgreichen Zertifizierung als „Nephrologische Schwerpunktklinik der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie“. Dies ist die höchste Form der Anerkennung für ein Zentrum für Nierenheilkunde in Deutschland. mehr...

Vorausgegangen war der Besuch einer hochqualifizierten Kommission aus drei begutachtenden Nierenspezialisten aus ganz Deutschland. Geprüft wurden dabei nicht nur die Abteilung für Nephrologie am Klinikum Traunstein, sondern auch das kooperierende KfH Nierenzentrum Traunstein. Inhalte der Prüfung waren unter anderem die Qualifikation, Aus- und Weiterbildung von Ärzten und Pflegekräften, die Anzahl, Art und Qualität der durchgeführten Behandlungen und Dialyseverfahren und die Behandlungsabläufe am Klinikum und im KfH Nierenzentrum Traunstein.

Die Kommission war voll des Lobes und stellte der Abteilung für Nephrologie und dem KfH Nierenzentrum Traunstein Bestnoten in allen geprüften Gebieten aus und attestierte dem Team aus Ärzten und Pflegekräften und der Kooperation mit dem KfH zudem auch ein sehr gutes Arbeitsklima. Die Gutachter waren beeindruckt, dass es solche Spitzenmedizin in der Nierenheilkunde außerhalb von Großstädten und Universitäten gäbe.

Bereits Ende 2020 wurde ein Teil der Traunsteiner Nephrologie auf besondere Weise ausgezeichnet: von allen rund 200 KfH Dialyse- und Nierenzentren in Deutschland wurde das KfH Nierenzentrum Traunstein als eines von fünf Referenzzentren des Kuratoriums für Hämodialyse e.V. (KfH) in Deutschland ausgewählt. Hierdurch wurde durch das KfH e.V. die hohe Qualität, die Bereitschaft für Innovation vor allem im Bereich der Digitalisierung und die Stärke in Ausbildung bei Pflegekräften, Medizinischen Fachangestellten und Ärzten am Standort Traunstein anerkannt.

In der Nephrologie werden alle Formen der Nierenerkrankung diagnostiziert und behandelt. Unterschieden werden akute Formen der Nierenschädigung von chronischen. Chronische Nierenerkrankungen werden am häufigsten durch Diabetes oder Bluthochdruck verursacht und bleiben häufig lange unerkannt. Aber Nierenerkrankungen entstehen auch zum Beispiel durch Autoimmunerkrankungen, bestimmte Medikamente oder genetische Erkrankungen. Im schlimmsten Fall droht die Dialyse in Form von Blutwäsche oder Bauchfelldialyse, die der Nephrologe dann durchführt. „Im Chiemgau beobachtet man erfreulicherweise, dass die Hausärzte sehr aktiv in der Früherkennung von Nierenerkrankungen sind und ihre Patienten rechtzeitig zum Nierenspezialisten schicken“, so Professor Dr. Carsten Böger, Chefarzt der Abteilung am Klinikum und Ärztlicher Leiter am KfH Referenz-Nierenzentrum in Traunstein. „So können wir Nephrologen früh auf Prävention setzen, damit wir die Dialysepflicht verzögern oder noch besser verhindern können“.

„Wir sind sehr stolz, in Traunstein das volle Spektrum der Nierenheilkunde auf höchstem Niveau ambulant und stationär anbieten zu können, und dass dies von einer unabhängigen Kommission bestätigt wurde“, sagt Prof. Böger. „Die Gutachter sahen in ihrer Prüfung, dass in Traunstein alle nephrologischen Leistungen, darunter auch Dialyseverfahren, wie an einem Universitätsklinikum mit sehr guter Qualität vorgehalten und durchgeführt werden“, erklärt Prof. Böger. Durch die enge Kooperation zwischen Klinikum und dem KfH Referenz-Nierenzentrum Traunstein werde so die gesamte Nephrologie wie aus einer Hand an einem Standort angeboten: Im KfH Nierenzentrum werden Patienten ohne Dialysepflicht in der Sprechstunde betreut, um Dialyse zu verhindern. Kommt es dennoch zur Dialysepflicht, kann im Klinikum und im KfH Nierenzentrum diese Behandlung eingeleitet und durchgeführt werden. Benötigt der Patient einen stationären Aufenthalt zur Behandlung der Nierenerkrankung oder als Dialysepatient, ist er am Klinikum sehr gut versorgt. Dies bedeutet für alle Patienten mit Nierenerkrankungen mit und ohne Dialysepflicht im gesamten Chiemgau, vor allem aber im Landkreis Traunstein eine sehr hohe Behandlungsqualität wohnortnah.

Prof. Böger: „In Traunstein bieten wir Spitzennephrologie für den gesamten Chiemgau an und bilden Ärzte, Medizinischen Fachangestellten und Pflegekräfte in diesem Gebiet aus. So können wir auch in den nächsten Jahren unsere hohe Qualität sichern, denn Voraussetzung für Spitzenmedizin ist immer auch die entsprechende Ausbildung und das motivierte Team. Alles dieses ist in der Traunsteiner Nephrologie im Klinikum und im KfH, nun auch von offizieller Seite bestätigt, bestens vertreten.“

26.08.2021 - Kreisklinik Trostberg

Schilddrüsen-Zentrum an der Kreisklinik Trostberg erfolgreich zertifiziert

Lob von Prüfern und Patienten

Dr. Joachim Deuble und seine Oberärztin Dr. Natascha Freude bei einer zur Operation vorbereitenden Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse
Dr. Joachim Deuble und seine Oberärztin Dr. Natascha Freude bei einer zur Operation vorbereitenden Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse

Den Menschen in den Landkreisen Traunstein und Berchtesgadener Land wollen die Kliniken Südostbayern sichere Schilddrüsenoperationen auf fachlich höchstem Niveau anbieten. Daher  haben sie 2018 an der Kreisklinik Trostberg unter der Leitung von Chefarzt Dr. Joachim Deuble ein Schilddrüsen-Zentrum etabliert. Das Mitglied des Deutschen Schilddrüsenzentrums wurde nun von der Zertifizierungsgesellschaft „proCum Cert“ zertifiziert. „Die intensive, neutrale Überprüfung auf Herz und Nieren zum „Zer­tifizierten Schilddrüsenzentrum“ bestätigt, dass wir konstant die Sicherheit unserer Patienten und die Qualität unserer Arbeit im Fokus haben“, freut sich Dr. Deuble. mehr...

Der Chefarzt der Abteilung Allgemein- und Viszeralchirurgie an der Kreisklinik Trostberg und sein Team haben sich ausgesprochen gerne dem dreijährigen praxisnahen Audit-und Zertifizierungsverfahren der Zertifizierungsgesellschaft „proCum Cert“ gestellt. Denn alle Mitarbeitenden arbeiten hier mit der gleichen Leidenschaft wie der Chefarzt selbst. „Ich habe über die Schilddrüse promoviert, sie ist mir seit meinen Studientagen eine Herzensangelegenheit“, sagt Dr. Deuble. Der erfahrene Chirurg und Viszeral-Chirurg, Jahrgang 1964, hat ein fundiertes Wissen rund um das nur schmetterlingsgroße Organ, wegen seiner vielfältigen Aufgaben für unsere körperliche und auch seelische Gesundheit eine immense Bedeutung hat. In Deutschland bekommt immerhin jeder Dritte im Laufe seines Lebens Veränderungen an der Schilddrüse. Sorgfältige und qualifizierte Diagnose und Behandlung haben hier also einen besonders hohen Stellenwert. Unter dieser Maxime arbeitet das Schilddrüsen-Zentrum an der Kreisklinik Trostberg nicht nur im Haus und mit den anderen Häusern des Klinikverbundes, sondern auch mit seinen externen Partnern erfolgreich zum Wohle der Patientinnen und Patienten zusammen.

Auch die Kooperationspartner wurden im Rahmen der Auditierung, wie man die Überprüfung im Rahmen eines Qualitätsmanagements zum Beispiel mit dem Ziel einer Zertifizierung auch nennt, ausgiebig gehört. Ob der Nuklearmediziner Jürgen Diener aus dem Klinikum Traunstein, der Anästhesist Dr. Oliver Hahn aus der Kreisklinik Trostberg oder Dr. Rolf Höing vom HNO-Zentrum Traunstein: alle Kooperationspartner hätten sich in den Gesprächen mit den unabhängigen Prüfern sehr zufrieden mit der Zusammenarbeit, etwa bei der raschen Übermittlung von Befunden und Entlassbriefen gezeigt. Die Zertifizierungsauditoren nahmen jeden Bereich des Schilddrüsen-Zentrums ganz genau unter die Lupe. „Sie haben unsere Homepage mit den wertvollen Patienten-Informationen rund um die Schilddrüse gelobt, und auch, dass die Mitarbeitenden im Intranet schnell und übersichtlich alles für sie Relevante finden“, so Dr. Deuble.

„Die alle drei Jahre zu erneuernde Zertifizierung war mein Wunsch, wir wollen transparent sein und uns den Qualitätsansprüchen stellen“, erklärt Dr. Deuble. Die Urkunde zum „Zer­tifizierten Schilddrüsenzentrum“ sei ein weiterer Schritt in der Weiterentwicklung des Schilddrüsen-Zentrums, das den Menschen in der Region eine heimatnahe Versorgung in Sachen Schilddrüsenerkrankungen auf qualitativ konstant hohem Niveau biete und ihnen weite Wege in die Großstadt erspare. Bei aller fachlichen Stärke auf aktuellem Wissensstand: „Im Mittelpunkt steht immer der Patient mit der auf seine Themenstellung individuell zugeschnittenen Behandlung“, betont Dr. Deuble. Trotz der Pandemie seien die Eingriffszahlen seit 2018 kontinuierlich gestiegen und nach diesen Sommerferien würde auch die Schilddrüsensprechstunde in Bad Reichenhall wieder für die Patienten öffnen können, so der Leiter des Schilddrüsen-Zentrums. Die Operationen erfolgen hier dank moderner Verfahren so stimmbandschonend und gewebeerhaltend wie möglich. Und für eine angenehmere Lagerung der Schilddrüsen-Patienten im Nacken- und Wirbelsäulenbereich gibt es im OP neue, entsprechend ergonomisch geformte Tische. Dr. Deuble und seine Kollegin Oberärztin Dr. Natascha Freude operieren meistens gemeinsam.

