Aktuelle Pressemeldungen

01.09.2021 - Bildungszentrum

16 zukünftige Medizinische Fachangestellten beginnen ihre Ausbildung, 22 Bundesfreiwilligendienstleistende (Bufdis) beginnen ihren Dienst

Herzlich Willkommen bei den Kliniken

Das Team der Stabsstelle mit den neuen Bufdis, Bild rechts: Das Team der Stabsstelle mit den neuen MFA-Azubis
Das Team der Stabsstelle mit den neuen Bufdis

Den zukünftigen Medizinischen Fachangestellten und den Bundesfreiwilligendienstleistenden stehen abwechslungsreiche und spannende Monate bzw. Ausbildungsjahre bevor. Während die Bufdis bei ihrem Dienst auf Station erste Einblicke in die Pflege erhalten, werden die Medizinischen Fachangestellten ihren praktischen Teil an ihrem Einsatzort bei den Kliniken Südostbayern ableisten und den theoretischen Teil an der Berufsschule 2 in Traunstein.

Das Team der Stabsstelle BIG, die die Auszubildenden und Bundesfreiwilligendienstleistenden mit einem kleinen Geschenk empfangen haben, betreut als zentrale Stelle beide Berufsgruppen während des kompletten Einsatzes und wünscht einen guten Start und viel Erfolg.

31.08.2021 - Bildungzentrum

22 angehende Gesundheits- und Krankenpfleger in der Krankenpflegeschule Bad Reichenhall verabschiedet

Elisa Stocker erreichte dreimal die Traumnote 1,0 im Staatsexamen

Bei Abschlussfeier in der Berufsfachschule für Krankenpflege erhielten Fanny Riviere-Sun (vorne rechts) und Sofia Gkampogiani (Mitte) einen Staatspreis. Elisa Stocker (links) wurde für dreimal 1,0 im Staatsexamen geehrt. Auf dem Foto zu sehen sind (hintere Reihe von links die Klassenleiterinnen Bettina Weickert und Lisa Lanzinger, Medizinischer Direktor Dr. Stefan Paech, Landrat Bernhard Kern, Pflegedirektorin Manuela Großauer und Schulleiterin Manuela Püttner-Nann.
Bei Abschlussfeier in der Berufsfachschule für Krankenpflege erhielten Fanny Riviere-Sun (vorne rechts) und Sofia Gkampogiani (Mitte) einen Staatspreis. Elisa Stocker (links) wurde für dreimal 1,0 im Staatsexamen geehrt. Auf dem Foto zu sehen sind (hintere Reihe von links die Klassenleiterinnen Bettina Weickert und Lisa Lanzinger, Medizinischer Direktor Dr. Stefan Paech, Landrat Bernhard Kern, Pflegedirektorin Manuela Großauer und Schulleiterin Manuela Püttner-Nann.

Bei einer coronabedingt kleinen, aber schönen Feier in der Berufsfachschule für Krankenpflege Bad Reichenhall erhielten 22 frisch examinierte Gesundheits- und Krankenpfleger ihre Abschlusszeugnisse. Für ihren hervorragenden Schulabschluss bekamen Fanny Riviere-Sun  aus Freilassing (Notenschnitt 1,28) und Sofia Gkampogiani aus Bad Reichenhall (1,42) einen Staatspreis der Regierung von Oberbayern. Ebenfalls geehrt wurde Elisa Stocker aus Schönau am Königssee, die in allen Prüfungsteilen (schriftlich, mündlich und praktisch) des Staatsexamens die Traumnote 1,0 erreichte. mehr...

Schulleiterin Manuela Püttner-Nann wies auf den neuen Status, eine neue Aufgabe und eine neue Verantwortung hin, die der neue Lebensabschnitt mitbringe und zitierte Hermann Hesse mit den Worten: „Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“. So ein Neubeginn habe immer etwas Besonderes und Kraftvolles, meinte sie. Der römische Philosoph Marcus Tullius Cicero habe einmal gesagt: „Fange nie an aufzuhören, höre nie auf anzufangen“. Ausbildungsziel ihres Berufes sei, dass sie das lebenslange Lernen als festen Teil ihrer beruflichen Biographie sehen und die fortlaufende persönliche und fachliche Weiterentwicklung als notwendig anerkennen würden. Mit dem jetzigen Wissen und Kompetenzen in der professionellen Pflege hätten sie sich eine gute Grundlage erworben. Ohne weiteres Lernen würden sie jedoch den Anschluss verlieren und den zu pflegenden Menschen irgendwann nicht mehr gerecht. Die Pflege bleibe eine Herausforderung und bringe immer wieder Neues.

Sie rief die Absolventen deshalb dazu auf, nie aufzuhören, sich neue Ziele zu stecken, sich für die Patienten einzusetzen. Sie sollten nicht aufhören bzw. anfangen, Dinge verändern und verbessern zu wollen und Verantwortung für zu pflegende Menschen und Patienten sowie für die Qualität und Professionalität der Pflege zu übernehmen. Sie sollten dabei nicht vergessen, ihre Erfahrungen zu teilen, ihr Wissen weiterzugeben und andere profitieren zu lassen.

Von bewegten Zeiten der Corona-Pandemie sprach Landrat Bernhard Kern. Diese Krise habe ein enormes Pensum und große Flexibilität von ihnen gefordert. Sie seien sowohl im Schul- als auch im Pflegealltag vor großen Herausforderungen gestellt worden. „Doch gerade angesichts der Corona-Pandemie hat sich gezeigt, welchen Stellenwert die Pflege in unserer Gesellschaft hat“, betonte Kern. Ihre Ausbildung sei deshalb zukunftsorientiert und systemrelevant. Sie seien es nämlich, die die Menschen bei der Krankheitsbewältigung professionell Begleiteten.

Dem Landkreis sei es daher ein großes Anliegen, Pflegekräfte in der Region auszubilden, um dem steigenden Pflegebedarf gerecht zu werden. Gemeinsam mit dem Landkreis Traunstein habe er sich für die Umsetzung der Generalistik in der Pflege eingesetzt und die Gründung des gemeinsamen Ausbildungsverbunds unterstützt, dessen Ziel es sei, die Ausbildungsplätze im besten Fall zu erhöhen, um für den Pflegebedarf jetzt und in der Zukunft gewappnet zu sein.

Gerade die vergangenen Monate hätten verdeutlicht, wie wichtig ein gut funktionierendes Gesundheitssystem mit motivierten, hochqualifizierten Fachkräften sei, meinte der Medizinische Direktor der Kliniken Südostbayern AG, Dr. Stefan Paech. Insbesondere der Einsatz der Pflegekräfte sei seitens der Gesellschaft in hohem Maße wahrgenommen worden und habe große Anerkennung gefunden.

Er rief die Absolventen dazu auf, sich das in der Ausbildung gezeigte große Engagement für den Beruf zu bewahren und nach neuen Erfahrungen und Zielen begierig zu sein. In ihrem beruflichen Umfeld würden sie vielen neuen Herausforderungen begegnen. Veränderungen und Weiterentwicklungen des Arbeitsumfeld und Tätigkeitsspektrums würden ihr ständiger Begleiter sein. Sie sollten diese Veränderungen als Chancen zur Verbesserung der Versorgungsqualität zum Wohle der anvertrauten Patienten wahrnehmen und aktiv begleiten.

Die Kliniken Südostbayern AG werde weiterhin investieren, um junge Menschen für die Pflege zu gewinnen und zu begeistern, so Paech. Die pflegerische Tätigkeit erfordere die zunehmend arbeitsteiliger werdende Patientenversorgung mit verschiedenen Professionen, in der viele Berufsgruppen zusammenarbeiteten.

In den vergangenen Jahre habe die Kliniken Südostbayern AG begonnen Prozesse in der Patientenversorgung weiter zu optimieren und zu verschlanken, um Freiräume für die unmittelbare Tätigkeit am Patienten zu schaffen. „Wir haben bereits viel erreicht, sind aber noch nicht am Ende des Wegs und wollen dies mit Ihnen gemeinsam gestalten“, sagte Paech. Er nannte dabei das Stichwort „Digitalisierung“. Gerade die Corona-Pandemie habe gezeigt, wie wichtig die digitale Kommunikation in der Patientenversorgung, aber auch in der beruflichen Ausbildung sei.

Aufbauend auf das Wissen und die Erfahrungen in der dreijährigen Ausbildung müssten sie sich nun fachlich vertiefen und spezialisieren, meinte die Pflegedirektorin der Kliniken Südostbayern AG, Manuela Großauer. In keinem anderen Beruf sei so viel an Weiterentwicklung und Veränderung möglich wie im Pflegeberuf. Inzwischen gebe es fast 150 verschiedene Studiengänge, um sich fachlich weiterzuentwickeln. Pflege sei Wissenschaft und Kunst, aber auch Heilberuf und Profession. Das Berufsbild der Pflege entwickele dynamisch wie nie zuvor. Es gebe inzwischen intelligente Technologien mit Softwarelösungen zur Arbeitserleichterung.

Einen Rückblick auf die vergangenen drei Schul- und Ausbildungsjahre mit ihren besonderen Herausforderungen aus ihrer jeweiligen Sichtweise gaben schließlich die Klassenleiterinnen Andrea Insinger und Bettina Weickert sowie die Schülersprecherinnen Lisa Lanzinger und Destny Philips

30.08.2021

Traunsteiner Nephrologie und Dialysezentrum bekommt Bestnoten

Zertifizierung durch die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie mit Bestnoten

Dr. Betina Jung, leitende Oberärztin, Dr. Myriam Rheinberger, Oberärztin, Rainer Greimel, pflegerische Leitung der Dialyse im Klinikum, Prof. Dr. Carsten Böger, Chefarzt der Nephrologie im Klinikum und des KFH Traunstein, Dr. Laetitia Tréguer stellv. ärztl. Leitung KFH, Hansi Walcher, pflegerische Leitung KFH, Maximilian Heinrich Stationsleitung der Nephrologie im Klinikum.
Dr. Betina Jung, leitende Oberärztin, Dr. Myriam Rheinberger, Oberärztin, Rainer Greimel, pflegerische Leitung der Dialyse im Klinikum, Prof. Dr. Carsten Böger, Chefarzt der Nephrologie im Klinikum und des KFH Traunstein, Dr. Laetitia Tréguer stellv. ärztl. Leitung KFH, Hansi Walcher, pflegerische Leitung KFH, Maximilian Heinrich Stationsleitung der Nephrologie im Klinikum.

Die Abteilung für Nephrologie am Klinikum Traunstein und das KfH Nierenzentrum Traunstein erhielten offiziell die Urkunde zur erfolgreichen Zertifizierung als „Nephrologische Schwerpunktklinik der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie“. Dies ist die höchste Form der Anerkennung für ein Zentrum für Nierenheilkunde in Deutschland. mehr...

Vorausgegangen war der Besuch einer hochqualifizierten Kommission aus drei begutachtenden Nierenspezialisten aus ganz Deutschland. Geprüft wurden dabei nicht nur die Abteilung für Nephrologie am Klinikum Traunstein, sondern auch das kooperierende KfH Nierenzentrum Traunstein. Inhalte der Prüfung waren unter anderem die Qualifikation, Aus- und Weiterbildung von Ärzten und Pflegekräften, die Anzahl, Art und Qualität der durchgeführten Behandlungen und Dialyseverfahren und die Behandlungsabläufe am Klinikum und im KfH Nierenzentrum Traunstein.

Die Kommission war voll des Lobes und stellte der Abteilung für Nephrologie und dem KfH Nierenzentrum Traunstein Bestnoten in allen geprüften Gebieten aus und attestierte dem Team aus Ärzten und Pflegekräften und der Kooperation mit dem KfH zudem auch ein sehr gutes Arbeitsklima. Die Gutachter waren beeindruckt, dass es solche Spitzenmedizin in der Nierenheilkunde außerhalb von Großstädten und Universitäten gäbe.

Bereits Ende 2020 wurde ein Teil der Traunsteiner Nephrologie auf besondere Weise ausgezeichnet: von allen rund 200 KfH Dialyse- und Nierenzentren in Deutschland wurde das KfH Nierenzentrum Traunstein als eines von fünf Referenzzentren des Kuratoriums für Hämodialyse e.V. (KfH) in Deutschland ausgewählt. Hierdurch wurde durch das KfH e.V. die hohe Qualität, die Bereitschaft für Innovation vor allem im Bereich der Digitalisierung und die Stärke in Ausbildung bei Pflegekräften, Medizinischen Fachangestellten und Ärzten am Standort Traunstein anerkannt.

In der Nephrologie werden alle Formen der Nierenerkrankung diagnostiziert und behandelt. Unterschieden werden akute Formen der Nierenschädigung von chronischen. Chronische Nierenerkrankungen werden am häufigsten durch Diabetes oder Bluthochdruck verursacht und bleiben häufig lange unerkannt. Aber Nierenerkrankungen entstehen auch zum Beispiel durch Autoimmunerkrankungen, bestimmte Medikamente oder genetische Erkrankungen. Im schlimmsten Fall droht die Dialyse in Form von Blutwäsche oder Bauchfelldialyse, die der Nephrologe dann durchführt. „Im Chiemgau beobachtet man erfreulicherweise, dass die Hausärzte sehr aktiv in der Früherkennung von Nierenerkrankungen sind und ihre Patienten rechtzeitig zum Nierenspezialisten schicken“, so Professor Dr. Carsten Böger, Chefarzt der Abteilung am Klinikum und Ärztlicher Leiter am KfH Referenz-Nierenzentrum in Traunstein. „So können wir Nephrologen früh auf Prävention setzen, damit wir die Dialysepflicht verzögern oder noch besser verhindern können“.

„Wir sind sehr stolz, in Traunstein das volle Spektrum der Nierenheilkunde auf höchstem Niveau ambulant und stationär anbieten zu können, und dass dies von einer unabhängigen Kommission bestätigt wurde“, sagt Prof. Böger. „Die Gutachter sahen in ihrer Prüfung, dass in Traunstein alle nephrologischen Leistungen, darunter auch Dialyseverfahren, wie an einem Universitätsklinikum mit sehr guter Qualität vorgehalten und durchgeführt werden“, erklärt Prof. Böger. Durch die enge Kooperation zwischen Klinikum und dem KfH Referenz-Nierenzentrum Traunstein werde so die gesamte Nephrologie wie aus einer Hand an einem Standort angeboten: Im KfH Nierenzentrum werden Patienten ohne Dialysepflicht in der Sprechstunde betreut, um Dialyse zu verhindern. Kommt es dennoch zur Dialysepflicht, kann im Klinikum und im KfH Nierenzentrum diese Behandlung eingeleitet und durchgeführt werden. Benötigt der Patient einen stationären Aufenthalt zur Behandlung der Nierenerkrankung oder als Dialysepatient, ist er am Klinikum sehr gut versorgt. Dies bedeutet für alle Patienten mit Nierenerkrankungen mit und ohne Dialysepflicht im gesamten Chiemgau, vor allem aber im Landkreis Traunstein eine sehr hohe Behandlungsqualität wohnortnah.

Prof. Böger: „In Traunstein bieten wir Spitzennephrologie für den gesamten Chiemgau an und bilden Ärzte, Medizinischen Fachangestellten und Pflegekräfte in diesem Gebiet aus. So können wir auch in den nächsten Jahren unsere hohe Qualität sichern, denn Voraussetzung für Spitzenmedizin ist immer auch die entsprechende Ausbildung und das motivierte Team. Alles dieses ist in der Traunsteiner Nephrologie im Klinikum und im KfH, nun auch von offizieller Seite bestätigt, bestens vertreten.“

26.08.2021 - Kreisklinik Trostberg

Schilddrüsen-Zentrum an der Kreisklinik Trostberg erfolgreich zertifiziert

Lob von Prüfern und Patienten

Dr. Joachim Deuble und seine Oberärztin Dr. Natascha Freude bei einer zur Operation vorbereitenden Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse
Dr. Joachim Deuble und seine Oberärztin Dr. Natascha Freude bei einer zur Operation vorbereitenden Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse

Den Menschen in den Landkreisen Traunstein und Berchtesgadener Land wollen die Kliniken Südostbayern sichere Schilddrüsenoperationen auf fachlich höchstem Niveau anbieten. Daher  haben sie 2018 an der Kreisklinik Trostberg unter der Leitung von Chefarzt Dr. Joachim Deuble ein Schilddrüsen-Zentrum etabliert. Das Mitglied des Deutschen Schilddrüsenzentrums wurde nun von der Zertifizierungsgesellschaft „proCum Cert“ zertifiziert. „Die intensive, neutrale Überprüfung auf Herz und Nieren zum „Zer­tifizierten Schilddrüsenzentrum“ bestätigt, dass wir konstant die Sicherheit unserer Patienten und die Qualität unserer Arbeit im Fokus haben“, freut sich Dr. Deuble. mehr...

Der Chefarzt der Abteilung Allgemein- und Viszeralchirurgie an der Kreisklinik Trostberg und sein Team haben sich ausgesprochen gerne dem dreijährigen praxisnahen Audit-und Zertifizierungsverfahren der Zertifizierungsgesellschaft „proCum Cert“ gestellt. Denn alle Mitarbeitenden arbeiten hier mit der gleichen Leidenschaft wie der Chefarzt selbst. „Ich habe über die Schilddrüse promoviert, sie ist mir seit meinen Studientagen eine Herzensangelegenheit“, sagt Dr. Deuble. Der erfahrene Chirurg und Viszeral-Chirurg, Jahrgang 1964, hat ein fundiertes Wissen rund um das nur schmetterlingsgroße Organ, wegen seiner vielfältigen Aufgaben für unsere körperliche und auch seelische Gesundheit eine immense Bedeutung hat. In Deutschland bekommt immerhin jeder Dritte im Laufe seines Lebens Veränderungen an der Schilddrüse. Sorgfältige und qualifizierte Diagnose und Behandlung haben hier also einen besonders hohen Stellenwert. Unter dieser Maxime arbeitet das Schilddrüsen-Zentrum an der Kreisklinik Trostberg nicht nur im Haus und mit den anderen Häusern des Klinikverbundes, sondern auch mit seinen externen Partnern erfolgreich zum Wohle der Patientinnen und Patienten zusammen.

Auch die Kooperationspartner wurden im Rahmen der Auditierung, wie man die Überprüfung im Rahmen eines Qualitätsmanagements zum Beispiel mit dem Ziel einer Zertifizierung auch nennt, ausgiebig gehört. Ob der Nuklearmediziner Jürgen Diener aus dem Klinikum Traunstein, der Anästhesist Dr. Oliver Hahn aus der Kreisklinik Trostberg oder Dr. Rolf Höing vom HNO-Zentrum Traunstein: alle Kooperationspartner hätten sich in den Gesprächen mit den unabhängigen Prüfern sehr zufrieden mit der Zusammenarbeit, etwa bei der raschen Übermittlung von Befunden und Entlassbriefen gezeigt. Die Zertifizierungsauditoren nahmen jeden Bereich des Schilddrüsen-Zentrums ganz genau unter die Lupe. „Sie haben unsere Homepage mit den wertvollen Patienten-Informationen rund um die Schilddrüse gelobt, und auch, dass die Mitarbeitenden im Intranet schnell und übersichtlich alles für sie Relevante finden“, so Dr. Deuble.

„Die alle drei Jahre zu erneuernde Zertifizierung war mein Wunsch, wir wollen transparent sein und uns den Qualitätsansprüchen stellen“, erklärt Dr. Deuble. Die Urkunde zum „Zer­tifizierten Schilddrüsenzentrum“ sei ein weiterer Schritt in der Weiterentwicklung des Schilddrüsen-Zentrums, das den Menschen in der Region eine heimatnahe Versorgung in Sachen Schilddrüsenerkrankungen auf qualitativ konstant hohem Niveau biete und ihnen weite Wege in die Großstadt erspare. Bei aller fachlichen Stärke auf aktuellem Wissensstand: „Im Mittelpunkt steht immer der Patient mit der auf seine Themenstellung individuell zugeschnittenen Behandlung“, betont Dr. Deuble. Trotz der Pandemie seien die Eingriffszahlen seit 2018 kontinuierlich gestiegen und nach diesen Sommerferien würde auch die Schilddrüsensprechstunde in Bad Reichenhall wieder für die Patienten öffnen können, so der Leiter des Schilddrüsen-Zentrums. Die Operationen erfolgen hier dank moderner Verfahren so stimmbandschonend und gewebeerhaltend wie möglich. Und für eine angenehmere Lagerung der Schilddrüsen-Patienten im Nacken- und Wirbelsäulenbereich gibt es im OP neue, entsprechend ergonomisch geformte Tische. Dr. Deuble und seine Kollegin Oberärztin Dr. Natascha Freude operieren meistens gemeinsam.

Streng anonymisiert und allen Anforderungen des Datenschutzes entsprechend werden alle nötigen Operationsdaten an das Studien-, Dokumentations- und Qualitätszentrum DGAV-StuDoQ der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie weitergegeben. Diese Initiative zur chirurgischen Qualitätssicherung dient der Weiterentwicklung der Schilddrüsen-Behandlung in Deutschland und ermöglicht den teilnehmenden Kliniken zudem einen Vergleich mit der Arbeit anderer Häuser. „Was die Ergebnisse betrifft, haben wir uns gut positioniert“, zieht der Chefarzt eine positive Zwischenbilanz. Für die Zukunft plane das Schilddrüsen-Zentrum Trostberg den Ausbau der medizinischen Versorgung von Schilddrüsenerkrankungen um die nicht-chirurgische, sondern ultraschallgesteuerte und auf Wärme basierende Thermoablation von Schilddrüsenknoten, so Dr. Deuble. Apropos chirurgische Eingriffe: Nach der Operation werden die Patientinnen und Patienten des Schilddrüsen-Zentrums Trostberg mit warmen Fango zur Entspannung und angenehmer Kühlung für die Kehle versorgt. Diese persönlichen Aufmerksamkeiten würden - über die fachliche Expertise hinaus - sehr geschätzt, so der Chirurg mit einem Lächeln.

Ina Berwanger

30.08.2021 - Bildungszentrum

Pflegekräfte als wertvolle Vorbilder unserer Gesellschaft

23 Gesundheits- und Krankenpfleger der Berufsfachschule für Krankenpflege Traunstein wurden verabschiedet

In der Aula des Bildungszentrums für Gesundheitsberufe der Kliniken Südostbayern AG wurden 23 frisch gebackene Gesundheits- und Krankenpfleger mit der Übergabe ihrer Zeugnisse verabschiedet. Wegen ihrer sehr guten schulischen Leistungen (Notendurchschnitt von 1,0 bis 1,5) bekamen Antonia Baša aus Traunstein, Franziska Dönhuber aus Chieming, Michaela Lamprecht aus Schnaitsee, Ramona Raber aus Unterwössen, Luise-Marie Scheufele aus Traunstein, Petra Spiel aus Engelsberg, Julius Stavinoha aus Fridolfing und Anja Thomaszewski aus Laufen den Staatspreis der Regierung von Oberbayern. mehr...

Die Hälfte der Ausbildung habe die Corona-Pandemie geprägt, sagte der Schulleiter Pflege, Lutz Krüger. Sie hätten die Auswirkungen nicht nur hautnah bei der Betreuung der Patienten, sondern auch in der Schule erlebt. Sie hätten etliche Stunden im Distanzunterricht absolviert und viele Inhalte in online-geführten Gruppen erarbeitet.

„Sie haben aber auch mitbekommen, dass auf einmal unsere Berufsgruppe in den Fokus gerückt wurde“, stellte Krüger fest. Trotzdem sei die Arbeit in den Krankenhäusern, Pflegeheimen und ambulanten Diensten immer noch „kein Zuckerschlecken“. Es ärgere ihn daher, wenn in Funk und Fernsehen der Beruf der Gesundheits- und Krankenpflege oft nur negativ dargestellt werde. Er könne sich an deutlich mehr Tage erinnern, an denen ihm dieser Beruf mit Freude und Zufriedenheit erfüllt habe. Er sprach die Hoffnung aus, dass bei den Absolventen viele dieser positiven Erlebnisse, Freundschaften, Begegnungen mit den Patienten, Angehörigen und Dozenten und Lehrern in guter Erinnerung blieben. Die meisten von ihnen gingen den nun eingeschlagenen Weg weiter und würden neuen Erfahrungen sammeln und sich immer mehr zum Experten in der Pflege entwickeln.

Die Pflege sei gerade dabei, ein neues Berufsbild zu entwickeln. „Mit der generalistischen Pflegeausbildung möchte man den Pflegeberuf attraktiver machen“, so Krüger. Mit dem Ausbildungsverbund in der Region habe man eine große Aufgabe zugetragen bekommen. Man bilde nicht nur für die Kliniken Südostbayern AG aus, sondern für alle Einrichtungen der Langzeitpflege und der ambulanten Pflege.

Gerade die vergangenen Monate hätten verdeutlicht, wie wichtig ein gut funktionierendes Gesundheitssystem mit motivierten, hochqualifizierten Fachkräften sei, meinte der Medizinische Direktor der Kliniken Südostbayern AG, Dr. Stefan Paech. Insbesondere der Einsatz der Pflegekräfte sei seitens der Gesellschaft in hohem Maße wahrgenommen worden und habe große Anerkennung gefunden.

Er rief die Absolventen dazu auf, sich das in der Ausbildung gezeigte große Engagement für den Beruf zu bewahren und nach neuen Erfahrungen und Zielen begierig zu sein. In ihrem beruflichen Umfeld würden sie vielen neuen Herausforderungen begegnen. Veränderungen und Weiterentwicklungen des Arbeitsumfeld und Tätigkeitsspektrums würden ihr ständiger Begleiter sein. Sie sollten diese Veränderungen als Chancen zur Verbesserung der Versorgungsqualität zum Wohle der anvertrauten Patienten wahrnehmen und aktiv begleiten.

Die Kliniken Südostbayern AG werde weiterhin investieren, um junge Menschen für die Pflege zu gewinnen und zu begeistern, so Paech. Die pflegerische Tätigkeit erfordere die zunehmend arbeitsteiliger werdende Patientenversorgung mit verschiedenen Professionen, in der viele Berufsgruppen zusammenarbeiteten.

In den vergangenen Jahre habe die Kliniken Südostbayern AG begonnen Prozesse in der Patientenversorgung weiter zu optimieren und zu verschlanken, um Freiräume für die unmittelbare Tätigkeit am Patienten zu schaffen. „Wir haben bereits viel erreicht, sind aber noch nicht am Ende des Wegs und wollen dies mit Ihnen gemeinsam gestalten“, sagte Paech. Er nannte dabei das Stichwort „Digitalisierung“. Gerade die Corona-Pandemie habe gezeigt, wie wichtig die digitale Kommunikation in der Patientenversorgung, aber auch in der beruflichen Ausbildung sei.

