Kliniken Südostbayern AG

Pressemeldungen 2016

27.12.2016 - Kliniken Südostbayern

„Die Sprengkraft von Böllern nicht unterschätzen“

Traunsteiner Notfallärzte mahnen zum achtsamen Umgang mit Feuerwerkskörpern

Ab dem 29.12. ist der Verkauf von Silvesterfeuerwerk wieder erlaubt. Auch in diesem Jahr wird es an Silvester wieder kräftig knallen, zischen und krachen, wenn unzählige Knallkörper explodieren und Raketen gen Himmel aufsteigen werden, um das neue Jahr zu begrüßen. Der Chefarzt der Unfallchirurgie und Orthopädische Chirurgie, Zentrum für Hand- und Wirbelsäulenchirurgie, Prof. Dr. Rupert Ketterl, und der Chefarzt der Zentralen Notaufnahmen, Jens Sudmann, aus dem Klinikum Traunstein, mahnen aber zur Vorsicht und warnen in diesem Zusammenhang vor einem sorglosen und unsachgemäßen Umgang von Feuerwerkskörpern. mehr...

Schwere Verbrennungen, verstümmelte Hände oder sogar abgerissene Finger können die Folgen von unsachgemäßem Umgang mit Silvesterfeuerwerk sein. Jedes Jahr behandeln die Teams in den Notaufnahmen der Kliniken in der Silvesternacht und Neujahr regelmäßig zahlreiche und oft schwere Brand- und Explosionsverletzungen im Gesicht und an den Händen. „So schön wie Silvesterfeuerwerk auch ist, die Sprengkraft von Knallkörpern sollte niemand unterschätzen. Böller sind Sprengstoff und ihre Wirkung kann daher entsprechend verheerend sein, wenn sie in der Hand explodieren“, warnt der Chefarzt der Unfallchirurgie Prof. Dr. Rupert Ketterl. „Wir haben bereits einige Male Patienten behandeln müssen, bei denen die Explosion eines handelsüblichen Böllers zu schwersten Verletzungen geführt hatte“, erzählt der Chefarzt. Der Unfallchirurg appelliert deshalb dringend, die Sicherheitshinweise auf den Verpackungen zu beachten und vor allem die Hände von Böllern zu lassen, die nicht in Deutschland zugelassen sind.

Der Chefarzt der Zentralen Notaufnahme, Jens Sudmann, warnt aber nicht nur vor den Gefahren von Böllern. „Auch Feuerwerk der Klasse I kann schwere erhebliche Verletzungen verursachen“, sagt der erfahrene Notarzt. So kann sich vor allem auch die Kleidung an Tischfeuerwerken, an Wunderkerzen und Leuchtfeuern entzünden, so Jens Sudmann.
Ein fröhlicher Silvesterabend soll nicht wegen leichtsinnigen Hantierens mit Knallkörpern aller Art in der Notaufnahme enden. Um das neue Jahr gesund und unverletzt zu starten, raten daher die beiden Mediziner einige grundlegende Regeln zu beachten:

  • Knallkörper der Klasse II gehören nicht in die Hände von Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren.
  • Kinder sollten Feuerwerk der Klasse I nur unter Aufsicht von Erwachsenen abbrennen.
  • Verwenden Sie ausschließlich geprüfte Feuerwerkskörper mit behördlicher Zulassung! Die Sicherheitshinweise auf den Verpackungen sind in jedem Fall zu beachten!
  • Feuerwerkskörper niemals am Körper tragen. Böller gehören nicht in Jacken und Hosentaschen!
  • Zielen Sie niemals mit Raketen und Böllern auf Menschen!
  • Feuerwerkskörper nicht in der Nähe von Krankenhäusern, Pflegeheimen zünden.
  • Entfernen Sie sich ausreichend und unverzüglich, nachdem Sie einen Feuerwerkskörper entzündet haben. Sorgen Sie für einen sicheren Stand, so dass Sie nicht stürzen, wenn Sie sich entfernen möchten!
  • Kleine Kinder und alkoholisierte Personen sollten keine Feuerwerkskörper entzünden!
  • Lassen Sie Blindgänger am Boden liegen, bis sie vollständig ausgekühlt sind und zünden Sie diese nicht erneut an! Das gilt auch für gefundene Feuerswerksartikel in den ersten Januartagen! Achten Sie auf Kinder.

Sollte es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen dennoch zu einem Zwischenfall kommen, wenden Sie sich bei Notfällen an den Rettungsdienst unter der Notrufnummer 112 und erschweren Sie diesem nicht die Anfahrt.

Beim Zünden von Feuerwerkskörpern sollte man höchste Vorsicht walten lassen, raten die Mediziner Prof. Rupert Ketterl (kl. Bild unten) und Jens Sudmann.
Beim Zünden von Feuerwerkskörpern sollte man höchste Vorsicht walten lassen, raten die Mediziner Prof. Rupert Ketterl (kl. Bild unten) und Jens Sudmann.
13.12.2016 - Kliniken Südostbayern

Medizinischer Nachwuchs in der Region soll gefördert werden

Kliniken Südostbayern vergebens erstmals Stipendien für angehende Ärzte

Ihre Förderung des medizinischen Nachwuchses weitet die Kliniken Südostbayern AG um ein neues Angebot aus: Mit der Vergabe von Klinikstipendien für Studierende der Humanmedizin möchte sie diese in ihrer Ausbildung fördern und zugleich für die Arbeit in der Region gewinnen. Die attraktiven Konditionen des Stipendiums helfen den Medizinstudenten und sichern vor Ort die Versorgung der Patienten durch engagierte Ärzte. mehr...

„Als akademisches Lehrkrankenhaus und Ausbildungsstätte sind wir im Rahmen unseres Bildungsauftrags dafür zuständig, neben weiteren medizinischen Berufen auch Ärzte in unseren Kliniken auszubilden“, erklärt Elisabeth Ulmer, Vorstand der Kliniken Südostbayern. „Mit unserem Förderprogramm Klinikstipendium sprechen wir aktiv qualifizierte Humanmediziner an und möchten diese frühzeitig an unsere Kliniken und die Region binden.“ Um diese Ziele zu erreichen, wurde das von der Unternehmensleitung initiierte Stipendiaten-Programm für Medizinstudenten mit interessanten Konditionen ausgestattet.

So bekommen die jungen Leute nicht nur eine finanzielle Förderung, deren Höhe vom Einstiegssemester abhängt. Sie können sich auch bereits mit Studienbeginn in die medizinische Arbeit in den klinischen und medizinnahen Fachabteilungen einbringen. Auf diese Weise lernen die Studenten bereits umfassend Klinikarbeit und potentiellen künftigen Arbeitgeber kennen. Unterstützt wird dieser Weg durch eine praxisnahe Begleitung und fachliches Mentoring.

Insgesamt will der Klinikverbund mindestens sechs Stipendien vergeben. Daher ist der auch im Internet unter www.kliniken-suedostbayern.de herunterladbare Informationsflyer zum Klinikstipendium auch an alle Gymnasien in den Landkreisen Berchtesgadener Land und Traunstein sowie an die medizinischen Fakultäten der bayerischen Universitäten verschickt worden. Erste Interessenten und auch Bewerber für das Förderprogramm gibt es bereits. Die Stipendienvergabe erfolge über „ein strukturiertes Auswahlverfahren“, so Elisabeth Ulmer. Bei diesem sei „neben der Bewerbermotivation auch die fachlich-persönliche Eignung des Bewerbers von Bedeutung.“ Beteiligt an dem Auswahlverfahren sind „die Ärztlichen Direktoren unserer Häuser, die Chefärzte der jeweiligen Fachrichtungen, die Unternehmensleitung sowie die Personalabteilung und der Betriebsrats.“

Der Einsatz kann sich für die jungen Leute lohnen: „Ein erfolgreiches Auswahlverfahren schließt für den Bewerber mit einem Vertrag ab“, sagt Ulmer. Sie weist daraufhin, dass „für alle Bewerber die Verpflichtung zu einer mindestens dreijährigen Tätigkeit beziehungsweise Ausbildung an unseren Klinikstandorten“ besteht. „Bei Abbruch beziehungsweise Ablehnung und Nichtantritt der angebotenen Weiterbildungsstelle beziehungsweise Nichterfüllung der dreijährigen Beschäftigungsdauer greift eine Rückzahlungsverpflichtung.“ Besonders für heimatverbundene Bewerber dürfte dies kein Problem sein.

(Ina Berwanger)

07.12.2016 - Klinikum Traunstein

Vom Himmelhoch, da kam er her

Der Nikolaus flog zu Besuch dem Klinikum Traunstein auf’s Dach

Einen ganz besonderen Passagier lud der Rettungshubschrauber Christoph 14 auf dem Landeplatz des Traunsteiner Klinikums ab. Der Heilige Nikolaus wurde am Mittwoch pünktlich um 17 Uhr vom Piloten Eckhard Steinau und dem HEMS TC (Spezialpersonal für Hubschraubernoteinsätze) Alfred Mayer auf dem Dachlandeplatz des Klinikum Traunstein abgesetzt. mehr...

Inzwischen bereits zum sechsten Mal besuchte der heilige Mann diesmal 40 Kinder, die im vergangenen Jahr nach einem medizinischen Notfall innerhalb von wenigen Minuten durch die Mannschaft versorgt und teilweise auch zu Krankenhäusern geflogen wurden. Insgesamt fanden sich ca. 150 geladene Gäste im Hangar von „Christoph 14“ ein, darunter die Eltern und Geschwister der kleinen Patienten. Auch Kinder von Mitarbeitern und Patienten der Kinderstation des Klinikums freuten sich über den Besuch des Mannes in seinem roten Gewand. In der festlich geschmückten Halle des Hangars konnten die Gäste mit Kinderpunsch und Weihnachtsgebäck es sich nach der aufregenden Ankunft des Nikolauses gemütlich machen. Die Kinder erhielten dort von ihm persönlich ein kleines Geschenk.

Mit dieser Aktion soll den Kinder, aber auch ihren Eltern, geholfen werden, die häufig traumischen Erlebnisse rund um die Rettung besser zu verarbeiten. Seit sechs Jahren lässt es sich der Notarzt Dr. Markus Ewald nicht nehmen, persönlich als Nickolaus zu erscheinen. Gemeinsam mit dem Führungsteam des Rettungshubschraubers und des BRK organisiert er die Aktion, die vom Christoph 14-Förderverein finanziert wird.

19.11.2016 - Klinikum Traunstein

Intensivmedizin und Literatur

„Chiemgauer Intensivtag“ im Klinikum Traunstein zog wieder eine Menge Besucher an

Bereits zum 18. Mal fand im Klinikum Traunstein der Chiemgauer Intensivtag statt. Diese Veranstaltung, besucht von 170 Medizinern und Pflegekräften aus ganz Bayern, spannte einen weiten Bogen von der modernen Leitlinien-orientierten Medizin über Herausforderungen für Patienten und Personal, bis hin zur Lebensqualität nach der intensivmedizinischen Behandlung, der sog. Post-ICU-Unit. Prof. Klaus Lewandowski aus Essen verknüpfte in einer Parabel die ICU-(Intensiv-Care-Unit)Therapie, also die Intensivpflegetherapie, mit der Geschichte von „Der alten Mann und das Meer“ von Ernest Hemingway. Der Fischer Santiago kämpft mit dem großen göttlichen Fisch und geht, nachdem er diesen getötet hat, am Ende leer aus. Wenn Leitlienien-orientierte Medizin von unerfahrenen Ärzten durchgeführt wird kann die Heilung des Patienten gefährdet werden, der Patient geht dann am Ende leer aus. Der Chiemgauer Intensivtag bot Lösungen für den Umgang mit Infektionen, Problemen der Lunge und emotionalen Belastungen, auch bei den Mitarbeitern, an. Privatdozentin Dr. Annette Moter stellte eine neue Diagnostikmethode „FISH (Fluoreszenz-in-situ-Hybriditation)“ bei Endokarditis (Entzündung der Herzinnenhaut) vor. Auch die Bedeutung des Umfelds der Patienten, den Angehörigen, wurde in einem Vortrag von Dr. Martin Glaser, leitender Oberarzt der operativen Intensivmedizin und einer der Organisatoren des Intensivtages, thematisiert. Gisela Otrzonsek aus dem Pflegeteam der Intensivstationen rundete die Veranstaltung mit ihrem Vortrag über die Kreativtherapie auf einer singenden und tanzenden Intensivstation (Musiktherapie und Frühmobilisation) ab.

Oberarzt Dr. Martin Glaser machte am Schluss der gelungenen Veranstaltung bereits auf den Chiemgauer Intensivtag 2017 aufmerksam
Oberarzt Dr. Martin Glaser machte am Schluss der gelungenen Veranstaltung bereits auf den Chiemgauer Intensivtag 2017 aufmerksam
16.11.2016 - Klinikum Traunstein

Starker Start für kleine Helden

Zum Welt-Frühgeborenen-Tag am 17. November: Infostand im Klinikum Traunstein

In Deutschland kommt jedes zehnte Kind zu früh auf die Welt - für Eltern eine unerwartete Herausforderung. „Die Familien verbringen Wochen und oft sogar Monate auf der Kinderintensivstation“, sagt Chefarzt Priv.Doz. Dr. Gerhard Wolf, Leiter der Kinderklinik am Klinikum Traunstein. „Für viele ist dies eine lange, schwere Zeit, aber auch eine voller schöner Momente wie zum Beispiel dem Erreichen der 1000-Gramm-Gewichtsgrenze, den ersten Still- und Fütterversuchen oder dem ersten Bad.“ Die Neonatologie, also Versorgung von Früh- und Neugeborenen, ist einer der Schwerpunkte der Kinderintensivstation. Diese macht am Welt-Frühgeborenen-Tag mit einem Infostand in der Eingangshalle des Klinikums auf die besondere Situation für Frühchen aufmerksam. mehr...

Eine Leine mit bunten Söckchen – neun paar Babysocken rahmen ein Paar besonders kleine Söckchen für Frühgeborene ein – weist auf den Infostand hin. Unter dem Motto „Starker Start für kleine Helden“ will die Gründerin des Welt-Frühgeborenen-Tages, die European Foundation for the Care of Newborn Infants (EFCNI), Frühgeborenen und ihren Eltern eine Stimme geben sowie die Leistungen von Ärzten und Pflegekräften würdigen. Wie vielfältig deren Engagement ist, zeigt das Beispiel der Kinderintensivstation der Kinderklinik am Klinikum Traunstein. Als Verbund-Perinatalzentrum mit dem Klinikum Rosenheim hat die Neonatologie der Kinderklinik Traunstein die höchste mögliche Versorgungsstufe, also Level 1. Seit über 25 Jahren versorgt die Kinderintensivstation auch kleinste Frühgeborene, die bis zu 17 Wochen zu früh auf die Welt kommen und deren Geburtsgewicht unter 500 Gramm sein kann, umfassend. An der Kinderklinik ist daher auch durchgehend ein Facharzt mit der Zusatzqualifikation Neonatologie, also Neugeborenenintensivmedizin, verfügbar.

„Die gute Versorgung und Betreuung dieser kleinen Patienten und ihrer Familien stellen wir durch ein Team von erfahrenen Kinderärzten, Fachkinderkrankenschwestern mit Qualifikation Intensivmedizin, Psychologen und Sozialpädagogen sowie in Zusammenarbeit mit der Klinikseelsorge sicher“, erklärt Chefarzt Dr. Wolf. Ein besonderes Anliegen ist dem Team der Kinderintensivstation die entwicklungsfördernde Pflege der kleinen, empfindsamen Babys. Ihre Eltern werden von Anfang an ermutigt, so oft und so lange wie möglich bei ihren Kindern zu sein und zum Beispiel durch das „Känguruhen“ - die Kinder liegen dabei auf der Brust der Eltern - in Hautkontakt zu treten. Ebenso werden die Eltern so früh wie möglich in die Pflege ihrer Kleinen eingeführt. Steht dann endlich die Entlassung an, blicken die Eltern diesem Termin mit großer Freude, aber oft auch mit großer Unsicherheit entgegen.

Diesen Familien bietet die Kinderklinik zwei Nachsorgemodelle an: Aus dem Team der Kinderintensivstation wurde 2009 die sozialmedizinische Nachsorgeeinrichtung „Der Bunte Kreis“ gegründet. Nachsorgeschwestern, die die Eltern bereits von ihrem Klinikaufenthalt gut kennen, betreuen die Frühchen auch noch in den ersten zwölf Wochen daheim. Sie beraten bei Pflege und Ernährung, begleiten bei Bedarf zu Kontrollterminen und Therapien. Um den Übergang nach Hause optimal zu gestalten, wird schon vor der Entlassung ein dichtes Netz aus weiterbetreuenden Ärzten, Therapeuten, Kinderkrankenschwestern und Psychologen geknüpft. Auch bei der Bewältigung von oft hinzukommenden finanziellen und sozialrechtlichen Problemen bietet der Bunte Kreis seine Hilfe an. Ein Kooperationsprojekt zwischen Kinderklinik, Diakonischem Werk Traunstein und Frühförderstellen ist das diagnoseunabhängige Nachsorgemodell Harl.e.kin-Nachsorge. Hier werden die Familien von einer Kinderkrankenschwester und einer Mitarbeiterin der Frühförderstelle begleitet.

Für Chefarzt Priv.Doz. Dr. Gerhard Wolf mit seinem Team der Kinderklinik Traunstein, liegt einer der Schwerpunkte der Kinderintensivstation in der „Neonatologie“, also der Versorgung von Früh- und Neugeborenen
Für Chefarzt Priv.Doz. Dr. Gerhard Wolf mit seinem Team der Kinderklinik Traunstein, liegt einer der Schwerpunkte der Kinderintensivstation in der „Neonatologie“, also der Versorgung von Früh- und Neugeborenen
04.11.2016 - Klinikum Traunstein

Neuer Behandlungsansatz bei Schlaganfällen

Dr. Andreas Mangold ist leitender Arzt der neu eingeführten Abteilung für Neuroradiologie im Klinikum Traunstein

Seit Anfang November ist Dr. Andreas Mangold als leitender Arzt der Fachrichtung Neuroradiologie im Klinikum Traunstein im Amt. Schwerpunktmäßig wird er die bildgebende Diagnostik von Erkrankungen des zentralen Nervensystems und die interventionelle Behandlung von Schlaganfällen infolge von Gefäßverschlüssen sowie bei Hirnblutungen infolge krankhafter Gefäßaussackungen (Hirnarterienaneurysmen) oder Gefäßmissbildungen des Gehirns (arteriovenöse Malformationen) durchführen. mehr...

Dies geschieht in enger Abstimmung mit den bereits bestehenden Fachabteilungen für Neurologie und Neurochirurgie sowie den anderen Fachabteilungen des Klinikums Traunstein. Die interventionelle Neuroradiologie sei als ergänzender Baustein im Therapiespektrum neurologischer und neurochirurgischer Patienten zu betrachten.

Der aus dem Taubertal in Baden-Württemberg stammende Mediziner studierte an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg Humanmedizin. Erste berufliche Erfahrungen sammelte er in den Radiologischen Abteilungen der Universitätsklinik Freiburg und im Klinikum Kempten. Nach seiner Promotion 2000 arbeitete er als Assistenzarzt in der Neurochirurgischen Klinik im Bezirkskrankenhaus Günzburg und in der Radiologischen Abteilung der Universitätsklinik Ulm. Als Facharzt für Diagnostische Radiologie verlegte Dr. Mangold seinen Arbeitsbereich in die Abteilung Neuroradiologie der Medizinischen Hochschule Hannover. Dort erlangte er nach einer vierjährigen Weiterbildung die Zusatzbezeichnung Neuroradiologe.
Mit dieser Qualifikation wechselte er 2008 in die Abteilung für Radiologie und Neuroradiologie des Klinikum Duisburg. Dort begann er bei Prof. Dr. Friedhelm Brassel mit der interventionellen Neuroradiologie schwere Schlaganfälle mit der Kathetermethode zu behandeln. Prof. Dr. Brassel zählt zu den anerkannten Pionieren dieser Methode. Die Behandlung von Schlaganfällen mit einem Katheter kommt dann zum Tragen, wenn Blutgerinnsel im Gehirn nicht durch Lyse, das heißt medikamentös, aufgelöst werden können. Dabei wird versucht, unter Röntgensicht und unter Verwendung von Kontrastmitteln den Verschluss bzw. die Engstelle zu beseitigen, indem man das verschließende Blutgerinnsel aus dem Gefäß entfernt. Die Krux dabei ist wie bei allen Schlaganfällen, dass der Patient rechtzeitig, also so schnell wie möglich der Behandlung zugeführt wird. Dass diese Methode erfolgreich ist, wurde im vergangenen Jahr durch fünf groß angelegte Studien belegt.
Dr. Mangold betont, dass die interventionelle Behandlung von Schlaganfällen mit der Neurologischen Abteilung des Klinikums Traunstein eng abgestimmt werde und nun als ein weiterer Baustein im Behandlungskonzept zur Verfügung steht. Die Kathetermethode eignet sich nicht für alle Patienten, aber einem gewissen Anteil besonders schwer betroffener Patienten, denen bislang nicht geholfen werden konnte, können nun vor einem größeren Schaden bewahrt werden. Wichtig sei vor allem, dass die Kathetermethode vor Ort aufgebaut werde, um lange Verlegungsphasen zu umgehen.
Darüber hinaus besteht ein wesentlicher Teil der Arbeit eines Neuroradiologen laut Dr. Mangold in der Diagnostik von Erkrankungen von Kopf, Gehirn, Rückenmark und Wirbelsäule mit Computertomografie und Kernspintomografie. Auch diese Untersuchungsverfahren haben sich in den letzten Jahren stetig verfeinert und ein Neuroradiologe erhält hierfür eine besondere Ausbildung und Qualifikation, mit der er die anderen Fachabteilungen des Klinikums Traunstein bei der Diagnostik sinnvoll ergänzen und weiter unterstützen könne.
Auch privat freut sich der ambitionierte Freizeitsportler, dass er beruflich vom Ruhrgebiet in den Chiemgau wechseln konnte. Hier kann er seinen Hobbys wie Bergwandern, Mountainbike- und Snowboardfahren von nun an vor der Haustür nachgehen.

Der Vorstandsvorsitzende der Kliniken Südostbayern AG Dr. Uwe Gretscher (li.) und der Medizinische Direktor Dr. Stefan Paech (re.) heißen Dr. Andreas Mangold im Team der Kliniken Südostbayern  herzlich willkommen.
Der Vorstandsvorsitzende der Kliniken Südostbayern AG Dr. Uwe Gretscher (li.) und der Medizinische Direktor Dr. Stefan Paech (re.) heißen Dr. Andreas Mangold im Team der Kliniken Südostbayern herzlich willkommen.

„War für mich eine Lebenstherapie“

Thomas Lapper hat bei Chefärztin Dr. Helga M. Schuckall Umgang mit dem Schmerz gelernt

Nach einem Unfall vor vier Jahren bestimmte der Schmerz das Leben von Thomas Lapper. Dass er jetzt wieder arbeiten und mit seinen Kindern wandern kann, verdankt der Waginger einem 16-tägigen Aufenthalt in der Kreisklinik Vinzentinum Ruhpolding. mehr...

Über diese Zeit in der Abteilung für multimodale stationäre Schmerztherapie unter der Leitung von Chefärztin Dr. Helga M. Schuckall, Präsidentin der Interdisziplinären Gesellschaft für Schmerzforschung und Schmerzbehandlung, sagt Thomas Lapper: „Das war für mich eine Lebenstherapie.“

Locker und gelöst sitzt Thomas Lapper im Büro seiner Behandlerin. Es ist ihm ein Bedürfnis, über die für ihn so wertvolle Zeit in der zum Januar dieses Jahres in Ruhpolding eröffneten stationären Schmerztherapie zu sprechen. „Ich wusste nicht mal, dass es so etwas wie Schmerztherapie gibt“, sagt der 44-Jährige. Er wollte sich in der Unfallchirurgie wegen zunehmender Schmerzen zum wiederholten Mal an seiner schwerverletzten Wirbelsäule operieren lassen. Dort habe man ihm gesagt, dass er für die einzige Option, eine Versteifung der Lendenwirbelsäule, noch viel zu jung sei. Deswegen solle er zunächst in die stationäre Schmerztherapie gehen. „Dann hatte ich das Glück, dass ein Patient abgesagt hat und ich drei Tage später aufgenommen werden konnte“, erinnert sich Thomas Lapper. Ihm habe die Ehrlichkeit Dr. Schuckalls gefallen. „Wenn ein Patient hier vollkommen schmerzfrei rausgeht, kaufe ich mir eine Insel auf den Bahamas und spiele Gott“, zitiert er mit einem Schmunzeln seine Behandlerin.

Ganz wichtig sei für ihn auch gewesen, dass diese die Medikation hinterfragt habe. Nun nehme er keine starken opiathaltigen Schmerzmittel mehr: „Ich bin viel frischer im Kopf.“ Die Kombination aus neuer Schmerzmitteleinstellung, Physiotherapie mit Wassergymnastik und Nordic-Walking, dazu die Einzelgespräche mit einer Psychologin und die Schmerzbewältigungstherapie in der „guten Gruppe“ mit ihrem tollen Zusammenhalt, habe bei ihm unglaublich viel in Gang gesetzt. „Ich weiß heute, wie ich mit dem Schmerz besser umgehen kann“, so Thomas Lapper. Seit er gelernt habe, sich den Schmerz für eine Zeit wegzudenken, könne er sein Leben besser gestalten. Dazu tragen auch die neuen Kenntnisse in Achtsamkeitstraining und Progressiver Muskelentspannung bei. Und die dank der besseren Schmerzbewältigung wieder entdeckte Freude an der Bewegung. „Es ist sehr wichtig, das Gelernte mitzunehmen und in das tägliche Leben zu integrieren, man muss selbst etwas tun“, weiß Lapper.

Ihm ist auch ein Stein vom Herzen gefallen, weil er nun wieder gut seine Arbeit als Fertigungskoordinator bewältigen kann. Die Arbeit bedeutet ihm nicht nur ideell eine Menge. Die Furcht, nicht mehr ausreichend für seine Familie sorgen zu können, hat in Thomas Lapper ein Gefühl der Hoffnungslosigkeit ausgelöst und ihn sehr belastet. In dieser für ihn sehr emotionalen Situation habe er sich bei Dr. Schuckall und ihrem interprofessionellen Team sehr gut aufgehoben gefühlt. „Es menschelt hier sehr und auch das ist mir sehr wichtig“, so der bis heute dankbare Patient. Wenn sein Schmerz wieder überhand nehmen sollte, ist für ihn klar, dass er sich erneut seiner seit Jahrzehnten erfahrenen Schmerztherapeutin, die auch ärztliche Kollegen in Schmerzkursen schult, anvertraut.

(Ina Berwanger)

„Das war für mich eine Lebenstherapie“, so Thomas Lapper bei einem Gespräch mit der Chefärztin der stationären Schmerztherapie Dr. Helga M. Schuckall (re.).
„Das war für mich eine Lebenstherapie“, so Thomas Lapper bei einem Gespräch mit der Chefärztin der stationären Schmerztherapie Dr. Helga M. Schuckall (re.).
31.10.2016 - Kreisklinik Berchtesgaden

Eine achtsame Ernährung ist das A und O

Diabetestag im Kur- und Konkreshaus Berchtesgaden

Die Besucher nutzten neben den Fachvorträgen auch die Stände im Kongresshaus, um sich zu informieren.
Diabetologe Dr. Jörg Weiland konnte sich über zahlreich erschienene Interessenten des Diabetestages freuen.

„Diabetes ist eine richtige Volkskrankheit geworden“, sagte Landrat Georg Grabner am Samstag in seinem Grußwort zur Eröffnung des Weltdiabetestages. Unter dem Motto „Diabetes – besser managen, besser leben“ hatten das MVZ Berchtesgaden Zuckerhut und die Kreisklinik Berchtesgaden Betroffene und Interessierte zu einer umfassenden Informationsveranstaltung rund um die rund acht Millionen Deutsche betreffende Erkrankung eingeladen. Dieses Angebot wurde gut angenommen: Im fast bis auf den letzten Platz besetzten kleinen Saal des Kur- und Kongresshauses Berchtesgaden folgte das Publikum aufmerksam den Fachvorträgen - und nutzte im Foyer die persönliche Beratung an Infoständen für Diabetiker-Hilfsmittel und die Blutzuckermessung. mehr...

„Wenn ich mir das Programm anschaue, muss ich sagen, dass eine Menge geboten ist“, stellte Schirmherr Georg Grabner in seinem Grußwort weiter fest. Er freue sich, dass der alljährlich Mitte November stattfindende Weltdiabestag „das Thema Diabetes heute in Berchtesgaden aufgreift.“ Rund 3.000 Menschen wären im Landkreis Berchtesgadener Land von Diabetes betroffen, die Dunkelziffer sei wahrscheinlich noch um einiges höher, so Grabner. Gut informiert zeigte sich der Landrat auch in Sachen Diabetes Mellitus. Dessen Risikofaktoren wären Übergewicht in Verbindung mit Bewegungsarmut. Wegen der gravierenden Folgeerkrankungen müsse der Diabetes frühzeitig erkannt werden. „Zum Glück haben wir in unseren Kreiskliniken qualifiziertes, motiviertes Personal, alle, ob Ärzte oder Pflege, stehen für eine kompetente Behandlung ein“, betonte der Landrat. „Ich wünsche allen betroffenen Mitbürgern die bestmögliche Versorgung“, schloss Georg Grabner seine Eröffnungsansprache. Ihm schloss sich mit diesen Wünschen Franz Rasp an. Berchtesgadens Bürgermeister meinte, „der Diabetes ist etwas, das mitten in unserer Gesellschaft ist.“ Daher sei es „sehr gut, dass auch hier in Berchtesgaden die Therapiemöglichkeiten nicht weit weg sind.“

Wertvolle Tipps für Diabetiker konnten die Referenten der anschließenden vier Fachvorträge ihren für fast drei Stunden aufmerksam lauschenden gut 90 Zuhörern mit auf den Weg geben. So machte der Reichenhaller Chefarzt der Inneren Medizin Dr. Jörg Weiland dem Publikum Mut zu einer achtsamen Ernährung. Diese langsam auf mehr Gemüse und Obst, hier für Diabetiker vorzugsweise Wassermelonen und Beeren, umzustellen und viel zu trinken, wäre ein guter Schritt in die richtige Richtung, so der Diabetologe im Berchtesgadener MVZ Zuckerhut. Wichtig seien eine ausgewogene Ernährung und auch ein regelmäßiger Blick in Nährwerttabellen mit Eiweiß-, Kohlenhydrat-, Fett- und Cholesterinwerten von Nahrungsmitteln. „Eine besondere ‚Zucker‘-Diät ist für Diabetiker nicht erforderlich“, sagte Weiland. Im Sinne einer sanften Ernährungsumstellung empfahl der Diabetologe die von einem Münchner Ernährungswissenschaftler entwickelte Logi-Methode. Sie basiert auf einer Umstellung auf zucker- und stärkereduzierte Kost. Dazu gab es einen Buch-Tipp: „Das Ölbuch“, welches Pflanzenöle kompakt erklärt. „Genießen Sie das Essen, lassen Sie es sich nicht vermiesen“, so Jörg Weiland. Mit gesunder Ernährung ließe sich ein Diabetes verhindern beziehungsweise die Stoffwechselsituation bereits Erkrankter verbessern.
Wie wichtig es ist, dass Diabetiker ihren Füßen täglich Aufmerksamkeit widmen, veranschaulichte auch mit drastischen Fotos Dr. Volker Kiechle. Der Chefarzt der Gefäßchirurgie in Reichenhall und Traunstein sagte: „Denken Sie frühzeitig an die Möglichkeit eines Diabetischer-Fuß-Syndroms.“ Zu den Diabetes-Folgererkrankungen gehörten das Risiko für Schlaganfall und Herzinfarkt erhöhende Arterienverengungen sowie auch Nervenstörungen. Letztere könnten zu Missempfindungen und einer gestörten Schmerz- oder Temperaturempfindlichkeit an Beinen oder Füßen führen. In der Folge spüre der Diabetiker Verletzungen an den Füßen nicht mehr und bekomme ein erhöhtes Infektionsrisiko. „Veränderungen wie absterbendes Gewebe müssen sehr ernst genommen werden, sie sind die Spitze des Eisberges schwerer Durchblutungsstörungen“, warnte Gefäßchirurg Kiechle. Grundsätzlich bestünde bei offenen Stellen an den Füßen eine erhebliche Amputationsgefahr. Diabetiker sollten aber nicht nur an ihre Beine, sondern auch an ihre Hallschlagader denken. Deren Verengung bedeute ein erhöhtes Schlaganfallrisiko.

Wie komplex der Diabetes ist, zeigte auch der in Berchtesgaden lebende und in Reichenhall praktizierende Endokrinologe Privatdozent Dr. Stephan Scharla. Der Hormonspezialist erklärte das Zusammenspiel der Hormone im Körper und riet, bei Diabetes auch an andere Drüsen als die Bauchspeicheldrüse zu denken, zum Beispiel die Schilddrüse. Diese sollte bei Diabetespatienten auf jeden Fall auch angeschaut werden. „Das in den Nebennieren gebildete Stresshormon Cortisol erhöht Blutdruck und Blutzucker“, betonte Stephan Scharla. Kämen Diabetiker wegen einer akuten Erkrankung ins Krankenhaus, müsse dort ihre Blutzuckereinstellung an die aktuelle Situation angepasst, aber ebenso nach der Entlassung wieder durch den behandelnden Arzt eingestellt werden. Der Endokrinologe versäumte zum Schluss seines Vortrages nicht, auch „auf unsere größte Drüse Gehirn“ hinzuweisen, „die auch unser Essverhalten und Bewegungsdrang steuert.“
Mit einem „Streifzug durch Diabetes und Recht“ des Rechtsanwalts Oliver Ebert endete der Vortragsblock des Diabetestages. Der Vorsitzende des Ausschuss Soziales der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG) räumte mit „den häufigsten Rechtsirrtümern bei Diabetes“ auf. So sei es nicht richtig, dass Diabetiker nicht mehr Autofahren dürften. Wenn sie gut eingestellt und in der Lage seien, Unterzuckerungen rechtzeitig zu erkennen und diesen entgegenzuwirken, dürften sie auch Berufskraftfahrer bleiben oder werden. Apropos: Natürlich darf im Bewerbungsgespräch nicht nach Krankheiten, also auch nicht nach einem Diabetes, gefragt werden. Medizinische Fragen rund um den Diabetes beantworten auch die Ärzte in den monatlichen Vorträgen, welche die Selbsthilfegruppe Diabetes in der Kreisklinik Bad Reichenhall anbietet, so Klaus-Dieter Meister am Stand der Selbsthilfegruppe. Er war ebenso bei den Besuchern des Diabetestages nachgefragt wie alle anderen Teilnehmer. „Ich bin sehr zufrieden und habe mich gefreut, dass so viele Interessierte gekommen sind“, zog dann auch zum Ende der Veranstaltung Organisatorin Sylvia Borufka vom MVZ Zuckerhut etwas erschöpft, aber glücklich Bilanz.