Streng anonymisiert und allen Anforderungen des Datenschutzes entsprechend werden alle nötigen Operationsdaten an das Studien-, Dokumentations- und Qualitätszentrum DGAV-StuDoQ der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie weitergegeben. Diese Initiative zur chirurgischen Qualitätssicherung dient der Weiterentwicklung der Schilddrüsen-Behandlung in Deutschland und ermöglicht den teilnehmenden Kliniken zudem einen Vergleich mit der Arbeit anderer Häuser. „Was die Ergebnisse betrifft, haben wir uns gut positioniert“, zieht der Chefarzt eine positive Zwischenbilanz. Für die Zukunft plane das Schilddrüsen-Zentrum Trostberg den Ausbau der medizinischen Versorgung von Schilddrüsenerkrankungen um die nicht-chirurgische, sondern ultraschallgesteuerte und auf Wärme basierende Thermoablation von Schilddrüsenknoten, so Dr. Deuble. Apropos chirurgische Eingriffe: Nach der Operation werden die Patientinnen und Patienten des Schilddrüsen-Zentrums Trostberg mit warmen Fango zur Entspannung und angenehmer Kühlung für die Kehle versorgt. Diese persönlichen Aufmerksamkeiten würden - über die fachliche Expertise hinaus - sehr geschätzt, so der Chirurg mit einem Lächeln.

Ina Berwanger

30.08.2021 - Bildungszentrum

Pflegekräfte als wertvolle Vorbilder unserer Gesellschaft

23 Gesundheits- und Krankenpfleger der Berufsfachschule für Krankenpflege Traunstein wurden verabschiedet

In der Aula des Bildungszentrums für Gesundheitsberufe der Kliniken Südostbayern AG wurden 23 frisch gebackene Gesundheits- und Krankenpfleger mit der Übergabe ihrer Zeugnisse verabschiedet. Wegen ihrer sehr guten schulischen Leistungen (Notendurchschnitt von 1,0 bis 1,5) bekamen Antonia Baša aus Traunstein, Franziska Dönhuber aus Chieming, Michaela Lamprecht aus Schnaitsee, Ramona Raber aus Unterwössen, Luise-Marie Scheufele aus Traunstein, Petra Spiel aus Engelsberg, Julius Stavinoha aus Fridolfing und Anja Thomaszewski aus Laufen den Staatspreis der Regierung von Oberbayern. mehr...

Die Hälfte der Ausbildung habe die Corona-Pandemie geprägt, sagte der Schulleiter Pflege, Lutz Krüger. Sie hätten die Auswirkungen nicht nur hautnah bei der Betreuung der Patienten, sondern auch in der Schule erlebt. Sie hätten etliche Stunden im Distanzunterricht absolviert und viele Inhalte in online-geführten Gruppen erarbeitet.

„Sie haben aber auch mitbekommen, dass auf einmal unsere Berufsgruppe in den Fokus gerückt wurde“, stellte Krüger fest. Trotzdem sei die Arbeit in den Krankenhäusern, Pflegeheimen und ambulanten Diensten immer noch „kein Zuckerschlecken“. Es ärgere ihn daher, wenn in Funk und Fernsehen der Beruf der Gesundheits- und Krankenpflege oft nur negativ dargestellt werde. Er könne sich an deutlich mehr Tage erinnern, an denen ihm dieser Beruf mit Freude und Zufriedenheit erfüllt habe. Er sprach die Hoffnung aus, dass bei den Absolventen viele dieser positiven Erlebnisse, Freundschaften, Begegnungen mit den Patienten, Angehörigen und Dozenten und Lehrern in guter Erinnerung blieben. Die meisten von ihnen gingen den nun eingeschlagenen Weg weiter und würden neuen Erfahrungen sammeln und sich immer mehr zum Experten in der Pflege entwickeln.

Die Pflege sei gerade dabei, ein neues Berufsbild zu entwickeln. „Mit der generalistischen Pflegeausbildung möchte man den Pflegeberuf attraktiver machen“, so Krüger. Mit dem Ausbildungsverbund in der Region habe man eine große Aufgabe zugetragen bekommen. Man bilde nicht nur für die Kliniken Südostbayern AG aus, sondern für alle Einrichtungen der Langzeitpflege und der ambulanten Pflege.

Gerade die vergangenen Monate hätten verdeutlicht, wie wichtig ein gut funktionierendes Gesundheitssystem mit motivierten, hochqualifizierten Fachkräften sei, meinte der Medizinische Direktor der Kliniken Südostbayern AG, Dr. Stefan Paech. Insbesondere der Einsatz der Pflegekräfte sei seitens der Gesellschaft in hohem Maße wahrgenommen worden und habe große Anerkennung gefunden.

Er rief die Absolventen dazu auf, sich das in der Ausbildung gezeigte große Engagement für den Beruf zu bewahren und nach neuen Erfahrungen und Zielen begierig zu sein. In ihrem beruflichen Umfeld würden sie vielen neuen Herausforderungen begegnen. Veränderungen und Weiterentwicklungen des Arbeitsumfeld und Tätigkeitsspektrums würden ihr ständiger Begleiter sein. Sie sollten diese Veränderungen als Chancen zur Verbesserung der Versorgungsqualität zum Wohle der anvertrauten Patienten wahrnehmen und aktiv begleiten.

Die Kliniken Südostbayern AG werde weiterhin investieren, um junge Menschen für die Pflege zu gewinnen und zu begeistern, so Paech. Die pflegerische Tätigkeit erfordere die zunehmend arbeitsteiliger werdende Patientenversorgung mit verschiedenen Professionen, in der viele Berufsgruppen zusammenarbeiteten.

In den vergangenen Jahre habe die Kliniken Südostbayern AG begonnen Prozesse in der Patientenversorgung weiter zu optimieren und zu verschlanken, um Freiräume für die unmittelbare Tätigkeit am Patienten zu schaffen. „Wir haben bereits viel erreicht, sind aber noch nicht am Ende des Wegs und wollen dies mit Ihnen gemeinsam gestalten“, sagte Paech. Er nannte dabei das Stichwort „Digitalisierung“. Gerade die Corona-Pandemie habe gezeigt, wie wichtig die digitale Kommunikation in der Patientenversorgung, aber auch in der beruflichen Ausbildung sei.

Aufbauend auf das Wissen und die Erfahrungen in der dreijährigen Ausbildung müssten sie sich nun fachlich vertiefen und spezialisieren, meinte die Pflegedirektorin der Kliniken Südostbayern AG, Manuela Großauer. In keinem anderen Beruf sei so viel an Weiterentwicklung und Veränderung möglich wie im Pflegeberuf. Inzwischen gebe es fast 150 verschiedene Studiengänge, um sich fachlich weiterzuentwickeln. Pflege sei Wissenschaft und Kunst, aber auch Heilberuf und Profession. Das Berufsbild der Pflege entwickele dynamisch wie nie zuvor. Es gebe inzwischen intelligente Technologien mit Softwarelösungen zur Arbeitserleichterung.

Der stellvertretende Landrat Sepp Konhäuser wies auf die Bedeutung des Pflegeberufs besonders in den vergangenen knapp eineinhalb Jahren hin. „Wir haben gemerkt, dass die Basis unseres Lebens nicht etwa Reichtum und Wohlstand ist. Es ist die Gesundheit, auf die wir aufbauen“, betonte Konhäuser.

Deshalb gingen sie mit ihrer Berufswahl als wertvolle Vorbilder für die Gesellschaft voran. Sie würden den Dienst am Nächsten mit Leidenschaft und Hingabe leben. Dies merke man an den acht Staatspreisträgern sowie Notendurchschnitt der Klasse von 1,8 im Schulabschluss. Auf dieser Grundlage könne der Landkreis die hohe Qualität der Pflege in den Kliniken, Altenheimen und ambulanten Pflegediensten nachhaltig sichern.

Der Landkreis habe das Ziel, das sich die Menschen in unserer Heimat auf ein starkes gesellschaftliches Netz verlassen könnten, damit sie bei Krankheit oder Pflegebedürftigkeit den Folgen nicht schutzlos ausgeliefert seien. Er wolle daher die Kliniken dauerhaft in kommunaler Trägerschaft halten, damit nicht in fernen, profitorientierten Konzernzentralen über sie entschieden werde.

Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer erklärte, Traunstein sei eine Bildungs- und Gesundheitsstadt. Das Klinikum Traunstein sei der größte Arbeitgeber in der Stadt. Den Absolventen bescheinigte Hümmer, dass sie trotz und während der Corona-Pandemie, die sie stark gefordert habe, herausragende Leistungen gezeigt hätte. Die Klasse sei von Anfang an an vorderster Front beteiligt gewesen und habe während ihrer gesamten Ausbildungszeit alles hautnah miterlebt. Ihr Einsatz sei sehr lobenswert und verdiene große Anerkennung, so der Oberbürgermeister.

Klassenleiter Bernhard Wendl sowie die Schülersprecher Julius Stavinoha und Petra Dupan gaben jeweils aus ihrer Warte einen Rückblick auf die vergangenen drei Jahre. Wendl sprach von einer „total schönen Zeit“. Ebenso erwähnte er die sieben Nationen in der Klasse. Die Klassensprecher meinten, die vergangenen eineinhalb Jahre seien kein Zuckerschlecken gewesen. Dennoch riefen sie ihre Mitschüler auf, die schönen Seiten des Berufs nicht zu vergessen.

Die erfolgreichen Absolventen sind:

Cristina Aciobanitei (Fridolfing), Antonia Baša (Traunstein), Fred Cavalcante Silva (Traunstein), Franziska Dönhuber (Chieming), Petra Dupan (Traunreut), Nadja Gstatter (Siegsdorf), Lisa-Antonia Haas (Ruhpolding), Emelie Hessling (Traunstein), Okubamichael Kesete (Traunreut), Lena Lamminger (Waging am See), Michaela Lamprecht (Schnaitsee); Sarah Maschke (Tacherting), Sarah Nußhuber (Palling), Manuela Poling (Surberg), Ramona Raber (Unterwössen), Daniella Rebernik (Kirchanschöring), Luise-Marie Scheufele (Traunstein), Petra Spiel (Engelsberg), Julius Stavinoha (Fridolfing), Antonia Stigloher (Traunreut), Lena Teichmann (Grabenstätt), Anja Thomaszewski (Laufen) und Johanna Wimmer (Tacherting).

