Aktuelle Pressemeldungen

09.07.2020 - Klinikum Traunstein

Weil im Ernstfall jede Minute zählt

Brustschmerzeinheit der Kardiologie im Klinikum Traunstein erneut zertifiziert

Wenn hinter unklaren Schmerzen oder Engegefühl im Brustkorb eine lebensbedrohliche Erkrankung wie ein Herzinfarkt steckt, zählt jede Minute. Schnelle Hilfe bietet hier schon seit acht Jahren die zertifizierte Chest Pain Unit (CPU) der kardiologischen Abteilung am Klinikum Traunstein. Dass  diese Brustschmerzeinheit leitliniengerechte, allen Qualitätskriterien entspreche Arbeit für die Bürgerinnen und Bürger leistet, hat die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK) jüngst in einer erneuten Zertifizierung bestätigt. mehr...

Schmerzen im Bereich des Brustkorbes verunsichern viele Menschen, ihr Bedürfnis nach Abklärung besteht zu Recht: „Plötzlich einsetzende Brustschmerzen können ein weites Spektrum an Ursachen haben: lebensbedrohliche Ursachen wie  Herzinfarkt, Lungenembolie oder Aortendissektion oder auch  harmlose Ursachen wie Muskelverspannungen“, so Dr. Andrea Streicher, verantwortliche Oberärztin der von Kardiologie-Chefarzt Prof. Dr. Werner Moshage geleiteten Chest Pain Unit (kurz: CPU), also Brustschmerzeinheit, am Klinikum Traunstein. „Entscheidend ist die schnellstmögliche korrekte Diagnosestellung“, betont die Kardiologin. Diese gewährleistet das erfahrene, hochqualifizierte medizinische Team: Die im Januar 2012 in der konservativen Notaufnahmestation eröffnete und gemäß der standardisierten Qualitätskriterien regelmäßig rezertifizierte Brustschmerzeinheit wurde kürzlich wieder turnusmäßig durch die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie überprüft. „Das Zertifikat ‚Chest Pain Unit-DGK zertifiziert‘ wurde uns erneut erteilt, damit ist das Klinikum Traunstein eine von aktuell 292 Kliniken bundesweit, die dieses Gütesiegel führen dürfen“, freut sich Dr. Streicher.

 

Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie hat 2008  mit dem Aufbau eines Netzwerkes zertifizierter Chest Pain Units (CPU) begonnen, um für Menschen mit ungeklärten Brustschmerzen Einrichtungen mit einer raschen, zielgerichteten Diagnose und dem sofortigen Einleiten passgerechter therapeutischer Maßnahmen zu schaffen. „Die Einrichtung von Chest Pain Units führt nachweislich zu einer geringeren Sterblichkeit von Herzinfarktpatienten, aber auch zu einer kürzeren Krankenhausaufenthaltsdauer und damit zur Kostenreduktion“, erklärt die Kardiologin. Auf der Überwachungseinheit CPU mit ihren Monitorüberwachungsplätzen werden Patienten mit akuten Thoraxschmerzen, also Brustschmerzen, diagnostiziert und bis zur Klärung der Schmerzursache überwacht und behandelt.

 

Speziell ausgebildetes ärztliches und pflegerisches Personal versorgt hier die Patientinnen und Patienten gemäß den aktuellen Leitlinien 24 Stunden am Tag und an 365 Tagen im Jahr. Unmittelbar nach dem Eintreffen der Patienten werden diese parallel zur körperlichen Untersuchung und Anamneseerhebung in der Chest Pain Unit an einen Monitor angeschlossen. Elektrokardiogramm (EKG), Blutdruck und Sauerstoffsättigung werden registriert, Labor entnommen und bei Bedarf unmittelbar eine Ultraschalluntersuchung des Herzens durchgeführt. „Die weitere Diagnostik und Therapie erfolgt je nach vermuteter Schmerzursache, dies ist zum Beispiel im Falle eines Herzinfarktes die sofortige Herzkatheteruntersuchung“, sagt Dr. Streicher.

 

Der Herzinfarkt sei die häufigste lebensbedrohliche Ursache des akuten Brustschmerzes, im Rahmen der Herzkatheteruntersuchung könne das verschlossene Herzkranzgefäß schnellstmöglich mittels einer Ballon-Aufdehnung und Stent-Implantation wieder geöffnet werden, so die Medizinerin. „Jede Minute zählt, um den Blutfluss in dem betroffenen Herzkranzgefäß wiederherzustellen, mit jeder gewonnenen Minute steigt die Chance, Herzmuskelgewebe vor dem Absterben zu retten und die Pumpkraft des Herzens zu erhalten“, unterstreicht sie. Aus diesem Grund gebe es am Klinikum Traunstein seit vielen Jahren eine 24-Stunden- Herzkatheterbereitschaft, bestehend aus einem Team von sechs  erfahrenen interventionellen Kardiologen und zwölf Herzkatheterfachpflegekräften. Das Klinikum konnte sogar „als eine der ersten Kliniken in Deutschland seit 1986 unter dem damaligen Chefarzt Dr. Günter Alber die Akut-Koronarangiographie bei Herzinfarkt vorhalten.“

Zur optimalen Versorgung der Patienten in den Landkreisen Traunstein und Berchtesgadener Land, sei das bestehende Herzinfarktnetzwerk bereits 2007 technisch weiter verbessert worden, so Dr. Streicher. „Alle Rettungswagen, Notarzteinsatzfahrzeuge und Hubschrauber in beiden Landkreisen sind durch eine großzügige finanzielle Unterstützung der Heidenhain Stiftung mit telemetrierbaren, also drahtlosen EKG-Monitoren ausgestattet worden.“ Dies ermögliche eine umgehende Übermittlung des EKGs nicht nur aus anderen Kliniken, sondern auch aus allen Notarztwagen und dem Rettungshubschrauber auf die Medizinische Intensivstation am Klinikum Traunstein. „So können im Falle eines akuten Herzinfarktes zu jeder Tages- und Nachtzeit die Indikation zur Akut-Koronarangiographie mit der Kardiologie des  Klinikum Traunstein abgestimmt und die notwendigen Vorbereitungen getroffen werden, um den Patienten direkt in das Herzkatheterlabor zu verbringen“, sagt Dr. Streicher. „Neben drei Herzkatheterlaboren im Klinikum Traunstein hält die Kreisklinik Bad Reichenhall seit 2010, auch unter der Leitung von Prof. Moshage, einen Herzkathetermeßplatz vor, der während der regulären Arbeitszeit in Betrieb ist und ebenfalls notfallmäßige Herzkatheteruntersuchungen durchführt.“

03.07.2020 - Kreisklinik Bad Reichenhall

Als Kind Patient, heute Intensivpfleger

Rabani Khan hat eine besondere Beziehung zur Kreisklinik Bad Reichenhall

Einst war er Patient in der Kreisklinik Bad Reichenhall Patient, heute arbeitet Rabani Khan hier als Gesundheits- und Krankenpfleger auf der Intensivstation. Wenn der 25-Jährige auf sein bewegtes Leben zurückschaut, scheint er selbst zu staunen über all das, was er bisher erlebt und erreicht hat. „Ich hatte viel Glück“, sagt er. Im afghanischen Krieg schwerstverletzt und von einer Beinamputation bedroht, wurde der damals Neunjährige in der Kreisklinik erfolgreich von Prof. Dr. Ekkehard Pratschke und Dr. Thomas Bachmann operiert. Dies war der Beginn eines neuen Lebensabschnitts für Rabani Khan. Längst ist er im Berchtesgadener Land angekommen. mehr...

Seit einigen Jahren lebt und arbeitet Rabani Khan nun fest in Deutschland. Als er und ein weiterer Junge aus Afghanistan 2003 wegen schwerster, nicht heilender Schussverletzungen mit Einsprengungen an den Beinen über eine Kinderhilfsorganisation in die Kreisklinik Bad Reichenhall kamen, hatten die Kinder für sie schicksalhafte Begegnungen: Prof. Ekkehard Pratschke, bis 2015 Ärztlicher Direktor der Kreisklinik und Chefarzt der Abteilung für Allgemein-, Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie des Reichenhaller Kreiskrankenhauses, verhalf den Buben durch die erfolgreichen Operationen zu einem schmerz- und beschwerdefreien Leben. Er und seine Frau schlossen die freundlichen, ruhigen Kinder aber auch privat in ihr Herz und kümmerten sich um ihr weiteres Wohlergehen. Um das Seelenheil der kleinen Kriegsopfer sorgt sich bis heute auch liebevoll Sybille Sulek. Die Ainringerin nahm die Buben bei sich auf, nachdem sie beide nach deren Rückkehr nach Afghanistan zuvor schon viele Jahre nach Kräften unterstützt und zum Beispiel Rabani das Abitur in seiner Heimat ermöglicht hatte. „Meine deutsche Mutter“ nennt Rabani Khan sie, Prof. Pratschke ist für ihn bis heute ein väterlicher Freund und Mentor.

 

Beide können stolz auf die Entwicklung ihres Schützlings sein. Sybille Sulek und einige Reichenhallerinnen sorgten sogar auch während seiner Zeit in Afghanistan dafür, dass Rabani perfekt und differenziert Deutsch spricht. „Ich denke und träume auch auf Deutsch“, erzählt er. Prof. Pratschke setzte sich 2014 dafür ein, dass der junge Mann im Rahmen eines Bundesfreiwilligendienstes die Arbeit bei der Kliniken Südostbayern AG kennenlernen konnte. Die Arbeit im Krankenhaus sprach Rabani an, der wie sein Freund in Afghanistan mehrere Operationen, diese teils sogar ohne Narkose, über sich ergehen lassen musste. Aus der Motivation: „Ich war so lange krank und hier wurde mir so gut geholfen, nun möchte ich anderen Menschen helfen“ absolvierte er an der Berufsfachschule für Krankenpflege im Bildungszentrum für Gesundheitsberufe der Kliniken Südostbayern die Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger. Nach dem erfolgreichen Abschluss im Oktober 2018 begann Rabani Khan seine Arbeit auf der Intensivstation der Kreisklinik Bad Reichenhall. Die Herausforderung, mit Patienten zu arbeiten, die sich in einer ihr Leben bedrohenden gesundheitlichen Situation befinden, habe ihn interessiert, sagt er.

