Unser Gesundheitsthema

Der Cholesterinspiegel unter der Lupe

Der Cholesterinspiegel hat vielfältige Auswirkungen auf die Gesundheit von Herz und Nieren

Zum „Tag des Cholesterins“  Prof. Dr. Carsten Böger, Chefarzt Nephrologie, Diabetologie und Rheumatologie am Klinikum Traunstein, und Prof. Dr. Michael Lehrke, Chefarzt Kardiologie am Klinikum Traunstein und an der Kreisklinik Bad Reichenhall, erläutern die Bedeutung des Cholesterinspiegels für die Gesundheit von Herz und Nieren.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen stellen in Deutschland weiterhin die Haupt-Todesursache dar. So kann beispielsweise eine unerkannte und unbehandelte koronare Herzerkrankung einhergehen mit Durchblutungsstörungen des Herzens, mit akutem Herzinfarkt, mit Herzschwäche und mit bösartigen Rhythmusstörungen bis hin zum plötzlichen Herztod. Neben Bluthochdruck, Zuckerkrankheit, Rauchen, Bewegungsmangel und Übergewicht stellen hohe Blutfett-Werte einen bedeutsamen Risikofaktor für die Entstehung einer koronaren Herzerkrankung dar. Durch ein frühzeitiges Erkennen und eine (medikamentöse) Senkung der Blutfette kann das Risiko nachweislich gesenkt werden.

Welche Blutfette gibt es und welche Auswirkungen haben sie?

Es lassen sich zwei Arten von Blutfetten unterscheiden, Triglyzeride und Cholesterin:

Triglyzeride ermöglichen dem menschlichen Körper, Energie in Form von Fettgewebe zu speichern. Triglyzeride werden entweder aus fettreicher Nahrung direkt aufgenommen oder aus überschüssigen Kalorien umgewandelt. Dies erklärt, warum eine Umstellung der Ernährung oder vermehrte körperliche Aktivität einen großen Einfluss auf die Höhe der Triglyzeride im Blut hat.

Cholesterin wird im Körper für die Bildung von Hormonen, Vitaminen und wichtigen Zellbestandteilen benötigt. Cholesterin wird in der Regel nur zu einem geringen Teil aus der Nahrung aufgenommen, hauptsächlich jedoch im Körper selber gebildet, z. B. in der Leber. Bei einer sogenannten „familiären Hypercholesterinämie“ liegt eine Fehlregulation dieser Cholesterinbildung vor, so dass bei den Betroffenen z. T. sehr hohe Cholesterinspiegel im Blut gemessen werden.

Warum ist es wichtig, den Cholesterinspiegel zu kennen?

Ist der Cholesterinspiegel im Blut zu hoch, kommt es zu Ablagerungen des Cholesterins in die Gefäßwand. Wenn sich über die Jahre zu viel Cholesterin in den Gefäßen ansammelt, entstehen Verkalkungen und Verengungen, welche die Blutversorgung einschränken. Sind Herzkranzgefäße betroffen, dann droht ein Herzinfarkt, sind die Gefäße des Kopfes betroffen, ein Schlaganfall. Erfreulicherweise konnten viele Studien nachweisen, dass sich durch medikamentöse Senkung des Cholesterins das Risiko für die Entstehung eines Herzinfarktes, Schlaganfalls und das Risiko für einen Herztod deutlich verringern lässt. Dies gilt sowohl für das Vorbeugen der Entstehung von Gefäßverkalkungen (Primärprävention), als auch für das Aufhalten bereits bestehender, atherosklerotischer Gefäßveränderungen (Sekundärprävention).

Wie hoch darf der Cholesterinwert sein?

Der Cholesterin-Zielwert sollte individuell festgelegt werden. Wichtig für das Risiko von Herzerkrankungen ist die Untergruppe des LDL-Cholesterins, da dieses für den Transport von Cholesterin zu den Gefäßen verantwortlich ist. Insbesondere, wenn bereits eine koronare Herzerkrankung bekannt ist, sollte das LDL-Cholesterin unter 55 mg/dl liegen bzw. um mindestens 50 % vom Ausgangswert gesenkt werden. Dies gilt ebenso für Patientinnen und Patienten mit einem sehr hohen Risiko für die Entwicklung einer koronaren Herzerkrankung, wie z. B. Betroffene mit einer langjährigen Zuckerkrankheit oder Nierenschwäche.

Wie senke ich mein Cholesterin?

Grundlage für die Herzgesundheit stellt ein gesunder Lebensstil mit mediterraner Ernährung, Verzicht auf Nikotin, Alkohol und tierische Fette sowie regelmäßige körperliche Aktivität dar. Da ein Großteil des Cholesterins im Körper selber produziert wird, ist in der Regel eine begleitende medikamentöse Therapie unverzichtbar. Es existieren mittlerweile viele medikamentöse Therapieoptionen, die auch in Kombination angewendet werden können, so dass individuell die bestmögliche Option in Hinblick auf Verträglichkeit und Effektivität gewählt werden kann.

Wie niedrig darf mein Cholesterin sein?

Je niedriger der Cholesterinspiegel, desto niedriger ist das Risiko für die Entstehung von Gefäßverkalkungen. Andererseits wird Cholesterin für wichtige Zellfunktionen benötigt. Dies wirft die Frage auf, ob zu niedrige Cholesterinwerte auch schädlich sein können. Erfreulicherweise konnten in Studien bisher keine negativen Folgen einer Cholesterin-senkenden Therapie nachgewiesen werden.

An wen sollte ich mich wenden?

Für die Beurteilung des Herzinfarktrisikos ist der Hausarzt oder die Hausärztin die richtige Adresse. Diese können Blutdruck, Cholesterin und Blutzucker messen, hierüber das individuelle Risiko abschätzen und mögliche Therapieoptionen besprechen.

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