(Ina Berwanger)

28.10.2016 - Klinikum Traunstein

Wenn es bei Geburt schnell gehen muss

Klinikum Traunstein hat für eilige werdende Eltern einen „Wehenparkplatz“ eingerichtet

Für werdende Eltern, bei denen es kurz vor der Geburt schnell gehen muss, steht ab sofort bei der Zentralen Notfallambulanz des Klinikums Traunstein ein eigens ausgewiesener „Wehenparkplatz“ zur Verfügung. Dort kann der Fahrer sein Fahrzeug für rund 30 Minuten abstellen, die werdende Mutter im Kreißsaal abliefern und anschließend in aller Ruhe einen Dauerparkplatz aufsuchen. mehr...

Bei einsetzenden Wehen haben es werdende Eltern oft eilig, besonders wenn die Mutter schon mehrere Kinder geboren hat. Dann muss alles sehr schnell gehen, sodass für die Parkplatzsuche oft keine Zeit mehr bleibt. Damit den Eltern auf dem Weg zur Geburt der Stress der Parkplatzsuche erspart bleibt, hat das Klinikum Traunstein den „Wehenparkplatz“, der extra für eilige Eltern reserviert ist, eingerichtet.

„Mit dem „Wehenparkplatz“ verbessern wir die Serviceleistungen unseres Klinikums ein weiteres Mal“, sagt dazu Prof. Dr. Christian Schindlbeck, Chefarzt der Frauenklinik im Klinikum Traunstein. Als Mutter-Kind-Zentrum mit über 1500 Geburten im Jahr werde die Traunsteiner Frauenklinik von Eltern aus der gesamten Region und einem großen Einzugsgebiet sehr geschätzt. Deshalb sei es wichtig, werdenden Müttern und Vätern alle erdenkliche Hilfe und Unterstützung zu geben. Dazu gehörten auch Angebote wie der neue „Wehenparkplatz“.

Der mit dem Schild „Wehenparkplatz“ gekennzeichnete, kostenfreie Platz befindet sich direkt bei der Zentralen Notfallambulanz. Ohne lange Wege oder Zeitverlust bei der Parkplatzsuche ermöglicht er Hochschwangeren dadurch einen schnellen und direkten Klinikzugang. Dies kommt beispielsweise bei beginnenden Wehen, Blasensprung oder anderen akuten Symptomen zum Tragen. Chefarzt Prof. Schindlbeck bittet alle werdenden Eltern, ihr Fahrzeug möglichst schnell auf die normalen Parkplätze am Klinikgelände umzuparken, um auch anderen hochschwangeren Müttern diesen direkten Zugang zum Klinikum zu ermöglichen.

Chefarzt Prof. Dr. Christian Schindlbeck (Mitte) und die Hebamme Katharina Haslberger vor dem neu errichteten "Wehenparkplatz"
Chefarzt Prof. Dr. Christian Schindlbeck (Mitte) und die Hebamme Katharina Haslberger vor dem neu errichteten "Wehenparkplatz"
04.10.2016 - Klinikum Traunstein

Prof. Dr. Afshin Rahmanian-Schwarz als Chefarzt begrüßt

Im Klinikum Traunstein wurde die neue Abteilung Plastisch-Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie, Handchirurgie eingerichtet

Mit der Einrichtung der Fachabteilung Plastisch-Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie, Handchirurgie im Klinikum Traunstein hat die Kliniken Südostbayern AG zum 1. Oktober ihr medizinisches Behandlungsspektrum erweitert. „Mit Prof. Dr. Afshin Rahmanian-Schwarz haben wir einen erfahrenen Experten als Chefarzt gewinnen können“, freuten sich der Vorstandsvorsitzende Dr. Uwe Gretscher und der Medizinische Direktor Dr. Stefan Paech von der Kliniken Südostbayern AG bei seiner Begrüßung im Klinik-Verbund. mehr...

Prof. Dr. Rahmanian-Schwarz hat sein Abitur in der Liebigschule in Gießen gemacht. Studiert hat er dann in der Universität Gießen-Marburg. Seine klinische und wissenschaftliche Laufbahn begann er in der BG-Unfallklinik Tübingen. Durch seine langjährige Tätigkeit als Leitender Oberarzt in Tübingen und später als Chefarzt in den Helios Universitätskliniken Wuppertal verfügt der 44-jährige Facharzt für Plastische Chirurgie mit Zusatzbezeichnung Handchirurgie über ein breites Behandlungsspektrum. Er bedient alle vier Säulen der Plastischen Chirurgie: rekonstruktive Chirurgie, Verbrennungschirurgie, Handchirurgie und ästhetische Chirurgie. Sein Schwerpunkt liegt dabei im Bereich der rekonstruktiven Chirurgie.

Laut Prof. Dr. Rahmanian-Schwarz schafft die Plastische Chirurgie als fachübergreifendes (interdisziplinäres) Fach mit ihren breiten Spektrum wertvolle Schnittstellen zwischen medizinischen Fachbereichen und ergänzt die Behandlung vieler Erkrankungen. „Gerade durch die Entwicklung in der Mikrochirurgie können wir heute modernste rekonstruktive Verfahren anbieten, um Haut und Weichteile, Muskeln, Sehnen, periphere Nerven sowie Knochen und Knorpel wieder herzustellen“, erklärt Prof. Dr. Rahmanian. Dadurch könnten die Versorgungsqualität und Zufriedenheit der Betroffenen nach einem Unfall, einer Krebsoperation oder bei angeborenen Fehlbildungen deutlich verbessert werden. Eine besondere Herausforderung sei dabei, die Wiederherstellung der Funktion mit Form und Ästhetik in Einklang zu bringen.

Für die Krankenhäuser der Kliniken Südostbayern AG und darüber hinaus für die Region sieht Prof. Dr. Rahmanian-Schwarz einen sehr großen Bedarf an einer qualitativen plastisch-rekonstruktiven Chirurgie in ihrem gesamten Spektrum und an komplexer handchirurgischer Versorgung. Aus seiner Erfahrung heraus könne er Patienten über den Klinikverbund hinaus chirurgisch versorgen. Dafür maßgeblich sei jedoch eine enge und intensive Zusammenarbeit mit den Kollegen im Klinikum Traunstein und in den Kooperationskliniken sowie mit den niedergelassenen Ärzten in den Landkreisen Traunstein und Berchtesgadener Land.

Prof. Dr. Rahmanian-Schwarz ist fest davon überzeugt, dass er in enger Zusammenarbeit mit dem Vorstand der Kliniken Südostbayern AG im Klinikum Traunstein eine sehr erfolgreiche Abteilung entwickeln und dadurch eine deutliche Bereicherung in der Versorgung der Patienten in der Region erreichen kann. Die Abteilung für Plastisch-Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie, Handchirurgie ermögliche ein Angebot, das bisher nicht vorhanden sei, so der Mediziner.

An seiner neuen Umgebung schätzt Prof. Dr. Rahmanian besonders die hohe Lebensqualität, die ihn auch bewogen hat, in den Chiemgau zu ziehen. Mit seiner Frau und seinen beiden Kindern freut er sich schon darauf, seine Hobbys Skifahren und Bergwandern ausführen zu können.

Der Vorstandsvorsitzende der Kliniken Südostbayern AG Dr. Uwe Gretscher (li.) und der Medizinische Direktor Dr. Stefan Paech (re.) heißen Prof. Dr. Afshin Rahmanian-Schwarz in ihrer Mitte herzlich willkommen.
Der Vorstandsvorsitzende der Kliniken Südostbayern AG Dr. Uwe Gretscher (li.) und der Medizinische Direktor Dr. Stefan Paech (re.) heißen Prof. Dr. Afshin Rahmanian-Schwarz in ihrer Mitte herzlich willkommen.
04.10.2016

Prof. Dr. med. Carsten Böger -
Neuer Chefarzt der Abteilung für Nephrologie und Rheumatologie im Klinikum Traunstein

Zum 1. Oktober trat Prof. Dr. Carsten Böger die Chefarztstelle der Abteilung für Nephrologie und Rheumatologie im Klinikum Traunstein an. Zugleich übernahm er die ärztliche Leitung des KfH-Nierenzentrums Traunstein. Der Vorstandsvorsitzende Dr. Uwe Gretscher und der Medizinische Direktor Dr. Stefan Paech von der Kliniken Südostbayern AG wünschten Prof. Dr. Böger einen guten Start. mehr...

Prof. Dr. Böger lebte bis zu seinem 18. Lebensjahr in Südafrika und machte in Johannesburg sein Abitur. Sein Medizinstudium absolvierte er an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München. Seine medizinische Laufbahn begann er 1998 in der Medizinischen Poliklinik Innenstadt der LMU München. 2002 wechselte er in das Universitätsklinikum Regenburg. Dort wurde er 2008 nephrologischer Oberarzt.

Für seine patientennahe Forschung auf dem Gebiet der diabetischen Nephrologie und der chronischen Nierenerkrankungen erhielt er 2011 den bedeutenden Nils-Alwall-Preis der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie. Als Leitender Oberarzt und internistischer Programmverantwortlicher des Nieren- und Pankreas-Transplantationsprogramms gestaltete er die Gründung der eigenständigen Abteilung für Nephrologie im Universitätsklinikum erfolgreich mit.

Einen Schwerpunkt sieht er in der Prävention von Nierenerkrankungen, denn Patienten mit Bluthochdruck und Zuckerkrankheit (Diabetes) haben ein erhöhtes Risiko, daran zu erkranken. „Durch Früherkennung kann man weiteren Schaden verhindern“, so Prof. Dr. Böger. Dabei setzt er insbesondere auf die Zusammenarbeit und Partnerschaft mit den Hausärzten, um für den Patienten weiterzukommen.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Transplantationsmedizin mit der Betreuung von Patenten nach einer Nierentransplantation. „Alle Probleme, die danach auftreten können, werden im Klinikum Traunstein in Abstimmung mit dem Transplantationszentrum in München-Großhadern gut behandelt“, versichert Prof. Dr. Böger.

Auch der Bereich Rheumatologie ist ihm sehr wichtig, weil Rheuma nicht nur eine Gelenkerkrankung ist, sondern auch auf die Gefäße gehen und dadurch die Nieren befallen kann. Mit einer speziellen Therapie könne man dies in den Griff bekommen, sagt Prof. Dr. Böger.

Mit der Diabetologin Dr. Christine Stacheder betreut er alle Abteilungen des Klinikums Traunstein. „Bei Problemen mit der Zuckereinstellung schauen wir hin“, betonte der 45-jährige Mediziner. Die Nephrologie wiederum könne helfen, den Blutdruck so gut einzustellen, damit der Bluthochdruck die Nieren nicht schädigten.

Mit der Kindernephrologin im Klinikum Traunstein, PD Dr. Katharina Hohenfellner, wird er den reibungslosen Übergang von der Kindernephrologie in die Erwachsenennephrologie abstimmen.
Wichtig ist ihm auch die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit allen Dialysezentren in der Region, sobald für deren Patienten eine stationäre Behandlung notwendig wird.

Eine Voraussetzung für die optimale Betreuung seiner meist chronisch und komplex erkrankten Patienten ist für ihn die kollegiale Teamarbeit im Arzt-Pflege-Team. Zudem sei auch die kollegiale, fachübergreifende (interdisziplinäre) Zusammenarbeit mit den Fachabteilungen des Klinikums Traunstein unerlässlich. Durch die Schädigung von Gefäßen gelte dies vor allem für die Kardiologie und die Gefäßchirurgie, so Prof. Dr. Böger. Auch freue er sich über die gute Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Ärzten. Am meisten Spaß mache ihm jedoch mit seinen Patienten eine Beziehung und Kontakt aufzubauen.

Zusammen mit seiner Frau, eine gebürtige Oberpfälzerin, und seinen drei Kindern freut er sich schon auf Traunstein und den Chiemgau, denn neben Tennis gehören vor allem Bergwandern und Skifahren zu seinen bevorzugten Sportarten.

Prof. Dr. Carsten Böger (m.) wird vom Vorstandsvorsitzenden der Kliniken Südostbayern AG Dr. Uwe Gretscher (li.) und dem Medizinischen Direktor Dr. Stefan Paech (re.) herzlich willkommen geheißen.
Prof. Dr. Carsten Böger (m.) wird vom Vorstandsvorsitzenden der Kliniken Südostbayern AG Dr. Uwe Gretscher (li.) und dem Medizinischen Direktor Dr. Stefan Paech (re.) herzlich willkommen geheißen.
04.10.2016 - Klinikum Traunstein

Perfekter Service für Patienten und ihre vertrauten Fachärzte

Fünf Jahre Ambulantes Operationszentrum (AOZ) Traunstein

Moderne Operationsmethoden und besonders schonende Narkosetechniken machen es möglich: Immer mehr Eingriffe können heutzutage ambulant durchgeführt werden. Hierfür bietet das Ambulante Operationszentrum (AOZ) Traunstein der Kliniken Südostbayern AG seit fünf Jahren seine Dienste an. Den professionellen und persönlichen Service des AOZ-Teams unter der organisatorischen Leitung von Norbert Schade und der ärztlichen Leitung von Dr. Michael Eisert schätzen nicht nur die hier operierenden Fachärzte, sondern auch ihre Patienten. Sie kommen bei Bedarf gerne wieder in die Schierghoferstraße 1. mehr...

Zu ihnen gehört Peter Josef F. aus Freilassing. Er hat bereits zwei Eingriffe durch zwei seiner behandelnden Fachärzte im AOZ durchführen lassen und erinnert sich noch gut an seinen ersten Besuch im November 2014: „Schon die Voruntersuchung und die Terminvereinbarung an der Rezeption des AOZ erinnerte mich an ein First Class Hotel“, berichtet der Freilassinger. „Die freundliche, kompetente Empfangsdame erinnerte keineswegs daran, dass man sich augenblicklich in einem Krankenhaus befindet.“ So sei es auch bei allen Behandlungen weitergegangen, sagt Peter Josef F., der auch am Operationstag mit „Charme und Freundlichkeit empfangen“ wurde. Nach der im Vorfeld ausführlich erklärten „Operation wurde ich im Aufwachraum von einer Fee gefragt, wie es mir geht“, weiß er noch heute. Ihn habe es dann auch nicht überrascht, dass bei seinem zweiten Eingriff im August 2015 alles so gut wie beim ersten Mal ablief: „Die Routine und Ruhe, das stressfreie Personal überzeugte mit seinem Können“, so Peter Josef F. Er könne sich bei „Norbert Schade für das vorbildliche Team, das mich in keinster Weise an ein Krankenhaus erinnert, nur bedanken.

Diese Zufriedenheit der Patienten kommt nicht von ungefähr: „Das AOZ ist mein Baby“, sagt Norbert Schade, seit über 40 Jahren mit Leib und Seele in der Krankenpflege tätig. Als ihm vor fünf Jahren die organisatorische Leitung des neuen AOZ angeboten wurde, hat er nicht lange gezögert. Mit Herz und Verstand stellte der 62-Jährige sein Team zusammen. „Ohne eine reibungslose Zusammenarbeit geht es nicht, wir haben ein sehr gutes Klima in unserem Team, jeder weiß, wo er hinlangen muss“, so Schade. Er spürt sofort, wenn seine Mitarbeiterinnen der Schuh drückt und hat immer ein offenes Ohr für sie. So können die Patienten freundlich und aufmerksam durch die Behandlung begleitet werden. Diese findet auf kurzen Wegen in den geschmackvoll eingerichteten Räumen des AOZ statt. Die gemütliche Lobby lässt mit Zeitschriften und Wasser für wartende Angehörige schneller die Zeit vergehen, während der Patient auf den Eingriff seines vertrauten Facharztes vorbereitet wird – und meist schon zwei Stunden nach der Operation das AOZ verlassen kann.

Dr. Michael Eisert ist wie Norbert Schade Mann der ersten Stunde. „Wir haben von Anfang an gute Rückmeldungen bekommen“, sagt der Anästhesist. „Die Patienten schätzen die ruhige, persönliche Atmosphäre bei uns - und meine ärztlichen Kollegen sind begeistert, weil sie hier mit unserem hochprofessionellen Team und der modernen Ausstattung ein Rundum-Sorglos-Paket bekommen.“ Gerade auf dem Weg zu einem Eingriff im AOZ, sagt spontan Dr. Volker Kiechle, Chefarzt der Gefäßchirurgie am Klinikum Traunstein: „Ich schätze die Flexibilität des freundlichen und kompetenten Teams, das ist für uns Gold wert.“ So wie viele Patienten und die niedergelassenen Fachärzte kämen auch er und seine Klinikkollegen „alle gerne wieder.“ Patient Peter Josef F. bringt es so auf den Punkt: „Ich bin froh, in unserer Nähe ein derartiges Kompetenzzentrum zu haben.“

(Ina Berwanger)

Am Empfang wird der Patient, im Bild von Michaela Skrzeta administrativ aufgenommen. Norbert Schade (li.) wird den Patienten in den OP-Bereich begleiten.
Am Empfang wird der Patient, im Bild von Michaela Skrzeta administrativ aufgenommen. Norbert Schade (li.) wird den Patienten in den OP-Bereich begleiten.

Stillen – Fundament für nachhaltige Entwicklung

Still- und Laktationsberaterinnen erklären zur Weltstillwoche Stellenwert des Stillens

„Stillen – Fundament für nachhaltige Entwicklung“ lautet das Motto der diesjährigen Weltstillwoche vom 3. bis 9. Oktober. Wie wichtig und wohltuend das Stillen für Kind und Mutter ist, wissen besonders gut die Kinderkrankenschwestern sowie Still- und Laktationsberaterinnen (IBCLC) Marlene Pape und Manuela Richter. Sie arbeiten beide auf der Geburtshilfe-Station 4.2 des Klinikums Traunstein und erklären im Interview die hohe Bedeutung des Stillens.

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22.09.2016 - Kliniken SOB

Willkommene Helfer in der Pflege

34 Bundesfreiwilligendienstleistende traten bei der Kliniken Südostbayern AG den Dienst an

Bei der Kliniken Südostbayern AG haben insgesamt 34 Bundesfreiwilligendienstleistende („Bufdis“) ihren Dienst im Pflegebereich angetreten. Sie werden ihre Arbeit in den sechs Krankenhäusern der Klinik-AG in Berchtesgaden, Bad Reichenhall, Freilassing, Ruhpolding, Traunstein und Trostberg im Pflegebereich verrichten. mehr...

Wegen der großen Zahl an Bufdis wurde der 40-stündige Pflegehelferkurs zur Vorbereitung auf ihre Tätigkeit in der Pflege erstmals zentral im Klinikum Traunstein und nicht beim BRK in München durchgeführt. Die Leitung hatten Bernhard Wendl von der Berufsfachschule für Krankenpflege und Hermann Dengl von der betrieblichen Fort- und Weiterbildung der Kliniken Südostbayern AG. Unterstützt wurden sie von Kathrin Kübler und Ramona Sikora vom BRK München, die die Kursbetreuung bei externen Kursen übernehmen.
Der Pflegehelferkurs bestand aus 40 theoretischen Unterrichtsstunden. Zudem erfolgte die praktische Ausbildung in den Stationen. Durch den Pflegehelferkurs wurden die Bufdis befähigt, die examinierten Krankenpflegekräfte bei der Pflege von Patienten zu unterstützen, wie zum Beispiel beim Eingeben von Essen, beim Verbandswechsel oder beim Messen von Vitalfunktionen. Die Teilnehmer erhielten ein Zertifikat, das sie bei einem Medizinstudium befähigt, in Krankenhäusern oder Altenheimen beispielsweise Sitzwachen zu übernehmen.
Laut Willi Stettner von der Pflegedirektion der Kliniken Südostbayern AG ist die Zahl der Interessenten am Bundesfreiwilligendienst unvermindert groß. Mit dem Pflegehelferkurs könne auch ihrem Wunsch entsprochen werden, mitarbeiten und nicht nur dabei stehen zu wollen. Sie würden vielmehr voll in die Stationsarbeit eingebunden. Dabei sei das Spektrum in den Krankenhäusern weit gefächert, sodass sie wertvolle Erfahrungen im sozialen Bereich sammeln könnten, so Stettner. Für viele Bufdis diene ihr Dienst auch dazu, die Zeit bis zum Beginn einer Berufsausbildung oder zur Aufnahme eines Studiums zu überbrücken. „Ihre Tätigkeit ist für viele auch der Einstieg in einen sozialen Beruf“, sagt Dengl. Andere begriffen ihr Engagement für die Gesellschaft als „soziale Auszeit“.

Den Bundesfreiwilligendienst können laut Stettner Frauen und Männer jeden Alters antreten, sobald sie die Pflichtschulzeit erfüllt haben. Alter, Geschlecht, Nationalität oder die Art des Schulabschlusses spielen keine Rolle. Die Dauer des Dienstes soll in der Regel zwölf Monate betragen. Man kann den Dienst auch auf sechs Monate verkürzen oder auf 18 Monate verlängern, maximal möglich sind 24 Monate Dienstzeit.
Jeder Bufdi erhält eine pädagogische Begleitung und eine strukturierte Einarbeitung. Sie erhalten ein Taschengeld, dessen Höhe jede Einsatzstelle selbst festlegt. Die Höchstgrenze liegt bei 372 Euro. Die Beiträge für Renten-, Unfall-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung zahlt ebenfalls die Einsatzstelle.

In den sechs Krankenhäusern der Kliniken Südostbayern AG haben 34 Interessenten den Bundesfreiwilligendienst angetreten. Zur Vorbereitung auf ihren Einsatz in der Pflege durchliefen sie in Traunstein erfolgreich einen Pflegehelferkurs.
In den sechs Krankenhäusern der Kliniken Südostbayern AG haben 34 Interessenten den Bundesfreiwilligendienst angetreten. Zur Vorbereitung auf ihren Einsatz in der Pflege durchliefen sie in Traunstein erfolgreich einen Pflegehelferkurs.
19.09.2016 - Klinikum Traunstein

Dritte Dimension im Operationssaal für Kinder

Dr. Johannes Heidenhain-Stiftung ermöglicht 3D-Laparoskopie in Kinderchirurgie und Kinderurologie Südostbayern

Eltern kommen mit ihren Kindern aus ganz Deutschland in das Klinikum Traunstein, um diese hier minimal-invasiv behandeln zu lassen - nun bietet ihnen die Kinderchirurgie und Kinderurologie Südostbayern ein weiteres hochmodernes Verfahren an: „Dank der Unterstützung der Dr. Johannes Heidenhain-Stiftung können wir eine Vielzahl unserer Operationen mit Hilfe der 3D-Laparoskopie durchführen“, freut sich Dr. Bernd Geffken, Ärztlicher Leiter der Kinderchirurgie und Kinderurologie Südostbayern. Die hochauflösende dreidimensionale Darstellung habe gerade während eines Eingriffs bei Säuglingen und Kindern große Vorteile. mehr...

„Wir führen nahezu alle Eingriffe, egal, ob an Lunge, Speiseröhre, Bauchraum, der Nieren und der Blase minimal-invasiv durch“, erklärt Dr. Bernd Geffken. Die Kinderchirurgie und Kinderurologie Südostbayern führe wesentlich mehr dieser Operationen durch als jede Uni-Klinik in Bayern, und habe nicht nur in Punkto Anzahl der Operationen, sondern auch deren Niveau einen führenden Rang in Bayern und darüber hinaus. Ihre OP-Verfahren stellen Dr. Geffken und seine Kollegen Dr. Andreas Hofbauer und Dr. Marc Jorysz regelmäßig auch Kollegen auf nationalen und internationalen Kongressen vor. Dass sie nun von der zwei- auf die dreidimensionale Darstellung des Eingriffs im OP umsteigen konnten, verdanken sie einem vor drei Jahren gestellten Antrag bei der Dr. Johannes Heidenhain-Stiftung in Traunreut. Die Stiftung unterstützte die Finanzierung dieser weltweit modernsten 3D-Technologie mit seinen 32-Zoll-Monitoren. Nach einem Umbau des Operationssaals sorgt ein zweiter mobiler Bildschirm von der Decke des Operationssaals für optimale Bedingungen am Operationstisch: Ärzte und OP-Schwestern können nun wesentlich ergonomischer arbeiten und so eine frühzeitige Ermüdung vermeiden. Die Ärzte sehen auf dem großen Monitor eine hochaufgelöste, räumliche Darstellung des Operationsgebietes.

Dieses ist bei Neugeborenen, Säuglingen und Kleinkindern naturgemäß sehr klein. Ob Harnleiter, Niere oder andere Organe im Bauchraum: meist spielt beim Eingriff jeder Millimeter eine Rolle. „Wir haben bei Kindern viel weniger Platz, ihr Gewebe ist auch viel empfindlicher“, so Dr. Geffken. Brachte eine Lupenbrille dem Operateur eine dreifache Vergrößerung, so beträgt diese beim 3D-Monitor das Zwanzigfache. „Dies ermöglicht uns noch viel präzisere Eingriffe, weil wir die feinen Strukturen perfekt erkennen können“, sagt der erfahrene Kinderchirurg. Durch die nur drei Millimeter langen Hautschnitte hätten die kleinen Patienten nach der Operation weniger Schmerzen und würden sich noch schneller erholen. Laparoskop, also Spezial-Endoskop, und Video-System sorgen also buchstäblich für eine neue, eben weitere Dimension bei der Schlüsselloch-Technik im Operationssaal. In diesem operieren die Ärzte der Kinderchirurgie und Kinderurologie Südostbayern eine Vielzahl von Erkrankungen, diese reichen von der Entfernung des Blinddarms bis zu hochkomplexen Eingriffen im Bereich der Brust- und Bauchhöhle. Ihr jüngster Patient, bei dem durch den Einsatz der minimalinvasiven Chirurgie eine Darmfehlbildung am ersten Lebenstag erfolgreich operiert wurde, hat gerade einmal 2.200 Gramm gewogen. Bei speziellen Fragestellungen können die Patienten aber auch im Erwachsenenalter sein. So kam jüngst ein junger Mann für einen nötigen Eingriff an der Niere wieder, weil er seine Jahre zurückliegende Operation auf der Gegenseite durch Dr. Geffken noch in so guter Erinnerung hatte.

(Ina Berwanger)

Im Kinder-Op im Klinikum Traunstein können eine Vielzahl der Operationen mit Hilfe der 3D-Laparoskopie durchgeführt werden.
Im Kinder-Op im Klinikum Traunstein können eine Vielzahl der Operationen mit Hilfe der 3D-Laparoskopie durchgeführt werden.
16.09.2016 - Klinikum Traunstein

Hilfe zur Selbsthilfe bei Schmerz und Trauma

Neu in der Schmerztagesklinik des Klinikums Traunstein: Traumagruppe für Schmerzpatienten

Die Schmerztagesklinik im Klinikum Traunstein bietet Schmerzpatienten mit Traumafolgestörungen jetzt eine Traumagruppe an: Die „Körperbezogene psychodynamische Schmerztherapie“ will auf eine ambulante oder stationäre Traumatherapie vorbereiten oder die Wartezeit darauf überbrücken helfen. Die maximal acht Teilnehmer der immer donnerstags von 14.30 bis 18.30 Uhr stattfindenden ressourcenorientierten Stabilisierungsgruppe können bis zu 25 Wochen an dem Programm teilnehmen. Dieses erläutert Mirjam H. Bendixen, Psychologische Psychotherapeutin und Leiterin der neuen Traumagruppe. mehr...

Warum bieten Sie die neue Traumagruppe an?
Mirjam H. Bendixen: Wir erleben in der Schmerztagesklinik immer häufiger, dass Menschen mit chronischen Schmerzen gleichzeitig Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) oder - im weiteren Sinne: einer Traumafolgestörung aufweisen: Sie können nicht zur Ruhe kommen, leiden unter erhöhter Schreckhaftigkeit, sind leicht reizbar, überbesorgt oder ängstlich und können ihre Gefühle nur unter großer Anspannung unter Kontrolle bringen, oft sogar nur durch selbstverletzende Handlungen. Diese Schmerzpatienten leiden häufig unter einem Entwicklungs- oder Bindungstrauma, das seine Wurzeln in der frühen Kindheit hat, aber auch heute noch das Erleben und Handeln stark beeinflusst.

Was versteht man unter einem Trauma?
Bendixen: Ein Trauma entsteht immer dann, wenn eine Gefahr nicht bewältigt, nicht mehr verarbeitet werden kann, weil die Bedrohung zu groß ist und die notwendigen Ressourcen zur Bewältigung fehlen. Entwicklungstraumata entstehen zum Beispiel bei körperlicher oder emotionaler Vernachlässigung, durch anhaltende Nichtbeachtung kindlicher Bedürfnisse oder auch bei zu früher Verantwortungsübernahme des Kindes zum Beispiel für jüngere Geschwister oder kranke Eltern. Auch schwere Unfälle, Krankenhausaufenthalte im Kindesalter oder chronische Erkrankungen, die nicht angemessen verarbeitet werden konnten, weil es keinen Halt durch fürsorgliche Bezugspersonen gab, können lebenslang traumatisierende Wirkung haben. Und natürlich gehören körperliche Misshandlungen und sexueller Missbrauch zu den schweren, weil lebenslang prägenden traumatischen Erfahrungen.

Welchen Zusammenhang gibt es zwischen Trauma und Schmerz?
Bendixen: Rund zehn bis 15 Prozent aller Schmerzpatienten leiden unter einer Posttraumatischen Belastungsstörung, um ein Vielfaches mehr noch unter den Langzeitfolgen eines früher erlittenen Traumas. Schmerz und Trauma beeinflussen sich in ihrer Symptomatik wechselseitig und führen zu einem Teufelskreis von Anspannung, Panik und Schmerz, dem nur schwer zu entrinnen ist. Diese Wechselwirkung ist oft Ursache für eine unbefriedigende und erfolglose Behandlung, wenn hinter den Schmerzzuständen nicht auch der traumatisierte Patient gesehen wird. So können zum Beispiel Traumaerinnerungen zu Spannungszuständen führen, die eine wirksame Schmerztherapie verhindern, zum Beispiel, weil der Patient nicht entspannen kann. Umgekehrt können chronische Schmerzen ein Auslöser, also Trigger, für traumatische Erinnerungen sein. Diese Wechselwirkungen, die individuell sehr unterschiedliche Erscheinungsformen annehmen können, muss man kennen und im Einzelfall ausfindig machen, um aus der Spirale von Schmerz, Unruhe und Panik herauszufinden und eigene Möglichkeiten zur besseren Stressregulation zu finden.

Aus diesen Erkenntnissen ist Ihr Angebot entstanden?
Bendixen: Ja, wir haben die „Körperbezogene psychodynamische Schmerztherapie für Patienten mit Traumafolgestörungen“ in der Schmerztagesklinik Traunstein nach mehr als zehnjähriger Erfahrung in der Behandlung von Schmerzpatienten entwickelt. Dabei zeigte sich, dass insbesondere Schmerzpatienten einen körperorientierten Behandlungsansatz brauchen, um ihre Symptome besser zu verstehen und einen neuen Zugang zum bisher nur negativ besetzten Körper zu bekommen. Es zeigte sich auch, dass zusätzlich zur in der Schmerztherapie etablierten Verhaltenstherapie ein psychodynamischer Ansatz sehr sinnvoll sein kann. Insbesondere, wenn man davon ausgeht, dass ein Entwicklungs- oder Bindungstrauma ursächlich für die Entwicklung der Schmerzen verantwortlich ist.

Welche Rolle spielt der psychodynamische Ansatz?
Bendixen: Eine psychodynamische Perspektive bezieht die schwierigen Beziehungserfahrungen dieser Patienten in der frühen Kindheit in die Behandlung mit ein. Er hilft, die negativen Auswirkungen dieser Erfahrungen auf aktuelle Beziehungen zu klären und zu lindern. Die körperbezogene psychodynamische Schmerztherapie ist also ein Ansatz, bei dem es um Körpererfahrung und um Gefühle geht, um das Selbsterleben und das Erleben in sozialen Beziehungen. Dabei handelt es sich bei diesem Therapieansatz aber nicht um eine explizite Trauma- oder Psychotherapie – diese sollten optimalerweise begleitend stattfinden – sondern um Anleitung und Unterstützung in der Hilfe zur Selbsthilfe.

(Ina Berwanger)

13.09.2016 - Klinikum Traunstein

„Meilenstein für das Klinikum Traunstein“

Offizieller Spatenstich markiert Baubeginn des neuen Parkhauses

„Dies ist ein Meilenstein für das Klinikum Traunstein“, so Dr. Uwe Gretscher, Vorstandsvorsitzender der Kliniken Südostbayern AG am Montagnachmittag: Bei strahlendem Sonnenschein wurde mit dem offiziellen Spatenstich der Baubeginn für das neue Parkhaus am Klinikum gefeiert. mehr...

Seine Fertigstellung ist für Ende 2017 geplant. Der Neubau am Bahnübergang und neuem Bahnhaltepunkt mit seinen knapp 700 Plätzen soll für eine Entspannung der Parkplatzsituation am Klinikum sorgen. Mit einem „herzlichen vergelt’s Gott“ dankte Landrat und stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der Kliniken Südostbayern Siegfried Walch den anwesenden Anwohnern an der Großbaustelle.