 

Der Umgang mit Menschen in einer Ausnahmesituation und mit ganz unterschiedlichen Krankheitsbildern kommt dem Naturell des jungen Mannes mit keiner unbeschwerten Kindheit entgegen. „Meine Arbeit macht mir Freude und ich bin auch dankbar, dass ich sie habe“, so Rabani Khan. Er ist stolz und glücklich, dass gerade seine Bewerbung für eine zweijährige berufsbegleitende Fachweiterbildung zur Gesundheits- und Krankenpflege für Intensivpflege und Anästhesie am Bildungszentrum für Gesundheitsberufe angenommen wurde. Am 1. Oktober geht es los, wie sein beruflicher Weg nach dann insgesamt fünf Jahren Ausbildung im Gesundheitswesen weitergehen wird, ist jetzt noch offen. Obwohl: „Der Kreisklinik Bad Reichenhall fühle ich mich aufgrund meiner Geschichte natürlich in ganz besonderem Maße verbunden“, sagt Rabani mit seinem warmen, von innen strahlenden Lächeln. Dieses zeigt er auch, als er von einem persönlichen Wunsch für die Zukunft erzählt: „Ich möchte schon gern heiraten und ich liebe Kinder, weil ich aus einer großen Familie komme.“  Nach sechs Jahren hat Rabani Khan 2019 seine Eltern und die neun Geschwister im noch immer unter kriegerischen Auseinandersetzungen leidenden Afghanistan besuchen können.

 

Wenn es irgend geht, möchte er einen besonders lernhungrigen Neffen bei Schule und Ausbildung unterstützen. Die Situation in Afghanistan macht dies schwer. Ein erster Versuch, zwei Nichten bei der für Mädchen so wichtigen Bildung zu unterstützen, scheiterte daran, dass es die entsprechende Schule infolge der Zerstörungen nicht mehr gibt. Der Hoffnung seines Vaters, dass er eines Tages zurückkäme, musste Rabani widersprechen. „Ich werde meine Familie in Afghanistan immer wieder besuchen, hoffentlich schon wieder nächstes Jahr“, sagt er. „Aber meine Heimat ist jetzt hier.“

Ina Berwanger

24.06.2020 - Kreisklinik Bad Reichenhall

Patient steht im Fokus, nicht seine Erkrankung

15 Jahre Palliativstation an der Kreisklinik Bad Reichenhall

Trotz modernster Technik auf der Palliativstation haben Stationsleiterin Claudia Hasselberger und Dr. Christian Stöberl den Menschen im Fokus
Trotz modernster Technik auf der Palliativstation haben Stationsleiterin Claudia Hasselberger und Dr. Christian Stöberl den Menschen im Fokus

Sie ist keine Station wie die anderen in der Kreisklinik Bad Reichenhall: Wer die heuer seit 15 Jahren bestehende Palliativstation unter der Leitung von Oberarzt Dr. Christian Stöberl betritt, der spürt augenblicklich ein Gefühl von Entschleunigung. In warmer, wohnlicher Ausstattung und ruhiger Atmosphäre werden Patienten mit nicht heilbarer, weit fortgeschrittener Erkrankung und begrenzter Lebenserwartung behandelt. Das Ziel der ganzheitlichen Therapie: die Lebensqualität der Menschen zu erhalten oder auch wieder zu verbessern. mehr...

Denn Patienten, die von ihren Haus- oder Fachärzten an die Palliativstation überwiesen werden, leiden zumeist unter den schweren Symptomen ihrer Erkrankung. Sie haben starke Schmerzen, kämpfen mit Übelkeit, Atemnot und anderen sehr belastenden Beschwerden, auch an der Psyche geht dies in der Regel nicht spurlos vorüber. Ihnen in der ihnen noch verbleibenden Zeit durch eine ganzheitliche Behandlung wieder mehr Lebensqualität zu bieten, ist die Hauptaufgabe der Palliativstation. Die palliativmedizinische Behandlung zur Symptomkontrolle und die Palliativpflege folgen dabei der Überzeugung von Cicely Saunders, englische Ärztin und Gründerin der modernen Hospizbewegung: „Nicht dem Leben mehr Tage, sondern den Tagen mehr Leben geben“. Diesen Leitspruch setzt die Palliativstation interdisziplinär und multiprofessionell um. Das Team um Dr. Stöberl lebt diesen Ansatz aus Überzeugung und Leidenschaft. Dr. Stöberl ist ein Mann der ersten Stunde: Als die Palliativstation an der Kreisklinik Bad Reichenhall im Jahr 2005 dank der hartnäckigen Initiative der Palliativmedizinerin Dr. Birgit Krause-Michel eröffnet wurde, war Dr. Stöberl deren Assistenzarzt. Damals hatte die Station vier Betten, heute sind es längst sechs.

„Es fällt auf, dass die Krankheitsschwere zunimmt, die Patienten vermehrt mit schlimmen Beschwerden kommen“, zieht der Palliativmediziner nach 15 Jahren Arbeit auf der Palliativstation eine Zwischenbilanz. Dies führt er auf die gute ambulante Versorgung von Palliativpatienten zurück, wie sie die Teams der Spezialisierten Ambulanten Palliativversorgung unterdessen in ganz Deutschland leisten. Erst, wenn deren Hilfe durch einen stationären Aufenthalt unterstützt werden muss, werden die Patienten in die Palliativstation verlegt. „Die meisten Patienten haben Tumorerkrankungen, es kommen aber auch solche mit Herzschwäche, Lungenversagen, chronischer Bronchitis oder ALS, der Amyotrophen Lateralsklerose, einer chronisch-degenerativer Erkrankung des zentralen Nervensystems“, erklärt Dr. Stöberl. Über die Jahre habe sich das breite ganzheitliche Behandlungskonzept der schwerkranken Patienten entwickelt und als erfolgreich erwiesen. Dies ist in einem formalen Akt jüngst behördlich bestätigt worden: Am 1. Juni wurde die Palliativstation der Kreisklinik Bad Reichenhall als solche in den Krankenhausplan des Freistaates Bayern übernommen. Denn sie erfüllt schon seit Langem die räumlichen Voraussetzungen und die Qualitätskriterien des medizinischen Konzeptes des Fachprogramms „Palliativstationen in Krankenhäusern". Das Ziel dieses Programmes ist es, durch Palliativmedizin zur Verbesserung der stationären Versorgung Schwerkranker und  Sterbender beizutragen und in Ballungsgebieten wie im ländlichen Raum eine dementsprechend bedarfsgerechte Versorgung zu erlangen.

Was so nüchtern klingt, birgt eine Palette sensibler Maßnahmen: Neben dem Einstellen der Beschwerden der Patienten und einer möglichst guten Stabilisierung der Menschen hat das Team der Palliativstation deren psychische, soziale und spirituelle Bedürfnisse im Blick. „Für uns steht der Mensch selbst und nicht seine Erkrankung im Vordergrund“, betont Stationsleiterin Claudia Hasselberger. Pflege und Medizin haben auf der Palliativstation nicht nur jederzeit ein offenes Ohr für die Patienten, sondern können ihnen auch mehr Zeit als üblich widmen. Aromatherapie erhöht auf Wunsch das Wohlbefinden der Patienten und einfühlsame Therapie berührt Körper wie Seele. Einmal in der Woche kommt das multiprofessionelle, interdisziplinäre Team zusammen, um sich intensiv über jeden einzelnen Patienten auszutauschen. Musiktherapie, Physiotherapie, Sozialarbeit und Seelsorge sitzen mit Pflege und Medizin an einem Tisch, mit dabei sind oft auch der Hospizvereins Berchtesgadener Land und das Netzwerkes Hospiz. Denn Brückenkräfte sind gefragt, wenn es um die bei einer Entlassung anstehende Frage einer Überleitung aus der Palliativstation nach Hause, in eine Pflegeeinrichtung oder ab 1. November in das neue Chiemseehospiz Bernau geht.

Nach zehn bis vierzehn Tagen, bei Bedarf aber auch entsprechend länger, verlassen rund sechzig Prozent der Patienten stabilisiert die Palliativstation. Auch jene, deren Kräfte am Lebensende dazu nicht mehr gereicht haben, die also auf der Station verstorben sind, werden nicht vergessen. Für jeden verstorbenen Patienten bemalen Claudia Hasselberger und ihre Kolleginnen einen Stein mit Namen, Geburts- und Sterbetag. „In jedem Herbst nehmen wir dann an der Saalach Abschied von ihnen“, sagt die 38-Jährige, der die Dankbarkeit ihrer Patientinnen und Patienten auf der Palliativstation immer wieder zu Herzen geht. Dass diese mit dem einfühlsamen Team der Palliativstation in den passenden Momenten übrigens auch lachen können, tut allen gut. Humor sollte auch das Thema eines Palliativ-Symposiums sein, dass die Palliativstationen der Kliniken Südostbayern AG für dieses Jahr geplant und wegen der Corona-Pandemie auf 2021 verschoben haben. Gefragt nach einem weiteren Wunsch für die Zukunft, sagt Dr. Christian Stöberl: „Es liegt mir am Herzen, dass wir die stationäre Palliativmedizin weiter voranbringen und in zentraler Position im Landkreis Berchtesgadener Land sicherstellen können.“

Ina Berwanger

10.06.2020 - Klinikum Traunstein

Spende für Kliniken Südostbayern von der Eva Mayr-Stihl Stiftung

Klinikum kauft Testgerät zur Covid-19-Schnelldiagnostik

Die Eva Mayr-Stihl Stiftung unterstützt die Kliniken Südostbayern im Kampf gegen die Covid-19-Pandemie mit einer finanziellen Soforthilfe in Höhe von 250.000 Euro. mehr...

Der Geschäftsführer der Stiftung, Alexander Burghartswieser, besuchte das Klinikum Traunstein anlässlich der Spende und richtete Grüße von Eva Mayr-Stihl und Robert Mayr aus: „Unseren Stiftern ist das Thema medizinische Versorgung sehr wichtig und sie wissen um die Herausforderungen, die eine Pandemie wie diese durch Covid-19 mit sich bringt. Daher ist es Ihnen ein großes Anliegen, die Kliniken zu unterstützen, mit denen wir in anderen Projekten bereits kooperiert haben – wie die Kliniken Südostbayern.“

Dr. Gretscher, Vorstandsvorsitzender der Kliniken Südostbayern AG, dankte im Namen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stiftung für die großzügige Unterstützung. „Wir werden mit den Mitteln ein „Pademielabor“ einrichten. Das heißt konkret, ein PCR-Testgerät zur Covid-19 Schnelldiagnostik, ein Extraktionsautomat für die Konzentration der Virus-DNA und das alles auf einer sogenannten Sterilwerkbank“, so der Klinikenchef. „Wir sind dadurch deutlich unabhängiger von externen Speziallaboren. In Summe sind so bis zu 70 Tests in wenigen Stunden vor Ort abzuarbeiten. Patienten können dadurch schneller und gesichert weiter behandelt oder nach kürzerer Isolationszeit wieder entlassen werden“, freut sich Uwe Gretscher.