Aufbauend auf das Wissen und die Erfahrungen in der dreijährigen Ausbildung müssten sie sich nun fachlich vertiefen und spezialisieren, meinte die Pflegedirektorin der Kliniken Südostbayern AG, Manuela Großauer. In keinem anderen Beruf sei so viel an Weiterentwicklung und Veränderung möglich wie im Pflegeberuf. Inzwischen gebe es fast 150 verschiedene Studiengänge, um sich fachlich weiterzuentwickeln. Pflege sei Wissenschaft und Kunst, aber auch Heilberuf und Profession. Das Berufsbild der Pflege entwickele dynamisch wie nie zuvor. Es gebe inzwischen intelligente Technologien mit Softwarelösungen zur Arbeitserleichterung.

Der stellvertretende Landrat Sepp Konhäuser wies auf die Bedeutung des Pflegeberufs besonders in den vergangenen knapp eineinhalb Jahren hin. „Wir haben gemerkt, dass die Basis unseres Lebens nicht etwa Reichtum und Wohlstand ist. Es ist die Gesundheit, auf die wir aufbauen“, betonte Konhäuser.

Deshalb gingen sie mit ihrer Berufswahl als wertvolle Vorbilder für die Gesellschaft voran. Sie würden den Dienst am Nächsten mit Leidenschaft und Hingabe leben. Dies merke man an den acht Staatspreisträgern sowie Notendurchschnitt der Klasse von 1,8 im Schulabschluss. Auf dieser Grundlage könne der Landkreis die hohe Qualität der Pflege in den Kliniken, Altenheimen und ambulanten Pflegediensten nachhaltig sichern.

Der Landkreis habe das Ziel, das sich die Menschen in unserer Heimat auf ein starkes gesellschaftliches Netz verlassen könnten, damit sie bei Krankheit oder Pflegebedürftigkeit den Folgen nicht schutzlos ausgeliefert seien. Er wolle daher die Kliniken dauerhaft in kommunaler Trägerschaft halten, damit nicht in fernen, profitorientierten Konzernzentralen über sie entschieden werde.

Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer erklärte, Traunstein sei eine Bildungs- und Gesundheitsstadt. Das Klinikum Traunstein sei der größte Arbeitgeber in der Stadt. Den Absolventen bescheinigte Hümmer, dass sie trotz und während der Corona-Pandemie, die sie stark gefordert habe, herausragende Leistungen gezeigt hätte. Die Klasse sei von Anfang an an vorderster Front beteiligt gewesen und habe während ihrer gesamten Ausbildungszeit alles hautnah miterlebt. Ihr Einsatz sei sehr lobenswert und verdiene große Anerkennung, so der Oberbürgermeister.

Klassenleiter Bernhard Wendl sowie die Schülersprecher Julius Stavinoha und Petra Dupan gaben jeweils aus ihrer Warte einen Rückblick auf die vergangenen drei Jahre. Wendl sprach von einer „total schönen Zeit“. Ebenso erwähnte er die sieben Nationen in der Klasse. Die Klassensprecher meinten, die vergangenen eineinhalb Jahre seien kein Zuckerschlecken gewesen. Dennoch riefen sie ihre Mitschüler auf, die schönen Seiten des Berufs nicht zu vergessen.

Die erfolgreichen Absolventen sind:

Cristina Aciobanitei (Fridolfing), Antonia Baša (Traunstein), Fred Cavalcante Silva (Traunstein), Franziska Dönhuber (Chieming), Petra Dupan (Traunreut), Nadja Gstatter (Siegsdorf), Lisa-Antonia Haas (Ruhpolding), Emelie Hessling (Traunstein), Okubamichael Kesete (Traunreut), Lena Lamminger (Waging am See), Michaela Lamprecht (Schnaitsee); Sarah Maschke (Tacherting), Sarah Nußhuber (Palling), Manuela Poling (Surberg), Ramona Raber (Unterwössen), Daniella Rebernik (Kirchanschöring), Luise-Marie Scheufele (Traunstein), Petra Spiel (Engelsberg), Julius Stavinoha (Fridolfing), Antonia Stigloher (Traunreut), Lena Teichmann (Grabenstätt), Anja Thomaszewski (Laufen) und Johanna Wimmer (Tacherting).

Acht Gesundheits- und Krankenpfleger bekamen zum Schulabschluss einen Staatspreis. Unser Foto zeigt (vordere Reihe von links) Anja Thomaszewski; Julius Stavinoha, Petra Spiel, Ramona Raber, Antonia Baša, Franziska Dönhuber, Michaela Lamprecht und Luise-Marie Scheufele; (hintere reihe von links) den Medizinischen Direktor Dr. Stefan Paech, stellvertretenden Landrat Sepp Konhäuser, Schulleiter Lutz Krüger, Pflegedirektorin Manuela Großauer, Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer und Klassenleiter Bernhard Wendl.
Acht Gesundheits- und Krankenpfleger bekamen zum Schulabschluss einen Staatspreis. Unser Foto zeigt (vordere Reihe von links) Anja Thomaszewski; Julius Stavinoha, Petra Spiel, Ramona Raber, Antonia Baša, Franziska Dönhuber, Michaela Lamprecht und Luise-Marie Scheufele; (hintere reihe von links) den Medizinischen Direktor Dr. Stefan Paech, stellvertretenden Landrat Sepp Konhäuser, Schulleiter Lutz Krüger, Pflegedirektorin Manuela Großauer, Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer und Klassenleiter Bernhard Wendl.
24.08.2021 - Bildungszentrum

Pflege als notwendige Dienstleistung für die Gesellschaft

21 frisch examinierte Pflegefachhelfer aus elf Nationen als ein Zeichen von Integration

Prüfungsbeste der Berufsfachschule für Krankenpflegehilfe waren (vorn von links) Susanne Braun-Klier, Anastasia Todorovic sowie Olga Gaynanova. Nicht auf dem Foto ist Katharina Ballauf. Auf dem Foto hinten von links sind der stellvertretende Landrat Sepp Konhäuser, Pflegedirektorin Manuela Großauer, Klassenleiter Wolfgang Raufeisen, der stellvertretende Schulleiter Bernhard Wendl und der Medizinische Direktor Dr. Stefan Paech.
Prüfungsbeste der Berufsfachschule für Krankenpflegehilfe waren (vorn von links) Susanne Braun-Klier, Anastasia Todorovic sowie Olga Gaynanova. Nicht auf dem Foto ist Katharina Ballauf. Auf dem Foto hinten von links sind der stellvertretende Landrat Sepp Konhäuser, Pflegedirektorin Manuela Großauer, Klassenleiter Wolfgang Raufeisen, der stellvertretende Schulleiter Bernhard Wendl und der Medizinische Direktor Dr. Stefan Paech.

Mit der Zeugnisübergabe im Bildungszentrum für Gesundheitsberufe der Kliniken Südostbayern AG wurden 21 frisch examinierte Pflegefachhelfer aus der Berufsfachschule für Krankenpflegehilfe Traunstein verabschiedet. Prüfungsbeste waren Susanne Braun-Klier aus Freilassing (Notendurchschnitt 1,0), Anastasia Todorovic aus Salzburg (1,75) sowie Katharina Ballauf aus Seeon und Olga Gaynanova aus Bischofswiesen (jeweils 2,0). mehr...

In nur einem Jahr müssten die Pflegefachhelfer alles Wichtige lernen, um Patienten in schwierigen Situationen zu helfen, meinte der stellvertretende Schulleiter Bernhard Wendl. Das Aufgabengebiet sei riesig und ihre Arbeitskraft in der Pflege von enormer Wichtigkeit. Laut DBfK, dem deutschen Berufsverband für Pflege, sei Pflege für die Gesellschaft eine notwendige Dienstleistung.

„Unsere Pflegehelferklassen sind immer multikulturelle Klassen und genau das macht diese Klassen so liebenswert“, sagte Wendl und zählte elf verschiedene Nationen der Abschlussklasse auf. Wendl wertete diese Vielfalt als ein Zeichen von Integration. Er rief die Absolventen dazu auf, sich ihre offene Art zu bewahren, auf Menschen zuzugehen, sie zu lieben und sie so zu behandeln als wären es ihre Angehörigen.

Auch Klassenleiter Wolfgang Raufeisen betonte, die vergangenen Monate hätten seinen Schülern viel abverlangt, in einer Zeit, die von Sorgen um die Zukunft geprägt gewesen und weiterhin sei. Alle Beschäftigten im Gesundheitswesen leisteten in diesen schwierigen Zeiten einen äußerst wertvollen und wunderbaren Beitrag in der Versorgung und Pflege unserer kranken Mitmenschen. Zu welch außerordentlichen Leistungen der Mensch in Ausnahmesituationen, vor allem in Teamarbeit, durch Mut und Zuversicht in der Lage sei, persönliche und gesellschaftliche Herausforderungen anzugehen und zu bewältigen, zeigten auch in diesem Jahr viele Menschen, die in Not geraten seien, aber auch die unermüdliche Bereitschaft der vielen Unterstützer und Helfer in solch schwierigen Lebenslagen. „Sicher sind einige von ihnen über sich hinaus gewachsen, andere wiederum enttäuschten sich und andere, so wie es letztlich auch bei Ihnen während und zum Ende Ihrer Ausbildung gewesen ist“, stellte Raufeisen fest.

Sie hätten einen mühsamen Weg erfolgreich begangen, stellte der Medizinische Direktor der Kliniken Südostbayern AG, Dr. Stefan Paech, fest. Wie alle Mitarbeiter des Klinik-Verbunds in der Corona-Pandemie hätten die erforderlichen Hygiene- und Schutzmaßnahmen sie in der theoretischen und praktischen Ausbildung besonders gefordert. Umso mehr war Paech stolz auf die von ihnen gezeigten Leistungen in Theorie und Praxis. Er freute sich, dass viele von ihnen sich für eine Tätigkeit oder weiterführende Ausbildung bei den Kliniken Südostbayern entschlossen hätten.

In den vergangenen Jahren habe die Kliniken Südostbayern AG wie andere Kliniken auch die Prozesse in der Patientenversorgung weiter optimiert und verschlankt. „Somit kann zweifelsfrei festgestellt werden, dass Sie nicht nur einen schönen Beruf, sondern auch einen zukunftssicheren Beruf gewählt haben, der Ihnen viele weitere Perspektiven und Entwicklungsmöglichkeiten eröffnet“, unterstrich der Medizinische Direktor. In ihrem beruflichen Umfeld im Gesundheitswesen würden sie vielen neuen Herausforderungen begegnen, die Veränderung und Weiterentwicklung des Arbeitsumfeldes und Tätigkeitsspektrums seien ihr ständiger Begleiter.

Die Pflegedirektorin der Kliniken Südostbayern AG, Manuela Großauer, freute sich, dass zehn der Abschlussschüler eine weitere Ausbildung in der Generalistik zur Pflegefachkraft anstreben. Wenn sich ein Mensch ein ganz bestimmtes Ziel setze, dieses verfolgte und sich auf den Weg mache, gehe es immer ein Stückchen leichter, wenn man sich „zusammenschließe“ und sich gegenseitig unterstütze. Sie meinte damit Freunde, Eltern, Lehrer und Kollegen. Sie wiederum hätten viele ihrer Kollegen unterstützt und vor allen Dingen viele Patienten auf ihrem Weg begleitet und an ihr Ziel gebracht, nämlich der Genesung.

Sie hätten sich im vergangenen Jahr viel Wissen und Rüstzeug angeeignet und mit ihrem Wirken in der so herausfordernden Patientenversorgung dazu beigetragen, schwerst erkrankten Patienten Sicherheit zu vermitteln.

„Die gesamte Gesundheitsversorgung steht und fällt mit dem Einsatz professioneller Pflege in einem professionellen Team“, betonte Großauer. Sie seien ein wichtiger Teil davon als Pflegefachhelfer, als Auszubildender und dann später auch als Pflegefachkraft und würden nicht nur in den Kliniken Südostbayern dringend. Der künftige Mehrbedarf an Pflegepersonal werde bundesweit auf rund 130 000 Vollkräfte in der Alten- und Langzeitpflege und auf 100 000 Vollkräfte in der Krankenpflege geschätzt.

Gesundheit sei das Kostbarste, was wir besitzen können, stellte der stellvertretende Landrat Sepp Konhäuser fest. Vor allen die Corona-Pandemie habe die Bedeutung der Gesundheit und den enormen Wert ihres beruflichen Engagements für die Gesellschaft aufgezeigt. „Wieder wurde uns vor Augen geführt, wie wertvoll ein humanes Gesundheitswesen und Ihre tägliche Arbeit ist“, so Konhäuser. Es sei daher eine der wichtigsten Aufgaben des Landkreises, für eine bestmögliche gesundheitliche Versorgung seiner Bürger zu sorgen. Die Patienten können sich auf hochwertige medizinische Versorgung verlassen. Dies sei vor allem ein Verdienst der Mitarbeiter, die mithelfen würden, Krankheiten und Schmerzen zu lindern. „Und das mit viel körperlichem und persönlichen Einsatz, aber auch mit Mitgefühl und Empathie.“

Einige wichtige Stationen und Erlebnisse der einjährigen Ausbildung ließen schließlich die Klassensprecherinnen Sabrina Leitz und Sarah Katterl Revue passieren.

Die erfolgreichen Prüfungsteilnehmer waren Katharina Ballauf (Seeon), Susanne Braun-Klier (Freilassing), Wanatchaporn Chanterb (Bad Reichenhall), Stefanie Dananic (Bad Reichenhall), Olga Gaynanova (Bischofswiesen), Hadish Gebrezgiher (Traunstein), Laura Gesslein (Übersee), Emanuela Ghican (Traunreut), Susanna Hacher (Unterwössen), Andrea Herl (Laufen), Amina Ibric (Trostberg), Abuzer Jafari (Bad Reichenhall), Sarah Katterl (Bayrisch Gmain), Julia Leitenbacher (Kirchanschöring), Sabrina Leitz (Anger), Narges Mahedi (Freilassing), Adian Murad (Piding), Abigail Onyekosor (Traunstein), Martin Spannbrucker (Tittmoning), Stefanie Stojanovic (Bad Reichenhall) und Anastasia Todorovic (Salzburg).

23.08.2021 - Kliniken Südostbayern

Brückenbauerin zwischen den Kulturen

Anna-Sophie Schrott leitet neues Inklusionsmanagement an den Kliniken Südostbayern

Anna-Sophie Schrott
Anna-Sophie Schrott

Seit vielen Jahren stellt der Fachkräftemangel das deutsche Gesundheitswesen vor zunehmende Herausforderungen. Die Kliniken Südostbayern begegnen diesem schon seit Jahren mit der Förderung des eigenen Nachwuchses und sind sogar eine der größten Ausbildungsstätten der Region: Aktuell durchlaufen rund 350 Azubis ihre Ausbildung in verschiedensten Berufszweigen. Auch wenn die Pflegeschulen in Traunstein und Bad Reichenhall somit konstant für zukünftige Pflegefachkräfte sorgen, gibt es dennoch unbesetzte Stellen. Wie überall hierzulande, begegnen auch die Kliniken Südostbayern dieser Situation unter anderem mit dem verstärkten Einsatz von Fachkräften aus dem Ausland. Mit dem Schlagen von Brücken zwischen neuen und etablierten Mitarbeitenden will Anna-Sophie Schrott, Leiterin der neuen Stabsstelle Inklusion für ausländische Mitarbeiter, allen Beteiligten die Zusammenarbeit erleichtern. Davon profitieren auch die Patienten. mehr...

„Sobald neue Mitarbeitende eingearbeitet sind und eigenständig arbeiten, bedeuten sie für das gesamte Team eine Entlastung“, sagt Anna-Sophie Schrott. In diesen Tagen ist sie viel unterwegs auf den Stationen des Klinikums Traunstein, stellt sich und ihre Arbeit vor, bereitet die Mitarbeitenden auf eine neue Situation vor: Ab Mitte September werden im Klinikum 16 Pflegefachkräfte von den Philippinen ihre Arbeit aufnehmen. „Ausländische Arbeitskräfte gehören in der Pflege schon seit Jahrzehnten zum beruflichen Alltag, neu ist, dass sie nun in größerer Zahl kommen, weil deutsche Kliniken sie brauchen, um keine Stationen schließen und in der Folge Patienten abweisen zu müssen“, erklärt die Trostbergerin. Sie weiß, wovon sie spricht. Die 31-Jährige ist examinierte Gesundheits- und Krankenpflegerin, sie hat parallel zu ihrer Ausbildung am Klinikum Dritter Orden in München ein Pflege-Studium an der Katholischen Stiftungshochschule München absolviert, nach dem Bachelorabschluss zog sie die Neugier auf fremde Länder und andere Kulturen jedoch erst einmal nach Mittelamerika. „Ich wollte mich danach noch eingehender mit dem Thema Gesundheit auseinandersetzen und habe dann an der Hochschule Fulda ein Masterstudium in Public Health absolviert und parallel als Springerin im örtlichen Krankenhaus gearbeitet“, so Anna-Sophie Schrott.

Auch während dieses Studiums wollte sie über den Tellerrand schauen, die Auslandssemester in Kolumbien und Dänemark boten dafür optimale Möglichkeiten. Nach dem Studium folgten ehrenamtliche Einsätze in Guatemala und Mexico, ein Jahr stand hier Schrotts intensiv erwachtes Interesse am Thema „Menschenrecht auf Gesundheit“ im Fokus ihrer Arbeit. Zurück im heimischen Trostberg fiel der jungen Frau die Stellenausschreibung der Kliniken Südostbayern für das neue Aufgabengebiet einer Inklusionsbeauftragten auf. Dies passte nicht nur wegen Anna-Sophie Schrotts Ausbildungen gut. „Ich denke, ich kann mich gut in die Lage derer versetzen, für die in einem anderen Land erst mal alles neu ist, die nicht wissen, wie im Alltag alles funktioniert, wie zum Beispiel der Öffentliche Personennahverkehr aufgebaut ist“, sagt sie. Deswegen bereitet die neue Inklusionsbeauftragte die Ankunft der dreizehn Frauen und drei Männer von den Philippinnen systematisch vor. Schon jetzt hat sie via E-Mail regen Kontakt mit den berufserfahrenen Pflegefachkräften. Ihnen werden zum Start zwei Kolleginnen von Schrott bei Behördengängen und der sich schon jetzt herausfordernd zeigenden Wohnungssuche zur Seite stehen. Vorerst können die neuen Mitarbeitenden glücklicherweise Zimmer im Wohnheim neben dem Klinikum beziehen. Auch für Ende des Jahres erwartete weitere Pflegefachkräfte von den Philippinen für die Kreisklinik Bad Reichenhall müssen Wohnraumlösungen gefunden werden und natürlich hat Anna-Sophie Schrott immer ein Ohr für die bereits im Klinikverbund tätigen Mitarbeitenden aus anderen Ländern wie etwa den Balkanstaaten.

Fragen wie die nach Wohnraum treiben die Frauen und Männer in ihren 30ern um. Sie haben auf den Philippinnen schon gut Deutsch gelernt und werden auch nach ihrer Ankunft in Traunstein weitere Deutschkurse absolvieren. Damit ihre ganzheitliche Integration - am Arbeitsplatz sowie sozial und kulturell - gelingt, kann sich Anna-Sophie Schrott gut Patenschaften von Landkreisbürgern für die jungen Menschen aus Südostasien vorstellen. So wie diese mit den Gepflogenheiten hierzulande vertraut gemacht werden, bringt Schrott auch den etablierten Pflegefachkräften an den Kliniken Südostbayern die Mentalität ihrer neuen Kolleginnen und Kollegen näher. „Es kann zum Beispiel sein, dass die neuen Mitarbeitenden sehr sparsam mit Pflegemitteln umgehen, weil sie nicht gewohnt sind, dass sie in so ausreichender Menge wie hier bei uns zur Verfügung stehen“, erklärt sie. Die neuen Fachkräfte wiederum wird in den ersten Wochen ihrer Arbeit auf den Stationen eine eigens dafür ausgebildete Einarbeitungspflegekraft begleiten. Umfangreiche Aufklärung über das Leben hierzulande gibt es auch schon vor der Ankunft und natürlich ist das Inklusionsteam auch später immer für Fragen offen.

„Ich habe schon in München mit Pflegefachkräften von den Philippinen zusammengearbeitet und sie als einfühlsam, empathisch und engagiert erlebt“, berichtet Schrott von ihren Erfahrungen.  Sie wirbt beim eingesessenen Personal um Verständnis für die neue Situation, nimmt Ängste vor nachteiligen Veränderungen und Befürchtungen vor Mehrbelastung im nicht zuletzt des wachsenden Personalmangels und der Pandemie wegen ohnehin schon eng getakteten Arbeitsalltag der Pflegekräfte. So wie sie den Neuankömmlingen schon jetzt signalisieren möchte: „Ihr seid uns wichtig, wir kümmern uns um Euch und möchten, dass Ihr Euch bei uns wohlfühlt“, so vertraut Anna-Sophie Schrott darauf, dass das etablierte Klinikpersonal nach einem erfolgreichen Prozess des Zusammenwachsens die Philippinerinnen und Philippiner wie alle künftigen Arbeitskräfte, woher auch immer sie kommen, als Bereicherung empfinden wird. „Wir können alle voneinander lernen“, auch das hat die Trostbergerin bei ihren Auslandseinsätzen immer wieder erlebt und genossen.

 Ina Berwanger

16.08.2021 Klinikum Traunstein

„Hinter allem Schlechten auch immer etwas Gutes“

Katja Lößl: 2015 auf Kinder-Intensivstation der Kinderklinik am Klinikum Traunstein

Den 9. Juli 2015 vergisst Katja Lößl nie: An diesem Tag erleidet die damals 13-jährige Urlauberin in Folge eines schweren Sportunfalls bei Inzell unter anderem ein Schädel-Hirn-Trauma. Zwei Wochen wird die junge Kölnerin im Klinikum Traunstein behandelt, die erste muss sie auf der Kinder-Intensivstation der Kinderklinik am Klinikum verbringen. Die Folgen des Unfalls spürt die bald 20-Jährige bis heute. Aber sie geht erfolgreich ihren Weg. „Ich hoffe, dass meine Geschichte zeigt, wie dankbar man für die eigene Gesundheit sein sollte, aber vor allem, dass hinter allem Schlechten auch immer etwas Gutes steckt“, sagt Katja Lößl. mehr...

Mit den Worten „ich brauche mal zehn Minuten für mich“ verabschiedet sie sich an jenem Sommernachmittag im Juli 2015 von ihren Eltern und ihrer Freundin aus der Inzeller Ferienwohnung. Bis zum nahen Grillabend will Katja Lößl eine Runde auf ihrem Longboard, also einem langen Skateboard, fahren. Das Letzte, voran sie sich nach dem Aufwachen nach einer Woche auf der Kinder-Intensivstation erinnert, ist ihre Fahrt in einen Tunnel bei einem Waldstück. Dort finden sie Urlauber aus Stuttgart bewusstlos auf dem Boden liegend. Das ältere Paar hat Katja vom Fenster des gegenüberliegenden Restaurants aus hinfallen gesehen, aber sie stand nicht wieder auf.Die beiden erweisen sich als wahre Schutzengel, denn sie schauen nicht weg, sondern zeigen Zivilcourage und reagieren geistesgegenwärtig: Dank ihres raschen Handelns können Rettungskräfte die schwerverletzte 13-Jährige zeitnah zur Versorgung in die Kinderklinik am Klinikum Traunstein bringen.

KatjasEltern hören zwar die Sirenen der Rettungsfahrzeuge und Hubschrauber, ahnen aber nicht, dass es um das Leben ihrer Tochter geht. Als es zu dämmern beginnt und Katja immer noch nicht wieder aufgetaucht ist, setzen sie alle Hebel in Gang, um sie zu finden.  Nach einem Anruf bei der Freiwilligen Feuerwehr meldet sich die Polizei bei den Lößls, sie könnten zu ihrer Tochter ins Klinikum Traunstein kommen. „Sie hatte keinen Ausweis und kein Handy dabei und war nicht ansprechbar, wir haben bis zum Schluss gehofft, dass es sich bei dem verunglückten Mädchen nicht um unsere Tochter handelt“, erinnert sich Klaus Lößl. Seine Frau Angelika erleidet eine Kreislaufschwäche, als Katja zur Kernspintomografie gebracht wird. Mit Hilfe des bildgebenden Verfahrens soll die Schwere ihrer Kopfverletzungen, zu denen auch ein Felsenbein-Anbruch am rechten Innenohr gehört, abgeklärt werden. Später erfahren die Eltern, dass sich Katjas Gehirn nach dem Unfall nun erst einmal erholen müsse.

„Die Woche auf der Intensivstation war sehr schwer“, sagen Angelika und Klaus Lößl. Aber auch sie haben Glück im Unglück und finden mit Michael Lehmann aus dem Team der Psychologischen Betreuung an der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Klinikum Traunstein einen verständnisvollen, zugewandten professionellen Begleiter durch diese nervenaufreibende Zeit. „Er war von Anfang an dabei und hat uns betreut, schon am nächsten Tag konnten wir Einzelgespräche führen“, so Klaus Lößl. Ihm und seiner Frau fällt ein Stein vom Herzen, als Katja nach einer Woche aufwacht, ihre Eltern erkennt und Mama und Papa sagt. Der Teenager beginnt zu realisieren, was passiert ist – und dass aus dem Geburtstag am 21. Juli im Freundeskreis nichts wird. Dafür führt auch sie mit Michael Lehmann wohltuende Gespräche, hat Freude, wenn sie mit ihm oder anderen Kindern spielen kann und genießt mit bestem Appetit die Mahlzeiten aus der Klinikküche. „Du bist die hungrigste Patientin, die ich je kennen gelernt habe, sagten die Ärzte sowie auch Herr Lehmann mir täglich“, blickt Katja schmunzelnd zurück.

Zu Katjas 18. Geburtstag wurden das Ehepaar, das damals die Rettung gerufen hatte, und Michael Lehmann als Überraschungsgäste eingeladen. Für alle Beteiligten wurde diese Feier zu einem unvergesslichen Ereignis. Und als Geburtstagsessen gab es Katjas geliebten Kaiserschmarrn. Eher unüblich in seinem Beruf, ist der 61-jährige Lehmann bis heute mit Katja Lößl und ihren Eltern im Kontakt. „Es gibt nichts Schlimmeres, als am Bett eines schwer verletzten oder sterbenden Kindes zu stehen“, sagt der Heilpädagoge und Sozialpsychologe. „Ich könnte diese Arbeit nicht machen, wenn ich nicht wüsste, dass es zumeist gut wird.“ So wie bei Katja Lößl. Die Arbeit mit ihr und ihren Eltern hat er als sehr intensiv in Erinnerung und so verwundert es nicht, dass er die Familie ein Jahr nach dem Unfall wiedersieht. „Wir sind noch einmal hingefahren, weil ich die Region nicht als Ort meines Unfalls, sondern als Urlaubsort in Erinnerung behalten möchte“, sagt Katja Lößl. Die junge Frau kann heute gut mit ihrer Situation umgehen, sie ist eine starke, selbstreflektierte Persönlichkeit. Nach ihrer Entlassung aus dem Klinikum liegen noch schwierige Zeiten vor ihr. Kinderklinik-Chefarzt Priv.-Doz. Dr. med. habil. Gerhard Wolf hat sich für einen Reha-Platz in der Nähe von Köln eingesetzt, aber Katja muss wegen eines Trommelfellrisses in den darauffolgenden Jahren drei Mal operiert werden, der vierte Eingriff steht gerade an.

