Klinikum Traunstein

Schädelbasistumoren (insbes. Meningeome, Akustikusneurinome und Metastasen)

Neurochirurgie

Meningiome

Meningiome sind abgekapselte, rundliche, weißfarbige Tumore von prallelastischer und derber Konsistenz. Sie wachsen fest an der Dura (hirndeckende Membran) und komprimieren die angrenzenden Hirnstrukturen. Häufig kommen Dura- und/ oder Knocheninfiltrationen sowie intratumorale Verkalkungen vor.

Im folgenden Beispiel zeigten sich nur rezidivierende Kopfschmerzen und kaum Symptome, bis ein Krampanfall auftrat. Die kerspintomographischen und angiographischen Bilder stellten ein Riesenmeningeom im Bereich des Schädelbasis mit massiver Hirnverdrängung vor. Es folgten  Sprachstörungen und eine post-ictus auftretende Hemisymptomatik (Lähmung), welche sich mehrere Wochen nach vollständiger mikrochirurgischer Ausräumung des Riesentumor erfreulicherweiße wieder komplett zurückbildeten (siehe Animation).

Akustikusneurinome

Ein Akustikusneurinom, auch Vestibularischwannom genannt, ist ein gutartiger Tumor, der von den Hör- und Gleichgewichtsnerven ausgeht. Kleine Tumoren sind im inneren Gehörgang, größere wachsen Intrakraniell (im Schädel gelegen). Die häufigsten klinische Symptome eines Akustikusneurinoms sind Hörminderung, Ohrgeräusche, Gleichgewichtsstörungen bis hin zu Schwindelanfällen. Seltener können Kopfschmerzen, Gesichtstaubheit, Übelkeit und Erbrechen oder eine Gesichtlähmung auftreten.

Eine endgültige sichere Diagnose liefert die histologische Untersuchung von Tumormaterial unter dem Mikroskop. Eine auffällige Hörminderung wird durch ein Tonaudiogramm untersucht und festgestellt. Eine Magnetresonanztomografie (MRT) des Schädels mit und ohne Kontrastmittel kann mit ausreichender Sicherheit ein Akustikusneurinom darstellen.

Therapie eines Akustikusneurinoms
Die Wahl der einzuleitenden Therapie hängt maßgeblich von der Tumorgröße, dem Wachstumsverhalten, dem Alter und dem Allgemeinzustand des Patienten ab. In Zusammenarbeit mit der strahlenterapeutischen Abteilung ist immer zusätzlich die Möglichkeit einer gezielten radiochirurgischen Behandlung zu prüfen. Mikrochirurgisch können Akustikusneurinome über verschiedene Zugangswege, auch in Kooperation mit den Spezialisten der Hals-Nasen-Ohrenheilkunde entfernt werden. Die Wahl des Zugangsweges hängt von der Tumorgröße, dem Grad der Gehörschädigung und der Zahl, der von dem Tumor beeinträchtigen Strukturen ab.

Im folgenden dargestellten Beispiel hatte die Patientin eine etablierte Hörschaden und eine initial drohende Tumor (rote Pfeilen) Kompression von benachbarten Hirnstrukturen, was eine Suboccipitalen retroaurikulären Zugang notwendig machte. Rechts die OP Lagerung und das intraoperative Monitoring von Hirnnerven (siehe Animation mit Video).

Metastasen

Als Hirnmetastase bzw. Schädelbasismetastase wird eine Absiedlung von Krebszellen in das Hirngewebe oder an dem Schädelbasisstrukturen mit Beeinträchtigung der benachbarten anatomischen Gewebe bezeichnet. Diesen Krebszellen sind von bösartigen Tumoren außerhalb des Gehirns ausgegangen.

Häufige Ausgangstumore sind Lungenkrebs, Brustkrebs, Nierenzellkarzinom und bösartiges Melanom. Hirnmetastasen können sich unter anderem durch Kopfschmerzen, neurologische Ausfallerscheinungen, Krampfanfälle und Wesensveränderungen bemerkbar machen.

Therapiemöglichkeiten
Ihre Behandlung und Heilungsaussichten erfordern häufig die Zusammenarbeit verschiedenster Fachdisziplinen. In abteilungsübergreifenden Tumorkonferenzen werden einzelne oder kombinierte Behandlungsoptionen der Mikrochirurgie, der Strahlentherapie und der Chemotherapie ausführlich diskutiert.

Abhängig von der Anzahl und der Lokalisation der Läsionen, des Tumorursprungs sowie des klinischen Zustands (Karnovsky) des Patienten ist häufig eine primäre mikrochirurgische operative Entfernung möglich. Die zwei folgenden Beispiele demonstrieren wie nach Bedarf, die Behandlung Kombinationsreihe nach Prognose und Dringlichkeit bedarf der Tumor Beseitigung, mehrmals geändert werden kann.

Der erste dargestellte Fall ist ein Beispiel für eine kombinierte chirurgische und chemotherapeutische Behandlung einer Metasase eines Hautmelanoms. Die Kernspintomographie bestätigte den Befall von mehreren Hirnnerven.

Die Annimation zeigt:
Der im Bereich des Sinus Kavernosus (Große Vene die der Blutabfluss in Schädelbasis Regeln) dargestellte Tumor (Pfeile) sollte histologisch gesichert werden. Außerdem die betroffenen Hirnerven und das venösen System sollten schnell, soweit wie möglich, entlastet werden. Die Mikrochirurgische weitgehende Ausräumung wurde durch eine Stereotaktische Strahltherapie und erneute Chemotherapie vervollständig (siehe Animation).

Der zweite dargestellte Fall ist ein Beispiel einer kombinierten Radio-chemotherapeutischen/chirurgischen Behandlung von mehreren Hirnmetastasen. Als Folge des Mammakarzinommetastase trat eine akute Halbseitenlähmung des linken Hemikörpers und Schläfrigkeit auf.

Die Bilder zeigen eine Intracerebrale/Intratumorale Blutung. Die Mikrochirurgische Ausräumung der Läsion ermöglicht eine Rückbildung der Symptome sowie die Beseitigung des Tumors. Im Anschluss kann mit der Chemotherapie weiter behandelt werden. Die Animation zeigt präoperative Bilder mit Tumordarstellung durch Kontrastmittel und den Zustand nach Resektion. 

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