Auch der Traunsteiner Landrat Siegfried Walch und derzeit Aufsichtsratsvorsitzender der Kliniken Südostbayern AG, zeigte sich erfreut welche feste Verbindung zwischen den Kliniken und beiden Stiftungsvorstände Eva Mayr-Stihl und Robert Mayr, der selbst im Klinikum Traunstein geboren ist, entstanden sei. „Bereits vergangenes Jahr hat die Eva Mayr-Stihl Stiftung den Kliniken Südostbayern eine außerordentlich großzügige Spende übergeben. Das wir nun erneut mit gleich 250.000 Euro von den Stiftern bedacht werden, ehrt uns alle sehr – ein ganz herzliches Vergelt’s Gott dafür“. Neben ihrer finanziellen Unterstützung geben Sie damit auch ein starkes Signal: „Das zeigt uns: Es wird gesehen, was unser Gesundheitssystem gerade während der Corona-Pandemie leistet“, so Landrat Walch abschließend.

Die Eva Mayr-Stihl Stiftung hatte bereits in ihrer Heimatregion Stuttgart Kliniken mit insgesamt rund zwei Millionen Euro im Kampf gegen Covid-19 unterstützt.

 

Die Eva Mayr-Stihl Stiftung ist eine unabhängige, gemeinnützige Stiftung. Sie wurde 1986 von Eva Mayr-Stihl und Robert Mayr unter dem Namen „Andreas-Stihl-Stiftung“ gegründet. Zur klareren Trennung zwischen Unternehmen und Stiftung erhielt sie 2004 den heutigen Namen. Schwerpunkte der Stiftungsarbeit sind Wissenschaft und Forschung, Gesundheit sowie Kunst und Kultur.
Stiftungsvorstand: Eva Mayr-Stihl, Robert Mayr

(von links nach rechts): Dr. Uwe Gretscher, Vorstandsvorsitzender der Kliniken Südostbayern AG empfängt die Spende von Alexander Bughartswieser (Geschäftsführer der Eva Mayr-Stihl Stiftung) zusammen mit dem Traunsteiner Landrat Siegfried Walch (Aufsichtsratsvorsitzender der Kliniken Südostbayern) und Corinna Noack-Aetopulos (Fundraising der Kliniken Südostbayern)
(von links nach rechts): Dr. Uwe Gretscher, Vorstandsvorsitzender der Kliniken Südostbayern AG empfängt die Spende von Alexander Bughartswieser (Geschäftsführer der Eva Mayr-Stihl Stiftung) zusammen mit dem Traunsteiner Landrat Siegfried Walch (Aufsichtsratsvorsitzender der Kliniken Südostbayern) und Corinna Noack-Aetopulos (Fundraising der Kliniken Südostbayern)
29.05.2020 - Kliniken Südostbayern

Stabilität und Sicherheit - auch in Krisenzeiten

Kliniken Südostbayern AG: positives Jahresergebnis auch in 2019

Stellten das Jahresergebnis 2019 vor: von links Dr. Uwe Gretscher, Vorstandsvorsitzender der Kliniken Südostbayern AG, Siegfried Walch, Landrat Traunstein und Aufsichtsratsvorsitzender, Elisabeth Ulmer, Vorstand, Bernhard Kern, Landrat Berchtesgadener Land und stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender und Dr. Stefan Paech, Medizinischer Direktor.
Stellten das Jahresergebnis 2019 vor: von links Dr. Uwe Gretscher, Vorstandsvorsitzender der Kliniken Südostbayern AG, Siegfried Walch, Landrat Traunstein und Aufsichtsratsvorsitzender, Elisabeth Ulmer, Vorstand, Bernhard Kern, Landrat Berchtesgadener Land und stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender und Dr. Stefan Paech, Medizinischer Direktor.

Eine Hauptversammlung in Zeiten der Corona-Pandemie hat ihre eigenen Anforderungen, dies erlebte auch die Kliniken Südostbayern AG (KSOB). Dennoch konnten die besonderen Umstände bei Vorstand und Aufsichtsrat der gemeinnützigen Aktiengesellschaft die Zufriedenheit über das Jahr 2019 und die Zuversicht für die Zukunft nicht mindern. „2019 war ein erfolgreiches Jahr, wir haben die wohnortnahe, umfassende und hochwertige Gesundheitsversorgung der Menschen in den Landkreisen Traunstein und Berchtesgadener Land gesichert und weiter ausgebaut. Zudem konnten wir viele neue Mitarbeiter für uns gewinnen“, so KSOB-Vorstandsvorsitzender Dr. Uwe Gretscher. mehr...

Er betonte, dass nach einem stärkenden, stabilisierenden 2018 das Jahr 2019 für die Kliniken Südostbayern in doppelter Hinsicht erfreulich gewesen sei: So habe der landkreisübergreifende Klinikverbund in kommunaler Trägerschaft der beiden Landkreise Traunstein und Berchtesgadener Land 2019 sein zehnjähriges erfolgreiches Bestehen feiern können und zugleich ein - aus heutiger Sicht umso mehr - wirtschaftlich gut berechenbares Jahr mit vielfältigem Ausbau seiner Strukturen erlebt. Dass die letzten zehn Jahre eine stabile Grundlage für die Arbeit und Weiterentwicklung der Klinikstandorte bilden, betonten Aufsichtsratsvorsitzender Siegfried Walch, Landrat des Landkreises Traunstein und sein Stellvertreter Bernhard Kern, Landrat des Landkreises Berchtesgadener Land.

„Gesundheit ist das wertvollste Gut des Menschen. Es ist unsere gemeinsame Aufgabe als Landkreise, die richtigen Rahmenbedingungen für die Gesundheitsversorgung in unserer Region zu schaffen. Wir stehen weiter zur Trägerschaft der Kliniken Südostbayern – darauf können sich gerade in Zeiten der Corona-Pandemie die Patienten als auch alle Beschäftigten verlassen“, so Landrat Siegfried Walch. Das bedeute auch, dass beide Landkreise eine klare Erwartungshaltung haben betonten beide Landräte. Das hieße nicht nur Erhalt und Sicherung zu garantieren, sondern auch Zukunftsfähigkeit und Weiterentwicklung zu schaffen. Dabei ginge es beispielsweise um immer neue Aus- und Fortbildungsangebote für die berufliche Weiterentwicklung als auch um persönliche Wertschätzung. Dazu Aufsichtsratsvorsitzender und Landrat Walch abschließend: „Denn nur durch den Einsatz unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können wir heute wieder über die Zukunft unserer Standorte sprechen. Sie sind das Herzstück unserer Kliniken“.

Dass das Fundament einer stabilen Gesundheitsversorgung nicht nur in Krisenzeiten die engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seien, betonte auch KSOB-Vorstand Elisabeth Ulmer. „Trotz des bundesweiten Fachkräftemangels in Pflege und Medizin konnten wir 2019 offene Stellen wiederbesetzen und unseren Personalbestand sogar ausbauen“, freute sie sich. Um ihre Attraktivität als einer der regional größten Arbeitgeber weiter auszubauen, hätten die KSOB 2019 neue Angebote wie Coaching, einen Ausbau des betrieblichen Gesundheitsmanagements, Job-Rad oder Mitarbeiter-Einkauf geschaffen.

Starkes Augenmerk hätte der Verbund 2019 auch auf die Förderung seiner Mitarbeiter gelegt. Diese profitieren von diversen Qualifizierungsmaßnahmen, auch für Führungskräfte, und dem immer breiter aufgestellten Aus- und Weiterbildungsangebot des Bildungszentrums für Gesundheitsberufe der KSOB. „Gut und nach neuesten Standards  ausgebildeten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern kommen unseren Patientinnen und Patienten an sieben Tagen in der Woche rund um die Uhr zugute, sie sind Garanten verlässlicher Versorgung“, so Ulmer. Sie ließ es sich nicht nehmen, „allen unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihre engagierte Arbeit, die sie nicht nur Tag für Tag, sondern auch in dieser Krisenzeit so zuverlässig und kooperativ wie innovativ im Team leisten“, zu danken.

Diesen Einsatz honorieren die Patientenzahlen der Kliniken Südostbayern, sie lagen 2019 auf einem stabil hohen Niveau: Rund 60.000 Patienten wurden stationär betreut, rund 100.000 Menschen ambulant versorgt. Außerdem verzeichneten die Geriatrischen Rehabilitationen in den Kreiskliniken Berchtesgaden und Trostberg je 1.000 Patienten. Der Klinikverbund verfügt über 1.250 stationäre und 34 teilstationäre Betten, hinzukommen 62 Betten in der Geriatrischen Rehabilitation. „Um die Bevölkerung in beiden Landkreisen auch in Zukunft auf medizinisch hohem Niveau versorgen zu können, hat der Klinikverbund 2019 sein medizinisches Portfolio noch mehr erweitern und renommierte Experten für eine Mitarbeit als Chefärzte in verschiedenen Fachbereichen gewinnen können“, sagte Dr. Stefan Paech, Medizinischer Direktor der KSOB.

Zugleich seien Investitionen in die medizinische Infrastruktur wie zum Beispiel die Anschaffung modernster medizinischer Hochleistungsgeräte in Chirurgie, Pädiatrie oder Radiologie getätigt und zertifizierte Fachzentren für eine wohnortnahe Behandlung spezifischer Versorgungsbilder geschaffen worden. Um diese Gesundheitsversorgung in einem modernen, zeitgemäßen Umfeld sicherstellen zu können, seien 2019 auch diverse umfangreiche Sanierungs- und  Neubaumaßnahmen wie der Neubau am Klinikum Traunstein oder die Sanierungsarbeiten an der Kreisklinik Vinzentinum Ruhpolding auf den Weg gebracht worden, erklärte Dr. Uwe Gretscher. „Ein weiterer bedeutender Schritt Richtung Zukunftsfähigkeit war 2019 die im Zuge der Digitalisierungsoffensive erfolgte Einführung der digitalen Fieberkurve in der Kreisklinik Bad Reichenhall, dem Pilothaus werden die anderen Standorte in diesem und dem nächsten Jahr folgen“, sagte er.

