Klinikum Traunstein

Vaskuläre Erkrankungen und Gefäßmissbildungen des Gehirns und Rückenmarks

Neurochirurgie

(Aneurysmen, Arteriovenöse Malformationen (Angiome), Cavernome, Durale arteriovenöse Fisteln und verschiedene vaskuläre Kompressionssyndrome (zB. Trigeminusneuralgie) unter Einsatz von intraoperativer Fluoreszenzangiographie (ICG)) 

Aneurysmen

Krankhafte Aussackung eines Blutgefäßes

Ein Aneurysma entwickelt sich aus einer Gefäßwandschwäche, die meistens schon seit der Geburt angelegt ist und sich mit der Zeit zu einer Gefäßerweiterung oder Aussackung umwandelt. Die bevorzugte Lokalisation der Aneurysmen befindet sich im Bereich der Arterien in der Schädelbasis.

Die Videoanimation zeigt die operative Ausschaltung des Aneurysmasacks mittels Clipping sowie die radiologische Darstellung dieses Aneurysmas im Bereich der Arteria carotis interna rechts, das zu einer ausgeprägten Subarachnoidalblutung geführt hat. Die roten Pfeile zeigen den Aneurysmasack, die blauen Pfeile die Blutverteilung im Bereich der Schädelbasis.

Zur Vermeidung eine Ruptur des Aneurysma mit folgenden wie bei Subarachnoidalblutungen beschriebenen Komplikationen, wird heute häufig eine rechtzeitige Behandlung durch endovaskuläre oder offene, operative Verfahren (offener Verschluss) empfohlen.

Aneurysmen, die ein zusätzliches raumforderndes intracerebrales Hämatom verursachen, werden hauptsächlich operativ behandelt. In der nächsten Videoanimation werden drei Patienten mit einer großen intracerebralen Blutung gezeigt. Bei den Patienten war ein Riesen-Aneurysma der Arteria cerebri media die Ursache der Blutung. Die roten Pfeile zeigen die Aneurysmasäcke, die blauen Pfeile die Blutverteilung im intracerebralen Bereich.
Aufgrund der großen Konfiguration des Aneurysmas (Fall 2 ohne Hals) war eine zusätzliche Gefäßrekonstruktion durch den Einsatz von mehreren Aneurysmaclips erforderlich. Die postoperativen radiologischen Kontrollen zeigen die operative Entlastung der Blutungen und eine gute Gefäßrekonstruktion im Bereich der angesetzten Clips mit Durchgängigkeit der distalen arteriellen Äste bei vollständiger Aneurysmaausschaltung. (siehe Animation).

In unserer Abteilung wird nach individueller Einschätzung der Patientenrisiken (z.B. Alter des Patienten, begleitende sekundäre Erkrankungen sowie Charakteristika des Aneurysmas (Größe, Lokalisation und Konfiguration) eine rasche Vorstellung der Bilder bei verschiedenen Kooperationspartnern von den Fällen, die einen eventuellen Profit für endovaskuläre Behandlungen ausweisen.

Auch nicht rupturierte, distale, große Aneurysmen können von einem operativen Verschluss durch Clipping profitieren. Folgende Videoanimation zeigt die radiologische Darstellung eines solchen Aneurysmas (rote Pfeile) und im Anschluss das operative Verfahren durch Clipping-Verschluss des Aneurysmahalses im Bereich der Arteria pericallosa. (siehe Animation).

Die Durchgängigkeit des aneurysmatragenden Gefäßes nach Einsatz der Clips kann heute auch intraoperativ kontrolliert werden. Dazu wird ein Mikroskop mit entsprechendem Fluoreszenzfilter und die intraoperative intravenöse Gabe von Indocyaningrün benötigt. Die nächste Videoanimation zeigt die radiologische (rote Pfeile) und operative Darstellung eines rupturierten Aneurysmas der Arteria communicans anterior, das mit zwei Clips ausgeschaltet wird. Der anschließende Einsatz eines Fluoreszenzfilters in das Mikroskop erlaubt uns die Durchgängigkeit aller Gefäße in der Umgebung nachzuprüfen. (siehe Animation).

Arteriovenöse Malformationen (AVM)

Angeborene Gefäßfehlbildungen

Arteriovenöse Malformationen (AVM) sind bezüglich ihrer Behandlung, auch genauso wie Aneurysmen, multidisziplinär zu betrachten. Unter einer AVM ist eine angeborene Fehlbildung der Blutgefäße, bei der Arterien direkt mit Venen verbunden sind, ohne dazwischenliegende Kapillaren zu verstehen. AVM gehören zu den Gefäßanomalien.

Das Kavernom ist eine Gefäßmissbildung und kann im zentralen Nervensystem, also im Gehirn und Rückenmark vorkommen. Kavernome werden nicht selten als Zufallsfund, zum Beispiel im Rahmen einer Magnetresonanztomographie (MRT), gefunden. Sie können auch durch Blutungen oder durch neurologische Ausfallserscheinungen (epileptische Anfälle, Lähmungen, Sinnesstörungen etc.) auffällig werden. Wichtigste Komplikation ist dabei die Hirnblutung. Für die Blutungswahrscheinlichkeit gibt es keine zuverlässigen Daten.
 
Histologisch bestehen Kavernome aus mittel- bis großlumigen, pathologischen Blutgefäßen. Im Gegensatz zu arteriovenösen Malformationen ist weder eine arterielle noch eine venöse Differenzierung nachweisbar. In der Umgebung finden sich häufig Ablagerungen von Blutabbauprodukten als Hinweis auf ältere Einblutungen. Insbesondere, je nach Lokalisation, Blutungsrisiko oder bei schwer kontrollierbaren epileptischen Anfällen werden Kavernome durch eine Operation entfernt (siehe Animation). 

Neurovaskuläre Kompressionen - Therapie

Krankhafte Kontakte zwischen Arterien und Hirnnerven

Die Mikrovaskuläre Dekompression (Operation nach Jannetta) ist ein neurochirurgischer Eingriff, bei dem krankhafte Kontakte zwischen Arterien und Hirnnerven in der hinteren Schädelgrube beseitigt werden. Sie umfasst die Öffnung des Schädels, die Identifikation der pathologischen Gefäß-Nervenkontakte und deren Beseitigung durch Dazwischenlegen eines Polsters (mittels Muskelgewebe oder kleiner Schwämmchen aus Teflon).

Durch direkten Druck (gefäßbedingte Kompression) und die Pulsation der Arterien kommt es zu einer Schädigung der Isolationsschichten der Nervenfasern und damit zur direkten Reizung der Nervenfasern. Durch den Schaden kann es zum Überspringen elektrischer Impulse zwischen verschiedenen Fasern kommen. Meistens ist den N. trigeminus betroffen, was zu heftigen Schmerzen, der  sogenannten Trigeminusneuralgie führt. Im Falle des Ohrnervs ist das führende Symptom häufig ein Tinnitus (Ohrensausen) manchmal mit Schwindelattacken. Im Falle des N. facialis kann zu einem einseitigen Gesichtskrampf kommen. Solche Erkrankungen werden als mikrovaskuläre Kompressionssyndrome zusammengefasst.

Die Videoanimation zeigt ein Beispiel für eine Neurovaskuläre Kompression, bei der eine Arterie die Funktion eines Nerves beeinträchtig. Es war die mikrochirurgische Trennung von beider Strukturen mit Ablösung von der arachnoidalen Befestigung notwendig (siehe Animation).

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