„Wir sind der größte Arbeitgeber in der Region, von den 3.700 Mitarbeitern der Kliniken Südostbayern AG arbeiten 2.000 im Klinikum Traunstein“, sagte Siegfried Walch zum Auftakt seiner Festansprache. Mitten in der Stadt gelegen, sei das Klinikum seit dem Wochenende durch die neue Bahnhaltestelle direkt vor der Haustür zwar besser zu erreichen, aber in Sachen Parken für Patienten und Mitarbeiter habe längst Handlungsbedarf bestanden. „Mit dem Parkhausneubau schlagen wir gleich zwei Fliegen mit einer Klappe“, freute sich der Landrat. Denn nach dessen Inbetriebnahme würde das alte Parkhaus gegenüber abgerissen und an seiner Stelle ein neues Bettenhaus errichtet. „So können wir die Versorgung in der Region aufrechterhalten und verbessern“, erklärte Walch. „Mit der Firma Goldbeck haben wir einen guten Partner, so können wir uns auf unser Kerngeschäft konzentrieren, nämlich uns um die Patienten kümmern.“

Rund 800 Mitarbeiter würden täglich in das Klinikum Traunstein kommen, um die Versorgung der Patienten sicherzustellen, so Dr. Uwe Gretscher in seiner Rede. Mit dem Parkhausneubau sollten nun „deutlich geordnetere Verhältnisse beim Parken rund um das Klinikum“ herrschen. „So viel Erfahrung wie die Firma Goldbeck“ habe bei Projekten dieser Art kaum jemand, betonte der Vorstandsvorsitzende. Die Goldbeck Public Partner GmbH, so ihr Geschäftsführer Dr. Andreas Iding, stellt „neben Planung, Bau und Finanzierung auch langfristig die Objektverfügbarkeit sicher und übernimmt die wirtschaftliche Verantwortung für die Parkraumbewirtschaftung.“ Die auf 30 Jahre ausgelegte Partnerschaft von Landkreis, Kliniken, Stadt und Goldbeck ermögliche zudem, dass Parkhaus und Klinikum „barrierefrei und trockenen Fußes“ über eine die Straße querende Brücke erreicht werden könnten, so Gretscher. Dies sei auch im Hinblick auf die demographische Entwicklung mit ihrer steigenden Zahl älterer Patienten zu begrüßen.

„Ich bin froh, dass wir heute hier stehen“, stellte Dr. Gretscher fest. „Es gibt keine bessere Fläche als diese hier.“ Dass die Verantwortung der Firma Goldbeck nicht beim hier entstehenden schlüsselfertigen Parkhaus-Bau aufhöre, machte Geschäftsführer Dr. Iding deutlich. „Sie schließt auch eine gute Bewirtschaftung mit ein.“ Zudem seien „nicht nur die Nutzer für uns wichtig, sondern auch die Anwohner.“ Durch die Montage vorgefertigter Bauelemente könne man „relativ geräuscharm bauen.“ Sein Unternehmen könne „jetzt sichtbar aktiv werden“, stellte Dr. Iding fest. Abschließend sagte er schmunzelnd, er und sein Team würden sich freuen, wenn das schöne Wetter nun auch noch einen guten Stern für das gesamte Projekt bedeute.

Ina Berwanger

Vier Männer und ein Spatenstich – für das neue Parkhaus am Klinikum Traunstein (v.l.): Dr. Andreas Iding, Geschäftsführer Goldbeck Public Partner GmbH, Landrat Siegfried Walch, Dr. Uwe Gretscher, Vorstandsvorsitzender der Kliniken Südostbayern AG und Dieter Janshen, Geschäftsstellenleiter der Goldbeck-Niederlassung in Rosenheim
Vier Männer und ein Spatenstich – für das neue Parkhaus am Klinikum Traunstein (v.l.): Dr. Andreas Iding, Geschäftsführer Goldbeck Public Partner GmbH, Landrat Siegfried Walch, Dr. Uwe Gretscher, Vorstandsvorsitzender der Kliniken Südostbayern AG und Dieter Janshen, Geschäftsstellenleiter der Goldbeck-Niederlassung in Rosenheim
02.09.2016 - Klinikum Trauntein

Jens Sudmann ist seit 1. September Chefarzt der ZNA des Klinikums Traunstein

Seit dem 1. September leitet Jens Sudmann die Zentrale Notfallambulanz (ZNA) im Klinikum Traunstein. Der neue Chefarzt wurde vom Vorstandsvorsitzenden Dr. Uwe Gretscher und dem Medizinischen Direktor Dr. Stefan Paech begrüßt und in sein Amt eingeführt. mehr...

Nach rund einjähriger Umbauzeit der Notfallambulanz war die neue ZNA des Klinikums Traunstein in Betrieb gegangen. Die ZNA sei zentraler Anlaufpunkt und Drehscheibe für die Patientenversorgung und Patientensteuerung geworden. In Traunstein stelle man überproportional steigende Patientenzahlen, besonders in den sprechstundenfreien Zeit der niedergelassenen Ärzte, fest. Deshalb sei es wichtig, die Prozesse professionell und effektiv aufzusetzen. Aus diesen Grund werde die ZNA künftig als eigenständige chefärztliche Abteilung geführt, kündigte Paech bei der Einweihungsfeier an.
Die Stelle als Chefarzt wurde dem Allgemeinmediziner, Facharzt für Anästhesie sowie Notfall-, Intensiv- und Flugmediziner Jens Sudmann übertragen. Als Fliegerarzt im Marinegeschwader 3 in Nordholz und als Weiterbildungsassistnt in Arztpraxen in Cuxhaven und Nordholz sowie die Teilnahme am Notdienst der Kassenärztlichen Vereinigung von Stadt und Landkreis Cuxhaven sammelte er seine ersten Erfahrungen in der Notfallversorgung.
Danach folgen Tätigkeiten als Assistenz- und Facharzt im Klinikum Bremerhaven-Reinkenheide in der Abteilung für Anästhesie und operative Intensivmedizin sowie als Notarzt im Landkreis Cuxhaven. Seit 2010 bis zum Beginn seiner Tätigkeit im Klinikum Traunstein war er als Ärztlicher Leiter der ZNA im Klinikum Bremerhaven-Reinkenheide und als Notarzt der Stadt Bremerhaven tätig.
Die während besonders während seiner letzten Tätigkeit gesammelten Erfahrungen will Jens Sudmann im die ZNA des Klinikums Traunstein einbringen. Durch die Standardisierung von Behandlungsabläufen soll die Patientensicherheit weiter verbessert werden. Großen Wert legt er auf die fachübergreifende (interdisziplinäre) Zusammenarbeit mit den Fachabteilungen des Klinikums. Als studierter Gesundheitsökonom seien ihm die Kostenbelastung und die Wertschöpfung seiner Abteilung ebenfalls ein besonderes Anliegen, so Jens Sudmann.

Jens Sudmann (Mitte) wird vom Medizinischen Direktor Dr. Stefan Paech (li.) und dem Vorstandsvorsitzendem Dr. Uwe Gretscher an seinem künftigen Arbeitsplatz, der Zentralen Notaufnahme, begrüßt.
Jens Sudmann (Mitte) wird vom Medizinischen Direktor Dr. Stefan Paech (li.) und dem Vorstandsvorsitzendem Dr. Uwe Gretscher an seinem künftigen Arbeitsplatz, der Zentralen Notaufnahme, begrüßt.
22.08.2016 - Klinikum Traunstein

Projekt „SAVE“ spannt Netz für Seltene Erkrankung Cystinose

Dr. Katharina Hohenfellner vom Klinikum Traunstein erhielt 1. Platz beim Bayerischen Innovationspreis Gesundheitstelematik

„Wenn man die Therapie von Menschen mit einer Seltenen Erkrankung wie der chronischen Stoffwechselstörung Cystinose verbessern möchte, braucht man gute Daten“, so Priv.-Doz. Dr. med. Katharina Hohenfellner, leitende Ärztin der Kindernephrologie an der Kinderklinik des Klinikums Traunstein. Die Initiatorin des erfolgreichen Modellprojekts einer interdisziplinären Sprechstunde im Cystinose-Zentrum Traunstein hat daher das telemedizinische Projekt „SAVE“ entwickelt. Dafür wurde die engagierte Medizinerin jetzt mit dem 1. Platz des diesjährigen Bayerischen Innovationspreises Gesundheitstelematik ausgezeichnet. mehr...

Der Bayerische Innovationspreis Gesundheitstelematik (BIG) 2016 wurde am 4. Bayerischen Tag der Telemedizin verliehen. SAVE-„Telemedizinisches Konzept zur Optimierung von Diagnose und Therapie, unter Berücksichtigung von Transition (Überleitung der Behandlung heranwachsender Patienten in die Hände der Erwachsenenmedizin) und Versorgungsforschung seltener Erkrankungen ist eines von drei Gewinnerprojekten. Es basiert auf Dr. Hohenfellners 2014 mit dem Bayerischen Gesundheitspreis in der der Kategorie „Zukunft Telemedizin – Wie innovative Ansätze aus der Telemedizin in der ambulanten Versorgung flächendeckend eingesetzt werden“ ausgezeichneten Projekt „Basis-Sonographie der Nieren und ableitenden Harnwege im Kindes- und Jugendalter“.

Ziel des telemedizinischen Projektes ist, alle an der Behandlung beteiligten Ärzte umfassend einzubinden. Dies ist umso wichtiger, als die Patienten der viele Organe betreffenden Seltenen Erkrankungen aus ganz Deutschland in die oft schon weit im Voraus ausgebuchte interdisziplinäre Traunsteiner Spezialsprechstunde kommen und daheim kontinuierlich auf hohem Niveau weiterbehandelt werden müssen. Dabei wird den Behandlern vor Ort künftig „SAVE“ helfen können. „Wir haben mit der Basissonographie eine Plattform, die wir zügig weiterentwickeln“, erklärt Dr. Hohenfellner. „Wenn der Patient zustimmt, dass wir seine kompletten Unterlagen samt Röntgenbildern und Befunden unter einer verschlüsselten Identifikationsnummer im System hinterlegen, hat zum Beispiel der Arzt in Hamburg Zugriff auf dieselben Informationen wie wir in Traunstein.“
Dadurch würde nicht nur der Patient entlastet, weil er nicht mehr Sorge für das Sammeln aller für seine komplexe - wie für viele Ärzte aufgrund der Seltenheit der Erkrankung auch herausfordernde - Behandlung nötigen Unterlagen tragen müsse. Die Behandler vor Ort würden zudem von der Expertise der Fachleute profitieren. Und diese könnten weltweit durch den dann möglichen Vergleich vieler Krankheitsverläufe wertvolle Erkenntnisse zur weiteren Verbesserung der Behandlung dieser Seltener Erkrankungen gewinnen. Voraussetzung für die Eintragung in ein zentrales Register ist natürlich auch in diesem Fall die Einwilligung des Patienten. „Unser Programm wird auch Schriftstücke dokumentieren können und damit die Dokumentation erleichtern“, so Dr. Hohenfellner. Gemeinsam mit Kollegen, Software-Entwicklern und IT-Spezialisten ist sie zuversichtlich, „SAVE“ in Kürze in der Praxis anwenden zu können. Geplant ist ebenfalls, die Plattform in Zukunft auch für andere seltene Erkrankungen zu nutzen.

(Ina Berwanger)

Den ersten Platz des diesjährigen Bayerischen Innovationspreises Gesundheitstelematik sicherte sich PD Dr. med. Katharina Hohenfellner (Mitte) mit ihrem Projekt „SAVE“ - Telemedizinisches Konzept zur Optimierung von Diagnose und Therapie, unter Berücksichtigung von Transition und Versorgungsforschung seltener Erkrankungen. Überreicht wurde die Urkunde vom Leiter der Krankenhausabteilung im Gesundheitsministerium, Ministerialdirigent Herwig Heide (links) und Dr. med. Siegfried Jedamzik (rechts) von der Bayerischen Telemedallianz.
Den ersten Platz des diesjährigen Bayerischen Innovationspreises Gesundheitstelematik sicherte sich PD Dr. med. Katharina Hohenfellner (Mitte) mit ihrem Projekt „SAVE“ - Telemedizinisches Konzept zur Optimierung von Diagnose und Therapie, unter Berücksichtigung von Transition und Versorgungsforschung seltener Erkrankungen. Überreicht wurde die Urkunde vom Leiter der Krankenhausabteilung im Gesundheitsministerium, Ministerialdirigent Herwig Heide (links) und Dr. med. Siegfried Jedamzik (rechts) von der Bayerischen Telemedallianz.
19.08.2016 - Klinikum Traunstein

Traunsteiner Unfallchirurgie von Prof. Dr. Rupert Ketterl unter Top-Medizinern Deutschlands

Zum zweiten Mal nach 2015 wird die Traunsteiner Unfallchirurgie von Chefarzt Prof. Dr. Rupert Ketterl in der Ärzteliste der Zeitschrift Focus aufgeführt, in der die 2850 führenden Mediziner Deutschlands vertreten sind. Damit befindet sich die Unfallchirurgie des Klinikums Traunstein in bester Gesellschaft mit den Universitätskliniken in Heidelberg, Freiburg, Ulm, Regensburg und Würzburg. Die Ärzteliste wird in jedem Jahr neu erstellt. mehr...

Die Ärzteliste wird seit einigen Jahren von Munich Inquire Media (MINQ) ermittelt. Sie weist quer durch alle Sparten 58 medizinische Spezialisierungen aus 14 Fachgebieten auf und umfasst solche Bereiche wie zum Beispiel Psyche, Schwangerschaft und Geburt, Schönheit, Knochen und Gelenke, Herz, Krebs; Zähne, Schmerz, Augen und Ohren, Magen und Darm sowie Allergie. In die Bewertung gingen große Umfragen in Zusammenarbeit mit medizinischen Fachgesellschaften, wissenschaftliche Publikationen, klinische Studien sowie Empfehlungen von Patientenverbänden, Selbsthilfegruppen, Klinikchefs, Oberärzten und niedergelassenen Medizinern ein.

18.08.2016 - Bildungszentrum für Gesundheitsberufe

Fünf Staatspreise für Gesundheits- und Krankenpfleger

20 frisch Examinierte verlassen die Berufsfachschule für Krankenpflege Traunstein

Mit der Zeugnisübergabe im Gasthaus Neue Post endete für 22 Schüler der Berufsfachschule für Krankenpflege Traunstein die dreijährige Ausbildung zum/zur Gesundheits- und Krankenpfleger/in. Den Schulabschluss schafften alle 22 Schüler. Beim Staatsexamen fehlten zwei Schülern ganze zwölf Minuten. So lange dauert nämlich die mündliche Prüfung, die sie nicht schafften, aber nachholen können. mehr...

Mit einem Notendurchschnitt von 2,2 schafften die Absolventen jedoch ein sehr gutes Ergebnis. Für ihre herausragenden schulischen Leistungen übergab der Aufsichtsratsvorsitzende der Kliniken Südostbayern AG, Landrat Siegfried Walch, Lukus-Samuel Bambach aus Traunstein, Olga Bobnew aus Trostberg, Alexander Heinrichs aus Inzell, Anna-Lena Schuster aus Reit im Winkel und Lilian Wondra aus Traunreut den Staatspreis der Regierung von Oberbayern. Wobei hervorzuheben ist, dass Bambach und Heinrichs einen Notendurchschnitt von 1,0 erreichten.

Landrat Walch stellte fest, dass ihnen viel abverlangt worden sei. Ferner hätten sie positive wie negative Erfahrungen im Umgang mit Patienten gemacht. „Dinge, die sie im Leben brauchen können“, so Walch. Ihnen sei viel Qualität mitgegeben worden. Die Kliniken bräuchten aber nicht nur praktische Leute mit fachlichem Wissen, sondern auch Leute mit menschlicher Kompetenz, also mit „Gspür“ für die Menschen. Sie hätten einen Beruf mit Zukunft gewählt, der ihnen viel abverlange.
Der Notendurchschnitt von 2,2 sei „sauguat“. Der Landrat freute sich daher über die hohe Qualität der Schüler und des Bildungszentrums für Gesundheitsberufe der Kliniken Südostbayer AG: Obwohl die Kliniken wirtschaftlich kein einfaches Jahr gehabt hätten, sei der Landkreis der Meinung, dass es notwendig sei, in den Nachwuchs zu investieren.

Der Vorstandsvorsitzende der Kliniken Südostbayer AG, Dr. Uwe Gretscher, sprach vom ersten Schritt einer hervorragenden Qualifikation, durch die sie für einen vernünftigen Beruf gewappnet seien. Rund die Hälfte von ihnen würden von der Kliniken Südostbayern AG übernommen.
„Sie haben einen Beruf im sozialen Umfeld gewählt. Das prägt Sie, denn Sie werden die soziale Komponente nie vergessen“, betonte Gretscher. Patienten hätten immer Probleme. Durch deren Betreuung und Begleitung entwickelten sie soziale Kompetenz, damit die Patienten auch Zuwendung bekämen. Sie hätten bereits in der Ausbildung Höhen und Tiefen erlebt, von der Geburt bis zum Tod. Die regionale Ausbildung sei ein hohes Gut und ein wichtiges Signal dafür, dass der Jugend eine Chance geboten werde.

Die Pflegedirektorin der Kliniken Südostbayer AG, Manuela Großauer, nannte sie das „erfolgreiche Produkt einer dreijährigen Ausbildungsstrecke“. An der „Produktentwicklung“ seien viele Unterstützer und Begleiter und vor allem sie selbst beteiligt gewesen. „Wir leben in einer Zeit, in der die Veränderung, und das in hohem Maße und Tempo, unser Leben und Berufsleben prägt“, meinte sie.
Neue Wege zu gehen und Veränderungsbereitschaft zu zeigen, sei für den Erfolg unabdingbar. Gerade der Berufsstand Pflege sei von vielen beruflichen Änderungen geprägt. „Von professioneller Pflege zur Profession Pflege untermauern wir unsere wertvolle Arbeit durch wissenschaftliche Begleitung“, so Großauer.
Mit den verschiedenen Berufsgruppen bestehe eine enge Zusammenarbeit im Qualifikationsmix. Die Patienten würden älter und kränker. Der Pflegeaufwand werde höher. Und das in einer schnelllebigen Zeit. Sie würden sich leistungsstark und innovativ einbringen, warb sie um sie als Nachwuchs für eine starke Profession Pflege. Um den hohen Ansprüchen des Pflegeberufs für die Patienten und die Kliniken gerecht zu werden, brauch es die Pflege als einen Beruf zwischen anspruchsvollem Management und Nächstenliebe.

Sie hätten gelernt, alles gegeben und ein wunderbares Ziel erreicht, erklärte die Klassenleitung Adelheid Rehbinder. Im Krankenhaus hätten sie Patienten bei der Genesung geholfen, aber auch beim Sterben begleitet. In der Schule habe es Klassenarbeiten, Referate und Hausarbeiten gegeben. Sie zitierte zum Abschluss Albert Schweitzer mit den Worten „Das einzig Wichtige im Leben sind die Spuren, die wir hinterlassen, wenn wir gehen.“

Die Schülersprecher Olga Bobnew und Maximilian Heinrich sprachen von einem langen Weg der Veränderung und Herausforderungen. Das Wissen und der Wortschatz seien dabei gewachsen. Es sei eine Zeit voller Emotionen gewesen. Sie hätten einen wichtigen Meilenstein auf ihrem Lebensweg erreicht.

Der Leiter des Bildungszentrums für Gesundheitsberufe und Leiter der Berufsfachschule für Krankenpflege, Rupert Übelherr, nannte seine Einrichtung den siebten Standort neben den sechs Krankenhäusern der Kliniken Südostbayern AG. „Es ist das Filetstück“, sagte er. Dies machten vor allem die Schüler aus, die Leben in das Bildungszentrum brächten.

Fünf Schüler der Berufsfachschule für Krankenpflege wurden wegen ihrer herausragenden schulischen Leistungen mit einem Staatspreis ausgezeichnet. Unser Foto zeigt von links Landrat Siegfried Walch, Klassenleitung Adelheid Rehbinder, Lukas-Samuel Bambach, den Vorstandsvorsitzenden Dr. Uwe Gretscher, Olga Bobnew, Alexander Heinrichs, Anna-Lena Schuster, Lilian Wondra, Vorstand Elisabeth Ulmer und Schulleiter Rupert Übelherr.
Fünf Schüler der Berufsfachschule für Krankenpflege wurden wegen ihrer herausragenden schulischen Leistungen mit einem Staatspreis ausgezeichnet. Unser Foto zeigt von links Landrat Siegfried Walch, Klassenleitung Adelheid Rehbinder, Lukas-Samuel Bambach, den Vorstandsvorsitzenden Dr. Uwe Gretscher, Olga Bobnew, Alexander Heinrichs, Anna-Lena Schuster, Lilian Wondra, Vorstand Elisabeth Ulmer und Schulleiter Rupert Übelherr.
16.08.2016 - Kreisklinik Trostberg

Abteilung Unfallchirurgie an der Kreisklinik Trostberg zum Endoprothetikzentrum zertifiziert

„Wir sind jetzt zum Endoprothetikzentrum zertifiziert worden“, freut sich Dr. Alfred Leitner, Leitender Arzt der Abteilung Unfallchirurgie an der Kreisklinik Trostberg. Für die Patienten bedeutet die gute Nachricht den Nachweis einer in der Endoprothetik gleichermaßen konsequent hohen Sicherheit wie konstant guten Behandlungsqualität: Bei einer jährlichen Kontrolle durch die zertifizierende Fachgesellschaft werden die inhaltlichen und strukturellen Anforderungen an das Endoprothetikzentrum (EPZ) immer wieder auf den Prüfstand gestellt. mehr...

Der Kriterienkatalog des Zertifizierungssystems EndoCert, welches die Abteilung Unfallchirurgie an der Kreisklinik Trostberg bewertet hat, steht in seinem gesamten Umfang auf fachlich fundierten Füßen. EndoCert wurde von der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft für Endoprothetik und dem Berufsverband der Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie ins Leben gerufen. Seine Ziele sind die weitere Verbesserung der Patientensicherheit und der Versorgungsqualität in der Endoprothetik. Da in zahlreichen Untersuchungen auf unterschiedlichen medizinischen Gebieten ein Zusammenhang zwischen der Versorgungsqualität und der Anzahl durchgeführter Operationen nachgewiesenen worden sei, ist es EndoCert wichtig, dass die Hauptoperateure jährlich wenigstens 50 Eingriffe zur Implantation künstlicher Gelenke durchführen.

In der Abteilung Unfallchirurgie an der Kreisklinik Trostberg sind dies Dr. Alfred Leitner, Dr. Martin Zeidler und Dr. Martin Droscha. „Der Schwerpunkt unserer Arbeit sind größere Auswechsel-Operationen von Implantaten an Hüften und Knien sowie deren Revisionen, also Korrektureingriffe bei Infektionen, Lockerungen oder nach Stürzen, wir setzen aber natürlich auch neue künstliche Gelenke ein“, erklärt Dr. Leitner. Da der Altersdurchschnitt der Patienten sehr hoch sei, wären viele von ihnen auf eine intensivmedizinische Behandlung angewiesen. Im Zusammenspiel aller Fachabteilungen liege eine große Stärke der Kreisklinik Trostberg, so Dr. Leitner. „Alle Abteilungen sind involviert, bei Bedarf bis hin zur Inneren Medizin, deren Chefarzt der Infektiologe Prof. Thomas Glück ist“, sagt der Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie.

Auch er und seine Kollegen im EPZ arbeiten Hand in Hand. „Wir sind ein eingespieltes Team und operieren immer mit derselben Mannschaft.“ Die Mitarbeiterinnen würden die Patienten von der Aufnahme bis zur Entlassung so freundlichen wie kompetent begleiten. Und nicht nur bei Komplikationen seien die Patienten rund um die Uhr versorgt. „Bei uns ist der Patient keine Nummer“, weist der Arzt auf die gute, familiäre Atmosphäre und die kurzen Wege im Haus hin.

Für die Zertifizierung sind es diese Qualitätsindikatoren, auf die es ankommt. Sie stehen mit erfahrenen Operateuren, sich an den aktuellen Leitlinien der Fachgesellschaften orientierenden, strukturierten Behandlungsabläufen, immer aktuell weitergebildeten Mitarbeitern, zugewandter Patienteninformation und –kommunikation und der Verwendung moderner Implantate dafür, dass die Patienten sicher und qualitativ hochwertig versorgt werden. Dazu gehören auch regelmäßig stattfindende Qualitätszirkel, die sich unter anderem mit aus dem Management von Risiken, Fehlern und Beschwerden resultierenden Themen auseinandersetzen. Nach der gewissenhaften Beantwortung eines über 50 Seiten umfassenden Fragenkatalogs und der zweitägigen strengen, persönlichen Kontrolle durch Orthopäden von EndoCert hat das Zertifizierungssystem der Abteilung Unfallchirurgie an der Kreisklinik Trostberg in Verbindung mit dem Ärztering Chiemgau aus Traunreut nun die Zertifizierung „als qualitätssichernde Maßnahme in der Behandlung von Gelenkerkrankungen“ bestätigt.

(Ina Berwanger)

„Wir sind ein eingespieltes Team und operieren immer mit derselben Mannschaft“, Dr. Alfred Leitner (rechts sitzend) – Die Operation kann los gehen. Unterstützt wird er im Bild von Volker Schachner (li.), Operationstechnischer Assistent.
„Wir sind ein eingespieltes Team und operieren immer mit derselben Mannschaft“, Dr. Alfred Leitner (rechts sitzend) – Die Operation kann los gehen. Unterstützt wird er im Bild von Volker Schachner (li.), Operationstechnischer Assistent.
10.08.2016 - Klinikum Traunstein

Es ging um Sport- und Freizeitverletzungen

Traunsteiner Unfallchirurgisches Symposium befasste sich mit Ursachen, Therapie und Prävention

Unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Rupert Ketterl vom Klinikum Traunstein fand im Landratsamt das 23. Traunsteiner Unfallchirurgische Symposium statt, das sich mit Sport- und Freizeitverletzungen befasste. Sie seien nach wie vor eine der Hauptursachen unterschiedlichster Verletzungen des Bewegungsapparates, erklärte Prof. Dr. Ketterl. mehr...

Gerade die Entwicklung von Trendsportarten konfrontiere die Unfallchirurgen mit veränderten Verletzungsmustern. Gleichzeitig erwarte der Verletzte eine vollständige Wiederherstellung seines Aktivitätsniveaus. Die Rückkehr zur Sportausübung sollte zudem in kurzer Zeit erreicht werden. Diese Anforderungen stellten für den Unfallchirurgen und Orthopäden sowie für den Rehabilitationsmediziner und Physiotherapeuten eine große Herausforderung dar.

Bei Risiko-, Extrem- und Kontaktsportarten wie Boxen, Ringen, Fußball und Handball, Reitsport, Fahrradfahren, Geräteturnen, Motorradsport, Wintersport und Inlineskaten werden je zu einem Drittel ernstere Verletzungen wie Frakturen oder Luxationen, Kapselbandrisse oder Zerrungen bzw. Dehnungen sowie Prellungen festgestellt. Als Ursache für die Sportverletzung nannte Dr. Ralf Doyscher von der Charité in Berlin fehlende Koordination, fehlendes Aufwärmen, falsche oder mangelhafte Technik, fehlende Risikoeinschätzung, eine fehlende körperliche Voraussetzung, aber auch das Alter des Sporttreibenden oder Sportausübung unter Einfluss von Alkohol oder anderen Drogen. Er zeigte ungünstige Entwicklungen innerhalb des Profi- und Kadersports mit ausgedehnten Überlastungsschäden und daraus resultierenden Verletzungen auf. Um den Athleten davor zu schützen, sei eine enge Kooperation innerhalb der Sportmedizin erforderlich.
Dr. Doyscher stellte auch funktionelle Test für die Sportrehabilitation nach Verletzungen und Operationen vor. Er wies darauf hin, wie wichtig die Einhaltung sportartspezifischer Trainingseinheiten sei, um Überlastungsschäden und erneute Verletzungen zu vermeiden.
Die Möglichkeiten einer der Verletzung angepassten Therapie bei einem Schädel-Hirn-Trauma wurden von PD Dr. Sandro Krieg vom Klinikum rechts der Isar in München dargestellt. Er sagte, dass der bei einem Unfall entstandene primäre Schaden häufig nicht mehr aufgehoben werden könne. In der Durchführung einer effektiven Behandlung könne jedoch eine zusätzliche Schädigung der Gehirnsubstanz vermieden und dadurch ein deutlich besseres Ergebnis gewährleistet werden. Er stellte Behandlungsempfehlungen zur Wiederaufnahme von sportlichen Aktivitäten nach einem Schädel-Hirn-Traumas dar.

Prof. Dr. Thomas Freude von der BG-Unfallklinik in Tübingen forderte bei Vorliegen von Wirbelsäulenverletzungen eine stadiengerechte Versorgung mit stabiler Wiederherstellung der Wirbelsäule, eine schonende OP-Technik und eine gezielte Rehabilitation. Er wies auf Behandlungsmöglichkeiten bei einer akuten Querschnittslähmung nach einem Sportunfall hin. Neben Hilfsmitteln zum Erreichen einer Gehfähigkeit gebe es erste erfolgversprechende Ansätze zur Behandlung des Verletzungsbilds auf molekularbiologischer Basis und in der Stammzellenforschung.

Verletzungen des Schultergürtels und der oberen Extremität sind vor allem bei Sportarten wie Kunstturnen, Radsport, Handball, aber auch Snowboarden, Rudern oder Golfen möglich, wie die Referenten PD Dr. Andreas Lenich und PD Dr. Stefan Huber-Wagner aus München ausführten. Sie stellten die verschiedenen Versorgungsmöglichkeiten bei Brüchen oder Kapsel-Band-Verletzungen dar. Eine frühzeitige Versorgung führe zu besseren Langzeitergebnissen. Ebenso wurde die Entwicklung eines Airbags zur Vermeidung von Schulter- und Oberarmverletzungen vorgestellt.
Im Falle eines Knochenbruches am Ober- oder Unterschenkel muss eine stabile Versorgung schnellstmöglich erreicht werden. Laut Prof. Dr. Edgar Mayr vom Klinikum Augsburg muss das Ziel einer operativen Stabilisierung eine Vollbelastungsmöglichkeit sein, um so schnellstmöglich wieder Aktivitäten durchführen zu können und den Zeitraum bis zur Wiederaufnahme des Trainings möglichst kurz zu halten. Er wies auf Parallelen zur Alterstraumatologie hin, in der ebenfalls eine Vollbelastung und schnelle Wiederaufnahme der Aktivität einen wesentlichen Behandlungspfeiler darstelle.

Mit Besonderheiten von Kniebandverletzungen befasste sich PD Dr. Peter U. Brucker, Leitender Mannschaftsarzt des DSV-Alpinsports. Die Entwicklung durch neues Material und neuer Technik habe zu neuen Verletzungsmustern geführt. Bei Verletzungen im Alpinsport sei das Kniegelenk bei jedem dritten Verletzten beteiligt. Frauen seien mit einem Anteil von annähernd 50 Prozent deutlich häufiger betroffen, während bei Männern der Anteil an Knieverletzungen knapp über 20 Prozent liege. Brucker machte Besonderheiten der Kniegelenkstellung und hormonelle Einflüsse für die deutlich höhere Verletzungsanfälligkeit des Kniegelenkes beim weiblichen Geschlecht verantwortlich.

Prof. Dr. Alexander Woltmann von der BG-Unfallklinik in Murnau berichtete über komplexe Beckenverletzungen bei der Sportausübung sowie über die konservativen und operativen Behandlungsmöglichkeiten der verschiedenen Verletzungsformen und der speziell beim Hochrasanztrauma nachweisbaren Begleitverletzungen.

Die Wiederherstellung der wichtigen funktionellen Einheit Fuß- und Sprunggelenk stellte Dr. Johannes Gabel von der BG-Unfallklinik in Murnau dar. Sportartspezifische Verletzungen im Sprunggelenks- und Fußbereich, wie sie zum Beispiel beim Snowboarden auftreten, wurden analysiert und mit den Behandlungsmöglichkeiten versehen.

Hochkarätig besetzt war wieder das Referententeam der Unfallchirurgischen Symposiums, v. li.: Dr. med. Ralf Doyscher, Charité Universitätsmedizin Berlin, PD Dr. med. Peter U. Brucker OrthoPlus München, Prof. Dr. med. Alexander Woltmann, Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik Murnau, Dr. med. Johannes Gabel, Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik Murnau, Prof. Dr. Rupert Ketterl vom Klinikum Traunstein, Prof. Dr. med. Edgar Mayr, Klinikum Augsburg, PD Dr. med. Stefan Huber-Wagner, Klinikum rechts der Isar, München
Hochkarätig besetzt war wieder das Referententeam der Unfallchirurgischen Symposiums, v. li.: Dr. med. Ralf Doyscher, Charité Universitätsmedizin Berlin, PD Dr. med. Peter U. Brucker OrthoPlus München, Prof. Dr. med. Alexander Woltmann, Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik Murnau, Dr. med. Johannes Gabel, Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik Murnau, Prof. Dr. Rupert Ketterl vom Klinikum Traunstein, Prof. Dr. med. Edgar Mayr, Klinikum Augsburg, PD Dr. med. Stefan Huber-Wagner, Klinikum rechts der Isar, München
01.08.2016 - Bildungszentrum

21 erfolgreiche Pflegefachhelfer verabschiedet

Berufsfachschule für Krankenpflegehilfe Traunstein übergab die Abschlusszeugnisse

Respekt vor dem, was sie während ihrer Ausbildung in der Schule, in den Krankenhäusern und Altenheimen sowie an den Prüfungstagen geleistet und erreicht hatten, sprach Wolfgang Raufeisen, Leiter der Berufsfachschule für Krankenpflegehilfe der Kliniken Südostbayern AG, 21 frisch gebackenen Krankenpflegehelfern bei der Zeugnisübergabe im Bildungszentrum für Gesundheitsberufe der Kliniken Südostbayern AG aus. mehr...

Prüfungsbeste waren Katja Bartacek aus Ainring mit einen Notendurchschnitt von 1,0 im Schulabschlusszeugnis und in der Abschlussprüfung, Veronika Hauptenbuchner aus Traunstein (1,2) und Gabriela Enzinger aus Saaldorf (1,6).