Für das laufende Jahr blieb der Vorstandsvorsitzende hinsichtlich der Finanzen auch angesichts der Anforderungen durch die Corona–Pandemie vorsichtig. Vorrang habe ausnahmslos die Gesundheit der Menschen. „Wichtig ist in einer derartigen Pandemie-Situation die Sicherstellung der medizinischen Versorgung. Wir können zum momentanen Zeitpunkt natürlich noch nicht abschätzen, welche Auswirkungen die notwendigen organisatorischen, personellen und materiellen Veränderungen dieser Corona-Krise am Ende des Jahres 2020 auf unsere Wirtschaftszahlen haben wird“, so der Vorstandsvorsitzende. „Die Menschen in beiden Landkreisen können auf jeden Fall auch dann auf uns zählen, sollten die Fallzahlen wieder steigen oder eine mögliche zweite Infektionswelle der Corona-Pandemie kommt“, versicherte Dr. Gretscher. Einig waren sich alle Beiteiligten am Ende der diesjährigen Hauptversammlung der Kliniken Südostbayern AG darin, dass sie gemeinsam weiterhin alles Mögliche tun wollen, um für die Menschen in der Region die bestmögliche medizinische Versorgung zu sichern.

Text: Ina Berwanger


22.02.2020 - Kreisklinik Trostberg

Ein Kampf um Leben und Tod

Corona-Patientin war drei Wochen auf Intensivstation der Kreisklinik Trostberg

„Manchmal habe ich gedacht, ich schaffe es nicht“, sagt Claudia Baumgartner. Drei Wochen ist sie einer Erkrankung mit dem Corona-Virus wegen auf der Intensivstation der Kreisklinik Trostberg behandelt worden, zwei davon lag sie im Koma. Unterdessen genesen, bedankt sich die ehemalige Patientin  vor Erleichterung und Dankbarkeit strahlend beim Team der  Abteilung für Anästhesie und Intensivmedizin unter der Leitung von Chefarzt Dr. Thomas Lipp für dessen fachliche und menschliche Hilfe. „Sie waren alle so lieb zu mir“, blickt die 49-Jährige auf eine sehr schwere, ihr Leben bedrohende Zeit zurück. mehr...

Claudia Baumgartner ist kontaktfreudig und kommunikationsstark, gerne unter Menschen und zugewandt. Bei ihrem Besuch auf der Intensivstation zaubert sie Pflegekräften und Ärzten um Dr. Lipp mit ihrer freundlichen, offenen Art mehr als nur ein Lächeln in die Gesichter. Für das Team der Intensivstation ist das Wiedersehen mit der heute wieder glücklichen ehemaligen Patienten so berührend wie befriedigend. Denn wer auf einer Intensivstation behandelt werden muss, befindet sich in einer sein Leben bedrohenden gesundheitlichen Situation.

Als sich Claudia Baumgartner Mitte März nach ihrer Rückkehr aus dem Urlaub in der Flachau im Salzburger Land in ihren Heimatort Bernhaupten in der Gemeinde Bergen nicht wohl fühlt, ahnt sie noch nicht, welch schwere Zeit vor ihr liegt. Aber sie vermutet schnell, dass „Kopfweh, Halsweh, Schluckbeschwerden, Fieber und Schüttelfrost nicht mit einer Grippe vergleichbar sind.“ Nach Kontakten mit Hausärztin und Klinikum Traunstein wird die Patientin mit der Viruserkrankung COVID-19 in die Kreisklinik Trostberg eingeliefert. Dort erwartet sie die hohe fachliche Expertise des Chefarztes für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Schmerztherapie und Notfallmedizin Dr. Thomas Lipp und des Infektiologen und des Chefarztes der Inneren Medizin Prof. Thomas Glück, der schon die ersten bayerischen Corona-Patienten auf der Normalstation behandelt hatte.

„Frau Baumgartner litt an Lungen- und Nierenversagen“, erklärt Dr. Lipp. „Wir haben sie zunächst nicht-invasiv beatmet.“  Zu diesem Zeitpunkt wussten die Mediziner schon, dass das Virus langwierige Verläufe haben kann. Als sich der Zustand der Patientin weiter verschlechtert hat, wird sie daher „kontrolliert ins Koma gelegt“ und mittels eines Luftröhrenschnitts an ein Beatmungsgerät angeschlossen. „Wir konnten sie so in Ruhe wieder wach werden lassen, die Entwöhnung von der Maschine gelingt relativ schnell“, sagt Dr. Lipp.

An die zwei Wochen im Koma erinnert sich Claudia Baumgartner nicht mehr, wohl aber an eine Art Nahtoderlebnis, das ihr Klinikseelsorger Hubert Gallenberger später als Chor guter Engel beschrieben hat. Der Pastoralreferent mit dem großen Herzen für jeden Patienten, egal, ob eines Glaubens oder nicht, stand der Intensivpatientin und ihrer Familie wann immer nötig mit Rat und Tat zur Seite. Tag und Nacht für Claudia Baumgartner da war das Team der Intensivstation. „Gefühlt war immer eine Krankenschwester oder ein Pfleger im Zimmer“, sagt sie und erinnert sich an Fotos ihrer Kinder, das ihr eine Krankenschwester nach ihrem Erwachen aus dem Koma zeigte. „Ich habe die Kinder sofort erkannt, aber ich war noch verwirrt.“

Als ihr eine der Pflegekräfte einen Telefonhörer ans Ohr hält und sie die Stimmen ihrer Familie hört, möchte die Intensivpatientin am liebsten sofort zu Hause. „Dabei war ich hier doch in besten Händen, es haben sich alle so aufmerksam und liebevoll um mich gekümmert“, stellt sie schmunzelnd fest. „Sie haben so oft es ging, an meinem Bett gesessen, weil ich so viel Angst hatte, es war insgesamt sehr emotional.“ Dass „Stimmungsschwankungen nach einer Zeit im Koma normal sind ebenso wie Kollateralschäden wie etwa eine bakterielle Lungenentzündung“ bei Claudia Baumgartner, erläutert dazu Dr. Lipp. Ist die Situation des Koma schon eine enorme Strapaze für den aber in dieser Zeit Erholung und Heilung erfahrenden Körper, so muss dieser ebenso wie die Psyche nach diesem Ausnahmezustand wieder sukzessive aufgebaut werden. Dabei ist neben Fachwissen und Erfahrung auch Fingerspitzengefühl gefragt. Den Patientin zu motivieren, wieder ins Leben zurückkehren zu wollen, sich dies zuzutrauen und ihm das Gefühl zu vermitteln, dass er dabei kontinuierlich gestärkt und begleitet wird, zählt zu den Stärken des Teams der Intensivstation. Dieses arbeitet in der Corona-Zeit intensiv interdisziplinär mit den anderen Fachabteilungen der Kreisklinik Trostberg, insbesondere den Internisten um Prof. Glück, zusammen.

Aufmerksamkeit für individuelle Bedürfnisse und Wünsche sind für das Intensiv-Team selbstverständlich. „Die Schwestern haben mir immer wieder die CD eingelegt, die meine Freundinnen für mich besprochen hatten“, erinnert sich Claudia Baumgartner mit einem Lächeln.  Ihre Familie darf sie durch eine Glasscheibe sehen und nach drei Wochen auf der Intensiv- kommt sie noch wenige Tage auf eine Normalstation. Ihre Arbeit als Friseurin hat sie noch nicht wieder aufgenommen. Wer eine so schwere Zeit durchlebt hat und nur knapp dem Tod entkommen ist, muss wieder Kräfte tanken. „Ich bin dankbar und froh, dass ich lebe“, sagt Claudia Baumgartner schlicht. Für ihren Behandler Dr. Lipp machen positive Entwicklungen schwerster Verläufe den Reiz und die Freude an der Intensivmedizin aus. Trotzdem sind er und seine ehemalige Patientin auf Grund des möglichen schweren Verlaufes der Erkrankung sich einig, dass die von acht auf im Notfall zwölf Plätze erweiterbare Intensivstation möglichst nicht mehr von Corona-Patienten belegt werden sollte – und dass die Wertschätzung der Pflege anhält und diese in Zukunft angemessen honoriert wird. Beide hoffen, „dass die Menschen weiterhin aufeinander achtgeben, durchhalten und Abstand halten.“

Text: Ina Berwanger

01.07.2020 - Kliniken Südostbayern

Besuchsregelung in den Kliniken im Landkreis Traunstein gelockert

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So sieht diese die Besuchsmöglichkeit für Patienten einmal täglich von einer Person vor. Das dürfen Ehepartner, Lebenspartner, Eltern, Großeltern, Enkel, Geschwister sowie eine weitere Person sein. Bei Kindern dürfen das auch die Eltern oder Sorgeberechtigte gemeinsam sein.
Besuche von Patienten, die sich in Isolierbereichen befinden, sind leider nicht gestattet.
Es gelten nur die festen Besuchszeiten von 10 bis 17 Uhr und Besucher müssen namentlich registriert werden, das heißt, jeder Besucher muss sich beim Beteten der Klinik ausweisen und ein Erfassungsformular ausfüllen. Ebenso wird, wie bei allen Personen die in die Kliniken kommen, auch beim Besucher Temperatur gemessen. Natürlich gelten für alle Besucher das Einhalten sämtlicher Hygienerichtlinien, wie die Maskenpflicht, das Einhalten des Mindestabstandes sowie eine gründliche Händedesinfektion.
Die Besucher werden gebeten, vor dem Betreten des Patientenzimmers sich bei einer Pflegekraft zu melden und in Mehrbettzimmern bitte nicht mehr als zwei Personen aufzuhalten. Der Besuch sollte nicht länger als 30 Minuten dauern und weder Patient noch Bett berührt werden. Das Mitbringen von Blumen sowie selbstzubereitete Lebensmittel ist leider nicht gestattet.Die Kliniken bitten wegen den bürokratischen Hürden, der beschriebenen Einschränkungen und ggf. auch den Wartezeiten am Eingang, die die Besucher leider momentan in Kauf nehmen müssen, um Verständnis. „Alle Maßnahmen, die wir zum Schutz unserer Patienten und Mitarbeiter ergreifen, dienen der bestmöglichen und sicheren Versorgung der Patienten“, betont der Vorstandsvorsitzende Dr. Uwe Gretscher „Es gilt das Ansteckungsrisiko für unsere Patienten sowie unsere Mitarbeiter so gering wie möglich zu halten.“


11.05.2020 - Kliniken Südostbayern

Krisenstab für schnelle Reaktion auf Corona-Virus

Gremium der Kliniken Südostbayern arbeitet erfolgreich: Tag für Tag

Die Corona-Pandemie stellt die ganze Gesellschaft, insbesondere aber das Gesundheitswesen vor gewaltige Herausforderungen. Darauf hat die Kliniken Südostbayern AG (KSOB) beizeiten mit der Einrichtung eines Krisenstabes reagiert. „Er ist ein hervorragendes Instrument, die aktuelle Lage täglich neu zu bewerten und bei Bedarf rasch zu handeln“, so KSOB-Vorstand Elisabeth Ulmer. Neben „schnellen Entscheidungen“ nennt Reinhold Frank, Leiter der Qualitäts- und Organisationsentwicklung, „eine breite Kommunikation“ als Plus des Stabes. mehr...