Acht Gesundheits- und Krankenpfleger bekamen zum Schulabschluss einen Staatspreis. Unser Foto zeigt (vordere Reihe von links) Anja Thomaszewski; Julius Stavinoha, Petra Spiel, Ramona Raber, Antonia Baša, Franziska Dönhuber, Michaela Lamprecht und Luise-Marie Scheufele; (hintere reihe von links) den Medizinischen Direktor Dr. Stefan Paech, stellvertretenden Landrat Sepp Konhäuser, Schulleiter Lutz Krüger, Pflegedirektorin Manuela Großauer, Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer und Klassenleiter Bernhard Wendl.
Acht Gesundheits- und Krankenpfleger bekamen zum Schulabschluss einen Staatspreis. Unser Foto zeigt (vordere Reihe von links) Anja Thomaszewski; Julius Stavinoha, Petra Spiel, Ramona Raber, Antonia Baša, Franziska Dönhuber, Michaela Lamprecht und Luise-Marie Scheufele; (hintere reihe von links) den Medizinischen Direktor Dr. Stefan Paech, stellvertretenden Landrat Sepp Konhäuser, Schulleiter Lutz Krüger, Pflegedirektorin Manuela Großauer, Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer und Klassenleiter Bernhard Wendl.
24.08.2021 - Bildungszentrum

Pflege als notwendige Dienstleistung für die Gesellschaft

21 frisch examinierte Pflegefachhelfer aus elf Nationen als ein Zeichen von Integration

Prüfungsbeste der Berufsfachschule für Krankenpflegehilfe waren (vorn von links) Susanne Braun-Klier, Anastasia Todorovic sowie Olga Gaynanova. Nicht auf dem Foto ist Katharina Ballauf. Auf dem Foto hinten von links sind der stellvertretende Landrat Sepp Konhäuser, Pflegedirektorin Manuela Großauer, Klassenleiter Wolfgang Raufeisen, der stellvertretende Schulleiter Bernhard Wendl und der Medizinische Direktor Dr. Stefan Paech.
Prüfungsbeste der Berufsfachschule für Krankenpflegehilfe waren (vorn von links) Susanne Braun-Klier, Anastasia Todorovic sowie Olga Gaynanova. Nicht auf dem Foto ist Katharina Ballauf. Auf dem Foto hinten von links sind der stellvertretende Landrat Sepp Konhäuser, Pflegedirektorin Manuela Großauer, Klassenleiter Wolfgang Raufeisen, der stellvertretende Schulleiter Bernhard Wendl und der Medizinische Direktor Dr. Stefan Paech.

Mit der Zeugnisübergabe im Bildungszentrum für Gesundheitsberufe der Kliniken Südostbayern AG wurden 21 frisch examinierte Pflegefachhelfer aus der Berufsfachschule für Krankenpflegehilfe Traunstein verabschiedet. Prüfungsbeste waren Susanne Braun-Klier aus Freilassing (Notendurchschnitt 1,0), Anastasia Todorovic aus Salzburg (1,75) sowie Katharina Ballauf aus Seeon und Olga Gaynanova aus Bischofswiesen (jeweils 2,0). mehr...

In nur einem Jahr müssten die Pflegefachhelfer alles Wichtige lernen, um Patienten in schwierigen Situationen zu helfen, meinte der stellvertretende Schulleiter Bernhard Wendl. Das Aufgabengebiet sei riesig und ihre Arbeitskraft in der Pflege von enormer Wichtigkeit. Laut DBfK, dem deutschen Berufsverband für Pflege, sei Pflege für die Gesellschaft eine notwendige Dienstleistung.

„Unsere Pflegehelferklassen sind immer multikulturelle Klassen und genau das macht diese Klassen so liebenswert“, sagte Wendl und zählte elf verschiedene Nationen der Abschlussklasse auf. Wendl wertete diese Vielfalt als ein Zeichen von Integration. Er rief die Absolventen dazu auf, sich ihre offene Art zu bewahren, auf Menschen zuzugehen, sie zu lieben und sie so zu behandeln als wären es ihre Angehörigen.

Auch Klassenleiter Wolfgang Raufeisen betonte, die vergangenen Monate hätten seinen Schülern viel abverlangt, in einer Zeit, die von Sorgen um die Zukunft geprägt gewesen und weiterhin sei. Alle Beschäftigten im Gesundheitswesen leisteten in diesen schwierigen Zeiten einen äußerst wertvollen und wunderbaren Beitrag in der Versorgung und Pflege unserer kranken Mitmenschen. Zu welch außerordentlichen Leistungen der Mensch in Ausnahmesituationen, vor allem in Teamarbeit, durch Mut und Zuversicht in der Lage sei, persönliche und gesellschaftliche Herausforderungen anzugehen und zu bewältigen, zeigten auch in diesem Jahr viele Menschen, die in Not geraten seien, aber auch die unermüdliche Bereitschaft der vielen Unterstützer und Helfer in solch schwierigen Lebenslagen. „Sicher sind einige von ihnen über sich hinaus gewachsen, andere wiederum enttäuschten sich und andere, so wie es letztlich auch bei Ihnen während und zum Ende Ihrer Ausbildung gewesen ist“, stellte Raufeisen fest.

Sie hätten einen mühsamen Weg erfolgreich begangen, stellte der Medizinische Direktor der Kliniken Südostbayern AG, Dr. Stefan Paech, fest. Wie alle Mitarbeiter des Klinik-Verbunds in der Corona-Pandemie hätten die erforderlichen Hygiene- und Schutzmaßnahmen sie in der theoretischen und praktischen Ausbildung besonders gefordert. Umso mehr war Paech stolz auf die von ihnen gezeigten Leistungen in Theorie und Praxis. Er freute sich, dass viele von ihnen sich für eine Tätigkeit oder weiterführende Ausbildung bei den Kliniken Südostbayern entschlossen hätten.

In den vergangenen Jahren habe die Kliniken Südostbayern AG wie andere Kliniken auch die Prozesse in der Patientenversorgung weiter optimiert und verschlankt. „Somit kann zweifelsfrei festgestellt werden, dass Sie nicht nur einen schönen Beruf, sondern auch einen zukunftssicheren Beruf gewählt haben, der Ihnen viele weitere Perspektiven und Entwicklungsmöglichkeiten eröffnet“, unterstrich der Medizinische Direktor. In ihrem beruflichen Umfeld im Gesundheitswesen würden sie vielen neuen Herausforderungen begegnen, die Veränderung und Weiterentwicklung des Arbeitsumfeldes und Tätigkeitsspektrums seien ihr ständiger Begleiter.

Die Pflegedirektorin der Kliniken Südostbayern AG, Manuela Großauer, freute sich, dass zehn der Abschlussschüler eine weitere Ausbildung in der Generalistik zur Pflegefachkraft anstreben. Wenn sich ein Mensch ein ganz bestimmtes Ziel setze, dieses verfolgte und sich auf den Weg mache, gehe es immer ein Stückchen leichter, wenn man sich „zusammenschließe“ und sich gegenseitig unterstütze. Sie meinte damit Freunde, Eltern, Lehrer und Kollegen. Sie wiederum hätten viele ihrer Kollegen unterstützt und vor allen Dingen viele Patienten auf ihrem Weg begleitet und an ihr Ziel gebracht, nämlich der Genesung.

Sie hätten sich im vergangenen Jahr viel Wissen und Rüstzeug angeeignet und mit ihrem Wirken in der so herausfordernden Patientenversorgung dazu beigetragen, schwerst erkrankten Patienten Sicherheit zu vermitteln.

„Die gesamte Gesundheitsversorgung steht und fällt mit dem Einsatz professioneller Pflege in einem professionellen Team“, betonte Großauer. Sie seien ein wichtiger Teil davon als Pflegefachhelfer, als Auszubildender und dann später auch als Pflegefachkraft und würden nicht nur in den Kliniken Südostbayern dringend. Der künftige Mehrbedarf an Pflegepersonal werde bundesweit auf rund 130 000 Vollkräfte in der Alten- und Langzeitpflege und auf 100 000 Vollkräfte in der Krankenpflege geschätzt.

Gesundheit sei das Kostbarste, was wir besitzen können, stellte der stellvertretende Landrat Sepp Konhäuser fest. Vor allen die Corona-Pandemie habe die Bedeutung der Gesundheit und den enormen Wert ihres beruflichen Engagements für die Gesellschaft aufgezeigt. „Wieder wurde uns vor Augen geführt, wie wertvoll ein humanes Gesundheitswesen und Ihre tägliche Arbeit ist“, so Konhäuser. Es sei daher eine der wichtigsten Aufgaben des Landkreises, für eine bestmögliche gesundheitliche Versorgung seiner Bürger zu sorgen. Die Patienten können sich auf hochwertige medizinische Versorgung verlassen. Dies sei vor allem ein Verdienst der Mitarbeiter, die mithelfen würden, Krankheiten und Schmerzen zu lindern. „Und das mit viel körperlichem und persönlichen Einsatz, aber auch mit Mitgefühl und Empathie.“

Einige wichtige Stationen und Erlebnisse der einjährigen Ausbildung ließen schließlich die Klassensprecherinnen Sabrina Leitz und Sarah Katterl Revue passieren.

Die erfolgreichen Prüfungsteilnehmer waren Katharina Ballauf (Seeon), Susanne Braun-Klier (Freilassing), Wanatchaporn Chanterb (Bad Reichenhall), Stefanie Dananic (Bad Reichenhall), Olga Gaynanova (Bischofswiesen), Hadish Gebrezgiher (Traunstein), Laura Gesslein (Übersee), Emanuela Ghican (Traunreut), Susanna Hacher (Unterwössen), Andrea Herl (Laufen), Amina Ibric (Trostberg), Abuzer Jafari (Bad Reichenhall), Sarah Katterl (Bayrisch Gmain), Julia Leitenbacher (Kirchanschöring), Sabrina Leitz (Anger), Narges Mahedi (Freilassing), Adian Murad (Piding), Abigail Onyekosor (Traunstein), Martin Spannbrucker (Tittmoning), Stefanie Stojanovic (Bad Reichenhall) und Anastasia Todorovic (Salzburg).

23.08.2021 - Kliniken Südostbayern

Brückenbauerin zwischen den Kulturen

Anna-Sophie Schrott leitet neues Inklusionsmanagement an den Kliniken Südostbayern

Anna-Sophie Schrott
Anna-Sophie Schrott

Seit vielen Jahren stellt der Fachkräftemangel das deutsche Gesundheitswesen vor zunehmende Herausforderungen. Die Kliniken Südostbayern begegnen diesem schon seit Jahren mit der Förderung des eigenen Nachwuchses und sind sogar eine der größten Ausbildungsstätten der Region: Aktuell durchlaufen rund 350 Azubis ihre Ausbildung in verschiedensten Berufszweigen. Auch wenn die Pflegeschulen in Traunstein und Bad Reichenhall somit konstant für zukünftige Pflegefachkräfte sorgen, gibt es dennoch unbesetzte Stellen. Wie überall hierzulande, begegnen auch die Kliniken Südostbayern dieser Situation unter anderem mit dem verstärkten Einsatz von Fachkräften aus dem Ausland. Mit dem Schlagen von Brücken zwischen neuen und etablierten Mitarbeitenden will Anna-Sophie Schrott, Leiterin der neuen Stabsstelle Inklusion für ausländische Mitarbeiter, allen Beteiligten die Zusammenarbeit erleichtern. Davon profitieren auch die Patienten. mehr...