Als sie nach der Reha in die Schule zurückkehrt, merkt sie, dass sie „anders“ ist. Das Lernen fällt ihr, außer in Mathematik, deutlich schwerer. Sie braucht eine Lesebrille und bekommt 2017 ein Hörgerät.  Schon 2016 „fing das Hinterfragen und die Depressionen an“,erzählt Katja Lößl. Auf tiefes Verständnis stößt sie bei einem Seminar für Menschen mit Schädel-Hirn-Traumata. Dort findet sie auch einen Freund, der ihre Beschwerden besser nachvollziehen kann als jeder nicht Betroffene. Trotz Merk- und Konzentrationsschwierigkeiten und Kopfschmerzen bei Stress schafft Katja Lößl das Abitur, darauf ist sie zu Recht stolz. Unterdessen in einer Ausbildung zur Industriemechanikerin und begeistert beim Klettern unterwegs – „das gibt mir Halt“ – sagt sie: „Ich gehe jetzt den Weg, der für mich 2015 nicht mehr zu denken war und bin darauf stolz. Ich bin dankbar, für das, was ich trotz Schmerzen Schönes erleben durfte.“ Sie sei früher erwachsen geworden, habe sehr viel erlebt und erfahren. Dies helfe ihr auch bei ihrer ehrenamtlichen Arbeit als Leiterin einer Ministranten-Gruppe. Wenn ein Kind beispielsweise sage, dass es Schmerzen habe, „bin ich viel aufmerksamer, weil man nicht weiß, was dahintersteckt.“

 

Dass sie selbst von Pflegekräften und Ärzten im Klinikum Traunstein viel Aufmerksamkeit erfahren hat, hat Katja Lößl noch heute vor Augen. „Alle waren sehr lieb und aufmerksam“, erinnert sie sich. Besonders gut gefallen habe ihr, „dass sie mit mir und nicht über mich geredet haben“, betont sie, die „immer wissen will, was los ist.“ Auch ihre Eltern, die sagen, dass „Ärzte und Pflegekräfte über sich hinausgewachsen“ seien, erinnern sich noch heute, dass sie „jederzeit mit Fragen und Ängsten kommen“ konnten. Diese klare Kommunikation sei die Stärke der „fantastischen Arzt-Eltern/Patienten-Kommunikation“ von Dr. Wolf, sagt Michael Lehmann und Chefarzt Dr. Gerhard Wolf weitet dieses Lob auf das gesamte Team der Kinderklinik aus. „Wir haben flache Hierarchien und geben uns gegenseitig Rückmeldungen“, erklärt er. „Ein total wertvolles Feedback für uns“ sei es, wenn alle Mitwirkenden - von Rettungskräften bis zu Klinikbeschäftigten - die mit den jungen Patientinnen und Patienten und deren Angehörigen gebangt hätten, erführen, dass diese wie Katja Lößl einen guten Weg gegangen seien. „Hier schließt sich dann der Kreis“, sagt Dr. Wolf – und ist schon auf dem Sprung zum nächsten Notfall. 

Ina Berwanger

13.08.2021

Mit Krankenhausbetten viel Gutes tun

Hilfsorganisationen froh über Spenden der Kliniken Südostbayern

Dass man seinen Patienten und Mitarbeitenden etwas Gutes tun und dabei auch an jene denken kann, die in anderen Teilen der Welt für Unterstützung dankbar sind, beweisen die Kliniken Südostbayern immer wieder mit ihren Sachspenden für Hilfsorganisationen. Einige von ihnen konnten sich jüngst über gebrauchte, vollfunktionsfähige mechanische Krankenhausbetten freuen. Diese wurden im Zuge einer Umstellung auf elektrisch verstellbare Betten frei und erfüllen nun in humanitären Hilfsprojekten wertvolle Dienste. mehr...

„Es ist wahnsinnig toll, dass wir die Betten bekommen haben, noch dazu in der Menge, die wir vor Ort gerade benötigen“, sagt Sebastian Fegg. Der Leiter Logistik und Technik des Malteser Hilfsdienstes in Taufkirchen im Landkreis München ist gerade auf dem Sprung zu einem kurzfristig angefragten mehrtägigen Hilfseinsatz in die westdeutschen Hochwassergebiete, bevor er am Wochenende danach mit anderen Ehrenamtlichen 56 Betten von Traunstein nach Ungarn bringen wird. Was sich einfach anhört, ist aufwendig. Es braucht einen entsprechend großen LKW samt Anhänger und etliche zupackende Hände, um die im ehemaligen Parkhaus des Klinikums Traunstein gelagerten Betten über Taufkirchen nach Ungarn zu transportieren. „Wir fahren am Freitag in der Früh los und sind dann am Abend in Ungarn“, erklärt Sebastian Fegg. Die fast 900 Kilometer lange Fahrt mit LKW und Begleitfahrzeug verlaufe über Budapest nach Szeged, so der gebürtige Ruhpoldinger. Er weiß, dass in der südungarischen Stadt beim Bau eines Krankenhauses vergessen wurde, Betten für die Patienten miteinzuplanen. „Nun ist kein Geld mehr da und solche Betten sind ja nicht ganz günstig.“ Unterstützten die Malteser Taufkirchen sonst primär die Ärmsten in Budapest, so liege ihnen nun die Behebung dieses unhaltbaren Zustandes am Herzen.

„Wir wollen die Hilfe dorthin bringen, wo sie gebraucht wird“, bringt Sebastian Fegg das humanitäre Engagement der Malteser auf den Punkt. „Hilfsprojekte wie diese wo immer wir können zu unterstützen, ist uns ein Anliegen und auch eine Freude“, sagt Alexander Haas von denKliniken Südostbayern. Der Leiter WirtschaftundVersorgung hat die Verteilung der Betten organisiert. Er weiß um die gute, seriöse Arbeit der beteiligten Hilfsorganisationen und dass die Spenden an den richtigen Stellen ankommen. Zum Beispiel in Tansania. Dort benötigt der in Traunstein 1987 gegründete AKO-Aktionskreis Ostafrika e.V. die Bettenspende der Kliniken Südostbayern für die Augen- und Zahnklinik im „Designated District Hospital Kibosho“ der Catholic Diocese of Moshi. Der Verein konnte sich jüngst über 52 vollfunktionsfähige mechanische Krankenhausbetten samt abwaschbaren Matratzen und Nachtkästchen aus den Kliniken Südostbayern freuen, nun bekommt er weitere neun Betten. „Gesundheitsversorgung ist neben Wasserversorgung und Ausbildung nicht nur in medizinischen, sondern auch handwerklichen Berufen einer unser wesentlichen Tätigkeitsschwerpunkte“, sagt Hans Siemer, Vorstand Projektunterstützung Ausland des AKO.

Der 74-Jährige ist regelmäßig auf eigene Kosten vor Ort, kann sich auf Suaheli verständigen und bekommt nach den vielen Jahren des Einsatzes des AKO-Aktionskreises Ostafrika natürlich auch immer wieder Anfragen nach Unterstützung. „Ohne die Hilfe durch Sachspenden ist es gar nicht möglich, eine medizinische Ausrüstung einzurichten, die einigermaßen den Standards dafür entspricht, dass man im Krankenhaus gut aufgehoben ist“, sagt der Traunsteiner. Nicht in Krankenhäuser, sondern direkt zu den alten und kranken Menschen im Erdbebengebiet von Kroatien bringen die deutschen Malteser rund gespendete 60 Betten des Klinikverbundes. „Gerade in den ländlichen Gebieten dort ist es üblich, dass die Pflegebedürftigen bis zum Schluss zuhause versorgt werden“, weiß Michael Dzeba. Der 45-Jährige engagiert sich seit seiner Schulzeit bei den Maltesern. Er hat die Armut der Menschen vor Ort hautnah erlebt und möchte ihnen einen Lebensabend in Würde ermöglichen. Noch gut erinnert er sich an eine hochbetagte kroatische Dorfbewohnerin, die sich schon lange vor Weihnachten sehr auf das jährliche Essen beim Pfarrer freute. Denn dort bekam sie auch immer ein Stück duftender Seife überreicht, das gerade so für sechs Monate reichte und für sie das schönste Geschenk überhaupt war. „Wo die Not am größten ist“, seien solche Sachspenden wie die Betten der Kliniken Südostbayern „wahnsinnig wichtig und wertvoll“, sagt der Länderkoordinator Kroatien des Malteser-Hilfsdienstes in Deutschland „aus tiefster Überzeugung.“

Ina Berwanger

12.08.2021

1.000 Geburten im Klinikum Traunstein

Das „Jubiläumsbaby“ ist die kleine Valerie

In der Frauenklinik des Klinikums Traunstein gab es in der ersten Augusthälfte die 1.000ste Geburt des Jahres. Das „Jubiläumsbaby“ ist die kleine Valerie. Sie kam mit einem Gewicht von 3.950 Gramm und zur Welt. Chefarzt Prof. Dr. Christian Schindlbeck gratulierte der glücklichen Mutter Katharina Sandmeyer aus Übersee mit einem Blumenstrauß. Für Katharina Sandmeyer ist es bereits das dritte Kind. Die beiden Jungs freuen sich schon sehr auf ihr Schwesterchen. 

„Wenn auch bundesweit die Geburten etwas rückläufig sind, so ist in unserer Region die Geburtenrate im Vergleich zu den Vorjahren erfreulicherweise recht konstant“, so Chefarzt Prof. Schindlbeck. Die Zahl der geborenen Kinder ist mit der 1.000sten Geburt natürlich höher. Es kamen 2021 bis jetzt 29 Zwillinge im Klinikum zur Welt. Aktuell sind es seit Januar 1.029 Neugeborene.

26.07.2021

Kompetenzzentrum für Schmerztherapie: Zukunftskonzept für den Krankenhausstandort Ruhpolding

„Einzigartiges Angebot mit überregionaler Strahlkraft“

Die Kliniken Südostbayern AG hat ein umfassendes Zukunftskonzept für den Krankenhausstandort Ruhpolding beschlossen. Das Vinzentinum wird zu einem Kompetenzzentrum für Schmerztherapie entwickelt. Dazu Vorstandsvorsitzender Dr. Uwe Gretscher: „Es wird für die Menschen in der Region im Bereich Schmerztherapie ein Angebot auf höchstem Niveau schaffen und darüber hinaus überregionale Strahlkraft entfalten. Wir entwickeln damit das medizinische Angebot des Klinikenverbunds insgesamt weiter und sichern gleichzeitig die Zukunft des Krankenhausstandorts Ruhpolding.“ mehr...

Zum Hintergrund des Zukunftskonzepts: Die Rahmenbedingungen für kleine Krankenhausstandorte sind gesundheitspolitisch generell nicht einfach. Die bundesweiten Personal- und Qualitätsvorgaben werden immer anspruchsvoller. Für Standorte wie Ruhpolding sind diese Vorgaben immer schwerer umsetzbar – nicht zuletzt angesichts eines deutlich angespannten Personalmarkts bei Pflegekräften und Ärzten. Nachdem bei den laufenden Bau- und Sanierungsarbeiten die generellen baulichen und strukturellen Herausforderungen des Vinzentinums nochmals verstärkt zutage traten, beschloss die Klinikleitung, die ursprünglich zu einem späteren Zeitpunkt angedachte Neuausrichtung sofort weiter zu forcieren, damit Ruhpolding schon nach Ende der Modernisierungsarbeiten mit der neuen Ausrichtung in Betrieb gehen kann. Dieses Konzept wurde nun vom Aufsichtsrat der KSOB AG beschlossen. Damit wird das Vinzentinum Ruhpolding nach Ende der Sanierungsarbeiten, bei denen die Kliniken insgesamt 4,5 Millionen Euro investieren, im 4. Quartal 2021 „als modernes, attraktives und hoch qualifiziertes Kompetenzzentrum für Schmerztherapie in Betrieb gehen – mit einem umfassenden Versorgungsangebot, das sicherlich auch überregional wirken wird“, so der Vorsitzende des Aufsichtsrats Landrat Bernhard Kern.

Landrat Siegfried Walch ergänzt: „Das Konzept für Ruhpolding ist der nächste Meilenstein bei unserem Weg, die Kliniken Südostbayern durch eine gezielte Schwerpunktbildung an den einzelnen Standorten zukunftsfähig aufzustellen. Es ist angesichts der generellen Entwicklungen im Gesundheitswesen nicht möglich, an jedem Krankenhausstandort jede Leistung auf höchstem Niveau anzubieten. Nur die Spezialisierung innerhalb des Verbunds kann der Weg sein, um die Standorte zu erhalten. Jedes Haus braucht sein Profil und seinen Schwerpunkt. Im Verbund der Standorte können wir für die ganze Region eine medizinische Versorgung auf höchstem Niveau anbieten.“

Elisabeth Ulmer, Vorstand der Kliniken Südostbayern, erläutert die Grundzüge des Konzepts für das Kompetenzzentrum für Schmerztherapie: „Die Tagesklinik für Schmerztherapie wird vom Klinikum Traunstein nach Ruhpolding verlegt. Dadurch wird es möglich, am Standort Ruhpolding ein umfassendes Angebot im Bereich der Schmerztherapie zu schaffen. Hinzu kommen Synergie-Effekte mit den tagesklinischen und ambulanten Bereichen. Dazu gehören verschiedene Therapiekonzepte, die bereits in Ruhpolding angesiedelt sind. Das bereits vorhandene Wahlleistungsangebot komplettiert die Bedürfnisse und Nachfrage von Schmerzpatienten.“ Nach Überzeugung von Landrat Siegfried Walch bietet das Krankenhaus Ruhpolding ideale Rahmenbedingungen für das Schmerztherapiezentrum: „Sanierte und moderne Räumlichkeiten in familiärer Atmosphäre und inmitten einer einzigartigen Naturlandschaft.“ Die Nachfrage nach professioneller Schmerztherapie ist laut Vorstand Dr. Uwe Gretscher zufolge groß. „Gleichzeitig steigen angesichts der demographischen und medizinischen Entwicklung die Anforderungen in der ambulanten, tagesklinischen und multimodal stationären Schmerztherapie permanent. Diesen Anforderungen kann man nur mit einer gezielten Spezialisierung und Schwerpunktbildung gerecht werden.“ Zudem sei der Bereich Schmerztherapie für potenzielle Mitarbeiter sehr attraktiv.

Auch Ruhpoldings Bürgermeister Justus Pfeifer zeigt sich begeistert vom Zukunftskonzept für das heimische Krankenhaus. „Das Kompetenzzentrum für Schmerztherapie passt hervorragend nach Ruhpolding. Als Bürgermeister freut es mich sehr, dass der Krankenhausstandort Ruhpolding damit eine zukunftsfähige Ausrichtung erhält. Derzeit laufen auch noch Gespräche mit heimischen niedergelassenen Ärzten, inwieweit künftig eine enge Zusammenarbeit mit dem neuen Vinzentinum im Bereich der allgemeinmedizinischen Versorgung der heimischen Bevölkerung möglich ist. Das wäre ein weiterer toller Baustein für das neue Vinzentinum.“  

15.07.2021 - Kliniken Südostbayern

Wenn Herz oder Lunge versagen

Eva Mayr-Stihl Stiftung spendet Klinikum Traunstein 320.000 Euro für neue mobile Herz-Lungen Maschinen und ein Reanimationseinsatzfahrzeug

Symbolische Übergabe der Fördermittel in Höhe von 320.000 Euro
Symbolische Übergabe der Fördermittel in Höhe von 320.000 Euro

Mit 320.000 Euro fördert die Eva Mayr-Stihl Stiftung die Anschaffung von zwei neuen mobilen Geräten für das ECMO Zentrum am Klinikum Traunstein. ECMO steht für ExtrakorporaleMembranoxygenierung und fungiert als künstlicher Herz-Lungen Ersatz. „Die Therapie stellt oft die einzige Überlebenschance bei einem anhaltenden Herz-Kreislauf-Stillstand oder schwerem Lungenversagen dar. Sie schützt den Patienten aber nicht nur vor dem Versterben, sondern auch vor schweren neurologischen Folgeschäden, so Dr. Markus Barth, Oberarzt in der Kardiologie sowie leitender Hubschrauberarzt Christoph 14. Im Rahmen der Förderung soll auch ein spezielles Reanimationseinsatzfahrzeug angeschafft werden, denn in so einem Notfall zählt jede Sekunde.  mehr...

Meist stehen ECMO-Geräte nur an Universitätskliniken oder Herzzentren zur Verfügung, da die Anwendung Spezialwissen erfordert. „Am Klinikum Traunstein wurde bereits 2011 mit dem Aufbau eines ECMO-Teams sowie der dazugehörigen Expertise begonnen. Zwei Geräte sind seitdem erfolgreich im Einsatz. Denn die Kliniken Südostbayern liegen im Notfall zu weit entfernt von Maximalversorgern, wie dem ECMO-Zentrum Regensburg, das vor Aufbau unserer eigenen Einheit in schweren Fällen, wann immer möglich, per Hubschrauber zu Hilfe kam.“ sagt Dr. Uwe Gretscher, Vorstandsvorsitzender der Kliniken Südostbayern, über die besondere Situation am Klinikum. Auch bei Unterkühlungen – wie sie beispielsweise bei Lawinenopfern vorkommen – kann die ECMO-Therapie Leben retten. 

Mit der Covid-19-Pandemie stieg die Zahl der zu Behandelnden mit schwerstem Lungenversagen, die auf eine ECMO-Therapie als letzte Option angewiesen waren, noch einmal erheblich an. Dr. Markus Barth erläutert: „Die beiden vorhandenen Geräte sind für Covid-19-Patienten häufig längerfristig in Verwendung, dadurch ist die kurzfristige, notfallmäßige Versorgung eines Herz-Kreislauf-Stillstands nicht mehr durchgängig gewährleistet. „Mit der Förderung durch die Eva Mayr-Stihl Stiftung wird der gleichzeitige Betrieb von drei ECMO-Plätzen auf der Intensivstation sichergestellt. Zusätzlich planen wir auch, eine mobile Station in einem speziellen Einsatzfahrzeug einzurichten. Damit können wir dann sehr schnell vor Ort sein, um im Fall eines auf die üblichen Wiederbelebungsmaßnahmen nicht ansprechenden Herzstillstandes eine Kreislaufstabilisierung vorzunehmen.“ 

Im Südostbayerischen Raum hat nur das Klinikum Traunstein ein ECMO Zentrum und ein mobiles Einsatz Team. „Diese Investition in die stationären und mobilen Kapazitäten unserer Klinik schafft die Chance auch hier im ländlichen Raum eine schnelle Versorgung bei Herz-Lungen-Versagen auf Universitätsniveau zu gewährleisten. Die Eva Mayr-Stihl Stiftung hat mit ihrem Engagement beispielsweise für ein eigenes Covid-19-Schnelllabor schon viel Positives für die Gesundheitsversorgung in der Region bewirkt. Für diese enorme Unterstützung der beiden Stifter, Eva Mayr-Stihl und Robert Mayr, kann ich nur ein herzliches Vergelt’s Gott aussprechen“ freut sich Landrat Siegfried Walch. 

Robert Mayr, einer der Stifter der Eva Mayr-Stihl Stiftung, hat einen besonderen Bezug zur Region: „Ich bin vor über 80 Jahren im Klinikum Traunstein geboren worden. Da die Stiftung einen Schwerpunkt ihrer Arbeit auf die Medizin setzt, ist ein Engagement für dieses Krankenhaus naheliegend – und liegt mir persönlich am Herzen. Auch für unsere anderen Schwerpunkte Wissenschaft & Forschung sowie Kunst & Kultur haben wir in der Region Projekte gefunden. So fördern wir unter anderem den Nationalpark Berchtesgaden und das Holzknechtmuseum in Ruhpolding.“

12.07.2021 - Kliniken Südostbayern

Weil Worte wirken

Kliniken Südostbayern: Arzt-Patienten-Kommunikation hat viele Facetten

Chefarzt Dr. Thomas Kubin im Gespräch
Chefarzt Dr. Thomas Kubin im Gespräch

Kommunikation ist eine hohe Kunst. Das erleben wir alle im Alltag - und dies gilt natürlich auch in der Medizin. Von der Anamnese über die Impfberatung bis zur Visite und dem Übermitteln negativer Nachrichten: Ärztinnen und Ärzte sind bei der Kommunikation mit ihren Patientinnen und Patienten nicht nur mit ihrem Fachwissen gefragt. Für gelungene Gespräche braucht es noch einiges mehr: Unter anderem Fingerspitzengefühl und Menschenliebe, Empathie und Erfahrung, meinen medizinische Mitarbeitende der Kliniken Südostbayern. Sie sind überzeugt vom Nutzen der sprechenden Medizin.  mehr...

Dass gute Gespräche zwischen Ärzten und Patienten die Basis für Vertrauen, eine heilungsfördernde Einstellung bei den Patienten und damit auch für den Erfolg der Behandlung bilden, ist unumstritten. Doch wie kann die Kommunikation zwischen Behandelnden und Ratsuchenden gelingen, worauf kommt es dabei an? Schließlich sind Patientinnen und Patienten in ihrem Wesen und ihren Erwartungen ebenso unterschiedlich wie es Ärztinnen und Ärzte sind. „Wir Ärzte müssen uns bewusst sein, dass die Menschen mit Hoffnungen, Wünschen und Ängsten zu uns kommen, oft sind ganz unterschiedliche Erwartungen in einer Person vereint“, sagt Marc Oliver Stückrath, Leiter der Schmerztagesklinik im Klinikum Traunstein. „Bei uns ist die Grundlage jeder Arzt-Patienten-Kommunikation daher, dass wir den Patienten dort abholen, wo er gerade ist“, so der Leitende Oberarzt. „Wenn man offene Gespräche führt, Dialoge statt Monologe, zuhört und den Patienten ernstnimmt, kann man  Vertrauen und damit die Basis für eine gute Behandlung schaffen.“ Einer Patientin „eine Therapie bevormundend überzustülpen“, könne hingegen „direkt in eine therapeutische Sackgasse führen.“ Diese aus den 1950er Jahren stammende hierarchische Kommunikation sei in den 1970er Jahren auf den Kopf gestellt worden: Nach der Strategie, die Patienten in einer „behüteten Unwissenheit“ zu lassen, sei man dann der Meinung gefolgt, „die Patienten müssen mit der Wahrheit konfrontiert werden“, so Hanns-Günter Wolf. Der Diplom-Psychologe und Musiktherapeut aus dem Team der „Psychoonkologischen Beratung und Behandlung“ für Krebspatienten am Klinikum Traunstein weiß, „dass es hier keine allgemeingültige Wahrheit gibt und die Ärztinnen und Ärzte heute so differenziert wie möglich mit ihren Patientinnen und Patienten kommunizieren, um deren individuellen Weg zur Krankheits- und Informationsverarbeitung herauszufinden. 

„Ich sehe meine Rolle als denjenigen, der hinter dem Patienten steht“, sagt Dr. Christian Stöberl. „Dieses Bild hilft ganz vielen Patienten, es sagt ihnen: Du, der Patient, bist der, der den Ton angibt“, so der Leitende Oberarzt der Palliativstation an der Kreisklinik Bad Reichenhall und niedergelassene Onkologe. Eine gelungene Arzt-Patienten-Kommunikation sei so wichtig, „weil sowohl der Patient etwas von dem Arzt möchte als auch umgekehrt der Arzt vom Patienten.“ Um nicht aneinander vorbeizureden, brauche es eine gemeinsame Sprache. Und um zu vermeiden, dass die in manchem Gespräch nachvollziehbarerweise aufgeregten Patienten „Gesagtes nicht hören und Gehörtes nicht verstehen“ wird, stellt Dr. Stöberl seinem Patienten im Zweifelsfall zu gegebener Zeit Rückfragen. „Es ist wichtig, zu spüren: was und wieviel möchte der Patient wissen“, sagt er. Dann folge die zentrale Frage, was jedem Patienten in seiner individuellen Situation wichtig sei. Das gemeinsame Herausarbeiten eines Ziels - mit dem Arzt als medizinischem Spezialisten und der Patientin als Fachfrau in eigener Sache – ist für den Mediziner das A und O einer gelungenen Kommunikation mit seinen Patienten. „Das Wichtigste ist der Patient, man muss den Menschen als Ganzes sehen, mit seiner Seele, seiner Psyche, seinem Umfeld“, meint auch Dr. Thomas Kubin, Chefarzt der Hämatologie, Onkologie und Palliativmedizin am Klinikum Traunstein. Bei der Frage „Wo steht der Patient, wo will er hin, gelte es, „aufmerksam zuzuhören, auf Gestik und Mimik zu achten, die Menschen mit ihren Gefühlen wahrzunehmen.“ 

Dass die Palliativmedizin „viel sprechender“ ist als andere Fachgebiete, liegt auf der Hand. „Sowohl bei Patienten mit Krebserkrankungen als auch in der Palliativmedizin ist Kommunikation extrem wichtig, hier geht es um existenzielle Punkte des Lebens“, so Dr. Kubin. Daher dauerten hier Visiten oder einzelne Besprechungen mit Patienten oder deren Angehörigen mitunter auch sehr lange. „Idealerweise finden Gespräche über Krebsdiagnosen oder eine Verschlechterung des Krankheitsverlaufes im Vier-Augen-Gespräch statt, und wenn es brennt, können sie auch mal eine Stunde dauern.“ Dass ein normaler Arbeitstag des Chefarztes immer mehr als acht Stunden hat, ist ihm diese Flexibilität zum Wohle seiner Patientinnen und Patienten wert. „Der Dank kommt auch zurück, insbesondere wenn der Patient wirklich verstanden hat, was mit ihm los ist und wo die Möglichkeiten der Behandlung und Betreuung liegen. Nur so kann man als medizinischer Partner gemeinsam mit dem Patienten dessen weiteren Weg beschreiten.“, so Dr. Kubin. Dankbarkeit von ihren betagten bis hochbetagten Patienten empfängt auch immer wieder Dr. Jitka Ptacek. Die Leitende Ärztin der Akutgeriatrie an der Kreisklinik Berchtesgaden geht mit der nötigen Zeit, Sensibilität und Umsicht auf die häufig in ihren Sinneswahrnehmungen oder kognitiven Möglichkeiten eingeschränkten alten Menschen ein. Das fängt ganz einfach damit an, dass sie schaut, „ob die Hörgeräte sitzen und funktionieren.“ 

Anders als zum Beispiel Marc Oliver Stückrath, der seinen Patientinnen und Patienten offene Fragen stellt und ihnen damit Raum für Reflektion bietet, erleichtert Dr. Ptacek insbesondere den an Demenz erkrankten Frauen und Männern die Kommunikation durch geschlossene Fragen, die mit ja oder nein beantwortet werden können. Auch für sie gilt, ihre Patienten „mit Fingerspitzengefühl und Erfahrung dort abzuholen, wo sie gerade sind.“ Dafür „konzentrieren wir uns auch die wichtigen Informationen und ich spreche in klaren, kurzen Sätzen“, sagt die Geriaterin. Sei die dementielle Erkrankung schon in einem fortgeschrittenen Stadium, helfe ihr bei der Verständigung mit den Betroffenen die nonverbale Kommunikation, so die erfahrene Ärztin. Dann erreicht sie die Menschen mehr als mit Worten mit Gestik, Mimik und leichten Berührungen. Dass Worte wirken und die Arzt-Patienten-Kommunikation doch noch viel mehr beinhaltet, erklärt Psychoonkologe Hanns-Günter Wolf. Hier würden sich drei Ebenen verknüpfen: Inhaltlich vermittele der Arzt Sachverhalte von der Diagnose bis zu Therapien. Damit verknüpften sich dann emotionale Prozesse, wenn der Patient sich frage, was diese Informationen für ihn bedeuteten. Als drittes komme die Beziehungsebene ins Spiel mit der Frage: Wie gehen wir – Ärztin und Patientin - miteinander um? „Alle drei Aspekte immer im Auge zu behalten, ist eine wirkliche Herausforderung“, so der Dozent für Gesprächsführung. 