Raufeisen sprach den Absolventen seinen Dank dafür aus, dass sie künftig einen Beruf ausübten, der zur Linderung von Leid und Not von kranken Menschen beitrage und somit auch für Gesundheit und Lebensqualität in unserer Gesellschaft sorge. „Dass dieser Beruf viel von ihnen abverlangt, haben Sie im zurückliegenden Jahr zur Genüge erfahren“, stellte der Schulleiter fest.

Besonders stellte er auch die Personen heraus, die am Erfolg der Pflegefachhelfer beteiligt waren: die Lehrkräfte und Angestellten des Bildungszentrums für Gesundheitsberufe, die examinierten Pflegekräfte und Ärzte der Kliniken Südostbayern AG sowie die Altenheime mit Kooperationsvertrag.

Von einer wichtigen Einrichtung für den Landkreis und die Kliniken Südostbayern AG sprach der Aufsichtsratsvorsitzende der Klinik-AG, Landrat Siegfried Walch. Der Landkreis habe in die Berufsfachschule investiert, weil er einen Grundstock für den eigenen Nachwuchs für seine Kliniken und Altenheime legen und dafür sorgen wollte, dass die Qualität der Versorgung stimme. Dies sei ganz bewusst aus der Überzeugung heraus geschehen, denn für die Region sei es gut und richtig, wenn man solch eine Einrichtung vorhalte.

Die Absolventen hätten einen wichtigen Abschnitt geschafft. Der Erfolg habe auch etwas mit Disziplin, Leistungsbereitschaft und Engagement zu tun. „Egal, welchen Weg Sie jetzt gehen, ob Sie bei den Kliniken oder Altenheimen des Landkreises oder anderswo weitermachen, Sie haben eine Grundlage für das Leben, die Ihnen keiner mehr nehmen kann“, stellte Walch fest. Er sprach die Hoffnung aus, dass jeder seinen persönlichen Weg machen und sein persönliches Glück finden möge. Dabei gehe es nicht nur um das, was sie gelernt hätten, sondern auch um die Persönlichkeit. Sie seien dort tätig, wo Menschen sie bräuchten und auf ihre Hilfe angewiesen seien.

Der Medizinische Direktor der Kliniken Südostbayern AG, Dr. Stefan Paech, brachte den hohen Stellenwert des Schulabschlusses zum Ausdruck. Für viele sei es der Einstieg in Berufe der Pflege und der Medizin. Dies seien anspruchsvolle und übergreifende Berufe. Der Qualifikationsmix gehöre heute zur Tagesordnung und er sei ein echtes Erfolgsmodell geworden. Man erlebe, dass man auf Augenhöhe in verschiedenen Gruppen umgehe. Man denke heute in Prozessen und nicht mehr in Hierarchien. Dadurch sei das Berufsbild des Pflegefachhelfers ein Stück attraktiver geworden. Er könne in einer sicheren Zukunft sich auf das konzentrieren, was er gelernt habe, weil sein Beruf nachgefragt werde.

Sie seien auf ihrem Weg von Kollegen, Eltern, Freunden, Vorgesetzten und von Patienten begleitet worden und hätten dabei wertvolle Erfahrungen gemacht, meinte die Pflegedirektorin der Kliniken Südostbayern AG, Manuela Großauer. Sie wiederum hätten Patienten begleitet, deren Weg oftmals ungeplant steinig und schwierig zu beschreiten sei. „Sie haben sich entschieden, weiterhin mit Menschen eng zusammenzuarbeiten, sie weiterhin zu begleiten und weiterhin mit und für Patienten Wege zu suchen“, so Großauer.

Ihr Weg sei nicht zu Ende, denn sie reisten weiter, entweder in eine weitere Ausbildung, in eine Anstellung bei der Kliniken Südostbayern AG oder bei einem anderen Arbeitgeber. Dazu wünschte sie ihnen Erfolg und den Mut, bei Bedarf auch einmal die Richtung zu ändern.
Einen Rückblick auf die Schulzeit gab Klassensprecher Jonathan Nachtmann. Mit 25 Schülern habe man begonnen. Für viele sei es ein neuer Lebensabschnitt gewesen. Während der Ausbildung hätten sie 1000 Stunden Theorie und 600 Stunden Praxis absolviert, gab er einen Einblick in die sehr umfassende Ausbildung.

28.07.2016 - Kreisklinik Berchtesgaden

Gute Nachricht für Menschen mit chronischen Schmerzen

Chefarzt Dr. Juraj Artner bietet an Kreisklinik Berchtesgaden ab August multimodale Schmerztherapie an

Chefarzt Dr. med. Juraj Artner
Chefarzt Dr. med. Juraj Artner

Bei chronischen Schmerzen gibt es ab 1. August Hilfe direkt vor Ort: In der Kreisklinik Berchtesgaden bieten dann der neue Chefarzt Dr. Juraj Artner und sein interdisziplinäres Team eine multimodale Schmerztherapie an.  mehr...

„Jeder Mensch erlebt den Schmerz anders“, so der Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie sowie Spezielle Schmerztherapie. Eine „maßgeschneiderte“ Behandlung sei daher für ihn und sein Team ebenso selbstverständlich wie sehr viel Zeit für jeden einzelnen Patienten.

Dr. Artner hat vor 13 Jahren bei der Kliniken Südostbayern AG seine Weiterbildung begonnen und zusammen mit Prof. Pratschke in der Kreisklinik Bad Reichenhall gearbeitet. Auch in der Kreisklinik Berchtesgaden ist der 40-Jährige kein Unbekannter, hierher ist der kompetente Fachmann in Sachen Schmerztherapie nun zurückgekehrt.

Dabei folgen ihm auch viele seiner bisherigen Patienten an seinen neuen Wirkungsort. „Man muss die Menschen mit ihrem Schmerz dort abholen, wo sie sind, sie führen und begleiten, ihnen in kleinen Schritten den Weg zurück ins Leben zeigen“, so Dr. Artner. „Um den Schmerz effektiv behandeln zu können, muss man nicht nur ihn, sondern auch den Patienten ganz genau kennen. Dabei gibt es neben der körperlichen immer auch eine seelische Ebene.“ Viele Patienten des erfahrenen Schmerztherapeuten haben bereits eine lange Odyssee von Arzt zu Arzt hinter sich. Durch das spezielle Konzept der multimodalen Schmerztherapie kann jedoch auch bei diesen Patienten oftmals eine deutliche Verbesserung der Situation erreicht werden.

Der erste Schritt im Rahmen der Therapie beginnt mit einem ausführlichen Erstgespräch durch den aufnehmenden Arzt. Dabei erfolgt schon die Aufnahme im Rahmen der stationären multimodalen Behandlung in der Regel interdisziplinär, denn Dr. Artner und sein interprofessionelles Team aus Schmerztherapeut, Orthopäde, Neurologe und Psychiater, Psychotherapeutin, Physiotherapeuten, Ergotherapeut, Pflege und weiteren Teammitgliedern sehen den Patienten ganzheitlich. Sie treffen sich zweimal wöchentlich zum Austausch über die Therapiefortschritte jedes einzelnen Patienten.

Eine sehr gute Zusammenarbeit bestünde auch mit den Abteilungen Anästhesiologie sowie Innere Medizin. „Die multimodale Schmerztherapie ist die intensivste Therapiemaßnahme in der Schmerzmedizin, und für viele chronische Schmerzpatienten optimal“, erklärt Dr. Artner. So eigne sie sich bei länger als sechs bis zwölf Wochen andauernden chronischen Schmerzen, bei einer begonnenen fach- oder hausärztlichen Behandlung, die nicht zu einer adäquaten Schmerzreduktion geführt habe, aber auch bei Schmerzeskalation, einer Ausbreitung der Schmerzen und wenn die Schmerzen den Alltag und das Leben des Patienten einschränken.

Indikationen sind zum Beispiel chronische Schmerzbilder wie Arthroseschmerz, degenerative Wirbelsäulenleiden, anhaltende postoperative Schmerzen, Nervenschmerzen oder Kopfschmerzen. Das für mobile Patienten geeignete Programm sei „hochintensiv, aber natürlich mit ausreichenden Erholungsphasen“, sagt Dr. Artner. Die Anzahl der Visiten wird den Bedürfnissen der Patienten. angepasst. „Ich möchte den Patienten mindestens zweimal täglich sehen, um mir einen guten Eindruck von seinem Befinden zu verschaffen“, betont der engagierte Arzt. Neben der stationären Therapie bietet er zudem auch eine ambulante prästationäre Sprechstunde für Schmerztherapie an.

Zu seinem offenen und ehrlichen Umgang mit den Patienten gehört auch, ihnen keine unhaltbaren Versprechen zu geben. „Wir können natürlich nicht in jedem Fall versprechen, dass ein Schmerz völlig verschwindet“, so Dr. Artner. Bereits eine geringe Verbesserung des Schmerzlevels bedeutet für den Alltag oftmals einen deutlich spürbarbaren Erfolg, auf den dann im weiteren Therapieverlauf aufgebaut werden kann.

Neben der Schmerzlinderung erfahren die Patienten durch unsere multimodale Therapie auch eine Erleichterung ihres Alltages, schlafen besser und haben wieder Freude an der Bewegung. All dies trägt zur Steigerung ihrer Lebensqualität bei.“ Nähere Informationen unter der Telefonnummer des Sekretariats von Dr. Artner 08652 57-5200 oder unter www.kreisklinik-berchtesgaden.de

Text: Ina Berwanger

25.07.2016 - Kreisklinik Berchtesgaden

Mit offenen Ohren für Patienten und Kollegen

Chefarzt Dr. Andreas Klein ist neuer Ärztlicher Direktor an der Kreisklinik Berchtesgaden

Chefarzt Dr. med. Andreas Klein
Chefarzt Dr. med. Andreas Klein

Dr. Andreas Klein, Chefarzt der Anästhesie an der Kreisklinik Berchtesgaden, ist seit 1. Juni auch Ärztlicher Direktor. Der 48-Jährige arbeitet seit 2001 für die Kliniken Südostbayern AG und ist seit Oktober 2013 an der Kreisklinik Berchtesgaden. Der Wahl-Reichenhaller ist auch Vorsitzender des Ethikkomitees für die Kreiskliniken im Berchtesgadener Land.

Text: Ina Berwanger mehr...

Mit der nötigen Portion Fingerspitzengefühl und diplomatischem Geschick ausgestattet, hat Dr. Klein auch als Ärztlicher Direktor ein Ohr für die Anliegen seiner ärztlichen Kollegen. Für ihn sei es wichtig, dass die Unternehmensleitung einen Ansprechpartner vor Ort habe. Dabei ginge es weniger um medizinische als um administrative Fragen wie zum Beispiel strukturelle oder personelle Veränderungen.

Dr. Klein engagiert sich auch als Palliativmediziner in der Spezialisierten Ambulanten Palliativ-Versorgung (SAPV) des Netzwerkes Hospiz. Für sie ist er in seiner neuen Funktion auch präsent, wenn sie mit ihren Behandlern in der Kreisklinik ein Problem haben, das ohne Weiteres so auf der Station nicht zu lösen ist. Dass die Vermittlung zwischen Chefärzten und Patienten dem ruhigen und besonnenen Mediziner liegt, steht außer Frage. 

01.07.2016 - Kliniken Südostbayern

Mehr Patienten und weniger Defizit

Jahreshauptversammlung: „Wirtschaftliche Gesundung“ der Kliniken Südostbayern AG schreitet voran

Das Defizit des Klinikverbundes hat sich gegenüber dem Vorjahr von 6,8 Millionen Euro auf 3,3 Millionen Euro mehr als halbiert. Zudem wurden in den sechs Standorten der Kliniken Südostbayern AG mehr Patienten als im Vorjahr versorgt:  mehr...

Das teilte der Vorstandsvorsitzende der Kliniken, Dr. Uwe Gretscher, nach der Hauptversammlung der Aktiengesellschaft in Teisendorf mit. „Der wirtschaftliche Konsolidierungskurs ist in vollem Gange und die Patienten nehmen unsere Kliniken mehr denn je an“, so der Vorstandvorsitzende. Auch konnte in die medizinische Qualität des Versorgungsangebots investiert werden. Für Dr. Gretscher, der die Kliniken seit gut einem Jahr leitet, ist es erfreulich, dass es 2015 im Verbund gelungen ist, das wirtschaftliche Ergebnis deutlich zu verbessern und somit im operativen Bereich erstmals wieder die „schwarze Null“ zu erreichen. Diese Herausforderung wurde mit eigener Kraft, gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gestemmt, erklärte der Vorsitzende.

Auch für die Folgejahre von einer Ergebnisverbesserung ausgegangen, obwohl der Rahmen ab 2017 durch gesetzliche und tarifliche Bedingungen deutlich schwieriger wird. Damit auch diese Aufgabe gelingt, müssen Abläufe weiter optimiert werden. Ziel muss sein, sich den Kernkompetenzen widmen zu können. „Das kommt unmittelbar unseren Patienten zugute, denn der Heilungsprozess profitiert nicht nur von einer bestmöglichen medizinischen und pflegerischen Versorgung rund um die Uhr, sondern auch von der Zuwendung unserer Mitarbeiter im persönlichen Umgang“ betonte Dr. Gretscher. Die menschliche Komponente und die Zufriedenheit der Patienten und der Mitarbeiter liegt auch Elisabeth Ulmer, Vorstand der Kliniken Südostbayern AG, besonders am Herzen. „Wir werden alle Anstrengungen unternehmen um auch in diesen Bereichen noch besser zu werden.“

Zur besseren Patientenversorgung und Beschleunigung von Versorgungsabläufen wurde erst kürzlich am Klinikum Traunstein die zentrale Notfallambulanz und Sterilgutversorgung nach einem Um- und Ausbau wiedereröffnet. Der Medizinische Direktor, Dr. Stefan Paech, teilte mit, dass man einen deutlichen Anstieg der Patienten mit einem Lebensalter über 80 Jahren zu verzeichnen habe.

Der Klinikverbund hat auf den demographischen Wandel umgehend reagiert. Mit den akut-geriatrischen Abteilungen in den Kreiskliniken Berchtesgaden und Vinzentinum Ruhpolding sowie den Abteilungen für Geriatrische Rehabilitation in den Kreiskliniken Berchtesgaden und Trostberg hat man ein engmaschig arbeitendes Netz für altersmedizinische Versorgung geschaffen“, so Elisabeth Ulmer. Das dritte inhaltliche Standbein der Geriatrie im Klinikverbund ist die Alterstraumatologie. Sie agiert ebenfalls standortübergreifend und trägt der ganz spezifischen Situation der unfallverletzten alten Menschen Rechnung.

Am 1. April 2015 wurden die Gefäßchirurgie und endovaskuläre Chirurgie an der Kreisklinik Bad Reichenhall neu gegründet. Als eine Filialabteilung der Gefäßchirurgie des Klinikums Traunstein steht sie unter der fachlichen Leitung von Chefarzt Dr. Volker Kiechle, der mit seinem Team an beiden Standorten operiert. Seit dem 1. Januar diesen Jahres arbeitet auch die Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe der Kreisklinik Bad Reichenhall im Verbund mit der Frauenklink Traunstein, unter Gesamtleitung von Chefarzt Prof. Dr. Christian Schindlbeck. Der Aufsichtsratsvorsitzende der Kliniken Südostbayern AG und Landrat des Land- kreises Berchtesgadener Land, Georg Grabner, stellt zufrieden fest, dass die stand- ortübergreifende Zusammenarbeit der einzelnen Kreiskliniken und Fachabteilungen immer besser funktioniert und der Fusionsgedanke ́gelebt ́ wird!

Siegfried Walch, stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender und Landrat des Landkreises Traunstein betont, dass die Kliniken das wertvollste Kapital beider Landkreise sind und bleiben werden. Er und sein Amtskollege Landrat Georg Grabner sprachen sich einmal mehr klar für den Erhalt der Kliniken Südostbayern AG in kommunaler Träger- schaft aus. „Mit uns wird es keine Privatisierung geben!“ so Walch. Zum eingeschlagenen Konsolidierungskurs gäbe es keine Alternative. Auch, wenn die notwendigen Reformen viel von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern abverlangten, so sei ein langfristiger Erhalt in kommunaler Trägerschaft nur möglich, wenn sich der Betrieb selbst trägt. Beide Landkreise wären niemals in der Lage ein Unternehmen mit der Größe von 3.600 Mitarbeiter und einer viertel Milliarde Umsatz dauerhaft über Zuschüsse zu finanzieren.
„Der eingeschlagene Kurs ist die Grundlage für eine langfristig qualitativ hochwertige medizinische Versorgung in unserem Raum“, so die beiden Landräte.

Präsentierten den Jahresbericht 2015, von links: Vorstandsvorsitzender Dr. Uwe Gletscher, Medizinischer Direktor Dr. Uwe Patch, Vorstand Elisabeth Ulmer, Landrat (TS) Siegfried Walch, Landrat (BGL) Georg Grabner
Präsentierten den Jahresbericht 2015, von links: Vorstandsvorsitzender Dr. Uwe Gletscher, Medizinischer Direktor Dr. Uwe Patch, Vorstand Elisabeth Ulmer, Landrat (TS) Siegfried Walch, Landrat (BGL) Georg Grabner
28.06.2016 - Klinikum Traunstein

Gesamtes Spektrum von Hirntumoren wurde erläutert

Abteilungen des Klinikums Traunstein informierten anlässlich des Welthirntumortags

Mit einer gelungenen Mischung aus Besichtigung, Vorträgen und Diskussionen informierten die Abteilungen Neurochirurgie, Strahlentherapie und Onkologie des Klinikums Traunstein anlässlich des Welthirntumortags zahlreiche interessierte Besucher ausführlich über die Bestimmung (Diagnostik) und Behandlung (Therapie) von Hirntumoren. Dabei ging es besonders um die Erfahrungen im Klinikum Traunstein bei neuen Entwicklungen, Standards und Grenzen bei der Behandlung von Hirntumorpatienten. mehr...

Nach der Begrüßung folgte die Besichtigung der neurochirurgischen Ambulanz von Chefarzt PD Dr. Mario Carvi y Nievas im Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) am Klinikum Traunstein. Dr. Carvi y Nievas erläuterte den Teilnehmern anhand von Videoaufnahmen von Gehirnoperationen die verschiedenen operativen – zum Beispiel intraoperativ oder endoskopisch - Behandlungsmöglichkeiten. Die Filme samt der fachmännischen Erläuterungen von Dr. Carvi y Nievas kamen bei den Betrachtern sehr gut an.

In der onkologischen Tagesklinik erläuterte der Chefarzt der Abteilung Hämatologie und Onkologie, Dr. Thomas Kubin, das breite Spektrum der angebotenen Leistungen. So kann die Behandlung mit Medikamenten zu einer deutlichen Verkleinerung von Hirntumoren führen. Eine häufig gebrauchte Standardtherapie setzt eine gleichzeitige Chemotherapie kombiniert mit einer Strahlentherapie voraus. Es werden immer rascher neue Therapiekonzepte entwickelt mit dem Einsatz von zielgerichteten Substanzen sowie verschiedenen immunologischen bzw. biologischen Tumortherapien zur Stimulierung der körpereigenen Abwehr gegen diese Tumore.

In der Abteilung Strahlentherapie und Radioonkologie von Chefarzt Dr. Thomas Auberger lernten die Besucher die modernen Verfahren der Präzisions-Strahlentherapie kennen, die für die Behandlung von Hirnmetastasen besonders wichtig ist. Von besonderer Bedeutung für die Behandlung bösartiger und gutartiger Erkrankungen des Gehirns sind die stereotaktische Strahlentherapie und die Radiochirurgie. Eine optimale technische Ausstattung und langjährige medizinische Erfahrung sind dafür unverzichtbar. Auf besonderes Interesse stieß bei den Besuchern die Demonstration des Ablaufs einer Präzisionsstrahlentherapie mit einem Linearbeschleuniger.

Anschließend gab es zahlreiche Fragen aus dem Publikum, das sehr engagiert und wissbegierig war. Später wurde über eine Hotline auch die Möglichkeit von Telefonanfragen zugeschaltet. Angehörige, Patienten und Interessenten fragten das ganze Spektrum der Behandlung von Hirntumoren nach. Festgestellt wurde seitens der Mediziner, dass es nicht nur bösartige, sondern oft auch gutartige Hirntumore gibt. Bjr
Foto: Als sehr wissbegierig erwies sich das Publikum bei der Veranstaltung des Klinikums Traunstein anlässlich des Welthirntumortags. Unser Foto zeigt die Chefärzte Dr, Thomas Auberger und Dr. Thomas Kubin bei der Diskussion mit den Besuchern.

15.06.2016 - Bildungszentrum für Gesundheitsberufe

Eine Krankenpflegeschülerin geht ihren Weg

Mit etwas Glück heuer zum Europa-Wettbewerb nach Schweden: Dorothea Thurner

Dorothea Thurner (Zweite von rechts) bei der Ehrung beim Deutschen Pflegetag in Berlin
Dorothea Thurner (Zweite von rechts) bei der Ehrung beim Deutschen Pflegetag in Berlin

Noch gar nicht so lange vom Endausscheid der Nationalen Initiative – Bundeswettbewerb „Bester Schüler in der Alten- und Krankenpflege 2016“ in Berlin zurück, hat die Obingerin Dorothea Thurner schon wieder das nächste Etappenziel vor Augen: Die Schülerin der Berufsfachschule für Krankenpflege der Kliniken Südostbayern AG am Klinikum Traunstein möchte Anfang Dezember für die deutsche Nationalmannschaft zur „EuroSkills“ - der Europameisterschaft der Berufe - ins schwedische Göteborg fahren. mehr...

„Der Alltag hat mich schon wieder eingefangen“, sagt Dorothea Thurner, „aber die Tage in Berlin waren sehr schön und angenehm aufregend.“ Beim Bundeswettbewerb „Bester Schüler in der Alten- und Krankenpflege 2016“ in Berlin hat die 19-Jährige einen guten vierten Platz gemacht. Darüber darf sich die fleißige und ehrgeizige junge Frau ebenso freuen wie die Berufsfachschule , Klinikverbund, Mitschüler und Lehrer sowie natürlich Familie und Freunde. Dorothea und die anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmer – der 1. Platz ging übrigens an Mohammed, auch aus Bayern – des Wettbewerbs zeigten in dessen Verlauf eindrucksvoll, was in der Pflege geleistet wird. Als Dankeschön für dieses bundesweite Signal wurde dem Nachwuchs in der Pflege auf dem Fernsehturm am Alexanderplatz ein Menü hoch über den Dächern des nächtlichen Berlins serviert. Eine Stadtrundfahrt bei Tage hatte auch am Brandenburger Tor vorbeigeführt und dabei deutlich gemacht, dass das berühmte, forsche Ampelmännchen seinen Ursprung im Osten der früher geteilten Stadt hat.

Um ganz genaues Beobachten - und dann auch Erkennen des Gesundheitszustandes eines fiktiven Patienten - ging es auch beim praktischen Teil der Prüfung im Endausscheid. Schriftliche und mündliche Prüfung mit nicht weniger als vier Prüfern verlangten den künftigen Alten- und Krankenpflegern einiges ab. „Unsere Tage waren durchgetaktet“, so Dorothea Thurner. Besonders beeindruckend war für sie nach dem Besuch des Bundeskanzleramtes die persönliche Begegnung der Wettbewerbsteilnehmer mit Juliane Juchli. Die stets den Menschen zugewandte Schweizer Ordensfrau hat die Pflege im deutschsprachigen Raum in den letzten Jahrzehnten maßgeblich geprägt. „Sie ist eine faszinierende Persönlichkeit“, erinnert sich Dorothea mit strahlenden Augen. Einen wahrlich festlichen Abschluss gefunden habe dieser besondere Berlin-Besuch dann mit der Preisverleihung auf dem Deutschen Pflegetag. Die schwarz-rot-goldene Schärpe wird die aus Obing im Chiemgau stammende Krankenpflegeschülerin vielleicht auch wieder in Schweden tragen dürfen.

Wenn sie es also tatsächlich schaffen sollte, für die deutsche Nationalmannschaft nach Göteborg zu fahren, heißt es gleich nach der Rückkehr: büffeln. Denn dann geht es in die letzte und damit Prüfungsphase der Ausbildung. Das stört die dynamische, zielstrebige Dorothea ebenso wenig wie eine auch mögliche Teilnahme an der „WordSkills“. Der weltweite öffentliche Wettbewerb der besten jungen Menschen in ihren Berufen findet 2017 in Abu Dhabi statt. Er soll nicht nur eine wertvolle Rückmeldung für die Teilnehmer und ihre Ausbildungsbetriebe sein, sondern auch ein Motivationsschub zur Weiterbildung – und die Präsentation positiver Vorbilder wie Dorothea Thurner für alle Jugendlichen vor der Berufswahl, in der Ausbildung oder im Beruf.

(I.Berwanger)

06.06.2016 - Klinikum Traunstein

Den Krankenhausalltag als Besucher erleben

Großes Interesse herrschte beim Tag der offenen Tür im Klinikum Traunstein

Minimalinvasive Operationsinstrumente konnten die Besucher in den Operationssälen des Ambulanten Operationszentrums selbst ausprobieren.
Über Funktionen und Krankheiten des Herzens informierten sich die Besucher am begehbaren Modell eines Herzens.
Auf großes Interesse stieß auch der neu gestaltete Eingangsbereich der Zentralen Notfallambulanz, der ab dem heutigen Montag geöffnet ist.
Eine große Attraktion war das begehbare, acht Meter lange Darmmodell in der Eingangshalle.
Einen Blick konnten die Besucher auch in das moderne Herzkatheterlabor der Kardiologie werfen.

In der Regel wird der Normalbürger nur in seiner Rolle als Patient eher zwangsweise mit dem Alltag eines Krankenhauses konfrontiert. Die Kliniken Südostbayern AG bietet daher seit etlichen Jahren der breiten Bevölkerung die Möglichkeit, bei einem Tag der offenen Tür in ihren Häusern einen Blick hinter die Kulissen des Klinikalltags zu werfen. Dazu hatten die Bürger am Samstag im Klinikum Traunstein die Gelegenheit, die sie auch ausgiebig nutzten. In Scharen strömten die Menschen in das Traunsteiner Schwerpunktkrankenhaus, um sich von der modernen Ausstattung und der hervorragenden Versorgung des Klinikums ein Bild zu machen. mehr...

Wann hat man schon die Chance in einen Operationssaal zu schauen, ohne gleich „aufgeschnitten“ zu werden? Im Ambulanten Operationszentrum (AOZ) des Medizinischen Versorgungszentrums Traunstein-Freilassing am Klinikum Traunstein standen gleich vier Operationssäle verschiedener Fachbereiche zur Verfügung. Dort konnten die Besucher selbst ausprobieren und an einem Bildschirm beobachten, wie schwierig die Handhabung der minimalinvasiven Operationsinstrumente, man sprich auch von der „Schlüssellochchirurgie“, ist.

Auch eine endoskopische Untersuchung der Gastroenterologischen Abteilung konnten sie live an einem Bildschirm im Großen Seminarraum mitverfolgen. Dies können nicht einmal Patienten, wenn sie eine solche über sich ergehen lassen müssen, denn sie werden dafür „ins Reich der Träume“ versetzt. „Sedieren“ lautet dafür der medizinische Fachausdruck für die Kurzzeitnarkose, erfuhren sie von den Ärzten. Wer sich anschließend noch in das Innere eines Darm begeben und es aus der Nähe betrachten wollte, der konnte dies in einem acht Meter langen, begehbaren Darmmodell tun.
Eine Auswahl von implantierbaren Defibrillatoren und Herzschrittmachern wurde in der Kardiologie gezeigt. Implantiert werden sie in einem der Herzkatheterlabors, das man ebenfalls besichtigen konnte. Zu sehen gab es in der kardiologischen Funktionsabteilung auch das EKG und die Lungenfunktion. Um Fragen rund um das Herz, seine Funktionen und Erkrankungen ging es auch beim begehbaren Modell eines Herzens in der Einganghalle.

Neugierig waren die Besucher besonders auf die neue Zentrale Notfallambulanz, die am Tag zuvor nach umfangreichen Umbaumaßnahmen im Eingangsbereich eingeweiht wurde und ab dem heutigen Montag wieder über den gewohnten Weg angefahren werden kann. Durch eine Änderung der Organisationsstrukturen werden Patienten künftig schneller und nach der Schwere ihrer Verletzung bzw. Erkrankung ausgewählt und behandelt. Vor dem Eingang hatte das Bayerische Rote Kreuz einen Krankenwagen ausgestellt. Ebenso konnte man sich über die aktuelle Form der Reanimation informieren.

Vom Arzt über die Pflegekraft bis zum Techniker stand das Personal geduldig Rede und Antwort. Das Onkologische Zentrum stand für Fragen über Krebserkrankungen und deren Heilungschancen zur Verfügung. Dass die Angst vor Narkosen völlig unberechtigt ist, machten die Mitarbeiter der Anästhesieabteilung deutlich. Die neuesten Gelenkimplantate zeigte die Unfallchirurgie. Bei der Gefäßchirurgie waren es die Gefäßprothesen. Die Besucher konnten sich auch über ihren Gesundheitszustand informieren. Gemessen wurde auf Wunsch der Blutdruck und der Blutzucker.
Schließlich wurde zum Ausdruck gebracht, dass auch der Geist und die Seele der Patienten eine gute Betreuung brauchen. Dazu hatten der Sozialdienst, die Krankenhausseelsorge, das „Netzwerk Hospiz“ sowie die Krisenintervention im Landkreis des Bayerischen Roten Kreuzes und des Malteser Hilfsdienstes ihre Informationsstände aufgebaut.

Nicht zuletzt werden aufgrund des Nachwuchsmangels in der Pflege Pflegekräfte gesucht. Für die Ausbildung ist das Bildungszentrum für Gesundheitsberufe der Kliniken Südostbayern AG in Traunstein zuständig, dass sich ebenfalls vorstellte. Neben der Ausbildung zum Krankenpflegehelfer sowie zum Gesundheits- und Krankenpfleger werden auch spezielle Ausbildungen angeboten, wie zum Beispiel zur Operationstechnischen Assistenz.

03.06.2016 - Klinikum Traunstein

„Herzstücke“ des Klinikums Traunstein eingeweiht

Zentrale Notfallambulanz und Aufbereitungseinheit für Medizinprodukte wurden offiziell in Betrieb genommen

Mit der Segnung durch den katholischen Stadtpfarrer, Dekan Georg Lindl, und den evangelischen Dekan Peter Bertram sowie der symbolischen Schlüsselübergabe durch die Architekten Hans Romstätter aus Traunstein und Andreas Boesel aus München wurden die Aufbereitungseinheit für Medizinprodukte (AEMP) – früher Zentralsterilisation – und die Zentrale Notfallambulanz (ZNA) im Klinikum Traunstein nach einer längeren Umbauphase wiedereröffnet. Rund zehn Millionen Euro wurde in dieser Zeit „verbaut“. mehr...

Dies veranlasste den Vorstandsvorsitzenden der Kliniken Südostbayern AG, Dr. Uwe Gretscher, an die Politik zu appellieren, weiterhin die notwendigen Mittel zur Verfügung zu stellen, „damit wir das tun können, was wir am besten können: unsere Patienten bestens zu versorgen“. Die ZNA sei für die Akutversorgung wichtig, weil die Patientenzahlen zunähmen. Die AEMP dagegen sei das Herzstück für die künftige Standortentwicklung des Klinikums.

Auch der stellvertretende Traunsteiner Landrat Sepp Konhäuser bezeichnete beide beide Bereiche als „Herzstücke“. „Sie sind Dreh- und Angelpunkte für eine optimale Versorgung der Patienten.“ Die effektive und professionelle Versorgung der Region werde auf Dauer gewährleistet. Die Arbeitsbedingungen würden optimiert und zeitgemäß gestaltet.
Der Berchtesgadener Landrat und Aufsichtsratsvorsitzende der Kliniken Südostbayern AG, Georg Grabner, meinte: „Wer nicht rudert, der treibt zurück.“ Aber im Gesundheitswesen sei man das starke Rudern gewöhnt. Die Gesamtwirtschaftliche Situation der Kliniken habe sei deutlich verbessert, aber man sei noch nicht dort, wo man hin wolle. Er verhehlte nicht, dass dies für die Belegschaft nicht immer einfach sei. Die neue Aufbereitungsein für Medizinprodukte und die neue Zentrale Notfallambulanz würden nicht nur die Patientensicherheit und die Arbeitsbedingungen verbessern, sondern auch der Attraktivität und dem Erfolg des Klinikverbunds insgesamt dienen.

Verbesserungen zum Wohle der Patienten und Mitarbeiter sah auch der Leiter der Krankenhausabteilung im Gesundheitsministerium, Ministerialdirigent Herwig Heide. Die Krankenhausschwerpunktversorgung in Traunstein leiste einen hervorragenden Beitrag für die Gesundheitsversorgung und als Akademisches Lehrkrankenhaus auch für den Ärztenachwuchs. Angesichts des medizinisch-technischen Fortschritts meinte er: „Wer aufhört, gut zu sein, hat aufgehört besser zu werden“, sagte Heide.

Das Klinikum Traunstein ruhe sich nicht auf dem Erreichten aus, wie der abgeschlossene Umbau der Aufbereitungseinheit für Medizinprodukte und der Zentralen Notfallambulanz zeige. Ihre Neugestaltung belege, dass es erforderlich sei, am Ball zu bleiben. Das Aufgabenspektrum und die Inanspruchnahme der Notaufnahme hätten sich in den vergangenen Jahren verändert. Über 40 Prozent der ambulanten Notfälle würden inzwischen im Krankenhaus behandelt. Dadurch habe sich die Bedeutung der Notaufnahme zu einer Steuerungseinheit gewandelt.