Die beiden Führungskräfte gehören zu dem sechsköpfigen Krisenstab der KSOB. „Wir haben gemerkt, dass wir schnell Entscheidungen treffen, Themen bündeln und abarbeiten müssen“, sagt Elisabeth Ulmer. Angelehnt an die bei Rettungsdiensten und aktuell auch im Gesundheitsamt des Landratsamtes Traunstein etablierten Krisenstäbe sei daher der aus sechs Sachgebieten bestehende Krisenstab ins Leben gerufen worden. Er tagt täglich. Dies tun auch die Krisenstäbe aller sechs Häuser des Klinikverbundes bei ihren Standortbesprechungen morgens um 9 Uhr zur aktuellen Lage. Eine Stunde später, um 10 Uhr, treffen sich dann der standortübergreifende Krisenstab und die Vertreter der Standorte zur „Videokonferenz in kleiner Runde“, so Ulmer. Eine große Lagebesprechung mit rund 50 Führungskräften als Vertreter aller relevanten Berufsgruppen findet dann täglich um 12 Uhr statt. „So können wir die Weitergabe von wichtigen Informationen nicht nur über unsere digitalen Medien wie das Intranet sicherstellen, sondern auch durch persönliche Multiplikatoren vor Ort, das hat auch den Vorteil besonders rascher Rückmeldungen von dort“, betont Reinhold Frank.

Denn zu kommunizieren gibt es in den bewegten Zeiten von Corona viel. Informationen über notwendige Maßnahmen und Verhaltensvorschriften oder zu neuen Arbeitsabläufen müssen in der Breite weitergegeben und schlüssig erklärt, behördliche Anordnungen zur Sicherheit von Patienten und Mitarbeitern nachvollziehbar umgesetzt werden. Die tägliche Arbeit und Kommunikation des Krisenstabes ermöglicht bedarfsgerechtes, zügiges Handeln. So sei auf kurzem Wege Schulungsbedarf bei Mitarbeitern abgeklärt und „in einer Ad-hoc-Entscheidung von einem Tag auf den anderen“ eine Weiterbildung durchgeführt worden, nennt Frank ein Beispiel. Zwei in der Anfangszeit der Corona-Krise dringliche Themen habe der Krisenstab dank seiner strukturierten Organisation und effizienten Arbeitsweise zeitnah erfolgreich abarbeiten können: Engpässe bei Materialien und Medikamenten. „Wir sind immer routinierter geworden“, freut sich Elisabeth Ulmer. „Der Vorteil des Krisenstabes ist ein guter Überblick über die Gesamtlage und all ihre relevanten Facetten. Unsere Besprechungen werden täglich mitprotokolliert und so dokumentiert, das hilft uns dabei, die Lage immer wieder neu zu bewerten.“ 

Dass der Krisenstab laufend die sich ändernde Lage beobachtet, ist also die Grundlage seiner Arbeit. Dafür arbeitet der Stab der KSOB eng mit den Krisenstäben in den Gesundheitsämtern der Landratsämter Traunstein und Berchtesgadener Land zusammen - und kann darüber hinaus jederzeit auf eigene Spezialisten zurückgreifen. „Unser Infektiologe Prof. Thomas Glück an der Kreisklinik Trostberg ist wirklich ein Glücksfall, dank seiner ausgezeichnete Expertise sind wir sehr gut aufgestellt, davon profitieren natürlich auch unsere Patientinnen und Patienten“, so Vorstand Elisabeth Ulmer. Zusammenarbeit und Vernetzung mit Rettungsdiensten oder Reha-Kliniken - für die Verlegung nicht mehr akut Notfallbehandlungsbedürftiger Patienten – gehören ebenso zum Krisenstab-Alltag wie die vielen Absprachen mit den Gesundheitsämtern oder das Klären von aktuell relevanten Fragen wie der, wie erfolgreich versorgte Heimbewohner wieder gut in ihre Einrichtungen zurückverlegt werden können. Der Krisenstab ist immer auf dem neuesten Stand der Informationen zur Corona-Lage in den Landkreisen. „Anlassbedingt treffen wir uns auch am Wochenende zur Lagebesprechung, das war zum Beispiel am Ostersamstag wegen hoher Fallzahlen so“, sagt Reinhold Frank. 

Er bilanziert: „Wir haben einen guten Dialog.“ Dies gelte sowohl innerhalb des Krisenstabes als auch bei dessen Kommunikation mit externen Kooperationspartnern und innerhalb der KSOB. Im Verbund gelte: „Die Mitarbeiter haben sechs klare Ansprechpartner, sie können sich zum Beispiel für Fragen im Bereich Personal an Elisabeth Ulmer oder bei solchen zur allgemeinen Lagesituation an mich wenden“, erläutert Reinhold Frank. Für die Kommunikation auf kurzem Wege sei der Krisenstab auch über eine eigene Email-Adresse erreichbar. Eine lebendige Kommunikation von Informationen nehme Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch nachvollziehbare Ängste und Unsicherheiten, so Elisabeth Ulmer. „Ich kann allen Mitarbeitern in jedem unserer Bereiche nur danken, dass sie sich auch in diesen herausfordernden Zeiten so enorm engagieren, gemeinsam nach Lösungen suchen und sich gegenseitig unterstützen“, betont sie ausdrücklich.

Text: Ina Berwanger

08.05.2020 - Kliniken Südostbayern

Weiterhin "strengere" Besuchsregelung in den Kliniken im Landkreis Traunstein

Abweichend von der Lockerung der Besuchregelung ist die bisherige „strengere“ Besuchseinschränkung an den Klinikstandorten im Landkreis Traunstein bis einschließlich 15.05.2020 verlängert worden. Grund dafür ist eine statistisch vergleichsweise hohe COVID-19-Fallzahlenbelastung im Landkreis Traunstein

08.05.2020 - Kliniken Südostbayern

Gelockerte Besuchsregelung in den Standorten im Berchtesgadener Land

In den Kliniken im Berchtesgadener Land gilt die bayernweite Verfügung der gelockerten Besuchsregelung. So sieht diese die Besuchsmöglichkeit für Patienten einmal täglich von einer Person vor. Das dürfen Ehepartner, Lebenspartner, Eltern, Großeltern, Enkel, Geschwister sowie eine weitere Person sein. Bei Kindern dürfen das auch die Eltern oder Sorgeberechtigte gemeinsam sein. Besuche von Patienten, die sich in Isolierbereichen befinden, sind leider nicht gestattet. mehr...

Es gelten nur die festen Besuchszeiten von 10 bis 17 Uhr und Besucher müssen namentlich registriert werden, das heißt, jeder Besucher muss sich beim Beteten der Klinik ausweisen und ein Erfassungsformular ausfüllen. Ebenso wird, wie bei allen Personen die in die Kliniken kommen, auch beim Besucher Temperatur gemessen. Natürlich gelten für alle Besucher das Einhalten sämtlicher Hygienerichtlinien, wie die Maskenpflicht, das Einhalten des Mindestabstandes sowie eine gründliche Händedesinfektion.
Die Besucher werden gebeten, vor dem Betreten des Patientenzimmers sich bei einer Pflegekraft zu melden und in Mehrbettzimmern bitte nicht mehr als zwei Personen aufzuhalten. Der Besuch sollte nicht länger als 30 Minuten dauern und weder Patient noch Bett berührt werden. Das Mitbringen von Blumen sowie selbstzubereitete Lebensmittel ist leider nicht gestattet.Die Kliniken bitten wegen den bürokratischen Hürden, der beschriebenen Einschränkungen und ggf. auch den Wartezeiten am Eingang, die die Besucher leider momentan in Kauf nehmen müssen, um Verständnis. „Alle Maßnahmen, die wir zum Schutz unserer Patienten und Mitarbeiter ergreifen, dienen der bestmöglichen und sicheren Versorgung der Patienten“, betont der Vorstandsvorsitzende Dr. Uwe Gretscher „Es gilt das Ansteckungsrisiko für unsere Patienten sowie unsere Mitarbeiter so gering wie möglich zu halten.“

Abweichend von dieser Lockerung ist die bisherige „strengere“ Besuchseinschränkung an den Klinikstandorten im Landkreis Traunstein bis einschließlich 15.05.2020 verlängert worden. Grund dafür ist eine statistisch vergleichsweise hohe COVID-19-Fallzahlenbelastung im Landkreis Traunstein


02.05.2020 - Bildungszentrum

Lutz Krüger übernimmt die Leitung der Berufsfachschulen

Wegen der Coronavirus-Pandemie fand der Wechsel des Schulleiters der Berufsfachschulen für Krankenpflege und für Krankenpflegehilfe Traunstein im Bildungszentrum für Gesundheitsberufe nur im kleinen Kreis statt. In der Geschäftsführung der Kliniken Südostbayern AG begrüßten Vorsitzende Elisabeth Ulmer (links) und der Medizinische Direktor Dr. Stefan Paech (Zweiter von rechts) sowie der Leiter des Bildungszentrums, Rupert Übelherr (rechts), Lutz Krüger (Mitte), der am l. Mai die Leitung der Berufsfachschulen übernimmt. Der gebürtige Hannoveraner war zuletzt als Leiter der Berufsfachschule für Krankenpflege in Erding und davor in der betrieblichen Fortbildung der RoMed-Kliniken Rosenheim tätig. Zugleich wurde Vorgänger Alexander Hoh verabschiedet, der seit März 2017 die Leitung innehatte. Ulmer würdigte Hohs großen professionellen Einsatz für die Berufsfachschulen.

28.04.2020 - Bildungszentrum

Abschluss trotz Corona-Krise

21 Schüler traten Examensprüfung zum Gesundheits- und Krankenpfleger an

Trotz der Coronavirus-Pandemie wurde das Staatsexamen zum Gesundheits- und Krankenpfleger erfolgreich durchgeführt. Unser Foto zeigt die Klasse 17a der Berufsfachschule für Krankenpflege Traunstein – das Klassenfoto war selbstverständlich schon lange vor der Corona-Krise gemacht worden.
Trotz der Coronavirus-Pandemie wurde das Staatsexamen zum Gesundheits- und Krankenpfleger erfolgreich durchgeführt. Unser Foto zeigt die Klasse 17a der Berufsfachschule für Krankenpflege Traunstein – das Klassenfoto war selbstverständlich schon lange vor der Corona-Krise gemacht worden.