„Sobald neue Mitarbeitende eingearbeitet sind und eigenständig arbeiten, bedeuten sie für das gesamte Team eine Entlastung“, sagt Anna-Sophie Schrott. In diesen Tagen ist sie viel unterwegs auf den Stationen des Klinikums Traunstein, stellt sich und ihre Arbeit vor, bereitet die Mitarbeitenden auf eine neue Situation vor: Ab Mitte September werden im Klinikum 16 Pflegefachkräfte von den Philippinen ihre Arbeit aufnehmen. „Ausländische Arbeitskräfte gehören in der Pflege schon seit Jahrzehnten zum beruflichen Alltag, neu ist, dass sie nun in größerer Zahl kommen, weil deutsche Kliniken sie brauchen, um keine Stationen schließen und in der Folge Patienten abweisen zu müssen“, erklärt die Trostbergerin. Sie weiß, wovon sie spricht. Die 31-Jährige ist examinierte Gesundheits- und Krankenpflegerin, sie hat parallel zu ihrer Ausbildung am Klinikum Dritter Orden in München ein Pflege-Studium an der Katholischen Stiftungshochschule München absolviert, nach dem Bachelorabschluss zog sie die Neugier auf fremde Länder und andere Kulturen jedoch erst einmal nach Mittelamerika. „Ich wollte mich danach noch eingehender mit dem Thema Gesundheit auseinandersetzen und habe dann an der Hochschule Fulda ein Masterstudium in Public Health absolviert und parallel als Springerin im örtlichen Krankenhaus gearbeitet“, so Anna-Sophie Schrott.

Auch während dieses Studiums wollte sie über den Tellerrand schauen, die Auslandssemester in Kolumbien und Dänemark boten dafür optimale Möglichkeiten. Nach dem Studium folgten ehrenamtliche Einsätze in Guatemala und Mexico, ein Jahr stand hier Schrotts intensiv erwachtes Interesse am Thema „Menschenrecht auf Gesundheit“ im Fokus ihrer Arbeit. Zurück im heimischen Trostberg fiel der jungen Frau die Stellenausschreibung der Kliniken Südostbayern für das neue Aufgabengebiet einer Inklusionsbeauftragten auf. Dies passte nicht nur wegen Anna-Sophie Schrotts Ausbildungen gut. „Ich denke, ich kann mich gut in die Lage derer versetzen, für die in einem anderen Land erst mal alles neu ist, die nicht wissen, wie im Alltag alles funktioniert, wie zum Beispiel der Öffentliche Personennahverkehr aufgebaut ist“, sagt sie. Deswegen bereitet die neue Inklusionsbeauftragte die Ankunft der dreizehn Frauen und drei Männer von den Philippinnen systematisch vor. Schon jetzt hat sie via E-Mail regen Kontakt mit den berufserfahrenen Pflegefachkräften. Ihnen werden zum Start zwei Kolleginnen von Schrott bei Behördengängen und der sich schon jetzt herausfordernd zeigenden Wohnungssuche zur Seite stehen. Vorerst können die neuen Mitarbeitenden glücklicherweise Zimmer im Wohnheim neben dem Klinikum beziehen. Auch für Ende des Jahres erwartete weitere Pflegefachkräfte von den Philippinen für die Kreisklinik Bad Reichenhall müssen Wohnraumlösungen gefunden werden und natürlich hat Anna-Sophie Schrott immer ein Ohr für die bereits im Klinikverbund tätigen Mitarbeitenden aus anderen Ländern wie etwa den Balkanstaaten.

Fragen wie die nach Wohnraum treiben die Frauen und Männer in ihren 30ern um. Sie haben auf den Philippinnen schon gut Deutsch gelernt und werden auch nach ihrer Ankunft in Traunstein weitere Deutschkurse absolvieren. Damit ihre ganzheitliche Integration - am Arbeitsplatz sowie sozial und kulturell - gelingt, kann sich Anna-Sophie Schrott gut Patenschaften von Landkreisbürgern für die jungen Menschen aus Südostasien vorstellen. So wie diese mit den Gepflogenheiten hierzulande vertraut gemacht werden, bringt Schrott auch den etablierten Pflegefachkräften an den Kliniken Südostbayern die Mentalität ihrer neuen Kolleginnen und Kollegen näher. „Es kann zum Beispiel sein, dass die neuen Mitarbeitenden sehr sparsam mit Pflegemitteln umgehen, weil sie nicht gewohnt sind, dass sie in so ausreichender Menge wie hier bei uns zur Verfügung stehen“, erklärt sie. Die neuen Fachkräfte wiederum wird in den ersten Wochen ihrer Arbeit auf den Stationen eine eigens dafür ausgebildete Einarbeitungspflegekraft begleiten. Umfangreiche Aufklärung über das Leben hierzulande gibt es auch schon vor der Ankunft und natürlich ist das Inklusionsteam auch später immer für Fragen offen.

„Ich habe schon in München mit Pflegefachkräften von den Philippinen zusammengearbeitet und sie als einfühlsam, empathisch und engagiert erlebt“, berichtet Schrott von ihren Erfahrungen.  Sie wirbt beim eingesessenen Personal um Verständnis für die neue Situation, nimmt Ängste vor nachteiligen Veränderungen und Befürchtungen vor Mehrbelastung im nicht zuletzt des wachsenden Personalmangels und der Pandemie wegen ohnehin schon eng getakteten Arbeitsalltag der Pflegekräfte. So wie sie den Neuankömmlingen schon jetzt signalisieren möchte: „Ihr seid uns wichtig, wir kümmern uns um Euch und möchten, dass Ihr Euch bei uns wohlfühlt“, so vertraut Anna-Sophie Schrott darauf, dass das etablierte Klinikpersonal nach einem erfolgreichen Prozess des Zusammenwachsens die Philippinerinnen und Philippiner wie alle künftigen Arbeitskräfte, woher auch immer sie kommen, als Bereicherung empfinden wird. „Wir können alle voneinander lernen“, auch das hat die Trostbergerin bei ihren Auslandseinsätzen immer wieder erlebt und genossen.

 Ina Berwanger

16.08.2021 Klinikum Traunstein

„Hinter allem Schlechten auch immer etwas Gutes“

Katja Lößl: 2015 auf Kinder-Intensivstation der Kinderklinik am Klinikum Traunstein

Den 9. Juli 2015 vergisst Katja Lößl nie: An diesem Tag erleidet die damals 13-jährige Urlauberin in Folge eines schweren Sportunfalls bei Inzell unter anderem ein Schädel-Hirn-Trauma. Zwei Wochen wird die junge Kölnerin im Klinikum Traunstein behandelt, die erste muss sie auf der Kinder-Intensivstation der Kinderklinik am Klinikum verbringen. Die Folgen des Unfalls spürt die bald 20-Jährige bis heute. Aber sie geht erfolgreich ihren Weg. „Ich hoffe, dass meine Geschichte zeigt, wie dankbar man für die eigene Gesundheit sein sollte, aber vor allem, dass hinter allem Schlechten auch immer etwas Gutes steckt“, sagt Katja Lößl. mehr...

Mit den Worten „ich brauche mal zehn Minuten für mich“ verabschiedet sie sich an jenem Sommernachmittag im Juli 2015 von ihren Eltern und ihrer Freundin aus der Inzeller Ferienwohnung. Bis zum nahen Grillabend will Katja Lößl eine Runde auf ihrem Longboard, also einem langen Skateboard, fahren. Das Letzte, voran sie sich nach dem Aufwachen nach einer Woche auf der Kinder-Intensivstation erinnert, ist ihre Fahrt in einen Tunnel bei einem Waldstück. Dort finden sie Urlauber aus Stuttgart bewusstlos auf dem Boden liegend. Das ältere Paar hat Katja vom Fenster des gegenüberliegenden Restaurants aus hinfallen gesehen, aber sie stand nicht wieder auf.Die beiden erweisen sich als wahre Schutzengel, denn sie schauen nicht weg, sondern zeigen Zivilcourage und reagieren geistesgegenwärtig: Dank ihres raschen Handelns können Rettungskräfte die schwerverletzte 13-Jährige zeitnah zur Versorgung in die Kinderklinik am Klinikum Traunstein bringen.

KatjasEltern hören zwar die Sirenen der Rettungsfahrzeuge und Hubschrauber, ahnen aber nicht, dass es um das Leben ihrer Tochter geht. Als es zu dämmern beginnt und Katja immer noch nicht wieder aufgetaucht ist, setzen sie alle Hebel in Gang, um sie zu finden.  Nach einem Anruf bei der Freiwilligen Feuerwehr meldet sich die Polizei bei den Lößls, sie könnten zu ihrer Tochter ins Klinikum Traunstein kommen. „Sie hatte keinen Ausweis und kein Handy dabei und war nicht ansprechbar, wir haben bis zum Schluss gehofft, dass es sich bei dem verunglückten Mädchen nicht um unsere Tochter handelt“, erinnert sich Klaus Lößl. Seine Frau Angelika erleidet eine Kreislaufschwäche, als Katja zur Kernspintomografie gebracht wird. Mit Hilfe des bildgebenden Verfahrens soll die Schwere ihrer Kopfverletzungen, zu denen auch ein Felsenbein-Anbruch am rechten Innenohr gehört, abgeklärt werden. Später erfahren die Eltern, dass sich Katjas Gehirn nach dem Unfall nun erst einmal erholen müsse.