Von den sehr hohen Anforderungen an die Mitarbeiter während der rund zweijährigen Umbauphase sprach der Ärztliche Direktor Prof. Dr. Rupert Ketterl. Dennoch habe man keine Einbußen im laufenden Betrieb erlitten. „Die Akzeptanz der Patienten ist geblieben.“ Dies zeige, dass der Weg richtig und jeder Euro sinnvoll eingesetzt worden sei. Die gesetzlichen Anforderungen bei der Aufbereitung von Medizinprodukten seien höher geworden. Deshalb sei die AEMP das Herzstück des Klinikums. Wenn sie nicht funktioniere, stehe das Haus still. Prof. Ketterl appellierte deshalb an den Klinikvorstand, dafür zu sorgen, dass auch künftig genügend Personal vorhanden sei, um die Patienten anständig versorgen zu können.
Auf die Notfallversorgung ging auch der Medizinische Direktor Dr. Stefan Paech ein. Die ZNA sei zentraler Anlaufpunkt und Drehscheibe für die Patientenversorgung und Patientensteuerung geworden. In Traunstein stelle man überproportional steigende Patientenzahlen, besonders in den sprechstundenfreien Zeiten der niedergelassenen Ärzte, fest. Deshalb sei es wichtig, die Prozesse professionell und effektiv aufzusetzen. Aus diesen Grund werde die ZNA künftig als eigenständige chefärztliche Abteilung geführt. Der Allgemeinmediziner und Anästhesist Dr. Jens Sudmann werde zum 1. September die Leitung der Zentralen Notfallambulanz übernehmen.
Von den Nöten und Ängsten der Menschen, die in die Notaufnahme kommen, sprach Klinik-Vorstand Elisabeth Ulmer. Sie befanden sich in einer Notsituation, hofften aber, in schweren Zeiten die bestmögliche Versorgung zu bekommen. Sie lobte die Mitarbeiter für die geleistete Arbeit. „Wir haben hervorragende und äußerst engagierte Ärzte und Pflegekräfte.“

Während des laufenden Klinikbetriebs zu bauen, sei wegen des Lärms und Staubs nicht immer einfach gewesen, erklärte Architekt Romstätter von der Architektenarbeitsgemeinschaft Boesel-Hohberg aus München und Zeller-Romstätter aus Traunstein. Über 50 Firmen hätten ihr Bestes gegeben und rund 45 000 Arbeitsstunden geleistet. Ein Arbeiter hätte damit 23 Jahre lang zu tun gehabt. Die Handwerker seien „die wahren Helden“ des Umbaus gewesen.

Die Architekten Andreas Boesel (links) und Hans Romstätter (2. von links) übergaben den symbolischen Schlüssel an Landrat Georg Grabner, den stellvertretenden Landrat Sepp Konhäuser, den Vorstandsvorsitzenden Dr. Uwe Gretscher, Vorstand Elisabeth Ulmer und den Medizinischen Direktor Dr. Stefan Paech (von links).
Die Architekten Andreas Boesel (links) und Hans Romstätter (2. von links) übergaben den symbolischen Schlüssel an Landrat Georg Grabner, den stellvertretenden Landrat Sepp Konhäuser, den Vorstandsvorsitzenden Dr. Uwe Gretscher, Vorstand Elisabeth Ulmer und den Medizinischen Direktor Dr. Stefan Paech (von links).
31.05.2016 - Kreisklinik Freilassing

Wohnortnahe Sprechstunde für Neurochirurgie

PD Dr. Mario Carvi y Nievas klärt ab 1. Juni Symptome in der Kreisklinik Freilassing ab

Ab dem 1. Juni bietet der Chefarzt der Neurochirurgie im Klinikum Traunstein, Privatdozent Dr. Mario Carvi y Nievas, zusammen mit den Neurochirurgen Dr. Mark Gross und Dr. Matthias Gottwald in der Kreisklinik Freilassing jeden Mittwoch von 14 bis 16 Uhr eine neurochirurgische Praxissprechstunde an. Sie ist vor allem für Patienten aus dem Landkreis Berchtesgadener Land gedacht, die weiter weg vom Klinikum Traunstein wohnen und deshalb keine gute Anbindung an die neurochirurgische Sprechstunde in Traunstein haben. mehr...

„Wir haben damit die Möglichkeit, den Patienten eine Sprechstunde der Abteilung für Neurochirurgie Traunstein vor Ort zu bieten“, sagt Dr. Carvi y Nievas. Durch die wohnortnahe Sprechstunde sei es einfacher, den einen oder anderen Krankheitsfall als geeignet zu finden, um eine Operation durchzuführen. Durch den persönlichen Kontakt mit den Patienten vor Ort könne man vieles einfacher erledigen. So gebe es etliche Patienten, die an Kopfschmerzen oder Ausfallerscheinungen litten, sich aber nicht trauten, nach Traunstein zu fahren. In der Sprechstunde könne man vor Ort abklären, ob man die Symptome durch eine Operation behandeln müsse bzw. könne, so Dr. Carvi y Nievas.

Zu den Behandlungsschwerpunkten der seit rund vier Jahren im Klinikum Traunstein ansässige neurochirurgische Abteilung von Dr. Carvi y Nievas zählen unter anderem Schädelhirn- und Rückenmarkverletzungen, gut- und bösartige Tumore, tumoröse und degenerative Wirbelsäulenerkrankungen, Verengungen und Instabilitäten des Wirbelkanals, Bandscheibenvorfälle, Hirnblutungen, vaskuläre Erkrankungen und Gefäßmissbildungen des Gehirns sowie kindliche Hirntumore und Missbildungen.

Die Neurochirurgie deckt das gesamte Spektrum der operativen Techniken im Schädel- und Wirbelsäulenbereich ab, wie zum Beispiel neuronavigationsgestützte Mikrochirurgie und Endoskopie. Stereotaktische, minimalinvasive Eingriffe und fluoreszenzmikroskopische Eingriffe werden durch die Traunsteiner Neurochirurgen routinemäßig durchgeführt.
Die Diagnostik basiert unter anderem auf elektrophysiologischen Untersuchungen einschließlich einer intraoperativen elektrophysiologischen Überwachung, Gefäßultraschall im extra- und intrakraniellen Raum sowie auf Messungen des intrakraniellen Drucks durch implantierbare Sonden.

v.l.: Dr. Matthias Gottwald, Privatdozent Dr. Mario Carvi y Nievas und Dr. Mark Gross
v.l.: Dr. Matthias Gottwald, Privatdozent Dr. Mario Carvi y Nievas und Dr. Mark Gross
20.05.2016 - Kreisklinik Berchtesgaden

Neue Dienstleistung in der Kreisklinik

Serviceassistentinnen kommen bei Patienten und Pflege prima an

„Kann ich Ihnen beim Einräumen Ihres Schrankes helfen?“ Diese Frage beantworten Patienten auf der akut-geriatrischen oder auf der orthopädischen Station der Kreisklinik Berchtesgaden naturgemäß mit einem erleichterten „Danke, gerne.“ Und schon packen die helfenden Hände von Sandra Gruber oder Angelika Lesnik-Barglik zu. Die beiden Frauen sind die ersten Serviceassistentinnen im Haus. Seit einigen Wochen bedeutet ihre Arbeit nicht nur mehr Komfort für die Patienten. Sondern auch eine Entlastung des Pflegepersonals von pflegefremden Tätigkeiten. mehr...

„Damit sich die Kolleginnen und Kollegen aus der Pflege wieder ganz auf ihre fachspezifische und hochqualifizierte Arbeit konzentrieren können, haben wir in unseren sechs Häusern das Tätigkeitsfeld der Serviceassistenz etabliert“, erklärt Projektbegleiterin Petra Kalina. Die gelernte Kinderintensivschwester mit betriebswirtschaftlichem Studium kennt die Arbeitsverdichtung in Medizin und Pflege aus eigener Erfahrung. Wenn sie jetzt mit den Pflegedienst- und Stationsleitungen über die ersten Erfahrungen beim Einsatz der neuen Serviceassistentinnen spricht, sind die Rückmeldungen durchwegs positiv. „Die neuen Kolleginnen sind gut in die Teams integriert worden und die Pflege hat gesehen und erlebt, dass diese sie von pflegefremden Tätigkeiten, nicht aber von pflegerischen Arbeiten entlasten“, so Kalina. Die Aufgabenbereiche der Serviceassistentinnen sind fest umrissen und umfassen das Verteilen von Essen und Getränken, das Auffüllen von Verbrauchsmaterialien und die vielfältige Unterstützung der Patienten. Gefragt sei, sagt Petra Kalina, dass die Serviceassistentinnen Ohr und Auge für die Patienten und deren Wünsche hätten, also kommunikations- und servicestark seien.

Sandra Gruber und Angelika Lesnik-Barglik bringen diese Grundvoraussetzungen für ihre neue Aufgabe von Haus aus mit: Gruber ist gelernte Altenpflegerin, Lesnik-Barglik studiert im letzten Semester Tourismusmanagement. Beide Frauen sind offen und zugewandt – und von ihrer Arbeit begeistert. „Die Patienten sind sehr lieb und ich bin sehr glücklich über meine Stationsleitung in der Orthopädie, sie hat wirklich ein goldenes Herz“, sagt die gebürtige Polin Angelika Lesnik-Barglik. Und Sandra Gruber schwärmt: „Ich bin noch nirgends so toll aufgenommen worden wie hier.“ Die familiäre Atmosphäre in der Kreisklinik, die gute Aufnahme in ihre Teams und die täglichen positiven Rückmeldungen der Patienten würden die Freude an der neuen Aufgabe verstärken, versichern die beiden Frauen. Petra Kalina ist guter Dinge, dass der Einsatz Serviceassistentinnen auch die Zufriedenheit von Patienten und Pflegepersonal erhöht. „Die Serviceassistentinnen setzen einen ganz wichtigen Baustein hier im Haus“, sagt sie. Die Patienten erführen noch mehr Zuwendung und die Pflege würde die Entlastung und damit Konzentration auf ihre fachlichen Kompetenzen spüren.

„Man nennt uns hier die Grashüpfer“, sagt Sandra Gruber mit einem Lächeln. Sie und Angelika Lesnik-Barglik sind für Patienten und Personal an ihren strahlend grünen Kasak zu erkennen. Petra Kalina würde sich freuen, wenn sie die Serviceassistenz in Berchtesgaden bald verstärkt begrüßen dürfte. „Über Bewerbungen von interessierten Damen – und sehr gerne auch Herren – freuen wir uns jederzeit“, sagt sie. Wenn sich eine Bewerberin oder ein Bewerber als geeignet erwiese, sehe Servicemanagerin Anne Overkamp „sofort, wer am besten auf welche Station und in welches Team passt.“ Interessierte wenden sich an Anne Overkamp, Tel: 0861- 2093170.

(Ina Berwanger)

Angelika Lesnik-Barglik und Sandra Gruber (v.l.) sind die ersten neuen Serviceassistentinnen an der Kreisklinik.
Angelika Lesnik-Barglik und Sandra Gruber (v.l.) sind die ersten neuen Serviceassistentinnen an der Kreisklinik.
10.05.2016 - Kliniken Südostbayern

Immer mehr Menschen erleiden einen Schlaganfall

Bluthochdruck großer Risikofaktor

Rund 250.000 Menschen erleiden in Deutschland jährlich einen Schlaganfall, Tendenz: steigend“, sagt Dr. Markus Schwahn, Leitender Neurologe an der Kreisklinik Bad Reichenhall. Dort ist er auch verantwortlicher leitender Arzt der vor fünf Jahren etablierten „Stroke Unit“, einer mit einem multiprofessionellen Team besetzten Spezialstation für Schlaganfall-Patienten. Auch wenn hier gute Behandlungserfolge erzielt werden: Ein Schlaganfall ist eine sehr ernste Erkrankung. Zu den größten Risikofaktoren zählt der Bluthochdruck. Darauf weist auch der „Tag gegen den Schlaganfall“ am 10. Mai mit seinem Motto „Mit Nachdruck gegen den Hochdruck“ hin. mehr...

Warum ist ein unbehandelter Bluthochdruck so gefährlich für das Gehirn?
Dr. Schwahn: Weil ein chronisch hoher Blutdruck vor allem Einfluss auf kleine Gefäße im Gehirn hat. Diese können bei Verkalkungen entsprechend schnell verstopfen und führen oft zu kleinen Schlaganfällen. Passiert dies in Bereichen des Gehirns, in denen auf sehr kleinem Raum sehr viele Nerven dicht aneinander gedrängt zusammenlaufen, so kann dies zu schweren neurologischen Ausfallserscheinungen führen. Auch die Gefahr eines Schlaganfalls durch eine Hirnblutung steigt deutlich.

Wann gilt ein Blutdruck als hoch?
Dr. Schwahn: Aktuell wird ein Korridor für einen Zielblutdruck empfohlen, der zwischen 120/70 und 140/90mmHg liegen sollte. Bei bestimmten Begleiterkrankungen gelten leicht abweichende Werte. Wer zum Beispiel eine Neigung zum hohen Blutdruck und Stress hat, muss aufpassen. Dies gilt auch für Menschen, die an Diabetes leiden oder rauchen. Sie alle leben mit einem Risiko für Gefäßerkrankungen und damit für Schlaganfälle oder auch Herzinfarkte.

Heißt das, wir müssen unseren Blutdruck ständig im Visier haben?
Dr. Schwahn: Ab einem Alter von 40 Jahren sollte man regelmäßig den Blutdruck überprüfen. Bei bekanntem Bluthochdruck gilt dies natürlich in besonderem Maße. Die gemessenen Werte sollten sorgfältig dokumentiert und mit dem Hausarzt besprochen werden.

Welche Symptome können auf einen Schlaganfall hinweisen?
Dr. Schwahn: Auf jeden Fall Symptome, die halbseitig auftreten, ob Lähmungserscheinungen oder Taubheitsgefühl, beides betrifft übrigens eher die Arme als die Beine. Besondere Aufmerksamkeit gilt dem Gesicht zum Beispiel mit einem plötzlich hängenden Mundwinkel. Außerdem können alle Veränderungen des Sprechens, auch Wortfindungsstörungen, auf einen Schlaganfall hinweisen. Ob sie fünf Sekunden oder fünf Minuten dauern: Auch akute Störungen des Gleichgewichts oder Doppelbilder sollten ernst genommen werden. Plötzlich auftretende starke Kopfschmerzen sind ebenfalls sofort abklärungsbedürftig.

Warum ist eine schnelle Behandlung des Schlaganfalls so wichtig?
Dr. Schwahn: Weil bei einem Schlaganfall in einer Minute an die zwei Millionen Gehirnzellen und 12 km Nervenfasern irreparabel zerstört werden. Es gilt die Regel „Time is brain“, also Zeit ist Gehirn. Wenn der Patient binnen vier Stunden nach dem Auftreten des Schlaganfalls bei uns vorstellig wird, können wir mit der Thrombolyse mittels eines extremen Blutverdünners den Blutpfropf auflösen. Nach diesen vier Stunden geht das nicht mehr, deswegen ist eine rasche Behandlung so wichtig.

Kommen ihre rund 350 Schlaganfall-Patienten pro Jahr denn immer zeitig genug?
Dr. Schwahn: Leider ist das nicht der Fall. Aber neben der genannten Lysetherapie stehen mit unserer Stroke Unit genügend Fachkräfte und Mittel zur Verfügung, die im Vergleich zu früheren Jahren zu deutlich besseren Behandlungsergebnissen führen. Schon mit der Aufnahme auf der Stroke Unit beginnt die Rehabilitation der Patienten. Pfleger, Ärzte, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten und Logopäden sind eigens für die Behandlung von Schlaganfall-Patienten geschult. So gehen Diagnose und Therapie zügig und Hand in Hand.

(I. Berwanger)

08.05.2016 - Kliniken Südostbayern

Mütter in Weiß schaffen Spagat zwischen Klinik und Kindern

Krankenschwester und Ärztin lieben ihre Kinder – und auch ihre interessante Arbeit

Lucy und Laura strahlen mit Mama Steffi Steinbacher um die Wette: Die beiden Töchter der Krankenschwester aus der Notaufnahme der Kreisklinik Bad Reichenhall sind aufgeweckt und lieb. Und sie sind gut versorgt, wenn ihre Mutter Dienst hat. Während die Steinbachers froh über die Hilfe der Omas sind, freut sich Assistenzärztin Dr. Ursula Mailer über die langen Öffnungszeiten und die Flexibilität ihrer Kinderkrippe in Traunstein. „Es ist alles eine Frage der Planung“, sage beide Frauen, die auch betonen, dass sie in sehr kooperativen Teams arbeiten. mehr...

Einig sind sich die Krankenschwester und die Chirurgin auch, dass die gute Versorgung der Kinder Grundvoraussetzung für den Wiedereinstieg in den Beruf nach einem Jahr Elternzeit war. Steffi Steinbachers Töchter sind zwei und acht Jahre alt. Dr. Mailers Tochter Pauline wird im Juli zwei Jahre alt, voraussichtlich kurz nach ihrem Geburtstag wird sie ein Schwesterchen bekommen. Ursula Mailer arbeitet mit 75 Prozent. Was für Ärztinnen noch vor gar nicht so langer Zeit nicht ganz einfach war, nämlich Teilzeit zu arbeiten, geht heute dank Vorgesetzter mit Blick über den Tellerrand leichter. Für die Chefärzte und Leiter der unfallchirurgischen Abteilungen in Trostberg und Traunstein sei ihr Wunsch kein Problem gewesen, so Dr. Mailer, die heuer ihre Facharztausbildung für Unfallchirurgie und Orthopädie abschließen wird. Sie arbeitet an fünf Tagen in der Woche jeweils sechs Stunden. „Ich bin froh, dass das möglich ist“, so die 32-Jährige, deren Ehemann Kollege und Oberarzt am Klinikum Traunstein ist. Sie kann sich auf Mann und Freunde verlassen, aber auch die Großeltern aus München und Landau in der Pfalz springen gerne ein. Nicht zuletzt mit Blick auf alleinerziehende berufstätige Mütter wünscht sich Ursula Mailer allerdings „genug Kinderbetreuungsplätze in Traunstein.“

Freude am Beruf haben sowohl die Ärztin als auch die Krankenschwester. „Ich arbeite in einem wirklich tollen Team und gehe richtig gerne in jeden Dienst“, sagt Steffi Steinbacher. Kinder und Klinik seien Herausforderung und Befriedigung, jedes auf seine Art. Beides leben zu können, sei ein Glück und mache sie zufrieden, so die 34-Jährige. Sie arbeitet 50 Prozent. Wenn sie um 7 Uhr beim Frühdienst sein muss und ihr Mann schon auf dem Weg zum seinem Arbeitsplatz als Forstwirt ist, bringt Oma Steinbacher Lucy zur Schule und seit dem 1. April Laura in die Angerer Krippe. So sei die Schwiegermutter wieder etwas entlastet. „Ich habe super Schwiegereltern, sie wohnen direkt unter uns und sind immer für uns da“, betont Steffi Steinbacher. Sie arbeitet auch Wochenend- und Nachtdienste, dann ist ihr Mann voll und ganz für die Töchter da. Die Kinder waren von Anfang an geplant, so die Angerin. Dass sie weiterhin arbeiten könne, verdanke sie der Hilfsbereitschaft der Schwiegereltern. „Ich würde auch gerne wieder mehr arbeiten“, überlegt Steffi Steinbacher, erntet aber einen spontanen Protest der Achtjährigen. Mit einem Lächeln schaut die Mutter auf Lucy und ihre kleine Schwester Laura. „Kinder und Job, beides ist auf seine Art wunderschön und anstrengend“, sagt sie. Aber die Arbeit bleibe nach Feierabend in der Klinik. Die Kinder hingegen seien immer präsent.

 

(I.Berwanger)

Kinder und Klinik, kein Problem für Krankenschwester Steffi Steinbacher (li. mit ihren beiden Töchtern) und Assistenzärztin Dr. Ursula Mailer (re.)
Kinder und Klinik, kein Problem für Krankenschwester Steffi Steinbacher (li. mit ihren beiden Töchtern) und Assistenzärztin Dr. Ursula Mailer (re.)
05.05.2016 - Kliniken Südostbayern

Saubere und gesunde Sache: „Spende für die Hände“

Tag der Händehygiene - Händedesinfektion in den Eingangsbereichen

Zu einer „Spende für die Hände“ laden die sechs Häuser der Kliniken Südostbayern AG seit Kurzem in ihren Eingangsbereichen ein. Dort lenkt ein von geschickter Kinderhand gemaltes buntes Plakat die Blicke der Besucher auf sich. Es schmückt einen Ständer mit einem Händedesinfektionsmittel. Der elektronische Spender funktioniert berührungsfrei und geht auf die Anregung von Klinikbesuchern zurück. Wie wichtig ihr Wunsch nach keimfreien Händen ist, betont auch der alljährlich am 5.5. stattfindende Welthändehygienetag. mehr...

Er weist mit seinem Datum – zweimal fünf für die jeweils fünf Finger einer Hand - auf die große Bedeutung perfekt sauberer Hände hin. Denn eine sorgfältige Händehygiene schützt nicht nur zu Grippezeiten vor Infektionserkrankungen. Daher empfiehlt es sich für jedermann, besonders aber Kinder, Senioren und chronisch Kranke, der Händehygiene besonderes Augenmerk zu schenken. Händehygiene heißt gründliches, etwa 30 Sekunden dauerndes Händewaschen mit warmem Wasser und Seife. Und dies mindestens vor dem Essen, nach dem Heimkommen und natürlich nach jedem Toilettengang. Wer sich in öffentliche Einrichtungen mit vielen Besuchern wie es Krankenhäuser sind begibt, wünscht sich verständlicherweise Schutz noch mehr vor Infektionen. Dies wurde im Rahmen der jüngsten Initiative der Kliniken Südostbayern AG – dem Patientenrückmeldesystem „Sagen Sie es Schorsch“ – deutlich.

Dem Wunsch von Patienten und Besuchern nach Spendern mit einem Händedesinfektionsmittel kamen die Kliniken gerne nach. Die 13-jährige Patientin Maria aus der Kinderklinik Traunstein malte das wunderschöne Plakat „Eine Spende für die Hände“ und sorgte so für einen tollen Blickfang an den Spendern. Diese werden außerordentlich gut angenommen. Wer sie nutzt, sollte sich eine halbe Minute Zeit nehmen: Denn bei Händedesinfektion mit dem alkoholischen Desinfektionsmittel wird dieses über sämtliche Bereiche der trockenen Hände verteilt. Besonderes Augenmerk gilt dabei den Innen- und Außenflächen der Hände, einschließlich der Handgelenke, der Flächen zwischen den Fingern sowie den Fingerspitzen, Nagelfalzen und Daumen. Wer sich seinen Händen vor und nach dem Klinikbesuch so sorgsam widmet, hat eine Menge für ihre Hygiene und seine Gesundheit getan.

(I. Berwanger)

03.05.2016 - Kreisklinik Bad Reichenhall

Damit das Atmen nicht irgendwann zur Qual wird

„Allergien unbedingt behandeln lassen“, rät Dr. Christian Geltner am Welt-Asthma-Tag

Wer eine Allergie nicht behandeln lässt, riskiert an Asthma zu erkranken. Darauf weist Dr. Christian Geltner, Chefarzt der Pneumologie an der Kreisklinik Bad Reichenhall, anlässlich des Welt-Asthma-Tages am Dienstag, 3. Mai, hin. „Asthma hat stark zugenommen, immer mehr Menschen leiden unter der chronischen Entzündung der Atemwege“, so der Lungenfacharzt. Nach Schätzungen gibt es weltweit rund 300 Millionen Menschen mit Asthma. Davon leben allein in Deutschland rund acht Millionen, ein Drittel von ihnen ist unter 15 Jahre alt. mehr...

Wird Asthma ausschließlich durch Allergien ausgelöst?
Dr. Geltner: Nein, es gibt auch ein nicht-allergisches Asthma, das zum Beispiel durch Infekte, Medikamente, Staub oder Chemikalien im Beruf ausgelöst wird. Grundsätzlich ist es so, dass die Zahl der Allergiker in den letzten Jahrzehnten dramatisch gestiegen ist – und damit auch die Zahl der Asthmatiker.

Warum können Allergiker auch Asthma bekommen?
Dr. Geltner: Weil die entzündlichen Prozesse von den oberen Atemwegen, also Nase, Nasennebenhöhlen und Rachen, auf die unteren Atemwege, also die Bronchien, ausweiten können. Dies ist der sogenannte Etagenwechsel, er verläuft oft als schleichender Prozess.

Welche Symptome sollten Allergiker ernstnehmen?
Dr. Geltner: Eine ungewohnte Konditionsschwäche bei starken Beanspruchungen kann auf Asthma hinweisen. Pfeifende Geräusche beim Ausatmen, Husten in der Nacht oder gar Atemnot sind deutliche Zeichen. Kinder, deren Bronchien einen kleinen Durchmesser haben, sind hier besonders gefährdet. Die gute Nachricht ist allerdings, dass sich ihr allergisches Asthma in der Pubertät häufig „auswächst“. Diejenigen allerdings, bei denen dies nicht der Fall ist und die dann auch noch mit dem Rauchen beginnen oder ihre Medikamente unregelmäßig oder gar nicht mehr nehmen, kommen über kurz oder lang mit heftiger Atemnot zu uns ins Krankenhaus.

Treten Allergien und Asthma vor allem bei jüngeren Menschen auf?
Dr. Geltner: Nein, auch Ältere können beides noch bekommen. Aber weil schon andere Krankheiten bestehen, zum Beispiel am Herzen, erfolgt die Diagnose manchmal sehr spät oder gar nicht und die Symptome können leicht verwechselt werden. Lungenfachärzte können mit recht einfachen Tests schnell Auskunft über den Zustand der Lunge geben.

Wie wird Asthma therapiert?
Dr. Geltner: Gut 90 Prozent der Asthmatiker lassen sich sehr gut behandeln und sind beschwerdefrei. Sie bekommen in der Regel eine inhalative entzündungshemmende Basistherapie mit Asthmaspray oder Pulverinhalation. Für Notfälle gibt es außerdem sofort wirkende bronchialerweiternde Sprays. Für Patienten mit sehr schwerem Asthma gibt es außerdem Tabletten, Spritzen oder eine sehr teure neue Antikörpertherapie. Entscheidend für die Behandlung ist immer die konsequente Einnahme der Medikamente.

Lassen sich Allergien und Asthma überhaupt vermeiden?
Dr. Geltner: Ja, in vielen Bereichen geht das schon. Es gilt zum Beispiel, im Beruf den Kontakt mit allergie- oder asthmaauslösenden Stoffen zu vermeiden. Das heißt dann eben leider meist auch, dass umgeschult und ein anderer Beruf ausgeübt werden muss. Hausstaubmilbenallergiker können zuhause viel tun, um besser zu leben, Informationen hierzu gibt es bei Ärzten, Apothekern und auch bei den Krankenkassen. Bei allen Allergien ist es wichtig rechtzeitig an die Möglichkeit eines Asthmas zu denken und dies zu vermeiden oder sehr früh zu behandeln. Damit können Spätschäden vermieden werden.

Welche Rolle spielt eine gesunde Lebensweise für Asthmatiker?
Dr. Geltner: Nicht rauchen ist oberstes Gebot! Eine gesunde Ernährung ist immer gut, allerdings gilt speziell bei Allergikern: Achtung vor Kreuzallergien. Bewegung an der frischen Luft auch. Denn Sport ist für den richtig eingestellten Asthmatiker so gesund wie für uns alle. Und er tut der Seele gut. Das ist umso wichtiger, als dass wir wissen, dass viele Asthmatiker auch zu Depressionen neigen. Nicht nur die fernöstlichen Heilmethoden wissen schon lange, dass die Lunge der Sitz der Lebensenergie ist.

(Ina Berwanger)

29.04.2016 - Kreisklinik Freilassing

Chefarztwechsel in Freilassing

Dr. Clyn Schmidl folgt auf Stefan Ambrosch

Persönliche und offene Worte prägten die Feier zum Abschied von Stefan Ambrosch und Anfang von Dr. Clyn Schmidl als Chefarzt Innere Medizin an der Kreisklinik Freilassing. Wertschätzung wurden den beiden Internisten auch durch ihre Gäste teil: Ihr Bogen reichte von Landrat Georg Grabner über die Führungsspitze der Kliniken Südostbayern AG mit Elisabeth Ulmer, Dr. Uwe Gretscher und Dr. Stefan Paech, Dr. Jörg Weiland, Ärztlicher Direktor der Kreisklinik Bad Reichenhall, Kollegen sowie Niedergelassene bis hin - natürlich - zu den Familien der Mediziner. mehr...

Musikalisch schwungvoll umrahmt vom Reichenhaller Duo Eva Kastner an der Harfe und Sabine Schmid am Hackbrett, zeichnete die Feier von Stefan Ambrosch und Clyn Schmidl Bilder, die ebenso bunt waren wie die Blumensträuße für ihre Ehefrauen. Die individuellen farblichen Akzente setzten die Redner in ihren Grußworten für den scheidenden und für den neuen Chefarzt. Eines aber zog sich wie ein roter Faden durch alle Beiträge: dankbare Anerkennung für in fünf Jahren von Stefan Ambrosch geleistete Arbeit und für die Bereitschaft von Clyn Schmidl zur Übernahme der neuen Aufgabe im vierten Jahr seiner Zugehörigkeit zur Kliniken Südostbayern AG. Mit all seiner „fachlichen und menschlichen Kompetenz“ habe er diese Arbeit geliebt, lobte Landrat Grabner den künftig in Reichenhall Niedergelassenen Ambrosch. Dass dieser die Patientenzahlen in seiner Zeit um 40 Prozent habe steigern können, sei „eine enorme Leistung“, welche das Vertrauen aller - von der Bevölkerung bis zum Freundeskreis - vorausgesetzt habe, so Uwe Gretscher. „Freilassing konnte nichts Besseres passieren.“
Dass der in Forchheim geborene Stefan Ambrosch in Freilassing „Spuren hinterlasse“, davon zeigte sich Jörg Weiland überzeugt. Er habe auch „das Gefühl, dass der gebürtige Österreicher Clyn Schmidl „eine tolle Wahl“ für die Nachfolge sei. Neben seiner fachlichen Ausbildung, unter anderem bei Prof. Dr. Thomas Glück, sprächen auch seine „Persönlichkeit, positive Ausstrahlung und die Bereitschaft zur persönlichen Weiterbildung“ für den 40-Jährigen. „Ich bin voller Optimismus, dass Du hier gut starten wirst“, so der Reichenhaller Chefarzt. „Ich kann Dich nur ermutigen, das Steuer in die Hand zu nehmen“, wandte sich Stefan Ambrosch an seinen Nachfolger. Er habe Clyn Schmidl „als empathischen Menschen erlebt, der auch über den ärztlichen Tellerrand schaut“, betonte Ambrosch. Dass ein Heilungsprozess mehr brauche als nur die Wissenschaft, habe der Nobelpreisträger Bernard Lown in seinem Buch „Die verlorene Kunst des Heilens“ treffend beschrieben, so Schmidl in seinem Schlusswort. Der vierfache Vater dankte „dem Vorstand für das Vertrauen, die großartige Arbeit“ in Freilassing fortsetzen zu dürfen. „Ich freue mich auf eine gute Zusammenarbeit“, so Clyn Schmidl.

(i. Berwanger)

Stefan Ambrosch (re.) übergibt den "Leitungsstab" an seinen Nachfolger Dr. Clyn Schmidl
Stefan Ambrosch (re.) übergibt den "Leitungsstab" an seinen Nachfolger Dr. Clyn Schmidl
29.04.2016 - Kliniken Südostbayern

Volkskrankheit Krampfadern

„Nicht nur ein optisches Problem“, warnt Chefarzt Dr. Volker Kiechle

Rund dreißig Prozent aller Deutschen werden im Laufe ihres Lebens mit ihnen konfrontiert, manche schon in jungen Jahren, die meisten aber mit zunehmendem Alter: Varizen, im Volksmund Krampfadern genannt. Dass die dauerhaft erweiterten oberflächlichen Venen nicht nur ein optisches Problem sind, sondern unbehandelt zu schweren gesundheitlichen Komplikationen führen können, betont anlässlich des Deutschen Venentages 2016 am Samstag, 30. April, Dr. Volker Kiechle, Chefarzt der Gefäßchirurgie am Klinikum Traunstein und an der Kreisklinik Bad Reichenhall. mehr...

Wer muss am ehesten damit rechnen, Krampfadern zu bekommen?
Dr. Kiechle: Es gibt eindeutig eine erbliche Komponente für Krampfadern, die sich dann früher niederschlägt, wenn es zu Schwangerschaften gekommen ist oder ein stehender Beruf ausgeübt wird. Auch zunehmendes Alter begünstigt die Krampfaderentstehung.

Und wie entstehen Krampfadern?
Dr. Kiechle: In sämtlichen Beinvenen fließt das Blut normalerweise in Richtung Herz, also gewissermaßen „bergauf“. Eine wichtige Rolle spielen dabei die im Veneninneren befindlichen Klappen, die den Blutstrom nach oben „dirigieren“. Krampfadern sind oberflächliche Venen, die sich im Laufe der Zeit erweitert haben. Ausgangspunkte sind meist die langstreckigen Stammvenen an der Oberschenkelinnenseite und an der Wade. Deren Erweiterung hat zur Folge, dass die genannten Venenklappen nicht mehr ordnungsgemäß schließen. Das Blut versackt dann in Richtung der Füße. In der Folgezeit erweitern sich dann kleinere Seitenäste und es entsteht das typische Krampfaderbild.

Und dies führt zu Symptomen?
Dr. Kiechle: Es kann zu verschiedenen Symptomen kommen, nämlich zum Beispielzu dem Gefühl eines schweren Beines oder zu abendlichen Schwellungen. Manche Menschen spüren auch ein ziehendes Gefühl im Bein oder einen Juckreiz. Vielfach ist der Betroffene jedoch völlig beschwerdefrei.

Oft ist auch die Optik der Krampfadern ein Problem, oder?
Dr. Kiechle: Dass die erweiterten, geschlängelten Venen niemandem gefallen, ist verständlich. Das gilt bereits für ihre kleinen Ableger, die harmlosen Besenreiser. Während es hier um ein kosmetisches Anliegen geht, müssen Krampfadern wirklich ernstgenommen werden.

Was kann passieren, wenn Krampfadern nicht behandelt werden?
Dr. Kiechle: Dann kann es zu einem bösen Geschwür kommen, das sich durch eine Verfärbung und Verhärtung der Haut ankündigt. Oberflächliche Krampfadern können schon bei kleinen Verletzungen aufplatzen und stark bluten, was für die Betroffenen sehr unangenehm ist. Krampfadern können sich schmerzhaft entzünden. Außerdem besteht die Gefahr, dass mit der Zeit die eigentlich zunächst gesunden tiefen Venen überlastet werden. Dies kann zu Venenthrombosen oder gar gefährlichen Lungenembolien führen.