Aufgrund der sich verschärfenden Corona-Situation mussten die offizielle Abschlussfeierund der Examensball der Berufsfachschulefür KrankenpflegeTraunstein im Bildungszentrumfür Gesundheitsberufe der KlinikenSüdostbayern AG abgesagtwerden. Die Abschlussfeier soll aber in feierlichem Rahmen nachgeholtwerden. mehr...

Insgesamt waren 21 Schüler, 15 Damen und sechs Herren, zu den Abschlussprüfungen angetreten. Davon bestanden 19 Krankenpflegeschüler alle Teile der Prüfung. Zwei Teilnehmer bestanden einen Teilbereich nicht, können ihn aber nachholen. Unter den erfolgreichen Teilnehmern bestand laut Schulleiter Alexander Hoh hohes Interesse an einer Anstellung innerhalb der Kliniken Südostbayern AG nach der Ausbildung. 16 Ausgelernte werden von der AG übernommen.

 

In den drei Jahren der Ausbildung sei die Klasse mit sieben Nationalitäten zu einer sehr guten Gemeinschaft zusammengewachsen, sagte Hoh. Inhalte der Ausbildung waren unter anderem ein Einführungsblock, Kommunikationsseminare, das Projekt „Schüler leiten eine Station", die Zwischenprüfung sowie zahlreiche praktische Begleitungen, Prüfungen und Anleitungen. Geprägt gewesen sei die Ausbildung durch Schulausfälle im zweiten Ausbildungsjahr wegen der Schneemassenund nun durch eine erschwerteAbschlussphase im Kampf

gegen das Corona-Virus, so Hoh.

 

Der letzte Teil der staatlichenPrüfung, die mündliche Prüfung,konnte aufgrund der Schulschließungennur unter bestimmten Bedingungendurchgeführt werden.Da die Nutzung von Schulräumen nicht möglich war, fand die Prüfung im Simulationszentrum desBildungszentrums statt. Die Prüflingewaren ausschließlich für diemündlichen Prüfungen anwesend, auch vor dem Gebäude durftensich keine Ansammlungen imWartebereich bilden, und die Schüler wurden einzeln geprüft.Dabei saßen sie in ausreichendem Abstand den zwei Prüfern gegenüber.

 

Da die mündliche Prüfung aus drei Teilen besteht, befanden sich die drei Prüfungsstationen in dreigetrennten Räumen. Zur Prüfungsvorbereitungwurden diePrüflinge ebenfalls in Einzelräume eingeteilt, mit je einem Lehrerals Aufsieht in ausreichendem Abstand.

In allen Räumen wurden zudem Hände- und Flächendesinfektionsmittel bereitgestellt.

Nach der Prüfungskonferenz wurden den Schülern die Noten der Abschlussprüfungen mitgeteilt. Auch dies fand trotz aller Emotionalität- die Schiller erfahren hier immerhin, ob sie bestanden haben oder nicht - mit Abstand und ohne Händeschütteln statt. Die Urkunden werden von der Regierung per Post zugestellt.Florian Heindl aus Fridolfing bekam für besondere Leistungen einen Staatspreis der Regierung von Oberbayern.

24.04.2020 - Kliniken Südostbayern

Auch Helfer brauchen manchmal Hilfe

Kliniken Südostbayern AG bietet Mitarbeitern Psychosoziale Beratung

Ängste und Unsicherheiten begegnen vielen Menschen in diesen Tagen der Corona-Pandemie. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Krankenhäusern sind in der Ausnahmesituation mit ihren körperlichen und seelischen Anforderungen besonderen Belastungen ausgesetzt. Welche breit aufgestellte Unterstützung ihnen in der Krisenlage die Kliniken Südostbayern AG bietet, erklärt im Namen ihres interdisziplinären Teams die Psychologische Psychotherapeutin Andrea Rotter. mehr...

Frau Rotter, welches sind die Aufgaben der Psychosozialen Beratung?

Rotter: Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können sich an uns wenden, wenn sie Themen im beruflichen, familiären, gesundheitlichen oder persönlichen Bereich belasten. Ihnen stehen unsere interdisziplinären Teams  aus Psychologen, Therapeuten und Seelsorgern in allen sechs Häusern der Kliniken Südostbayern als Ansprechpartner zur Verfügung. Wir hören im geschützten Raum zu, unterliegen der Schweigepflicht, sind zugewandt, empathisch und wohlwollend. Oft schafft schon das erste Gespräch Entlastung, ermöglicht wieder Orientierung in einer unübersichtlich erscheinenden Lage. Um Strategien zur Stabilisierung und Bewältigung zu entwickeln, können auch weitere Gespräche stattfinden. Wenn eine Belastungssituation jedoch einer weiterführenden Behandlung bedarf, empfehlen wir niedergelassene Kollegen.

Darüber hinaus gibt es noch weitere Hilfsangebote?

Rotter: Ja, ergänzend zu unserem Mitte April aufgrund der Corona-Krise geschaffenen internen Unterstützungsangebot steht unserer  Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Rahmen der Stärkung der Betrieblichen Gesundheitsvorsorge des Klinikverbundes schon seit einiger Zeit ein telefonisch und via Live-Chat rund um die Uhr erreichbares Portal eines externen Dienstleisters als kompetenter und auch der Schweigepflicht unterliegender Ansprechpartner für die Psychosoziale Beratung zur Verfügung. So kann jeder Mitarbeiter für sich entscheiden, ob er lieber auf eine externe Stelle zurückgreifen oder einen Kollegen vor Ort, dessen Gesicht er vielleicht schon einmal gesehen oder mit dem er schon mal zusammengearbeitet hat, ansprechen möchte.

Warum ist die Psychosoziale Beratung gerade aktuell besonders wichtig?

Rotter: Die Corona-Pandemie betrifft uns alle in ganz unterschiedlichen Facetten, sie bedeutet für jeden von uns andere Herausforderungen. Aber auch, wenn jeder mit der Pandemie anders umgeht, also zum Beispiel vielleicht eher ängstlich ist oder aber eher zum Verdrängen neigt, kann auch jeder Mensch an die Grenze seiner Verarbeitungsmöglichkeiten kommen. Nicht unterschätzt werden darf auch, dass besondere Belastungen und anhaltender Stress zu zunehmender Erschöpfung bis hin zu einem Gefühl des Ausgebranntseins führen können, fatalerweise zumeist in der letzten Phase verbunden mit einer sehr unangenehmen Handlungs- und Arbeitsunfähigkeit.  Auf der anderen Seite können Menschen, die mit Extremsituationen - wie der bei uns glücklicherweise bisher noch nicht notwendigen Triage - konfrontiert werden, als eine Art interner Notfallreaktion in eine seelische Erstarrung kommen, ihre seelische Seite ausschalten. In beiden Fällen kann ein unterstützender Kontakt durch die Psychosoziale Beratung einer Chronifizierung oder anhaltenden Traumafolgen vorbeugen, beides sollte natürlich im Interesse der betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unbedingt vermieden werden.

Welche Themen und Fragen belasten Klinik-Mitarbeiter aktuell besonders?

Rotter: Wegen ganz unterschiedlicher Lebensrealitäten haben wir eine ganz große inhaltliche Bandbreite. Dazu gehört etwa die Frage nach ausreichender Schutzkleidung. Es gibt aber natürlich wie in allen Kliniken und Pflegeheimen auf der Welt unter dem Personal auch nachvollziehbare Ängste, sich mit Corona anzustecken oder andere mit dem Virus anzustecken. Belastend ist für viele auch die Ungewissheit darüber, wie lange der Ausnahmezustand noch andauern wird. Andere leiden unter den extremen Bedingungen, über Stunden in der Schutzkleidung zu arbeiten, verschwitzt und erschöpft zu sein und Kopfschmerzen zu haben. Zu den Sorgen am Arbeitsplatz kommen vielfach auch noch solche um die gerade gehäuften familiären Belastungen. Oder es tauchen Fragen auf wie diese: „Wie komme ich wieder runter? Wie kann ich wieder schlafen?“

Warum sollten Helfer in Krisensituationen rechtzeitig um Hilfe anfragen?

Rotter: Menschen in helfenden Berufen bemerken lange nicht, dass ihre Grenze schon längst überschritten ist. Vielleicht entwickeln sie sogar Scham oder haben Angst vor Stigmatisierung, schließlich gibt es noch viel zu viele Vorurteile gegenüber psychischen Symptomen und normalen Reaktion auf ein unnormales Ereignis. Helfer sind gewohnt, ihren Fokus auf andere zu richten, sie haben auch ein eigenes Selbstbild. Wir neigen dazu, für andere stark, professionell und belastbar zu sein. Gerade unter anhaltenden Stress verliert man aber leicht den Kontakt zu seinen Ressourcen und kann so in einen Teufelskreis schlittern. Wer sich rechtzeitig  Hilfe sucht und Gespräche mit fachkompetenten Ansprechpartnern führt, kann das Risiko erkennen und gegenzusteuern. Unser Angebot versteht sich damit als Schutzfaktor, um möglichst unbeschadet durch eine außergewöhnliche Zeit zu kommen. Davon profitieren übrigens auch unsere Patienten, denn ein stabiler Helfer ist auch aufnahmefähiger für seine Umwelt.

Ina Berwanger

Auf dem Bild stellvertretend für das Team die Diplompsychologin Andrea Rotter im persönlichen Gespräch.
Auf dem Bild stellvertretend für das Team die Diplompsychologin Andrea Rotter im persönlichen Gespräch.

Kliniken nur noch über Zugangskontrolle betretbar - allgemeines Besucherverbot

Vor dem Hintergrund der erhöhten Gefahr einer Weiterverbreitung des Corona-Virus durch nicht vertretbaren Publikumsverkehr, gilt für alle Standorte der Kliniken Südostbayern AG ein Besuchsverbot.
Nehmen Sie bitte telefonisch Kontakt zu Ihren stationären Angehörigen auf!
Ausnahmen können nach Rücksprache gemacht werden, für:
- Begleitperson in der Pädiatrie, ein Elternteil
- Versorgungs- und Betreuungsperson mit konkretem Patientenauftrag
- Angehöriger eines Palliativpatienten
- Schwangerenbegleitung und Väter bei der Niederkunft. Auf der Wochenstation keine Besuche mehr.

Die Zugänge für sämtliche Patienten und Besucher sind an allen Häusern der Kliniken Südostbayern AG nur noch über die ausgeschilderte Zugangskontrolle möglich.