Er und seine Kolleginnen aus dem Team der Psychoonkologischen Beratung und Behandlung arbeiten eng mit Chefarzt Dr. Kubin zusammen und bieten den Patientinnen und Patienten in der Onkologie und auf der Palliativstation zur besseren Bewältigung ihrer individuellen Situation frühzeitig wertschätzende, beziehungsorientierte Gespräche an. „Menschen leiden unterschiedlich, die Haltung zu den Dingen macht den großen Unterschied“, sagt Hanns-Günter Wolf. So mache es einen Unterschied, ob Menschen glaubten, „es ‚gibt etwas nach dem Tod und ob das ‚Sterben müssen ‘die eigene Lebensgeschichte mit dem Gefühl einer persönliche Sinnhaftigkeit abrunden kann oder ob etwas Unerledigtes bleibt.“  Bei den existenziellen Fragen des Lebens würden sich die Begleitungen der Psychoonkologen daher manchmal mit jenen der im Klinikverbund so engagierten wie beliebten Seelsorgenden beider Konfessionen berühren. Wenn Wolf mit onkologischen Patientinnen spricht, ist für ihn ein wichtiges Kriterium, dass Patienten – die ja oft allein wegen des Wortes „Krebs“ massive Ängste haben - das Gefühl der „Selbstwirksamkeit“ nicht verlieren. Deshalb ermuntert der Psychologe die Patienten dazu,“ bei allen wichtigen Behandlungsentscheidungen zu prüfen, ob sie denn die für eine selbstbestimmte Entscheidung notwendigen ärztlichen Informationen bekommen und diese auch verstanden haben. Gut ist es auch, wenn bei solchen Gesprächen auch Vertrauenspersonen mit dabei sind, also Vier-Ohren Gespräche.“ 

Weil Ärztinnen und Ärzte wissen, dass ihr Gegenüber im Gespräch angesichts vieler Informationen und sich überschlagender Gefühle leicht den Faden verlieren oder sich nicht sofort alles Wesentliche merken kann, hat Marc Oliver Stückrath ein paar Empfehlungen für Patienten. „Es ist hilfreich, wenn sie zum Gespräch eine gewisse Struktur mitbringen, sich Notizen machen, offen und ehrlich sind. Denn wenn ich etwas nicht weiß, besteht die Gefahr, dass ich bei der Behandlung in die falsche Richtung gehe.“ Der Schmerzmediziner erlebt auch, dass sich Patienten leichter öffnen, wenn er ihnen ohne seinen weißen Kittel begegnet. „Das ist gleich ein ganz anderes Verhältnis“, erlebt der Anästhesist immer wieder. Auch dies sei eine Unterstützung, seinem Gegenüber zu vermitteln: „Der Profi für sich selbst ist der Patient.“ Wenn die Patientin dies verinnerlicht habe, ihre Selbstwirksamkeit spüre und ihm vertraue in dem Sinne, „dass der Doktor mir hilft, mein Ziel zu erreichen“, dann sei die Kommunikation gelungen, so Dr. Christian Stöberl. Genau dies sei für ihn „ein sehr bereichernder Aspekt“ seiner ärztlichen Tätigkeit. „Diese Art der Interaktion ist für mich ein ganz entscheidender Punkt in der Medizin, darum bin ich Arzt geworden“, sagt er. Wie seine Kolleginnen und Kollegen betont er den Stellenwert der Kommunikation in der Medizin und begrüßt daher auch ärztliche Fort- und Weiterbildungen zu diesem Thema. Dieses hat seiner Bedeutung wegen seit einigen Jahren auch die ärztliche Ausbildung an den Universitäten erreicht, es ist dort Gegenstand der Lehre sowie der abschließenden Staatsprüfung. Gute Aussichten also für die hohe Kunst der Kommunikation.

Ina Berwagner

01.06.2021 - Klinikum Traunstein

Patienten im Klinikum beistehen

Krankenhaus-Besuchsdienst feiert in diesem Jahr sein 40-jähriges Bestehen.

Sein 40-Jahr-Jubiläum feiert der Krankenhaus-Besuchsdienst im Klinikum Traunstein in diesem Jahr. Im Bild zu sehen sind die Leiterin Maria Schmidbauer (links) und ihre Mitstreiterinnen bei der Verabschiedung von Ilse Albrecht (Zweite von rechts), die nach 32 Jahren wegen Wegzugs den Besuchsdienst verlassen musste. Das Foto entstand im Vorjahr zwischen dem ersten und zweiten Lockdown.
Sein 40-Jahr-Jubiläum feiert der Krankenhaus-Besuchsdienst im Klinikum Traunstein in diesem Jahr. Im Bild zu sehen sind die Leiterin Maria Schmidbauer (links) und ihre Mitstreiterinnen bei der Verabschiedung von Ilse Albrecht (Zweite von rechts), die nach 32 Jahren wegen Wegzugs den Besuchsdienst verlassen musste. Das Foto entstand im Vorjahr zwischen dem ersten und zweiten Lockdown.

Auf sein 40. Jubiläum blickt in diesem Jahr der ehrenamtliche Krankenhaus-Besuchsdienst am Klinikum Traunstein zurück. Unter dem Motto „Wir schenken Zeit statt Blumen“ kümmern sich seine Mitglieder seit April 1981 kostenlos um die Bedürfnisse der Patienten im persönlichen Bereich während ihres stationären Aufenthalts. Der Krankenhaus-Besuchsdienst versteht sich als ergänzendes Angebot zur pflegerischen und medizinischen Versorgung. mehr...

Die Idee dazu hatten seinerzeit Rosemarie Kotter, Vorsitzende des Katholischen Deutschen Frauenbunds (KDFB) und Rosi Mengele, Vorsitzende des Kreises junger Frauen. Die Idee wurde an Maria Schmidbauer, ebenfalls Mitglied des KDFB, delegiert, die mit der Gründung und Leitung des Besuchsdienstes betraut wurde. Das erarbeitete Konzept fand bei den zuständigen Gremien großen Anklang und größtmögliche Unterstützung. Die angeworbenen Mitarbeiterinnen wurden durch intensive Seminare über das Katholische Bildungswerk München in vielseitigen Bereichen von Ärzten, Pflegenden, Psychologen, Seelsorgern usw. auf das Gespräch am Krankenbett bestens vorbereitet.

Auf diese Weise gut gerüstet nahm der Krankenhaus-Besuchsdienst im April 1981 unter der Trägerschaft des Katholischen Frauenbunds sowie in Zusammenarbeit mit der Krankenhausleitung, dem Sozialdienst und der katholischen und evangelischen Seelsorge seine Tätigkeit im damals noch Städtischen Krankenhaus Traunstein auf. Der Nephrologie Dr. Martin Gottsmann war der „Türöffner“ für das Pilotprojekt. Er war von der guten Sache überzeugt, sodass die Frauen auf seinen Stationen ihre Tätigkeit aufnehmen durften. „Die für alle Beteiligten hilfreiche und vielseitige Tätigkeit des Besuchsdienstes sprach sich schnell herum. Inzwischen ist sie auf allen Stationen zu einer Festen und geschätzten Einrichtung im Klinikalltag geworden“, erinnert sich die Leiterin Maria Schmidbauer.

Jede Mitarbeiterin übt ihren Dienst regelmäßig mindestens einmal in der Woche an einem festgelegten Tag -je nach Bedarf auch an weiteren Tagen- zwischen drei und fünf Stunden auf ihrer Station entsprechend ihres Einsatzplans aus. Der Dienst kann von allen Patienten über die Station oder die Information  angefordert werden. Die Tätigkeit des Besuchsdienstes richtet sich zunächst ganz an den persönlichen Bedürfnissen und Anliegen der Patienten aus. Die Mitarbeiterinnen versuchen dabei in vielfältiger Weise entsprechend der eigenen Möglichkeiten zu helfen. Wobei für viele Patienten wichtig ist, dass jemand für sie Zeit hat, sich zu ihnen setzt, mit ihnen spricht oder auch nur zuhört. „Allein durch die menschliche Zuwendung und aufrichte Anteilnahme an den Sorgen fühlen sich viele Patienten erleichtert, weil sie sich in ihrer Not verstanden fühlen“, so Elisabeth Ulmer, Vorstand der Kliniken Südostbayern AG. Erst im weiteren Gespräch würden sich meist noch andere Bedürfnisse bzw. Hilfsmöglichkeiten ergeben. Besonders gefragt ist die unbürokratische Hilfe des Besuchsdienstes, wenn Urlauber auf Durchreise, nach einem Unfall überraschend ins Krankenhaus kommen. Maria Schmidbauer
erinnert sich zum Beispiel an den Fall einer Familie aus Siegen, bei dem der Ehemann nach einem Bergunfall sechs Wochen auf der chirurgischen Intensivstation lag, oder an eine Familie aus Köln, bei der der Ehemann nach einem Verkehrsunfall verstarb und die Ehefrau mit einer
 
Halswirbelfraktur eingeliefert wurde. Geholfen wurde mit Kleidung, Wäsche, Toilettenartikel usw. Oft sind auch begleitende Angehörige mitzubetreuen, sei es bei der Zimmersuche oder weil sie seelische Stütze und Zuspruch benötigen. Es gibt auch immer wieder Fälle, wo der Krankenhausaufenthalt alleinstehender Patienten, zum Beispiel mit einer Krebserkrankung oder massiven Durchblutungsstörungen, länger dauert, als zunächst geplant. Hier sind meist persönliche Dinge von zuhause zu holen, Fenster zu schließen, Tiere zu versorgen, soweit sich die Wohnung im nahen Umkreis befindet. Bei schweren Verläufen der Erkrankung wurden von den Mitarbeiterinnen ihre Patienten auch während ihrer Sterbephase weiter sehr intensiv begleitet -teils im Wechsel mit einer Kollegin bzw. der Seelsorge. Inzwischen benötigten auch erkrankte, meist jugendliche Flüchtlinge auf Grund großer Sprachbarrieren und bürokratischer Vorschriften eine umfangreiche und aufklärende Hilfe, z.B. durch die Hinzuziehung eines Dolmetschers, betont
Maria Schmidbauer.

„Ihre Motivation finden die Mitarbeiterinnen des Besuchsdienstes immer wieder darin, dass sie ihre Tätigkeit als menschliche Bereicherung empfinden, denn es ist immer ein Geben und Nehmen zugleich“, unterstreicht Maria Schmidbauer. Die Erfahrungen in diesem Dienst würden viel helfen, auch privat mit vielen Situationen souveräner umzugehen. Die Mitarbeiterinnen berichteten ihr immer wieder, dass sie für ihr eigenes Leben viel lernen würden. Es seien vor allem die vielen positiven Rückmeldungen der Patienten, die ihnen das Gefühl vermittelten, etwas wirklich Sinnvolles zu tun.

Für alle Mitarbeiterinnen, welche ihren Dienst bereits seit über 5, 10 und teilweise 30 Jahren ausüben, ist es derzeit sehr bedauerlich, dass coronabedingt keine Besuche erlaubt sind, welche gerade in diesen schweren Zeiten  -auch aus Erfahrung der Seelsorge- dringend erforderlich wären.

29.05.2021 - Klinikum Traunstein

Kompetenzen der Wirbelsäulentherapie gebündelt und ausgebaut

Erfolgreiche Zertifizierung des Klinikum Traunstein als Wirbelsäulenspezialzentrum der Deutschen Wirbelsäulengesellschaft

Erfolgreich zertifiziert wurde das Klinikum Traunstein als „Wirbelsäulenzentrum“ der Deutschen Wirbelsäulengesellschaft unter der Leitung von Prof. Dr. Kolja Gelse (re.) und PD Dr. Jens Rachinger.
Erfolgreich zertifiziert wurde das Klinikum Traunstein als „Wirbelsäulenzentrum“ der Deutschen Wirbelsäulengesellschaft unter der Leitung von Prof. Dr. Kolja Gelse (re.) und PD Dr. Jens Rachinger.

Das Klinikum Traunstein hat sich erfolgreich als „Wirbelsäulenspezialzentrum“ der Deutschen Wirbelsäulengesellschaft zertifiziert. Die Abteilungen Unfallchirurgie und Orthopädische Chirurgie unter Leitung von Prof. Dr. K. Gelse und die Abteilung für Neurochirurgie unter der Leitung von PD Dr. J. Rachinger konnten mit diesem Schritt die Kompetenzen auf dem Gebiet der gesamten Wirbelsäulentherapie bündeln und ausbauen. Das Klinikum Traunstein deckt somit ein breites Spektrum an verschiedensten operativen und konservativen Behandlungsstrategien der Wirbelsäule ab. mehr...

Das übergeordnete Ziel der Zertifizierung als Wirbelsäulenspezialzentrum basiert auf der gezielten Förderung interdisziplinärer Kompetenz und Maximierung der Versorgungsqualität. Die Bündelung der Kernbereiche Unfallchirurgie, Orthopädie und Neurochirurgie wird durch ein strukturiertes Netzwerk der flankierenden Fachgebiete, wie Intensivmedizin, Neurologie, Neuroradiologie, Nuklearmedizin, Onkologie, (interventionelle) Radiologie, Schmerztherapie und Strahlentherapie, ergänzt. Basierend auf Empfehlungen und Leitlinien der Fachgesellschaften werden etablierte Therapiekonzepte für den individuellen Fall interdisziplinär festgelegt und umgesetzt.

Die Kernkompetenzen des „Wirbelsäulenspezialzentrum Traunstein“ umfassen das Wirbelsäulentrauma (Verletzungen), degenerative Wirbelsäulenerkrankungen, entzündliche Erkrankungen, Deformitäten und Fehlstellungen der Wirbelsäule und Wirbelsäulenbeteiligung bei Tumorerkrankungen. Pro Jahr erfolgen in Traunstein mehr als 600 operative Eingriffe an der Wirbelsäule, und mindestens ebenso viele Patienten werden durch konservative (nicht-operative) Maßnahmen stationär behandelt.

231 Schwertverletzte im Jahr 2020 versorgt

Traditionsgemäß ist das Klinikum Traunstein als Standort des Rettungshubschraubers Christoph 14 und der geographischen Lage schon seit vielen Jahren mit der Versorgung von Schwerverletzten betraut. Im Jahr 2020 wurden im Klinikum Traunstein 231 Schwerstverletzte behandelt und damit gehört Traunstein deutschlandweit zu den 10 Kliniken mit der höchsten Fallzahl an solchen Patienten. Gerade Sport- und Freizeitunfälle in den Bergen, aber auch Arbeitsunfälle und Verkehrsunfälle sind besonders häufig mit Verletzungen der Wirbelsäule assoziiert. Unter Einsatz modernster Techniken (intraoperative 3D Bildgebung, Navigation, Endoskopie) können in Traunstein auch die schwersten Verletzungen rund um die Uhr routiniert versorgt werden. Die ständige Verfügbarkeit eines erfahrenen Wirbelsäulenchirurgen ist eine Grundvoraussetzung für die Zertifizierung gewesen. Aber auch bei Bagatellverletzungen treten insbesondere bei höher betagten Patienten mit Osteoporose häufig osteoporotischen Wirbelkörperbrüche auf. Um eine rasche Mobilisierung zu ermöglichen, kommen hier meist minimal-invasive Operationstechniken zum Einsatz.

Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt des Wirbelsäulenzentrums umfasst die Behandlung von verschleißbedingten (degenerativen) Wirbelsäulenveränderungen. Hiervon können alle Altersstufen betroffen sein, vom jungen Patienten mit Bandscheibenvorfall bis zum hochbetagten Patienten mit Einengung es Rückenmarkkanals (Spinalkanalstenose).  Das Wirbelsäulenzentrum zeichnet sich hier durch sehr differenzierte Behandlungskonzepte aus. Nicht-operative Behandlungsmöglichkeiten beinhalten zum Beispiel krankengymnastische Maßnahmen, multimodale Schmerztherapie oder auch spezielle (u.a. CT-gestützte) Infiltrationstechniken. Die operativen Therapiemöglichkeiten werden ebenfalls patientenindividuell abgestimmt, von der minimal-invasiven Schlüsselloch-Operation bis zur aufwendigen Stabilisierung. Auch die Korrektur von angeborenen oder erworbenen Deformitäten (Fehlstellungen) der Wirbelsäule gehört zum erweiterten Spektrum des Wirbelsäulenzentrums.

Entzündliche Wirbelsäulenerkrankungen (Spondylitis, Spondylodiszitis) erfordern eine sehr anspruchsvolle interdisziplinäre Behandlung, die nicht nur die operative Sanierung und Stabilisation des betroffenen Wirbelsäulenabschnitts beinhaltet, sondern auch zahlreiche flankierende Fachdisziplinen erfordert, wie interventionelle Radiologie, Nuklearmedizin, Infektiologie, Intensivmedizin. Dieses strukturierte Netzwerk ist am Standort Traunstein fest etabliert und konnte das Zertifizierungsgremium überzeugen.

Tumorerkrankungen an der Wirbelsäule

Nicht zuletzt ist das Wirbelsäulenzentrum an das Netzwerk des Onkologischen Zentrums Traunstein angegliedert. Bestimmte Tumorerkrankungen können mit Instabilitäten der Wirbelsäule und auch Nerven- bzw. Rückenmarkskompressionen einhergehen. Diese oftmals sehr anspruchsvollen Wirbelsäulenoperationen werden durch das Wirbelsäulenspezialzentrum abgedeckt, sodass meist die gesamte Behandlung für diese Patienten komplett in der Hand des Traunsteiner Klinikums erfolgen kann.

Natürlich bestehen auch enge Kooperationen mit externen Partnern, um das jeweils bestmögliche Behandlungsergebnis zu erzielen. In vielen Fällen ist die Phase der Rehabilitation für ein langfristigen Therapieerfolg wichtig. Insbesondere bei Querschnittverletzungen besteht unter anderem eine enge Kooperation mit der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik in Murnau.

Für die Zertifizierung als Wirbelsäulenspezialzentrum sind festgelegte, klar strukturierte Vorgehensweisen und Prozesse für alle Bereiche entscheidende Bestandteile. Diese umfassen auch die Fort- und Weiterbildung des ärztlichen und nicht-ärztlichen Personals sowie die Teilnahme an Forschung und Lehre. Ärzte des Wirbelsäulenzentrums beteiligen sich aktiv in der Sektion Wirbelsäule der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie.

Das Zertifikat als Wirbelsäulenspezialzentrum ist für das Klinikum Traunstein für die kommenden 4 Jahr gültig, bevor eine Rezertifizierung die erreichte Versorgungsqualität überprüfen wird. Aber auch in der Zwischenzeit erfolgt durch gemeinsame Registerdokumentation die Darstellung und Analyse der Ergebnisqualität. All diese Prozesse und Maßnahmen dienen im Sinne eines gelebten Qualitätsmanagements dem Ziel die bestmögliche Behandlung des Patienten stets zu sichern.

27.05.2021 - Kliniken Südostbayern AG

Neue Behandlungsmöglichkeit gegen COVID-19 an den Kliniken Südostbayern

An der Kreisklinik Trostberg gibt es eine neue Möglichkeit, eine Corona-Infektion zu behandeln: Durch eine Monoklonale Antikörper-Therapie können schwere Corona-Verläufe verhindert werden. Positiv Getestete können sich nach der Feststellung einer Covid-19 Infektion direkt mit ihrem Hausarzt in Verbindung setzen. Dieser klärt anhand eines Fragenkatalogs ab, ob das künstlich hergestellte Immunserum für die Behandlung des Patienten in Frage kommt. Denn die Behandlung ist derzeit nicht für jedermann geeignet sondern vorwiegend für Patienten, bei denen Vorerkrankungen vorliegen, die einen schweren Covid-19-Verlauf begünstigen. Dies sind etwa eine schwere Herz- oder Lungenerkrankung oder eine Immunsupression. Die Kosten für die Behandlung werden von den Krankenkassen übernommen. Aufgrund der noch nicht vollständig abgeschlossenen Zulassung wird das Medikament zentral über das Gesundheitsministerium beschafft und nur mit Zustimmung des Patienten vergeben. Die Behandlung ersetzt zwar nicht die Impfung gegen das Coronavirus. Sie stellt allerdings einen weiteren wichtigen Schritt zur Bewältigung der Pandemie dar. „Eine derartige Behandlung können nur wenige Kliniken zurzeit bieten. Es ist ein unglaublich wichtiger Fortschritt für die medizinische Versorgung. Es freut mich sehr, dass wir so engagierte Mitarbeiter in den Kliniken Südostbayern haben, die seit über einem Jahr für unsere Gesundheit beeindruckendes leisten“, so Landrat Siegfried Walch, stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der Kliniken Südostbayern. Prof. Dr. Thomas Glück hierzu: „Dies ist ein wirklich gutes Angebot für neu COVID-19 infizierte Menschen mit Risikofaktoren für einen schweren Verlauf. Es verbessert unsere Behandlungsmöglichkeiten vor allem in der Frühphase der Erkrankung deutlich. Einem schweren Verlauf vorzubeugen ist doch besser als einen schweren Verlauf zu behandeln.“

04.05.2021 - Kliniken Südostbayern

Engen Kontakt mit Angehörigen auf den Isolationsstationen ermöglichen

50 iPads von der Volksbank Raiffeisenbank Oberbayern Südost für das Kommunikations- und Begleitkonzept der Kliniken Südostbayern

Wird nach Diagnose Covid-19 eine Einweisung ins Krankenhaus und womöglich auf die  Intensivstation nötig, sind Patient:innen und Angehörige zutiefst verunsichert und verängstigt. Mit einer Zuwendung von 18.900 Euro unterstützt die Volksbank Raiffeisenbank Oberbayern Südost  die Anschaffung von 50 iPads, damit Angehörige und nahe Bezugspersonen auch während der Besuchseinschränkungen die Erkrankten regelmäßig sehen und ihnen Trost zusprechen können.

„In so einer kritischen Lebenssituation ist es enorm wichtig, dass ein enger Kontakt mit der Familie möglich ist. Der Zuspruch von Angehörigen fördert den Gesundungsprozess und mindert die seelische Belastung für alle Beteiligten. Dafür haben wir virtuelle Räume geschaffen und getestet. Dank der großzügigen Spende der Volksbank Raiffeisenbank Oberbayern Südost können wir dieses Konzept nun einen weiteren Schritt voranbringen und die Kontaktmöglichkeiten weiter ausbauen.“ so Dr. Uwe Gretscher, Vorstandsvorsitzender der Kliniken Südostbayern bei der Übergabe der iPads an der Kreisklinik Bad Reichenhall.

„Wir mussten nicht lange überlegen, ob wir die „iPads gegen die Einsamkeit von Patienten“ finanzieren. Unsere Sorge war vielmehr wie man 50 Stück möglichst schnell beschaffen und einrichten könnte.“ entgegnete Josef Frauenlob, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Raiffeisenbank Oberbayern Südost .

Initiator der Zusammenarbeit war Professor Ekkehard Pratschke, der selbst jahrelang als Chefarzt der Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie sowie ärztlicher Direktor an der Kreisklinik Bad Reichenhall tätig war. Seit seiner Pensionierung ist er weiterhin als Beauftragter für Patientensicherheit an den Kliniken Südostbayern aktiv. Im Zuge der Pandemie war auch er schwer erkrankt. „Die Kommunikation mit meinen Angehörigen über Videotelefonie hat meinen Willen gestärkt weiter gegen das Virus zu kämpfen. Meine Enkel zu sehen hat mir unglaublich viel Kraft gegeben. Ich bin sehr froh und dankbar, dass der Vorstand der Bank keinen Augenblick gezögert hat und unser Projekt mit so viel Herzblut unterstützt.“ so Professor Pratschke. Auch er hat es sich auch nicht nehmen lassen, eines der iPads aus eigenen Mitteln zu spenden.   

Übergeben wurden die iPads an die Pflegebereichsleitungen Sebastian Hirmer vom Klinikum Traunstein, Michaela Greguric und Simone Ammersdörfer von den Kreiskliniken Bad Reichenhall und Berchtesgaden, die diese stellvertretend für ihre Kollegen an den sechs Standorten der Kliniken Südostbayern entgegennahmen. Die Bereichleitungen waren sich einig darin, dass digitale Formen der Kommunikation für Angehörige auch nach den Besuchseinschränkungen noch sehr wertvoll sind. Denn sie bringen große Erleichterungen für Menschen mit Bewegungseinschränkungen und auch für Angehörige, die weit entfernt oder an abgelegenen Orten wohnen und wenig Möglichkeiten haben, den Weg in die Klinik zu organisieren. 

30.04.2021 - Kliniken Südostbayern

Zuverlässiger Begleiter durch die Pandemie

Kliniken Südostbayern präsentiert Jahresbericht für Corona-Jahr 2020

Die Jahreshauptversammlung der Kliniken Südostbayern AG fand dieses Jahr online statt. Siegfried Walch, Landrat des Landkreises Traunstein und zu Beginn der Versammlung noch Aufsichtsratsvorsitzender, via Bildschirm die Teilnehmer. (Foto Landratsamt TS)
Die Jahreshauptversammlung der Kliniken Südostbayern AG fand dieses Jahr online statt. Siegfried Walch, Landrat des Landkreises Traunstein und zu Beginn der Versammlung noch Aufsichtsratsvorsitzender, via Bildschirm die Teilnehmer. (Foto Landratsamt TS)

Bereits zum zweiten Mal hat die Kliniken Südostbayern AG ihre Hauptversammlung unter den durch die Pandemie gesetzten Rahmenbedingungen durchführen müssen. Diese resümierte, dass auch im von Covid-19 auf den Kopf gestellten Jahr 2020 der Krankenhausbetrieb in den sechs Häusern des Klinikverbundes professionell rasch an alle neuen und bislang unbekannten Herausforderungen angepasst wurde. So konnte den Menschen in den beiden Landkreisen Berchtesgadener Land und Traunstein durchgehend volle Versorgungssicherheit gewährleistet werden. Der krisengestärkte Blick war optimistisch nach vorn gerichtet: „Wir stehen auch in Zukunft für eine sichere und zuverlässige Gesundheitsversorgung in der Region“, betonte Dr. Uwe Gretscher, Vorstandsvorsitzender der Kliniken Südostbayern (KSOB).