Wann sollte man zum Arzt gehen?
Dr. Kiechle: Wenn eines der oben beschriebenen Symptome eintritt, besonders achtsam sollten dabei natürlich genetisch Vorbelastete sein. Auch ohne Beschwerden haben die Menschen meist ein gutes Gefühl dafür, wann sie beim Arzt vorstellig werden sollten. Oft gibt die optische Problematik Anlass zur Untersuchung.

Wie erfolgen Diagnose und Behandlung?
Dr. Kiechle: Einen eindeutigen Aufschluss über den Zustand der oberflächlichen und der tiefen Venen gibt die schmerzfreie Ultraschall-Duplexsonografie, wie wir sie in unseren Venensprechstunden am Klinikum Traunstein und an der Kreisklinik Bad Reichenhall anbieten. In Abhängigkeit vom Untersuchungsergebnis wird dann mit dem Patienten das weitere Vorgehen besprochen. Vielleicht geht es nur um eine Verödung der Besenreiser. Oder der Patient will erst einmal nur Kompressionsstützstrümpfe tragen. Dies bringt meist zwar Linderung, löst das eigentliche Problem allerdings nicht.

Vor einer Krampfadern-Operation muss sich aber heute niemand mehr fürchten?
Dr. Kiechle: Nein, das sind heutzutage kleinere, teils ambulante Eingriffe mit sehr geringen Komplikationen und guten Heilungschancen. Wir bieten, individuell auf den Patienten zugeschnitten, drei OP-Methoden an: Erstens das so genannte Stripping, bei dem die betroffene Stammvene gezogen wird, eine seit langen Jahren bewährte Methode. Zweitens die Verödung mittels Radiowellen, hierbei wird die Stammvene mit einer Sonde von innen durch Wärmeenergie „verlötet“, ein Verfahren, das für den Patienten besonders schonend ist. Für leichtere Fälle, insbesondere bei jüngeren Patienten, bietet sich das Manschettenverfahren an, das auf den Erhalt und die Erholung der Vene setzt. Die Stammvene wird dabei umhüllt und ihr Durchmesser verkleinert, damit die Venenklappen wieder funktionieren können. Bei jeder dieser Methoden werden anschließend während des gleichen Eingriffs die erweiterten Seitenäste über winzige Schnitte minimal-invasiv entfernt, um auch ein optimales kosmetisches Ergebnis zu erzielen.
Nach der Operation sollte – je nach Befund - für zwei bis sechs Wochen ein Kompressionsstrumpf getragen werden.

(Ina Berwanger)

Einen eindeutigen Aufschluss über den Zustand der oberflächlichen und der tiefen Venen gibt die schmerzfreie Ultraschall-Duplexsonografie.
Einen eindeutigen Aufschluss über den Zustand der oberflächlichen und der tiefen Venen gibt die schmerzfreie Ultraschall-Duplexsonografie.
27.04.2016 - Kreisklinik Trostberg

Geriatrie spielt eine immer größer werdende Rolle

Ärztliche Arbeitsgemeinschaft zur Förderung der Geriatrie tagte in der Kreisklinik Trostberg

Ihre Mitgliederversammlung hielt die Ärztliche Arbeitsgemeinschaft zur Förderung der Geriatrie in Bayern (AFGiB) in der Kreisklinik Trostberg. Nach Trostberg hatte die Versammlung die Leitende Ärztin der Akutgeriatrie Ruhpolding und der Geriatrischen Rehabilitation Trostberg, Dr. Marianne Gerusel-Bleck, gebracht, die seit dem vergangenen Jahr dem Vorstand der AFGiB angehört. Der gemeinnützige Verein steht allen Ärzten in Bayern offen, die überwiegend geriatrisch tätig sind. mehr...

Die Arbeitsgemeinschaft bietet sich immer dann als Gesprächs- und Projektpartner an, wenn es um den Aufbau und die Weiterentwicklung geriatrischer Versorgungsstrukturen in Bayern geht. Die AFGiB pflegt auch den Austausch mit Kollegen angrenzender medizinisch-wissenschaftlicher Disziplinen, mit nichtärztlichen Therapeuten, Patientenvertretern und selbstverständlich auch mit Politikern, Kostenträgern und Vertretern der Wirtschaft.

Der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende der Klinken Südostbayern AG, Landrat Siegfried Walch, erklärte, für eine funktionierende Gesellschaft sei es notwendig, dass auch die älteren Menschen versorgt würden. Vor 20 Jahren sei die Akzeptanz gegenüber älteren Menschen nicht sehr groß gewesen. Mit Blick auf den demografischen Wandel spiele das Thema „Geriatrie“ heute eine entscheidende Rolle.

Walch stellte den Leitenden und Chefärzten aus Geriatrischen Abteilungen in ganz Bayern den Klinik-Verbund mit seinen sechs Krankenhäusern. „Ich bin stolz, dass er noch in kommunaler Trägerschaft ist. Ich stehe mit Leib und Seele dahinter“, sagte er. Für die Menschen sei es das Beste, wenn sie von einem kommunalen Dienstleister versorgt würden. Walch verhehlte auch nicht, dass die wirtschaftliche Situation nicht ganz einfach sei, aber die Kliniken befänden sich in einem vielversprechenden Reformprozess. Für die Standortsicherung der Kreisklinik Trostberg spiele die Geriatrische Rehabilitation eine große Rolle.
Die AFGiB habe einen Standard für die Geriatrie festgelegt und definiert, der noch heute seine Gültigkeit habe, sagte Elisabeth Ulmer, Vorstand der Kliniken Südostbayern AG. Ferner habe sich die AFGiB dafür eingesetzt, dass das Thema „Akutgeriatrie“ in Bayern kein Unwort mehr sei, sondern einen Stellenwert bekommen habe. „Dadurch wurde eine große Versorgungslücke für den älteren Patienten geschlossen.“ Außerdem habe die AFGiB dafür gekämpft, dass der Pflegesatz in den vergangenen Jahren gesteigert werden konnte.
Die Bedeutung der geriatrischen Versorgung zeige sich insbesondere bei der Betrachtung der demografischen Entwicklung. „Das Ziel, die Selbstständigkeit der alten Menschen so lange wie möglich zu erhalten und die Pflegebedürftigkeit sowie den Pflegekostenaufwand so gering wie möglich zu halten bzw. so lange wie möglich hinauszuzögern, soll durch Sofortmaßnahmen und fachübergreifende Begleitmaßnahmen erreicht werden“, so Ulmer. Diese Tagung stehe symbolisch auch für das, worauf es in der geriatrischen Versorgung ankomme: eine sinnvolle und patientenorientierte Verbindung von Akut- und Reha-Geriatrie.
Im Landkreis Traunstein sei 2005 die erste Geriatrische Geriatrie Trostberg und im Landkreis Berchtesgadener Land 2010 die zweite in der Kreisklinik Berchtesgaden eingerichtet worden. Ende 2013 sei die erste Akutgeriatrie in der Kreisklinik Vinzentinum Ruhpolding und im Juli vergangenen Jahres in Berchtesgaden eröffnet worden. „Bewährt hat sich dabei, dass diese Abteilungen innerhalb der Inneren Medizin geführt werden“, erklärte Ulmer. Somit komme es nicht dazu, dass um den Patienten „gekämpft“ werde, sondern er dort versorgt werde, wo er die beste Versorgung erhalte.

Dr. Gerusel-Bleck berichtete über einige Projekte, mit denen in Ruhpolding und Trostberg „gelebte Geriatrie“ durchgeführt werde. Den Schwerpunkt bilde dabei die Demenz, bei rund 1,6 Millionen Demenzkranken in Deutschland. Die Dunkelziffer sei jedoch sehr groß. Bei Projekt „Wohnlichtzimmer“ werde durch Licht- und Farbgestaltung des Zimmers auf die veränderte Sinneswahrnehmung im Alter Rücksicht genommen. Durch das Projekt „Musik und Medizin“ finde man auf spezielle Art und Weise Zugang zum Patienten, da wissenschaftlich erwiesen sei, dass das Musikgedächtnis im Alter am besten erhalten bleibe. Bei der Arzneimittelvisite erarbeite ein Pharmakologe eine Medikamentenliste für den Patienten mit dem Ziel, den Medikamentenverbrauch zu senken.

Auf die fachübergreifende (interdisziplinäre) Zusammenarbeit von Ärzten, Pflegekräften, Physio- und Ergotherapeuten sowie Logopäden, um alte Menschen zu aktivieren, wies der AFGiB-Vorsitzende Dr. Jens Trögner hin. Die AFGiB gebe es seit fast 20 Jahren. In dieser Zeit habe sich die Zahl der Mitglieder verzehnfacht. Die AFGiB habe sich berufspolitisch betätigt, damit die Strukturen finanziert würden. Ebenso habe sie sich mit inhaltlichen Themen beschäftigt. Anlässlich des 20. Jubiläums im kommenden Jahr werde erstmals ein Symposium mit medizinischen und wissenschaftlichen Vorträgen ins Leben gerufen.

Im Schiedsstellenverfahren habe die AFGiB eine signifikante Anhebung der Pflegesätze erreicht. „Es ist besser geworden, aber noch nicht so, dass die Finanzierung auskömmlich ist“, betonte er. Mit der CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag habe die AFGiB über die Finanzierung der geriatrischen Rehabilitation gesprochen, an der auch die Pflegeversicherung beteiligt werden soll.

Im weiteren Verlauf der Versammlung berichteten die Arbeitsgruppen Akut-Geriatrie, Reha-Geriatrie, Physiotherapie, Logopädie, Psychologie, Ergotherapie und Pflegedienstleitungen über ihre Arbeit. Themen waren auch die Mobile Geriatrische Rehabilitation, ein Systemvergleich der Geriatrie in Österreich und Deutschland sowie die Kooperation von Geriatrie und Onkologie. Zudem hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, die Trostberger Geriatrie zu besichtigen.

Bei der Mitgliederversammlung stand auch ein Besuch der Geriatrischen Rehabilitation auf dem Programm. Unser Foto zeigt von links der geschäftsführende Oberärztin der Geriatrie, Dr. Mai Aumüller-Nguyen, Chefarzt Dr. Raymund Hahn (Kreisklinik Burghausen), Dr. Christian Pohlig (Klinikum Coburg), Chefarzt Dr. Peter Wellner (Krankenhaus Agatharied) und die Leitende Ärztin der Akutgeriatrie Ruhpolding und der Geriatrischen Rehabilitation Trostberg, Dr. Marianne Gerusel-Bleck.
Bei der Mitgliederversammlung stand auch ein Besuch der Geriatrischen Rehabilitation auf dem Programm. Unser Foto zeigt von links der geschäftsführende Oberärztin der Geriatrie, Dr. Mai Aumüller-Nguyen, Chefarzt Dr. Raymund Hahn (Kreisklinik Burghausen), Dr. Christian Pohlig (Klinikum Coburg), Chefarzt Dr. Peter Wellner (Krankenhaus Agatharied) und die Leitende Ärztin der Akutgeriatrie Ruhpolding und der Geriatrischen Rehabilitation Trostberg, Dr. Marianne Gerusel-Bleck.
23.04.2016 - Kreisklinik Bad Reichenhall

Wenn das Leben vom Alkohol dominiert wird

Dr. Jörg Weiland und Raphael Koller beleuchteten an der Kreisklinik eine häufige Sucht

Nachdenkliche Gesichter bei den Zuhörern hat der jüngste Vortrag aus der Reihe „Gesundheit AKTIV“ in der Kreisklinik Bad Reichenhall hinterlassen. Denn die Frage „Das Bier davor – das Bier danach: Kann denn Alkohol schädlich sein?“ konnten die Referenten natürlich nicht mit einem „Nein“ beantworten. mehr...

Dr. Jörg Weiland, Chefarzt Innere Medizin an der Kreisklinik, beleuchtete „den Alkoholgenuss und die Gefahren, die er birgt“, anschaulich aus medizinischer Sicht. Die breite Palette der bedrückenden psychologischen und seelischen Seiten des Themas zeigte Raphael Koller, Leiter der Caritas-Fachambulanz für Suchtkranke Berchtesgadener Land, auf.

„Es ist wichtig, dass das Thema Alkohol in die Öffentlichkeit getragen wird“, erklärte Raphael Koller zur Eröffnung des Abends. Zwar sei das Bier derzeit wegen des seit 500 Jahren existierenden bayerischen Reinheitsgebots in aller Munde, aber: „Jede Medaille hat zwei Seiten.“ Dazu gehöre, dass der Genuss von Alkohol mitten in der Gesellschaft sei, ganz selbstverständlich dazugehöre. Daher falle es relativ spät auf, wenn aus dem Genuss ein Missbrauch mit all seinen gesundheitlichen und sozialen Konsequenzen werde. Exemplarisch am Lebenslauf eines alkoholkrank gewordenen Mannes mit dem Pseudonym Xaver S., zeigten Dr. Jörg Weiland und Raphael Koller auf, wie sehr der Alkohol einen Menschen dominieren und seinen Körper, aber auch sein Gehirn zerstören kann. Aus dem Jugendlichen, Jahrgang 1966, der einmal mit einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus landete, und auch als Student und dann selbständiger Ingenieur gerne in Gesellschaft einen über den Durst trank, auch einmal ein Fahrverbot wegen Alkohol am Steuer bekam, entwickelte sich über die Jahre ein regelmäßiger Alkoholkonsument. Stress in der Arbeit, Frau, Kinder und Haus, all dies kompensierte der mit Freunden sozial gut verankerte Mann Abend für Abend mit mehr als einem Gläschen. Irgendwann mahnte der Hausarzt wegen leicht erhöhter Leberwerte und einer Leberverfettung Xaver S., „sich ein bisschen zurückzuhalten mit dem Alkohol.“

Und eines Tages war dann doch alles zu viel: Der Oberbayer wurde mit starken Bauchschmerzen ins Krankenhaus eingeliefert. Die Ärzte diagnostizierten eine extrem schmerzhafte und lebensgefährliche Entzündung der Bauchspeicheldrüse. Und stellten in der Computertomographie auch noch einen Hirnabbau fest. Xaver S. bekam auf der Intensivstation zwar sehr starke Schmerzmittel. „Eine Droge wie Alkohol ersetzen sie aber nicht“, erklärte Dr. Weiland. Als Xaver S. eine harte Zeit mit Krampfanfällen und völliger geistiger Verwirrung überstanden hatte, „öffnete sich ein Fenster“, so Gastroenterologe Weiland, der Patienten wie Xaver S. immer wieder sieht. Dem Alkoholkranken war drastisch klar geworden: Ich muss etwas tun. Wer den Schritt aus der Abhängigkeit gehen will, hat starke Partner. Dies machte der Abend deutlich. Die der Schweigepflicht unterliegenden Mitarbeiter der Fachambulanz in der Reichenhaller Wittelsbacher Straße 10b und ihre Kollegen in den Außenstellen Berchtesgaden/Franziskanerplatz 7 und Freilassing/Lindenstraße 6 stehen Hilfesuchenden und ihren Angehörigen mit Rat und Tat zur Seite (weitere Infos unter www.caritas-fachambulanz-bgl.de) und kooperieren auch mit der Kreisklinik. Sie beraten bei Süchten wie Alkohol, führen ambulante Behandlungen durch und vermitteln in Selbsthilfegruppen und stationäre Einrichtungen. Von einem Entzug in Eigenregie riet Dr. Weiland dringend ab. Denn dieser könne zu lebensbedrohlichen Situationen führen. Ein sicherer und erfolgversprechender Weg wäre die Unterstützung der Therapie mit modernen Medikamenten.

Damit es aber gar nicht erst so weit kommt, betonte Raphael Koller: „Je eher sich jemand seiner Alkoholsucht bewusst wird, desto besser kann ihm geholfen werden.“ Die Zahlen sprechen für sich: 1,77 Millionen Menschen in Deutschland gelten als alkoholabhängig, zehn Millionen haben einen riskanten, 1,6 Millionen einen schädlichen Alkoholkonsum. Rund 74.000 Menschen pro Jahr sterben an den Folgen ihres Alkoholkonsums. Kritisch werde dieser, so Koller, „wenn es nicht mehr um den Geschmack, sondern um die Wirkung des Alkohols geht.“ Einen ersten Aufschluss über sein Verhältnis zum Alkohol könne jedermann im Internet unter dem Stichwort „Audit C“ bei einem aus drei Fragen bestehenden Schnelltest bekommen, so der abschließende Rat der Referenten.

(Ina Berwanger)

Informierten an der Kreisklinik Bad Reichenhall über das Thema Alkohol (v.l.): Raphael Koller und Dr. Jörg Weiland.
Informierten an der Kreisklinik Bad Reichenhall über das Thema Alkohol (v.l.): Raphael Koller und Dr. Jörg Weiland.
7. April 2016

Diabetes steht in diesem Jahr im Mittelpunkt – der Diabetes mellitus bei Kindern ist auf dem Vormarsch

Am 7. April ist wieder Weltgesundheitstag

Mit dem Weltgesundheitstag am 7. April macht die Weltgesundheitsorganisation (WHO) jährlich auf ein weltweit bedeutsames Gesundheitsthema aufmerksam. In diesem Jahr steht das Thema „Diabetes“ im Mittelpunkt der weltweiten Aktivitäten und trägt damit der zunehmenden Bedeutung dieser chronischen Erkrankung Rechnung.
Diabetes mellitus bei Kindern gehört zu den Krankheiten, die weltweit den höchsten Zuwachs zu verzeichnen haben. Dr. med. habil Gerhard Wolf Chefarzt der Kinderklinik des Klinikums Traunstein hat dieser Entwicklung Sorge getragen und vor zwei Jahren eine kinderdiabetologische Spezialambulanz eingerichtet, in der Kinder und Jugendliche vom Kleinkindalter bis zum 18. Lebensjahr mit Diabetes mellitus, landläufig auch Zuckerkrankheit genannt, behandelt werden. mehr...

Allerdings hat die Zuckerkrankheit des Erwachsenen, auch Diabetes mellitus Typ 2 oder Altersdiabetes genannt, nichts mit dem Diabetes mellitus Typ 1 des Kindes – und Jugendalters gemein. So tritt der Altersdiabetes in Folge falscher Ernährung, bei Übergewicht und mangelnder Bewegung auf und ist mit Änderung der Lebensgewohnheiten und mit Tabletten gut zu behandeln. Der Diabetes mellitus Typ 1 jedoch kann nur mit Insulin behandelt werden.

Werden die Anzeichen wie übermäßiger Durst, Harndrang, Müdigkeit und Gewichtsverlust nicht rechtzeitig erkannt, können die Kinder und Jugendliche lebensbedrohlich erkranken. „Gerade bei sehr jungen Kindern unter zwei bis drei Jahren entwickeln sich die Symptome des Diabetes mellitus sehr schnell und sind für die Eltern und behandelnde Ärzte schwer zu erkennen, so dass die Diagnose leider spät gestellt wird“, meint die Kinderdiabetologin Dr. Marina Sindichakis. Der Schock bei den Eltern und Kindern ist sehr groß. „Die Diagnose des Diabetes mellitus zieht weitreichende und nachhaltige Veränderungen im Alltag der Kinder und ihrer Familien mit sich. Auch wenn der Diabetes bei Kindern heute sehr gut behandelt werden kann und medizinische und technische Fortschritte der vergangenen 30 Jahre enorme Verbesserungen für den Alltag eines Diabetikers erbracht haben ist die Belastung der Kinder und Familien enorm“, so Dr. Sindichakis. Um mit Diabetes lange gesund zu bleiben und keine der gefürchteten Langzeitkomplikationen wie z.B. Erblindung oder Nierenversagen zu bekommen, bedarf es großer Disziplin und Ausdauer. Aufwachsen mit Diabetes bedeutet nach ihrer Aussage sowohl auf die richtige Insulinmenge und eine darauf abgestimmte Ernährung zu achten, als auch die Behandlung mit dem Familienalltag, Wünschen, Vorstellungen und Zielen der kleinen Patienten zu vereinbaren.

Das Ziel der Kinderdiabetologie des Klinikums Traunstein ist es, die Selbstständigkeit der kleinen und größeren Patienten und deren Familien im Umgang mit der Erkrankung zu fördern und sie für den Alltag mit dem Diabetes mellitus fit zu machen und sie bis zum Erwachsenenalter zu begleiten.
Diese Ziele lassen sich nur mit einem gut aufeinander abgestimmten interdisziplinären Diabetesteam erreichen. Unter der Leitung der Kinderdiabetologin Dr. Sindichakis arbeiten dre Kinderärzte, eine Kinderpsychologin, eine Diabetesberaterin, eine Sozialpädagogin sowie mehrere spezialisierte Kinderkrankenschwestern Hand in Hand. „Wichtig ist es immer gut hin – und zuzuhören, was die Kinder und ihren Familien auf dem Herzen liegt. Je besser wir unsere Familien kennen umso stabiler können wir das Fundament für einen guten Umgang mit dem Diabetes für das restliche Leben bauen“, sagt Dr. Sindichakis.

„Ich bin wirklich stolz auf mein Team“ freut sich Dr. Sindichakis, „ das sich mit so viel Begeisterung und persönlichem Engagement für die Versorgung der kleinen Patienten und ihrer Familien einsetzt.“ Wir können alle Therapieformen, von der konventionellen Spritzentherapie bis zur Insulinpumpentherapie und auch neuere technische Verfahren wie die sensorunterstützte Insulinpumpentherapie anbieten. Über ein spezialisiertes Nachsorgeteam des Bunten Kreises wird der Übergang vom stationären Aufenthalt in den Alltag zu Hause gebahnt. Die Kinderpsychologin Frau Dr. Young-Im Yang begleitet die Familien in der schwierigen Phase der Diagnosestellung aber auch anderen Situationen. Kindergärten und Schulen aber auch Großeltern, Tanten und Tagesmütter werden individuell bei Bedarf auch vor Ort in den wichtigsten Belangen des Diabetes geschult. Unser Diabetesdetektivcamp, eine erlebnispädagogische basierte Diabetesfreizeit mit dem Ziel die Selbständigkeit von 8 – 12 jährigen zu fördern wird dieses Jahr zum 3. mal am Irmengardhof in Gstadt stattfinden. Neu ist das „Diabetes, na und – Diabetescamp“ für Jugendliche zum Erfahrungsaustausch und Hinführung zu den wichtigen Themen der Adoleszenz, das für Anfang Juni geplant ist.

Die Kinderdiabetologin Dr. Marina Sindichakis macht den 12-Jährigen Damian mit dem regelmäßigen Blutzuckermessen sowie der Insulinpumpe vertraut
Die Kinderdiabetologin Dr. Marina Sindichakis macht den 12-Jährigen Damian mit dem regelmäßigen Blutzuckermessen sowie der Insulinpumpe vertraut
25.03.2016

Therapie von entzündlichen Darmerkrankungen

20. Symposium Praktische Gastroenterologie am Klinikum Traunstein

Zum 20. Mal fand das Symposium „Praktische Gastroenterologie“ unter der Leitung von Dr. Anton Kreuzmayr, Chefarzt der Gastroenterologie des Klinikum Traunstein statt. Ziel des Symposiums ist es, gastroenterologische Krankheitsbilder, Neuerungen in der Gastroenterologie und interessante Fälle praxisnah zu vermitteln. Das Symposium wurde von Hausärzten, niedergelassenen Fachärzten und Klinikärzten verschiedener Fachrichtungen äußerst gut besucht. mehr...

Ein zentrales Thema der Gastroenterologie sind die chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (Morbus Crohn und Colitis Ulcerosa). In vielen Fällen haben Patienten, auch Entzündungen an anderen Organen (zum Beispiel Haut, Augen und Gelenke).

Auf diese extraintestinalen Manifestationen der chronisch entzündlichen Darmerkrankungen ging Prof. Dr. Herbert Kellner, niedergelassener Rheumatologe und Gastroenterologe im Krankenhaus Neuwittelsbach, ein und stellte dar, wie diese diagnostiziert und behandelt werden. Da es bei den chronisch entzündlichen Darmerkrankungen viele Überschneidungen zu rheumatologischen Erkrankungen gibt, ist auch die Therapie oft ähnlich. Wichtig ist es, extraintestinale Manifestationen frühzeitig zu diagnostizieren und zu behandeln, um bleibende Schäden möglichst zu verhindern.
Dr. Matthias Buchhorn, Oberarzt der Gastroenterologie Traunstein, präsentierte zum Thema „Infektionen bei Migranten“ den Fall eines jungen Patienten aus Eritrea, der mit Bauchschmerzen im Klinikum Traunstein behandelt wurde. Letztlich hatte der Patient sowohl eine Parasitenerkrankung als auch eine Tuberkuloseinfektion im Darm. Beides Krankheitsbilder, die bisher im Klinikum Traunstein äußerst selten diagnostiziert wurden.

Prof. Dr. Thomas Glück, Chefarzt der Inneren Medizin in der Kreisklinik Trostberg und als Infektiologe für den gesamten Klinikverbund der Kliniken Südostbayern AG zuständig, gab einen Überblick über die Infektionen, mit denen man bei Migranten rechnen muss, wie diese erkannt und richtig therapiert werden. Prof. Dr. Glück machte klar, dass die Gefahr, sich an durch Migranten „eingeschleppten Erkrankungen“ zu infizieren, anders als in einigen Medien dargestellt, äußerst gering sei. Ein größeres Problem mit seltenen Infektionserkrankungen stellen Touristen dar. Dass das Thema der Infektionen bei Migranten hochaktuell ist, zeigte die anschließende Diskussion.

Mit dem Hepatozellulären Karzinom (HCC, Leberkrebs), einer Tumorart, die in erster Linie bei Patienten mit Leberzirrhose (narbiger Umbau der Leber) auftritt, beschäftigte sich Dr. Klaus Heiler, Leitender Oberarzt Gastroenterologie Traunstein. Heilbar ist der Tumor unter bestimmten Umständen durch eine Operation oder eine Lebertransplantation. Aufgrund der Leberzirrhose sind viele Patienten für eine operative Therapie in zu schlechtem Gesundheitszustand. Es gibt für diese Patienten Möglichkeiten einer lokalen Behandlung. Ein neues Verfahren zur lokalen Behandlung des HCC ist die Mikrowellenablation. Der Tumor wird meist durch Ultraschall kontrolliert punktiert und anschließend „verkocht“. Dr. Heiler zeigte die Unterschiede sowie Vor – und Nachteile gegenüber anderen Verfahren zur lokalen Therapie des HCC auf. Das Verfahren wird seit etwa einem Jahr im Klinikum Traunstein mit Erfolg angewendet.

Seit fast zehn Jahren gibt es im Klinikum Traunstein ein von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifiziertes Darmzentrum. Hier werden Patienten mit Darmkrebs nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft diagnostiziert und therapiert. Privatdozent Dr. Rolf Schauer, Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie im Klinikum Traunstein und Leiter des Darmzentrums, stellte die Entwicklungen des Darmzentrums seit 2007 und die aktuellen Neuerungen vor. Die Zertifizierung durch die Deutsche Krebsgesellschaft garantiert den Patienten einen hohen Standard in der Diagnostik und Therapie und aufgrund der jährlichen Überprüfungsaudits eine gleichbleibend hohe Qualität.

Insgesamt ist die Zahl der Darmkrebsoperationen in den letzten Jahren dank der Vorsorgekoloskopie rückläufig. Die Zahlen zeigen, dass viele Darmkrebsfälle durch die Vorsorge verhindert werden können. Daher lautete sein Appell an die Bevölkerung: „Gehen Sie zur Darmkrebsvorsorge.“
PD Dr. Schauer gab einen Überblick über die Anwendung der minimal-invasiven Operationstechniken im Klinikum Traunstein. Der überwiegende Teil der geplanten Darmkrebsoperationen wird im Klinikum Traunstein minimal-invasiv durchgeführt.

Mit einer äußerst seltenen Komplikation bei endoskopischen Eingriffen beschäftigte sich Corina Landgraf, Weiterbildungsassistentin in der Gastroenterologie im Klinikum Traunstein. Bei Darmspiegelungen kann es neben der Verletzung des Darms zu Verletzungen von anderen Organen der Bauchhöhle kommen. Landgraf berichtete über die Verletzung der Milz nach einer Darmspiegelung. Hierbei handelt es sich um eine sehr seltene Komplikation. Da die Milz ein stark durchblutetes Organ ist, muss im Falle einer Verletzung meist baldmöglichst eine Operation erfolgen. Die Auseinandersetzung mit Komplikationen dient zur Verbesserung des Komplikationsmanagements und der Prävention von erneuten Komplikationen. Trotzdem ist die Darmspiegelung ein sehr sicheres Verfahren. Die Vorteile der Darmspiegelung überwiegen die Risiken deutlich.
Wie schwierig die richtige Diagnosestellung in der Gastroenterologie sein kann, zeigten Dr. Robdert Keilmann, Oberarzt der Gastroenterologie Traunstein, und Dr. Heiler an Fallbeispielen. Dr. Keilmann präsentierte einen Fall, bei dem die behandelnden Ärzte durch die bildgebende Diagnostik in die Irre geführt wurden. Dr. Heiler zeigte, dass auch die feingewebliche Diagnostik (Histologie) einmal in die Irre führen und die richtige Diagnosestellung verzögern kann.

Unter dem Titel „Essen ist gefährlich“ gab Dr. Buchhorn einen Überblick über die Thematik „Fremdkörper im Verdauungstrakt“. Er zeigte, welche Fremdkörper endoskopisch und welche sogar in einem Notfalleingriff entfernt werden müssen. Die meisten verschluckten Fremdkörper werden nach einigen Tagen auf natürlichem Weg wieder ausgeschieden. Als Beispiele sind spitze und scharfe Gegenstände zu nennen, die zu einer Verletzung von Magen oder Darm führen können, oder Gegenstände, die Giftstoffe freisetzen können. Auch normale Nahrungsmittel können eine Gefahr darstellen, wenn sie bei Engstellen in der Speiseröhre steckenbleiben und zu einem Verschluss führen. In diesem Fall ist eine endoskopische Entfernung dringend notwendig, da die Gefahr einer Speiseröhrenverletzung besteht. Auf keinem Fall darf versucht werden, den Fremdkörper durch provoziertes Erbrechen zu entfernen.

21.03.2016 - Klinikum Traunstein

Präziser Punktstrahl für spezielle Fälle

Chefarzt Dr. Thomas Auberger vom Klinikum Traunstein setzt auf stereotaktische Strahlentherapie

Sie eignet sich nicht für jede Tumorerkrankung und hängt auch von Größe und Anzahl der Metastasen ab: Die stereotaktische Strahlentherapie ist eine hochtechnologische und präzise Bestrahlungsmethode, die dem Patienten Schmerzen und Operation erspart. „Bei dieser Präzisionsstrahlentherapie wird nur der Tumor zerstört, das umgebende gesunde Gewebe bleibt erhalten. Obwohl diese Therapie von den meisten gesetzlichen Krankenkassen noch nicht bezahlt wird, erhält sie bei uns jeder Patient, der sie braucht und für den sie passt. “, so Dr. Thomas Auberger, Chefarzt der Abteilung Strahlentherapie und Radioonkologie am Klinikum Traunstein. Der Facharzt für Radioonkologie und Facharzt für Medizinische Radiologie-Diagnostik hat Wissen und Erfahrung zu dem ständig weiterentwickelten Verfahren aus seiner früheren Tätigkeit an der Medizinischen Universität Innsbruck mitgebracht und die Stereotaxie 2009 in Traunstein eingeführt. Er erklärt ihren erfolgreichen Einsatz im Interview. mehr...

Was ist eine stereotaktische Strahlentherapie?
Dr. Thomas Auberger: Die bereits in den späten 1950-er Jahren eingeführte und in den letzten 20 Jahren immens weiterentwickelte Stereotaktische Strahlentherapie – kurz auch Stereotaxie genannt - ist eine Präzisionsbestrahlung, die sich aus der neurochirurgischen Stereotaxie-Behandlung entwickelt hat, bei der noch mittels extern am Kopf angebrachter Zielsysteme an vorberechneten Punkten des Gehirns mit Punktionsnadeln Gewebeproben entnommen oder kleine Tumor oder Gefäßmissbildungen durch Hitze zerstört wurden. Diese Zerstörung von oft nur millimeter-großen Tumoren kann heute anstatt mit Nadeln durch Strahlen erfolgen, die völlig schmerzlos in den Kopf eindringen und keiner Wundheilung bedürfen. Deshalb sind weder eine Narkose noch anschließende Krankenhausaufenthalte erforderlich.
Mit Hilfe einer dreidimensionalen Bestrahlungsplanung auf der Basis modernster Bilddiagnostik werden Eintrittspunkte und Zielpunkte eines Strahls auf den Millimeter genau berechnet und die verschiedenen Strahlen mit speziellen hochmodernen Linearbeschleunigern aus unterschiedlichen Richtungen in den Körper eingestrahlt, so dass sie sich punktgenau im vordefinierten Ziel summieren. So wird nur der Tumor zerstört und das ihn umgebende gesunde Gewebe optimal geschont. Auch während der Bestrahlung wird die Genauigkeit mittels eines in den Therapie-Beschleuniger eingebauten Computertomografen (CT) kontrolliert.

Welche Verfahren der Stereotaxie gibt es?
Auberger: Wir unterscheiden die stereotaktische Strahlentherapie des Gehirns, auch Radiochirurgie genannt und die stereotaktische Radiotherapie des Körpers (Körperstereotaxie). Die Radiochirurgie ist meist eine einmalige Behandlung eines Tumors mit einer sehr hohen und effektiven Strahlendosis. Bei der stereotaktischen Radiotherapie des Körpers finden typischerweise drei bis fünf Sitzungen statt. Mit diesen kann aber teilweise die mehrfache Dosis einer fünf- bis siebenwöchigen Bestrahlung mit Normaldosis erreicht werden. Daher ist diese Therapie auch nur unter bestimmten Fragestellungen möglich.