Klinikum Traunstein: Zentrale Notaufnahme
Kreisklinik Trostberg: Notaufnahme
Kreisklinik Bad Reichenhall: Nebeneingang Riedelstraße
Kreisklinik Berchtesgaden: Haupteingang
Kreisklinik Freilassing: Eingang Nothilfe
Kreisklinik Ruhpolding: Liegendanfahrt

05.03.2020 - Klinikum Traunstein

Behelfszufahrt zum Interimshaupteingang des Klinikums für Publikumsverkehr gesperrt

Die Behelfszufahrt zum vorübergehend „neuen“ Haupteingang des Klinikums Traunstein während der Baumaßnahmen wird umgehend für PKW‘s gesperrt. In enger Abstimmung mit den Behörden ist dies die unvermeidbare Konsequenz unkontrollierten Zuparkens der Feuerwehrzufahrt und „wildes“ Parken im Gelände. Die Besucher und Patienten werden gebeten, das wieder freigegebene „alte“ Parkhaus zu nutzen. Diese Parkmöglichkeit ist in unmittelbarer Nähe des Haupteinganges und leicht erreichbar. Die Klinikleitung bittet aus Sicherheitsgründen um Verständnis. Für Fußgänger gilt die Wegeführung vom neuen Parkhaus wie vorgesehen weiter.

siehe Lageplan
29.02.2020 - Klinikum Traunstein

Leo - das Schaltjahresbaby

Ein Schalljahrbaby ist am 29. Februar 2020 im Traunsteiner Klinikum geboren worden: Der kleine Leo kam am Samstag um 4.02 Uhr zur Welt. Er wiegt 3390 Gramm und ist 52 Zentimeter groß. Die Eltern Yvonne und FabianWarfelmarm aus Marquartstein hatten eigentlich nicht damit gerechnet, dass es ein Schaltjahrbaby wird.

Er sollte schon früher kommen, zum 29. hin hatte er es aber dann doch noch eilig. Wie man es mit dem Geburtstaghält, weiß die stolze Mama noch nicht. Aber beiso einem besonderen Datum stehen einem ja zwei Tage zur Wahl, man könne auch an allen beiden feiern.

28.02.2020 - Klinikum Traunstein

Behandlung von Krebs befindet sich im Wandel

Aus der Vortragsreihe GesundheitAKTIV: Bei der Immuntherapie kann der Körper selbst mithelfen, den Krebs zu zerstören

Im Rahmen der Vortragsreihe „Gesundheit aktiv“ greifen Ärzte der Kliniken Südostbayern AG aktuelle Themen aus der Medizin auf, denn die medizinische Behandlung von Erkrankten ist in einen ständigen Fluss. Im Bildungszentrum für Gesundheitsberufe der Kliniken Südostbayern AG befasste sich Dr. Thomas Kubin, Chefarzt der Hämatologie, Onkologie und Palliativmedizin im Klinikum Traunstein, vor einer großen Zuhörerschaft mit dem hochaktuellen Thema „Immuntherapie in der Krebsbehandlung – wie der Körper selbst mithelfen kann, den Krebs zu zerstören“.
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Eingangs machte er deutlich, dass auf der einen Seite die Krebsneuerkrankungen immer weiter steigen, auf der anderen Seite die Sterberaten runtergehen, das heißt, die Überlebensrate wird höher. Aktuell überleben ca. 60 Prozent aller Patienten ihre Krebserkrankung dank der Fortschritte in der Medizin. Prävention könne durch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen geschehen, zusätzlich seien bis über 30 Prozent der Krebserkrankungen durch einen gesunden Lebensstil zu vermeiden. So sollte man sich täglich regelmäßig aktiv betätigen bzw. viel bewegen, im Idealfall dreimal sportliches Training in der Woche, nicht rauchen, wenig Alkohol trinken, für ausreichenden Sonnenschutz sorgen und sich gesund ernähren.

Als Säulen der Krebstherapie nannte Dr. Kubin die Chirurgie, die Strahlen- und Chemotherapie, die monoklonale Antikörpertherapie und seit wenigen Jahren neu dazugekommen die Immuntherapie. Dabei sei die Krebstherapie mit immer weniger Chemotherapie und klassischen Operationen und immer mehr minimalinvasive Eingriffen, Metastasenchirurgie, Antikörpertherapie, zielgerichteter Krebstherapie mit hochspezifischen Medikamenten und Immuntherapie im Wandel.

Tumore seien so schwer zu bekämpfen, weil der Krebs durch Veränderung der eigenen Körperzellen entstünde, so der Onkologe. Die Krebszellen seien den normalen Zellen sehr ähnlich. Bei der Immuntherapie gehe es darum, mit Hilfe der eigenen Abwehrkräfte die Krebserkrankung zu erkennen, zu bekämpfen und auszurotten. Seit 2013/2014 sei die moderne Immuntherapie mit Beeinflussung der Schaltstellen des Immunsystems in der Medizin erstmals eingeführt worden und oft letzte Hoffnung für Krebspatienten mit einer schlechten Prognose. Mittlerweile kommen diese Therapien aber immer mehr auch frühzeitig zum Einsatz, dann mit noch mehr Erfolg und auch in Kombination mit anderen Krebstherapien. Es werden teilweise Erfolge gesehen, die mit den bisherigen Krebstherapien undenkbar gewesen sind.

Die Medizin verstehe das gesamte Immunsystem noch nicht ganz, mache aber ständig Fortschritte. Die Tumorzelle schalte das Immunsystem an, aber auch wieder ab. Dies sei das Problem. Man komme hier gerade erst aus den Kinderschuhen heraus. Es gebe zahlreiche Einflussfaktoren für eine erfolgreiche Immuntherapie. Tumoren seien leider recht unterschiedlich, auch wenn sie unter dem Mikroskop gleich aussehen. Die Immuntherapie könne man neuerdings erfolgreich mit der Chemotherapie kombinieren. Dr. Kubin machte jedoch deutlich, dass die Immuntherapie nicht bei jedem Krebspatient wirkt und auch ernste Nebenwirkungen haben kann. Diese treten allerdings deutlich seltener als zum Beispiel bei einer Chemotherapie auf. Nebenwirkungen sollte man frühzeitig erkennen, um sie durch wohldosierte Unterdrückung der körpereigenen Abwehr wieder in den Griff zu bekommen.

In die Zukunft blickend meinte Dr. Kubin, die Immuntherapie sei bis auf weiteres nicht für alle Tumoren geeignet. Die Ansprechrate liege zwischen zehn und über 50 Prozent, Tendenz steigend. Sie sei trotz einiger Nebenwirkungen recht verträglich, aber sehr teuer. Eine Behandlung koste derzeit zwischen 65 000 und 100 000 Euro pro Jahr. Sie mache große Hoffnung, weil sie ein sehr großes Potenzial habe.

18.02.2020 - Klinikum Traunstein

Haupteingang des Klinikums Traunstein wird vorübergehend verlegt

Ab Rosenmontag tritt wegen Baumaßnamen die neue Wegführung für Patienten und Besucher in Kraft

Ab dem Rosenmontag wird der Haupteingang des Klinikums Traunstein wegen der in den kommenden Jahren geplanten Neu- und Umbaumaßnahmen an den Eingang bei der Krankenhauskapelle verlegt. Der Weg dorthin führt für Patienten und Besucher vom Ende der Fußgängerbrücke vom Parkhaus über den dann aufgelassenen Kurzzeitparkplatz vor der jetzigen Eingangshalle an der Bahnstrecke Traunstein-Trostberg zum neuen Haupteingang.
Als Ersatz für den aufgelassenen Kurzzeitparkplatz wird das Erdgeschoss des alten Parkdecks an der Jahnstraße für Kurzzeitbesucher wieder eröffnet. Von dort erreicht man den neuen Haupteingang über den Fußgängerübergang über die Bahnlinie Traunstein-Trostberg.
In der kommenden Woche soll in der Eingangshalle mit dem Ausräumen des Mobiliars, dem Herausnehmen der Fußböden, dem Abtrennen von Versorgungsleitungen wie Strom und Wasser usw. begonnen werden. Mitte März wird dann die Baustelle für das Bauvorhaben eingerichtet.
Nach dem Abriss der Eingangshalle wird die Baugrube ausgehoben. Eventuelle Altlasten werden entfernt. Voraussichtlich Ende August/Anfang September wird das neue Gebäude des Bauabschnitts 1 A, das anstelle der Eingangshalle entsteht, betoniert. Dort entstehen die neue Eingangshalle mit Information, Aufnahme, Cafeteria, Besprechungsräumen, Personalspeiseversorgung, Allgemeinpflegestationen, Physiotherapie und Ergotherapie.


17.02.2020 - Kreisklinik Trostberg

Am Coronavirus erkrankte Familie als geheilt entlassen

Die an COVID-19 (Coronavirus) erkrankte Familie, die in den letzten zwei Wochen in der Kreisklinik Trostberg behandelt und betreut wurde, konnte am Freitag geheilt und ohne Ansteckungsgefahr nach Hause entlassen werden. mehr...

Die Entlassung konnte nunmehr erfolgen, nachdem in vielen Kontrolluntersuchungen, entsprechend der Vorgaben des Robert Koch Institutes, kein Virus mehr nachgewiesen werden konnte.

Allen Familienmitgliedern geht es gesundheitlich bereits seit einigen Tagen gut, sind allerdings - insbesondere die Kinder – durch die Quarantänesituation psychisch stark belastet gewesen.

In diesem Zusammenhang bitten wir, auch auf ausdrücklichen Wunsch der Familie, die Medien um Respekt vor der Privatsphäre der Familie und zurückhaltende Berichterstattung. Bitte meiden Sie jegliche Form der Kontaktaufnahme.

Wir haben sehr großes Verständnis für dieses Anliegen der Familie, die sich nunmehr von den außerordentlichen Belastungen der letzten Woche erholen möchte.

Von Seiten aller Beteiligten der Klinik wünschen wir der Familie alles Gute und eine möglichst rasche Erholung von den Strapazen der letzten Wochen.

Zudem möchten wir an dieser Stelle dem pflegerischen und ärztlichen Team der Kreisklinik Trostberg, den Mitarbeiter der Krankenhaus-Hygiene wie auch allen weiteren direkt und indirekt Beteiligen ausdrücklich für das große Engagement und die hochprofessionelle Patientenversorgung unter herausfordernden Isolationsbedingungen danken. Gleichzeitig wurde der weitere laufende Klinikbetrieb ungestört und ohne Beeinträchtigungen gewährleistet, auch dies haben alle Mitarbeiter ermöglicht.