Schon im Februar 2020 seien in der Kreisklinik Trostberg Patienten aufgenommen worden, die zu den deutschlandweit ersten zählten, welche eine stationäre Behandlung wegen Covid-19 benötigten, blickte Dr. Gretscher zurück. „Im von der Pandemie geprägten Jahr 2020 haben wir von der Stärke unseres Verbundes und dem zupackenden Engagement unserer Mitarbeiter profitiert. Beides hat sich hier einmal mehr und ganz besonders deutlich erwiesen“, erklärte er. „Die von uns seit 2015 kontinuierlich auf den Weg gebrachten Prozesse- und Strukturoptimierungen wirkten als Stabilisatoren, um die Herausforderungen dieses Ausmaßes bewältigen zu können.“

„In einem beispiellosen Kraftakt haben die sechs Häuser standort- und fächerübergreifend zusammengearbeitet, um in dieser Ausnahmesituation stets das Beste für die Menschen in unserer Region zu leisten“, so Siegfried Walch, Landrat des Landkreises Traunstein, der zu diesem Zeitpunkt noch Aufsichtsratsvorsitzender war und diesen turnusgemäß dann an Landrat des Berchtesgadener Landes, Bernhard Kern, übergab. Mit der Schaffung des gemeinsamen Klinikverbundes in kommunaler Trägerschaft im Berchtesgadener Land und Traunstein sei vor über einem Jahrzehnt die solide Basis für die Krisenbewältigung gelegt worden. Landrat Walch weiter: „Aber zum Schluss sind es natürlich die Mitarbeiter in sämtlichen Bereichen – egal ob in Medizin, Pflege, Technik oder der Verwaltung – die mit ihrer Kompetenz, Flexibilität und Nächstenliebe unsere Kliniken Südostbayern so stark machen. Mit außerordentlichem Engagement und unbeschreiblichen Höchstleistungen haben sie in unserem Klinikverbund gegen die grauenvollen Auswirkungen der Pandemie gekämpft und tun es auch weiterhin.“ Dem stimmte auch der Landrat Bernhard Kern zu: „Unsere Region war seit dem Beginn der Pandemie besonders hart betroffen. Aber gerade die Zusammenarbeit des Klinikverbundes mit den Gesundheitsämtern der beiden Landkreise hat vom professionellen Miteinander über den Krisenstab hinaus profitiert. Dafür kann man nicht oft genug herzliches ‚Vergelt’s Gott‘ sagen!“ 

Elisabeth Ulmer sprach, auch im Namen ihres Vorstandskollegen Dr. Uwe Gretscher und dem Medizinischen Direktor, Dr. Stefan Paech „den allzu oft bis an die Grenzen ihrer Belastbarkeit arbeitenden Pflegekräften, Ärztinnen und Ärzten, aber auch allen anderen, die unter den extrem erschwerten Pandemie-Bedingungen immer mit Verstand und Herz für die Patientinnen und Patienten da waren, die allergrößte Anerkennung und tiefe Dankbarkeit aus“. Sie betonte, dass das qualitativ sehr hohe fachliche Niveau der KSOB-Mitarbeitenden der Garant für einen rund um die Uhr stabilen Umgang mit den Herausforderungen der Pandemie sei. Die Mitarbeiter haben völlig selbstverständlich eine enorme Verantwortung geschultert und oft bis zur Erschöpfung und darüber hinaus für das Wohl der Patientinnen und Patienten gearbeitet. „Das war und ist ein unvorstellbarer Kraftakt, der Dank und Anerkennung von uns allen verdient.“ 

Obwohl die Covid-19 Pandemie zwar das Jahr 2020 und damit den Krankenhausalltag massiv geprägt hat, sind die langjährig geplanten Weiterentwicklungen in verschiedensten Bereichen umgesetzt worden, unterstrich Dr. Uwe Gretscher. „Wir haben mit dem weiteren Roll-out der digitalen Patientenfieberkurve insbesondere die Digitalisierung der klinischen Bereiche deutlich ausgebaut. Dass wir digital schon vor Covid-19 gut aufgestellt waren, hat uns übrigens auch beim Umgang mit den Herausforderungen durch die Pandemie sehr geholfen“. Buchstäblich nicht zu übersehen seien darüber hinaus die Fortschritte der Baumaßnahmen für ein Umfeld, das dem hohen Leistungsstand in Medizin und Pflege entspricht. Am Klinikum Traunstein nehme der Bauabschnitt 1 Nord sichtbar Form an und die Kreisklinik Vinzentinum Ruhpolding warte nach der umfänglichen Sanierung mit noch mehr Komfort und modernisierten Strukturen auf, so der Vorstandsvorsitzende weiter. Auch die künftigen Projekte hat die Klinik Südostbayern AG im Blick, etwa den Ersatzneubau Bad Reichenhall. 

Auf digitale Lernformate habe auch das Bildungszentrum für Gesundheitsberufe gesetzt. Generell sei die gute Ausbildung in den Gesundheitsberufen ein weiterer, bedeutender Baustein bei der Bewältigung der Pandemie gewesen. Erfreulicherweise, so Dr. Paech, Medizinischer Direktor der KSOB, habe auch 2020 zum Beispiel hochqualifiziertes ärztliches Personal seine Arbeit an den Kliniken Südostbayern aufgenommen. 

Auch wenn das Jahr 2020 ein wirtschaftlich strapaziöses war und es zu einem Fehlbetrag von 3,7 Mio. kam, zeigen alle Erkenntnisse, dass unter normalisierten Bedingungen wieder ein positives Jahresergebnis möglich gewesen wäre. Ermutigt und zuversichtlich voraus blickte der Vorstandsvorsitzende Dr. Uwe Gretscher in seinen Anschlussworten zum Jahresbericht 2020: „Wir haben auch die besonderen wirtschaftlichen Herausforderungen im Jahr 2020 auf Basis unseres jahrelang erarbeiteten, soliden Fundaments meistern können“, sagte er. „Dank unserer Stärke und Stabilität und dank unserer herausragenden Mitarbeiter konnten wir den Bürgerinnen und Bürgern in beiden Landkreisen eine enorme Versorgungssicherheit bieten. Unser Verbund ist mit den Herausforderungen dieses Ausnahmejahres weiter zusammengewachsen. Daher bin ich sicher, dass wir alle gemeinsam auch das offensichtlich nicht weniger anspruchsvolle Jahr 2021 mit allen uns zu Verfügung stehenden Kräften meistern werden.“


26.04.2021 - Kreisklinik Trostberg

Trostberg tanzt!

"Jerusalema Dance Challenge" in unserer Kreisklinik

Es wird ein Leben nach Corona geben. Auf dem Weg dahin brauchen wir sicher noch viel Kraft, Mut und Beweglichkeit – auch im Kopf. Die Kreisklinik Trostberg "ertanzte" sich den Weg dahin und so sind auch wir bei der KSOB Teil einer weltweiten Bewegung. Ein Schritt nach vorne, viermal auftippen, wechseln und dazu mit den Hüften kreisen: Das schaffen auch weniger Tanzbegabte. Dazu eine Melodie, die sofort ins Ohr und Herz geht - kein Wunder, dass Menschen auf der ganzen Welt bei der "Jerusalema-Challenge" mitmachten. Etwas Spaß und Gemeinschaftsgefühl, das in Zeiten des Abstands über Video transportiert wird - das ist doch genau die richtige Ablenkung in Corona-Zeiten.

21.04.2021 - Klinikum Traunstein

Wie gefährlich ist das Coronavirus für Kinder – die Fakten

Chefarzt und Kinderintensivmediziner der Kliniken Südostbayern über die Auswirkungen der Pandemie auf die physische und psychische Gesundheit von Kindern

PD Dr. Gerhard Wolf
PD Dr. Gerhard Wolf

Das RKI meldet steigende Infektionszahlen auch bei Kindern und Jugendlichen. Wie geht es ihnen gesundheitlich in der Corona-Pandemie? „Mehr als ein Jahr nach Beginn der weltweiten Corona-Pandemie gibt es mittlerweile viele internationale Daten, welche Auswirkungen die Pandemie auf Kinder hat“, so Priv.-Doz. Dr. Gerhard Wolf, Chefarzt der Kinderklinik in Traunstein. „Zum Glück erkranken Kinder weitaus weniger oft und weniger schwer als Erwachsene. Wenn Kinder an Coronavirus erkranken, dann haben die meisten nur leichte oder gar keine Symptome. Dennoch erkranken einige wenige Kinder auch sehr schwer. Im Vordergrund steht hier sicherlich eine zum Teil heftige Entzündungsreaktion, die Kinder zwei bis sechs Wochen nach einer Coronavirus-Infektion befallen kann. Diese Erkrankung heißt PIMS und steht für „Pediatric Inflammatory Multisystem Syndrom“ -  auf Deutsch: „Kindliche entzündliche Multisystem-Erkrankung“. Es erkrankten an diesem Syndrom, bei dem das eigene Immunsystem quasi überreagiert und das eigene Herz- und Kreislaufsystem angreift, zwar nur wenige Kinder in Deutschland, die eine Coronavirus-Infektion durchgemacht hatten , so Dr. Wolf weiter. Dennoch könne diese PIMS-Erkrankung schwer verlaufen. „In Deutschland sind bisher 200-300 Kinder an PIMS erkrankt. Eine neue Studie aus den USA untersuchte über 1.700 Kinder, welche an PIMS erkrankten. Viele dieser Kinder zeigten nicht nur Bauchschmerzen, einen Ausschlag oder eine Bindehautentzündung, sondern auch akutes Herzversagen und Kreislaufschock. Mehr als die Hälfte der Kinder mit PIMS mussten auf der Kinderintensivstation behandelt werden“, so Dr. Wolf, der selbst Kinderintensivmediziner ist. „Auch an der Kinderklinik Traunstein hatten wir bislang einige Fälle von PIMS bei Kindern. Unsere kleinen Patienten mussten auch auf der Kinderintensivstation behandelt werden. Zum Glück können wir in Traunstein eine sehr gute Intensivtherapie für sie anbieten. So sind alle unsere Patienten wieder vollständig gesund und konnten nach Hause entlassen werden.“

Und wie geht es den Kindern sonst? „An der Kinderklinik Traunstein sind diesen Winter nur ganz wenige Kinder mit anderen Atemwegserkrankungen wie Influenza, also Grippe, oder Respiratory Syncytial (RS-)Virus stationär aufgenommen worden. Wo in den Vorjahren unsere Kinderstationen im Januar und Februar übervoll waren, hatten wir diesen Winter kaum Patienten mit Atemwegsinfektionen stationär zu versorgen“. Dieses Phänomen wurde auch weltweit beschrieben: in der Region Paris mussten beispielsweise wegen Bronchiolitis, einer meist virusbedingten Entzündung der kleinen Atemwege bei Kindern, einer neuen Studie nach viel weniger Kinder als in den Vorjahren auf der Kinderintensivstation behandelt werden. „Vermutlich beruht dieser Effekt darauf, dass die Kinder meistens zu Hause sind, in der Öffentlichkeit Mundschutz tragen, was ja nicht nur vor dem Coronavirus, sondern auch vor anderen Atemwegsinfektion effektiv schützt“.

 „Eine deutliche Zunahme sehen wir jedoch bei den psychischen Erkrankungen von Kindern“, so Dr. Wolf. „Häufiger als sonst sehen wir Kinder mit depressiven Verstimmungen, Angststörungen, und Essstörungen, welche wir auch im Rahmen einer akuten Krisenintervention stationär behandeln müssen. Der Lockdown führt sicherlich auch dazu, dass bestimmte Situationen im häuslichen Umfeld eskalieren“, so Dr. Wolf.

„Ein erstaunlicher Effekt des Lockdowns scheint sich bei Frühgeborenen abzuzeichnen“, so Dr. Wolf. „Erste Studien aus Holland und anderen Ländern zeigten, dass weniger frühgeborene Kinder zur Welt kamen“. Über die Gründe kann man nur mutmaßen. „Die Autoren der Studie aus Holland spekulieren zum Beispiel, dass eine verminderte mütterliche Belastung durch Pendeln zum Arbeitsplatz und weniger Reisetätigkeit und sogar eine verbesserte Luftqualität eine Rolle spielen könnte. Die Autoren meinen zudem, dass die insgesamt verbesserte Hygiene durch Abstand, Atemschutz, und Händedesinfektion zu allgemein weniger mütterlichen Infektionskrankheiten führte, welche für Frühgeburten verantwortlich sein können“, so Dr. Wolf.

Alle ambulanten Sprechstunden in der Kinderklinik Traunstein laufen auch während der Corona-Pandemie weiter. Ebenfalls ist eine stationäre Aufnahme von Kindern jederzeit möglich und sicher. Dabei darf ein Elternteil weiterhin beim Kind bleiben. Besuche von beiden Eltern sind problemlos möglich, wenn auch nach Möglichkeit abwechselnd. Jedes kranke Kind kann in einer Akutsituation mit einem Elternteil ohne vorherigen Coronatest Tag und Nacht in die Kinderklinik kommen.

09.04.2021 - Klinikum Traunstein

Patienten mit der schmerztherapeutischen Versorgung zufrieden

Auszeichnung „Qualifizierte Schmerztherapie“ für das Klinikum Traunstein
durch die Deutsche Schmerzgesellschaft (Certkom)

Die schmerztherapeutische Versorgung in deutschen Krankenhäusern wird von Patienten insgesamt schlechter bewertet als andere pflegerische und ärztliche Tätigkeiten. Dabei geben in einer Untersuchung 80 Prozent der Patienten an, nach einer Operation unter Schmerzen zu leiden. Schmerzen sind nicht nur ein unangenehmes individuelles Erleben – ein unzureichend eingestellter Schmerz kann nicht selten Komplikationen verursachen und infolgedessen unmittelbar das Behandlungsergebnis beeinflussen. Nicht zuletzt birgt ein starker Schmerz nach einer Operation das Risiko chronisch zu werden.

„Schmerzen sind somit nicht nur unangenehm, sondern auch potentiell gefährlich!“ sagt Marc-Oliver Stückrath, ärztlicher Leiter der Schmerztagesklinik und des Akutschmerzdienstes am Klinikum Traunstein. „Daher haben wir in den letzten Jahren eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe eingerichtet, mit dem Ziel die Struktur und die Prozesse unserer schmerztherapeutischen Versorgung zu optimieren.“

Die Arbeitsgruppe besteht aus Vertretern der Ärzte, der Pflege, der Apotheke und des Qualitätsmanagements. Das ist uns wichtig, da wir nur gemeinsam Schmerzen bei unseren Patienten effektiv therapieren können. Gemeinsam bedeutet in dem Fall auch, den Patienten von Beginn seines Aufenthalts an, intensiver an der Schmerztherapie zu beteiligen.

Hierzu gehört zum Beispiel, dass der Patient mit der Aufnahme in die Klinik besser über die Möglichkeiten der schmerztherapeutischen Versorgung während seines Aufenthalts informiert wird und aktiv in die Therapie miteinbezogen wird. Ein weiteres wichtiges Element ist die Regelung der Zuständigkeit für die schmerztherapeutische Versorgung – so gibt es jetzt immer einen verantwortlichen Arzt für die Schmerztherapie, abhängig vom Aufenthaltsort des Patienten im Klinikum. „Niemand sollte mehr an unnötig starken Schmerzen akut oder auch nach einer Operation leiden!“ ergänzt Richard Strauss, stellvertretender ärztlicher Leiter der Schmerztherapie am Klinikum Traunstein.

Die allgemeine und akute schmerztherapeutische Ersteinschätzung und Versorgung in unserer Notaufnahme und auf unseren Stationen, wird durch erfahrene Mitarbeiter in der Pflege durchgeführt. Die Pflegekräfte arbeiten nach den nationalen Expertenstandards (NES), um auch in akuten Schmerzsituationen schnellstmöglich und routiniert im Sinne des Patienten handeln können

Spezielle schmerztherapeutische Verfahren, wie regionalanästhesiologische- und Patienten-kontrollierte Schmerztherapien, werden schon seit Jahren durch unsere zusätzlich ausgebildeten Schmerzschwestern (Pain Nurses) an sieben Tagen in der Woche betreut. „Eine effektive, individuelle Schmerztherapie steigert das Wohlbefinden der Patienten und trägt zu einer raschen Heilung bei“, wissen Irmengard Walter, Barbara Bauer und Bernadette Spallek – Pain Nurses im Klinikum Traunstein.

 In den letzten Jahren stieg in der Öffentlichkeit das Interesse an einer qualifizierten Schmerztherapie in Krankenhäusern. Im September letzten Jahres wurde vom gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) beschlossen, dass Krankenhäuser und Praxen sich bei der Schmerztherapie nach Operationen stärker engagieren müssen. Daher haben wir uns den Anforderungen des G-BA gerne gestellt und unsere schmerztherapeutische Versorgung durch die Deutsche Schmerzgesellschaft e.V. prüfen lassen.

Im jetzt durchgeführten Zertifizierungsverfahren für die operativen Abteilungen & den Bereich für Kinder- und Jugendmedizin, ist die Durchführung einer spezifischen Patientenbefragung in Bezug auf das Schmerzmanagement eine wesentliche Anforderung. Die Ergebnisse dieser Befragung beeinflussen maßgeblich die Vergabe des Zertifikats und werden im Auditierungsprozess bewusst nachverfolgt. Die Ende Januar erfolgreich abgeschlossene Zertifizierung belegt die Zufriedenheit der Patienten mit der schmerztherapeutischen Versorgung im Klinikum Traunstein.

22.03.2021 - Kliniken Südostbayern

„New work“ bei den Kliniken Südostbayern

Wie die Digitalisierung in den sechs Kliniken den Arbeitsalltag erleichtert und Freiräume schafft

Die Fieberkurve jedes Patienten ist ein zentrales Arbeitsmittel in der Klinik für Ärzte und Pfleger. Sie gibt unter anderem Auskunft über Blutdruck, Puls, Medikamentengaben und den Zustand des Patienten. In vielen Gesundheitseinrichtungen Deutschlands ist die Fieberkurve noch immer handgeschrieben. Als einmaliges Dokument ist sie so fehleranfällig und nur an einem Ort verfügbar. Die Kliniken Südostbayern sind hier schon einen Schritt weiter: Mit dem Einzug der „digitalen Fieberkurve“ auf den Stationen wird jetzt eine neue Zeitrechnung in den sechs Häusern eingeleitet. Sie ist Teil einer umfassenden Digitalisierungsstrategie, die die Gesundheitsstandorte vernetzen und zukunftssicher machen soll. Neben einer Verbesserung der Patientensicherheit und einer optimierten Zusammenführung wichtiger Patientendaten aus unterschiedlichen Bereichen soll die Digitalisierung auch deutliche Arbeitserleichterungen für die Mitarbeiter mit sich bringen. Vor allem beim Pflegepersonal.

Julia Thalhammer kümmert sich als Stationsleitung und Kinderkrankenpflegerin in der Pädiatrie des Klinikums Traunstein gerade um die dreijährige Nadine. Das Kind ist wegen schweren Atemproblemen zur Überwachung in der Klinik. Mithilfe eines mobilen Messwagens mit benutzerfreundlichem Touchscreen-Monitor kann Frau Thalhammer Vitalfunktionen wie Temperatur, Sauerstoffsättigung des Blutes, Pulsfrequenz und Blutdruck und weitere Richtwerte ermitteln. Darüber hinaus lassen sich per Hand 20 weitere Werte (z.B. Größe, Gewicht, Schmerzempfinden, Atmung) eingeben zur Errechnung eines Frühwarnwertes. Das Gerät stellt eine drahtlose Verbindung zu der jeweils zentral erfassten elektronischen Patientenakte her und sendet vom Behandlungsort aus wichtige Daten an die zugehörige Fieberkurve, in der alle wichtigen Patienten- und Behandlungsdaten protokolliert und dokumentiert sind.

Alle Vitalwerte an einem Ort

Um zukünftig auf den Stationen komplett digital arbeiten zu können, werden die Abteilungen mit fahrbaren Mobilgeräten ausgerüstet. Von der digitalen Patientenakte bzw. papierlosen Visite profitieren aber nicht nur Ärzte und Pflegekräfte durch die Entlastung bei zeitaufwendigen Planungs- und Dokumentationsaufgaben. Die vollständige Transparenz der Patientendaten in digitaler Form ermöglicht etwa auch Mitarbeitern im Sozialdienst und Medizincontrolling den Zugriff darauf. Auf diese Weise können mögliche Datenverluste sowie Kommunikations- und Übertragungsfehler im Sinne von mehr Sicherheit für die Patienten vermieden werden. Gleichzeitig ist der Zugriff auf diese Daten nur einem autorisierten Personenkreis möglich.

Nach dem Start im November 2019 im Klinikum Bad Reichenhall ist die digitale Fieberkurve – begleitet von einem engagierten Schulungsteam – inzwischen an allen drei BGL-Standorten eingeführt. Dazu kam die Kreisklinik Trostberg sowie in Traunstein die Kinder- und Jugendpsychosomatik, die Tagesklinik des Sozialpädiatrischen Zentrums und die Pädiatrie. Im Herbst sollen alle Häuser einschließlich der Kreisklinik Vinzentinum in Ruhpolding integriert sein.

Papierlose Technik unverzichtbar

„Rund 2.450 unserer 3.800 Mitarbeiter – darunter 1.465 im Bereich Pflege – arbeiten mit dem neuen System. Von vielen Seiten höre ich Kommentare zu mehr Transparenz, Zeitersparnis und qualitativen Verbesserungen und eher den Wunsch noch mehr in die digitale Welt zu integrieren, um Medienbrüche zu vermeiden“, erklärt Andreas Lange, als CHIO und Geschäftsbereichsleiter Infrastruktur der Kliniken. Auch dank einer Spende der Eva Mayr-Stihl-Stiftung konnte das Projekt zügig umgesetzt werden.

Julia Thalhammer freut sich über die papierlose Technik: „Wir sind froh, durch die digitale Fieberkurve immer alle Patientendaten parat zu haben. So finden wir alle gebündelten Informationen genau dort, wo wir sie brauchen – nämlich bei unseren jungen Patienten.“ 

Mehr Selbstbestimmung beim Dienstplan

Auch an anderer Stelle setzt die Klinikleitung auf digitale Arbeitserleichterungen für die Mitarbeiter im Krankenpflegedienst und mehr Mitverantwortung bei der Personaleinsatzplanung. Ein Beispiel dafür ist die persönliche Dienstplanungs-App der Firma Ortec, die aktuell in vier Pilotabteilungen getestet wird. Nach dem Motto „Arbeite doch, wann Du willst“  ermöglicht sie den Beschäftigten durch Selbsteinplanung und intelligente Abstimmung mit möglichen Tauschpartnern mehr Flexibilität bei beruflichen und privaten Verpflichtungen. Das Ziel: Weg mit den starren Dienstplänen hin zu mehr Work-Life-Balance.  „Wir wollen damit 90 Prozent der Dienstwünsche berücksichtigen“, erläutert Andreas Lange – bei weniger Überstunden, weniger Fehlzeiten und mehr Dienstplanstabilität.

Gefragt ist auch die neue, klinikinterne Mitarbeiter-App namens myKSOB. Hier haben sich aktuell über 2.300 Beschäftigte als Nutzer registriert. Neben einer Chat-Funktion zum schnellen internen kollegialen Austausch über alle Abteilungen hinweg lassen sich damit wichtige klinikinterne Infos abrufen, oder  Video-Botschaften der Unternehmensleitung ansehen – um nur einige Beispiele zu nennen. Ebenfalls neu bei den Kliniken sind die Unternehmensseiten in den sozialen Medien wie Instagram, Facebook und LinkedIn, die den Klinikalltag nach außen transparent machen.

Sprachsoftware und schnelle Logins

Der Einsatz intelligenter Spracherkennungssoftware für Arztbriefe und Dokumentationszwecke sowie vereinfachte Login-Prozeduren per Dienstausweis und PIN (Single-Sign-On) zur rechner- und ortsunabhängigen Fallbearbeitung sind weitere Elemente der Arbeitserleichterung. „Somit hilft uns die Digitalisierung auch, trotz aller Belastungen für attraktive und moderne Arbeitsplätze zu sorgen“, sagt Andreas Lange. „Wie können wir unseren Kollegen in einem schnelllebigen, komplexen Arbeitsumfeld das Arbeiten angenehmer gestalten und noch mehr auf ihre Bedürfnisse eingehen?“ – das ist der Grundgedanke bei allen digitalen Neuerungen in den Kliniken Südostbayern - ganz im Sinne von „New Work“. Die Bezeichnung steht für ein neues Verständnis von Arbeit in Zeiten von Globalisierung und Digitalisierung und vereint zentrale Werte wie Freiheit, Selbständigkeit und Teilhabe an der Gemeinschaft. 

Dr. Uwe Gretscher, Vorstandsvorsitzender der Klinken Südostbayern: „Ich sehe neben der Qualität die Digitalisierung unserer Kliniken als wesentliches Thema, wenn es um Behandlungseffizienz, Patientensicherheit, Kommunikation, Pflegeplanung sowie die Entlastung der Mitarbeiter geht. Bei der Einführung neuer Technologien steht dabei die Optimierung von Abläufen im Vordergrund. Wir haben ein Zielbild erarbeitet, wie der Krankenhausarbeitsplatz der Zukunft aussehen wird und bauen unsere Häuser daher konsequent weiter aus in Richtung „Smart Hospital“ – zum Wohl der Patienten und Nutzen der Mitarbeiter.“

18.03.21 - Klinikum Traunstein

Gemeinsam für bedürftige Familien mit schwerkranken Kindern

Der Bunte Kreis am Klinikum Traustein und die Bürgerhilfestelle des Landkreises haben im Januar eine Kooperationsvereinbarung besiegelt, um bedürftige Familien mit Frühgeborenen und chronisch kranken Kindern noch besser zu unterstützen.  Die Zusammenarbeit der beiden Stellen kommt insbesondere Familien zugute, in denen eine Bedürftigkeit festgestellt wird und die unverzüglich Unterstützung benötigen.