Bei welchen Indikationen ist diese Behandlung sinnvoll?
Auberger: Behandelt werden können z.B. Hirntumore, die nach einer Operation oder konventionellen Bestrahlung erneut auftreten, und vor allem Hirnmetastasen. Die Radiochirurgie ist dann geeignet, wenn der Durchmesser der Metastasen im Gehirn nicht größer als drei Zentimeter ist und ihre Anzahl möglichst nicht mehr als drei beträgt. Aber auch Gefäßmissbildungen oder gutartige Geschwülste der Hirnnerven (z.B. Akustikus-Neurinome oder Trigeminus-Neuralgien) oder der Hypophyse können auf diese Weise behandelt werden. Die Körper-Stereotaxie empfiehlt sich zum Beispiel bei Lungentumoren im frühen Stadium, wenn gleichzeitig Atemwegserkrankungen bestehen, die ein erhöhtes Risiko für eine Operation darstellen. Die Heilungsraten der Stereotaxie liegen hier zwischen 85 und 92 Prozent, sind also vergleichbar mit denen einer Operation. Sinnvoll kann die Körper-Stereotaxie vor allem auch bei Metastasen in der Lunge, der Leber oder in einzelnen Lymphknoten eingesetzt werden. Eine wichtige Indikation ist auch die Behandlung von Tumoren des Rückenmarks, der Wirbelkörper und der Nebennieren.

Wann bietet sich die hochdosierte Präzisionsbestrahlung nicht an?
Auberger: Sie eignet sich nicht, wenn auch im Normalgewebe abgewanderte Tumorzellen vermutet werden, zum Beispiel bei einer möglichen Aussaat von Tumorzellen durch die Operation oder bei einem Verdacht auf eine Ausbreitung in die Tumor-umgebenden Lymphbahnen. In diesem Fall ist eine Bestrahlung des umgebenden gesunden Gewebes mit vielen kleinen Einzeldosen vorzuziehen. Sie führt zu einer langsameren Abtötung der Tumorzellen, während der sich die mitbestrahlten gesunden Zellen zwischenzeitlich immer wieder erholen können.

Wie viel Präzision bedeutet die stereotaktische Bestrahlung?
Auberger: Wichtig sind nicht nur die hochpräzisen Geräte, sondern dass das ganze Team präzise zusammenarbeitet und perfekt ineinandergreift. Die Medizinphysiker in unserem Team erstellen nach Fall und Diagnose individuelle Behandlungspläne. Bei deren Umsetzung sind auch die Radiologisch--Technischen Assistenten am Bildschirm und im Behandlungsraum mit an Bord. Die punktgenaue Bestrahlung ist millimetergenaue Maßarbeit. Da der menschliche Körper aber kein starrer Würfel ist, ist bei Positionierung und Lagerung des Patienten höchste Präzision erforderlich. Dafür erstellen wir für jeden Patienten individuelle Lagerungsschalen und spezielle Maskensysteme.

Stereotaxie ist also Team-Arbeit?
Auberger: Unbedingt! Und auch über unsere Abteilung hinaus: Wir legen großen Wert auf eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit, insbesondere mit den neurochirurgischen und neurologischen Kollegen bei der stereotaktischen Behandlung des Gehirns. Oder auch mit den thorax- und viszeralchirurgischen Kollegen, aber natürlich auch mit Radiologie, Nuklearmedizin, internistischen Onkologen, Pulmologen und Gastroenterologen. Wie in unserem onkologischen Zentrum Traunstein üblich, finden regelmäßig gemeinsame Tumorkonferenzen und Fallbesprechungen statt, um Therapiestrategien, Risiken und alternative Behandlungsmöglichkeiten gegeneinander abzuwägen.

Team-Arbeit bedeutet bei Ihnen auch Expertenwissen?
Auberger: Das ist absolut richtig. Die stereotaktische Radiotherapie erfordert besondere Expertise von Arzt und Medizinphysiker, das heißt: gesonderte Ausbildung und Routine in der Anwendung. Und auch ein genau aufeinander eingeschultes Personal, das heißt: alle Mitarbeiter haben eine Rotationsausbildung von Universitätskliniken. Als ich 2008 in Traunstein begann, habe ich von der Uni-Klinik Innsbruck mein in der stereotaktischen Radiotherapie ausgebildetes Team mit Oberarzt Dr. Wolfgang Weiss und Medizinphysikerin Dr. Tanja Weiss mitbringen können und alle technischen Assistentinnen für einige Monate nach Innsbruck zur Ausbildung geschickt. Bei aller fachlichen Kompetenz an den modernen Geräten vergessen wir aber nicht, dass unsere Patienten in einer auch psychisch belastenden Ausnahmesituation zu uns kommen. Deswegen liegt uns ein persönlicher und empathischer Umgang mit ihnen sehr am Herzen. Dies schließt bei Bedarf auch eine Begleittherapie in unserer Tagesklinik und eine psychoonkologische Betreuung mit ein.

Für die Bestrahlung wird der Patient in der extra für ihn angefertigten Gesichtsmaske gelagert. Sie ist am Bestrahlungstisch fest fixiert, damit während der Bestrahlung keine Bewegung mehr stattfindet. Dr. Thomas Auberger nimmt letzte Einstellungen vor.
Für die Bestrahlung wird der Patient in der extra für ihn angefertigten Gesichtsmaske gelagert. Sie ist am Bestrahlungstisch fest fixiert, damit während der Bestrahlung keine Bewegung mehr stattfindet. Dr. Thomas Auberger nimmt letzte Einstellungen vor.
17. März 2016 - Kreisklinik Berchtesgaden

Sicherheit und Qualität nach Maß

Kreisklinik Berchtesgaden aktives Mitglied im bundesweiten Endoprothesenregister

Jährlich werden in Deutschland über 400.000 künstliche Gelenke implantiert, rund 480 davon im Endoprothetikzentrum an der Kreisklinik Berchtesgaden. Dessen leitender Arzt Dr. Thomas Kanig weiß, dass auf die steigende Nachfrage mit hoher Patientensicherheit sowie Behandlungsqualität auf konstantem Niveau geantwortet werden muss. Dieser Anforderung haben er und seine Kollegen sich gleich doppelt gestellt: Das Endoprothetikzentrum ist zertifiziert - und zudem Mitglied des Endoprothesenregisters Deutschland. mehr...

„Die Sicherheit unserer Patienten und die Qualität unserer Arbeit haben für uns den höchsten Stellenwert“, erklärt Dr. Thomas Kanig. Ein Kanon aus erfahrenen Operateuren, ständig weitergebildeten Mitarbeitern aller Bereiche und strukturierten, an den aktuellen Leitlinien der Fachgesellschaften orientierten Behandlungsabläufen sei für das interdisziplinär arbeitende Endoprothetikzentrum ebenso selbstverständlich wie die engmaschige Begleitung und Einbindung des Patienten vor, während und nach der Versorgungsprozesses mit hochmodernen Implantaten. Diese und noch viele weitere Kriterien überprüft auch das Zertifizierungssystem EndoCert. Es wurde von der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft für Endoprothetik und dem Berufsverband der Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie ins Leben gerufen. Seine Ziele sind die weitere Verbesserung der Patientensicherheit und Versorgungsqualität in der Endoprothetik.

Drei Monate dauerte es, bis das Endoprothetikzentrum den Zertifizierungsprozess komplett durchlaufen – und dann positiv abgeschlossen hat. Dazwischen lagen unter anderem die gewissenhafte Beantwortung eines extrem umfassenden Fragenkatalogs und eine strenge persönliche Kontrolle des Endoprothetikzentrums durch Orthopäden von EndoCert und Fachauditoren der ISO-Zertifizierung. Wegen des in zahlreichen Untersuchungen auf unterschiedlichen medizinischen Gebieten nachgewiesenen Zusammenhangs zwischen der Versorgungsqualität und der Anzahl durchgeführter Operationen war und ist es EndoCert wichtig, dass die Hauptoperateure jährlich wenigstens 50 Eingriffe zur Implantation künstlicher Gelenke durchführen. Im Endoprothetikzentrum Berchtesgaden sind dies durch Dr. Thomas Kanig und seinen Kollegen Dr. Lutz Kistenmacher jeweils über 240 Primärversorgungen und Wechseloperationen. „Ebenfalls bedeutende Qualitätskriterien sind die definierten Behandlungspfade, also optimalen Behandlungsabläufe, und das Risikomanagement, nämlich, wie mit Komplikationen umgegangen wird“, sagt Dr. Kanig.
Grundsätzlich gelte, dass sich ein hoher Qualitätsmaßstab auch dadurch auszeichne, dass er reproduzierbar sei, so der Mediziner. Damit dies so bleibe, überprüfe EndoCert das Endoprothetikzentrum jährlich und verlange nach dreieinhalb Jahren sogar das komplett neue Durchlaufen des Zertifizierungsprozesses. Zu dieser Transparenz passe auch sehr gut das 2014 in Deutschland an den Start gegangene Endoprothesenregister, meint Orthopäde Kanig. „Dieses System bewährt sich in Skandinavien schon seit 20 Jahren“, sagt er. Jede Klinik, die sich daran beteiligt, meldet mit Einverständnis des Patienten dessen Kennzahlen rund um sein künstliches Gelenk an das Endoprothesenregister. Da jedes Implantat eine eigene Nummer hat, kann sein Weg lückenlos verfolgt werden. Dies ist wichtig, um auf breiter Datenbasis mehr Transparenz über die Standzeit der Implantate, also die Dauer ihrer Funktionstüchtigkeit, zu bekommen.
Auf diese Weise kann unter anderem festgestellt werden, welche Produkte nicht den hohen Anforderungen wie einer Laufzeit von zehn Jahren entsprechen. In Schweden, dem Pionierland in Sachen zentrales Register sei so die Wechselrate der Implantate halbiert worden, erklärt das Deutsche Endoprothesenregister auf seiner Homepage. Die Verwendung hochwertiger Implantate gehöre für das Endoprothetikzentrum Berchtesgaden zum Standard, betont Dr. Kanig. Das Qualitätsbewusstsein gehe aber noch weiter und umfasse zum Beispiel auch den maßgeschneiderten Einsatz von Hüftprothesen. Dazu arbeite das Endoprothetikzentrum Berchtesgaden mit einer digitalen Prothesenplanung. Anhand von digitalen Röntgenbildern und Prothesen-Planungsschablonen könne für jeden Patienten und seine besondere Situation zum Beispiel für die Versorgung am Hüftgelenk aus fünf verschiedenen Hüftpfannen-Systemen und neun verschiedenen Schaft-Systemen mit rund jeweils zehn Größenabstufungen pro System die individuell optimale Lösung ausgewählt werden. Damit würden sich Qualität und Sicherheit für den Patienten einmal mehr die Hand reichen.

Vor einer Prothesenimplantation werden die Patienten genau über die entsprechende Endoprothese informiert. Im Bild erklärt Dr. Thomas Kanig gerade eine Knieprothese an einem Anschauungsmodel.
Vor einer Prothesenimplantation werden die Patienten genau über die entsprechende Endoprothese informiert. Im Bild erklärt Dr. Thomas Kanig gerade eine Knieprothese an einem Anschauungsmodel.
01. März 2016 - Bildungszentrum für Gesundheitsberufe

Mit Lampenfieber nach Berlin

Pflegeschülerin des Bildungszentrum für Gesundheitsberufe fährt zum Endausscheid des Bundeswettbewerb „Bester Schüler in der Alten- und Krankenpflege“ 2016

Dorothea Thurner mit der Patientin Ruth Knauth in der Kreisklinik Trostberg. Die beiden konnten Sie fachlich anschließend gut austauschen, so war Frau Knauth in ihrem Berufsleben selber Krankenschwester und fand während Ihres Aufenthaltes kompetente Gesprächspartner.
Dorothea Thurner mit der Patientin Ruth Knauth in der Kreisklinik Trostberg. Die beiden konnten Sie fachlich anschließend gut austauschen, so war Frau Knauth in ihrem Berufsleben selber Krankenschwester und fand während Ihres Aufenthaltes kompetente Gesprächspartner.

Ein bisschen Lampenfieber hat sie schon, aber wenn Dorothea Thurner am 9. März ihren Koffer für Berlin schließt, wird auch viel Vorfreude im Gepäck sein: Die Schülerin der Berufsfachschule für Krankenpflege der Kliniken Südostbayern AG am Klinikum Traunstein fährt dann für zwei Tage zum Endausscheid der Nationalen Initiative – Bundeswettbewerb „Bester Schüler in der Alten- und Krankenpflege“ 2016. Sie ist auch mit Begeisterung und Engagement in der Pflege und hat schon recht konkrete Pläne für ihre berufliche Zukunft. mehr...

Dorothea Thurner kommt im April in ihr drittes Ausbildungsjahr. Als die Veranstalter des Bundeswettbewerbs die Traunsteiner Berufsfachschule für Krankenpflege wegen einer Teilnahme angeschrieben und die Schule ihrerseits dann alle Schüler mit einem Notendurchschnitt unter 2,0 gefragt habe, ob sie mitmachen wollten, habe sie ja gesagt, so die 19-Jährige. Bei der anschließenden Schulklausur über „Pflege von A bis Z“ schnitt Dorothea Thurner als Beste ab. Gemeinsam mit der Zweibesten, Lisa Auer, ging es dann auf in die nächste Runde. Dies war der gemeinsame Landesentscheid des Wettbewerbs für Bayern und Baden-Württemberg. Von diesem Vorentscheid im mittelfränkischen Scheinfeld kam die junge Frau als eine von insgesamt drei bayerischen Teilnehmern am Endausscheid zurück. Träger des Bundeswettbewerbs ist der gemeinnützige „Deutsche Verein zur Förderung pflegerischer Qualität e.V.“ Dieser will mit dem Wettbewerb unter anderem das Ansehen des Pflegeberufs in der Gesellschaft stärken.
Was in der Pflege geleistet wird, das zeigen die Wettbewerbsteilnehmer auch im Endentscheid. Dorothea Thurner und die aus ganz Deutschland stammenden Krankenpflegeschülerinnen – und schüler erwartet in Berlin eine herausfordernde Endrunde. „Sie besteht aus drei Teilen und umfasst neben einer Pflegeplanung und einem mündlichen Colloquium auch einen praktische Prüfung“, erklärt Dorothea Thurner. Sie hat sich natürlich gut vorbereitet. Ja, ehrgeizig sei sie schon, und die Ausbildung wirklich sehr gut und umfassend. Aber wie bei jeder Prüfung gelte, „dass man nicht alles wissen kann, aber einen Überblick haben sollte.“ Ihn beweist die aus Obing im Chiemgau stammende Schülerin auf mehr als einer Ebene. „Wenn wir eine Pflegeplanung für einen Patienten erstellen, müssen wir ihn ganzheitlich erfassen, also nicht nur auf seine körperliche, sondern auch auf seine seelische und soziale Seite achten“, sagt sie. So, wie sie dann für den Patienten Nah- und Fernziele festlegt, hat Dorothea Thurner auch recht klar umrissene Planungen für ihr eigenes Leben.

Die offen und selbstsicher wirkende Schülerin mit den wachen, freundlichen Augen möchte nämlich in absehbarer Zeit selbst Pflege unterrichten. „Ich habe keine Probleme, vor einer Gruppe zu sprechen“, sagt sie. Diese Erfahrung bringe sie aus der Jugendarbeit mit, in welcher sie schon lange aktiv sei. „Wir lernen aber auch in unserem Beruf, auf Menschen zuzugehen und mit ihnen adäquat umzugehen“, so Dorothea Thurner über eine der aus ihrer Sicht vielen positiven Seiten ihres so nah am Menschen arbeitenden Berufs. Dass dieser ihr liegen würde, hatten schon Ausbilder und Ärzte der damals 15-Jährigen prophezeit, als sie eine Sanitätsausbildung bei der Freiwilligen Feuerwehr ihres Heimatortes absolvierte. Hier gut und gerne in den sozialen Strukturen verankert, will die junge Frau auch immer wieder zurückkehren. Wenn sie – vermutlich berufsbegleitend – ihre Fachhochschulreife nachgeholt hat, geht es aber erst einmal nach München.

„Auf die vier Jahre Studium der Pflegepädagogik freue ich mich sehr“, strahlt Dorothea Thurner. Die Landeshauptstadt kennt sie nicht nur aus Fortbildungen zur Jugendarbeit, sondern auch vom Tanzen. Das einstige Hobby Klavierspielen liegt dafür schon länger brach. Auch dafür wird irgendwann in ihrem Leben wieder die Zeit kommen, ist sich die Obingerin sicher. Jetzt aber steht als nächstes Berlin auf dem Plan.

01. März 2016 - Kliniken Südostbayern

Miriam und Nora hätten nur alle vier Jahre Geburtstag

Im Klinikum Traunstein kamen die Schaltjahrbabys zur Welt, die künftig am 1. März feiern werden

Die beiden Mädchen Miriam und Nora werden ihren nächsten echten Geburtstag erst wieder in vier Jahren feiern können. Denn die beiden neuen Erdenbürger kamen ausgerechnet am Montag – und somit am 29. Februar zur Welt. mehr...

Den Anfang am Schalttag machte die 3755 Gramm schwere Nora, die bereits um 02:12 Uhr zur Welt kam. Für die Mutter von Nora, Denes Kolozsvadi, ist es das zweite Kind. „Das Datum ist meinem Mann Lajos um mir im Grunde egal. Mir ist es bei der Geburt gut, gegangen Nora ist gesund und ihre Schwester Sophie freut sich auf ihr Geschwisterchen“ so die glückliche Mutter.

Um 07:57 Uhr folgte dann mit 3460 Gramm Miriam. Für die Eltern Daniela und Markus Stampfl aus Tittmoning ist sie bereits das dritte Kind. „Auch für uns spielt das besondere Datum keine Rolle. Hauptsache wir bringen unseren beiden ersten Kindern ein gesundes Geschwisterchen mit nach Hause“, freuten sich die beiden. Einig sind sich beiden Eltern auch in der Frage, wann sie künftig die Geburtstage der Töchter feiern werden. Auf jeden Fall am 1. März. Und wenn wieder Schaltjahr ist, dann wird es eine ganz besondere Feier geben, ergänzen die beiden Mütter zufrieden.

„Für uns in der Geburtshilfe ist der Schalttag natürlich ein Tag wie jeder andere. Im Durchschnitt kommen in unseren beiden Geburtshilflichen Abteilungen im Klinikum Traunstein und der Kreisklinik Bad Reichenhall zusammen knapp sechs Babys zur Welt. Am diesjährigen Schalttag waren es zwar nur Zwei, freuen uns aber umso mehr über die beiden unkomplizierten Geburten und gesunden Mädchen“, so der Chefarzt der gemeinsamen Frauenkliniken Traunstein und Bad Reichenhall PD Dr. Christian Schindlbeck.

Von links: Danila Stampfl mit ihrer Miriam und Denes Kolozsvadi mit der kleinen Nora – den Schaltjahresbabys aus dem Klinikum Traunstein
Von links: Danila Stampfl mit ihrer Miriam und Denes Kolozsvadi mit der kleinen Nora – den Schaltjahresbabys aus dem Klinikum Traunstein
29.02.2016 - Klinikum Traunstein

Sie sind die Waisenkinder der Medizin

Heute ist „Tag der Seltenen Erkrankungen“

Der 29. Februar ist selten, rund 8.000 Krankheiten sind es auch: Sie gelten in Europa als selten, weil jede von ihnen weniger als einen von 2.000 Menschen betrifft. In Europa gibt es 30 Millionen von einer Seltenen Erkrankung Betroffene, vier Millionen von ihnen leben in Deutschland. Der heutige „Tag der Seltenen Erkrankungen“ will ihnen eine Stimme geben. Wie nötig dies ist, weiß die Priv.-Doz. Dr. med. Katharina Hohenfellner, leitende Ärztin der Kindernephrologie an der Kinderklinik des Klinikums Traunstein unter der Leitung von Chefarzt PD Dr. Gerhard Wolf. Das dortige Modellprojekt einer interdisziplinären Sprechstunde im Cystinose-Zentrum Traunstein für Menschen mit der chronischen Stoffwechselstörung Cystinose wurde bereits ausgezeichnet. Ihm soll nun ein Präventionsprojekt zur Früherkennung der Seltenen Krankheit und ihrer Begleiterkrankungen in drei Bundesländern folgen. mehr...
Dass sie zumeist den ganzen Körper betrifft, hat die Cystinose mit der Mehrheit der anderen Seltenen Erkrankungen ebenso gemein wie eine hohe genetische Disposition - von rund 80 Prozent -sowie einen häufigen Beginn im Kindesalter und einen chronischen Verlauf. Über diese Gemeinsamkeiten hinaus ist die Gruppe der hochkomplexen Seltenen Erkrankungen sehr unterschiedlich und meist nicht heilbar. „Diese Patienten verdienen mehr Aufmerksamkeit und Zuwendung“, sagt Dr. Katharina Hohenfellner. Nicht ohne Grund heißen die seltenen Erkrankungen im Englischen „orphan diseases“, was so viel bedeutet wie Waisenkrankheiten. Auch in Deutschland ist oft von den „Waisenkindern der Medizin“ die Rede, wenn es um die Seltenen Erkrankungen geht.

Als Beispiel für das mangelnde Interesse von Forschung und Krankenkassen an ihnen nennt Dr. Hohenfellner den langen Entwicklungsweg eines Medikamentes zur Behandlung der Cystinose von den frühen 1980-er Jahren bis heute. Unverändert problematisch ist bei vielen Orphan-Drugs, den Medikamenten zur Behandlung Seltener Erkrankungen, ein „exorbitanter“ Preis, da sie kein großes Marktpotential darstellen. Dieser führe dazu, dass viele niedergelassene Ärzte die Mittel „aus Angst vor Regressforderungen der Krankenkassen“ nicht verschreiben würden. Die Kassen ihrerseits hätten Schwierigkeiten, den Seltenen Erkrankungen im Rahmen ihrer Budgetgestaltung den ihnen gebührenden Platz zuzuweisen, so Dr. Hohenfellner. Bislang stünden gerade einmal etwas mehr als 100 Medikamente mit Orphan-Drug-Status geschätzten 8.000 Seltenen Erkrankungen gegenüber.

Fakt sei jedoch, dass die medikamentöse Therapie ebenso wie die Möglichkeit der Dialyse oder einer Nierentransplantation den Krankheitsverlauf der Cystinose wesentlich bestimmt.
Das Wissen um die Behandlung einer Seltenen Erkrankung zu sammeln, zu bündeln und zu erweitern ist ein wesentlicher Baustein zum Wohle der Patienten. Eine weitere Herausforderung für den Kinderarzt ist die Überleitung der Behandlung seiner heranwachsenden Patienten in die Hände der Erwachsenenmedizin. „Wenn diese Kinder erwachsen werden, brauchen sie wegen ihrer Multiorganerkrankung fünf bis sechs verschiedene Fachärzte“, so Dr. Hohenfellner. Im schwierigen Übergang vom Kind zum erwachsenen Alter, würden sie die behütete Welt des Kinderarztes verlassen und ihrer Erkrankung dann häufig nicht mehr das nötige Augenmerk schenken und Kontrolluntersuchungen vernachlässigen. „Vielleicht sind sie überfordert oder von uns nicht gut genug vorbereitet“, vermutet die Medizinerin.

Brauchen Menschen mit Seltenen Erkrankungen also die uneingeschränkte Unterstützung anderer, die sich für sie einsetzen, wenn es um Behandlung und Medikamente geht? Ja, sagt Dr. Hohenfellner. Sie verweist dabei auf den Dachverband „ Achse e.V.“ (Allianz Chronischer Seltener Erkrankungen), der sich auf die Selbsthilfeorganisationen der Menschen mit Seltenen Erkrankungen in Deutschland stützt und das Nationale Aktionsbündnis für Menschen mit Seltenen Erkrankungen (NAMSE). Dies ist ein Zusammenschluss des Bundesministeriums für Gesundheit, für Bildung und Forschung und der ACHSE e.V. mit 25 Bündnispartnern mit dem Ziel die Versorgung der betroffenen Patienten zu gewährleisten oder auf den Weg zu bringen. „NAMSE“ plane daher, in Deutschland an die jeweiligen Rahmenbedingungen angepasste Kompetenzzentren für Seltene Erkrankungen aufzubauen. „Damit erkennt man endlich die Problematik dieser Patienten an“, freut sich Dr. Hohenfellner.
Mit dem „achse-central-Preis“ wurde das Cystinose-Zentrum Traunstein 2014 für seine Arbeit ausgezeichnet. Als bis dahin deutschlandweit einzige interdisziplinäre Einrichtung für diese Erkrankung sei es vorbildhaft für weitere Zentren im Bereich Seltener Erkrankungen. „Hier ist die Größe des Klinikums von Vorteil, denn sie ermöglicht die erforderliche Interdisziplinarität“, so Dr. Hohenfellner. Zu ihrer oft weit im Voraus ausgebuchten interdisziplinären Sprechstunde mit Ärzten aus Nephrologie, Neurologie, Kardiologie, Orthopädie, Ophthalmologie sowie Fachleuten aus Physiotherapie, Logopädie und Ernährungsberatung kommen die Patienten aus ganz Deutschland. Die Sprechstunde ist bislang vom Klinikum Traunstein, der Cystinose Selbsthilfe e.V. und zwei Fördervereinen drittmittelfinanziert. Um die bestmöglichste Patientenversorgung sicher zu stellen, wurde 2015 die „Cystinose-Stiftung“ ins Leben gerufen. Sie wird dazu beitragen, dass die Stimmen für Menschen mit Seltenen Erkrankungen in Zukunft häufiger zu hören sein werden.

Ina Berwanger

24.02.2016 - Kreisklinik Ruhpolding

Mit Musik das Gedächtnis in Schwung halten

Musiktherapeutin Bärbel Kirst singt im Vinzentinum Ruhpolding mit älteren Patienten

Im Vergleich zu anderen Teilen des menschlichen Gedächtnisses bleibt das Langzeit-Musikgedächtnis von dementen Patienten oft lange intakt und funktionsfähig. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig haben mit einer Studie erstmals das Musikgedächtnis lokalisiert und festgestellt, dass dieses Areal des Gehirns während der fortschreitenden Degenerierung des Gehirns bei Alzheimerpatienten weitgehend erhalten bleibt. Aber nicht nur für Demenzpatienten, sondern auch für Patienten im fortgeschrittenen Alter ist die Beschäftigung mit Musik wichtig. Sie tun damit etwas für den Erhalt ihrer körperlichen und geistigen Fähigkeiten. mehr...
In der Akutgeriatrie der Kreisklinik Vinzentinum Ruhpolding singt deshalb die Musiktherapeutin Bärbel Kirst einmal in der Woche mit älteren Patienten – sowohl in Einzel- als auch in Gruppentherapie. „Musik macht Freude und ist etwas Belebendes“, sagt Kirst, die eine Ausbildung zur Musiktherapeutin gemacht hat und 15 Instrumente spielt, zum Beispiel Klavier, Akkordeon, Gitarre, Harfe und verschiedene Flöten. Das Singen bedeute für viele Patienten mehr Lebensqualität. Sie wunderten sich oft, welche Liedtexte sie noch wüssten, erklärt die Musiktherapeutin. Etliche würden daher auch außerhalb der Therapiestunden weiter singen.

Die Gruppentherapie erfolgt in einer Musikrunde mit sechs bis zehn Teilnehmern. Wer dabei ist, muss nicht mitsingen. „Sondern er darf“, wie die Musiktherapeutin betont. Für die weniger textsicheren Patienten werden Liedertexte in großen, gut lesbaren Druckbuchstaben verteilt. „Aber schöner ist, wenn sie das auswendig Mitsingen probieren“, so Kirst, denn das fordere und fördere ihr Gedächtnis.

Die Teilnehmer können aber auch von sich aus Vorschläge dazu machen, welche Lieder gesungen werden sollen. Was ihnen Spaß macht und was sie mögen. Das bringt Kirst zu der Frage an die Patenten, wo denn noch gesungen werde? Bei Familienfeiern, beim Frauenbund und in der Kirche; das war’s aber auch schon. Alte Volkslieder wie „Horch, was kommt von draußen rein“, „Das Wandern ist des Müllers Lust“ oder „Am Brunnen vor dem Tore“ sind bei den jungen Leuten heute nicht mehr „in“. Aber die älteren Leute kennen sie noch und singen in der Gruppentherapie fleißig mit. Nach der Gruppentherapie geht Kirst zur Einzeltherapie in die Patientenzimmer und auf die Intensivstation. Wo es gewünscht wird, setzt sie sich ans Krankenbett und singt zusammen mit den Patienten. Sie begleitet sie dazu mit der Gitarre. Das Vorgehen ist ähnlich wie bei der Gruppentherapie: gesungen wird, was ihnen einfällt und gefällt. Den Schlager „Anneliese, ach Anneliese“ von 1954 wünschte sich beispielsweise immer wieder eine Patientin, deren Vorname – wie könnte es anders sein – Anneliese lautete. Es kann manchmal auch sehr emotional werden: „Beim Lied „Lili Marleen“ fing einmal ein Kriegsteilnehmer an zu weinen“, erzählt Kirst.

„Die Menschen sind mit Singen aber meistens einfach nur glücklich“, betont sie. „Und es beruhigt“, wie die Leitende Ärztin der Akutgeriatrie Ruhpolding und der Geriatrischen Rehabilitation Trostberg, Dr. Marianne Gerusel-Bleck, anmerkt. Studien hätten nämlich nachgewiesen, dass Parameter wie beispielsweise die Herzfrequenz gesenkt und verbessert werden. „Wer singt, der bildet auch mehr Abwehrkräfte“, so Dr. Gerusel-Bleck.
Über die Musik finden die Ärzte, Pflegekräfte und Therapeuten zudem oft leichter Zugang zur Lebens- und Krankengeschichte älterer Patienten. „Durch die Musik und den damit verbundenen Erinnerungen haben sie angefangen, auch etwas aus ihrem Leben zu erzählen“, berichtet Dr. Gerusel-Bleck aus ihrer klinischen Erfahrung. Diese Öffnung (Biografiearbeit) sei wichtig für das Gesamtbild (Anamnese) und die weitere Behandlung. Deshalb sei es für das geriatrische Team gerade bei Demenzpatienten wichtig, dass sie in irgendeiner Form (zum Beispiel über die Musik) Zugang zu ihnen fänden. „Über die Musik werden die Patienten geistig und körperlich aktiver und lebendiger. Sie erleben in diesen Momenten Lebensfreude und gewinnen ein Stück Lebensqualität zurück“, so die Leitende Ärztin.

18. Feb. 2016 - Klinikum Traunstein

Kreißsaal für Wassergeburten renoviert

Neue Gebärwanne und Raumausstattung in freundlichem Ambiente

Nach 20 Jahren hatte die alte Gebärwanne im „Kreißsaal 5“ an der Frauenklinik im Klinikum Traunstein ausgedient. Um auch zukünftig rund 40 - 50 Schwangeren pro Jahr die Möglichkeit zu bieten, ihr Kind „unter Wasser“ zu gebären, wurde nun eine komplett neue Gebärwanne angeschafft und der Entbindungsraum neu gestaltet. mehr...
Um eine gemütliche Atmosphäre zu schaffen wurde neben einer neuen Fußboden- und Farbkombination auch eine LED-Lichtanlage installiert. Damit lässt sich der Raum je nach Wunsch in verschiedensten Farben ausleuchten.

Wenn auch die Wassergeburt nicht dem Wunsch jeder Schwangeren entspricht, so ist doch eine konstante Nachfrage zu verzeichnen. Mögliche Vorteile sind die größere Entspannung der Mutter im Wasser zur besseren Verarbeitung der Wehen, damit die Einsparung von Schmerzmitteln und Vermeidung von Geburtsverletzungen. Auch nutzen viele Schwangere die Möglichkeit einer Entspannungswanne und bekommen ihr Kind dann im regulären Kreißsaal. Große Studien zeigen inzwischen, dass bei Wassergeburt weder die Anzahl der mütterlichen oder kindlichen Infektionen erhöht ist, noch vermehrt sonstige geburtshilfliche Risiken auftreten. Selbstverständlich unterliegt die Gebärwanne strengen hygienischen Vorgaben. So sind Einmal-Bakterienfilter für den Wasserzulauf zwingend vorgeschrieben, ebenso spezielle Desinfektionsmaßnahmen nach jedem Gebrauch.
Auch die Mütter und Kinder sind während der Geburt ebenso wie im regulären Kreißsaal lückenlos überwacht. Die Aufzeichnung der kindlichen Herztöne erfolgt mittels wasserdichter Sensoren. Bei unerwartet auftretenden Notfällen können die Schwangeren jederzeit in den benachbarten Kreißsaal gebracht und dort weiterbetreut werden.
Allerdings gibt es medizinische Einschränkungen für Wassergeburten. So sollten Mütter mit bestehenden Infektionen, Frühgeburten oder Mehrlingen keine Wassergeburt erhalten.

Für nähere Informationen bietet das Mutter-Kind-Zentrum Traunstein jeden zweiten Montag im Monat einen Schwangereninformationsabend einschließlich Kreißsaalbesichtigung an. Nähere Informationen bekommen Sie gerne in der Geburtshilfe im Klinikum unter 0861 705-1239.

Chefarzt PD Dr. Christian Schindlbeck (Mitte) und die Hebamme Carmen Neher stellen der werdenden Mutter Andrea Biermaier die neue Gebärwanne vor.
Chefarzt PD Dr. Christian Schindlbeck (Mitte) und die Hebamme Carmen Neher stellen der werdenden Mutter Andrea Biermaier die neue Gebärwanne vor.
04. Februar 2016 - Kliniken Südostbayern

„Wir können. Ich kann.“

Der heutige Weltkrebstag steht ganz im Zeichen der Vorsorge und der Zusammenarbeit im Kampf gegen den Krebs.

Wir sprachen mit Prof. Dr. med. Zaak, Urologe und Leiter des Onkologischen Zentrums in Traunstein (OZ), über das Tabuthema „Krebs“, die verschiedenen Möglichkeiten der Vor-sorge und über den Mann als Vorsorgemuffel. mehr...
Jedes Jahr sterben 224.000 Menschen an dieser Erkrankung in Deutschland. Damit ist Krebs die zweithäufigste Todesursache. Warum ist Krebs aber noch immer ein großes Tabuthema in unserer Gesellschaft?
Niemand spricht gerne über seine Erkrankung. Existentielle Ängste und Schamgefühl kommen hier speziell dazu und hindern viele Menschen daran, offen darüber zu reden. Ob-wohl beinahe Jeder mit diesem Thema mehr oder weniger direkt konfrontiert wird, ist es eben immer noch ein großes Tabu.