„Die Woche auf der Intensivstation war sehr schwer“, sagen Angelika und Klaus Lößl. Aber auch sie haben Glück im Unglück und finden mit Michael Lehmann aus dem Team der Psychologischen Betreuung an der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Klinikum Traunstein einen verständnisvollen, zugewandten professionellen Begleiter durch diese nervenaufreibende Zeit. „Er war von Anfang an dabei und hat uns betreut, schon am nächsten Tag konnten wir Einzelgespräche führen“, so Klaus Lößl. Ihm und seiner Frau fällt ein Stein vom Herzen, als Katja nach einer Woche aufwacht, ihre Eltern erkennt und Mama und Papa sagt. Der Teenager beginnt zu realisieren, was passiert ist – und dass aus dem Geburtstag am 21. Juli im Freundeskreis nichts wird. Dafür führt auch sie mit Michael Lehmann wohltuende Gespräche, hat Freude, wenn sie mit ihm oder anderen Kindern spielen kann und genießt mit bestem Appetit die Mahlzeiten aus der Klinikküche. „Du bist die hungrigste Patientin, die ich je kennen gelernt habe, sagten die Ärzte sowie auch Herr Lehmann mir täglich“, blickt Katja schmunzelnd zurück.

Zu Katjas 18. Geburtstag wurden das Ehepaar, das damals die Rettung gerufen hatte, und Michael Lehmann als Überraschungsgäste eingeladen. Für alle Beteiligten wurde diese Feier zu einem unvergesslichen Ereignis. Und als Geburtstagsessen gab es Katjas geliebten Kaiserschmarrn. Eher unüblich in seinem Beruf, ist der 61-jährige Lehmann bis heute mit Katja Lößl und ihren Eltern im Kontakt. „Es gibt nichts Schlimmeres, als am Bett eines schwer verletzten oder sterbenden Kindes zu stehen“, sagt der Heilpädagoge und Sozialpsychologe. „Ich könnte diese Arbeit nicht machen, wenn ich nicht wüsste, dass es zumeist gut wird.“ So wie bei Katja Lößl. Die Arbeit mit ihr und ihren Eltern hat er als sehr intensiv in Erinnerung und so verwundert es nicht, dass er die Familie ein Jahr nach dem Unfall wiedersieht. „Wir sind noch einmal hingefahren, weil ich die Region nicht als Ort meines Unfalls, sondern als Urlaubsort in Erinnerung behalten möchte“, sagt Katja Lößl. Die junge Frau kann heute gut mit ihrer Situation umgehen, sie ist eine starke, selbstreflektierte Persönlichkeit. Nach ihrer Entlassung aus dem Klinikum liegen noch schwierige Zeiten vor ihr. Kinderklinik-Chefarzt Priv.-Doz. Dr. med. habil. Gerhard Wolf hat sich für einen Reha-Platz in der Nähe von Köln eingesetzt, aber Katja muss wegen eines Trommelfellrisses in den darauffolgenden Jahren drei Mal operiert werden, der vierte Eingriff steht gerade an.

Als sie nach der Reha in die Schule zurückkehrt, merkt sie, dass sie „anders“ ist. Das Lernen fällt ihr, außer in Mathematik, deutlich schwerer. Sie braucht eine Lesebrille und bekommt 2017 ein Hörgerät.  Schon 2016 „fing das Hinterfragen und die Depressionen an“,erzählt Katja Lößl. Auf tiefes Verständnis stößt sie bei einem Seminar für Menschen mit Schädel-Hirn-Traumata. Dort findet sie auch einen Freund, der ihre Beschwerden besser nachvollziehen kann als jeder nicht Betroffene. Trotz Merk- und Konzentrationsschwierigkeiten und Kopfschmerzen bei Stress schafft Katja Lößl das Abitur, darauf ist sie zu Recht stolz. Unterdessen in einer Ausbildung zur Industriemechanikerin und begeistert beim Klettern unterwegs – „das gibt mir Halt“ – sagt sie: „Ich gehe jetzt den Weg, der für mich 2015 nicht mehr zu denken war und bin darauf stolz. Ich bin dankbar, für das, was ich trotz Schmerzen Schönes erleben durfte.“ Sie sei früher erwachsen geworden, habe sehr viel erlebt und erfahren. Dies helfe ihr auch bei ihrer ehrenamtlichen Arbeit als Leiterin einer Ministranten-Gruppe. Wenn ein Kind beispielsweise sage, dass es Schmerzen habe, „bin ich viel aufmerksamer, weil man nicht weiß, was dahintersteckt.“

 

Dass sie selbst von Pflegekräften und Ärzten im Klinikum Traunstein viel Aufmerksamkeit erfahren hat, hat Katja Lößl noch heute vor Augen. „Alle waren sehr lieb und aufmerksam“, erinnert sie sich. Besonders gut gefallen habe ihr, „dass sie mit mir und nicht über mich geredet haben“, betont sie, die „immer wissen will, was los ist.“ Auch ihre Eltern, die sagen, dass „Ärzte und Pflegekräfte über sich hinausgewachsen“ seien, erinnern sich noch heute, dass sie „jederzeit mit Fragen und Ängsten kommen“ konnten. Diese klare Kommunikation sei die Stärke der „fantastischen Arzt-Eltern/Patienten-Kommunikation“ von Dr. Wolf, sagt Michael Lehmann und Chefarzt Dr. Gerhard Wolf weitet dieses Lob auf das gesamte Team der Kinderklinik aus. „Wir haben flache Hierarchien und geben uns gegenseitig Rückmeldungen“, erklärt er. „Ein total wertvolles Feedback für uns“ sei es, wenn alle Mitwirkenden - von Rettungskräften bis zu Klinikbeschäftigten - die mit den jungen Patientinnen und Patienten und deren Angehörigen gebangt hätten, erführen, dass diese wie Katja Lößl einen guten Weg gegangen seien. „Hier schließt sich dann der Kreis“, sagt Dr. Wolf – und ist schon auf dem Sprung zum nächsten Notfall. 

Ina Berwanger

13.08.2021

Mit Krankenhausbetten viel Gutes tun

Hilfsorganisationen froh über Spenden der Kliniken Südostbayern

Dass man seinen Patienten und Mitarbeitenden etwas Gutes tun und dabei auch an jene denken kann, die in anderen Teilen der Welt für Unterstützung dankbar sind, beweisen die Kliniken Südostbayern immer wieder mit ihren Sachspenden für Hilfsorganisationen. Einige von ihnen konnten sich jüngst über gebrauchte, vollfunktionsfähige mechanische Krankenhausbetten freuen. Diese wurden im Zuge einer Umstellung auf elektrisch verstellbare Betten frei und erfüllen nun in humanitären Hilfsprojekten wertvolle Dienste. mehr...

„Es ist wahnsinnig toll, dass wir die Betten bekommen haben, noch dazu in der Menge, die wir vor Ort gerade benötigen“, sagt Sebastian Fegg. Der Leiter Logistik und Technik des Malteser Hilfsdienstes in Taufkirchen im Landkreis München ist gerade auf dem Sprung zu einem kurzfristig angefragten mehrtägigen Hilfseinsatz in die westdeutschen Hochwassergebiete, bevor er am Wochenende danach mit anderen Ehrenamtlichen 56 Betten von Traunstein nach Ungarn bringen wird. Was sich einfach anhört, ist aufwendig. Es braucht einen entsprechend großen LKW samt Anhänger und etliche zupackende Hände, um die im ehemaligen Parkhaus des Klinikums Traunstein gelagerten Betten über Taufkirchen nach Ungarn zu transportieren. „Wir fahren am Freitag in der Früh los und sind dann am Abend in Ungarn“, erklärt Sebastian Fegg. Die fast 900 Kilometer lange Fahrt mit LKW und Begleitfahrzeug verlaufe über Budapest nach Szeged, so der gebürtige Ruhpoldinger. Er weiß, dass in der südungarischen Stadt beim Bau eines Krankenhauses vergessen wurde, Betten für die Patienten miteinzuplanen. „Nun ist kein Geld mehr da und solche Betten sind ja nicht ganz günstig.“ Unterstützten die Malteser Taufkirchen sonst primär die Ärmsten in Budapest, so liege ihnen nun die Behebung dieses unhaltbaren Zustandes am Herzen.

„Wir wollen die Hilfe dorthin bringen, wo sie gebraucht wird“, bringt Sebastian Fegg das humanitäre Engagement der Malteser auf den Punkt. „Hilfsprojekte wie diese wo immer wir können zu unterstützen, ist uns ein Anliegen und auch eine Freude“, sagt Alexander Haas von denKliniken Südostbayern. Der Leiter WirtschaftundVersorgung hat die Verteilung der Betten organisiert. Er weiß um die gute, seriöse Arbeit der beteiligten Hilfsorganisationen und dass die Spenden an den richtigen Stellen ankommen. Zum Beispiel in Tansania. Dort benötigt der in Traunstein 1987 gegründete AKO-Aktionskreis Ostafrika e.V. die Bettenspende der Kliniken Südostbayern für die Augen- und Zahnklinik im „Designated District Hospital Kibosho“ der Catholic Diocese of Moshi. Der Verein konnte sich jüngst über 52 vollfunktionsfähige mechanische Krankenhausbetten samt abwaschbaren Matratzen und Nachtkästchen aus den Kliniken Südostbayern freuen, nun bekommt er weitere neun Betten. „Gesundheitsversorgung ist neben Wasserversorgung und Ausbildung nicht nur in medizinischen, sondern auch handwerklichen Berufen einer unser wesentlichen Tätigkeitsschwerpunkte“, sagt Hans Siemer, Vorstand Projektunterstützung Ausland des AKO.

Der 74-Jährige ist regelmäßig auf eigene Kosten vor Ort, kann sich auf Suaheli verständigen und bekommt nach den vielen Jahren des Einsatzes des AKO-Aktionskreises Ostafrika natürlich auch immer wieder Anfragen nach Unterstützung. „Ohne die Hilfe durch Sachspenden ist es gar nicht möglich, eine medizinische Ausrüstung einzurichten, die einigermaßen den Standards dafür entspricht, dass man im Krankenhaus gut aufgehoben ist“, sagt der Traunsteiner. Nicht in Krankenhäuser, sondern direkt zu den alten und kranken Menschen im Erdbebengebiet von Kroatien bringen die deutschen Malteser rund gespendete 60 Betten des Klinikverbundes. „Gerade in den ländlichen Gebieten dort ist es üblich, dass die Pflegebedürftigen bis zum Schluss zuhause versorgt werden“, weiß Michael Dzeba. Der 45-Jährige engagiert sich seit seiner Schulzeit bei den Maltesern. Er hat die Armut der Menschen vor Ort hautnah erlebt und möchte ihnen einen Lebensabend in Würde ermöglichen. Noch gut erinnert er sich an eine hochbetagte kroatische Dorfbewohnerin, die sich schon lange vor Weihnachten sehr auf das jährliche Essen beim Pfarrer freute. Denn dort bekam sie auch immer ein Stück duftender Seife überreicht, das gerade so für sechs Monate reichte und für sie das schönste Geschenk überhaupt war. „Wo die Not am größten ist“, seien solche Sachspenden wie die Betten der Kliniken Südostbayern „wahnsinnig wichtig und wertvoll“, sagt der Länderkoordinator Kroatien des Malteser-Hilfsdienstes in Deutschland „aus tiefster Überzeugung.“

Ina Berwanger

12.08.2021

1.000 Geburten im Klinikum Traunstein

Das „Jubiläumsbaby“ ist die kleine Valerie

In der Frauenklinik des Klinikums Traunstein gab es in der ersten Augusthälfte die 1.000ste Geburt des Jahres. Das „Jubiläumsbaby“ ist die kleine Valerie. Sie kam mit einem Gewicht von 3.950 Gramm und zur Welt. Chefarzt Prof. Dr. Christian Schindlbeck gratulierte der glücklichen Mutter Katharina Sandmeyer aus Übersee mit einem Blumenstrauß. Für Katharina Sandmeyer ist es bereits das dritte Kind. Die beiden Jungs freuen sich schon sehr auf ihr Schwesterchen. 