Der Bunte Kreis hatte schon seit geraumer Zeit einen Partner gesucht, der die medizinischen Nachsorgeangebote um mildtätige Zuwendungen ergänzen könnte und die Verwaltung von Spendengeldern für mildtätige Zwecke übernehmen kann. Die engagierten Mitarbeiter des Bunten Kreises erleben bei ihren Nachsorgeaktivitäten immer wieder, dass es in Familien mit kranken oder frühgeborenen Kindern zu ernsten finanziellen Engpässen kommt. „Da reicht eine medizinische Nachsorge nicht aus. Es ist herzzerreißend und wir fühlen uns einfach menschlich verpflichtet auch finanziell zu helfen“, so Anita Wimmer vom Bunten Kreis. Die Bürgerhilfestelle hat in diesem Bereich lange Erfahrung und kann in so einer Situation gewährleisten, dass Familien schnelle und unbürokratische Hilfe erhalten.  So hatte Anita Wimmer Kontakt zur Bürgerhilfesstelle aufgenommen, die auch schon immer Familien mit kranken und pflegebedürftigen Kindern in besonderen Notlagen unterstützt hat. „Gemeinsam können wir noch viel mehr erreichen“, freut sich Florian Seestaller von der Bürgerhilfestelle.   

Die Beratung der Familien und die Feststellung des Unterstützungsbedarfs beginnen schon während der Behandlungen und Nachsorgeaktivitäten durch das medizinische Fachpersonal des Bunten Kreises am Klinikum Traunstein. Der Bunte Kreis möchte auch weiter Öffentlichkeitsarbeit leisten, um auf die Situation aufmerksam zu machen und Spender dafür zu sensibilisieren. Die Spenden fließen dann direkt in einen Topf der Bürgerhilfestelle. Betroffene werden vom Bunten Kreis über das Unterstützungsangebot umfassend informiert und legen dann bei der Bürgerhilfestelle die erforderlichen Unterlagen vor. Dort wird die Bedürftigkeit geprüft und alles Weitere geregelt.
„Der finanzielle Aspekt kann in solchen Lebenslagen sehr belastend sein. Deswegen freut es mich, dass wir die Bürgerhilfsstelle des Landkreises hier einbinden können und wir so eine Erleichterung für Betroffene aus unserer Region erzielen können.“, so Landrat Siegfried Walch.

12.03.2021 - Klinikum Traunstein

Rechtzeitig in die Kinderklinik

Kinder können jederzeit bedenkenlos in die Kinderklinik oder zur kinderchirurgischen Vorstellung kommen

(von links): PD Dr. Gerhard Wolf und Dr. Marc Jorysz
(von links): PD Dr. Gerhard Wolf und Dr. Marc Jorysz

Seit Beginn der Pandemie beobachten Kinderärzte und Kinderärztinnen mit zunehmender Sorge, dass Eltern unter Umständen Arztbesuche meiden und oft zu spät medizinische Hilfe für ihre Kinder in Anspruch nehmen. Bei schweren, akuten Erkrankungen stellt eine verspätete Behandlung aber ein unüberschaubares Risiko dar. Ein Besuch in der Kinderarztpraxis oder auch in der Kinderklinik ist unbedenklich und schafft Sicherheit, wenn ein Kind krank ist. Eine verschleppte ernste Erkrankung hingegen kann sehr schnell lebensgefährlich werden. Die Traunsteiner Kinderklinik und die Kinderchirurgie sind uneingeschränkt im Einsatz.

Die Ärzteschaft der Traunsteiner Kinderklinik wendet sich darum mit einem Appell an alle Eltern, ihre Kinder rechtzeitig vorzustellen, um unnötige Risiken zu vermeiden. Kranke Kinder können jederzeit bedenkenlos in die Kinderklinik oder zur kinderchirurgischen Vorstellung kommen. Wenn die Eltern mit ihrem Kind wegen eines akuten Krankheitsbildes zu einer ambulanten Untersuchung in die Klinik kommen, ist zunächst auch kein vorheriger Coronatest notwendig.

Auch geplante ambulante Kontrollen sind nach vorheriger Terminabsprache mit der entsprechenden Abteilung jederzeit möglich. Dabei kann ein Elternteil das Kind natürlich auch begleiten; je nach Untersuchung ist dann unter Umständen ein vorheriger Coronatest notwendig. Wird ein stationärer Aufenthalt nötig, kann ein Elternteil auch als Begleitperson mitaufgenommen werden. Besuche der Eltern sind willkommen, allerdings sollen die Eltern nach Möglichkeit abwechselnd ihr Kind besuchen. Ist das Kind schwer erkrankt, ist die Anwesenheit beider Elternteile möglich und auch erwünscht, um gemeinsam Entscheidungen über die Gesundheit ihres Kindes treffen zu können.

Die Sicherheit der Patienten wird mit einem fundierten Hygienekonzept und mit regelmäßigen Antigen- und PCR- Testungen der Eltern, der Kindern und des Klinikpersonals gewährleistet. Für die Eltern und Kinder beginnen die Tests mit der stationären Aufnahme und werden in regelmäßigen Abständen wiederholt. Aufgrund umfassender Sicherheitsvorkehrungen gab es bislang auch keine COVID-19 Ausbruchsgeschehen in der Traunsteiner Kinderklinik.

Auch die kinderchirurgischen Sprechstunden laufen regulär weiter. Das ist auch wichtig, gerade jetzt, wo der Schulbetrieb wieder öffnet, denn die Kinderchirurgie übernimmt auch die Behandlung von Unfällen auf dem Schulweg oder auf dem Schulgelände, die unter die Regelungen der Berufsgenossenschaften fallen und nur von wenigen Praxen versorgt werden dürfen. Unverändert werden auch alle anderen Operationen durch die Kinderchirurgie sowohl stationär als auch ambulant angeboten. Natürlich erfolgt vor jedem geplanten operativen Eingriff immer eine PCR-Testung.

11.03.2021 - Traunstein/Ruhpolding

Besonderheiten betagter Menschen Rechnung tragen

Alterstraumatologiezentrum Traunstein-Ruhpolding erfolgreich rezertifiziert

Dr. Marianne Gerusel-Bleck und Dr. Tobias Lewens
Dr. Marianne Gerusel-Bleck und Dr. Tobias Lewens

Erfolgreich rezertifiziert wurde das Alterstraumatologiezentrum Traunstein-Ruhpolding. Ziel des Alterstraumatologiezentrums ist es, ältere Patienten, die in der Unfallchirurgie des Klinikums Traunstein operiert wurden, bei stabilen Wundverhältnissen zur Weiterbehandlung in die Akutgeriatrie der Kreisklinik Vinzentinum Ruhpolding zu verlegen.

In der Alterstraumatologie wird in einem ganzheitlichen Ansatz den Besonderheiten des unfallverletzten, betagten Menschen durch Vorerkrankungen Rechnung und das soziale Umfeld getragen.

Als Schwerpunkte für die erfolgreiche Rezertifizierung überprüften die Auditoren im Zuge der Rezertifizierung vor allem die Strukturen und die Zusammenarbeit von Unfallchirurgie und Alterstraumatologie/Akutgeriatrie. Die Auditoren hoben dabei die wohlwollende, engagierte und professionelle Zusammenarbeit beider Fachabteilungen hervor.

Die Leitende Ärztin der Akutgeriatrie Ruhpolding, Dr. Marianne Gerusel-Bleck, erklärte, die Auditoren seien besonders vom neuen Farbkonzept der Akutgeriatrie Ruhpolding begeistert gewesen, das im Zuge des Umbaus und der Kernsanierung der Kreisklinik Vinzentinum Ruhpolding verwirklicht wurde. Hervorzuheben sei auch das neue Lichtkonzept, weil eine gute Beleuchtung für die Orientierung älterer Menschen sehr wichtig sei, so Dr. Gerusel-Bleck. „Somit bietet die neu gestaltete Kreisklinik Ruhpolding ein für die Genesung ideales und angenehmes Umfeld.“

Mit viel Engagement habe man sich mit der Rezertifizierung über die Corona-Pandemie gerettet, betont Oberarzt Dr. Tobias Lewens von der Unfallchirurgie des Klinikums Traunstein. Man habe ein Hygienekonzept erstellt, dass von allen Berufsgruppen streng eingehalten werde. Die Mitarbeiter der Notaufnahme im Klinikum Traunstein seien besonders geschult worden, damit sie auch auf kognitiv eingeschränkte Patienten eingehen können. In der Unfallchirurgie und Akutgeriatrie kümmere man sich ebenso um Themen wie Sturzprophylaxe und Osteoporose.

Während die Unfallchirurgie bei Aufnahme die Diagnose stellt, kümmert sich die Akutgeriatrie um die Therapie der Patienten. Ein besonderes Augenmerk wird ferner auf die Wechselwirkung von Medikamente gelegt. Dabei steht ein Pharmakologe mit Rat und Tat zur Seite.

Geschaffen wurden digitale Plattformen für eine zügige Übergabe der Patienten, damit diese ohne Zeitverlust in der Akutgeriatrie weiterbehandelt werden können. Die Traunsteiner Unfallchirurgie betreut dann die Patienten in Ruhpolding weiterhin. Anderseits schaut sich die Akutgeriatrie die Patienten im Vorfeld bereits in Traunstein an.

Das Alterstraumatologiezentrum Traunstein-Ruhpolding sei trotz der räumlichen Distanz eng zusammengewachsen, weil beide Fachabteilungen bereits seit 2015 sehr gut zusammenarbeiten, unterstreichen Dr. Gerusel-Bleck und Dr. Lewens. Geschaffen seien inzwischen wichtige Strukturen, die in einer immer älter werdenden Gesellschaft immer notwendiger würden.

09.03.2021 - Klinikum Traunstein

Pandemielabor am Klinikum Traunstein „echter Segen“

Patienten und Kliniken Südostbayern profitieren von großen Testkapazitäten in kurzer Zeit

Ein Pandemielabor für viele schnelle und zuverlässige Tests auf Covid-19 direkt vor Ort: Was für die meisten Krankenhäuser in Deutschland ein Wunschtraum bleibt, ist für die Kliniken Südostbayern (KSOB) mit ihren sechs Standorten seit Herbst 2020 Realität. Ermöglich wurde dies durch eine großzügige Spende der Eva Mayr-Stihl Stiftung. Deren „Corona-Soforthilfe-Programm hat einen weiteren weitsichtigen Beitrag zum Gemeinwohl geleistet“, so KSOB-Aufsichtsratsvorsitzender Landrat Siegfried Walch. Auch Vorstandsvorsitzender Dr. Uwe Gretscher und Priv.-Doz. Dr. Tom-Philipp Zucker, Ärztlicher Direktor des Klinikums Traunstein und Chefarzt der Anästhesie, Intensivmedizin und Schmerztherapie, betonen die Bedeutung des Labors jetzt - und in der Zukunft.

Es war ein Glücksfall, dass die unter anderem in der Unterstützung medizinischer Versorgung engagierte Eva Mayr-Stihl Stiftung schnell die Herausforderungen durch die Pandemie erkannte und die Kliniken Südostbayern bei der Bewältigung dieser Krise mit einer Spende von 250.000 Euro unterstützt hat. An Hintergründe und Beginn der bereits zweiten Kooperation zwischen Stiftung und Klinikverbund erinnert sich KSOB-Vorstandsvorsitzender Dr. Gretscher: „Als wir in der ersten Hälfte des letzten Jahres mit der Eva Mayr-Stihl Stiftung über eine mögliche Unterstützung in der Bewältigung der Pandemie sprachen, hatten wir gerade die erste Welle mit allen Erfahrungswerten erlebt. Die knappen Covid-19 PCR-Testkapazitäten und lange Testlaufzeiten waren dabei immer ein beschränkender Faktor“, sagt er. „Schon damals haben wir uns damit beschäftigt und geahnt, dass in den Wintermonaten eine zweite, möglicherweise größere Welle auf uns zurollen könnte, wir wollten die Zeit bis dahin bestmöglich nutzen. Die Testkapazitäten vor Ort ohne lange Transportwege aufzurüsten, war für uns Mittel der ersten Wahl,und es hat sich absolut bewährt“, so Dr. Gretscher. „Wir waren auch in der zweiten Welle im Verbund trotz der deutlich höheren Covid-19-Fallzahlen durchgehend auch für Notfälle aufnahmebereit und konnten unseren Auftrag - die Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen – damit sehr gut erfüllen.  Die Eva Mayr-Stihl Stiftung hat mit ihrer Zuwendung Mitte des letzten Jahres  in der Tat zur richtigen Zeit wesentlich dazu beigetragen, dass wir in einer Hochinzidenzregion schnell und vorausschauend agieren konnten, und wir sind den Stiftern dafür sehr dankbar.“

Dieser Dank an die Stifter Eva Mayr-Stihl und ihren im Klinikum Traunstein geborenen Ehemann Robert Mayr liegt auch Chefarzt Dr. Zucker sehr am Herzen. „Zunächst möchte ich der Eva Mayr-Stihl Stiftung sehr danken, die uns, nein eigentlich unseren Patientinnen und Patienten, das Pandemielabor finanziell ermöglicht hat“, betont er. Denn die großzügige Spende habe die Anschaffung zweier hochmoderner, leistungsfähiger Geräte für belastbare PCR-Tests ermöglicht. Mit diesen können die Kräfte des externen Labordienstleisters der KSOB und die Mitarbeitenden des Klinikverbunds in dem eigens für diese Zwecke eingerichteten Pandemielabor zeitnah und zuverlässig Proben auswerten. Diese müssen nicht mehr außer Haus, sondern können direkt vor Ort analysiert werden. Ein regelmäßiger Fahrdienst zwischen den sechs Häusern garantiert eine zügige Abwicklung. „Die Maschine kann täglich bis zu drei Durchläufe à fünf Stunden mit jeweils 93 Proben bewältigen, auch an Wochenende finden ein bis zwei Durchläufe statt“, erklärt Dr. Zucker. „Nur die großen Maximalversorger wie Unikliniken weisen eigene Testkapazitäten unserer Größenordnung auf.“ Diese großen Testkapazitäten in kurzer Zeit kommen den Patienten mehrfach zugute: „Symptomatische Patienten können bei früherem positivem Testergebnis auch früher eine auf die Erkrankung Covid zugeschnittene Therapie erhalten“, erklärt Dr. Zucker. Durch ihre gemeinsame Versorgung mit anderen Covid-Patienten auf eigens dafür reservierten Stationen müssten Pflegepersonal und Ärzte nicht ständig die komplette persönliche Schutzausrüstung wechseln.

Dies spare nicht nur Material, sondern auch Zeit - die wiederum der Behandlung der Patienten zugutekomme. Von schnelleren Abstrich-Ergebnissen profitierten natürlich auch negativ getestete Patienten, die „von der Isolationsstation wegverlegt werden und nach Sicherung der alternativen Diagnose zielgerecht behandelt werden“ könnten, so Dr. Zucker. Immer mehr in den Vordergrund rücke auch die Testung von Personal. Diese würde routinemäßig mindestens einmal in der Woche angeboten, um Infektionsausbrüche im Krankenhaus zu verhindern oder rasch einzudämmen. Ein großer Pluspunkt eines der beiden neuen Geräte im Pandemielabor sei zudem, dass es einen speziellen Wert ermitteln könne, anhand dessen festgestellt werden könne, „ob ein Patient, der Covid durchgemacht hat und jetzt wieder beschwerdefrei ist, aber nach über zwei Wochen immer noch ein positives PCR-Testergebnis aufweist, überhaupt noch infektiös ist.“ Ab März sei zudem die Erkennung von bekannten Corona-Mutationen mit jedem PCR-Test geplant, so Dr. Zucker. Er ist sicher, dass das Speziallabor auch in Zukunft wertvolle Dienste leisten wird, nicht nur bei mutmaßlich weiteren Pandemien. „In der Zeit nach Corona werden wir mit unserem Pandemielabor Grippe- und Norovirus-Infektionen schneller diagnostizieren und lokale Ausbrüche eindämmen können“, sagt er. 

Vorausschauendes Handeln zugunsten der Menschen attestiert Landrat Siegfried Walch den Spendern: „Die Eva Mayr-Stihl Stiftung hat mit ihrem Corona-Soforthilfe-Programm einen weiteren weitsichtigen Beitrag zum Gemeinwohl geleistet“,  sagt er. „Für unsere Kliniken hat sich der schnelle Aufbau des Pandemielabors am Klinikum Traunstein als echter Segen erwiesen. Die zusätzliche Versorgungssicherheit, die damit für die Bürgerinnen und Bürger geschaffen wurde, ist ganz besonders in unserem grenznahen Gebiet von unschätzbarem Wert und auch zukünftig eine echte Bereicherung im Hinblick auf Prävention und Früherkennung“, betont auch Walch die Nachhaltigkeit des Labors. „Ein herzliches Gott vergelt's an die Stiftungsvorstände Eva Mayr-Stihl und Robert Mayr für die außerordentlich wertvolle Spende und die enge Verbundenheit mit unserer Region!“

25.02.2021 - Klinikum Traunstein

Neue Perspektiven – nicht nur im Dünndarm

Traunsteiner Chefarzt Dr. Björn Lewerenz: Patienten profitieren von innovativen Techniken

Dr. Björn Lewerenz
Dr. Björn Lewerenz

Erkrankungen des Dünndarms können junge wie alte Menschen treffen. Sie sind komplex und waren bislang schwer diagnostizier- und behandelbar. Seit 2019 ist das dank eines innovativen Verfahrens, der Spiral-Enteroskopie, sanfter wie gründlicher möglich. Bei der Einführung des Verfahrens war Dr. Björn Lewerenz entscheidend mitbeteiligt. Er ist seit Oktober 2020 am Klinikum Traunstein Chefarzt der Abteilung für Gastroenterologie, Hepatologie und interventionelle Endoskopie sowie Leiter des Darmkrebszentrums. Der 43-Jährige hat neue Techniken an die Klinik mitgebracht, die den Menschen aus den Landkreisen modernste Behandlungen auf hohem Niveau vor Ort bieten. mehr...

Herr Dr. Lewerenz, wie häufig sind Dünndarmerkrankungen?
Dr. Björn Lewerenz: Erkrankungen des Dünndarms sind insgesamt eher selten, aber sehr komplex. Oft  werden sie nur an Zentren, wie nun bei uns am Klinikum Traunstein, diagnostiziert und können dann im Weiteren spezifisch therapiert werden.  Aufgrund der Seltenheit herrschen für diese Erkrankungen in einem  Zentren aufgrund der Häufigkeit der Eingriffe große Erfahrung und vertieftes Fachwissen. Ich habe in den 16 Jahren meiner Tätigkeit an der München Klinik Bogenhausen in der interventionellen - also behandelnden - Endoskopie einen Schwerpunkt in der Diagnostik und Therapie von Dünndarmerkrankungen aufgebaut und bin glücklich, dass ich dieses Wissen und meine Leidenschaft dafür nun hier einbringen kann. Ich bin der Meinung: Nichts ist wichtiger, als wenn man als Patient in der eigenen Region bleiben kann und kompetent behandelt wird.

Wann ist eine endoskopische Untersuchung des Dünndarms angezeigt?
Dr. Lewerenz: Indikationen können etwa der Verdacht auf offene oder nicht sichtbare Blutungen, einen Darmverschluss, Tumore oder entzündliche Darmerkrankungen sein. Ein häufiges Szenario ist auch, dass der Hausarzt immer wieder Blutarmut feststellt und wiederholt ergebnislos Spiegelungen des Darms und Magens durchgeführt werden. Viele Patienten laufen von Pontius zu Pilatus, sie haben einen langen Leidensweg. Dies gilt etwa auch für manche Menschen mit einer genetischen Disposition für viele Polypen im Dünndarm, die eine Vorstufe zum Krebs sein können.

Was ist die Spiral-Enteroskopie?
Dr. Lewerenz: Die Spiral-Enteroskopie ist eine Innovation in der Medizin, die es so bisher nicht gegeben hat und die erst in wenigen Kliniken in Deutschland zum Einsatz kommt. Im Vergleich zu den Vorgängerverfahren ermöglicht uns die für Diagnostik und Therapien von Dünndarmerkrankungen einsetzbare Spiral-Enteroskopie, mit weniger Zeitaufwand deutlich bessere Ergebnisse zu erzielen, das heißt den gesamten Dünndarm einzusehen. Der Dünndarm mit seinen bis zu sieben Metern Länge und seiner in den Bauchraum gefalteten Lage stellt hohe Anforderungen. Auf diese können wir bei dieser speziellen Form der Dünndarmspiegelung nun ganz gezielt eingehen. 

Wie funktioniert das neue Verfahren?
Dr. Lewerenz: Vor jeder Spiral-Enteroskopie schlucken die Patienten eine tablettengroße Videokapsel. Wenn uns die Kamera Hinweise auf auffällige Stellen gibt, kommt das motorisierte Spiral-Enteroskop zum Einsatz. Das Gerät hat eine ganz weiche Spitze. Es wird in der Regel über die Speiseröhre in den Dünndarm eingeführt. Mit sanften Umdrehungen fädelt es nach und nach den Dünndarm auf und ermöglicht uns so sehr viel erfolgreicher, ihn in seiner gesamten Länge einzusehen. Bei mit zumeist unter einer Stunde deutlicher kürzerer Eingriffsdauer als bei den bisherigen Verfahren können wir wesentlich mehr erreichen und die Patienten erholen sich rasch von dem kurzen, schonenden Eingriff. Sie bleiben aber vorsichtshalber meist eine Nacht zur Beobachtung bei uns. Ich habe diese Technik im Oktober 2019 bei den ersten Patienten  außerhalb von Studien eingesetzt und in Deutschland die größte Anzahl an Untersuchungen durchgeführt: Alle haben den Eingriff gut vertragen. 

Können Sie mit dem Spiral-Enteroskop auch gleich behandeln?
Dr. Lewerenz: Ja, ich kann bei der Spiral-Enteroskopie nicht nur so tief wie noch nie in den Dünndarm eindringen, das Gerät bietet mir auch eine Reihe von Interventionsmöglichkeiten. So kann ich Biopsien entnehmen, Dünndarmpolypen entfernen oder blutende Gefäßveränderungen veröden. Bei jungen Erwachsenen lassen sich zum Beispiel sehr gut Meckel-Divertikel diagnostizieren. Dies sind sackförmige Ausstülpungen, ein Übrigbleibsel der embryonalen Entwicklung, welches stark bluten können. Auch bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn, in dessen Verlauf im Dünndarm Engstellen entstehen können, oder bei den insgesamt seltenen Tumoren des Dünndarms kommt die Spiral-Enteroskopie für Diagnose und Therapie zum Einsatz. 

Stichwort Krebs: Sie haben seit 1. Januar auch die Leitung des Darmkrebszentrums übernommen?
Dr. Lewerenz: Ja, und das freut mich sehr. Eine Krebsdiagnose ist das Schlimmste, das einem passieren kann, man fühlt sich so allein wie noch nie in seinem Leben. Darmkrebs, also das  Karzinom des Dickdarms und das Karzinoms des Enddarms, ist die zweithäufigste Krebserkrankung in Deutschland. Auch diese Erkrankungen gehören in einem Zentrum behandelt. Mittels modernster Techniken können wir ganz präzise festlegen, wie operiert werden. Die Erhaltung von wichtigen Funktionen für den Patienten wie die des Schließmuskels wird dabei viel mehr als früher berücksichtigt. Ich freue mich, dass ich den Menschen in unseren beiden heimischen Landkreisen nun auch neue Verfahren zum Abtragen von Früh-Karzinomen im Magen oder Darm anbieten kann. Wenn der Krebs im Frühstadium abgetragen werden kann, muss nicht mehr operiert werden. Waren die Patienten bisher für diese Behandlung auf andere Zentren angewiesen, so können wir ihnen nun auch hier eine heimatnahe Versorgung vor Ort bieten. Neue Techniken und ein sich neu aufstellendes Team versprechen attraktive Perspektiven für die Zukunft – zum Wohle unserer Patientinnen und Patienten.

Das Interview führte Ina Berwanger.

18.02.2021 - Klinikum Traunstein

Wenn die Knochen brüchig werden

Vorbeugung und Therapie der Osteoporose

Prof. Kolja Gelse
Prof. Kolja Gelse

Die Osteoporose trifft nicht nur Frauen nach den Wechseljahren: Denn die als Knochenschwund bekannte Erkrankung hat nicht nur den Mangel des weiblichen Hormons Östrogen als Ursache. Warum es generell sinnvoll ist, seine Knochen ein Leben lang mit Bewegung und ausgewogener Ernährung zu stärken, erklärt Prof. Kolja Gelse, Chefarzt der Unfallchirurgie und Orthopädischen Chirurgie am Klinikum Traunstein, im Interview. mehr...

Was ist Osteoporose und wie entsteht sie?
Prof. Kolja Gelse: Osteoporose steht für Knochenschwund. Bei dieser Erkrankung des Skelettsystems nimmt die Dichte und Belastbarkeit der Knochen ab. Damit steigt das Risiko für Knochenbrüche. Ein Knochen ist ein lebendes, durchblutetes Gewebe, das einem ständigen Umbau unterliegt. Wird dieser laufende Prozess des Auf- und Abbaus von Knochensubstanz - zum Beispiel durch einen Mangel des weiblichen Hormons Östrogen nach den Wechseljahren - gestört, kann es zu Osteoporose kommen.

Sind nur Frauen nach den Wechseljahren Osteoporose-gefährdet?
Prof. Gelse: Bei ihnen tritt Osteoporose am häufigsten auf, aber auch Männer können betroffen sein. Osteoporose ist meist mit fortgeschrittenem Lebensalter assoziiert, da Knochenstoffwechselvorgänge im hohen Alter reduziert sind. Aber auch jüngere Menschen mit beispielsweise Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes, Schilddrüsenfunktionsstörungen, rheumatischen Erkrankungen, Diabetes oder bestimmten neurologischen Erkrankungen haben ein erhöhtes Risiko, Osteoporose zu bekommen.

Welche Risikofaktoren für Osteoporose gibt es?
Prof. Gelse: Wir unterscheiden zwischen nicht zu beeinflussenden Faktoren wie höheres Alter, weibliches Geschlecht und bestimmten, oben genannten Krankheiten, und beeinflussbaren Risikofaktoren. Bei diesen steht an oberster Stelle der Bewegungsmangel. Körperliche Aktivität ist entscheidend für den Knochenaufbau. Knochensubstanz kann der Körper am besten bis zum 30. Lebensjahr aufbauen. Je aktiver man auch schon in jungen Jahren ist, umso besser.

Zeigt sich Osteoporose mit typischen Symptomen?
Prof. Gelse: Das Tückische an Osteoporose ist, dass sie viele Jahre symptomfrei verläuft. Aufmerksam auf Osteoporose wird man oft erst, wenn es zu Knochenbrüchen nach Bagatellverletzungen oder ohne jedes Trauma kommt. Typische osteoporotische Brüche findet man im Bereich des Hüftgelenks, Beckenknochens, Oberarmknochens, Handgelenks und natürlich im Bereich der Wirbelsäule. Charakteristischerweise brechen hierbei die Wirbelkörper regelrecht in sich zusammen. Sie  verformen sich dann zu sogenannten Fisch- oder Keilwirbeln und tragen letztlich zu dem im Volksmund „Witwenbuckel“ genannten Rundrücken bei. Hier manifestiert sich dann Osteoporose in einer abnehmenden Körpergröße und natürlich in Rückenschmerzen.