Wie kann man dieser Tabuisierung entgegentreten?
Es braucht die Erkenntnis, dass Krebs zwar allgegenwärtig, aber nicht zwangsläufig ein Todesurteil und schon gar nicht ansteckend ist. Man kann viel dagegen tun. Das beginnt nicht mit der Diagnose, sondern schon bei der Vorbeugung mit einem vernünftigen Le-benswandel. Gesunde Ernährung, kein Nikotin und viel Bewegung machen schon einiges aus. Man muss ja nicht auf alles, was auch Freude macht verzichten, aber jeder kann an sei-nen „Schwachstellen“ arbeiten.

Rechtzeitig erkannt, lassen sich viele Krebserkrankungen mit geeigneten Therapien gut behandeln.
Warum gehen dennoch so Wenige zum Arzt?
Die Zahlen sind in der Tat alarmierend: gerade mal 55 Prozent der Frauen gehen zu einer Vorsorgeuntersuchung. Dabei werden die Kosten für viele Untersuchungen von den Kassen übernommen (siehe Infografik). Noch schlimmer sieht es aber bei den Männern aus: nur 15 Prozent lassen sich regelmäßig untersuchen.

Wie sind diese Zahlen zu erklären?
Da wären wir wieder beim Tabuthema: Man möchte gar nicht damit konfrontiert werden. Speziell bei den Männern erlebt man aber Angst vor einer Diagnose und Vorurteile gegen-über einer Untersuchung und Behandlung. Lieber verdrängt man eine mögliche Erkrankung oder potentielle Risikofaktoren wie eine genetische Veranlagung oder den Lebenswandel. „Helmut Schmidt ist ja auch 96 Jahre alt geworden“. Das ist eine gefährliche Denke, die aber weit verbreitet ist. Gerade hier ist der Besuch bei den vertrauten Haus- oder Fachärz-ten wichtig, um frühzeitig aufzuklären und Ängste abzubauen. Paul Breitner hat es ja im vergangenen Jahr auf unserem Krebskongress auf den Punkt gebracht: „Seid’s nicht feig, geht’s zur Vorsorge“.

Das Motto des heutigen Krebstages lautet „Wir können. Ich kann“. Kann man Krebs tatsächlich nur im Verbund bekämpfen?
Das ist kein Muss, aber gemeinsam funktioniert es besser. Unser Onkologisches Zentrum arbeitet seit vier Jahren mit der Devise „Gemeinsam gegen den Krebs“. Gemeinsam – das bedeutet: mit Spezialisten aus der Klinik oder den angeschlossenen Arztpraxen bzw. im Netzwerk mit den Hausärzten und natürlich im ständigen Kontakt mit den Selbsthilfe-gruppen, den Familien und Angehörigen. Das funktioniert hier richtig professionell und macht wirklich Freude tagtäglich gemeinsam dafür zu arbeiten

Wie funktioniert diese Zusammenarbeit genau?
Dieses Zusammenspiel findet unter den Richtlinien der Deutschen Krebsgesellschaft statt. Das OZ in Traunstein ist in mehre Organzentren und Schwerpunkte gegliedert: Hier wird jeder einzelne Fall im Plenum behandelt. In diesen Tumorkonferenzen wird die am besten geeignete Therapieform gewählt. Das alles passiert in unserem Netzwerk im engen Aus-tausch mit den Patienten und ihren Hausärzten. In Verbindung mit der sehr guten techni-schen Ausstattung hier im Klinikum hat erstklassige Krebsmedizin in Traunstein ideale Bedingungen und braucht sich vor großen Krankenhäusern in den Ballungszentren nicht zu verstecken. Die Behandlung findet aber im beheimateten Umfeld statt – ein Riesenvorteil.


1. Februar 2016 - Kreisklinik Vinzentinum Ruhpolding

Vor 45 Jahren wurde das Vinzentinum eröffnet

Das Ruhpoldinger Krankenhaus ist heute das sechste Haus der Kliniken Südostbayern AG

Das Vinzentinum Ruhpolding feiert in diesem Jahr sein 45-jähriges Bestehen. Am 31. Januar 1971 wurde das Krankenhaus Vinzentinum des Ordens der Barmherzigen Schwestern vom Hl. Vinzenz von Paul eingeweiht. Erster Chefarzt war Dr. Horst Mechlem. Seit dem 1. Januar 2012 ist das ehemalige Ordenskrankenhaus Vinzentinum das sechste Krankenhaus unter dem Dach der Kliniken Südostbayern AG. mehr...
Bereits im Jahr 1953 befasste sich der Gemeinderat Ruhpolding mit der Frage eines Krankenhausneubaus. Der Gemeinderat kam zu der Überzeugung, das Gemeindekrankenhaus einem anderen Krankenhausträger anzubieten. Ausschlaggebend für diesen Beschluss war auch die Tatsache, dass die Errichtung und der Betrieb eines modernen Krankenhauses die Leistungsfähigkeit kleiner und mittlerer Gemeinden erheblich übersteigt. Der Gesetzgeber hat daher die kreisangehörigen Gemeinden nicht zur Errichtung und Unterhaltung von Krankenhäusern vorgesehen, sondern diese Aufgabe den Land- und Stadtkreisen zugewiesen. Viele Jahre verhandelte die Gemeinde Ruhpolding mit verschiedenen Einrichtungen wegen der Übergabe des Krankenhauses.
Aber erst 1965 konnte eine Übereinkunft getroffen werden. Laut Beschluss des Ruhpoldinger Gemeinderats vom 1. Dezember 1965 wurde über das alte Gemeindekrankenhaus mit Nebengebäuden, das Kurheim Bath und 10 221 Quadratmeter Grund ein Überlassungsvertrag mit der Kongregation der Barmherzigen Schwestern vom Hl. Vinzenz von Paul geschlossen. Die Besitzübergabe erfolgte am 1. Januar 1966. Das Krankenhaus wurde am 1. Mai 1966 stillgelegt. Im Jahr 1968 erfolgte der Abbruch des alten Krankenhauses.

Laut Vertrag musste der Orden innerhalb von fünf Jahren, vom 1. Januar 1966 an gerechnet, ein neues Krankenhaus errichten. Diese Vertragsbestimmung wurde fast auf den Tag genau erfüllt. Dies war besonders der Ehrwürdigen Schwester Iphigenie zu verdanken. Mit erstaunlicher Tatkraft, Umsicht und Geschick wurde das größte Bauvorhaben in Ruhpolding erstellt. Durch seine Verbindungen zum Orden hat auch der Ruhpuldinger Pfarrer, Monsignore Roman Friesinger, mit Rat und Tat mitgewirkt und sich dadurch große Verdienste erworben. Ebenso sei auch an den damaligen Bürgermeister und späteren Landrat Leonhard Schmucker erinnert, durch dessen Fähigkeit und Zähigkeit eine Last von der Gemeinde genommen wurde, die nicht zu den Pflichten der kreisangehörigen Gemeinden gehört.

Das moderne Krankenhaus mit damals 115 Planbetten verfügte über eine sehr gute medizintechnische Ausstattung. Pro Jahr wurden durchschnittlich 2400 Patienten mit einer Verweildauer von zwölf Tagen stationär behandelt. Angegliedert war von 1995 bis 2008 eine Krankenpflegeschule und von 1995 bis 2003 eine Krankenpflegehilfeschule. Im Januar 1996 wurde mit Weihbischof Franz Schwarzenbeck das 25-jährige Bestehen des Krankenhauses gefeiert. Altlandrat Leonhard Schmucker blickte in seiner Festrede auf die Geschichte des Gesundheitswesens in Ruhpolding zurück.
Seit 1997 gab es zwei medizinische Abteilungen. Unter der Leitung des Internisten und Angiologen Dr. Thomas Koch entstand eine Abteilung für Gefäßerkrankungen, Behandlungen mit Naturheilverfahren, Akupunktur, Neuraltherapie, Ernährungstherapie und spezielle Diabetesschulungen. Für verschiedene physikalische Therapien wurde ein Bewegungsbad gebaut. Außerdem erhielt die Klinik eine komplett neue Intensivstation. 2008 wurde der gelungene Park fertig gestellt. Im selben Jahr erfolgte die Umgestaltung des Schwesternwohnheims in ein „Haus für Betreutes Wohnen.“ Zum Ende des Jahres 2011 beendete Sr. M. Mathildis nach 40 Jahren ihre Arbeit als Verwaltungsleiterin.

Am 1. Januar 2012 übernahm die Kliniken Südostbayern AG das Krankenhaus Vinzentinum. Der Grund war der Nachwuchsmangel, der den Orden der Barmherzigen Schwestern zu einer Bündelung der Kräfte zwang. Darüber hinaus verlangte die im deutschen Gesundheitssystem für kleinere Krankenhäuser immer schwieriger werdende wirtschaftliche Situation, einen Zusammenschluss in einem größeren Verbund. Mit der symbolischen Schlüsselübergabe an den Aufsichtsratsvorsitzenden, Landrat Hermann Steinmaßl, den stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden, Landrat Georg Grabner, und Klinikvorstand Stefan Nowack legte die Generaloberin Sr. M. Theodolinde die Verantwortung für das Vinzentinum Ruhpolding in die Hände der Kliniken Südostbayern AG. Das Vinzentinum ging damit offiziell als sechstes Krankenhaus in den südostbayerischen Klinik-Verbund über. Mit der Übernahme erfolgte die Umbenennung in Kreisklinik Vinzentinum Ruhpolding.

„Der Mensch wird, ganz im Sinn des Werks des heiligen Vinzenz von Paul, als Ganzes gesehen“, betonte Sr. M. Theodolinde. Menschlichkeit, Zuwendung, Zeit und Wertschätzung seien unbezahlbar. Zurückblickend schaute sie dankbar auf viele fruchtbare Jahre im Dienst der Kranken und Hilfsbedürftigen. Nun habe man verantwortungsbewusst auf die gesellschaftlichen und ordensinternen Gegebenheiten reagieren müssen. Das Vinzentinum brauche Unterstützung und Vernetzung. „Mit der Kliniken Südostbayern AG hat der Orden einen kompetenten Partner gefunden, der sowohl für hohe medizinische Qualität als auch für menschliche Zuwendung steht“, so die Generaloberin.

Die Nachfolgerin von Sr. Mathildis als Verwaltungsdirektorin wurde zunächst Hannelore Dießbacher, danach Eva Müller-Braunschweig. Dr. Koch ging nach Freiburg. Neuer Chefarzt wurde Dr. Herbert Bruckmayer. Am 1. Dezember 2013 wurde eine Abteilung für Akutgeriatrie mit 20 Betten unter der Leitung von Dr. Bruckmayer eröffnet. „Das Behandlungsspektrum wurde damit weiter ausgebaut“,so Elisabeth Ulmer, Vorstand der Kliniken Südostbayern AG. Im Jahr 2015 wurden die Räume der Endoskopie neu eingerichtet. Dabei erfolgte auch die Ausstattung mit modernsten Endoskopiegeräten. Im vergangenen Jahr kam auch Dr. Marianne Gerusel-Bleck als Leitende Ärztin der Akutgeriatrie. Ab dem 1. Januar 2016 wurde eine Abteilung für Schmerztherapie mit zunächst acht Betten angegliedert. Eine Erweiterung bis auf 20 Betten ist geplant. Chefärztin der Schmerztherapie ist Dr. Helga Schuckall. Durch die genannten Maßnahmen ist der Standort Ruhpolding für die Zukunft gesichert.

25.01.2016 - Kliniken Südostbayern

Damit Gutes noch besser wird: „Sagen Sie`s Schorsch“

Kliniken laden Patienten und Angehörige zu mehr Rückmeldungen ein

Unter der Initiative „Sagen Sie`s Schorsch“, laden die Kliniken Südostbayern AG Patientinnen und Patienten zur Abgabe von Ideen, Kritik oder Verbesserungsvorschlägen ein – und besonders freuen sich alle über Lob für das, was rund um die Uhr geleistet wird. Das Logo mit dem Konterfei von Schorsch steht nicht nur für das allzeit offene Ohr des Klinik-Personals, dahinter steckt auch ein real existierender Mitarbeiter: Georg Reichel aus der Qualitäts- und Organisationsentwicklung des Klinikverbundes hat sich bereits der ersten Anregungen der Patienten angenommen. mehr...

„Wir wissen, wo wir gut sind. Wir können durch intensives Zuhören noch besser werden. Mit Ihrer Hilfe“, so lautet die Botschaft dieses erweiterten Angebots für Rückmeldungen der Patienten. Sie umzusetzen, haben sich die Kliniken Südostbayern einiges einfallen lassen. Neben dem bereits bekannten Weg der direkten Patientenrückmeldungen via „Telefon-Hotline“ oder per Post werden weitere Zugangswege wie eine eigene Internetseite und diverse Printmedien geschaffen. Das Rückmeldemanagement, so der Klinikverbund, liege ihm „besonders am Herzen - denn hier erhalten wir von Patienten, Angehörigen, Besuchern und Einweisern unmittelbare Resonanz.“ Deren Rückmeldungen könnten dem Verbund wertvolle Hinweise geben, aus denen er „ganz konkrete Verbesserungsmaßnahmen einleiten“ könne, die sich an den Bedürfnissen der Menschen orientierten. Dabei gehe es „nicht um punktuelle Lösungen, sondern um ein nachhaltiges und tiefgreifendes Angehen von Verbesserungen“, betont das Team um Georg Reichel. Besonders gerne werden die vielen lobenden Rückmeldungen weitergegeben – nicht zuletzt das motiviert die Mitarbeiter.

Die Mitarbeiter der Qualitäts- und Organisationsentwicklung des Klinikverbundes animieren die Patienten daher via „Schorsch“ auch zur Teilnahme des laufenden Befragungssystems. Dessen Ziele sind unter anderem, Rückmeldungen zur Versorgungsqualität und Hinweise auf Qualitätsdefizite und Schwachstellen zu bekommen, zudem eine Evaluierung der Qualitätsziele Zeit, Zuwendung, Nähe oder auch die Schaffung eines validen Vergleichsdatenpools für interne und externe Qualitätsvergleiche. Daher werden die von den Patienten in die Briefkästen eingeworfenen Fragebogen wöchentlich eingesammelt und via Scanner ausgewertet. Die Ergebnisse werden regelmäßig an alle Bereiche zurückgespielt. Und einmal jährlich erfolgt der Vergleich der Ergebnisse mit den anderen 50 KKB-Kliniken in Bayern, welche ihre Patienten mit der gleichen Systematik befragen. Von der Bündelung aller im Unternehmen eintreffenden Rückmeldungen via „Schorsch“ und ihrer Bearbeitung nach einer festgelegten Systematik verspricht sich der Klinikverbund, „den größtmöglichen Nutzen für die Patientinnen und Patienten zu generieren.“

... mehr zur "Sagen Sie's Schorsch"

(Text Ina Berwanger)

Georg „Schorsch“ Reichel hat immer ein offenes Ohr für Anregungen, Verbesserungen und auch Lob.
Georg „Schorsch“ Reichel hat immer ein offenes Ohr für Anregungen, Verbesserungen und auch Lob.
22.01.2016 - Kreisklinik Trostberg

Stromversorgung der Kreisklinik Trostberg verbessert

Die Bauzeit dauerte drei Monate – Der Kostenrahmen von 310 000 Euro wurde eingehalten

In dreimonatiger Bauzeit wurde die Ertüchtigung und Verbesserung der Stromversorgungsanlage in der Kreisklinik Trostberg durch die Firma Bauer Elektroanlagen in Landshut termingerecht zum Abschluss gebracht. Die Baukosten dafür betrugen rund 310 000 Euro. mehr...
Die Sanierung umfasste die vollständige Erneuerung der Elektroanlagen sowie die Optimierung und Verbesserung der Versorgungssicherheit des Krankenhauses. In der Baumaßnahme waren der Einbau einer 10-KV-Mittelspannungsanlage, von zwei Netz-Trafoanlagen mit einer Leistungserhöhung von 400 KVA auf 650 KVA und einer Kompensationsanlage enthalten. Außerdem wurde die gesamte Niederspannungshauptverteilung erneuert und eine zusätzlichen Noteinspeisung eingebaut.

„Mit den neuen modernen Versorgungsanlagen wurde eine redundante Stromeinspeisung eingerichtet, sodass bei auftretenden Störungen die Kreisklinik Trostberg weiter aus dem Versorgungsnetz der Stadtwerke Trostberg eingespeist werden kann“, so Projektleiter Josef Heiß von der Bauabteilung der Kliniken Südostbayern AG. Bei Ausfall der öffentlichen Stromversorgung übernehme wie bisher ein Dieselaggregat die Notstromversorgung der Klinik.

Die Arbeiten an der elektrischen Hauptversorgung der Kreisklinik bei laufendem Krankenhausbetrieb oder eine „OP am offenen Herzen“, wie man im Fachjargon sagen würde, wurden ohne Komplikationen und ohne Einschränkung der Patientenversorgung durchgeführt. „Dies setzte eine gute Planung und Abstimmung sowie einen engen Terminplan mit erforderlicher Nacht- und Wochenendarbeit voraus“, so Heiß. Dem Einsatz aller am Projekt Beteiligten sei es zu verdanken, dass die Sanierungsmaßnahme erfolgreich, termingerecht und im vorgesehenen Kostenrahmen abgeschlossen werden konnte, lobte er neben der Elektrofirma Bauer auch das Ingenieurbüro Lechermeier in Maxhütte-Haidhof, das mit der Ausführungsplanung betraut war. Ebenso hob er die Leistung von Gerhard Nickel, Markus Penkner und Johann Schuhbeck von den Stadtwerken Trostberg sowie des technischen Leiters Holger Bauer und des Betriebselektrikers Alexander Harrecker von der Betriebstechnik der Kreisklinik Trostberg hervor.

Die Stromversorgung der Kreisklinik Trostberg wurde verbessert. Uns Foto zeigt von links Betriebselektriker Alexander Harrecker, Planer Jakob Lechermeier, technischen Leiter Holger Bauer und Projektleiter Josef Heiß.
Die Stromversorgung der Kreisklinik Trostberg wurde verbessert. Uns Foto zeigt von links Betriebselektriker Alexander Harrecker, Planer Jakob Lechermeier, technischen Leiter Holger Bauer und Projektleiter Josef Heiß.
19.01.2015 - Kreisklinik Bad Reichenhall

Den Schwerpunkt der Pneumologie weiter ausbauen

Dr. Christian Geltner wird Chefarzt der pneumologischen Abteilung in der Kreisklinik Bad Reichenhall

Dr. Christian Geltner (Mitte) neuer Chefarzt der pneumologischen Abteilung an der Kreisklinik Bad Reichenhall wurde herzlich von Elisabeth Ulmer, Vorstand der Kliniken Südostbayern AG, und Dr. Jörg Weiland, Chefarzt der Inneren Medizin an der Reichenhaller Kreisklinik, willkommen geheißen. Foto: Berwanger
Dr. Christian Geltner (Mitte) neuer Chefarzt der pneumologischen Abteilung an der Kreisklinik Bad Reichenhall wurde herzlich von Elisabeth Ulmer, Vorstand der Kliniken Südostbayern AG, und Dr. Jörg Weiland, Chefarzt der Inneren Medizin an der Reichenhaller Kreisklinik, willkommen geheißen. Foto: Berwanger
Die Lungenheilkunde an der Kreisklinik Bad Reichenhall hat seit ihrer Etablierung durch Asthmaforscher Prof. Dietrich Nolte vor rund zwanzig Jahren einen über Deutschlands Grenzen hinaus hervorragenden Ruf. Diesem ist nun der bisher in Klagenfurt als Leitender Arzt tätige Dr. Christian Geltner gefolgt: Er hat zum 1. Januar seine Stelle als Chefarzt der pneumologischen Abteilung angetreten. „Wir freuen uns sehr, dass wir mit ihm einen sehr erfahrenen Pneumologen gewinnen konnten, der alle Voraussetzungen für Leitung und Ausbau dieser anspruchsvollen Abteilung mitbringt“, so Elisabeth Ulmer, Vorstand der Kliniken Südostbayern AG. mehr...
Der in Vorarlberg geborene und in Burkina Faso, einem der ärmsten Länder Afrikas, aufgewachsene Dr. Christian Geltner hat nach seinem Studium an der Medizinischen Universität Innsbruck und der anschließenden Fachausbildung in der Lungenheilkunde über 15 Jahre an der Uniklinik Innsbruck das Lungentransplantationsprogramm geleitet sowie im Lungenhochdruckzentrum am Landeskrankenhaus Natters/Innsbruck gearbeitet. Neben der pulmonalen Hypertonie und der Lungentransplantation liegen die fachlichen Schwerpunkte von Dr. Geltner bei der interventionellen Bronchologie und Thorakoskopie, der pneumologischen Onkologie und der Infektionsmedizin. In diesen Bereichen war Dr. Geltner langjähriger Ausbilder der österreichischen Gesellschaft für Pneumologie und Oberarzt. Seit 2010 baute der Mediziner als Chefarzt der Lungenabteilung am Klinikum Klagenfurt die pneumologische Rehabilitation in Kärnten auf.
Damit ist der Pneumologe bestens gerüstet für seine Aufgaben an der Kreisklinik Bad Reichenhall. „Wir wollen die Pneumologie hier verbundweit konzentrieren und den Schwerpunkt weiter ausbauen“, so Elisabeth Ulmer. Die bereits im Klinikverbund bestehenden Kompetenzen sollten vernetzt und das Behandlungsspektrum in Reichenhall erweitert werden. Diagnose und Therapie von chronischer Bronchitis und chronisch obstruktiver Bronchitis (COPD), Asthma bronchiale, infektiösen Lungenerkrankungen und Lungenkrebs werden der neue Chefarzt und sein Team angesichts steigender Zahlen bei den Lungenerkrankungen mit fachlichen Wissen auf neuestem Stand sowie modernster Untersuchungstechnik behandeln. „Durch unsere Kooperation mit pneumologischen Reha-Kliniken im Landkreis wie auch überregional können wir den Patienten eine umfassende Behandlung und Heilung auf optimalen Niveau anbieten“, betont Dr. Christian Geltner. Dem sympathischen Mediziner mit seiner offenen, freundlichen Art sind eine gute Zusammenarbeit und klare Kommunikation mit externen und internen Ärzten, wie zum Beispiel auch seinem ebenfalls neuen Chefarzt-Kollegen der Abteilung für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie, Dr. Thomas E. Langwieler, wichtig.
Damit liegt er mit Dr. Jörg Weiland, Chefarzt der Inneren Medizin an der Reichenhaller Kreisklinik, auf einer Wellenlänge. „Unser erster Kontakt war sehr angenehm“, sagt er. „Mit Christian Geltner kommt eine Menge an fachlicher Souveränität und Kompetenz ins Haus. Ich bin mir sicher, dass wir miteinander unserer Verantwortung gegenüber dem Träger wie auch den Patienten gerecht werden können.“ Da die fachliche Expertise vorhanden sei, werde sich der Schwerpunkt Pneumologie mit all seinen Facetten gut etablieren, ist sich Elisabeth Ulmer sicher. Gemeinsam mit dem neuen Chefarzt soll die Bevölkerung über die Behandlungsmöglichkeiten der modernen Pneumologie aufgeklärt werden, wie z.B. in geplanten Vorträgen. „Der unmittelbare Kontakt mit den Patienten hat mir immer sehr am Herzen gelegen“, erklärt Dr. Geltner. Umso mehr komme es ihm entgegen, dass dies in einem Haus wie der Kreisklinik Bad Reichenhall so gut möglich sei. „Ich fühle mich sehr willkommen hier“, strahlt der 47-Jährige. „Ohne Berge könnte ich nicht leben“, so der begeisterte Skifahrer und Mountainbiker, dem das Berchtesgadener Land also auch in dieser Hinsicht ausnehmend gut gefällt.

(Text, Ina Berwanger)

13.01.2016 - Kreisklinik Bad Reichenhall, Klinikum Traunstein

Frauenklinik künftig im Verbund

Stärken gemeinsam ausbauen

von links: Gemeinsam im Verbund - Dr. Wolfram Turnwald und Chefarzt PD Dr. Christian Schindlbeck
von links: Gemeinsam im Verbund - Dr. Wolfram Turnwald und Chefarzt PD Dr. Christian Schindlbeck
Seit Anfang Januar fusionieren die Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe der Kreisklinik Bad Reichenhall und die Frauenklinik Traunstein zu einem gemeinsamen Verbund unter dem Dach der Kliniken Südostbayern AG. mehr...
Chefarzt PD Dr. Christian Schindlbeck wird die Gesamtleitung der Frauenklinik Traunstein - Bad Reichenhall - Trostberg übernehmen. Grund hierfür ist, dass der bisherige Chefarzt der Abteilung Gynäkologie/Geburtshilfe in Bad Reichenhall, Dr. Wolfram Turnwald, aus privaten Gründen etwas kürzer treten möchte.

Dr. Turnwald wird aber weiterhin wie bisher für Sprechstunden und operative Tätigkeiten zur Verfügung stehen. „Die Fusion der Frauenkliniken ist eine gute Lösung für die Bevölkerung der beiden Landkreise. Durch das große Einzugsgebiet ist eine weitere Spezialisierung im Fachgebiet an beiden Standorten möglich. Somit kann auch bei zunehmenden medizinischen Fortschritt vor Ort höchste Qualität angeboten werden. Natürlich bleibt trotz meiner reduzierten Tätigkeit auch die Geburtshilfe am Standort Bad Reichenhall in vollem Umfang erhalten. “ so Dr. Turnwald.

Schon seit längerem arbeiten die beiden Abteilungen zusammen. So werden Krebserkrankungen der weiblichen Brust in den Landkreisen Traunstein und Berchtesgadener Land seit 2006 im zertifizierten Brustkrebszentrum Traunstein-Bad Reichenhall gemeinsam behandelt. Das interdisziplinäre Netzwerk Beckenboden, an dem beide Abteilungen maßgeblich beteiligt sind, versorgt Patientinnen mit Inkontinenz oder Senkungszuständen.

Auch PD Dr. Schindlbeck freut sich über diese Verbundlösung: „Ziel ist es, gemeinsame Standards an den beiden Standorten Traunstein und Bad Reichenhall zu etablieren. Dies ermöglicht es, personelle und räumliche Kapazitäten flexibler einzusetzen, Schwerpunkte zu bilden und Ressourcen optimal auszunutzen.“

11.01.2016 - Kreisklinik Trostberg

Mit Liedern gegen das Vergessen

Hermann Brunnlechner singt mit Demenzkranken in der Trostberger Geriatrie

Hermann Brunnlechner engagiert sich als freiwilliger Helfer im Projekt „Musik und Medizin“ der Geriatrischen
Hermann Brunnlechner engagiert sich als freiwilliger Helfer im Projekt „Musik und Medizin“ der Geriatrischen
Als ehrenamtlicher Einsatz singt der pensionierte Lehrer Hermann Brunnlechner in der Musiktherapie der Geriatrischen Rehabilitation Trostberg mit den Patienten. mehr...
Im Vergleich zu anderen Teilen unseres Gedächtnisses bleibt das Langzeit-Musikgedächtnis von dementen Patienten oft lange intakt und funktionsfähig. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig haben mit einer Studie erstmals das Musikgedächtnis lokalisiert und festgestellt, dass dieses Areal des Gehirns während der fortschreitenden Degenerierung des Gehirns bei Alzheimerpatienten weitgehend erhalten bleibt. Die Geriatrische Rehabilitation der Kreisklinik Trostberg hat auf Initiative der früheren Leitenden Ärztin Dr. Cornelia Rohleder-Stiller seit geraumer Zeit das Projekt “Musik und Medizin” für Demenzkranke ins Leben gerufen und die therapeutische Nutzung von Musik bei der Patientenbetreuung eingeführt. „Jahrelange Erfahrungen bestätigen, dass der Umgang mit Musik und Musiktherapie heute ein wichtiger Bestandteil der Alzheimertherapien ist“, erklärt dazu die geschäftsführende Oberärztin der Trostberger Geriatrie, Dr. Mai Aumüller-Nguyen.

Ein weiterer Baustein in der Musiktherapie der Geriatrischen Rehabilitation Trostberg ist der ehrenamtliche Einsatz des pensionierten Lehrers Hermann Brunnlechner. Er kommt regelmäßig einmal in der Woche eine Stunde lang zur Einzeltherapie mit den Patienten. Im Gespräch mit ihnen erfährt er zunächst, welche Lieder die Patienten gerne hören möchten. In einem weiteren Schritt singt er dann zusammen mit ihnen diese Lieder. Die Begleitung übernimmt Brunnlechner mit seiner Gitarre. Als nächstes plant er, gemeinsam mit den Patienten eine Hitliste mit den Liedern zu erstellen, die sie besonders interessieren. Die „Hits“ sind dabei nicht nur Schlager aus der Jugendzeit, sondern auch Volkslieder und Schnaderhüpfel.

“Wir sind froh und glücklich über das Engagement von Herrn Brunnlechner”, erklärt Dr. Mai Aumüller-Nguyen. Sie führt das Projekt zusammen mit der Nachfolgerin von Dr. Rohleder-Stiller, Dr. Marianne Gerusel-Bleck, mit großem Einsatz weiter. Sie wollen es noch weiter ausbauen. Über weitere freiwillige Helfer bei der Musiktherapie würden sie sich deshalb sehr freuen. Wer Interesse hat, soll sich in der Geriatrischen Rehabilitation der Kreisklinik Trostberg melden (Telefon 08621/87-6331).

07.01.2016 - Kliniken Südostbayern

Frauenklinik Südostbayern verzeichnet Geburtenrekord im Jahr 2015

Wieder Geburtenanstieg im Mutter-Kind-Zentrum des Klinikums Traunstein und in der Geburtshilfe Bad Reichenhall

Im Mutter-Kind-Zentrum des Klinikums Traunstein konnten im vergangenen Jahr 1.577 Geburten verzeichnet werden. Damit erhöht sich die Zahl der Geburten im Vergleich zu 2014, als 1.498 Geburten stattfanden, erneut um über fünf Prozent. Durch die Mehrlingsgeburten lag die Zahl der geborenen Babys bei 1.611. 2015 gab es 32 Zwillingsgeburten, sowie einmal Drillinge. Bei rund zehn Prozent der Geburten handelte es sich um Risikogeburten oder Frühgeburten ab der 24. Schwangerschaftswoche.

In der Geburtshilfe der Kreisklinik Bad Reichenhall sind 534 Kinder zur Welt gekommen. Das sind ebenfalls so viele wie noch nie. 2014 waren es 524. mehr...

Den Grund für die Zunahme der Geburtenzahlen sieht der Chefarzt der Frauenklinik PD Dr. Schindlbeck zum einen im Zuzug junger Eltern nach Südostbayern, zum anderen aber auch in einem deutschlandweit zu beobachtenden Trend zu wieder mehr Kindern. Die Regionalisierung der Geburtshilfe hin zu größeren Mutter-Kind-Zentren mit einem Maximum an medizinischer Sicherheit führt ebenso zur Zunahme der Geburten an den Kliniken Südostbayern.

Breite Palette an Geburtsmöglichkeiten
In den modern ausgestatteten Kreißsälen der Geburtshilfen in Traunstein und Bad Reichenhall besteht die Möglichkeit für sämtliche Geburten von der Hocker- bis hin zur Wassergeburt. Für die Mütter kommen auf Wunsch auch alternative Methoden der Schmerzerleichterung wie Homöopathie oder Akupunktur zur Anwendung. Überwiegend kann den werdenden Müttern die Unterbringung in einem Zweibettzimmer ermöglicht werden. Ebenso werden bei Bedarf Familienzimmer zur Verfügung gestellt, damit auch die Väter im Mutter-Kind-Zentrum verweilen können. Nach der Geburt ermöglicht das „Rooming-In“ den Müttern, ihre Babys 24 Stunden bei sich zu haben. Durch die fachübergreifende Zusammenarbeit von Hebammen, Kinderschwestern und Krankenschwestern wird darüber hinaus eine integrierte Wochenbettpflege ermöglicht.

Optimale Versorgung bei Früh-und Risikogeburten
Die Rund-um-die-Uhr-Präsenz von Fachärzten und Hebammen bietet eine optimale medizinische Betreuung. Dies gilt im Klinikum Traunstein speziell auch für die Früh- und Risikogeburten. Bei ihnen sorgt die im Klinikum Traunstein vorhandene Abteilung für Kinder- und Jugendmedizin mit der Pädiatrischen Intensivabteilung für maximale Sicherheit. Gemeinsam bietet die Frauenklinik der Kliniken Südostbayern AG mit den beiden Standorten Bad Reichenhall und Traunstein somit eine für die individuellen Wünsche der Eltern und das jeweilige Risikoprofil maßgeschneiderte Geburtshilfe an.

zur Frauenklinik Südostbayern

01.01.2016 - Klinikum Traunstein

Neujahrsbaby

Jakob Martin kam im Klinikum Traunstein als erstes Baby im neuen Jahr zur Welt

Um 0.33 Uhr kam der kleine Jakob Martin im Traunsteiner Klinikum als erstes Baby des neuen Jahrs auf die Welt. Die Eltern sind Eva und Martin Lechner aus Kay (Stadt Tittmoning). Für sie ist es das erste Kind. Der neue Erdenbürger wog bei der Geburt 3100 Gramm und war 52 Zentimeter groß. Da er sich mit seiner Geburt zu viel Zeit ließ, wurde er per Kaiserschnitt geholt. Deshalb war es eine schwierige Geburt. Die Behandlung und Betreuung sei aber „mehr als gut gewesen“, betonte die Mutter. In der Frauenklinik des Klinikums Traunstein werde man nicht als Nummer, sondern noch als Mensch behandelt, war sie voll des Lobes über die Ärzte und Pflegekräfte.
Kontakt
Ansprechpartner Presse- und Öffentlichkeitsarbeit:

Ralf Reuter
Cuno-Niggl-Straße 3
83278 Traunstein
T 0049 861 705-1530
F 0049 861 705-1532


Andrea Sacré
Cuno-Niggl-Straße 3
83278 Traunstein
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Evelyn Tauber
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