„Wenn auch bundesweit die Geburten etwas rückläufig sind, so ist in unserer Region die Geburtenrate im Vergleich zu den Vorjahren erfreulicherweise recht konstant“, so Chefarzt Prof. Schindlbeck. Die Zahl der geborenen Kinder ist mit der 1.000sten Geburt natürlich höher. Es kamen 2021 bis jetzt 29 Zwillinge im Klinikum zur Welt. Aktuell sind es seit Januar 1.029 Neugeborene.

26.07.2021

Kompetenzzentrum für Schmerztherapie: Zukunftskonzept für den Krankenhausstandort Ruhpolding

„Einzigartiges Angebot mit überregionaler Strahlkraft“

Die Kliniken Südostbayern AG hat ein umfassendes Zukunftskonzept für den Krankenhausstandort Ruhpolding beschlossen. Das Vinzentinum wird zu einem Kompetenzzentrum für Schmerztherapie entwickelt. Dazu Vorstandsvorsitzender Dr. Uwe Gretscher: „Es wird für die Menschen in der Region im Bereich Schmerztherapie ein Angebot auf höchstem Niveau schaffen und darüber hinaus überregionale Strahlkraft entfalten. Wir entwickeln damit das medizinische Angebot des Klinikenverbunds insgesamt weiter und sichern gleichzeitig die Zukunft des Krankenhausstandorts Ruhpolding.“ mehr...

Zum Hintergrund des Zukunftskonzepts: Die Rahmenbedingungen für kleine Krankenhausstandorte sind gesundheitspolitisch generell nicht einfach. Die bundesweiten Personal- und Qualitätsvorgaben werden immer anspruchsvoller. Für Standorte wie Ruhpolding sind diese Vorgaben immer schwerer umsetzbar – nicht zuletzt angesichts eines deutlich angespannten Personalmarkts bei Pflegekräften und Ärzten. Nachdem bei den laufenden Bau- und Sanierungsarbeiten die generellen baulichen und strukturellen Herausforderungen des Vinzentinums nochmals verstärkt zutage traten, beschloss die Klinikleitung, die ursprünglich zu einem späteren Zeitpunkt angedachte Neuausrichtung sofort weiter zu forcieren, damit Ruhpolding schon nach Ende der Modernisierungsarbeiten mit der neuen Ausrichtung in Betrieb gehen kann. Dieses Konzept wurde nun vom Aufsichtsrat der KSOB AG beschlossen. Damit wird das Vinzentinum Ruhpolding nach Ende der Sanierungsarbeiten, bei denen die Kliniken insgesamt 4,5 Millionen Euro investieren, im 4. Quartal 2021 „als modernes, attraktives und hoch qualifiziertes Kompetenzzentrum für Schmerztherapie in Betrieb gehen – mit einem umfassenden Versorgungsangebot, das sicherlich auch überregional wirken wird“, so der Vorsitzende des Aufsichtsrats Landrat Bernhard Kern.

Landrat Siegfried Walch ergänzt: „Das Konzept für Ruhpolding ist der nächste Meilenstein bei unserem Weg, die Kliniken Südostbayern durch eine gezielte Schwerpunktbildung an den einzelnen Standorten zukunftsfähig aufzustellen. Es ist angesichts der generellen Entwicklungen im Gesundheitswesen nicht möglich, an jedem Krankenhausstandort jede Leistung auf höchstem Niveau anzubieten. Nur die Spezialisierung innerhalb des Verbunds kann der Weg sein, um die Standorte zu erhalten. Jedes Haus braucht sein Profil und seinen Schwerpunkt. Im Verbund der Standorte können wir für die ganze Region eine medizinische Versorgung auf höchstem Niveau anbieten.“

Elisabeth Ulmer, Vorstand der Kliniken Südostbayern, erläutert die Grundzüge des Konzepts für das Kompetenzzentrum für Schmerztherapie: „Die Tagesklinik für Schmerztherapie wird vom Klinikum Traunstein nach Ruhpolding verlegt. Dadurch wird es möglich, am Standort Ruhpolding ein umfassendes Angebot im Bereich der Schmerztherapie zu schaffen. Hinzu kommen Synergie-Effekte mit den tagesklinischen und ambulanten Bereichen. Dazu gehören verschiedene Therapiekonzepte, die bereits in Ruhpolding angesiedelt sind. Das bereits vorhandene Wahlleistungsangebot komplettiert die Bedürfnisse und Nachfrage von Schmerzpatienten.“ Nach Überzeugung von Landrat Siegfried Walch bietet das Krankenhaus Ruhpolding ideale Rahmenbedingungen für das Schmerztherapiezentrum: „Sanierte und moderne Räumlichkeiten in familiärer Atmosphäre und inmitten einer einzigartigen Naturlandschaft.“ Die Nachfrage nach professioneller Schmerztherapie ist laut Vorstand Dr. Uwe Gretscher zufolge groß. „Gleichzeitig steigen angesichts der demographischen und medizinischen Entwicklung die Anforderungen in der ambulanten, tagesklinischen und multimodal stationären Schmerztherapie permanent. Diesen Anforderungen kann man nur mit einer gezielten Spezialisierung und Schwerpunktbildung gerecht werden.“ Zudem sei der Bereich Schmerztherapie für potenzielle Mitarbeiter sehr attraktiv.

Auch Ruhpoldings Bürgermeister Justus Pfeifer zeigt sich begeistert vom Zukunftskonzept für das heimische Krankenhaus. „Das Kompetenzzentrum für Schmerztherapie passt hervorragend nach Ruhpolding. Als Bürgermeister freut es mich sehr, dass der Krankenhausstandort Ruhpolding damit eine zukunftsfähige Ausrichtung erhält. Derzeit laufen auch noch Gespräche mit heimischen niedergelassenen Ärzten, inwieweit künftig eine enge Zusammenarbeit mit dem neuen Vinzentinum im Bereich der allgemeinmedizinischen Versorgung der heimischen Bevölkerung möglich ist. Das wäre ein weiterer toller Baustein für das neue Vinzentinum.“  

15.07.2021 - Kliniken Südostbayern

Wenn Herz oder Lunge versagen

Eva Mayr-Stihl Stiftung spendet Klinikum Traunstein 320.000 Euro für neue mobile Herz-Lungen Maschinen und ein Reanimationseinsatzfahrzeug

Symbolische Übergabe der Fördermittel in Höhe von 320.000 Euro
Symbolische Übergabe der Fördermittel in Höhe von 320.000 Euro

Mit 320.000 Euro fördert die Eva Mayr-Stihl Stiftung die Anschaffung von zwei neuen mobilen Geräten für das ECMO Zentrum am Klinikum Traunstein. ECMO steht für ExtrakorporaleMembranoxygenierung und fungiert als künstlicher Herz-Lungen Ersatz. „Die Therapie stellt oft die einzige Überlebenschance bei einem anhaltenden Herz-Kreislauf-Stillstand oder schwerem Lungenversagen dar. Sie schützt den Patienten aber nicht nur vor dem Versterben, sondern auch vor schweren neurologischen Folgeschäden, so Dr. Markus Barth, Oberarzt in der Kardiologie sowie leitender Hubschrauberarzt Christoph 14. Im Rahmen der Förderung soll auch ein spezielles Reanimationseinsatzfahrzeug angeschafft werden, denn in so einem Notfall zählt jede Sekunde.  mehr...

Meist stehen ECMO-Geräte nur an Universitätskliniken oder Herzzentren zur Verfügung, da die Anwendung Spezialwissen erfordert. „Am Klinikum Traunstein wurde bereits 2011 mit dem Aufbau eines ECMO-Teams sowie der dazugehörigen Expertise begonnen. Zwei Geräte sind seitdem erfolgreich im Einsatz. Denn die Kliniken Südostbayern liegen im Notfall zu weit entfernt von Maximalversorgern, wie dem ECMO-Zentrum Regensburg, das vor Aufbau unserer eigenen Einheit in schweren Fällen, wann immer möglich, per Hubschrauber zu Hilfe kam.“ sagt Dr. Uwe Gretscher, Vorstandsvorsitzender der Kliniken Südostbayern, über die besondere Situation am Klinikum. Auch bei Unterkühlungen – wie sie beispielsweise bei Lawinenopfern vorkommen – kann die ECMO-Therapie Leben retten. 

Mit der Covid-19-Pandemie stieg die Zahl der zu Behandelnden mit schwerstem Lungenversagen, die auf eine ECMO-Therapie als letzte Option angewiesen waren, noch einmal erheblich an. Dr. Markus Barth erläutert: „Die beiden vorhandenen Geräte sind für Covid-19-Patienten häufig längerfristig in Verwendung, dadurch ist die kurzfristige, notfallmäßige Versorgung eines Herz-Kreislauf-Stillstands nicht mehr durchgängig gewährleistet. „Mit der Förderung durch die Eva Mayr-Stihl Stiftung wird der gleichzeitige Betrieb von drei ECMO-Plätzen auf der Intensivstation sichergestellt. Zusätzlich planen wir auch, eine mobile Station in einem speziellen Einsatzfahrzeug einzurichten. Damit können wir dann sehr schnell vor Ort sein, um im Fall eines auf die üblichen Wiederbelebungsmaßnahmen nicht ansprechenden Herzstillstandes eine Kreislaufstabilisierung vorzunehmen.“ 

Im Südostbayerischen Raum hat nur das Klinikum Traunstein ein ECMO Zentrum und ein mobiles Einsatz Team. „Diese Investition in die stationären und mobilen Kapazitäten unserer Klinik schafft die Chance auch hier im ländlichen Raum eine schnelle Versorgung bei Herz-Lungen-Versagen auf Universitätsniveau zu gewährleisten. Die Eva Mayr-Stihl Stiftung hat mit ihrem Engagement beispielsweise für ein eigenes Covid-19-Schnelllabor schon viel Positives für die Gesundheitsversorgung in der Region bewirkt. Für diese enorme Unterstützung der beiden Stifter, Eva Mayr-Stihl und Robert Mayr, kann ich nur ein herzliches Vergelt’s Gott aussprechen“ freut sich Landrat Siegfried Walch. 