Wann ist ein Arztbesuch angeraten?
Prof. Gelse: Üblicherweise werden die Patientinnen und Patienten erst beim Auftreten von Schmerzen beim Arzt vorstellig. Durch Untersuchung der Wirbelsäule können die betroffenen Wirbelkörper lokalisiert werden, Röntgen oder Kernspintomographie ergänzen die Diagnostik. Wann eine Knochendichtemessung indiziert ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie zum Beispiel dem Vorliegen typischer Knochenbrüche, dem Alter, bestimmten Begleiterkrankungen oder der Einnahme bestimmter Medikamente, wie etwa Cortison.

Wie kann eine Osteoporose behandelt werden?
Prof. Gelse: Neben prophylaktischen Maßnahmen gibt es medikamentöse Therapieansätze und bei Auftreten von Knochenbrüchen die operative Therapie. Als Basis-Therapie kommen Vitamin D3 und bedarfsweise Calcium zum Einsatz. Wenn Osteoporose manifest geworden ist, stehen heutzutage spezifische medikamentöse Therapien zur Verfügung. Diese Medikamente sind sehr wirkungsvoll, können aber auch mit Nebenwirkungen behaftet sein. Wann eine solche Therapie medizinisch indiziert ist, wird der Arzt gemäß vorhandener Leitlinien auf der Basis einer Nutzen-Risiko-Abwägung entscheiden. 

Wie können osteoporotische Knochenbrüche operativ stabilisiert werden?
Prof. Gelse: Das Ziel der modernen Unfallchirurgie und Alterstraumatologie besteht darin, ältere Patientinnen und Patienten so zu behandeln, dass sie möglichst schnell wieder ihre Selbstständigkeit und bestmögliche Mobilität erreichen. Um dies zu realisieren, kann gerade bei schlechter Knochenqualität oder komplizierten Brüchen die Versorgung mit einem Kunstgelenk deutliche Vorteile bringen. Im Bereich des Hüftgelenks – zunehmend auch bei Brüchen an Knie oder Schulter – ist dies heutzutage ein Standardeingriff. Oft sind die Operierten bereits am nächsten Tag wieder mobil.
Ein ebenfalls sehr effektiver, kaum belastender Eingriff ist die sogenannte Kyphoplastie. Bei diesem minimal-invasiven Verfahren wird ein zusammengebrochener Wirbelkörper mittels eines kleinen Ballons wieder aufgerichtet und mit speziellem Knochenzementmaterial stabilisiert. Er ist somit gleich nach der OP wieder belastbar. Bei osteoporotischen Knochen kann die Verwendung eines solchen speziellen Knochenzements auch bei Knochenbrüchen an anderen Skelettabschnitten sehr vorteilhaft sein. So kann die Ummantelung von Schrauben mit Knochenzement deren Verankerung im osteoporotischen Knochen deutlich verbessern.

Damit es nicht erst so weit kommt: Kann man einer Osteoporose vorbeugen?
Prof. Gelse: Ja, das kann man: Für Bewegung ist es – je nach individuellen Voraussetzungen - nie zu spät. Auch im Alter ist jeder Schritt wertvoll. Ich empfehle möglichst häufiges Treppensteigen. Zudem sind Kraft- oder Fitnesstraining, Wanderungen, auch am Berg, oder Nordic-Walking gut für starke Knochen. Beim Schwimmen hingegen profitiert eher das Herz-Kreislauf-System als der Knochenstoffwechsel. Außerdem sollte eine einseitige Ernährung mit zu wenig Calcium und zu viel Phosphat vermieden werden. Nicht zuletzt kann es gerade jetzt im Winter aufgrund zu wenig UV-Licht zu einem Mangel an Vitamin-D3 kommen. Das braucht der Körper aber für den Knochenaufbau. Eine zusätzliche Vitamin-D3-Einnahme kann in Absprache mit dem Arzt sinnvoll sein.

Das Interview führte Ina Berwanger.

08.02.2021 - Klinikum Traunstein

„Krebserkrankungen machen nicht halt vor Corona“ - Krebstherapie in Coronazeiten

Dr. Thomas Kubin
Dr. Thomas Kubin

Anlässlich des Weltkrebstages spricht Dr. Thomas Kubin, Chefarzt der Abteilung für Hämatologie, Onkologie und Palliativmedizin und Sprecher des Onkologischen Zentrums Klinikum Traunstein zum Thema Krebstherapie in Coronazeiten.

Das Jahr 2020 hat in vielerlei Hinsicht besondere Herausforderungen mit sich gebracht. Durch die Covid-19-Pandemie waren wir in unseren Kliniken recht plötzlich nur noch damit beschäftigt, freie Ressourcen für einen möglichen Patientenansturm zu schaffen, große Infektbereiche innerhalb den Kliniken neu einzurichten sowie unsere Patienten und uns selber vor einer Coronainfektion zu schützen. Viele geplante und nicht so dringende medizinische Abklärungen oder operativen Eingriffe mussten vorerst abgesagt werden zugunsten einer Bereithaltung von Krankenhaus- und Intensivstationsbetten.

Nach der ersten Viruswelle im Frühjahr war im Sommer des vergangenen Jahres eine vorübergehende Entspannung eingetreten, dann rollte die zweite Welle seit Herbst los und übertraf die erste Welle an Zahl und Intensität deutlich. Aber wir haben mittlerweile gelernt, bei weitem besser mit den Problemen im Zusammenhang mit Corona umzugehen und deutlich schneller zu reagieren. Auch ist die initiale Angst vor dem Ungewissen gewichen und von einer neuen tatkräftigen Routine mit neu erarbeiteten Leitlinien ersetzt worden. Themen wie Virusmutanten halten uns ganz aktuell in Atem und schüren neue Ängste vor einer Ansteckung. Glücklicherweise kommt die Impfkampagne langsam in Fahrt, wenn auch viel langsamer als ursprünglich gedacht und läßt uns nach Gabe der 2. Impfdosis deutlich entspannter in die Zukunft blicken.

Leider dürfen wir nicht vergessen, dass ernsthafte Erkrankungen wie Krebs nicht vor Corona halt machen. Mittlerweile ist es erwiesen, dass u.a. Patienten mit einer aktiven Krebserkrankung sowie Patienten unter intensiver Krebsbehandlung ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf von Covid-19 aufweisen.
Dies schürt natürlich verständlicherweise Ängste vor einer Ansteckung mit Corona bei Vorliegen solcher Risikofaktoren. Gleichzeitig darf die Angst vor einer Coronainfektion nicht die Bekämpfung einer bereits existierenden, lebensgefährlichen Erkrankung wie Krebs beeinträchtigen, da hierdurch die Prognose der Krebserkrankung unwiederbringlich verschlechtert werden kann. Außerdem verschlechtert eine unbehandelte, aktive Krebserkrankung den Verlauf einer möglichen Covid-19 Erkrankung. Entsprechend wird Krebspatienten geraten, besonders achtsam zu sein, den Empfehlungen der Gesundheitsbehörden zu folgen und neben konsequentem Tragen von Mund-Nasenschutz in der Öffentlichkeit und regelmäßiger Händehygiene auf persönliche soziale Kontakte soweit wie möglich und sinnvoll zu verzichten („freiwillige Quarantäne“) bis die Pandemie abgeflaut ist und idealerweise ein persönlicher Impfschutz besteht. Mittlerweile gibt es eine Reihe von Berichten, dass vermehrt Menschen aus Angst sich beim Arztbesuch mit Corona anzustecken ihre Beschwerden lange ignoriert haben und dann eine fortgeschrittene Krebserkrankung diagnostiziert wurde, was meist zur deutlichen Verschlechterung der Prognose führt. Von daher ist es sehr wichtig, dass alle Menschen mit länger anhaltenden neuen oder unklaren Beschwerden sich ungeachtet der Coronapandemie beim Hausarzt vorstellen und weiter abklären lassen, ebenso wie das Einhalten der Nachsorgetermine wenn schon mal eine Krebserkrankung bestanden hat.

In Kliniken, Klinikambulanzen und Praxen sind längst viele wirksame Schutzmaßnahmen eingerichtet worden und Corona verdächtige Patienten werden sofort und sicher abgeschottet. Entsprechend ist das Risiko, sich beim Arztbesuch anzustecken als gering anzusehen. Im Klinikum Traunstein haben wir ausgesprochen selten Coronainfektionen bei unseren onkologischen Patienten gesehen. Als notwendige Ausnahme wurde im Onkologischen Zentrum im Klinikum Traunstein für die Behandlung von Krebspatienten im gesamten Jahr 2020 und darüber hinaus ein fast normaler Betrieb aufrechterhalten. Dies gilt sowohl für stationäre als auch ambulante Abklärungen von Beschwerden, Krebsbehandlungen, Zwischen- und Nachsorgeuntersuchungen. Neu wurden die Arztkontakte durch die deutlich häufigere Nutzung von Telemedizin ergänzt, zum Beispiel in Form von Telefonaten, Emails oder auch virtuellen Meetings per Computer, damit der eine oder andere Arztbesuch eingespart werden kann.  

Alle Menschen, insbesondere auch Patienten mit Krebserkrankungen sind aufgefordert, sich gegen Corona impfen zu lassen, sobald sie eine Möglichkeit dazu bekommen. Es gibt auch bei Vorliegen einer Krebserkrankung und unter einer Krebstherapie keine stichhaltigen Gründe dagegen. Die Nebenwirkungen sind nach derzeitigem Wissenstand und der Erfahrung an mittlerweile Millionen von Menschen gering und sicher viel geringer als die einer durchzumachenden Coronainfektion! Der Nutzen der zugelassenen Impfstoffe ist groß, wahrscheinlich haben bis über 90 % der Geimpften einen ausreichend guten Impfschutz. Bei Menschen mit Abwehrschwäche wie z.B. durch eine Krebserkrankung, aber auch durch manche Krebstherapien kann allenfalls der Impferfolg eingeschränkt sein, so dass eventuell erneut nachgeimpft werden muss. Die Verträglichkeit der Impfung wird hierdurch aber nicht beeinflusst.

Jedes Jahr gibt es speziell in der Krebsmedizin eine Fülle von neuen wissenschaftlichen Entwicklungen und Zulassungen von einer ganzen Reihe von neuen wirksamen Krebsmedikamenten im deutlich zweistelligen Bereich. Auch 2020 wurden diese Neuerungen in gewohnter Häufigkeit entwickelt und der medizinischen Fachwelt vorgestellt und viele neue Medikamente eingeführt. Hierbei hatten wieder „zielgerichtete Therapien“ zur präzisen Unterdrückung von lebensnotwendigen Signalen und Stoffwechselwegen der Tumorzellen sowie Medikamente zur Stimulierung der körpereigenen Abwehr gegen Krebszellen („Immuntherapie“) klar die Nase vorne. Mit hoher Internetpräsenz fanden alle wissenschaftlichen Treffen, Diskussionsrunden und Fortbildungen virtuell quasi von zu Hause aus statt. Wir vom onkologischen Zentrum Traunstein waren und sind hier voll engagiert, es dreht sich längst nicht mehr alles um Corona. Auch unser Studienangebot für noch nicht zugelassene, aber sehr vielversprechende neue Krebsbehandlungen hat keinen Einbruch in der Coronazeit erlebt.

Wann und ob wir wieder unsere gewohnte Normalität ohne Corona erreichen werden ist noch völlig offen. Fest steht aber, dass uns Corona bis weit in den Sommer sehr intensiv und auch noch danach ziemlich beschäftigen wird. Die Welt, aber auch die medizinische Versorgung wird von dem großen Schub in der Digitalisierung und manch anderer Neuerungen wahrscheinlich anhaltend verändert werden. Umso wichtiger ist es, die wichtigen Errungenschaften der vorhergehenden Zeit nicht aus den Augen zu verlieren.

Für das Thema Krebs sind das unsere Präventionsstrategien gegen eine mögliche Krebsentstehung sowie die Früherkennungsprogramme von sich entwickelnden Krebserkrankungen.

Krebserkrankungen werden weiterhin immer häufiger mit einer Steigerungsrate von 1-2%/Jahr, in Deutschland sind es aktuell ca. 500.000 Menschen, die jedes Jahr neu an Krebs erkranken. Etwa 50% aller Männer und 43% aller Frauen müssen damit rechnen, im Lauf ihres Lebens an Krebs zu erkranken. Glücklicherweise können wir aktuell etwa 60% der Patienten von ihrem Krebs heilen. Bei der Entdeckung eines Krebses im Frühstadium wie etwa durch Vorsorgeuntersuchungen liegen die Heilungschancen viel höher und können in vielen Situationen bis > 90% erreichen. Über die Ursachen der immer häufiger werdenden Krebserkrankungen wird viel geforscht und spekuliert. 3 Risikokomplexe stehen fest: Erhöhte Lebenserwartung, Lebensstil und Umweltfaktoren. Menschen werden immer älter und Krebs wird im Alter immer häufiger. Über 30% aller Krebserkrankungen sind durch einen gesunden Lebensstil vermeidbar. Die Rolle von Umweltfaktoren ist nicht so klar mit Zahlen und klaren Empfehlungen zu belegen. Es gibt immer mehr Umweltverschmutzung und Belastungen in unserer Nahrung, Wasser, Erde und Luft. Einige Dinge wie Dieselabgase, Radonbelastung, wahrscheinlich auch manche Pestizide sowie die Belastung mit manchen Stoffen am Arbeitsplatz etc. erhöhen auf Dauer die Wahrscheinlichkeit, eine Krebserkrankung zu entwickeln.

Entsprechend gibt es von vielen medizinischen Fachgesellschaften wie auch der Deutschen Krebsgesellschaft klare Empfehlungen zur Prävention von Krebserkrankungen. Sie helfen auch gegen andere Erkrankungen und wahrscheinlich auch beim Verlauf einer Covid-19 Erkrankung. Hierzu gehören nicht zu Rauchen, wenig Alkohol, gesunde Ernährung mit viel frischem Obst und Gemüse, ein gesundes  Körpergewicht, ausreichender Sonnenschutz und sich täglich reichlich zu bewegen sowie soweit möglich ein sportliches Training von min. 30 Minuten an mindestens 3 Tagen/Woche. Gerade in Zeiten von Lockdown, geschlossenen Fitnessstudios, Ausgangssperren oder sogar vorübergehender Quarantänezeit ist es natürlich deutlich schwieriger geworden, ein regelmäßiges Sportprogramm zu absolvieren. Aber wir haben hier in Oberbayern eine so schöne Natur, dass man mit regelmäßigen sportlichen Spaziergängen nicht nur dem Körper, sondern auch dem Geist etwas Gutes tun kann. Bleiben Sie fit und gesund!


05.02.2021 - Kreisklinik Bad Reichenhall

Die Geburtshilfe Reichenhall nimmt wieder Normalbetrieb auf

Die Station der Kreisklinik Bad Reichenhall war im Zuge der hohen Corona-lnzidenzen aus Gründen der Vorsicht und zum Schutz von Gebärenden wie Neugeborenen kurzfristig nach Traunstein ausgelagert worden. Nun ist das Team aus Hebammen, Ärzten und Pflege in Reichenhall wieder vollumfänglich für alle Schwangeren und Gebärenden da. Die zuletzt deutlich rückläufigen lnzidenzen und Covid-19 Patientenzahlen in der Klinik erlauben wieder den sicheren Betrieb.

02.02.2021 - Kliniken Südostbayern

„Gesundheit viel wichtiger als Äußerlichkeiten“

Abiturient sammelt bei der Kliniken Südostbayern AG wertvolle Erfahrungen

Mario Stefanutti
Mario Stefanutti

Nach dem Abitur für einige Zeit ins Ausland reisen oder dort als Au-Pair arbeiten? Diese Frage haben sich Abiturienten im von der Pandemie geprägten Jahr 2020 kaum gestellt. Mario Stefanuttis Pläne in diese Richtungen löste Covid-19 jedenfalls in Luft auf. Da kam es dem 18-Jährigen gelegen, dass er von einer Personalsuche für die Screening-Stelle am Klinikum Traunstein erfuhr.

Aktuell arbeitet er im von der Kliniken Südostbayern AG betriebenen Impfzentrum Altenmarkt – und empfindet die neuen Erfahrungen im Gesundheitsbereich als wertvolle Lebenserfahrung.Mario Stefanutti hat im Juli letzten Jahres, vier Monate nach seinem 18. Geburtstag, Abitur gemacht. Als er von einer im Klinikum Traunstein arbeitenden Verwandten erfuhr, dass für die dortige Screening-Stelle neue Mitarbeitende gesucht würden, entschied er sich für eine Bewerbung. Mitte Oktober konnte der junge Mann aus Übersee seine Arbeit aufnehmen. Er zögerte auch nicht lange, als er Mitte Dezember gefragt wurde, ob er sich künftig eine Mitarbeit am Impfzentrum Altenmarkt vorstellen könne. „Ich bin von Anfang an dabei“, erklärt Mario Stefanutti.

Seine Aufgabenpalette im Impfzentrum ist bunt. Sie reicht zum Beispiel vom Einräumen angelieferten Materials über das Aufhängen von Plakaten über die Aufnahme von zu Impfenden im Impfzentrum oder das Augenmerk auf das Einhalten von Hygieneregeln bis zu bürokratischen Aufgaben im Mobilen Impfteam oder dem Telefondienst im Impfzentrum. Hier sind Geduld und Fingerspitzengefühl gefragt, denn die Anrufer sind nicht selten unsicher und der Impfstoff-Lieferengpässe wegen ungehalten. „Seit wir die Leute in einer Warteliste registrieren können, ist der Ton wieder freundlicher geworden, weil sich niemand mehr außenvorgelassen fühlt“, zeigt Stefanutti Verständnis für die unterschiedlichen Gemütslagen der Anrufenden. Ruhig und gelassen zu bleiben im Umgang mit anderen, beruhigend auf sie einzuwirken, fällt ihm nicht schwer. „Ich arbeite gerne mit Menschen“, sagt Mario Stefanutti. Dies kommt dem jungen Mann – und jenen, mit denen er dort umgeht - auch bei seiner Arbeit für die Kliniken Südostbayern zugute.Ob es die Patientinnen und Patienten oder die Angehörigen an der Screening-Stelle sind oder jetzt die zu Impfenden im Impfzentrum oder in den Einrichtungen der Altenpflege: Menschen in Ausnahmesituationen profitieren von einem ausgeglichenen, ausgleichend wirkenden Gegenüber.

Der 18-Jährige sagt: „Diese Zeit bringt mir sehr viel, vorher hatte ich ja keinen Kontakt zu Patienten, besorgten Angehörigen oder alten Menschen in Seniorenheimen.“ Er sei „definitiv gereift“ und habe „viele Erfahrungen sammeln können.“ Die Bandbreite der Eindrücke reiche dabei von gesundheitlichem und seelischem Leid an den Eingangskontrollen bis hin zu den alten Menschen in den Pflegeeinrichtungen, „die sehr glücklich sind, dass sie endlich geimpft werden können.“ Nicht immer gelinge das Abschalten nach einem langen Arbeitstag mit so vielen Begegnungen sofort, so Stefanutti. „Aber man lernt, damit umzugehen.“ Er sei „froh, in einem so gut guten Arbeitsklimazu arbeiten“, sagt der Überseer. Er schätze auch den Umgang der Vorgesetzten mit den Mitarbeitenden und dass diese für Vorschlägen offen seien und diese ernst nähmen. Bis Jahresmitte wird Mario Stefanutti auf jeden Fall noch im Impfzentrum arbeiten.

Gefragt, ob er seine Zeit bei der Kliniken Südostbayern AG anderen jungen Menschen weiterempfehlen könne, antwortet Stefanutti differenziert: „Das hängt natürlich stark von der Person ab, sie muss schon Interesse an der Arbeit mit Menschen haben“, sagt er. „Man sammelt auf jeden Fall Erfahrungen, die man im späteren Leben brauchen kann.“ Dazu gehörten auch Erkenntnisse, die junge Menschen normalerweise glücklicherweise zumeist nicht so früh in ihrem Leben machen: „Wenn man mit dem Leid im Krankenhaus konfrontiert wird, lernt man mehr wertzuschätzen, was man hat, und dass „Gesundheit viel wichtiger ist als die ganzen Äußerlichkeiten, auf die heutzutage so viel Wert gelegt wird.“

Ina Berwanger

22.01.2021 - Kreisklinik Bad Reichenhall

Die Geburtshilfe Reichenhall zieht vorübergehend nach Traunstein

Die hohe Zahl an Corona-Fällen auch in der Kreisklinik Bad Reichenhall veranlassen die Kliniken aus Gründen der Vorsicht vorübergehend die Geburtshilfe an das Klinikum Traunstein zu verlagern.

Vor Ort in Reichenhall steht aktuell und jederzeit das bekannte erfahrene Team aus Hebammen, Ärzten und Pflege für die Notfallversorgung der Schwangeren und Gebärenden zur Verfügung.

Schwangere und Gebärende im Landkreis Berchtesgadener Land werden gebeten, sich bei Bedarf im Vorfeld und aktuell mit dem Kreissaal der Klinik Bad Reichenhall unter der Nummer 08651/772625 in Verbindung zu setzen.

Die Kliniken gehen davon aus, dass der Normalbetrieb in Bad Reichenhall im Laufe der übernächsten Woche wiederhergestellt werden kann.

02.01.2021 - Klinikum Traunstein

Die kleine Sophia Frieda hatte es am Neujahrstag ganz schön eilig

Für Caroline Fischer und ihren Lebensgefährten Christoph Kirsch aus Übersee könnte das neue Jahr nicht schöner und glücklicher beginnen, denn am Neujahrstag kam die gemeinsame Tochter Sophia Frieda in der Geburtshilfe des Klinikums Traunstein auf die Welt. Das putzmuntere Dirndl hatte es ganz schön eilig, weil sie bereits um 3.48 Uhr früh das Licht der Welt erblickte. Bei der Geburt wog die neue Erdenbürgerin 3655 Gramm und war 50 Zentimeter groß. Auf das neue Schwesterchen freut sich auch der fünf Jahre alte Bruder Tim.

27.12.2020 - Klinikum Traunstein

Der kleine Jakob Anton ist das „Christkindl“ im Klinikum Traunstein

An Heiligabend um 14.24 Uhr kam der kleine Jakob Anton in der Geburtshilfe der Frauenklinik im Klinikum Traunstein auf die Welt. Über das „Christkindl“ freuen sich die Eltern Sabine Toldrian und Marco Werner aus Inzell ganz besonders, weil es das erste Kind ist. Der neue Erdenbürger war bei der Geburt 47 Zentimeter groß und brachte genau 2800 Gramm auf die Waage.

24.12.2020 - Kliniken Südostbayern

Auch die Kleinen Wunder wahrnehmen

Klinikseelsorger Katharina Burgthaler und Peter Förg sehen viele Chancen in der Weihnachtszeit

Wie kommen wir alle an Körper und Seele gesund über Weihnachten und in das neue Jahr? Diese Frage stellen sich gerade viele Bürgerinnen und Bürger in den Landkreisen Berchtesgadener Land und Traunstein. Mit kreativen Anregungen mitten aus dem Leben machen Gemeindereferentin Katharina Burgthaler, 43, und Pastoralreferent Peter Förg, 60,  aus dem Seelsorgeteam der Kliniken Südostbayern AG den Menschen Mut, die stille Zeit bewusst zu genießen. mehr...

Frau Burgthaler, Herr Förg, Weihnachten und Silvester im kleinen Kreis, viel freie Zeit: Wofür kann dies alles auch eine Chance sein, was können wir vielleicht alles – wieder - entdecken?

Katharina Burgthaler: Ich sehe in dieser Zeit auch viele Chancen. Wir können üben, auch einmal kleine Wunder wahrzunehmen, etwa einen schönen Sonnenuntergang oder den frisch gefallenen Schnee. Stille gibt mir auch die Chance, mich und etwas in mir zu entdecken, auszusteigen aus dem ewigen „was schaffen müssen“ hin zum Geschehenlassen. Auch kreativ werden, aktiv sein, tun gut. Meine Familie hat zum Beispiel während des ersten Lockdowns einen 18. Geburtstag und einen Realschulabschluss per Videoschaltung an den heimischen Esstischen gefeiert. Alle Verwandten haben ihren eigenen Kuchen bekommen und hatten die gleiche Deko.

Peter Förg: Weihnachten als Harmoniefest mit ohnehin kaum erfüllbaren Erwartungen zu überlasten, wird wie auch in früheren Jahren schon nicht funktionieren. Es macht Sinn, in Anbetracht der in ungewohntem Maße zur Verfügung stehende freie Zeit miteinander zu überlegen: Was machen wir? Spielen wir zum Beispiel mal wieder zeitaufwendigere Spiele, zu  denen wir schon lange nicht mehr gekommen sind? Oder nutzen wir diese Zeit mal wieder für ungestörte Gespräche unter vier Augen und nehmen die Gefühlswelt unseres Gegenübers mit Muße in den Blick? Man sollte sich auch Zeit für sich gönnen.

Was raten Sie all jenen, die sich einsam fühlen, aber aus gesundheitlichen Gründen keinen Besuch empfangen dürfen oder möchten und sich trotzdem der Welt verbunden fühlen wollen?

Burgthaler: Einsamkeit und Traurigkeit sind sehr starke Gefühle, die zu Resignation führen können. Ich glaube trotzdem, dass man es etwas selber in der Hand hat, sich selbst ein Licht zu suchen und auch eines zu sein. Man kann zum Beispiel die Nachbarin fragen, ob man ihr etwas vom Einkaufen mitbringen soll oder mal wieder Briefe schreiben. Gemeinschaft finden kann man auch in den vielen Online-Angeboten der Kirchen, Bildungsträger oder Kultureinrichtungen, dort sind in diesem Jahr unglaublich bereichernde Möglichkeiten entstanden. Und wenn man merkt, dass man nicht mehr raus kommt aus Traurigkeit und Einsamkeit, darf man sich auch Hilfe suchen, zum Beispiel bei Therapeuten, der Telefonseelsorge oder auch Seelsorgern vor Ort.

Förg: Viele Pfarreien bieten Gottesdienste im Livestream an, dabei kann man sich gut mit anderen verbunden fühlen. Ob online, im Fernsehen oder Radio: Man kann dies sehr bewusst wahrnehmen, sich schön wie zum Kirchgang kleiden, eine Kerze anzünden und die Weihnachtslieder mitsingen. Ein anrührendes Zeichen der Verbundenheit mit einem Menschen an einem anderen Ort hat mir meine Mutter überliefert: Sie hat während des Krieges mit dem Geliebten eine Uhrzeit vereinbart, zu welcher sich beider Blicke an einem zuvor ausgemachten Stern – oder dem Mond – treffen wollten.

