Herausforderungen des Gesundheitswesens

Demographischer Wandel innerhalb der Region

Die Regionen Berchtesgaden und Traunstein werden älter und wachsen moderat. Der Altersquotient in der Region wird bis zum Jahr 2033 auf über 48 Jahre ansteigen. Das Durchschnittsalter der Region wird bis 2033 um 1,7 Jahre steigen. Die Bevölkerung der Region wächst durchschnittlich um ca. 1,7 Prozent. Hierdurch wird deutlich, dass der Altersdurchschnitt innerhalb der Region steigt und somit der Anteil der älteren Menschen an der Gesamtbevölkerung zunimmt.


Altersmedizin innerhalb der Region

Bis zum Jahr 2030 werden die geriatrischen Behandlungsfälle um über 17 Prozent im Vergleich zu 2019 zunehmen. Geriatrische Behandlungsfälle zeichnen sich durch ihre hohe Multimorbidität und Vulnerabilität aus. In Kombination mit dem demographischen Wandel und dem dadurch wachsendenden Bedarf an komplexeren medizinischen und pflegerischen Leistungen im Alter werden hohe stationäre Ressourcen gebunden, und insbesondere auch ambulante und tagesklinische Strukturen erforderlich sein.


Qualitäts- und Leistungsanforderungen

Um die hohen Qualitätsanforderungen erfüllen zu können, sind spezialisierte Versorgungszentrenten mit hohen Struktur- und Qualitätsanforderungen (Mindestmengen, Komplexbehandlungen, Personalvorgaben) von essentieller Bedeutung. mehr...

Durch die verschärften, gesetzlichen Vorgaben im Bereich der Ambulantisierung muss das Leistungsangebot der KSOB-Kliniken angepasst werden. Im Mittel besteht für die stationären Fälle derzeit ein zu realisierendes Ambulantisierungspotential von 6,2 bis 9,2 Prozent. Dieser Trend ist unterschiedlich ausgeprägt pro Altersgruppe. Bei geriatrischen Patienten (>80 Jahre) fällt das Ambulantisierungspotential aufgrund der Multimorbidität und den längeren Liegezeiten deutlich geringer aus (3 bis 5 Prozent). Dieser Trend wurde in den ersten beiden Wellen der COVID-Pandemie 2020 ebenfalls bestätigt, wo insbesondere sogenannte ambulant-sensitive Fälle vermehrt außerhalb der stationären Versorgungsstrukturen behandelt wurden.


Fachkräfte

Der Personalbedarf im Krankenhaussektor nimmt stetig zu. Seit 2008 ist ein kontinuierlicher Personalaufbau im Bereich der Pflege zu verzeichnen, welches im vorpandemischen Jahr 2019 mit 4,2 Prozent einen Höhepunkt erreicht hat. Darüber hinaus wächst der Bedarf an Fachkräften in der Pflege weiter, auch aufgrund der anstehenden Renteneintritte der Baby-Boomer-Jahrgänge. Durch die geburtenschwachen Jahrgänge werden branchenübergreifend bis 2030 rund 400.000 junge Arbeits- und Fachkräfte im Vergleich zu 2020 (Fachkräftemangel in Höhe von 200.000) fehlen.

KSOB - Großer Ausbildungsbetrieb

Um dem Fachkräftemangel entgegenzutreten, bilden die KSOB derzeit rund 350 zukünftige Mitarbeiter aus. Das Ausbildungsportfolio umfasst neben der Ausbildung des Pflege- und medizintechnischen Personals auch Verwaltungs-, Informations- und Handwerksfachkräfte. 
Neben der dualen Berufsausbildung ermöglichen die KSOB durch verschiedene Kooperationen mit Hochschulen jungen Menschen den Abschluss eines Bachelor- oder Master-Studiums. 
Des Weiteren bilden die Standorte Traunstein und Bad Reichenhall zusammen mit der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) und der Paracelsus Medizinische Privatuniversität Salzburg (PMU) künftiges ärztliches Personal aus. 


Krankenhauskapazitäten

Analysen der Krankenhauskapazitäten aus 2019 zeigen, dass die regionale Krankenhausbettenanzahl im deutschlandweiten Vergleich leicht überdurchschnittlich ist. Somit sind die stationären Versorgungskapazitäten für die Bürger in hohem Maße bereitgestellt. Setzt man diese Krankenhausbettenkapazitäten mit den Krankenhaushäufigkeit in Relation, so wird deutlich, dass die Krankenhausbetten in den Landkreisen TS und BGL eher unterdurchschnittlich ausgelastet sind. Aufgrund des demographischen Wandels und der damit erhöhten Nachfrage nach ambulanten und stationären Leistungen ist eine höhere Ressourcenauslastung zu erwarten.

Dennoch ist eine weitere Bündelung der stationären Kapazitäten erforderlich, um den qualitativen Anforderungen gerecht zu werden. Die knapper werdenden personellen Ressourcen (Fachkräftemangel) müssen effizienter und zielgerichteter eingesetzt werden, um an den größeren Standorten die steigenden Anforderungen an die Vorhaltung in der Notfallversorgung und den Zentrenstrukturen erfüllen zu können.

Notfallversorgung

Hinsichtlich der Patientenbedürfnisse ist neben einer gut aufgestellten ambulanten Versorgung durch D-Arzt-Praxen und Notfallambulanzen eine gut erreichbare, spezialisierte und qualifizierte stationäre Notfallversorgung mit einem Rund-um-die-Uhr Angebot von wesentlicher Bedeutung. Dies trägt entscheidend zur Qualität, wie auch zur Patientensicherheit und -zufriedenheit bei. Im Jahr 2019 wurden etwa 15.300 Fälle innerhalb der Regionen TS/BGL über den Rettungsdienst in ein Krankenhaus eingewiesen. 87 Prozent der Einweisungen erfolgten hierbei an einen Standort der Kliniken Südostbayern. Auf die Standorte Traunstein, Bad Reichenhall und Trostberg entfiel ein Anteil von über 75 Prozent mit steigender Tendenz. Das überregionale Traumazentrum Traunstein gehört zu den größten Versorgungseinheiten für Schwerstverletzte bundesweit.

An den Standorten Traunstein, Bad Reichenhall und Trostberg findet für Erwachsene und Kinder eine 24/7 Notfallversorgung statt.