Robert Mayr, einer der Stifter der Eva Mayr-Stihl Stiftung, hat einen besonderen Bezug zur Region: „Ich bin vor über 80 Jahren im Klinikum Traunstein geboren worden. Da die Stiftung einen Schwerpunkt ihrer Arbeit auf die Medizin setzt, ist ein Engagement für dieses Krankenhaus naheliegend – und liegt mir persönlich am Herzen. Auch für unsere anderen Schwerpunkte Wissenschaft & Forschung sowie Kunst & Kultur haben wir in der Region Projekte gefunden. So fördern wir unter anderem den Nationalpark Berchtesgaden und das Holzknechtmuseum in Ruhpolding.“

12.07.2021 - Kliniken Südostbayern

Weil Worte wirken

Kliniken Südostbayern: Arzt-Patienten-Kommunikation hat viele Facetten

Chefarzt Dr. Thomas Kubin im Gespräch
Chefarzt Dr. Thomas Kubin im Gespräch

Kommunikation ist eine hohe Kunst. Das erleben wir alle im Alltag - und dies gilt natürlich auch in der Medizin. Von der Anamnese über die Impfberatung bis zur Visite und dem Übermitteln negativer Nachrichten: Ärztinnen und Ärzte sind bei der Kommunikation mit ihren Patientinnen und Patienten nicht nur mit ihrem Fachwissen gefragt. Für gelungene Gespräche braucht es noch einiges mehr: Unter anderem Fingerspitzengefühl und Menschenliebe, Empathie und Erfahrung, meinen medizinische Mitarbeitende der Kliniken Südostbayern. Sie sind überzeugt vom Nutzen der sprechenden Medizin.  mehr...

Dass gute Gespräche zwischen Ärzten und Patienten die Basis für Vertrauen, eine heilungsfördernde Einstellung bei den Patienten und damit auch für den Erfolg der Behandlung bilden, ist unumstritten. Doch wie kann die Kommunikation zwischen Behandelnden und Ratsuchenden gelingen, worauf kommt es dabei an? Schließlich sind Patientinnen und Patienten in ihrem Wesen und ihren Erwartungen ebenso unterschiedlich wie es Ärztinnen und Ärzte sind. „Wir Ärzte müssen uns bewusst sein, dass die Menschen mit Hoffnungen, Wünschen und Ängsten zu uns kommen, oft sind ganz unterschiedliche Erwartungen in einer Person vereint“, sagt Marc Oliver Stückrath, Leiter der Schmerztagesklinik im Klinikum Traunstein. „Bei uns ist die Grundlage jeder Arzt-Patienten-Kommunikation daher, dass wir den Patienten dort abholen, wo er gerade ist“, so der Leitende Oberarzt. „Wenn man offene Gespräche führt, Dialoge statt Monologe, zuhört und den Patienten ernstnimmt, kann man  Vertrauen und damit die Basis für eine gute Behandlung schaffen.“ Einer Patientin „eine Therapie bevormundend überzustülpen“, könne hingegen „direkt in eine therapeutische Sackgasse führen.“ Diese aus den 1950er Jahren stammende hierarchische Kommunikation sei in den 1970er Jahren auf den Kopf gestellt worden: Nach der Strategie, die Patienten in einer „behüteten Unwissenheit“ zu lassen, sei man dann der Meinung gefolgt, „die Patienten müssen mit der Wahrheit konfrontiert werden“, so Hanns-Günter Wolf. Der Diplom-Psychologe und Musiktherapeut aus dem Team der „Psychoonkologischen Beratung und Behandlung“ für Krebspatienten am Klinikum Traunstein weiß, „dass es hier keine allgemeingültige Wahrheit gibt und die Ärztinnen und Ärzte heute so differenziert wie möglich mit ihren Patientinnen und Patienten kommunizieren, um deren individuellen Weg zur Krankheits- und Informationsverarbeitung herauszufinden. 

„Ich sehe meine Rolle als denjenigen, der hinter dem Patienten steht“, sagt Dr. Christian Stöberl. „Dieses Bild hilft ganz vielen Patienten, es sagt ihnen: Du, der Patient, bist der, der den Ton angibt“, so der Leitende Oberarzt der Palliativstation an der Kreisklinik Bad Reichenhall und niedergelassene Onkologe. Eine gelungene Arzt-Patienten-Kommunikation sei so wichtig, „weil sowohl der Patient etwas von dem Arzt möchte als auch umgekehrt der Arzt vom Patienten.“ Um nicht aneinander vorbeizureden, brauche es eine gemeinsame Sprache. Und um zu vermeiden, dass die in manchem Gespräch nachvollziehbarerweise aufgeregten Patienten „Gesagtes nicht hören und Gehörtes nicht verstehen“ wird, stellt Dr. Stöberl seinem Patienten im Zweifelsfall zu gegebener Zeit Rückfragen. „Es ist wichtig, zu spüren: was und wieviel möchte der Patient wissen“, sagt er. Dann folge die zentrale Frage, was jedem Patienten in seiner individuellen Situation wichtig sei. Das gemeinsame Herausarbeiten eines Ziels - mit dem Arzt als medizinischem Spezialisten und der Patientin als Fachfrau in eigener Sache – ist für den Mediziner das A und O einer gelungenen Kommunikation mit seinen Patienten. „Das Wichtigste ist der Patient, man muss den Menschen als Ganzes sehen, mit seiner Seele, seiner Psyche, seinem Umfeld“, meint auch Dr. Thomas Kubin, Chefarzt der Hämatologie, Onkologie und Palliativmedizin am Klinikum Traunstein. Bei der Frage „Wo steht der Patient, wo will er hin, gelte es, „aufmerksam zuzuhören, auf Gestik und Mimik zu achten, die Menschen mit ihren Gefühlen wahrzunehmen.“ 

Dass die Palliativmedizin „viel sprechender“ ist als andere Fachgebiete, liegt auf der Hand. „Sowohl bei Patienten mit Krebserkrankungen als auch in der Palliativmedizin ist Kommunikation extrem wichtig, hier geht es um existenzielle Punkte des Lebens“, so Dr. Kubin. Daher dauerten hier Visiten oder einzelne Besprechungen mit Patienten oder deren Angehörigen mitunter auch sehr lange. „Idealerweise finden Gespräche über Krebsdiagnosen oder eine Verschlechterung des Krankheitsverlaufes im Vier-Augen-Gespräch statt, und wenn es brennt, können sie auch mal eine Stunde dauern.“ Dass ein normaler Arbeitstag des Chefarztes immer mehr als acht Stunden hat, ist ihm diese Flexibilität zum Wohle seiner Patientinnen und Patienten wert. „Der Dank kommt auch zurück, insbesondere wenn der Patient wirklich verstanden hat, was mit ihm los ist und wo die Möglichkeiten der Behandlung und Betreuung liegen. Nur so kann man als medizinischer Partner gemeinsam mit dem Patienten dessen weiteren Weg beschreiten.“, so Dr. Kubin. Dankbarkeit von ihren betagten bis hochbetagten Patienten empfängt auch immer wieder Dr. Jitka Ptacek. Die Leitende Ärztin der Akutgeriatrie an der Kreisklinik Berchtesgaden geht mit der nötigen Zeit, Sensibilität und Umsicht auf die häufig in ihren Sinneswahrnehmungen oder kognitiven Möglichkeiten eingeschränkten alten Menschen ein. Das fängt ganz einfach damit an, dass sie schaut, „ob die Hörgeräte sitzen und funktionieren.“ 

Anders als zum Beispiel Marc Oliver Stückrath, der seinen Patientinnen und Patienten offene Fragen stellt und ihnen damit Raum für Reflektion bietet, erleichtert Dr. Ptacek insbesondere den an Demenz erkrankten Frauen und Männern die Kommunikation durch geschlossene Fragen, die mit ja oder nein beantwortet werden können. Auch für sie gilt, ihre Patienten „mit Fingerspitzengefühl und Erfahrung dort abzuholen, wo sie gerade sind.“ Dafür „konzentrieren wir uns auch die wichtigen Informationen und ich spreche in klaren, kurzen Sätzen“, sagt die Geriaterin. Sei die dementielle Erkrankung schon in einem fortgeschrittenen Stadium, helfe ihr bei der Verständigung mit den Betroffenen die nonverbale Kommunikation, so die erfahrene Ärztin. Dann erreicht sie die Menschen mehr als mit Worten mit Gestik, Mimik und leichten Berührungen. Dass Worte wirken und die Arzt-Patienten-Kommunikation doch noch viel mehr beinhaltet, erklärt Psychoonkologe Hanns-Günter Wolf. Hier würden sich drei Ebenen verknüpfen: Inhaltlich vermittele der Arzt Sachverhalte von der Diagnose bis zu Therapien. Damit verknüpften sich dann emotionale Prozesse, wenn der Patient sich frage, was diese Informationen für ihn bedeuteten. Als drittes komme die Beziehungsebene ins Spiel mit der Frage: Wie gehen wir – Ärztin und Patientin - miteinander um? „Alle drei Aspekte immer im Auge zu behalten, ist eine wirkliche Herausforderung“, so der Dozent für Gesprächsführung. 