Kann es den Menschen ein gutes Gefühl vermitteln, sich im solidarischen Gedanken an den Schutz Schwächerer diesmal mit dem Feiern zurückzuhalten?

Burgthaler: Mir hilft es total, den Sinn des Ganzen, also des Appells, daheim zu bleiben, mit eigenen Augen zu sehen und zu spüren. Durch meine Arbeit in den Kliniken erlebe ich den unglaublichen Einsatz der Mitarbeitenden in Medizin und Pflege auf den Intensivstationen und den anderen Stationen, bei Patienten mit und ohne Covid-19, rund um die Uhr, auch an den Feiertagen, und da wird mir bewusst, dass die aktuellen Einschränkungen Menschenleben retten können. Auch der Blick  in andere Länder verändert meine Sicht. Ich werde da dankbar, dass ich ein Dach über dem Kopf habe und nicht frieren muss. Meine Probleme werden dann im Vergleich zu so viel Armut in der Welt ganz klein.

Förg: All jenen, denen es schwerfällt, in den aktuellen Regelungen einen Sinn zu erkennen, kann es helfen, sich zu sagen: Diese Einschränkungen sind nicht gegen mich, sondern für andere. Zum Beispiel für meine Oma oder für den Nachbarn. Oder auch für jene, die schwer arbeiten. Es ist wirklich Wahnsinn, was die Mitarbeitenden in den Kliniken in dieser Pandemiezeit insbesondere für die schwer an Corona erkrankten Menschen leisten.

Bietet die christliche Weihnachtsbotschaft auch Menschen anderen oder keines Glaubens Trost?

Burgthaler: Das Licht von Betlehem ist eine ganz starke Hoffnungsbotschaft. Liebe wird Wirklichkeit. Ich glaube, das wäre eine Botschaft für alle, die dafür offen sind. Gegen die Dunkelheit hilft auch die Weite des Herzens, sich berühren zu lassen von etwas, das größer ist als man selbst, mehr als das, was ich mit den Augen sehe, wenn ich zum Beispiel ganz berührt bin von der unglaublichen Schönheit unserer Welt.

Förg: Weihnachten mit dem Kind gibt uns auch aus nicht-religiöser Sicht viel. Wie das Neugeborene können wir immer wieder neu anfangen. Ich schaue mit Zuversicht in die Zukunft, auch wenn noch ein schwerer Weg vor uns liegt. Irgendwann geht die schwere Zeit zu Ende und dann gilt, was  Hermann Hesse in seinem Gedicht „Stufen“ sagt: „Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.“

 Ina Berwanger

18.12.2020 - Klinikum Traunstein

Sehr gute Leistungen in der Abschlussprüfung

Alle Teilnehmer schlossen Fachweiterbildung Intensiv- und Anästhesiepflege erfolgreich ab

Trotz Corona-bedingter Erschwernisse konnten alle 13 Teilnehmer ihre Fachweiterbildung Intensiv- und Anästhesiepflege erfolgreich abschließen. In der Abschlussprüfung gab es fast nur Einser und Zweier, sodass der Notendurchschnitt aller Kursteilnehmer 1,7 betrug. Prüfungsbeste waren Stefanie Krömer und Alexander Heinrichs vom Klinikum Traunstein, die einen Notendurchschnitt von 1,0 erzielten. mehr...

Die Fachweiterbildung für examinierte Krankenpflegekräfte dauerte zwei Jahre. Sie wurde berufsbegleitend im Bildungszentrum für Gesundheitsberufe der Kliniken Südostbayern AG in Traunstein sowie in den Krankenhäusern der Teilnehmer durchgeführt, die aus dem Klinikum Traunstein sowie den Kreiskliniken Bad Reichenhall und Trostberg kamen. Die Teilnehmer waren Olga Bobnew, Johanna Hauptenbuchner, Alexander Heinrichs, Stefanie Krömer, Anna Lepschy, Stefanie Niggl und Katharina Zimmermann vom Klinikum Traunstein, Lisa Müller von der Kreisklinik Trostberg sowie Christopher Engle, Antje Kühne, Nina Reiter, Bianca Sommerauer und Richard Stelzer von der Kreisklinik Bad Reichenhall.

Die 720 Stunden Theorie wurden im Bildungszentrum vermittelt. Trotz Corona wurde ab März keine Pause eingelegt, weil der Unterricht mit einem virtuellen Klassenzimmer mit Online-Unterricht und Videokonferenzen fortgeführt werden konnte. Die praktische Ausbildung durchliefen die Teilnehmer je zur Hälfte der Zeit in der Anästhesie bzw. Intensivstation, wobei die Leistung der Praxisanleiter besonders hervorzuheben ist. Besondere Höhepunkte der Fortbildung waren die Notfallseminare im Simulationszentrum sowie der ACLS-Kurs (Advanced Cardiovascular Life Support) für erweiterte lebensrettende Maßnahmen. Die Prüfung bestand aus sieben schriftlichen Modulen, die während der zweijährigen Ausbildung bewältigt werden mussten. Die praktische und mündliche Abschlussprüfung wurde in der Anästhesie und Intensivpflege abgenommen.

Es sei ein großes Anliegen der Kliniken Südostbayern AG, besonders mit Blick auf die Corona-Pandemie gut ausgebildetes Personal zu bekommen, betont Angelika Dusch, Leitung Fachweiterbildung Intensiv- und Anästhesiepflege im Bildungszentrum. Die Kliniken-AG habe daher immer wieder die Möglichkeit gefunden, ihre Mitarbeiter weiterzubilden. Deshalb gebe es bereits einen neuen Fachweiterbildungskurs mit 17 Teilnehmern.

25.11.2020 - Kreisklinik Bad Reichenhall

Sicher und geborgen ins Leben

Hebammen auch während Pandemie zuverlässige Helferinnen

Die Beleg-Hebammen Regina Mühlbauer und Christine Müller (v.l.) freuen sich über die neuen Entbindungsbetten im Kreißsaal der Kreisklinik Bad Reichenghall.
Die Beleg-Hebammen Regina Mühlbauer und Christine Müller (v.l.) freuen sich über die neuen Entbindungsbetten im Kreißsaal der Kreisklinik Bad Reichenghall.

Wenn sich die schwere Eingangstür des Kreißsaals in der Kreisklinik Bad Reichenhall geräuschlos hinter den Eintretenden geschlossen hat, empfängt diese eine besondere Atmosphäre: Der Rest des Krankenhauses scheint hier auf einen Schlag weit weg, in der wohnlichen Umgebung finden werdende Mütter Ruhe. Sie können der Ankunft des neuen Erdenbürgers mit der beruhigenden Gewissheit entgegensehen, dass das Baby dank der kompetenten Unterstützung der Beleg-Hebammen auch in Pandemie-Zeiten wohnortnah und sicher das Licht der Welt erblickt. mehr...

Dafür steht das Team aus neun Beleg-Hebammen in dem zur Geburtshilfe der von Chefarzt Prof. Christian Schindlbeck geleiteten Frauenklinik in der Kreisklinik Bad Reichenhall gehörenden Kreißsaal. Die Fachfrauen in Sachen Geburt teilen eine solide Berufsausbildung und -erfahrung sowie eine große Liebe zu ihrem Beruf. Zwei von ihnen sind Regina Mühlbauer und Christine Müller. Sie strahlen eine beruhigende Besonnenheit aus und können zuhören. Wenn die beiden Hebammen von ihrer Arbeit und ihrem kollegialen Team berichten, ist ihre Leidenschaft für ihren Beruf unüberhörbar. Sicherheit und Wohlergehen der künftigen Mütter und ihrer Kinder stehen an erster Stelle. Dies beginnt schon mit der wohnlichen Ausstattung, die Geborgenheit vermittelt: farbige Wände und bunte Bilder lassen die Kreißsäle einladend und gemütlich wirken.

„Viele Frauen schätzen die ruhige und entspannende Atmosphäre“, sagt Regina Mühlbauer. Die familienorientierte Umgebung der Kreißsäle ist die perfekte Voraussetzung für das psychische Wohlbefinden der Schwangeren. Sie können ihr Kind in den neuen komfortablen, mit Haltebügel und Verstellmöglichkeiten für verschiedene Gebärstellungen ausgestatteten Entbindungsbetten zur Welt bringen. Oder sich für andere Geburtsmöglichkeiten wie den Gebärhocker oder die Gebärwanne entscheiden. Die Hebammen stehen den Frauen von der Schwangerschaft bis nach der Geburt mit Rat und Tat zur Seite und sind Ansprechpartnerinnen bei Vorsorge wie Nachsorge. Bei komplikationslosem Schwangerschaftsverlauf führen Hebammen auch Vorsorgeuntersuchungen durch, und bei komplikationslosem Geburtsverlauf entscheiden sie, ab wann der Arzt mit dazu geholt wird, in Bad Reichenhall ist allerdings auch bei normalen Geburten ohnehin immer ein Arzt mitanwesend. „Ganz oft können wir eine 1:1-Betreuung bieten, das heißt, die Hebamme, welche die Eltern bei der Aufnahme empfängt, begleitet sie durchgehend bis zur Geburt und danach“, erklärt Christine Müller. „So haben die Eltern immer ein vertrautes Gesicht als Ansprechpartnerin.“

Vertrauen ist das A und O bei der Geburtshilfe. Es kann sich zum Beispiel auch gut entwickeln, wenn die Eltern die Angebote der Elternschule an der Kreisklinik Bad Reichenhall besuchen. Schwangeren-Informationsabende, Geburtsvorbereitungskurs für werdende Eltern, Rückbildungskurse für die Zeit nach dem Wochenbett und Hausbesuche nach der Geburt geben den Schwangeren und ihren Partnern den nötigen Rückhalt in dieser besonderen Zeit. Dass die Angebote derzeit Pandemiebedingt überwiegend online stattfinden müssen, bedauern die Hebammen zwar sehr. Sie nehmen das aktuell nötige Ausweichen auf das Internet aber auch zum Anlass, ihren Internet-Auftritt bei den Kliniken Südostbayern auszubauen. „Wir arbeiten gerade an einem pfiffigen Image-Film, der den Eltern in absehbarer Zeit unsere Angebote für sie im Kreißsaal anschaulich und unterhaltsam erklären soll“, berichten Regina Mühlbauer und Christine Müller.

Die engagierten Hebammen sind sensibel und einfühlsam im Umgang mit den schwangeren Frauen. Sie versichern diesen auch, dass eine schon unter normalen Bedingungen strengen Hygieneregeln unterliegende Geburt auch in Zeiten von Covid-19 sicher ist. Für die Schwangeren sind Corona-Tests selbstverständlich und die Hebammen tragen medizinische FFP2-Masken, Schutzbrillen und Schutzkleidung. „Uns allen liegt das Angebot einer wohnortnahen Geburt für die Schwangeren im Landkreis Berchtesgadener Land jetzt und für die Zukunft sehr am Herzen“, sagen die Hebammen. Auch sie haben ihre Kinder in der Kreisklinik Bad Reichenhall zur Welt gebracht, sind ihrem Arbeitsplatz also auch persönlich stark verbunden. Regina Mühlbauer und Christine Müller schätzen nicht zuletzt „die Harmonie im Team, sie überträgt sich auch auf die Frauen.“ Der einzigartige Moment, in dem sie den frischgebackenen Müttern das Baby auf den Bauch legen können, ist für die Hebammen auch nach vielen Berufsjahren noch immer von großer Innigkeit. „Das ist etwas ganz Schönes, wenn wieder das Wunder des Lebens passiert ist“, sagen sie.

Ina Berwanger

20.11.2020 - Klinikum Traunstein

Meindl & Sohn Metzgereimaschinen spenden
1.000 Euro für die neue Kinderklinik

Symbolische Scheckübergabe am Klinikum Traunstein

Vorne v.l.n.r.: Geschäftsführer der Meindl & Sohn GmbH & Co. KG Thomas Meindl mit Gabriele und Anette Meindl und den Kindern (Notabene: Ein Hausstand, daher ohne 1,5 m Abstand), Landrat Siegfried Walch. Hinten v.l.n.r.: Chefarzt der Kinderklinik PD Dr. Gerhard Wolf, Vorstandsvorsitzender der Kliniken Südostbayern AG Dr. Uwe Gretscher, Stationsleitungen der Kinderklinik Pamela Becker und Julia Thalhammer.
Vorne v.l.n.r.: Geschäftsführer der Meindl & Sohn GmbH & Co. KG Thomas Meindl mit Gabriele und Anette Meindl und den Kindern (Notabene: Ein Hausstand, daher ohne 1,5 m Abstand), Landrat Siegfried Walch. Hinten v.l.n.r.: Chefarzt der Kinderklinik PD Dr. Gerhard Wolf, Vorstandsvorsitzender der Kliniken Südostbayern AG Dr. Uwe Gretscher, Stationsleitungen der Kinderklinik Pamela Becker und Julia Thalhammer.

Landrat Walch bedankte sich bei Familie Meindl und lobte den Einsatz des medizinischen Personals: „Wir sind stolz auf die großartige Arbeit, die die Mitarbeiter in unseren Kliniken leisten und freuen uns sehr, dass dieses Engagement auch Anerkennung in der Bevölkerung findet. Jede Spende kommt den kleinen Patienten und deren Eltern zugute und trägt gleichzeitig dazu bei, optimale Arbeitsbedingungen zu schaffen.“ mehr...

Die Kinderklinik wurde von Dr. Uwe Gretscher, Vorstandsvorsitzender der Kliniken Südostbayern, PD Dr. Gerhard Wolf, Chefarzt der Kinderklinik, sowie den Stationsleitungen Pamela Becker und Julia Thalhammer vertreten. Dr. Uwe Gretscher betonte den hohen Stellenwert der Kinder- und Jugendmedizin und freute sich über die Zuwendung: „Vielen herzlichen Dank an die Familie Meindl, die mit Ihrer Spende einen wichtigen Beitrag zu unserer neuen Kinderklinik leistet. Um Kindern die bestmögliche Versorgung zu gewähren, sieht unser Konzept bedürfnisgerechte Räume sowie farb- und raumpsychologische Gestaltung vor.“ 

PD. Dr. Gerhard Wolf fügt hinzu: „Wir versorgen hier schwer und chronisch kranke Kinder, Jugendliche und Frühgeborene. Für sie wünschen wir uns eine kindgerechte Umgebung mit zahlreichen Spielmöglichkeiten und modernster Medizintechnik.“ Auch die beiden Stationsleitungen bedankten sich herzlich bei der Familie Meindl für die Wertschätzung und den Beitrag zur neuen Kinderklinik.  

Schon zum dritten Mal unterstützt die Familie Meindl die neue Kinderklinik. Das traditionsreiche Familienunternehmen Meindl&Sohn aus Kirchanschöring veranstaltet jedes Jahr die Weihnachtsaktion „Spenden statt Weihnachtsgeschenke für Kunden und Geschäftspartner“. Die „eingesparten Geschenke“ kamen dieses Jahr der neuen Kinderklinik zugute, weil die Kinder- und Jugendmedizin der Familie Meindl wichtig ist: „Wenn Kinder im Krankenhaus behandelt werden müssen, stellt dies für sie und ihre Familien einen Ausnahmezustand dar, denn Kinder sind keine kleinen Erwachsenen. Ihre Behandlung und Betreuung ist sehr zeit- und personalaufwendig. Unser Gesundheitssystem macht leider keinen Unterschied zwischen Groß und Klein und zwingt so immer mehr Kinderkliniken finanziell in die Knie. Wir wollen mit unserer Spende helfen, die kinder- und familienorientierte Spitzenmedizin in unserer Region zu erhalten, so dass eine heimatnahe, auf Kinder und ihre Bedürfnisse spezialisierte Versorgung jederzeit möglich bleibt. Aus eigener Erfahrung mit unseren Kindern wissen wir, wie viel es wert ist, wenn man zu jeder Tages- und Nachtzeit kompetente Kinderärzte in der Nähe hat.“

06.11.2020 - Kliniken Südostbayern AG

Kliniken verschieben planbare Eingriffe wegen Corona

Weiterer Aufbau von Isolierbereichen und Intensivbetten erforderlich

Aufgrund der noch immer steigenden Covid-19-Erkrankungen und dem damit einhergehendem Anstieg von stationär zu behandelnden Patienten in den Standorten der Kliniken Südostbayern, besteht die Notwendigkeit planbare Eingriffe temporär zurückzufahren. mehr...

„Wir müssen unsere planbaren Eingriffe und Behandlungen in erheblichen Teilen reduzieren und verschieben, um mehr Kapazitäten für die Behandlung der Patienten mit Covid-19 Erkrankung zur Verfügung stellen zu können. Wir haben uns diesen Schritt nicht leicht gemacht, sehen aber die Veranlassung, dass wir nur so die sich abzeichnende Situation der steigenden Infektionszahlen bewältigen können.“ begründete Vorstandsvorsitzender Dr. Uwe Gretscher die Maßnahme. „Zudem sind wir damit in der Lage, unsere Standorte an die sich täglich ändernden Herausforderungen der Covid-Situation und die benötigten Intensiv- und Beatmungskapazitäten anzupassen. Der personelle Aufwand für die medizinische Versorgung auf Isolier- und Intensivstationen ist enorm und bringt uns alle an Grenzen.“, ergänzt der Medizinische Direktor Dr. Stefan Paech.Die Kliniken bitten um Verständnis für diesen Schritt. Die Bewältigung der Pandemie und der damit verbundenen Behandlung von Covid-19-Patienten stehen im Vordergrund. Auch wenn der wiederholte Anstieg der Infektionszahlen aktuell sehr fordernd für alle Kliniken-Mitarbeiter ist, sind diese unter schwierigen Bedingungen maximal bemüht die stationäre Versorgung der Bevölkerung sicher zu stellen.

Die Notfallversorgung im klinischen Betrieb ist selbstverständlich in sämtlichen Bereichen rund um die Uhr sicher gestellt.

05.10.2020 - Klinikum Traunstein

Chefarzt mit Herzblut“ in den Ruhestand verabschiedet

Dr. Björn Lewerenz übernimmt von Dr. Anton Kreuzmayr die Gastroenterologie im Klinikum Traunstein

Der scheidende Chefarzt Dr. Anton Kreuzmayr (li.) wird von Dr. Björn Lewerenz abgelöst
Der scheidende Chefarzt Dr. Anton Kreuzmayr (li.) wird von Dr. Björn Lewerenz abgelöst

Nach über 25-jähriger Tätigkeit als Chefarzt der Gastroenterologie im Klinikum Traunstein wurde Dr. Anton Kreuzmayr wegen Corona nur in einem kleinen Kreis würdig in den Ruhestand verabschiedet. Zugleich wurde sein Nachfolger Dr. Björn Lewerenz, der die Abteilung ab 1. Oktober übernommen hat, willkommen geheißen. mehr...

„Wenn man wie Sie immer mit viel Herzblut bei der Sache war, dann geht man eigentlich nicht gerne“, sagte Vorstand Elisabeth Ulmer von der Kliniken Südostbayern AG. Vor allem, weil er in seiner Zeit viel bewegt habe, für Veränderungen immer offen und interessiert geblieben sei, sodass seine Abteilung stets auf dem neuesten Stand gewesen sei. „Ich habe Sie in jeder Situation als fairen, unterstützenden, beratenden, aber auch konstruktiv kritischen Chefarzt kennengelernt“, meinte sie.

Ebenfalls sei ihm die Aus- und Weiterbildung junger Ärzte und die Weitergabe seines umfangreichen Wissen ein großes Anliegen gewesen. Sie wisse nicht, wie viele Assistenzärzte er zu Fachärzten ausgebildet habe und wie viele Ober- und Chefärzte aus seiner „Schmiede“ hervorgegangen seien.

Der Patient sei ihm immer wichtig gewesen. „Sie sind ein Arzt der „alten Schule“ gewesen, der den Patienten in seiner Gänze gesehen hat“, betonte Ulmer. Er habe sich Zeit für ihn und seine Angehörige und für deren Sorgen und Nöte genommen.

Mit ihm scheide eine der prägendsten und eindrucksvollsten Führungspersönlichkeiten der Chefarztkollegiums der gesamten Kliniken Südostbayern AG aus, unterstrich auch der Medizinische Direktor des Klinik-Verbunds, Dr. Stefan Paech, der ihn als „Traunsteiner Urgestein“ titulierte. Über 25 Jahre sei er nicht nur Chefarzt der Gastroenterologie, sondern zusätzlich im Kollegialsystem mit dem jeweiligen Chefarzt der Kardiologie mit der Leitung der medizinischen Abteilung betraut gewesen.

Nach dem Medizinstudium an der LMU München hat Dr. Kreuzmayr 1982 seine medizinische Ausbildung im Kreiskrankenhaus Tegernsee begonnen und 1987 die Facharztanerkennung für die Allgemeinmedizin erworben. 1988 wechselte er an das damals Städtische Krankenhaus Traunstein, wo er sich intensiv mit der Gastroenterologie und Endoskopie beschäftigte. Er trat 1991 eine Oberarztstelle im Städtischen Krankenhaus München-Neuperlach an, wo er 1992 zum Leitenden Oberarzt ernannt wurde.

Am 1. Juni 1995 übernahm er die Leitung der Gastroenterologie im Städtischen Krankenhaus Traunstein, die damals nur eine Fachärztin hatte. „Aus diesen sehr überschaubaren personellen Strukturen hat Dr. Kreuzmayr in den Folgejahren mit großem persönlichen Engagement eine auch überregional hoch anerkannte und leistungsfähige gastroenterologische Abteilung mit beeindruckenden Fall-und Untersuchungszahlen und mit voller ärztlicher Weiterbildungsbefugnis entwickelt“, so Dr. Paech. Einen besonderen Meilenstein stelle die grundlegende Modernisierung und Erweiterung 2013 mit der Schaffung apparativ hochmodern eingerichteter Untersuchungs- und Eingriffsräume unter dessen Federführung dar.

Die enge fachliche Zusammenarbeit mit der Allgemein- und Bauchchirurgie wurden durch gemeinsam durchgeführte Visiten und Fallbesprechungen gemeinsam betreuter Patienten im Rahmen des interdisziplinären Bauchzentrums und Darmzentrums gelebt.

Ihm sei auch der kollegiale Dialog und die Vernetzung mit den niedergelassenen Ärzten und Krankenhäuser der Region stets ein großes Anliegen gewesen, erklärte der Medizinische Direktor. Er nannte in diesen Zusammenhang die Sonographiekurse, die gastroenterologischen Symposien und Seminare sowie den mit den Kliniken Rosenheim und Prien veranstalteten „Gastroclub“ auf der Fraueninsel.

Durch seinen unkomplizierten und lösungsorientierten persönlichen Dialog sei Dr. Kreuzmayr nicht nur eine wichtige Integrationsfigur für seine Mitarbeiter, sondern auch für das Chefarztkollegium und die gesamte Belegschaft des Klinikums gewesen. Auch von der Unternehmensleitung sei die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit geschätzt worden.

25 Jahren in ein und demselben Betrieb tätig zu sein, sei sowohl für den Arbeitnehmer als auch für den Arbeitgeber ein gutes Zeugnis, erklärte der stellvertretende Landrat Sepp Konhäuser. Dies spreche vor allem für die guten Kompetenzen des Arbeitnehmers und für die guten Rahmenbedingungen, die der Arbeitgeber schaffe, sowie letztendlich für ein gelungenes Miteinander.

Die Herausforderungen der vergangenen Monate stellten uns vor viele neue Aufgaben. Dies gelte vor allem für die Kliniken Südost AG und ihren Häusern. Nicht unbedingt notwendige Operationen seien verschoben, Betten freigehalten und Notfallpläne geschmiedet worden. „Zurückblickend kann man sagen, dass wir dieser erste Phase der Corona-Pandemie gut überstanden und Sie alle mit ihrem herausragenden Einsatz maßgeblich dazu beigetragen haben“, so Konhäuser. Dr. Lewerenz wünschte er einen gelungenen Start und alles Gute für seinen Einstieg im Klinikum Traunstein.

Mit Dr. Kreuzmayr verlasse der mit Abstand dienstälteste Chefarzt das Klinikum Traunstein, sagte der Ärztliche Direktor des Klinikums Traunstein, Dr. Tom Zucker. Darüber hinaus habe er von 2006 bis 2017 über zehn Jahre das Amt des ersten Stellvertretenden Ärztlichen Direktors bekleidet. Er habe sich immer durch eine gewisse bayerische Gelassenheit ausgezeichnet, nicht ohne kurze pointierte Analysen der Situation abzugeben. Auch seine Abteilung habe er geräuschlos und effektiv, nicht vom Schreibtisch, sondern aus der Endoskopie heraus geführt. Dr. Kreuzmayr übergebe eine sehr gut aufgestellte und zukunftsorientierte Gastroenterologie, personell und fachlich wie organisatorisch und ökonomisch. Dennoch finde sein Nachfolger Dr. Lewerenz keine „gmahde Wiesn“ vor, denn es gebe immer etwas zu tun, vor allem in Zeiten, in denen die Gesundheitspolitik ständig die Spielregeln ändere. Und neuerdings auch die Natur.

Dr. Kreuzmayr ließ ebenfalls die wichtigsten Stationen seines Berufslebens Revue passieren und kam zu dem Schluss, dass die 25 Jahre extrem viel Spaß gemacht hätten. Das Verhältnis sei von einem großen Gedankenaustausch geprägt gewesen, Viel Spaß habe ihm die Zusammenarbeit mit den Chirurgen gemacht. Die Zusammenarbeit mit dem Chefarztkollegium sei unkompliziert gewesen. Er werde alle vermissen, betonte der scheidende Chefarzt, aber wenn man loslasse, habe man zwei Hände frei, um etwas Neues zu tun. Mit Dr. Lewerenz habe man eine gute Wahl getroffen. „Ich hoffe, er enttäuscht mich nicht“, sagte Dr. Kreuzmayr schmunzelnd. Von den Festgästen wurde er anschließend mit lang anhaltendem, stehendem Beifall verabschiedet.

Er übernehme ein großes Lebenswerk, meinte Dr. Lewerenz, der bisher Oberarzt der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Gastroenterologische Onkologie sowie Koordinator des Onkologischen Zentrums im Krankenhaus München-Bogenhausen war. Er habe sein Werk schon immer mit Hochachtung betrachtet. Mit Dr. Kreuzmayr verbinde ihn das handwerkliche Geschick der interventionellen Endoskopie. Deshalb habe er sich für diese Stelle beworben. Er nehme die Aufgabe gerne an, unterstrich der 43-jährihe Mediziner. Er habe schon Ideen, die er noch angehen wolle. „Wir wünschen Ihnen alles Gute für die umfangreiche und anspruchsvolle Tätigkeit und freuen uns auf die zukünftige Zusammenarbeit, so Elisabeth Ulmer.

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