 

Prof. Dr. T. Glück                            Dr. Stefan Paech

Chefarzt                                           Medizinischer Direktor

13.02.2020 - Kreisklinik Trostberg

Akutgeriatrische Station eröffnet

Zunehmender Bedeutung der Altersmedizin Rechnung tragen

Am 1. Februar wurde in der Kreisklinik Trostberg eine Akutgeriatrische Station eröffnet. Unser Foto zeigt von links den Leitenden Oberarzt der Akutgeriatrischen Station, Michael Lehmann, den Leitenden Oberarzt der Inneren Abteilung, Dr. Hubert Pilgram, Stationsleitung Sabrina Reislhuber und den Chefarzt der Inneren Abteilung, Prof. Dr. Thomas Glück.
Am 1. Februar wurde in der Kreisklinik Trostberg eine Akutgeriatrische Station eröffnet. Unser Foto zeigt von links den Leitenden Oberarzt der Akutgeriatrischen Station, Michael Lehmann, den Leitenden Oberarzt der Inneren Abteilung, Dr. Hubert Pilgram, Stationsleitung Sabrina Reislhuber und den Chefarzt der Inneren Abteilung, Prof. Dr. Thomas Glück.

Als sinnvolle Ergänzung zu der seit über zehn Jahren bestehenden Geriatrischen Rehabilitation und als zukunftsweisende Erweiterung der medizinischen Versorgung im nördlichen Landkreis Traunstein hat die Kliniken Südostbayern AG am 1. Februar in der Kreisklinik Trostberg eine Akutgeriatrische Station eröffnet. Die neue Station umfasst zunächst 20 Betten. Die Stelle des Leitenden Oberarztes für diesen Bereich wurde dem Geriater Michael Lehmann übertragen, der sich freut, die Akutgeriatrie mit aufzubauen. Dies geschieht unter Leitung von Dr. Herbert Bruckmayer in der internistischen Abteilung von Chefarzt Prof. Dr. Thomas Glück. mehr...

Behandelt werden ältere, mehrfach erkrankte (multimorbide) Patienten mit akuten Erkrankungen vorwiegend aus dem Bereich der Inneren Medizin oder der Unfallchirurgie unter Berücksichtigung geriatrischer Besonderheiten, wie zum Beispiel Lungenentzündung, Herzschwäche oder Schenkelhalsfraktur. Von den Krankenkassen sind für eine Behandlung in der Akutgeriatrie allerdings strenge Kriterien vorgegeben.


„Die zunehmende Bedeutung der Altersmedizin (Geriatrie) resultiert nicht nur aus der bekannten demografischen Entwicklung. In der heutigen Zeit ist jeder Einzelne früher oder später persönlich gefordert, sein Verhältnis zum Alter zu klären", meint Geriater Lehmann. Es stellten sich die unterschiedlichsten Fragen: Wie gestalte ich die Beziehung zu meinen Eltern oder anderen älteren Menschen in meiner Umgebung? Wie gehe ich mit der Tatsache um, dass ich selbst älter werde? Welche Werte möchte ich im Alter leben? Mit all diesen Fragen beschäftige er sich und sei überzeugt, dass die Geriatrie sowohl durch persönliche, individuell gestaltete Hilfe für den Einzelnen als auch gesellschaftlich einen wichtigen Beitrag zur Beantwortung dieser Fragen und zur Bewältigung der spezifischen Probleme im Alter leisten könne. Speziell gelte dies für die Akutgeriatrie, wenn im Rahmen einer schweren akuten Erkrankung für die älteren Patienten plötzlich viele existentielle Probleme auftauchen.
Im Rahmen der akutgeriatrischen Behandlung verfolgt das Team den Ansatz, ein möglichst umfassendes Bild des älteren Patienten zu gewinnen und so die Behandlung für jeden individuell anzupassen, so der Leitende Oberarzt. Dabei spiele die fachübergreifende Teamarbeit eine wichtige Rolle. Als Grundlage hierfür sieht Lehmann eine offene und wertschätzende Kommunikation in einem gut geschulten Team, in dem sich außer dem Geriater Unfallchirurgen, Internisten, speziell in Geriatrie qualifizierte Pflegekräfte, Physiotherapeuten, Sozialarbeiter, Ergotherapeuten, Logopäden und Psychotherapeuten um die Genesung der betagten Patienten kümmern.

13.01.2020

Kleines Organ groß im Fokus

„Schilddrüsentag“ an der Kreisklinik Bad Reichenhall bot vielfältige Informationen

Anschaulich wurde die Schilddrüse von Dr. Deuble mit dem Ultraschall erklärt
Anschaulich wurde die Schilddrüse von Dr. Deuble mit dem Ultraschall erklärt

Ganz im Zeichen der Schilddrüse stand die Eingangshalle der Kreisklinik Bad Reichenhall bei der diesjährigen Auftaktveranstaltung von „Gesundheit Aktiv“. Die wegen ihres großen Erfolgs auf die Standorte Berchtesgaden, Traunstein und Trostberg ausgeweitete Vortragsreihe der Kliniken Südostbayern AG startete in ihrem dritten Jahr in Reichenhall mit einem „Schilddrüsentag“. Das passte gut, denn Dr. Joachim Deuble, Leiter des Schilddrüsenzentrums Trostberg, bietet hier seit Oktober 2019 donnerstagvormittags eine „Schilddrüsen-Sprechstunde“ an. mehr...

Der Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie der Kreisklinik Trostberg war auch Initiator des Schilddrüsentages in Bad Reichenhall. Nicht nur zur an diesem Tag im Klinik-Foyer angebotenen Ultraschalluntersuchungen der Schilddrüse und am überdimensionalen Schilddrüsenmodell waren er sowie Jürgen Diener, Chefarzt der konventionellen und diagnostischen Nuklearmedizin am Klinikum Traunstein, und Privatdozent Dr. Stephan Scharla, Facharzt für Innere Medizin und Endokrinologie in Bad Reichenhall, sehr gefragt bei der gut besuchten Veranstaltung. Kein Wunder, erleidet in Deutschland doch jeder dritte Mensch im Laufe seines Lebens Veränderungen an der Schilddrüse. Dr. Scharla erklärte zum Auftakt seines Vortrages mit grundsätzlichen Informationen rund um die Schilddrüse die immense Bedeutung der nur etwa schmetterlingsgroßen Drüse. Diese innere Drüse produziere für den Stoffwechsel wichtige Hormone. Diese Hormone würden auf Herzaktivität und Blutdruck wirken, unter anderem auch auf die Insulinproduktion, die Aktivität des Gehirns, die Psyche, den Aufbau der Muskeln, die Verdauung und das Wachstum von Kindern.

Käme es zu hormonellen Fehlfunktionen wie einer Schilddrüsenüberfunktion oder –unterfunktion oder würde sich die Schilddrüse in Größe und Beschaffenheit verändern, zum Beispiel größer werden oder Knoten und Tumore bilden, könne dies also zu vielfältigen Folgen im Körper führen. „Zu einem Kropf kommt es durch Jodmangel“, erklärte Dr. Scharla. Trotz der Jodierung des Speisesalzes sei eine Kropfbildung bei jungen Menschen heute wieder ein Thema, denn Fertiggerichte würden ohne dieses für die Schilddrüse wertvolle Salz hergestellt, warnte der Endokrinologe. „Kröpfe gehen oft auch mit Knoten einher, zum Glück sind diese aber selten bösartig“, sagte der Hormonspezialist. „Die Differenzierung erfolgt mittels Ultraschall.“ Eine Kontrolle der Schilddrüse empfahl der niedergelassene Arzt älteren Menschen. Denn von Müdigkeit bis Gehirnleistungsstörungen reichten „Erscheinungen, die man auch auf das Alter beziehen kann“, welche aber auch die im Alter häufiger vorkommende Schilddrüsenunterfunktion kennzeichnen würden.

Ob Über- oder Unterfunktion, die Autoimmunerkrankung der Schilddrüse Morbus Basedow oder Hashimoto Thyreoiditis oder, in einem Prozent der Fälle, ein Karzinom: Diagnose und Therapie von Schilddrüsenerkrankungen sind heute so vielfältig wie erfolgreich, dies machten beim Patiententag auch die Ausführungen von Jürgen Diener klar. Der Nuklearmediziner , der mit Dr. Deuble beim Schilddrüsenzentrum Trostberg Hand in Hand arbeitet, erläuterte den Besuchern des Schilddrüsentages, dass Diagnose- und Therapieverfahren wie die Feinnadelpunktion zur Erforschung so genannter kalter, also nicht hormonbildender Knoten oder die zum Beispiel bei heißen Knoten oder Morbus Basedow zum Einsatz kommende Radiojodtherapie. Die Szintigrafie könne durch die Gabe einer geringen Menge an radioaktiver Substanz die Funktion der Schilddrüse und die heißen und kalten Knoten darstellen. „Eine sehr gute Aussagekraft, dass ein Knoten nicht bösartig ist, hat die Mibi-Szintigraphie“, so Diener. Bei der Diagnostik der Schilddrüse sei zunächst grundsätzlich die Sonografie die Leitmethode, mit ihr könne ein Knoten auch im Verlauf kontrolliert werden.

Dass Knoten beobachtet werden sollten, riet Dr. Joachim Deuble. Der bei der operativen Behandlung von Erkrankungen der Schilddrüse und der Nebenschilddrüse sehr erfahrene Chirurg will den Patienten im Schilddrüsenzentrum eine heimatnahe, sichere Versorgung auf Großstadtniveau anbieten, wenn sie bösartige Veränderungen an der Schilddrüse haben, die medikamentöse Therapie nicht ausreichend greift oder die Struma zu Schluck- oder gar Atembeschwerden führt. Durch den Einsatz von Lupenbrillen und eine akustische Darstellung des - direkt bei der Schilddrüse situierten Stimmbandnervs werde dieser während eines operativen Eingriffs maximal geschützt. Zudem vermeide „eine schonende, subtile Operationstechnik“ eine Unterfunktion als Folge einer möglichen Verletzung der Nebenschilddrüsen. „Wir operieren nur, wenn es absolut notwendig ist“, betonte Dr. Deuble. „Das Wichtigste, das Sie mitnehmen sollten: Keine Zelle im Körper funktioniert ohne Schilddrüsenhormone“, gab er seinem aufmerksamen Publikum mit auf den Heimweg.

Ina Berwanger

02.01.2020 - Klinikum Traunstein

Livan Salem Bessi war das erste Neujahrsbaby im Klinikum Traunstein

Um 6.59 Uhr erblickte mit Livan Salem Bessi in der Frauenklinik von Chefarzt Dr. Christian Schindlbeck gestern im Klinikum Traunstein als erstes Baby im neuen Jahr das Licht der Welt. Der kleine Bub wog bei der Geburt 3770 Gramm und erfreut sich bester Gesundheit. Sehr zur Freude von Mutter Asia Jugi Ali und Vater Kovan Salim Basi. Für sie ist der neue Erdenbürger bereits das dritte Kind. Die Familie stammt ursprünglich aus dem Irak und wohnt jetzt in Traunstein-Kammer.

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