Er und seine Kolleginnen aus dem Team der Psychoonkologischen Beratung und Behandlung arbeiten eng mit Chefarzt Dr. Kubin zusammen und bieten den Patientinnen und Patienten in der Onkologie und auf der Palliativstation zur besseren Bewältigung ihrer individuellen Situation frühzeitig wertschätzende, beziehungsorientierte Gespräche an. „Menschen leiden unterschiedlich, die Haltung zu den Dingen macht den großen Unterschied“, sagt Hanns-Günter Wolf. So mache es einen Unterschied, ob Menschen glaubten, „es ‚gibt etwas nach dem Tod und ob das ‚Sterben müssen ‘die eigene Lebensgeschichte mit dem Gefühl einer persönliche Sinnhaftigkeit abrunden kann oder ob etwas Unerledigtes bleibt.“  Bei den existenziellen Fragen des Lebens würden sich die Begleitungen der Psychoonkologen daher manchmal mit jenen der im Klinikverbund so engagierten wie beliebten Seelsorgenden beider Konfessionen berühren. Wenn Wolf mit onkologischen Patientinnen spricht, ist für ihn ein wichtiges Kriterium, dass Patienten – die ja oft allein wegen des Wortes „Krebs“ massive Ängste haben - das Gefühl der „Selbstwirksamkeit“ nicht verlieren. Deshalb ermuntert der Psychologe die Patienten dazu,“ bei allen wichtigen Behandlungsentscheidungen zu prüfen, ob sie denn die für eine selbstbestimmte Entscheidung notwendigen ärztlichen Informationen bekommen und diese auch verstanden haben. Gut ist es auch, wenn bei solchen Gesprächen auch Vertrauenspersonen mit dabei sind, also Vier-Ohren Gespräche.“ 

Weil Ärztinnen und Ärzte wissen, dass ihr Gegenüber im Gespräch angesichts vieler Informationen und sich überschlagender Gefühle leicht den Faden verlieren oder sich nicht sofort alles Wesentliche merken kann, hat Marc Oliver Stückrath ein paar Empfehlungen für Patienten. „Es ist hilfreich, wenn sie zum Gespräch eine gewisse Struktur mitbringen, sich Notizen machen, offen und ehrlich sind. Denn wenn ich etwas nicht weiß, besteht die Gefahr, dass ich bei der Behandlung in die falsche Richtung gehe.“ Der Schmerzmediziner erlebt auch, dass sich Patienten leichter öffnen, wenn er ihnen ohne seinen weißen Kittel begegnet. „Das ist gleich ein ganz anderes Verhältnis“, erlebt der Anästhesist immer wieder. Auch dies sei eine Unterstützung, seinem Gegenüber zu vermitteln: „Der Profi für sich selbst ist der Patient.“ Wenn die Patientin dies verinnerlicht habe, ihre Selbstwirksamkeit spüre und ihm vertraue in dem Sinne, „dass der Doktor mir hilft, mein Ziel zu erreichen“, dann sei die Kommunikation gelungen, so Dr. Christian Stöberl. Genau dies sei für ihn „ein sehr bereichernder Aspekt“ seiner ärztlichen Tätigkeit. „Diese Art der Interaktion ist für mich ein ganz entscheidender Punkt in der Medizin, darum bin ich Arzt geworden“, sagt er. Wie seine Kolleginnen und Kollegen betont er den Stellenwert der Kommunikation in der Medizin und begrüßt daher auch ärztliche Fort- und Weiterbildungen zu diesem Thema. Dieses hat seiner Bedeutung wegen seit einigen Jahren auch die ärztliche Ausbildung an den Universitäten erreicht, es ist dort Gegenstand der Lehre sowie der abschließenden Staatsprüfung. Gute Aussichten also für die hohe Kunst der Kommunikation.

Ina Berwagner

01.06.2021 - Klinikum Traunstein

Patienten im Klinikum beistehen

Krankenhaus-Besuchsdienst feiert in diesem Jahr sein 40-jähriges Bestehen.

Sein 40-Jahr-Jubiläum feiert der Krankenhaus-Besuchsdienst im Klinikum Traunstein in diesem Jahr. Im Bild zu sehen sind die Leiterin Maria Schmidbauer (links) und ihre Mitstreiterinnen bei der Verabschiedung von Ilse Albrecht (Zweite von rechts), die nach 32 Jahren wegen Wegzugs den Besuchsdienst verlassen musste. Das Foto entstand im Vorjahr zwischen dem ersten und zweiten Lockdown.
Sein 40-Jahr-Jubiläum feiert der Krankenhaus-Besuchsdienst im Klinikum Traunstein in diesem Jahr. Im Bild zu sehen sind die Leiterin Maria Schmidbauer (links) und ihre Mitstreiterinnen bei der Verabschiedung von Ilse Albrecht (Zweite von rechts), die nach 32 Jahren wegen Wegzugs den Besuchsdienst verlassen musste. Das Foto entstand im Vorjahr zwischen dem ersten und zweiten Lockdown.

Auf sein 40. Jubiläum blickt in diesem Jahr der ehrenamtliche Krankenhaus-Besuchsdienst am Klinikum Traunstein zurück. Unter dem Motto „Wir schenken Zeit statt Blumen“ kümmern sich seine Mitglieder seit April 1981 kostenlos um die Bedürfnisse der Patienten im persönlichen Bereich während ihres stationären Aufenthalts. Der Krankenhaus-Besuchsdienst versteht sich als ergänzendes Angebot zur pflegerischen und medizinischen Versorgung. mehr...

Die Idee dazu hatten seinerzeit Rosemarie Kotter, Vorsitzende des Katholischen Deutschen Frauenbunds (KDFB) und Rosi Mengele, Vorsitzende des Kreises junger Frauen. Die Idee wurde an Maria Schmidbauer, ebenfalls Mitglied des KDFB, delegiert, die mit der Gründung und Leitung des Besuchsdienstes betraut wurde. Das erarbeitete Konzept fand bei den zuständigen Gremien großen Anklang und größtmögliche Unterstützung. Die angeworbenen Mitarbeiterinnen wurden durch intensive Seminare über das Katholische Bildungswerk München in vielseitigen Bereichen von Ärzten, Pflegenden, Psychologen, Seelsorgern usw. auf das Gespräch am Krankenbett bestens vorbereitet.

Auf diese Weise gut gerüstet nahm der Krankenhaus-Besuchsdienst im April 1981 unter der Trägerschaft des Katholischen Frauenbunds sowie in Zusammenarbeit mit der Krankenhausleitung, dem Sozialdienst und der katholischen und evangelischen Seelsorge seine Tätigkeit im damals noch Städtischen Krankenhaus Traunstein auf. Der Nephrologie Dr. Martin Gottsmann war der „Türöffner“ für das Pilotprojekt. Er war von der guten Sache überzeugt, sodass die Frauen auf seinen Stationen ihre Tätigkeit aufnehmen durften. „Die für alle Beteiligten hilfreiche und vielseitige Tätigkeit des Besuchsdienstes sprach sich schnell herum. Inzwischen ist sie auf allen Stationen zu einer Festen und geschätzten Einrichtung im Klinikalltag geworden“, erinnert sich die Leiterin Maria Schmidbauer.

Jede Mitarbeiterin übt ihren Dienst regelmäßig mindestens einmal in der Woche an einem festgelegten Tag -je nach Bedarf auch an weiteren Tagen- zwischen drei und fünf Stunden auf ihrer Station entsprechend ihres Einsatzplans aus. Der Dienst kann von allen Patienten über die Station oder die Information  angefordert werden. Die Tätigkeit des Besuchsdienstes richtet sich zunächst ganz an den persönlichen Bedürfnissen und Anliegen der Patienten aus. Die Mitarbeiterinnen versuchen dabei in vielfältiger Weise entsprechend der eigenen Möglichkeiten zu helfen. Wobei für viele Patienten wichtig ist, dass jemand für sie Zeit hat, sich zu ihnen setzt, mit ihnen spricht oder auch nur zuhört. „Allein durch die menschliche Zuwendung und aufrichte Anteilnahme an den Sorgen fühlen sich viele Patienten erleichtert, weil sie sich in ihrer Not verstanden fühlen“, so Elisabeth Ulmer, Vorstand der Kliniken Südostbayern AG. Erst im weiteren Gespräch würden sich meist noch andere Bedürfnisse bzw. Hilfsmöglichkeiten ergeben. Besonders gefragt ist die unbürokratische Hilfe des Besuchsdienstes, wenn Urlauber auf Durchreise, nach einem Unfall überraschend ins Krankenhaus kommen. Maria Schmidbauer
erinnert sich zum Beispiel an den Fall einer Familie aus Siegen, bei dem der Ehemann nach einem Bergunfall sechs Wochen auf der chirurgischen Intensivstation lag, oder an eine Familie aus Köln, bei der der Ehemann nach einem Verkehrsunfall verstarb und die Ehefrau mit einer
 
Halswirbelfraktur eingeliefert wurde. Geholfen wurde mit Kleidung, Wäsche, Toilettenartikel usw. Oft sind auch begleitende Angehörige mitzubetreuen, sei es bei der Zimmersuche oder weil sie seelische Stütze und Zuspruch benötigen. Es gibt auch immer wieder Fälle, wo der Krankenhausaufenthalt alleinstehender Patienten, zum Beispiel mit einer Krebserkrankung oder massiven Durchblutungsstörungen, länger dauert, als zunächst geplant. Hier sind meist persönliche Dinge von zuhause zu holen, Fenster zu schließen, Tiere zu versorgen, soweit sich die Wohnung im nahen Umkreis befindet. Bei schweren Verläufen der Erkrankung wurden von den Mitarbeiterinnen ihre Patienten auch während ihrer Sterbephase weiter sehr intensiv begleitet -teils im Wechsel mit einer Kollegin bzw. der Seelsorge. Inzwischen benötigten auch erkrankte, meist jugendliche Flüchtlinge auf Grund großer Sprachbarrieren und bürokratischer Vorschriften eine umfangreiche und aufklärende Hilfe, z.B. durch die Hinzuziehung eines Dolmetschers, betont
Maria Schmidbauer.

„Ihre Motivation finden die Mitarbeiterinnen des Besuchsdienstes immer wieder darin, dass sie ihre Tätigkeit als menschliche Bereicherung empfinden, denn es ist immer ein Geben und Nehmen zugleich“, unterstreicht Maria Schmidbauer. Die Erfahrungen in diesem Dienst würden viel helfen, auch privat mit vielen Situationen souveräner umzugehen. Die Mitarbeiterinnen berichteten ihr immer wieder, dass sie für ihr eigenes Leben viel lernen würden. Es seien vor allem die vielen positiven Rückmeldungen der Patienten, die ihnen das Gefühl vermittelten, etwas wirklich Sinnvolles zu tun.

Für alle Mitarbeiterinnen, welche ihren Dienst bereits seit über 5, 10 und teilweise 30 Jahren ausüben, ist es derzeit sehr bedauerlich, dass coronabedingt keine Besuche erlaubt sind, welche gerade in diesen schweren Zeiten  -auch aus Erfahrung der Seelsorge- dringend erforderlich wären.

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